Aktuelles

Hier finden Sie aktuelle Nachrichten zu stadtweiten Veranstaltungen, Initiativen und Aktionen der katholischen Kirche und ihrer Kooperationpartner in der Stadt Köln.

Überregionale Nachrichten der katholischen Kirche finden Sie auf den folgenden Webseiten:

www.erzbistum-koeln.de | www.koelner-dom.de | www.domradio.de | www.katholisch.de | www.kna.de | www.dbk.de | www.vaticannews.va/de.html

 

Kölner Dreigestirn will den Dom wieder ins rechte Licht setzen und engagiert sich gegen Altersarmut

20. Januar 2023; ksd

 

Köln. Erstmals seit der Corona-Zeit fand in diesem Jahr der traditionelle Talk mit dem Kölner Dreigestirn im DOMFORUM wieder vor voll besetztem Haus statt. Eine Stunde lang plauderten die Tollitäten Prinz Boris I., Bauer Marco und Jungfrau Agrippina mit Uta Vorbrodt von DOMRADIO.DE und stellten sich Fragen aus dem Publikum. Es ist eine der ganz seltenen Gelegenheiten, nach Auskunft des DOMFORUMs sogar die Einzige, bei der das Dreigestirn so lange hautnah zu erleben ist. Die Drei, die Mitglieder der Roten Funken sind, versprachen im Schatten des Domes, sich dafür einzusetzen, dass das Kölner Wahrzeichen wieder beleuchtet wird. Denn, so Prinz Boris, „wenn es ein Zeichen von Hoffnung und Zuversicht gibt in dieser Stadt, dann ist das unser Kölner Dom“. Mehr dazu sehen Sie auf dem Facebook-Kanal oder dem Instagram-Kanal der KirchenZeitung für das Erzbistum Köln.

Des Weiteren erzählte das Dreigestirn der Session zum 200. Jubiläum des Festkomitees Kölner Karneval, was und vor allem wer sie emotional berührt bei ihren rund 400 Auftritten und wofür sie sich engagieren. Jedes Dreigestirn setzt sich sich für andere Menschen und soziale Zwecke ein. Prinz Boris I. (Boris Müller), Bauer Marco (Marco Schneefeld) und Jungfrau Agrippina (André Fahnenbruck) sammelt Spenden für die Vereine „Ein Herz für Rentner“ und „Wünsch dir was“.

„Wir wollen für Jung und Alt etwas tun“, erklärt Prinz Boris. Der Verein, der sich „wünschdirwas“ schreibt, erfüllt schwer kranken Kindern und Jugendlichen Herzenswünsche. So können sie etwas Schönes erleben, etwas unternehmen, das ihnen Freude macht, oder Menschen begegnen, die sie toll finden.

Mit der Unterstützung von „Ein Herz für Rentner“ will das Dreigestirn auf das Thema Altersarmut aufmerksam machen. „Es gibt in Köln 60.000 Rentnerinnen und Rentner, die unterhalb der Armutsgrenze leben“, berichtete Prinz Boris im Talk am Dom, in einer Millionenstadt wie Köln!“ Die Dunkelziffer sei bedeutend höher, aber aus Scham und Angst würden viele Betroffene keine Unterstützung suchen. Oft sind die Menschen auch mit der Situation überfordert oder ihnen fehlt die Kraft. Der Verein mache etwa Angebote, die bei Einsamkeit helfen, so der Prinz weiter. „Bei vielen ist leider der Monat am 20. beendet“, sagte Prinz Boris mit Blick auf die finanziellen Lücken bei vielen Menschen. Der Verein helfe, dass die Menschen dann trotzdem noch gesundes Essen bekämen oder beispielsweise ihre GEZ-Gebühren bezahlen könnten, was wichtig sei, da der Fernseher für viele alte Menschen die einzige Informationsquelle sei. „Das sind Themen, die uns sehr berührt haben und für die wir einstehen“, sagte Prinz Boris.

 

www.einherzfuerrentner.de

www.wuenschdirwas.de

 

Alle Infos zum Kölner Karneval unter www.koelnerkarneval.de

 

„Mut zu gestalten – Kirche sein in den neuen pastoralen Einheiten“ (4. Februar, Anmeldung erforderlich bis 27. Januar)

18. Januar 2023; ksd

 

Köln. Das Erzbistum Köln hat den Strukturveränderungsprozess #ZusammenFinden Ende 2022 beendet. Für das Stadtdekanat Köln bedeutet das: bis zum Jahr 2030 wird es statt der bisher 35 Seelsorgebereiche zehn neue sogenannte Pastorale Einheiten geben.

Das Stadtdekanat Köln und der Katholikenausschuss in der Stadt Köln laden alle Pfarrer und weitere Mitglieder der Pastoralteams sowie Pfarrgemeinderäte und Kirchenvorstände zu einer gemeinsamen Veranstaltung ein.

Unter dem Thema „Mut zu gestalten – Kirche sein in den neuen pastoralen Einheiten“ geht es am Samstag, 4. Februar, um Fragen wie:

– Wie geht es in den zehn neuen Pastoralen Einheiten in der Stadt Köln weiter, nachdem deren Grenzen mit dem Projekt #ZusammenFinden festgelegt wurden?

– Welche Unterstützung wird vor Ort für die weitere Entwicklung der Strukturen, aber auch neuer Formen von Kirche-Sein und Kirche-Werden benötigt?

– Wie kommen wir aus dem Krisenmodus des Abbaus zu neuen Haltungen und Visionen, auch morgen noch unseren Glauben in Gemeinschaft leben zu können?

Die Veranstaltung findet im Erzbischöflichen Berufskolleg statt (Berrenrather Straße 121) und beginnt um 9 Uhr mit einem Begrüßungskaffee. Um 9.30 Uhr heißen Stadtdechant Msgr. Robert Kleine und der Vorsitzende des Katholikenausschusses, Gregor Stiels, die Anwesenden willkommen. Der weitere Vormittag dreht sich mit Florian Wallot aus der Hauptabteilung „Entwicklung Pastorale Einheiten“ und Frank Reintgen von der „Diözesanstelle Pastoraler Zukunftsweg“ um die Überlegungen für die weitere Entwicklung der Strukturen, aber auch um Fragen einer zukunftsorientierten Kirchenentwicklung. Ein Impulsvortrag des Soziallwissenschaftlers, Geistlichen Begleiters und Buchautors Dr. Andreas Kusch mit dem Titel „Im Hören auf Gott gemeinsam neue Wege gehen“ wird unter anderem die spirituelle Dimension der Kirchenkrise, aber auch des Weges zu neuen Haltungen und Visionen für ein gemeinsames und vielfältiges kirchliches Leben thematisieren.  

 

Eine Anmeldung ist mit Angabe Ihrer Pastoralen Eineit bis zum 27. Januar unbedingt erforderlich über den Katholikenausschuss: koeln@katholikenausschuss.de 

 

Die Einladung können Sie hier nachlesen.

 

Informationen zum Projekt #ZusammenFinden finden Sie hier.

 

Die geplanten Einheiten im Stadtdekanat Köln:

 

– St. Hubertus und Mariä Geburt + St. Clemens und Mauritius

– Hl. Familie + Dellbrück/Holweide

– Köln-Kalk/Humboldt/Gremberg + Deutz/Poll + St. Theodor und St. Elisabeth + Am Heumarer Dreieck + Brück/Merheim

– St. Maximilian Kolbe + Christus König + Porzer Rheinkirchen

– St. Agnes + St. Gereon + St. Aposteln + St. Mauritius und Herz Jesu + St. Severin + SB D

– Hl. Johannes XXIII. + St. Pankratius + Kreuz Köln-Nord

– St. Stephan + St. Franziskus + St. Pankratius + Sülz/Klettenberg

– Köln am Südkreuz + St. Joseph und Remigius + Hl. Drei Könige

– Bocklemünd/Mengenich und Vogelsang + Zu den Hl. Rochus, Dreikönigen und Bartholomäus + Ehrenfeld

– St. Dionysius + Mauenheim/Niehl/Weidenpesch + Nippes/Bilderstöckchen + St. Engelbert und St. Bonifatius

  

ACK Köln: Ökumenischer Gottesdienst mit anschließendem Neujahrsempfang (29. Januar)

17. Januar 2023; ksd

 

Köln. Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Köln (ACK) lädt am Sonntag, 29. Januar, zum ökumenischen Gottesdienst in die Friedenskirche der Baptisten mitten in Köln ein (Rheinaustraße 9-11). Beginn ist um 18 Uhr.

Es predigt zum Abschluss seiner aktiven ökumenischen Zeit in Köln Erzpriester Radu Constantin Miron, Vorsitzender der ACK in Deutschland. Im Nachgang zur Vollversammlung des ökumenischen Weltkirchenrates in Karlsruhe im vergangenen Jahr soll es auch darum gehen, wie es mit der Ökumene und anderen „brennenden christlichen Fragen der Zeit“ weitergeht. Entsprechend lehnt sich das Thema des Tages an das Leitwort der Vollversammlung – „Die Liebe Christi bewegt, versöhnt und eint die Welt“ – und lautet: Geliebt. „Versöhnt. Vereint?! Weltversammlung der christlichen Kirchen – und jetzt?“

 

Weitere Informationen im Flyer zur Veranstaltung.

 

www.oekumene-koeln.de

 

Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus (26. Januar): „Erinnern – eine Brücke für die Zukunft“

17. Januar 2023; ksd

 

Köln. Die sogenannte „Gleichschaltung der Medien“ steht im Mittelpunkt der Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus am Donnerstag, 26. Januar, in der AntoniterCityKirche (Schildergasse). Ein breites Bündnis aus Verrtretern der Kirchen und Religionen sowie aus Politik und Gesellschaft lädt unter dem Titel „Erinnern – eine Brücke für die Zukunft“ ein, der Befreiung des KZ Auschwitz-Birkenau am 27. Januar 1945 zu gedenken.

Die Gedenkstunde beginnt um 18 Uhr. Rednerinnen und Redner beziehungsweise Aufführende sind Oberbürgermeisterin Henriette Reker, Coach und Schauspielerin Maria Ammann, Regisseurin und Schauspielerin Renate Fuhrmann, Schauspieler Axel Gottschick sowie der Regisseur und Schauspieler Markus Andreas Klauk.

Im Anschluss findet ein Mahngang zum Vorplatz des Hauptbahnhofs statt. Dort wird Naciye Alpay vom Verein „Stiimmen der Solidarität – Mahnwache Köln“ sprechen.

 

Alle Infos auf dem Flyer zur Veranstaltung.

 

Gedenkstunde am Löwenbrunnen

 

Am Holocaust-Gedenktag – Freitag, 27. Januar – findet ab 12.30 Uhr die Gedenkstunde am Lern- und Gedenkort Jawne, Erich-Klibansky-Platz/Albertusstraße 26, statt. Die Gedenkstunde wird von der Synagogen-Gemeinde Köln, dem Stadtdekanat Köln sowie dem Evangelischen Kirchenverband Köln und Region in Verbindung mit dem Lern- und Gedenkort Jawne veranstaltet. In diesem Jahr werden neben Vertretern und Vertreterinnen dieser Institutionen und Bürgermeister Hans-Werner Bartsch Schülerinnen und Schüler aus Leverkusen, Neuss und Mechernich die Gedenkstunde mit Beiträgen gestalten.

Die Kindergedenkstätte Löwenbrunnen erinnert an die Deportation und Ermordung von mehr als 1100 jüdischen Kindern und Jugendlichen aus Köln während der Nazi-Zeit.

 

www.jawne.de

 

Dreikönigsempfang 2023: Klare Worte zur Krise der Kirche und zu gesellschaftlichen Problemen

10. Januar 2023; ksd

 

Köln. Klare Worte zur Vertrauens- und Glaubwürdigkeitskrise in der katholischen Kirche, zur aktuellen Lage im Erzbistum Köln und zu politisch-gesellschaftlichen Problemen: davon war der Dreikönigsempfang 2023 geprägt, zu dem traditionell der Katholikenausschuss in der Stadt Köln und das Katholische Stadtdekanat Köln Gäste aus der Stadtgesellschaft, aus Politik und Kirche, Institutionen und Verbänden sowie den Medien einladen. Sowohl Stadtdechant Msgr. Robert Kleine als auch der Vorsitzende des Katholikenausschusses, Gregor Stiels, und Oberbürgermeisterin Henriette Reker bezogen Position zu drängenden Problemen und aktuellen Fragen von der Kirchenkrise und dem Ukrainekrieg über den Klimawandel bis zum Wohnraummangel in der Domstadt. Erstmals fand die Veranstaltung im Erzbischöflichen Berufskolleg statt.

 

„Tiefe Risse, die durch unser Erzbistum gehen“

 

Die „enorme Glaubwürdigkeitskrise und der immense Vertrauensverlust“, den die katholische Kirche durch Verbrechen an Kindern und Jugendlichen sowie den Umgang mit Tätern „nicht erlitten, sondern selbstverschuldet hat“ nannte Kölns Stadtdechant Msgr. Robert Kleine als Hauptgrund für die weiterhin steigende Zahl von Kirchenaustritten. Die Austrittszahlen in der katholischen wie in der evangelischen Kirche in Köln werden für das Jahr 2022 auf ein neues Rekordniveau steigen, gab Kleine die aktuellen Berechnungen und Prognosen wieder.

Er zitierte aus den vergangenen Fastenhirtenbriefen des Kölner Erzbischofs, Kardinal Rainer Maria Woelki, um die Problematik zu verdeutlichen: „Und dann sind da tiefe Risse, die durch unser Erzbistum gehen. (…) (I)ch spüre sie jeden Tag: den Verdacht von Vertuschung im Kontext der Aufarbeitung von Machtmissbrauch, sexualisierter Gewalt und pädophilen Verbrechen. Den gravierenden Vertrauensverlust. Die fehlende Akzeptanz und die Frustration, weil wir in unserer pastoralen Entwicklung nicht so vorankommen, dass wir uns wirklich miteinander auf dem Weg wissen.“ (Fastenhirtenbrief 2021)

Ein Jahr später, nach der sechsmonatigen Auszeit des Erzbischofs, seien die Risse nicht geheilt gewesen. Kardinal Woelki habe im März 2022 nach eigenen Worten bei den Gläubigen wahrgenommen: „ Verunsicherung, Unverständnis, Misstrauen bis hin zur Ablehnung meiner Person sowie einer gewissen Sorge im Hinblick darauf, wie es bei uns im Erzbistum weitergehen wird.“ Woelki formulierte in seiner Diagnose: „Es tut mir leid, dass diese Zeit für viele Menschen in unserer Kirche eine so belastete Zeit ist. Und ich weiß und es schmerzt mich, dass auch ich für diese Situation Verantwortung trage.“ (Fastenhirtenbrief 2022)

Erfreulicherweise sei der Erzbischof über die Diagnose hinausgegangen und habe „selber Hinweise auf nötige Therapie-Schritte“ gegeben, als er vor einem Jahr auch schrieb: „Das betrifft Zusammenhänge von Beteiligung und Leitung, Möglichkeiten der pastoralen Entwicklung sowie notwendige Reformen in der Kirche bis hin zu systemischen Veränderungen, welche die Realitäten von sexuellem, geistlichem und strukturellem Missbrauch auch mir aufgeben.“ (Fastenhirtenbrief 2022) Und weiter: „Ja, ich weiß um den Missbrauch in seinen verschiedenen Dimensionen. Ich weiß um den ungenügenden Umgang damit, um Fehlverhalten von Verantwortlichen insgesamt und um Irritationen in der Kirche in Deutschland und der Weltkirche – bis hin zu einer reformbedürftigen Kommunikation und Verkündigung des Glaubens, die heute zu oft am Leben der Menschen vorbeigeht. Ich weiß, dass diese Zusammenhänge zum Kern dessen gehören, was aktuell viele Menschen in der Kirche bewegt und belastet, verzweifelt macht.“ (Fastenhirtenbrief 2022) – „Das ist eine klare Analyse und ein klarer Hinweis auf anzuwendende therapeutische Maßnahmen“, so Msgr. Kleine.

 

„Mütende“ Menschen und notwendiger Mut zu Reformen

 

Ein knappes Jahr später erlebt der Stadtdechant in vielen Gesprächen, Begegnungen und Anfragen an ihn „weiterhin starke und sich ausweitende Risse“, wie er berichtet. „Seit Jahren und Jahrzehnten kirchlich engagierte Menschen aus dem Inner Circle unserer Gemeinden ziehen sich resigniert zurück oder treten sogar aus der Kirche aus. Der Begriff ,mütendʻ macht die Runde in Gemeinden, Verbänden sowie unter kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern: müde und wütend zugleich.“

Als Gründe gibt Kleine wieder:

Weil Papst Franziskus seit zehn Monaten nicht über den angebotenen Rücktritt von Kardinal Woelki entscheide, „was in erster Linie für den Erzbischof, aber auch für die Menschen in unserem Erzbistum eine Zumutung ist“.

Weil monatlich Missbrauchsgutachten in deutschen Bistümern veröffentlicht werden, „die Fehlverhalten und Unterlassungen zutage bringen, aber sich keiner der darin benannten Verantwortlichen hinstellt, seine Fehler klar eingesteht sowie die Betroffenen um Entschuldigung bittet und danach persönliche Konsequenzen zieht“.

Weil die bereits im Jahr 2018 von der Deutschen Bischofskonferenz in Auftrag gegebene MHG-Studie zum sexuellen Missbrauch an Minderjährigen in der deutschen Kirche „klare Maßnahmen benannt hatte, die der Synodale Weg aufgegriffen und geprüft hat, die aber nicht von allen Synodalen, schon gar nicht von allen Bischöfen als sinnvoll, notwendig und heilsam anerkannt wurden und deshalb abgelehnt wurden“.

„Weil manche befürchten, der Weggang Tausender werde von einigen hingenommen quasi als Kollateralschaden auf dem Weg zu einer katholischen Kirche, die dann aber Abschied genommen hat von der Herde, bei der Jesus Christus dem einen verlorenen Schaf hinterhergeht…“

Weil nicht wenige Menschen den Eindruck hätten, „dass die Realität nicht wahrgenommen, der Ernst der Lage verkannt wird“, erläuterte Kleine seine Erfahrungen. „War schon Corona ein tiefer Einschnitt in das Leben unserer Gemeinden, so wirkt die anhaltende Glaubwürdigkeitskrise geradezu toxisch. Hier hilft nur ein starkes Gegenmittel: Transparenz gepaart mit Klarheit, Mut zu nötigen Reformen, Demut und Empathie, aber auch Glaubensfreude.“

 

Einsatz für Frieden und Menschenrechte

 

Der Kölner Stadtdechant blickte jedoch nicht nur auf die innerkirchlichen und bistumsinternen Vorgänge und Krisen, sondern lenkte – direkt zu Beginn seines Vortrages – den Blick auch auf die Menschen in der Ukraine und die von dort Geflüchteten, auf die Menschen, deren Leib und Leben, Freiheit und Rechte etwa in Afghanistan und im Iran sowie in manchen bei vielen Deutschen beliebten Urlausländern bedroht sind oder ihnen genommen werden. Darüber hinaus nahm er im Verlauf seiner Rede die Folgen der Energie- und wirtschaftlichen Krise für viele Menschen in den Blick und betonte die Verantwortung aller Bürgerinnen und Bürger sowie die Unterstützung der Kirche für die Demokratie und demokratische Grundordnung beziehungsweise das gesellschaftliche Miteinander.

„In der großen Politik müssen die Ukraine und das ukrainische Volk weiter moralisch, humanitär, finanziell und militärisch unterstützt werden, damit sie sich verteidigen können und der russische Aggressor, der Tod und unsägliches Leid über die Menschen bringt, der lebensnotwendige zivile Infrastruktur zerstört und die Kultur eines Landes auszulöschen versucht, zurückgedrängt werden kann“, sagte Kleine. Es gelte, die Menschen in der Ukraine weiterhin zu unterstützen, etwa mit Hilfslieferungen, aber auch mit Geldspenden, und „weiterhin die zu uns geflüchteten Männer, Frauen und Kinder willkommen zu heißen, ihnen die Möglichkeiten zu geben, die deutsche Sprache zu erlernen und so den Arbeitsmarkt für sie zu öffnen sowie die Kinder zu beschulen und zu begleiten“. Dies gelte jedoch für alle Geflüchteten: „Keine Geflüchteten erster und zweiter Klasse“, forderte der Stadtdechant unter großem Applaus.

Auch in der Domstadt gebe es Intoleranz, Rassismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit, sagte Kleine des Weiteren. „Es gibt auch in Köln Querdenker und bestimmt auch einige Reichsbürger, Geschichtsverfälscher und Wahrheitsverdreher, politische Scharlatane und Islamisten, brutale Fußballfans und gewaltbereite Extremisten. Gegen all diese Gefahren und Gefährder unserer Demokratie und unserer demokratischen Grundordnung müssen wir gemeinsam aufstehen!“

Wenn zudem Einsatzkräfte von Polizei, Hilfsdiensten und Feuerwehr an ihrem Einsatz für andere gehindert würden, wenn ihre Unversehrtheit und sogar ihr Leben gefährdet würden, „dann kann uns das nicht ruhig schlafen lassen“, betonte der Stadtdechant. „Dann müssen Politik, Stadtgesellschaft und auch die Religionen diesen antidemokratischen Kräften und Entwicklungen zusammen die Rote Karte zeigen.“

Weiterhin und weiteren Anlass zur Sorge gäben der Wohnungsmarkt, die Bereitstellung von Kita- und Schulplätzen sowie die Situation der Wohnungslosen. Hinzugekommen seien vor allem in Folge des Ukrainekrieges die Herausforderungen, denen sich viele Familien und Alleinstehende gegenübersehen: gestiegene Energiekosten, hohe Lebensmittelpreise, wachsende Inflation sowie steigende Nachfragen bei den Lebensmittelausgaben und Tafeln. „Als Kirche sind wir weiterhin bereit, wo möglich, unseren Beitrag zur Bewältigung oder Abfederung dieser Herausforderungen zu leisten“, versprach der Kölner Stadtdechant.

 

Keine billige Vertröstung, sondern Ansporn zum Handeln

 

Mit Blick auf die gerade erst gehörte Weihnachtsbotschaft und den Ausblick auf das neue Jahr sagte Kleine: „Friede den Menschen auf Erden! Das verheißen die Engel in der Heiligen Nacht. – Und in Europa herrscht Krieg.“ „Als sie den Stern sahen, wurden sie von großer Freude erfüllt“, heiße es von den Heiligen Drei Königen. – „Und wir erleben Energiekrise, Klimakrise, Kirchenkrise. Frohe Weihnachten? Frohes neues Jahr?“

Im Johannes-Evangelium am ersten Weihnachtsfeiertag heiße es: „Und das Licht leuchtet in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht erfasst.“ Msgr. Kleine: „Das ist unser Glaube: An Weihnachten ist Gott einer von uns geworden im Kind von Bethlehem. In diesem Jesus kam das Licht in die Welt. Es sind dadurch nicht alle Dunkelheiten verschwunden; es gibt weiterhin Leid, Ängste, Gewalt, Egoismus, Unwahrhaftigkeit, Machtstreben und Krieg. Aber all das hat nicht das letzte Wort. – Und das ist keine billige Vertröstung, sondern Ansporn zum aktiven Handeln!“ Sein Appell an die rund 150 Gäste: „Denn wir selber können da, wo wir leben und arbeiten, durch tätige Nächstenliebe in Wort und Tat, durch Mut zur Wahrhaftigkeit, durch Zeichen der Versöhnung, durch ausgestreckte Hände und offene Herzen die Welt im Kleinen ein wenig heller machen. Wir machen die Welt zwar nur ein bisschen heller, aber sie wird heller.“

 

„Gemeinsame Bewältigung von Krisen müsste ganz oben auf der Agenda stehen“

 

Gregor Stiels, der Vorsitzende des Katholikenausschusses in der Stadt Köln, dankte dem Stadtdechanten zu Beginn seiner eigenen Rede für dessen klare Worte und Haltungen in den Krisenjahren. Auch er lenkte den Blick über die innerkirchlichen und binnendiözesanen Krisen hinaus auf die globalen Herausforderungen wie den Ukrainekrieg und seine Folgen, die Corona- und Klimakrise sowie die Energiekrise.

Angesichts all dieser Probleme „kommt die Vertrauens- und Glaubwürdigkeitskrise, die wir nun schon seit mehreren Jahren in unserem Erzbistum haben, zur Unzeit“, betonte Stiels. „Diese Krise kommt allerdings nicht von außen und hat sich schicksalhaft ergeben, sie wird zu großen Teilen von der Bistumsleitung und insbesondere von unserem Kardinal verantwortet.“

Stiels weiter: „Wie wichtig wäre es, im Angesicht der genannten Krisen mit vereinten Kräften und voller Energie zu reagieren: Menschen, die einsam, verzweifelt, voller Sorge sind, zuhören, helfen und die hoffnungsfrohe Botschaft unseres Glaubens bringen; Menschen in Krankheit und Sterben begleiten, den Angehörigen Trost spenden; Geflüchtete mit offenen Armen und Herzen empfangen; Kriegen begegnen, Frieden stiften; Ideen entwickeln, wie wir unsere Schöpfung bewahren können.“ Seine klare Haltung: „Eine gemeinsame Bewältigung dieser Themen müssten doch ganz oben auf unserer Agenda stehen!“

 

„Untragbare Belastung“


Er sei dankbar, dass viele Gemeinden und katholische Verbände sich dieser Themen angenommen hätten „und mit viel Einsatz, Erfahrung und Fachexpertise täglich daran arbeiten“, so der im vergangenen Jahr wiedergewählte Vorsitzende des Katholikenausschusses. Als Beispiele nannte Stiels die Caritas, den Sozialdienst Katholischer Männer, den Sozialdienst katholischer Frauen, den katholischen Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit „IN VIA“, die Katholische Jugendagentur, den Malteser Hilfsdienst und die „Aktion Neue Nachbarn“, die sich für die Integration Geflüchteter einsetzt.

„Wie wichtig wäre es, diese Themen anzugehen, mit einer führungsstarken, glaubwürdigen und vertrauensvollen Bistumsleitung“, fragte Stiels. „Stattdessen müssen wir uns immer und immer wieder mit uns selbst beschäftigen, mit einem Kardinal, der Vertrauen und Glaubwürdigkeit nachhaltig verloren hat und mit eidesstattlichen Erklärungen versucht, Glaubwürdigkeit wiederherzustellen.“

Dabei werde es immer mehr „zu einer untragbaren Belastung, dass der Vatikan über die Zukunft des Kardinals im Erzbistum Köln nicht entscheiden kann oder entscheiden möchte“, betonte Stiels.

 

Fehlende Veränderungen und mangelnder Dialog

 

Wesentliche positive Veränderungen seien seit der Rückkehr von Kardinal Woelki aus seiner Auszeit Anfang März 2022 nicht zu verzeichnen, kritisierte der Vertreter der Kölner Katholikinnen und Katholiken. „Im Gegenteil: Zunehmend ist der Kardinal bei Veranstaltungen und Ereignissen nicht mehr erwünscht, wie zuletzt bei der ökumenischen Vesper zu Beginn des neuen Kirchenjahrs oder bei der Proklamation des Kölner Dreigestirns.“

Bei seiner Rückkehr im März habe Woelki von Erkenntnissen gesprochen und davon, dass er persönlichen Anteil an der Glaubwürdigkeits- und Vertrauenskrise habe. „Was sind denn seine Schlussfolgerungen daraus?“, fragte Stiels. Und weiter: „Kardinal Woelki wollte in einen neuen Dialog mit den Gläubigen eintreten. Wo sind denn die Früchte dieses Dialogs? Kardinal Woelki sprach von einem neuen Blick, den er auf die Situation in unserem Erzbistum hat. Was ist das für ein Blick und was verändert sich dadurch?“

Leider sei es so, „dass zehn Monate nach seiner Rückkehr aus der verordneten Auszeit spürbare Veränderungen im Handeln und Wirken des Kardinals fehlen“, bemängelte Stiels. Ein „trauriges Beispiel“ dafür sei sein Verhalten beim Synodalen Weg – „wie auch das Abstimmungsverhalten der Bistumsleitung insgesamt“, erläuterte der Vorsitzende des Katholikenausschusses weiter. „Dass sich viele Gläubige Veränderungen bei den Themen ,Frauen in Diensten und Ämtern der Kircheʻ, ,Sexualität und Sexualmoralʻ oder ,Synodalitätʻ wünschen, sollte auch Kardinal Woelki bekannt sein“, meinte Stiels. „Dass er solche Veränderungen aus dogmatischen Gründen ablehnt, ist schwer zu vermitteln, wenn auch als Bischof sein gutes Recht. Doch bis heute nehme ich von seiner Seite keinen konstruktiven Diskurs und keinen offenen, ehrlichen Dialog wahr – und auch kein Verstehen anderer Positionen und Überdenken der eigenen.“

 

„Kirchen dürfen nicht aus der Mitte der Gesellschaft verschwinden“

 

Er wolle noch einmal in Erinnerung rufen, „dass dieser Synodale Weg von der Deutschen Bischofskonferenz als unmittelbare Reaktion auf die MHG-Studie initiiert wurde“, betonte Stiels. „ Es geht also nicht um Kleinigkeiten!“ Es gehe um nichts weniger, als darum, den strukturell möglichen Machtmissbrauch in der katholischen Kirche zu verhindern, der mit der MHG-Studie beschrieben wurde. Der Synodale Weg in Deutschland suche nach Lösungen – „unsere Bistumsleitung verweigert sich diesen Lösungen“, lautete die Kritik des Vorsitzenden des Katholikenausschusses. „ Es gibt bei den Gläubigen zurecht die Erwartung, dass es in dieser Frage kein Ausharren und Aussitzen geben darf. Zum Abschluss des Synodalen Weges im April erwarte ich von der Kölner Bistumsleitung ein offenes und transparentes Vorgehen und ein ehrliches Bemühen, den strukturellen Missbrauch zu verhindern.“

Ungeachtet dessen, ob und wie die Kardinalfrage entschieden werde, „werden wir uns als Kirche in Köln verändern müssen“, erklärte Stiels. Das mache nicht zuletzt die Tatsache deutlich, dass von den bislang 35 Seelsorgebereichen in Köln ab September dieses Jahres nur zehn Pastorale Einheiten übrig bleiben sollen. „Dazu jagt seit zwei Jahren eine Rekordzahl von Kirchenaustritten die nächste“ , so Stiels weiter. „Den sogenannten ,Volkskatholizismusʻ gibt es nicht mehr.“

Alle sollten aber ein Interesse daran haben, „dass die Kirchen nicht aus der Mitte unserer Gesellschaft verschwinden“, appellierte Stiels an die Gäste. „Wie schaffen wir das? 1. Wir wollen mit Offenheit und Vertrauen die zehn neuen Einheiten in Köln dabei begleiten, selbst ihren Weg zur finden, wie sie zukünftig ihr Gemeinde- und Glaubensleben vor Ort gestalten.“ Einen ersten Aufschlag dazu werde es im Erzbischöflichen Berufskolleg am 4. Februar in einer gemeinsamen Veranstaltung von Stadtdekanat und Katholikenausschuss geben: „Mut zu gestalten – Kirche sein in den neuen Pastoralen Einheiten“ lautet der Titel der Tagesveranstaltung (10 bis 16 Uhr).

Stiels gab weitere Antworten auf die Frage „Wie schaffen wir das?“: „Immer weniger Menschen kommen in die Kirche, also muss die Kirche zu den Menschen gehen. Wir dürfen uns als Kirche nicht verbarrikadieren, eine Wagenburg gegen den ,bösen Zeitgeistʻ aufbauen. Auch in den aktuellen Krisen gibt uns die frohe Botschaft Antworten und Handlungsmöglichkeiten an die Hand, für deren gesellschaftliche Relevanz wir einstehen und bei den Menschen werben wollen.“

 

Ökumenische Gemeindepartnerschaften sollen entstehen

 

Nicht zuletzt wolle man dafür sorgen, „dass im wahrsten Sinne des Wortes die Kirche im Dorf bleibt, also nicht aus der Mitte unserer Veedel verschwindet“, so Stiels. „Ich bin mir sicher, dass in den nächsten zehn Jahren viele Kirchen und Kirchorte geschlossen und aufgegeben werden müssen. Das wird ein schmerzhafter Prozess, der gut begleitet werden muss. Und den wir vor allem mit unseren Geschwistern in der evangelischen Kirche gemeinsam angehen müssen. Damit in jedem Veedel den Gläubigen ein Ort zum Treffen und Feiern bleibt, wollen wir ökumenische Gemeindepartnerschaften gezielt forcieren.“ In Arbeitstreffen mit Stadtsuperintendent Dr. Bernhard Seiger sei dieses Thema bereits auf die Tagesordnung gesetzt worden.

Unabhängig davon, wie in der Kardinalfrage entschieden werde: „Lassen Sie uns mutig und klar nach vorne blicken, lassen Sie uns Kirche vor Ort gestalten, lassen Sie uns offen und einladend sein!“, so Stiels' Schluss-Appell und erneute Einladung zur Veranstaltung „Mut zu gestalten – Kirche sein in den neuen Pastoralen Einheiten.“ (Weitere Informationen dazu erfolgen in Kürze.)

 

Oberbürgermeisterin Reker wünscht sich Neuanfang fürs Erzbistum Köln

 

Auch Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker nahm in ihrer Rede Bezug auf die Situation im Erzbistum Köln: „Ich bin ja immer der Meinung, man sollte es für sich persönlich schaffen, die Grundsätze unseres Glaubens und die Situation der Organisation der Kirche zu trennen von den Menschen, die besonders viel Einfluss haben.“ Sie zeigte sich als Fan von Papst Franziskus: „Ich sage immer: Wenn der liebe Gott so ist wie der Papst, kann uns nichts passieren.“ Warum die Klärung der Lage im Erzbistum Köln im Vatikan nicht vorangehe, „mag auch organisatorische Gründe haben“, so Reker. „Aber ich vertraue nach wie vor darauf, dass es auch hier zu Lösungen kommt, die dann unser Erzbistum auch wirklich wieder in einem Neuanfang unterstützen können.“

Ein Versprechen gab Reker den versammelten Gästen stellvertretend für die Stadtgesellschaft und ihre Gäste: Bis Ostern sollen die Leuchtkörper, die den Kölner Dom, das Wahrzeichen der Stadt, anstrahlen gegen energieeffiziente Leuchtmittel ausgetauscht sein. Mit dem Austausch sei bereits um die Weihnachtszeit begonnen worden, daher sei es auch leider nicht möglich gewesen, den Dom für die Weihnachtsfeiertage wieder anzustrahlen. „Ich bin sehr froh, dass am Dreikönigstag schon das Westportal erstrahlte“, sagte Reker. Um die Osterzeit soll der Dom dann nachts wieder für alle zu erkennen sein, denn sie höre auch von Gästen oft, dass sie nicht verstünden, warum die Kathedrale nachts im Dunkeln liegt. Auf die neue Beleuchtung freut sich Reker bereits: „Wir hängen ja alle daran, dieses Bild zu sehen, wenn wir den Rhein überqueren“, betonte die Kölner Oberbürgermeisterin.

 

Die gesamte Rede von Stadtdechant Msgr. Robert Kleine können Sie hier nachlesen.

 

Die gesamte Rede von Gregor Stiels, dem Vorsitzenden des Katholikenausschusses in der Stadt Köln, können Sie hier nachlesen.

 

Weitere Informationen zum Katholikenausschuss unter www.katholikenausschuss.de

  

Stadtdekanat Köln unterstützt Appell und Forderung nach Absage von Roger-Wates-Konzert

22. Dezember 2022; ksd

Köln. Am 9. Mai 2023 soll der Pink-Floyd-Mitgründer und heutige Solo-Künstler Roger Wates in der Kölner Lanxess-Arena auftreten. Wegen „explizit antisemitischer Handlungen und Aussagen“ fordert die Kölnische Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit die Absage des Konzertes. Ihr Vorsitzender, Professor Dr. Jürgen Wilhelm, hat sich in einem offenen Brief an Arena-Geschäftsführer Stefan Löcher gewandt. Das Stadtdekanat Köln mit Stadtdechant Msgr. Robert Kleine unterstützt den Aufruf der Kölnischen Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit. Auch die Synagogen-Gemeinde Köln fordert die Absage.

Wilhelm schreibt in seinem Brief, „dass der Künstler seine Medienpräsenz und seine Bühnenauftritte dafür nutzt, seine kruden und judenfeindlichen Verschwörungstheorien unter die Leute zu bringen“. Waters sei seit vielen Jahren aktiver Unterstützer der Israel-Boykottbewegung BDS. „So fiel er durch besonders martialische Auftritte und Hetze gegen Juden und Israel bei seinen Konzertauftritten auf, indem er zum Beispiel ein mit einem Davidstern markiertes Schwein auf die Bühne projizieren ließ und dieses dann symbolisch mit dem Imitat eines Maschinengewehrs ,abschoss' “ , so Wilheilm weiter.

Das Konzert am 9. Mai abzusagen, „würde nicht nur bedeuten, ein wichtiges Zeichen zu setzen und sich in die Reihe derer zu stellen, die sich klar gegen Antisemitismus positionieren und ihren Worten auch Taten folgen lassen“, heißt es im Brief der Kölnischen Gesellschaft. „Menschen wie Roger Waters keine Plattform zu bieten, würde bedeuten, einem Antisemitis-mus den Nährboden zu entziehen, der nicht nur auf einer abstrakten Ebenen zu verurteilen ist, sondern der ganz konkret eine Gefahr für Juden in Deutschland darstellt.“

Die Lanxess-Arena hat laut dem Magazin „Rolling Stone“ bislang darauf verwiesen, dass eine Absage nicht in ihrer Hand liege.

 

Den offenen Brief der Kölnischen Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit lesen Sie hier.

 

www.koelnische-gesellschaft.de

 

www.sgk.de

 

Schule als Lebensraum: Zertifikate für künftige Gruppenleitungen in der Offenen Ganztagsbetreuung verliehen

12. Dezember 2022; ksd

 

Köln. „Sie machen die Schule für die Kinder zu einem Stück Heimat!“ Mit diesem Lob dankte Gabriele Hammelrath, von 2012 bis zum Mai dieses Jahres schul- und wissenschaftspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im nordrhein-westfälischen Landtag, den Absolventinnen und Absolventen des „SchulTag-Gruppenleitungskurs 15“ für Fachkräfte in der Offenen Ganztagsbetreuung. Rund zwei Jahre lang haben die 15 zukünftigen Gruppenleiter:innen berufsbegleitend und unter den schwierigen Bedingungen der Corona-Zeit die Fortbildung absolviert. Jetzt erhielten sie zum Abschluss ihre Zertifikate in feierlichem Rahmen im Katholischen Bildungswerk Köln.

„Sie tun viel für die Kinder“, so Hammelrath an die Absolvent:innen der Fortbildung. Sie habe große Hochachtung vor der Leistung der Frauen und Männer, die sich während des Kurses neben ihrem eigenen Leben und Beruf sowie zahlreichen Verpflichtungen intensiv mit den Inhalten und durchaus auch mit persönlich herausfordernden Themen auseinandergesetzt hätten. Zu ihrem Mut und Entschluss, Verantwortung zu übernehmen, auch für ihre Kolleginnen und Kollegen an den Schulen, gratulierte die Diplom-Pädagogin den Frauen und Männern.

„Schule verändert sich zum Positiven, weil Sie dort arbeiten“, betonte Gabriele Hammelrath, die vor ihrer Abgeordnetentätigkeit lange Jahre die Kölner Volkshochschule geleitet hatte. „Sie sind auch ein Stück weit Anwältinnen und Anwälte der Kinder. Da werden Grundsteine für das spätere Leben gelegt.“ Die Arbeit an den Offenen Ganztagsschulen sei auch ein Dienst an der Gesellschaft, betonte Hammelrath.

 

„Kinder sollen sich ganz entfalten können“

 

Seit fast 20 Jahren gibt es die zertifizierte Weiterbildung „SchulTag“ im Erzbistum Köln, erinnerte Dr. Peter Scharr, der Pädagogische Leiter des Katholischen Bildungswerks der Erzdiözese Köln. Institutionen der Erwachsenenbildung und der Jugendhilfe sowie die Verwaltung des Erzbistums hatten sich seinerzeit zusammengeschlossen, um ein qualifiziertes und qualifizierendes Angebot für den Offenen Ganztag zu entwickeln. Dazu gehören Einheiten zur Organisation und zur pädagogischen Gestaltung der Ganztagsbetreuung sowie zu sozialer Kompetenz und Kooperation. Im Aufbaukurs können sich Absolvent:innen für die Gruppenleitung qualifizieren und die Fortbildung „SchulTag Plus“ richtet sich an die Einrichtungsleitung sowie weitere Leitungs- und Betreuungskräfte.

Das Kind stehe im Mittelpunkt, gleichzeitig bilden die Gruppenleiter:innen die Schnittstelle zu Eltern und anderen Lehrkräften sowie den Schulträgern. Scharr ließ keinen Zweifel daran, dass die Arbeit und Betreuung in den Offenen Ganztagsschulen immer wichtiger werde und dass die Kirche Bildungsarbeit sowie das Engagement für gute Rahmenbedingungen als eine ihrer Kernaufgaben sieht. „ Erziehen heißt: das Leben begleiten, mit Anspruch und mit Leidenschaft“, zitierte er Papst Franziskus.

Viele Kinder haben einen besonderen Betreuungsbedarf, der über die Berufstätigkeit beider Eltern in Voll- oder Teilzeit hinausgeht. Fluchterfahrung, Inklusion, Umgang mit Diversität und Verhaltensauffälligkeiten nannte Scharr als Beispiele. Mädchen und Jungen sollen „Instrumente und Werkzeuge finden, um ihre Intelligenz, ihren Willen und alle ihre Fähigkeiten zur Entfaltung zu bringen“, erläuterte Dr. Peter Scharr das Ziel des kirchlichen Engagements in der Offenen Ganztagsbetreuung. „Die Kinder sollen die Chance bekommen, sich ganz zu entfalten und alles auszufüllen, was ihnen als Menschen möglich ist.“

 

Im Erzbistum Köln bieten alle Katholischen Bildungswerke, Bildungsforen und Familienbildungsstätten die Qualifizierung „SchulTag“ an. Informationen gibt es unter www.schultag.info 

 

Für den nächsten Gruppenleitungskurs in Köln, der am 3. Februar 2023 beginnt, sind noch Plätze frei. Informationen gibt es unter www.bildungswerk-koeln.de sowie unter Telefon 0221 92584750.

 

„Stillstand ist nicht kirchlich und nicht christlich“: Stadtdechant und kfd-Diözesanpräses Robert Kleine mit Appell und Hoffnungsbotschaft

2. Dezember 2022; ksd

Köln. „Eindeutigkeit. Keine faulen Kompromisse. Kein Herumeiern. Zur Wahrheit stehen. Die Wahrheit sagen. Glaubwürdigkeit. Authentizität. Nicht zu schauen, wie komme ich dadurch, wie komme ich da raus. Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein.“ Diese Werte, abgeleitet aus verschiedenen Worten Jesu Christi, stellte Kölns Stadtdechant Msgr. Robert Kleine, der auch Diözesanpräses der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) ist – des größten kirchlichen Verbandes –, an den Anfang seiner Predigt in der diesjährigen Jahresschlussmesse der kfd im Kölner Dom.

In den vielen Krisen dieser Zeit können Gotteswort und Jesu Botschaft „Fürchtet euch nicht, habt Vertrauen“ ermutigen und stärken. Angesichts von Corona-Krise, Ukraine-Krise, Energiekrise, Klimakrise und der Glaubwürdigkeitskrise in der Kirche können Glaube und Gemeinschaft ein Fundament bilden, das durch die Stürme des Lebens trägt, so Kleine. Die Zusage, dass alle Dunkelheiten das Licht, das mit Christus in die Welt gekommen ist, nicht übermannen können, „ist eine Zusage seit 2000 Jahren und sie gilt – so dürfen wir glauben – in Ewigkeit“, sagte der kfd-Diözesanpräses.

 

„Gehen ist eine Grundbewegung der Glaubenden“

 

Für jede Einzelne und jeden Einzelnen wie für die gesamte Kirche gelte es, immer wieder aufzubrechen, genau hinzuhören und sich für die Botschaft zu öffnen. „Gehen ist quasi eine Grundbewegung der Glaubenden“, so Kleine weiter. „Das Zweite Vatikanische Konzil sagt: die Kirche ist das pilgernde Gottesvolk. Stillstand ist nicht kirchlich und nicht christlich.“ Als Verband, als Gesellschaft und als Kirche gelte es, zunächst einmal bereit zu sein, zuzuhören und genau hinzuhören: „Wer Ohren hat, der höre.“

Nicht nur offen sein und offene Ohren haben, sondern auch offene Hände und ein offenes Herz zu haben, „in Solidarität, gerade in diesen Zeiten der Krise, füreinander einzustehen und füreinander da zu sein“: darauf kommt es für jede Einzelne und jeden Einzelnen an, so Kleine, aber auch für die Frauengemeinschaft als Verband, für die Gemeinden und die Kirche als Ganzes sowie für die Gesellschaft.

 

„Verkündet etwas von dem, was euch bewegt, was euch belebt“

 

Wer das tut, kann auch das nächste Wort Jesu umsetzen, sein geistliches Vermächtnis: „Bleibt in meiner Liebe.“ Aktuell könne das auch bedeuten, treu dabei zu bleiben und nicht aus der Kirche auszutreten, sagte der Stadtdechant und kfd-Präses, der in der Vergangenheit mehrfach auch Verständnis für Menschen geäußert hatte, die aus der Kirche austreten. Doch seine Hoffnung überwiegt: „Bleiben, halten, auch aushalten. Dabeibleiben. Dann können wir vielleicht auch mit neuer Kraft gemeinsam dem folgen, was das letzte Zitat Jesu war: ,Geht hinaus in die ganze Welt und verkündet das Evangelium der ganzen Schöpfung.‘ Geht hinaus! Es ist der Auftrag an die Kirche, an Frauen und Männer, an die kfd, an eine jede und jeden von uns. Geht hinaus – verkündet etwas von dem, was euch bewegt, was euch belebt, was ihr erfahren habt an Glaube, an guten Dingen. In all den Dunkelheiten können wir doch darauf vertrauen, dass keine Krise das Licht überwinden kann, das in Jesus Christus gekommen ist!“

In der Kirche seien Verbrechen geschehen. Es möge Unwahrheit und Unaufrichtigkeit gegeben haben oder auch noch geben, sagte Msgr. Robert Kleine, ohne all das relativieren zu wollen, was er immer wieder auch scharf verurteilt hat und verurteilt. „Aber die Strahlkraft des Evangeliums können wir, kann niemand verdunkeln. Versuchen wir, versuchen Sie durch Ihr Leben und Ihr Hören und Ihr Sprechen und Ihr Dabeisein, ein wenig von dieser Strahlkraft Jesu Christi neu in unserer Kirche, in unserem Bistum, in unseren Gemeinden, Seelsorgebereichen und neuen pastoralen Räumen deutlich zu machen“ , appellierte er an die kfd-Frauen im Dom sowie an die über DOMRADIO.DE zugeschalteten Frauen und Männer im Erzbistum Köln.

 

www.kfd-koeln.de

 

Den ganzen Gottesdienst können Sie hier abrufen.

 

Ökumenische Andacht für Sternenkinder (11. Dezember)

1. Dezember 2022; ksd

Köln. Am zweiten Sonntag im Dezember gedenken weltweit Angehörige ihrer verstorbenen Kinder. Sie sind eingeladen, am 11. Dezember abends um 19 Uhr eine Kerze für verstorbene Kinder in Ihr Fenster zu stellen. Durch die Zeitverschiebung von jeweils einer Stunde erlöschen die Kerzen in einer Zeitzone und werden in der nächsten entzündet. Dadurch entsteht der Eindruck einer Lichterwelle, die in 24 Stunden einmal um die gesamte Erde wandert.

Ebenfalls um 19 Uhr beginnt die ökumenische Lichterfeier in der Kirche Hl. Johannes XXIII. in Chorweiler (Pariser Platz). Eingeladen sind besonders verwaiste Eltern, trauernde Geschwister sowie Freundinnen und Freunde der Verstorbenen, des Weiteren alle Menschen, die an dieser
Gedenkfeier teilnehmen möchten.

 

einsternenkind.wordpress.com

„Das Schreiben hat mich hierhergebracht“: Vor 50 Jahren erhielt Heinrich Böll den Literaturnobelpreis – Ein Rückblick auf sein Werk (15. Dezember)

30. November 2022; ksd

Köln (bw). Heinrich Böll war einer der bedeutendsten und politischsten deutschen Schriftsteller. 1972 erhielt der Kölner den Literaturnobelpreis. In Erinnerung an diesen Anlass findet am Donnerstag, 15. Dezember, um 19.30 Uhr im DOMFORUM ein Abend für Heinrich Böll statt. Er steht unter dem Leitwort: „Das Schreiben hat mich hierhergebracht.“

An diesem Abend wird der Böll-Kenner Professor Dr. Ralf Schnell einen kurzen Überblick über das Schaffen Heinrich Bölls (1917-1985) geben mit einem besonderem Blick auf die verschiedenen literarischen Gattungen, in denen sich Böll bewegte. Ralf Schnell ist Germanist und Sprecher der Herausgebergruppe der Kölner Ausgabe der Werke Heinrich Bölls.
Die Textbeispiele werden von der vor allem aus dem Fernsehen bekannten Schauspielerin Kerstin Thielemann rezitiert. Durch den Abend führt Johannes Schröer, stellvertretender Chefredakteur von DOMRADIO.DE.

 

Eintritt: 8 Euro: Tickets über www.bildungswerk-koeln.de

Etwaige Restkarten an der Abendkasse.

Blutspende-Aktion im DOMFORUM am 15. Dezember

29. November 2022; ksd

 

Köln (df). Eine ehemalige Mitarbeiterin des DOMFORUMs und engagierte Ehrenamtliche in St. Gereon sowie in der Kölner Bahnhofsmission wurde vor einigen Wochen Opfer eines schweren Unfalls mit weitreichenden Folgen. Bluttransfusionen hielten sie im Leben und ihre Antwort auf die Frage, wie ihre ehemaligen Kolleginnen und Kollegen helfen könnten, war: „Blut spenden!“ – und so wird ihrem Wunsch am Donnerstag, 15. Dezember, von 9.30 bis 13.30 Uhr entsprochen. Mitarbeitende des Deutschen Roten Kreuzes, Blutspendedienst West, nehmen die Abnahme vor.

Reservieren Sie sich einen Termin zum Blutspenden unter: https://terminreservierung.blutspendedienst-west.de/u/domforum

 

Orange Days: Gegen Gewalt an Frauen (bis 10. Dezember)

18. November 2022; ksd

 

Köln. Am Freitag, 25. November, lädt ein Bündnis aus Christinnen, Musliminnen und Bahá‘í ein zum Interreligiösen Abendgebet in St. Ursula (Ursulaplatz). Anlass ist der Internationale Gedenktag gegen Gewalt an Frauen. Beginn ist um 18 Uhr.

 

Hier können Sie das Info-Plakat herunterladen.

 

Vom 25. November bis zum 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, finden nicht nur in Köln, sondern weltweit die „Orange Days“ statt. Ziel ist es, auf das Problem aufmerksam zu machen und für die vielfältigen Formen von Gewalt gegen Frauen sensibel zu machen. Unter #koelngegengewaltanfrauen wird dazu eingeladen, sich in den Sozialen Medien an der Aktion zu beteiligen.

 

Eine Auswahl von Veranstaltungen:

 

Ausstellung „ANGST trifft MUT“
23. November bis 10. Dezember, Öffnungszeiten: Mi-Sa, 10-22 Uhr; So 10-20 Uhr
Toré im Kulturbunker Mülheim


Aktion des Arbeitskreises „Gegen Gewalt an Frauen“ und der Kölner Frauenserviceclubs
„Wann setzt DU ein Zeichen?“
Freitag, 25. November, 15-18 Uhr
Schildergasse am Bierbrunnen


Infoveranstaltung Paula e. V.
„Wenn die Erinnerungen wieder kommen – Traumareaktivierung“
Dienstag, 29. November, 17-20 Uhr
Alte Feuerwache, Großes Forum

 

Infoveranstaltung AWO Köln e. V. + FrauenLeben e. V. Köln
„Auch du kannst ein Zeichen setzen! – Häusliche Gewalt erkennen, unterstützen, handeln“
Donnerstag, 1. Dezember, 19-20.30 Uhr
IN VIA Zentrum, Kapitelsaal

 

Die Infokarte mit den Veranstaltungen kann hier heruntergeladen werden. Das Plakat dazu hier.

  

Konzert für die Patronin Europas Edith Stein: „Stern über Europa“ in St. Mariä Himmelfahrt (24. November)

16. November 2022; ksd

 

Die internationale Konzerttournee „Stern über Europa“ („Star of Europe“) ist eine Reise durch polnische, deutsche, niederländische und französische Städte, die mit Edith Stein, der heiligen Teresia Benedicta vom Kreuz und Schutzpatronin Europas, verbunden sind. „Die Konzerte ermöglichen es, die Schönheit der von biblischen Texten inspirierten Musik zu erleben“, schreiben die Veranstalter, das Nationalforum der Musik in Breslau. Am Mittwoch, 23. November, findet die Tournee ihren feierlichen Abschluss am Donnerstag, 24. November, in St. Mariä Himmelfahrt (Marzellenstraße).

In Köln trat die deutsch-jüdische Philosophin und Frauenrechtlerin Edith Stein in den katholischen Karmel ein und wurde zur Ordensfrau Teresia Benedicta vom Kreuz. Sie starb vor 80 Jahren im KZ Auschwitz-Birkenau. 

 

Aufführende:

Andrzej Kosendiak – Dirigent

Wrocław Baroque Ensemble: 

Aldona Bartnik, Aleksandra Turalska – Sopranistinnen

Daniel Elgersma – Kontratenor 

Maciej Gocman, Florian Cramer – Tenöre

Tomáš Král – Bass 

Julia Karpeta – Viola da gamba 

Krzysztof Karpeta – Violone 

Přemysl Vacek – Theorbe

Marta Niedźwiecka – Orgelpositiv

NFM-Chor

Lionel Sow – künstlerische Leitung des NFM-Chores

 

Programm:

J. de Sainte-Colombe XLIV Concert à deux violes esgales „Tombeau Les Regrets”: Les pleurs    

Ł. Urbaniak De profundis   

J.S. Bach Die Kunst der Fuge BWV 1080: Contrapunctus I   

C. Monteverdi Vespro della Beata Vergine SV 206: Pulchra es

B. Pradal Miserere   

F. Couperin Troisième leçon de ténèbres 

H. Schütz Vulnerasti cor meum SWV 64 

M. Zieleński Vox in Rama   

G. Allegri Miserere mei, Deus   

C. Monteverdi Vespro della Beata Vergine SV 206: Nigra sum

J.S. Bach Die Kunst der Fuge BWV 1080: Contrapunctus II   

M.T. Łukaszewski De profundis   

J. de Sainte-Colombe XLIV Concert à deux violes esgales „Tombeau Les Regrets”: Les pleurs

 

Auf Beschluss des Stadtrats von Wrocław (Breslau) wurde das Jahr 2022, in dem sich der Todestag der heiligen Teresia Benedicta vom Kreuz zum 80. Mal jährte, zum Jahr der Edith Stein erklärt. Die Veranstaltungen, die in dieser Zeit stattfinden, sollen an diese große Breslauerin, Heilige der katholischen Kirche, Schutzpatronin Europas, eine der größten Denkerinnen des 20. Jahrhunderts und Opfer des totalitären deutschen Naziregimes erinnern und sie einem breiten Publikum näher bringen. Das Vermächtnis von Edith Stein wird seit über 30 Jahren von der Edith-Stein-Gesellschaft in Wrocław bewahrt, die ihren Sitz im Haus der Familie der Heiligen in der Nowowiejska-Straße hat.

Die Feierlichkeiten zum Edith-Stein-Jahr finden im Rahmen des Kulturprogramms „Vermächtnis von Edith Stein”) statt, das von der Edith-Stein-Gesellschaft und dem Zentrum „Pamięć i Przyszłość” (Zentrum „Andenken und Zukunft”) / Centrum Historii Zajezdnia (Geschichtliches Zentrum Zajezdnia) in den Jahren 2021-2025 mit Mitteln des Ministeriums für Kultur und Nationales Erbe und der Stadt Wrocław durchgeführt wird. 

Die „Star of Europe”-Tour wurde vom Ministerium für Kultur und Nationales Erbe mitfinanziert.

Veranstalter: das Nationalforum der Musik 

Partner: „Erinnerung und Zukunft” Zentrum in Breslau [Wrocław] / Geschichtszentrum Depot

 

Elisabeth-Preis 2022 für die Kölner Nachbarschaftsinitiative „Schmitzundkunzt“

15. November 2022; ksd

Köln (pek). Zum 26. Mal hat die CaritasStiftung im Erzbistum Köln jetzt den Elisabeth-Preis verliehen.

Das Projekt „Schmitzundkunzt“ freute sich über den ersten Preis und damit über ein Preisgeld von 2500 Euro. „So geht Nachbarschaft!“, lautet das Motto der Kölner Initiative, deren Kernkompetenzen Vernetzung und nachbarschaftlicher Zusammenhalt sind. Das vielfältige Angebot des Vereins beinhaltet unter anderem einen Räder- und Lastenräder-Verleih, regelmäßige Kleidertauschbörsen, Urban Gardening-Projekte, einen Werkzeugverleih und ein Kennenlernportal. Bei allen Angeboten der Initiative ist Nachhaltigkeit eines der obersten Gebote.
www.schmitzundkunzt.de

Der erste Preis in der Sonderkategorie „jung + engagiert“ und damit ebenfalls 2500 Euro gingen an das „Liebig 257“. Die Nachbarschaftsinitiative bietet mit einem Wohnzimmer, einem Quartiersbüro und eine kleine Werkstatt, einen Ort für nicht-kommerzielle Begegnung, Bildung und Kreativität. Die Angebote richten sich nach den Bedürfnissen der Anwohnenden und werden auch durch sie mitgestaltet.

www.klugev.de

Für den Elisabeth-Preis ebenfalls nominiert waren das Düsseldorfer Projekt „Wertschöpfung² – Frauen in prekären Lebenslagen versorgen obdachlose Menschen“ sowie der Kölner „Podcast ‚Zeit zu reden – Ereignisse, Erlebnisse, Erinnerungen‘“. Für „jung + engagiert“ gingen die Pfadfinder der katholische Kirchengemeinde St. Sebastian in Solingen mit „Spiel und Spaß für ukrainische Kinder“ und die jungen Menschen mit und ohne Behinderung der Bonner Initiative „Brücke-Krücke e.V.“ ins Rennen um den ersten Platz. Alle Zweitplatzierten erhielten ein Preisgeld von jeweils 1000 Euro.

Den diesjährigen Publikumspreis, ebenfalls mit 1000 Euro dotiert, erhielt das Projekt „Balu und Du“. Das Mentoring-Programm bringt Jugendliche mit Kindern zusammen, die in herausfordernden Umständen aufwachsen und sich über Zuwendung außerhalb der Schule freuen. Durch ihre Balus bekommen die Jungen und Mädchen einen anderen Blick auf das Leben, werden in ihrer persönlichen Entwicklung gefördert und lernen, wie man die Herausforderungen des Alltags meistern kann.
www.balu-und-du.de

 

Mehr unter www.caritasstiftung.de

 

Ökumenischer Gottesdienst für Familien zu früh gestorbener Kinder (6. November)

31. Oktober 2022; KSD

Köln. Auch in diesem  Jahr lädt die Initiative „zu früh gestorben“ zu ihrem alljährlichen ökumenischen Gottesdienst für Familien und Angehörige von fehl- oder totgeborenen sowie kurz nach der Geburt verstorbenen Kindern ein.

Der Termin ist am Samstag, 5. November, um 16.30 Uhr in St. Maria im Kapitol, Marienplatz 19 in Köln, Nähe Heumarkt, Eingang über Casinostrasse.

Das  diesjährige Thema lautet „Du verwandelst meine Klage in einen bunten Reigen“. Den Gottesdienst halten Mechthild Grewelding von der katholischen Seelsorge im St. Elisabeth Krankenhaus und Diakonin Barbara Dehmel von der evangelischen Seelsorge im Krankenhaus der Augustinerinnen „Severinsklösterchen“.

 

www.zu-frueh-gestorben.de  

 

Begleitung bis zum Ende? Hospiz- und Palliativtag diskutiert Legalisierung von assistiertem Sterben

25. Oktober 2022; ksd

Helmut Feldmann, Mitte 70 und chronisch krank, wollte nicht „elendig ersticken“. So, wie er es bei seiner Schwester, welche an der gleichen Krankheit litt, miterlebt hatte. Intensiv hatte er sie in ihrem Sterben begleitet. Feldmann war einer der Kläger vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe, der erreicht hat, dass dort im Februar 2020 das Recht auf selbstbestimmtes Sterben verbrieft und die Assistenz bei einem Suizid für straffrei erklärt wurden. Daran erinnerte der Leiter der ARD-Rechtsredaktion, Dr. Frank Bräutigam, beim diesjährigen Hospiz- und Palliativtag im DOMFORUM. „Begleitung bis zum Ende“ war das Podium überschrieben, das von der Hospiz- und Palliativ-Arbeitsgemeinschaft Köln, dem Palliativ- und Hospiz-Netzwerk Köln sowie dem Katholischen Bildungswerk Köln getragen wird.

Was diese Entscheidung des Gerichts für die Hospizbewegung, für Palliativmedizinerinnen und -mediziner sowie für die Kirchen bedeutet, wurde intensiv diskutiert bei dieser Veranstaltung, die vom Evangelischen Kirchenverband Köln und Region unterstützt wird. Aktuell liegen im Bundestag noch drei Gesetzentwürfe vor, die den künftigen Umgang mit dem Wunsch nach assistiertem Suizid und vor allem den Aspekt der geschäftsmäßigen Hilfe zur Selbsttötung regeln sollen. Auch hierzu bezogen die Podiumsteilnehmerinnen und -teilnehmer Position.

 

Kirchen treten für gute Rahmenbedingungen ein

 

Zu Beginn machte Stadtsuperintendent Dr. Bernhard Seiger in seinem Grußwort deutlich, „dass es ein gutes Bewusstsein und einen ethischen Kompass“ geben müsse, „um nachhaltige Regelungen für die Bundesrepublik zu bekommen“. Dass es notwendig sei, bei diesem Thema wachsam zu sein und zu bleiben, zeige die Entwicklung in den Niederlanden, wo die Tötung auf Verlangen seit mehr als 20 Jahren liberalisiert sei. „Die Zahl der entsprechenden Todesfälle ist in den letzten Jahren signifikant gestiegen. Die Hemmschwelle sinkt“, sagte Seiger.

Im Hospizbereich werde der Druck steigen, weil die Ziele fluider werden, so der Stadtsuperintendent weiter. Ein Beispiel dafür, wie schwierig es werden könne, sei der Ansatz des Sterbefastens. „Das klingt nach einem natürlichen Weg. Aber wenn der Weg einmal eingeschlagen ist, geht es nicht ohne Assistenz“, erläuterte Seiger. „Denn gepflegt werden muss ja weiter und Pflegende werden mit den oft harten Momenten konfrontiert. Was ist, wenn dann Hunger und Durst sich körperlich bemerkbar machen und Linderung erbeten wird? Was macht das mit den Pflegenden?“

Es gelte, dem „nachzuspüren, was ein möglichst natürliches Umgehen mit dem Sterben und dem Tod angeht“, erklärte Seiger. „Als Kirche wollen wir eintreten für gute Rahmenbedingungen für die Patienten und Gäste im Hospiz, für ein Nutzen der Möglichkeiten der Palliativmedizin. Und auch für die Pflegenden und die Ärzte, die für das Leben eintreten, wollen wir als Kirche einstehen. Für Seelsorge und für Beistand in der letzten Lebensphase.“ Zugleich verstehe auch die Kirche, dass es „ Extremfälle“ gebe, „in denen auch der Wille auf Ermöglichung des Sterbens oder gar der Wunsch nach Suizidbeihilfe unterstützt werden sollte“, machte Stadtsuperintendent Dr. Bernhard Seiger deutlich.

Kölns katholischer Stadtdechant Msgr. Robert Kleine erinnerte daran, dass die katholische und die evangelische Kirche in Deutschland 2020 besorgt auf die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts reagiert hatten. Sie nannten das Urteil einen „Einschnitt in unsere auf Bejahung und Förderung des Lebens ausgerichtete Kultur“ und veröffentlichten eine gemeinsame Erklärung. Darin warnten die Kirchen, dass die Legalisierung organisierter Angebote zur Selbsttötung alte und kranke Menschen „auf subtile Weise unter Druck“ setzen könne, von diesen Angeboten auch Gebrauch zu machen. Die beiden Kirchen kündigten damals an, sich auch weiterhin dafür einzusetzen, „dass organisierte Angebote der Selbsttötung in unserem Land nicht zur akzeptierten Normalität werden“, erinnerte Stadtdechant Kleine.

 

Todes- und Lebenswunsch entwickeln sich dynamisch

 

„Es gibt kein Recht darauf, zu bestimmen, wann es Zeit ist zu sterben“, betonte der Theologe Ulrich Fink, im Erzbistum Köln Beauftragter für Ethik im Gesundheitswesen. Aber der Mensch habe einen freien Willen. Niemand, weder die Kirchen noch die Hospize noch jede und jeder Einzelne, werde von der grundsätzlichen Frage entlastet, „ob wir letztendlich diesen Wunsch nach Suizid ethisch rechtfertigen können“. Und in der Konsequenz, ob man als Arzt oder Pflegerin, Seelsorger oder Hospizlerin einen Menschen aktiv dabei begleiten könne und wolle, wenn er sterben will, dies aber nicht ohne Hilfe von außen – etwa Bereitstellen eines entsprechenden Medikaments – könne oder sich diese konkrete Begleitung bis zum Ende wünsche. Haupt- wie ehrenamtlichen Hospizmitarbeitern und Sterbebegleiterinnen dürfe es nicht angelastet werden, wenn sie für sich entscheiden, dass sie einem Menschen nicht bei einem Suizid assistieren könnten und wollten, erklärte der Ethiker Fink. Dies gelte auch für das Miteinander in den Teams.

Die Gründe für einen Todeswunsch seien vielfältig und ambivalent. Der Wunsch könne sich dynamisch in die eine und in die andere Richtung entwickeln, wurde bei der Veranstaltung deutlich. Nicht immer geht es um unheilbare Krankheiten oder als unaushaltbar empfundene Lebenssituationen, wenn ein Mensch sterben will. Gerade bei alten und hochbetagten Menschen spiele auch Lebenssattheit eine Rolle, schilderte Gerda Graf, Mitbegründerin und heute Ehrenvorsitzende des Deutschen Hospiz- und Palliativverbands, ihre Erfahrungen.

Dr. Thomas Joist, Kölner Hausarzt, Palliativmediziner und Mitgründer des Vereins „Dies certa“, berichtete aus seiner Praxis, dass das Leben oft als sinnlos empfunden werde, wenn etwa der Partner oder die Partnerin stirbt. „Dies certa“, ein Verein von Medizinerinnen und Medizinern sowie Pharmazeuten, verstehe seine Arbeit im Sinne der Suizidprävention. In intensiven, oft wochenlangen Gesprächen gehe es darum, die Gründe für einen Todeswunsch zu ermitteln.

Oft seien es Kleinigkeiten, die den Alltag als nicht mehr lebenswert erscheinen ließen. Die Schmerztabletten würden zu spät gebracht, nannte Joist als Beispiel. „Dann geht man hin und regelt an diesen Kleinigkeiten und dann ist auf einmal der Wunsch da weiterzuleben.“ Der Palliativmediziner betonte, niemand müsse Angst vor Schmerzen haben. Diese Sorge gehört zu den größten Ängsten der meisten Menschen, wenn es ums Sterben geht. „Es ist für die Palliativmedizin nicht möglich, zu jedem Zeitpunkt absolute Schmerzfreiheit zu erreichen“, erklärte Joist. „Das geht einfach nicht.“ Es gebe etwa Durchbruchschmerzen, aber dagegen gebe es auch Medikamente. „Es ist immer möglich“, mitunter unter Inkaufnahme eines eingeschränkten oder sedierten Bewusstseinszustandes, „einen schmerzfreien Zustand zu erhalten. Also seien Sie sorglos, es ist möglich“, so Joist ans Publikum. 

 

Politik soll Regelungen treffen

 

Einig ist sich das Podium, dass es zweifelsfrei feststehen müsse, ob ein Mensch den Wunsch nach assistiertem Suizid wirklich aus völlig freiem Willen, nach autonomem Entschluss äußere. Des Weiteren gelte es eben, die wahren Gründe und Motive herauszufiltern. Dafür seien Räume eines offenen Gesprächs notwendig, in denen auch über Ängste gesprochen werden könne, forderte etwa Ulrich Fink.

Die Hospizgründerin Gerda Graf nannte als einen der Hauptgründe, warum alte Menschen sterben wollen, dass sie „niemandem zur Last fallen“ wollen. Hier sei die Gesellschaft gefordert, genauer hinzuschauen: „Wie kann es sein, dass alte Menschen sich wie eine Belastung der Gesellschaft fühlen?“, so Graf. Fink konnte von einer Begegnung berichten, als Tochter und Schwiegersohn einer alten Frau mit Todeswunsch versicherten, dass sie auch dann keine Belastung für sie sei, wenn ihre Immobilität und Pflegebedürftigkeit zunehme. „Für diese Frau war das eine ,Ent-Lastung‘.“

Das Thema assistierter Suizid kann natürlich auch junge und jüngere Menschen mit unheilbarer Erkrankung oder für sie unaushaltbarer Lebenssituation betreffen. Nach der Aufhebung des Paragrafen 217 im Strafgesetzbuch sei eine weitergehende rechtliche Regelung dringend geboten, war sich das Podium einig. Rechtsexperte Frank Bräutigam hatte zu Beginn erläutert, dass die Politik nach der Entscheidung des Bundeverfassungsgerichts (BVG) zwar Regelungen treffen könne, aber nach dem vorliegenden BVG-Entscheid nicht treffen müsse.

Aktuell könne quasi jede und jeder assistierten Suizid anbieten und leisten, kritisierte Dr. Thomas Joist. Auch darum haben er sowie seine Kolleginnen und Kollegen „Dies certa“ gegründet. „ Wenn dieses Recht einmal da ist, und ich halte dieses Recht wirklich für wichtig, dann will ich auch etwas dazu beitragen, dass es umgesetzt werden kann – aber nicht unreflektiert“, sagte der Palliativmediziner. Beratung, intensive Begleitung und Fristen seien notwendig, war man sich einig.

Der Gesetzgeber könne Schutzmechanismen und Begleitverfahren einführen, um genau zu prüfen, wie frei und selbstbestimmt der Wille zu sterben sei, hatte der Jurist Frank Bräutigam erläutert. Wenn kein neues Gesetz komme, das den assistierten Suizid regele, „vertraut man allein auf den Willen des Menschen, der aus dem Leben scheiden möchte“, warnte er. Derzeit herrsche in Deutschland „die liberalste Situation, die man sich vorstellen kann“, so Bräutigam. „Assistierter Suizid ist nicht strafbar, niemand überprüft den freien Willen.“

 

Drei Gesetzesvorschläge warten auf Entscheidung

 

Im Sommer hat der Bundestag über drei fraktionsübergreifende Gesetzesentwürfe beraten. Eine Entscheidung steht noch aus. Die Vorschläge, wie Frank Bräutigam sie zusammengefasst hat:

Deutschlandweit soll ein Netz von Beratungsstellen geschaffen werden, um sterbewillige Menschen auf ihrem Weg zu begleiten. Eine zehntägige Frist nach einem Beratungsgespräch soll dafür sorgen, dass diese Entscheidung nochmals überprüft wird. 

Der zweite Gesetzesvorschlag unterscheidet, ob es um einen Sterbewunsch bei schwerer Krankheit geht oder aus anderen Gründen. Im Fall einer schweren Krankheit verlangt dieser Entwurf, dass zwei voneinander unabhängige Ärzte klar und deutlich bezeugen müssen, dass sich beim Sterbewilligen ein nicht veränderlicher Sterbewille festgesetzt hat. Dann darf er nach einer Wartefrist von zwei Wochen ein Betäubungsmittel erhalten. Auch diese Medikamentenvergabe soll noch einmal gesetzlich geregelt werden. Wenn es um Menschen geht, die nicht schwer krank sind und aus dem Leben scheiden wollen, dann ist eine sehr langfristige Dokumentation dieses Suizidwillens erforderlich.

Der strengste Vorschlag will die geschäftsmäßige Sterbehilfe wieder unter Strafe stellen, aber Ausnahmen zulassen. Wenn man dann drei Beratungsgespräche hatte und zusätzlich eine Frist von drei Monaten eingehalten hat, dann ist es nicht strafbar beim Suizid zu helfen. 

Dr. Thomas Joist hatte erläutert, dass geschäftsmäßig bedeute „auf Wiederholung angelegt“. So wie etwa die Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben täglich in Köln aktiv sei. Erst, wenn jemand aus dem assistierten Suizid ein Geschäft mache, spreche man von gewerbsmäßig. Dies gelte es durch entsprechende Regelungen sowie durch einen Ausbau der sozialen Betreuung, spirituellen und psychischen Begleitung zu verhindern. „Wir Hausärztinnen und Hausärzte müssten eigentlich auch Sozialarbeiter einstellen können“, sagte Joist und zeigte sich optimistisch, dass dies in Zukunft mit Mitteln der Präventionsförderung möglich sein könnte.

 

Rote Linie für den Hospiz- und Palliativverband

 

Nicht absehbar ist, inwieweit das Bedürfnis nach assistiertem Suizid tatsächlich Menschen im Hospiz und die Mitarbeitenden in den ambulanten Hospizdiensten oder im stationären Hospiz betreffen werde. Zwar sei die Entwicklung dieses Wunsches nicht ausgeschlossen, doch gehen die Menschen ja wegen ihres absehbaren Lebensendes ins Hospiz oder lassen sich palliativmedizinisch und hospizdienstlich begleiten. Oft flackere dann das Thema Lebensqualität nochmal auf und die Bereitschaft, das Leben – gut begleitet – bis zum Schluss auszuhalten, sei groß, erläuterte Gerda Graf. 

Der Deutsche Hospiz- und Palliativverband kenne eine rote Linie, so Graf. „Wir begleiten bis zum Ende, aber die Bereitschaft, dieses Mittel zu besorgen, sollte das Hospiz nicht haben“, fasste sie die aktuelle Diskussion zusammen. Man kenne aber Hospize, wo jemand in seiner Begleitungssituation gesagt habe, er wolle nicht mehr essen und trinken und wo das Hospiz dann gesagt habe „Dann kannst du nicht mehr hierbleiben“, berichtet Gerda Graf. „Das ist für mich ein absolutes Unding!“

Sie persönlich sei beim Thema assistierter Suizid sehr ambivalent, „weil ich sage: ich muss den Einzelfall sehen“. Das müsse auch in den Hospizdiensten besprochen und die Mitarbeitenden müssten sprachfähig gemacht werden, so Graf. „Ich wünsche mir eine gesellschaftliche Veränderung, weg von dem hohen Grad der Funktionalität, dem hohen Grad der Machbarkeit, dem hohen Grad, immer mehr finanzielle Mittel zu erwerben, wieder mehr hin ein Stück zur Mitmenschlichkeit“, sagte die Hospizexpertin der ersten Stunde abschließend. „Und den anderen anzusehen und dann auch so zu begleiten, wie er sich das wünscht.“

 

Autorin: Hildegard Mathies / APK

 

www.dhpv.de

 

Das Dialogpapier „Hospizliche Haltung in Grenzsituationen“, das der DHPV nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts 2021 veröffentlicht hat, können Sie hier nachlesen.

 

Die Gemeinsame Erklärung der Deutschen Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche in Deutschland aus dem Jahr 2020 können Sie hier nachlesen.

 

Hospiz- und Palliativ-Arbeitsgemeinschaft Köln: www.hak-online.de

 

Palliativnetz Köln: www.palliativnetz-koeln.de

 

Bei Suizidgedanken finden Sie Hilfe bei der Telefonseelsorge unter 0800 1110111 und 0800 1110222. Sie können sich an Seelsorgerinnen und Seelsorger wenden, an Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt sowie an Ambulanzen in psychiatrischen Kliniken. Eine Übersicht über Beratungsangebote gibt es bei der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention unter www.suizidprophylaxe.de

 

Individuelle Patientenverfügung ab November im DOMFORUM
 
Im Rahmen des Konzeptes „Advance Care Planning“ (ACP, Deutsch: Behandlung im Voraus planen) werden Ratsuchende bei der Erstellung einer individuellen Patientenverfügung durch einen kompetenten Begleiter unterstützt. Der Gesprächsprozess dauert circa 2,5 bis 3 Stunden, in der Regel verteilt auf zwei Termine. Auf Wunsch werden An-/Zugehörige in die Gespräche einbezogen. Am Ende des Prozesses steht eine aussagekräftig dokumentierte und verbindlich zu beachtende Patientenverfügung.

Berater: Dr. rer. medic. Thomas Otten, Beauftragter für Ethik im Gesundheitswesen, Erzbistum Köln, Krankenhausseelsorger, Städtische Kliniken Köln, ACP-Gesprächsbegleiter, Ausbilder für ACP-Gesprächsbegleiter.

Kosten: 10 Euro (Auslagenerstattung). Falls Sie dazu in der Lage sind, bittet das DOMFORUM darüber hinaus um eine angemessene Spende an die Malteser Medizin für Menschen ohne Krankenversicherung (nähere Informationen mündlich im DOMFORUM).

Zeit: nach Vereinbarung

Kontakt: DOMFORUM, Telefon: 0221 92584720 (Mo-Do, 10-12 Uhr; 13-15 Uhr und Fr, 10-12 Uhr)

Nähere Informationen zum Thema Advance Care Planning finden Sie unter: https://acp-d.org/

Ein Flyer zu diesem Angebot liegt ab Mitte Oktober im DOMFORUM aus. Sie können ihn hier auch herunterladen.

 

(Dieser Text erschien zuerst auf www.kirche-koeln.de )

 

Ursula-Bruderschaft lädt bis 23. Oktober zur Festwoche in St. Ursula ein

19. Oktober 2022; ksd

 

Köln. Zur Erinnerung an die Stadtpatronin Sankt Ursula und ihre der Legende nach 11.000 Gefährtinnen, die im vierten Jahrhundert in Köln als Märtyrerinnen starben, findet jedes Jahr rund um den Gedenktag der Heiligen (21. Oktober) die Ursula-Festwoche statt. In diesem Jahr laden die Ursula-Bruderschaft und Stadtdechant Msgr. Robert Kleine als ihr Vorsitzender vom 16. bis 23. Oktober zu festlichen Gottesdiensten und Konzerten nach St. Ursula ein (Ursulaplatz).
 
Das Programm:
 
Mittwoch, 19. Oktober:
„Wenn zwei sich streiten – Frankreich gegen Italien im 18. Jahrhundert“, Kammerkonzert mit Mayumi Hirasaki, Barockvioline, Hannah Freienstein, Barockcello, Felix Zimmermann, Barockcello, und Andreas Gilger, Cembalo. Beginn ist um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei, Spenden erbeten.
 
Freitag, 21. Oktober:
Festmesse zu Ehren der heiligen Ursula mit Stadtdechant Msgr. Robert Kleine. Beginn ist um 18 Uhr. Es erklingt die „Missa brevis in d“ (KV 65) von Wolfgang Amadeus Mozart, vorgetragen vom Kammerchor „Cantus Novus Köln“.
 
Samstag, 22. Oktober:
Orgelkonzert mit Werken von Sweelinck, Bach, Schumann und anderen. An der Orgel: Alexander Grün. Beginn ist um 17.30 Uhr. Der Eintritt ist frei, Spenden erbeten.
 
Sonntag, 23. Oktober:
Festgottesdienst zu Ehren der heiligen Ursula mit Stadtdechant Msgr. Robert Kleine. Beginn ist um 10.15 Uhr. Es erklingt die „Missa brevis C-Dur“ (KV 220, Spatzenmesse) von Wolfgang Amadeus Mozart, vorgetragen vom Chor St. Andeas/St. Ursula, dem Kammerorchester „Accademia Andreae“ und Solisten. Leitung: Regionalkantor Christoph Kuhlmann.
 
Glockenkonzert zum Ursulafest: Es erklingen einzigartige Kombinationen der sechs Läuteglocken von St. Ursula sowie vielfältige Melodien des elfstimmigen Glockenspieles der Turmlaterne an der Kölner Stadtkirche. Musikalische Leitung und Moderation: Matthias Dichter. Organisation: Alexander Grün. Beginn ist um 16.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.
 
Ursulavesper mit Stadtdechant Msgr. Robert Kleine mit anschließender Lichter- und Reliquienprozession, musikalisch gestaltet von der Schola „Collegium Castrorum Agnetis“. Beginn ist um 17.30 Uhr.

 

Dombeleuchtung als Zeichen der Hoffnung und Zuversicht / Auch 2022/23 wieder mit dem Stern von Bethlehem

18. Oktober 2022; ksd

UPDATE: Auch zur Weihnachtszeit 2022/2023 wird der Stern von Bethlehem auf dem Vierungsturm des Kölner Doms wieder leuchten und damit ein Zeichen der Hoffnung und Zuversicht in die Dunkelheit senden. Der Stern soll bis zum 8. Januar 2023 erstrahlen. Mehr darüber lesen Sie hier.

 

Köln (mk). An der Beleuchtung des Kölner Domes hat es eine Veränderung gegeben. Während der Kölner Dom in den vergangenen Wochen aufgrund der aktuellen Energiesparmaßnahmen der Stadt Köln nachts im Dunkeln lag, werden jetzt seine beiden Turmhelme von innen angestrahlt. Das Domkapitel hat dazu eine Stellungnahme veröffentlicht:

Die Beleuchtung der Turmhelme des Domes erfolgt seit vergangenem Samstag, 15. Oktober, dem 142. Jahrestag der Einweihung des Domes durch Kaiser Wilhelm I., auf Anregung des Dombaumeisters – und in Abstimmung mit der Stadt Köln. Der Dom begrüßt und unterstützt alle städtischen Energiesparmaßnahmen. Sie sind sinnvoll und in diesen Zeiten unerlässlich. Dennoch soll dieser sehr reduzierte Beleuchtungsakzent bis voraussichtlich Ende Februar dafür sorgen, dass die Domspitzen auch in Krisenzeiten die ganzen Nacht lang im Stadtbild erkennbar bleiben – als dezentes Zeichen der Hoffnung und Zuversicht.

 

Für die Beleuchtung des Kölner Wahrzeichens ist die Stadt Köln zuständig. Diese hatte die abendliche Dombeleuchtung aus Gründen des Energiesparens Anfang August abgeschaltet.

Erstmals Muezzinruf in Köln: Kirchen verweisen auf Verfassung und Versammlungsfreiheit

14. Oktober 2022; ksd

Köln. Unter großem Medieninteresse stand und steht der erstmals in Köln erklingende Muezzinruf an der Ehrenfelder Moschee. Die Stadt Köln hatte dazu im Rahmen eines Pilotprojektes die Genehmigung erteilt. Auch die beiden Spitzenvertreter der großen Kirchen in Köln, Stadtdechant Msgr. Robert Kleine und Stadtsuperintendent Dr. Bernhard Seiger, haben sich dazu auf Medienanfrage geäußert.

 

Stadtdechant Msgr. Robert Kleine:

„Bei dem Muezzinruf handelt es sich um ein verfassungsmäßiges Recht, das auch nicht mit dem Hinweis auf religiöse Intoleranz oder die politische Instrumentalisierung der Religion in anderen Teilen der Welt relativiert werden darf. Das Angebot der Stadt Köln gilt allen muslimischen Moscheegemeinden. Dass nur die Moschee in Trägerschaft der Ditib darauf eingegangen ist, darf nicht gegen das Angebot an sich verwendet werden. Klar ist, dass die Arbeit der Ditib in Köln weiterhin kritisch begleitet werden muss – unabhängig vom Muezzinruf.“

 

Stadtsuperintendent Dr. Bernhard Seiger:

„Zur Ausübung der Religionsfreiheit gehört die Versammlungsfreiheit, wie sie zum Beispiel für muslimische Gläubige in der Moschee an der Venloer Straße wahrgenommen werden kann. Ich begrüße es, dass die Stadt Köln einen rechtlichen Rahmen geschaffen hat, in dem auch der Muezzin-Ruf künftig freitags für begrenzte Zeit erschallen kann. Ich habe aus meinen Gesprächen den Eindruck gewonnen, dass die Moschee-Gemeinden sich darüber bewusst sind, wie sensibel das Thema für die jeweilige Nachbarschaft ist, und vertraue auf die transparente Kommunikation, die die Ditib zugesagt hat. Zur religiösen Toleranz in unserem Land und hoffentlich in Zukuft auch in vielen muslimisch geprägten Ländern gehört, dass die Religionsgemeinschaften sich auch öffentlich bemerkbar machen dürfen.“

 

Quelle: Kölnische Rundschau

 

Ähnlich hatte der Kölner Stadtdechant bereits beim diesjährigen Dreikönigsempfang argumentiert. Das Redemanuskript können Sie hier nachlesen.

 

Einen Beitrag der NZZ, in dem Msgr. Kleine zum ersten Kölner Muezzinruf zitiert wird, können Sie hier nachlesen.

 

Eine Reportage von DOMRADIO.DE:

Weltmissionssonntag 2022: „Ich will euch Zukunft und Hoffnung geben“ (23. Oktober)

10. Oktober 2022; ksd

 

Aachen. Kenia steht im Mittelpunkt des diesjährigen Weltmissionsmonat. Aktuell sind in vielen Gemeinden Gäste aus Kenia unterwegs und berichten über ihr Leben und ihre Arbeit in dem ostafrikanischen Land. Am Sonntag, 23. Oktober, begeht die katholische Kirche den Weltmissionssonntag und ruft an diesem Tag zur Solidarität mit den Menschen im globalen Süden, in Entwicklungs- und Schwellenländern auf. In allen Gottesdiensten wird dann für dieses Anliegen die Kollekte gesammelt. Das Leitwort in diesem Jahr: „Ich will euch Zukunft und Hoffnung geben.“

 

Der Aufruf der deutschen Bischöfe zum diesjährigen Sonntag der Weltmission im Wortlaut:

 

Liebe Schwestern und Brüder,

am 23. Oktober wird der diesjährige Weltmissionssonntag begangen. Die Aktion der Missio-Werke steht unter dem Motto „Ich will euch Zukunft und Hoffnung geben“ (vgl. Jer 29,11). Der Prophet Jeremia rief diese Verheißung einst seinen nach Babylon verschleppten Lands-leuten zu. Seine Botschaft lautete: Gott ist bei euch, auch in der fremden Stadt.

Im Mittelpunkt der Missio-Aktion steht die kenianische Metropole Nairobi. Täglich strömen Menschen aus dem Umland in diese Stadt. Sie flüchten vor Perspektivlosigkeit, Gewalt und Dürre. Sie hoffen auf Arbeit und eine bessere Zukunft. Für die allermeisten aber endet die Suche in den großen Slums.

Oft werden diese Armensiedlungen ausschließlich als Orte von Elend und Aussichtslosigkeit betrachtet. Doch diese Sicht ist einseitig. Missio bringt uns Menschen nahe, die sich den Herausforderungen in einem neuen Umfeld stellen. Mit Ideenreichtum und Mut meistern sie ihr Leben in der riesigen Stadt und helfen sich gegenseitig. Unter schwierigen Bedingungen entstehen neue Formen, den Glauben geschwisterlich zu leben.

Liebe Schwestern und Brüder, am Sonntag der Weltmission bitten wir Sie um ein Zeichen christlicher Solidarität mit den Menschen in Kenia und weltweit. Beteiligen Sie sich an der Kollekte am kommenden Sonntag mit einer großzügigen Spende. Und bleiben Sie unseren Schwestern und Brüdern im Gebet verbunden.

 

Spenden gehen an:

 

missio Aachen
IBAN DE23 3706 0193 0000 1221 22
BIC GENODED1PAX 

 

Informationen und Materialien unter www.missio-hilft.de

 

125 Jahre Caritas: Nächstenliebe heute – im Gespräch mit Mirja Boes und Steffen Baumgart (DOMFORUM am 18. Oktober)

7. Oktober 2022; ksd

Köln. 2022 ist das Jubiläumsjahr für die Caritas: Im November 1897 gründete eine Gruppe katholischer Sozialreformer den Deutschen Caritasverband – in Köln. Das Ziel: Die Hilfe für Menschen in Not und verschiedene katholische soziale Hilfsangebote zusammenfassen. Im Lauf der Jahre hat sich die Caritas stetig weiterentwickelt, hr Name ist dabei immer Programm geblieben: Caritas heißt Nächstenliebe. In einem einstündigen Talk am Dienstag, 18. Oktober, im DOMFORUM erzählt unter anderem Komikerin und Schauspielerin Mirja Boes ihre persönliche Sicht von Nächstenliebe und Solidarität. Auch FC-Cheftrainer Steffen Baumgart ist mit dabei. Die Fragen an diesem Abend: Was hält uns zusammen? Was hilft durch die Krise? Was macht uns stark? Nächstenliebe oder jeder ist sich selbst der Nächste? – Um diese und andere Fragen geht es ab 17.30 Uhr.

 

Information und Anmeldung über die Ticketseite des DOMFORUMs

 

www.caritas-koeln.de

 

Caritas Deutschland, die auch für das obige Video verantwortlich zeichnen, erreichen Sie hier.

 

Hospiz- und Palliativtag 2022: Begleitung bis zum Ende (22. Oktober, mit Livestream)

6. Oktober 2022; ksd

Köln. Am Samstag, 22. November, findet der diesjährige Hospiz- und Palliativtag im DOMFORUM statt (Domkloster 3). Von 12 bis 15 Uhr geht es um das Thema „Begleitung bis zum Ende – Auswirkungen des Urteils des Bundesverfassungsgerichts zum assistierten Suizid auf Hospizarbeit und Palliativversorgung“.

 

Für die juristische Einordnung des Themas sorgt Dr. Frank Bräutigam, Jurst und TV-Experte.

 

Auf dem Podium diskutieren:

 

Gerda Graf (Deutscher Hospiz- und Palliativverband)

Dr. Thomas Joist (Palliativmediziner),
Ulrich Fink (Ethik im Gesundheitswesen)

 

Zum Hintergrund schreiben die Veranstalter:

 

Am 26. Februar 2020 hat das Bundesverfassungsgericht Paragraph 217 des Strafgesetzbuches für verfassungswidrig und damit unwirksam erklärt. Dass die Assistenz beim Suizid eines Menschen nicht bestraft werden darf, wird mit dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht des Menschen begründet, auch und gerade durch die unwiderrufliche Möglichkeit, sein Sterben selbst zu bestimmen. Der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband e.V. sieht darin verschiedene Gefahren. Die Hospizarbeit hat sich von ihren Anfängen an der Unterstützung eines würdevollen, weitgehend beschwerdefreien und eher am „ natürlichen Ablauf“ orientierten Sterbens ohne künstliche Verlängerung oder Verkürzung verpflichtet. In persönlichen und vertraulichen Gesprächen wird ein geäußerter Todeswunsch ernstgenommen und nach Lösungen gesucht. Wie ist also der Anspruch „Wir bleiben bei Ihnen bis zum Ende“ unter einer neuen gesetzlichen Lage zu bewerten und was bedeutet er in der Praxis? Darüber sprechen wir am diesjährigen Hospiz- und Palliativtag.

 

Information und Anmeldung im DOMFORUM unter


www.domforum.de/veranstaltungen/ticketseite


Die Veranstaltung wird auch live gestreamt: https://youtu.be/tp5LRIVLsYM

 

Den Infoflyer können Sie hier herunterladen.

 

Veranstalter sind:

 

HAK (Hospiz- und Palliativ-Arbeitsgemeinschaft Köln; Palliativ- und Hospiznetzwerk Köln; Katholisches Bildungswerk Köln

 

Unterstützt von:


Evangelischer Kirchenverband Köln und Region

 

FIDES lädt zum Feierabend-Gottesdienst ein (14. Oktober)

6. Oktober 2022; ksd

Köln. Ein neues Angebot macht die FIDES, die Beratungsstelle und Begleitung für religiös Interessierte und Suchende, mit dem „Feierabend-Gottesdienst“: „Neu und so schön, dass er vielleicht bald einen festen Platz in deinem Kalender hat. Der Feierabend-Gottesdienst ist eine gute Gelegenheit, in Verbindung zu kommen: Miteinander, in der Gemeinschaft der Feiernden und mit Gott, auf dessen Gegenwart wir vertrauen“, heißt es in der Ausschreibung.

Sechs Mal im Jahr soll der Feierabend-Gottesdienst für einen guten Start ins Wochenende sorgen. Er findet jeweils freitags, um 19.30 Uhr in St. Andreas statt (Komödienstraße 6-8).

„Mit Gedanken, Musik und Austausch – bedeutsam fürs Leben. Und hinterher zusammensein mit leckeren Sachen und guten Gesprächen“, so die Ausschreibung weiter.

 

Die nächsten Termine und Themen:


14. Oktober: Look at the world – Staunen und Schützen
16. Dezember: Krieg und Frieden

 

Einen Beitrag der KirchenZeitung für das Erzbistum Köln über die Arbeit der Fides lesen Sie hier.

 

www.fides.koeln

Die Große Transformation: Podium im DOMFORUM mit dringlichen Appellen an Kirche und Gesellschaft

28. September 2022; ksd

 

Köln. „Wir müssen massiv runterfahren!“ Die CO2-Emissionen, den Energie- und Ressourcenverbrauch, Konsum, das bisherige wohlstandsge- und verwöhnte Verhalten. Die Theologin und Aktivistin Dr. Gudula Frieling vom Ökumenischen Institut für Friedenstheologie lässt daran keinen Zweifel. Als Teil der Bewegungen „Die Kirche(n) im Dorf lassen“, „Extinction Rebellion“ und „ Scientist Rebellion“ war sie jetzt zu Gast im DOMFORUM beim Podium „Die Große Transformation. Welche gesellschaftlichen und kirchlichen Kulturen des Wandels brauchen wir jetzt?“. Der Abend war geprägt von dringlichen Appellen des Podiums und des Publikums.

„Wir müssen ungefähr 70 bis 80 Prozent runter“, betonte Frieling. „Wir müssen uns einfach eingestehen, dass wir selber, also die reichsten zehn Prozent auf dem Planeten, 50 Prozent dieser Emissionen verursachen. Auch wenn wir das nicht wollen. Es ist eben so: Je höher unser Einkommen ist, je mehr sind wir mitverantwortlich, je größer ist unser Beitrag zu diesem Elend.“

Frieling will aufrütteln, doch ist man sich auf dem ökumenisch besetzten Podium auch einig: Bei solchen Veranstaltungen erreicht man sowieso „nur“ die, die sich der Thematik und Problematik von Klimawandel, Energiekrise und der Notwendigkeit für einen umfassenden gesellschaftlich-globalen Wandel schon bewusst sind. Darum muss das Thema weitergetragen werden – in die Kirchen, Gemeindehäuser und kirchlichen Akademien, in Kitas und Schulen, auf die Straßen. Und letztlich überallhin, wo Menschen sich begegnen und miteinander sprechen.

 

„Es ist DIE zentrale Krise“

 

Vor rund vier Jahren sei ihm klargeworden, dass die Klima- und ökologische Krise nicht eine von mehreren Krisen ist, sondern dass es DIE zentrale Krise ist, erzählt Professor Dr. Nikolaus Froitzheim. Der Geologe von der Universität Bonn engagiert sich ebenfalls bei „Extinction Rebellion“ und „Scientist Rebellion“. „Denn sie stellt alles infrage. Und deswegen habe ich das ganz oben auf meine Agenda gesetzt. Das ist immer die Nummer Eins“, so Froitzheim. Er habe „sehr viele Sachen“ ausprobiert, bis zum zivilen Ungehorsam. „Ich habe mich in Berlin auf ’ne Straße geklebt und so weiter.“

Die Klima- und ökologische Krise ist für Froitzheim auch eine Frage der christlichen Barmherzigkeit. Denn sie finde jetzt statt in den Ländern des globalen Südens. In Pakistan seien vor wenigen Wochen 1500 Menschen gestorben bei einer Flutkatastrophe, bei der ein Drittel des Landes unter Wasser gestanden habe. „800.000 Häuser sind zerstört worden. Wo Menschen drin gewohnt haben. Dort findet die Katastrophe jetzt statt!“, betont Froitzheim. Woanders, etwa am Horn von Afrika, fallen die Regenzeiten aus. Es kommt zu langen Dürrezeiten, die Hunger und andere Probleme nach sich ziehen.

„Wir betrachten die Sache immer aus Deutschland“, kritisierte der Wissenschaftler und Aktivist. „ Wir müssen unsere Wirtschaft schützen und so weiter. Wir müssen weiter diese Blechpanzer produzieren, weil da Arbeitsplätze dranhängen. In Pakistan emittieren die Menschen eine Tonne CO2 pro Kopf pro Jahr. Wir in Deutschland emittieren sieben Tonnen CO2 pro Jahr pro Kopf. Mit welchem Recht?“

Unbarmherzig mache man in Deutschland weiter wie zuvor. „Und es wird immer schlimmer“, konstatierte Froitzheim. Von 2020 auf 2021 seien die Emissionen von Treibhausgasen in Deutschland angestiegen, von 2021 aufs erste Halbjahr 2022 noch einmal und es sehe so aus, als ob sie weiter ansteigen. „Deswegen ist es für mich eine Frage der Barmherzigkeit. Ich fange erst gar nicht an, von der Zukunft zu reden, was mit unseren Kindern und Enkeln passiert. Denn die Richtung, die wir haben, ist die falsche!“, sagte Froitzheim unter großem Applaus mit Blick auf globale Gerechtigkeit.

 

Kirchen sollen Mahner, Mittler und Motor sein

 

Dass von den Kirchen mehr Engagement für das Klima und den Wandel erwartet wird, wurde an diesem Abend mehrfach deutlich. Die Kirchen müssten „Mahner, Mittler und Motor“ der Klima- und Wandelbewegungen sein, forderte Professor Dr. Uwe Schneidewind, ehemals Präsident des  „ Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie“ und jetzt Oberbürgermeister von Wuppertal.

Priester sollten regelmäßig über das Thema predigen, Pfarrgemeinderäte und Presbyterien dafür sorgen, dass die Klimakrise „mindestens einmal alle vier Wochen“ im Gottesdienst angesprochen werden, lautete ein Vorschlag und eine Forderung aus dem Publikum.

„Die Kirche hat Räume“, erinnerte Dr. Christian Weingarten, Leiter der Abteilung Schöpfungsverantwortung und Umweltbeauftragter des Erzbistums Köln. „Diese Räume müssten wir öffnen, für die Planung von Demonstrationen oder dafür, wie man Lebensmittel retten kann, oder anderes.“ Allerdings habe man auch die Erfahrung machen müssen, dass es mittlerweile lokale Umweltinitiativen gebe, die mit der Kirche nicht oder nicht mehr zusammenarbeiten wollen.

Zugleich verwies Weingarten aber auch darauf, wie vieles schon in Gang gesetzt oder umgesetzt worden sei. So gibt es im Erzbistum beispielsweise einen Biodiversitätscheck für Gemeinden, der sie dabei unterstützt, auf ihren Grundstücken und an ihren Gebäuden die biologisch-ökologische Vielfalt von Tier- und Pflanzenwelt zu bewahren und zu verbessern. An 33 Schulen im Erzbistum Köln werde in einem gemeinsamen Projekt mit Greenpeace der ökologische Fußabdruck berechnet. Nicht zuletzt will Weingarten die erzbischöfliche Verwaltung selbst und kirchliche Institutionen für das Thema Klimaschutz und Umweltmanagement sensibilisieren und zu nachhaltigem Verhalten motivieren.

Dem Vorwurf, die Kirche tue zu wenig begegnete er mit dem Hinweis, dass er vor drei Jahren als Einzelner in seinem Arbeitsbereich gestartet sei und nun eine Abteilung mit acht Mitarbeitenden leite, die Anfang 2023 auf zwölf aufgestockt werde. Gleichwohl fordert auch der Diplom-Ingenieur „ mehr“ von der Kirche. „Wir können als Kirche Vermittler sein zwischen sozialen und ökologischen Fragen“, sagte Weingarten. „Wir können nicht mehr nur Natur- oder Umweltschutz machen, sondern diese ganze Dimension hat auch immer eine ganz große soziale Komponente. Das sehen wir jetzt gerade auch in der ganzen Energiekrise.“ Die Kirche müsse eine gesellschaftliche Spaltung verhindern und dürfe die Menschen, die durch die Energiekrise in Not geraten, nicht aus dem Blick verlieren. Zugleich sei es ihre Aufgabe, den notwendigen Wandel beim Umgang mit Energien und Ressourcen auch als Chance zu kommunizieren.

 

Mut und Hoffnung nicht verlieren

 

Eine der Kernfragen sei, wie man die Menschen erreiche und für das Thema gewinne, sagte Dr. Martin Horstmann, Studienleiter an der evangelischen Melanchthon-Akademie. Dabei dürften die seelsorgliche und emotionale Arbeit nicht vergessen werden.

Während Froitzheim mit Blick auf die Bewusstseinsbildung in Kindertagesstätten und Schulen betonte, dass man die dringenden Fragen und Herausforderungen nicht der jungen Generation aufbürden dürfe, meinte Weingarten, dass man schon über Kitakinder die Eltern erreichen und für das Thema sensibilisieren könne, wenn die Kinder zu Hause davon berichten, was sie in der Kita lernen und erleben. Einig waren sich Podium und Publikum, dass jetzt jede und jeder gefragt und gefordert ist: „Das Problem sind unsere Generationen“, lautete die Botschaft.

Die Grenzen der Politik offenbarte Uwe Schneidewind, der seit rund zwei Jahren Wuppertaler Oberbürgermeister ist. Der Grünenpolitiker erklärte, er sei binnen seiner Amtszeit in die Rolle des Oppositionsführer gerutscht, so schwierig sei es, auf der kommunalen Ebene eine Mehrheit für Maßnahmen wie autofreie Innenstädte zu finden. Mutige Entscheidungen würden bisweilen von Widerstand vor Ort ausgebremst.

Gleichzeitig plädierte der Wirtschaftswissenschaftler, der von 2011 bis 2017 auch Mitglied im Präsidium des Deutschen Evangelischen Kirchentages war, dafür, angesichts der gegenwärtigen Krisen und Veränderungen nicht den Mut und die Hoffnung zu verlieren, sondern sich aktiv zu engagieren.

Immer wieder wurde an diesem Abend zum Engagement aufgefordert. Gudula Frieling rief dabei unter großem Applaus zum zivilen Ungehorsam auf. Die Dringlichkeit der Lage sei noch immer nicht jedem Menschen bewusst. „Wir müssen jetzt Schluss machen“, betonte sie und forderte etwa, „Luxuskonsum“ zu verbieten und Autos aus den Straßen zu verbannen. „Wir brauchen eine Klimarevolution!“, rief die Aktivistin unter großem Applaus ins Foyer des DOMFORUMs.

 

Autorin: Hildegard Mathies

 

www.klima-kirche.de

 

Veranstalter des Abends waren neben dem Katholischen Stadtdekanat Köln die evangelische Melanchthon-Akademie und das Katholische Bildungswerk Köln. Das Podium ging zurück auf eine Einladung von Stadtdechant Msgr. Robert Kleine an die Bewegung „Extinction Rebellion“, nachdem diese am Abend des Dreikönigstages mit einer Protestaktion den Gottesdienst im Kölner Dom gestört hatte. Kleine, der auch Domdechant ist, hatte damals die Situation zu entschärfen versucht und die Aktivisten zur Beendigung ihrer Aktion aufgefordert. Er betonte damals und nochmals zur Eröffnung der Podiumsdiskussion, dass es sinnvoller sei, das Gespräch miteinander zu suchen und zu führen, zumal die Bewahrung der Schöpfung und das Engagement für den Klimaschutz zu den Kernanliegen des Christentums gehören. Das Stadtdekanat Köln ist Mitglied der ökumenischen Initiative für Klimagerechtigkeit, „Churches for Future“.

 

„Lasst uns Paradiese neu erschaffen“: Appelle im Ökumenischen Gottesdienst der ACK Köln zum Tag der Schöpfung

26. September 2022; ksd

Köln. Klimawandel, Corona-Pandemie, Energiekrise, Kriege und Postkolonialismus – und nicht zuletzt das Paradies auf Erden. Darum ging es im ökumenischen Gottesdienst zum Tag der Schöpfung (23. September). Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Köln hatte ihren traditionellen Gottesdienst im Rahmen der Dreikönigswallfahrt unter das Thema gestellt „An der Grenze – Zum Paradies“. Prediger war Dr. Constantin Gröhn, Pastor Diakonie und Bildung im Ev.-Luth. Kirchenkreis Hamburg-Ost und neben Dr. Sarah Köhler Co-Autor des Konzeptpapiers „Paradising. Warum wir eine alte Vorstellung für die Zukunft zurückerobern wollen“.

Die Vorsitzende der ACK Köln, Superintendentin Susanne Beuth, verwies zu Beginn des Gottesdienstes darauf, dass dieser in verunsichernden Zeiten gefeiert werde: „Das Corona-Virus gefährdet Menschen, der Krieg in der Ukraine und so viele weitere Kriege und Unruhen hinterlassen Tote und Traumatisierte. Der Klimawandel fordert immer unübersehbarere Opfer. Das alles hat Auswirkungen auf uns selbst.“ Ein eurozentrischer Blick könne niemanden schützen. Beuths Forderung und ihr Appell: „Wir brauchen eine weltweite Solidarität in den bedrängenden Fragestellungen der Zeit. Es gibt nur diese eine Erde. Und gerade deshalb dürfen wir Christinnen und Christen die Vision vom Paradies Gottes nicht untergehen lassen. Wir sind gerufen, paradiesische Zustände zu erschaffen.“

 

Aktiv kämpfen gegen die Zerstörung der Welt

 

Die Apokalypse und das Paradies seien „in diesen Tagen wie zwei Nachbarländer, ungleichzeitig pendeln wir zwischen ihren Grenzen“, konstatierte Pastor Constantin Gröhn in seiner Ansprache. Sich für eine ökologisch intakte Welt einzusetzen, wie Gott sie gewollt habe, heiße heute, „in diesem fortgeschrittenen Stadium der Krise“, aktiv gegen ihre Zerstörung zu kämpfen. Dabei sei jede und jeder gefordert, der Einzelne wie die Gemeinschaft. 

Er zitierte dazu die britische Psychoanalytikerin Sally Weintrobe, deren Schwerpunkt psychoanalytische und interdisziplinäre Perspektiven beim Umgang mit dem Klimawandel sind. Es gebe zwei Wege damit umzugehen, „wenn man aus dem Augenwinkel sieht, was los ist und sich vor den Waldbränden, dem sinkenden Grundwasserspiegel und dem massenhaften Tiersterben fürchtet“. Ein Weg sei, „sich der unbequemen Wirklichkeit zu stellen und sie anzunehmen. Das ist ein ganzes Stück Arbeit. Dieser Weg stellt die eigenen Urlaubspläne, die Ernährungsweise, im Grunde das gesamte Konsumverhalten von mir und von uns als Gesellschaft in Frage“.

Ein anderer Weg führe in die gesellschaftliche Spaltung. Menschen würden sich „In-Gruppen“ schaffen, „die einen bestätigen, dass der eigene Anspruch gerechtfertigt ist, und man verteufelt außenstehende Gruppen als Fanatiker und extremistisch“, so Gröhn im Kölner Dom. „Nicht die Klimakrise selbst, sondern alle, welche die eigene Lebensweise – individuell und gesellschaftlich – in Frage stellen, sind dann das Problem.“

 

„Den Kolonialherren in uns bekämpfen“

 

Besonders groß aber sei die gesellschaftliche Verdrängung, wenn es um „Stimmen des Globalen Südens“ gehe, um die Menschen, die bis heute unter den Folgen des Kolonialismus und Imperialismus europäischer und US-amerikanischer Mächte leiden, kritisiert der Theologe. Es werde zu wenig über die Dürren und Fluten im Globalen Süden – den Entwicklungs- und Schwellenländern vor allem in Afrika, Asien, Ozeanien und Latein- beziehungsweise Südamerika – berichtet, hatte er bereits zu Beginn bemängelt. Sie erlebten die schlimmsten Auswirkungen der Klimakrise. „Die gut 20 Prozent der Weltbevölkerung im Globalen Norden, also die Länder, die vom Kolonialismus nachhaltig profitierten, sind für über 90 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich. Die restlichen 80 Prozent der Weltbevölkerung aber tragen historisch und gegenwärtig nur gut 10 Prozent der CO2-Emissionen bei“, so Gröhn. „Das sagt auch etwas über Privilegien aus. Ein Haus am Meer jedenfalls ist für Menschen in Bangladesch kein Urlaubs-Luxus, sondern lebensgefährlich.“

„Wir“ hätten verlernt, „über Sünde in der globalen Umwelt- und Klimakrise zu sprechen“. Es gebe etwas „in unserer Lebensweise, das uns darin bestärkt, uns als Ausnahme des großen, allgemeinen Lebenskreislaufes zu verstehen, etwas, das Eigennutz und Gier befördert“, sagte Constantin Gröhn weiter. Seine Forderung an die Versammelten ist eindeutig: „Wir haben den Kolonialherren in uns zu bekämpfen, welcher sagt: Wenn Menschen leiden müssen, damit es mir gut geht, dann muss es so sein. Nein, liebe Gemeinde, das muss es nicht. In Christus sind wir eins.“

 

Schuld und Schuldige benennen

 

Die Klimadystopie sei keine, sondern Gegenwart und Wirklichkeit. „Es ist von daher unsere Pflicht, für den Erhalt dieses Paradieses zu kämpfen“, sagte Gröhn weiter. Bevor die Vorstellung vom Paradies gesellschaftlich ausgehandelt werden, „müssen wir genau hinschauen und benennen, wer oder was den Frieden im Garten Eden stört“, betonte der Hamburger Pastor. „Wir wissen: es gibt Menschen und Firmen, die verantwortlich sind, in zu unterscheidender Schwere der Schuld. Wir können die ökologische Krise heute nicht länger verallgemeinern und sagen, es ist eine Menschheitsaufgabe, die Schöpfung zu bewahren.“

Bis heute, zitierte Gröhne den Historiker Achille Mbembe aus Kamerun, weigerten sich „die wirtschaftlich dominierenden Länder in der Welt, anzuerkennen, dass sie dem Globalen Süden und den Schwarzen, Indigenen und People of Color, denen sie seit Kolumbus die Lebensgrundlagen raubten, überhaupt etwas schulden“. Gröhn weiter: „Sie weigern sich, auf den Mühlstein von Schuld zu blicken, den sie um ihren Hals tragen. Das betrifft uns und den sogenannten Westen genauso wie auch Russland oder China und alle, die nach auszubeutende Bodenschätzen streben. Und dennoch wird so getan, als würden nicht sie schuldig sein, sondern als würde der Globale Süden ihnen gegenüber eine Zivilisationsschuld haben. Diese Dreistigkeit ist tatsächlich äußerst abgebrüht und lässt sich historisch profund kaum widerlegen.“

Noch sei das Paradies nicht ganz verloren, erklärte Constantin Gröhn. „Die Lebensbedingungen sind für Menschen in immer noch weiten Teilen der Welt wohlwollend, gütig und freundlich. Sie zeugen von Gottes Liebe. Viele bevorstehende Kriege um knapper werdende Ressourcen und so manche Sintflut – als Strafen Gottes für das böse Treiben von Menschen? – lassen sich noch verhindern, wenn auch nicht mehr ganz.“

 

„Bilder vom Paradies“

 

Gröhne nannte vier „Bilder, welche uns helfen, die Erde wieder mehr zum Paradies werden zu lassen“: 

1.) Paradiese sind schon da – die Wahner Heide vor den Toren der Stadt, mitten in der zentralen Einflugschneise des Köln-Bonner Flughafens. Nur ein Grenzgebiet zum Paradies oder doch mehr. Lasst es uns wahrnehmen! 

2.) Paradiese entstehen – die Selbstheilungskräfte ökologischer Systeme, wenn der Ausstieg aus fossiler Energie vollzogen ist. Lasst uns darauf vertrauen! 

3.) Lasst uns die Paradiese schützen, die wir noch haben! Ich selbst werde mir nicht verzeihen, als ich als junger Pfarrer in einem Ausschuss der gängigen Logik baulicher und ökonomischer Erwägungen zustimmte. Ein schöner Ahorn musste einem neubetonierten Vorplatz weichen. Heute denke ich: Unsere Paradiese dürfen nicht an unserer eigenen Ungefährlichkeit zugrunde gehen. Die Keruben vor den Toren Edens trugen der Bibel nach flammende Schwerter.        

4.) Lasst uns Paradiese neu erschaffen, ökologisch wie sozial. Wir dürfen uns nicht allein am Bestehenden ausrichten, Gott schuf uns auch zu Mitschöpferinnen und Mitschöpfern. Aus jedem Kirchgarten wird ein kleiner Garten Eden: Oasen der Biodiversität, abgerungen den Betonwüsten unserer Stadt. 

„Wenn uns das gelingt, werden die Paradiese, von denen wir singen, träumen und die wir auf ausgewaschenen T-Shirts tragen, anders sein: nicht mehr inhaltlich entleert wie ein kurzlebiger Konsum- oder Wellnesstrend“, betonte Pastor Gröhn. „Nein, sie werden die Realität eines Versprechens sein, eines Versprechens, das wir uns im Gespräch miteinander und mit Gott geben können.“

 

Bitten um Bereitschaft zur Umkehr

 

In den Fürbitten ging es vor allem um die Bereitschaft zur Umkehr. „Wir bitten dich für das Miteinander der Menschen angesichts von Rassismus und Diskriminierung: dass wir uns für Menschen öffnen, die in anderen Kulturen und Religionen aufgewachsen sind; dass wir die Würde von Menschen nicht an Äußerlichkeiten wie Hautfarbe oder Geschlecht festmachen; dass wir Menschen nicht nach ihren inneren Haltungen des Glaubens oder der politischen Gesinnung beurteilen. Gib uns Einsicht, mach uns bereit zur Umkehr – und erbarme dich!“, betete Friederike Meißner, Pastorin der Freien Evangelischen Gemeinde Köln-Mülheim.

„Wir verbrauchen und missbrauchen deine Schöpfungsgaben. Wir nehmen uns und plündern die Lebensgrundlagen kommender Generationen. Aber du hältst die leidende Welt in deiner Hand. Du hast dich in deiner Liebe erbarmt über uns und die Welt. Durch Jesus Christus versöhnst du uns und die ganze Schöpfung mit dir. Hilf uns, dass wir Menschen uns als Teil deiner Schöpfung begreifen. Gib uns Einsicht, mach uns bereit zur Umkehr – und erbarme dich!“, lautete die Fürbitte von Elisabeth Grumfeld, Vorstandsmitglied des Katholikenausschusses in der Stadt Köln.

„Wir bitten dich für alle, die unter den Folgen der Umweltzerstörung leiden. Wir bringen vor dich alle Ungerechtigkeit und Armut, allen Hunger und alles Leid, das dadurch entsteht. Wir bitten dich für alle, die auf der Flucht sind, weil ihre Lebensgrundlagen zerstört wurden. Gib uns Einsicht, mach uns bereit zur Umkehr – und erbarme dich!“, so Bernd Skoppek, Bezirksvorsteher der Neuapostolischen Kirche, Bezirk Köln-West.

 

Autorin: Hildegard Mathies

 

www.umkehr-zum-leben.de

 

Das Konzept „Paradising“ können Sie hier nachlesen.

 

Churches for Future unterstützen den Klimatstreik #PeopleNotProfit am 23. September

22. September 2022; ksd

Am Freitag, 23. September, rufen Fridays for Future und andere Organisationen von Klimaaktivisten wieder zum globalen Klimastreik auf. Auch Churches for Future, bei denen das Stadtdekanat Köln Mitglied ist, unterstützen den Aufruf:

 

Die Bundesregierung ist nun schon fast ein Jahr im Amt und mit dem Versprechen angetreten, 1,5-Grad-Klimaschutz auf den Weg zu bringen – dafür reicht es noch nicht! Jetzt gilt es in eine erneuerbare Zukunft zu investieren, die Verkehrswende umzusetzen und die Transformation sozial gerecht zu gestalten.

Deshalb braucht es uns alle am 23. September gemeinsam mit Fridays for Future auf den Straßen. Für eine schnellere und umfassende Klimapolitik, die auch den globalen Süden fair unterstützt.

 

Mit Fotos aus den Partnerkirchen des Südens ruft das ökumenische Netzwerk die Politik zum Handeln auf.

 

Hier geht es zur Online-Petition des Ökumenischen Netzwerks Klimagerechtigkeit.

 

Tag der offenen Tür an der Kölner Domsingschule (22. Oktober)

21. September 2022; ksd

Köln (dm). Eine Grundschule in Köln mit dem Schwerpunkt Musik? Die gibt es! Im Ganztag der Kölner Domsingschule in Köln-Lindenthal sind nicht nur Unterricht, Hausaufgabenbetreuung und Freizeitaktivitäten, sondern unter anderem auch Gesangs- und Instrumentalunterricht, Singen im Chor sowie Kommunionunterricht integriert.

Wie der Schulalltag aussieht, welche Schwerpunkte gesetzt werden und in welcher Atmosphäre und Umgebung gelernt wird, erfahren Eltern angehender Erstklässlerinnen und Erstklässler bei einer Informationsveranstaltung am „Tag der offenen Tür“ in der Kölner Domsingschule. Nach einem Rundgang durch die Räumlichkeiten besteht außerdem Gelegenheit für Fragen und Austausch, unter anderem mit Schulleiterin Annette Riehm. Neben einem Bastelangebot für die Kinder erhalten die Familien zudem Einblicke in musikalische Proben.

Seit dem Schuljahr 2022/23 steht die Grundschule neben katholisch getauften Kindern auch Schülerinnen und Schülern anderer Konfessionen oder konfessionslosen Schülerinnen und Schülern offen.

 

Adresse: Kölner Domsingschule, Clarenbachstr. 5-15, 50931 Köln-Lindenthal

Termin: Samstag, 22. Oktober, jeweils 11-13 Uhr

 

www.koelner-domsingschule.de

 

„Soziale Netze sichern“: Kölner Wohlfahrtsverbände pochen auf kostendeckende Finanzierung

21. September 2022; ksd

Köln (cvk). Krieg, Pandemie, explodierende Preise – die Stadt Köln und ihre Bürgerinnen und Bürger stehen vor immensen Herausforderungen. Die Wohlfahrtsverbände und ihre Mitgliedsorganisationen helfen auch in dieser Krise dank ihrer sozialen Infrastruktur und fachlichen Kompetenz. Dafür mahnen sie jetzt eine kostendeckende Finanzierung an. Am Mittwoch, 21. September, wird daher zu einer Mahwache auf dem Theo-Burauen-Platz am Rathaus eingeladen. Beginn ist um 16.30 Uhr.

„Im Interesse der unterstützungsbedürftigen Kölnerinnen und Kölner appellieren wir an den Rat und die Stadt Köln, im anstehenden Doppelhaushalt 2023/2024 die bereits absehbaren Mehrbelastungen der sozialen Träger und Einrichtungen einzuplanen“, sagt Jörg Zeyßig, Geschäftsführer des Diakonischen Werkes und amtierender Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der sechs Spitzenverbände der freien Wohlfahrt (Liga). 

„Die Mehrkosten vor allem für Energie und Tarifsteigerungen für Personal können die meisten von uns nicht stemmen.“ Die Liga rechnet mit Kostensteigerungen von rund 8 Prozent bei den Personalkosten und mehr als 20 Prozent bei den Energie- und Sachkosten. Im aktuellen Entwurf des Haushalts 2023/2024 eingepreist sind bisher nur 1,5 Prozent. „Wir hoffen sehr, dass bis zum Beschluss des Haushalts am 10. November 2022 nachgebessert wird“, so Zeyßig. 

Das Netzwerk der Wohlfahrtsverbände trägt entscheidend dazu bei, den sozialen Frieden in der Stadt zu sichern. In den Jahren der Pandemie und nach Ausbruch des Ukraine-Krieges waren es die Einrichtungen der freien Wohlfahrt, die ihre Angebote aufrechterhalten und bewiesen haben, dass sie flexibel auf die Nöte der Menschen reagieren und durch die Krise tragen können. Die massiven Preissteigerungen werden viele Kölnerinnen und Kölner, insbesondere die mit kleinem Einkommen, in existenzielle Not bringen. Die Wohlfahrtsverbände und ihre Träger sind schon jetzt konfrontiert mit Ängsten, wirtschaftlicher Not und Überforderung vieler Menschen. Um die Stadtgesellschaft auch zukünftig zusammenzuhalten, braucht Köln weiterhin ein stabiles soziales Netz. Zeyßig: „Die Stadt Köln tut gut daran, gerade in diesen schweren Zeiten die soziale Infrastruktur zu sichern.“

 

www.liga.koeln

 

Den Heiligen Drei Königen ganz nah: Neues Berührungsreliquiar im Kölner Dom

18. September 2022; ksd

Köln (ksd/mk). Zum Auftakt der diesjährigen Dreikönigswallfahrt segnete Dom- und Stadtdechant Msgr. Robert Kleine ein neues Berührungsreliquiar im Chorumgang des Domes, in unmittelbarer Nähe zum Dreikönigenschrein. Das nach einem Kunstwettbewerb und der Auswahl durch eine Jury von der Nürnberger Silberschmiedin und Künstlerin Juliane Schölß gestaltete Dreikönigsreliquiar ermöglicht ab sofort Besucherinnen und Besuchern des Domes eine persönliche Begegnung mit den Heiligen Drei Königen, denen man sonst nur zu besonderen Anlässen – wie der Dreikönigswallfahrt, wenn Pilgerinnen und Pilger traditionell unter dem Schrein durchgehen können – so nah kommen konnte. Noch bis zum 27. September lädt das Domkapitel im Jahr des Domjubiläums „700 Jahre gotischer Hochchor“ zu zahlreichen Gottesdiensten und besonderen Veranstaltungen im Rahmen der Dreikönigswallfahrt ein.

 

Verweilen – Anschauen – Berühren

 

Das neue Reliquiar aus Messing trägt die Form eines Ikosaeders – eines Körpers, der von 20 gleichseitigen Dreiecken gebildet wird. Die ausgeglichene Form des Ikosaeders und sein geometrisches Gerüst lassen verschiedene Betrachtungsweisen entdecken, laden zum Verweilen und Anschauen ein. Die gleichseitigen Dreiecke greifen die Zahl Drei auf, die auf die Heiligen Drei Könige und ihre drei Gaben Bezug nimmt. Je nach Blickwinkel erkennt man einen Stern, der sich aus fünf gleichseitigen Dreiecken und einem Fünfeck ergibt. 

Drei applizierte Kronen, die am Ikosaeder auf der Chorumgangsseite und auf der Binnenchorseite auf je einem Dreieck zu sehen und zu berühren sind, weisen zusätzlich auf die Heiligen Drei Könige hin. Die Kronen sind dem Kölner Wappen stilisiert entnommen. Mit seiner feuervergoldeten Oberfläche spielt das neue Reliquiar auf den Dreikönigenschrein an, ohne ihm Konkurrenz zu machen. Im Inneren des Reliquiars ruhen drei aus diesem Schrein entnommene Reliquienpartikel in einer kleinen silbernen Dose, welche die Initialen 20*C + M+ B + 22 trägt.

 

„Eine lichtvolle Verbindug zum Schrein“

 

„Wir sind sehr dankbar, dass die Künstlerin Juliane Schölß so eine einladende, subtile und wertige Arbeit für unseren Domchor geschaffen hat“, sagt Kleine. „Die intensive Farbigkeit und die raffinierte Form des neuen Reliquiars erinnern tatsächlich an einen leuchtenden Stern – und schaffen eine lichtvolle Verbindung zum Schrein. Im Gegensatz zu diesem wird das neue Reliquiar künftig berührbar sein, und zwar sowohl für Besucherinnen und Besucher, die durch den Chorumgang gehen, als auch für Pilger, die den Schrein unterschreiten. So kann man als Besucherin und Besucher des Domes auf völlig neue, intensive Weise mit den Heiligen Drei Königen in Kontakt treten und ihnen nahe sein.“

Am Freitagmorgen vor der Wallfahrt waren die Reliquien, die aus einem Dreikönigsreliquiar der Kölner Domschatzkammer stammen, feierlich gemeinsam mit einer Urkunde in einem versiegelten Seidenbeutelchen in die silberne Kapsel gebettet worden. Dieses wurde dann am Nachmittag in das Reliquiar eingelassen, das dann von der Künstlerin am Chorumganggitter angebracht wurde.

Bezeugt und beurkundet wurde der Vorgang von den beiden Reliquiencustoden des Erzbistums Köln, Dr. Anna Pawlik und Dr. Joachim Oepen, in Vertretung von Msgr. Markus Bosbach, dem Erzbischöflichen Delegat für die Reliquien. So können künftige Generationen bei einer etwaigen Öffnung des Reliquiars zuordnen, was sich darin befindet.

 

„Eine Geschichte, in der wir selber Akteure sind“

 

In seiner Predigt sagte Msgr. Robert Kleine: „Wenn wir hier im Kölner Dom die Reliquien der Heiligen Drei Könige verehren und an diese Aufbrechenden und Suchenden denken, die uns im Neuen Testament begegnen, dann soll uns das nicht wie eine Geschichte aus 1001 Nacht erscheinen, die man von Kindheit an kennt, die irgendwie zu Weihnachten gehört und einen emotional anspricht. Nein, die Weisen aus dem Morgenland sind nicht Akteure einer Geschichte vor 2000 Jahren, sie sind Akteure einer Geschichte, die vor 2000 Jahren begann und in der wir heute selber Akteure sind, eine Rolle spielen, spielen dürfen.“

Die drei Sterndeuter riefen uns heute zu aufzubrechen, so Kleine. „Natürlich brechen wir immer wieder auf in neue Lebensabschnitte beruflicher und privater Art, aber hier meint aufbrechen, sich auf den Weg zu Gott zu machen.“

Gott sei schon lange, bevor sie ihn gefunden haben, bei diesen Weisen gewesen, so der Dom- und Stadtdechant. „Er hat sie auf ihrem Weg begleitet und sie haben sich gegenseitig gestützt, in gegenseitiger Zuneigung und Solidarität. Ich gehe fest davon aus, dass der eine auf den anderen geachtet hat.“

Das sei „ein wunderbares Bild für uns in der heutigen Gesellschaft“, betonte Kleine: „Nicht als Einzelkämpferinnen und Einzelkämpfer unterwegs zu sein, sondern in Solidarität gemeinsam – gerade in diesen Zeiten der Pandemie, der Auswirkungen des UkraineKrieges auch bei uns, in Wirtschafts- und Klimakrise, in der Glaubwürdigkeitskrise der Kirche. All dies mit anderen zu meistern, in Solidarität den Weg zu gehen, nicht aufzugeben, gegen Krisen anzukämpfen.“

Traditionell eröffnet der Kölner Stadtdechant, der als Domdechant unter anderem für die Liturgie am Kölner Dom verantwortlich ist, die Dreikönigswallfahrt mit einer Messe des Stadtdekanats am Donnerstagabend der Wallfahrtswoche. In diesem Jahr wurde die Wallfahrt aus Anlass des Domjubiläums verlängert und so zelebrierte der Domdechant den Eröffnungsgottesdienst am Sonntagmorgen.

 

Besondere Liturgien und Konzerte im Dom

 

„Zum Abschluss und Höhepunkt unseres Domjubiläums 2022, das wir bereits seit Mitte August mit vielen Gottesdiensten und Konzerten, Ausstellungen und Sonderführungen feiern, laden wir Pilgerinnen und Pilger im Rahmen der Dreikönigswallfahrt ein, in der Nachfolge der Heiligen Drei Könige die Spuren Gottes im eigenen Leben zu entdecken“, sagt Domdechant Msgr. Robert Kleine.

Auf dem Programm der Wallfahrt stehen einerseits viele bewährte Gottesdienste und Veranstaltungen, etwa die Dreikönigsbegegnungen für Kita- und Grundschulkinder, die Wallfahrt für Menschen mit und ohne Demenz, die Andacht für alle Ehejubilare und die Andacht mit und für Geflüchtete(n). „Wir freuen uns auf die Jugendvigil mit Diözesanjugendseelsorger Pfarrer Dr. Tobias Schwaderlapp, die dieses Jahr mit der Fragestellung ‚Willst du mit mir gehen?“ überschrieben ist“, so Kleine. „Beim traditionellen Frauenwort im Dom kommt in diesem Jahr die stellvertretende kfd-Bundesvorsitzende Professorin Dr. Agnes Wuckelt zu Wort – und spricht über Frauen der frühen Kirche, die als Mutmacherinnen den Frauen von heute als Vorbild gelten können.“

Weitere Schlaglichter: Eine Orgelnacht, die gleich von fünf Orgelvirtuosen gestaltet wird. Der Ökumenische Gottesdienst der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Köln unter dem Leitwort „ An der Grenze – zum Paradies“. Das Pontifikalamt mit Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki am Sonntag, 25. September, und das Hochamt zum 700. Weihetag des Domchores und des Hochaltares am 27. September. „Darüber hinaus laden wir zu regelmäßigen Pilgergottesdiensten um 10.30 Uhr, 12 Uhr, 15 Uhr und 18.30 Uhr an allen Werktagen und zum Abendlob um 20 Uhr ein“, so der Domdechant. „An alle Wallfahrtsgottesdienste schließt sich die Prozession zum Dreikönigenschrein an.“

 

Das komplette Programm und alle Infos finden Sie hier.

 

Einen Radiobeitrag mit der Bilanz der diesjährigen Dreikönigswallfahrt können Sie hier nachhören.

 

Stadtdechant Kleine: Solidaritätsadresse und Gebet für den Frieden in Armenien

15. September 2022; ksd

Stadtdechant Msgr. Robert Kleine. Foto: © Robert Boecker

Köln. In den vergangenen Tagen kam es im Kaukasus erneut zu schweren Kämpfen im Konflikt zwischen Aserbaidschan und Armenien. Am 13. September hatte die aserbaidschanische Armee verschiedene Ortschaften entlang der armenisch-aserbaidschanischen Grenze angegriffen. In einer Pressemitteilung verurteilte die Diözese der Armenischen Kirche in Deutschland „den völkerrechtswidrigen Angriff Aserbaidschans auf die Republik Armenien aufs Schärfste“.

 

Kölns Stadtdechant Msgr. Robert Kleine sandte der Armenischen Kirche in Deutschland, die ihren Sitz in Köln hat, daraufhin eine Solidaritätsadresse. Im Wortlaut:

„Liebe Brüder und Schwestern im Glauben, mit großer Besorgnis verfolge ich die Berichterstattung über den Angriff Aserbaidschans auf armenisches Kernland, womit der brüchige Frieden in der Region erneut gefährdet wird. Ich möchte Sie hiermit meiner Solidarität und meines Gebets für den Frieden versichern. Ich schließe mich dem Appell unseres Heiligen Vaters, Papst Franziskus an, den er in seiner Predigt in Kasachstan formuliert hat: ,Der Frieden ist nicht ein für alle Mal gewonnen, er muss jeden Tag neu errungen werden.‘ “

 

Am Donnerstag, 15. September, wurde eine Waffenruhe verkündet. Eine erste Feuerpause am Vortag war nach mehreren Stunden gescheitert.

 

„Ich hoffe, dass die neue Waffenruhe von beiden Ländern eingehalten wird und ein Schritt sein kann auf einem neuen Weg zum Frieden“, kommentiert Stadtdechant Msgr. Robert Kleine. „In diesem weit zurückreichenden Konflikt haben auf beiden Seiten schon zu viele Menschen ihr Leben und ihre Existenz verloren. Unser Mitgefühl und unsere Solidarität gelten weiterhin den armenischen Christinnen und Christen und allen Menschen guten Willens. Möge es endlich zu einer dauerhaften Lösung des Konfliktes kommen, damit die Bürgerinnen und Bürger beider Länder in Frieden leben können. Dafür beten wir auch im Stadtdekanat Köln.“

 

Ein Interview von DOMRADIO.DE mit dem Länderreferenten von Caritas International, Martin Thalhammer, lesen Sie hier.

 

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Welturaufführung: Dreikönigsoratorium von Helge Burggrabe zum Domjubiläum

14. September 2022; ksd

Köln (kdm). Vor 700 Jahren wurde der gotische Chor des Kölner Doms geweiht. Facettenreiche Konzerte in großen Besetzungen prägen das Domjubiläum 2022. Mit der Uraufführung des Dreikönigsoratoriums von Helge Burggrabe am 15. und am 16. September erreicht die Konzertreihe ihren Höhepunkt. Den Mitschnitt von DOMRADIO.DE dazu sehen Sie hier. Im Interview erzählt der Komponist Helge Burggrabe, wie das erste Oratorium für die Heiligen Drei Könige entstanden ist und was seine Intention ist. Die Aufführung können Sie bei DOMRADIO.DE nacherleben.

„Es war an der Zeit, einmal eine Musik in Auftrag zu geben, die das wichtigste Thema unseres Domes aufgreift – nämlich die Geschichte derer, die zu allen Zeiten – bis heute – auf der Suche nach Gott sind“, sagt dazu Domkapellmeister Eberhard Metternich. „Es ist das erste Oratorium für den Dom und nimmt die Menschen heute mit ihren aktuellen Fragen und Sehnsüchten auf einen Weg der Glaubens- und Sinnsuche mit.“ Diese Musik, der ein fleißig erarbeitetes Libretto aus poetischen Bibeltexten zugrunde liegt, zeige eine vielschichtige und sehr variable Tonsprache. „Vor allem aber merkt man ihr an, dass der Komponist den Raum auf sich hat wirken lassen und genau das aufgreift, was an Botschaft von diesem Dom ausgeht und uns aufgetragen ist zu transportieren.“ Das Dreikönigsoratorium sei eine Hommage an den Kölner Dom, so Metternich.

 

Werkeinführung mit Helge Burggrabe

 

In Zusammenarbeit von Kölner Dom, Katholischem Bildungswerk Köln und Karl Rahner Akademie finden an beiden Aufführungstagen vorab Werkseinführungen mit Helge Burggrabe statt. In einem Radiobeitrag erzählt Kölns Stadt- und Domdechant Msgr. Robert Kleine mehr darüber.

Aktuell sind die Werkseinführungen ausgebucht. Auf seiner Homepage gibt der Komponist selbst eine Werkeinführung, die Sie auch oben im Video sehen können.

Ob es noch letzte kostenfreie Tickets für das Oratorium gibt, sehen Sie hier.

 

Orgelnacht am 23. September

 

Mit einer „Orgelnacht“ unter der Überschrift „Klingende Architektur – musikalische Räume“ beenden am 23. September Organistinnen und Organisten aus dem gesamten Erzbistum, darunter auch Domorganist Winfried Bönig, diese Domjubiläumskonzerte. „Zu hören sein werden große Werke der Orgelliteratur auf höchstem Niveau, verspricht Bönig, Kurator dieser Orgelnacht.

„Wir wollten zu diesem Domjubiläum 2022 ganz besondere musikalische Akzente setzen, die in ihrer Art zwar sehr unterschiedlich sind“, betont Metternich, Leiter der Kölner Dommusik, „aber die uralte Geschichte dieser Kathedrale in unserer Zeit noch einmal lebendig – eben heutig – werden lassen. Denn diese Kirche ist nicht allein ein kunsthistorisches Denkmal, sondern ein Haus aus vielen lebendigen Steinen.“

 

Weitere Informationen unter www.koelner-dom.de/erleben/domjubilaeum2022

  

Energiesparen: Erzbistum Köln mit Empfehlungen für Kirchengemeinden / Monatliches KLIMA+KIRCHE-Gespräch

13. September 2022; ksd

Köln (pek). Um Kirchengemeinden in Zeiten der Energie­krise zu unter­stützen, haben Mitarbei­tende aus den Fach­abtei­lungen Schöpfungs­verant­wortung und Bau im Seel­sorge­bereich des General­vikariates im Erzbistum Köln gemein­sam mit dem diözesan­über­greifen­den Netz­werk „Energie & Kirche“ ein Schreiben sowie eine Informations­sammlung zum Thema Energie­sparen in Kirchen und gemeind­lichen Gebäuden erarbeitet. 

Von Kirchen über Pfarr­zentren bis hin zu Verwaltungs­gebäuden besitzen Kirchen­gemeinden zahlreiche Gebäude und haben ein ent­sprechend hohes Energie­einspar­potential. Auf der Website der Abteilung Schöpfungs­verant­wortung finden sich deshalb ab sofort unter www.klima-kirche.de/energiesparen Informationen und Checklisten für alle Gebäude­typen. So kann mit Blick auf das Heizen in Pfarr­zentren zum Beispiel kurz­fristig geprüft werden, ob alle Fenster dicht schließen oder alle Heiz­körper sich tat­sächlich erwärmen.

Mittel­fristig bietet es sich an, Thermo­stat­ventile an den Heiz­körpern auf ihre Funktion zu testen und ggfs. auszu­tauschen sowie die Dämmung der Heizungs­rohre zu prüfen. Bei der Beleuchtung können zum Energie­sparen LED-Leucht­mittel eingesetzt sowie in Foyers, Fluren, Treppen­haus und WCs Bewegungs­melder insta­lliert werden. Besondere Berück­sichtigung in den Über­legungen finden Kirchen­heizungen, die vieler­orts mit fossilen Brenn­stoffen be­trieben werden. Es wird empfohlen, die Heizungen in diesem Winter nicht anzuschalten.

Aufgrund möglicher weiterer Maßnahmen durch die Bundes­regierung und auch weil das Erz­bistum Köln von den Erfahrungen der Gemeinden lernen möchte, ist die Informations­sammlung sehr dynamisch und wird auf der Website www.klima-kirche.de/energiesparen regelmäßig aktualisiert. Auf der Web­site finden sich ebenfalls Termine zur digitalen Sprech­stunde, die einen offenen Raum für Rückfragen und Dis­kussion von offenen Punkten bieten. 

Das Erzbistum Köln lädt die Kirchen­gemeinden ein, sich mit der Anwendung der Empfehlungen an den bundes­weiten Energie­sparmaßahmen zu beteiligen und gleich­zeitig einen großen Schritt hin zum lang­fristig schöpfungs­freund­lichen Handeln vor Ort zu gehen. Gesparte Gelder können – im Sinne des karitativen Handelns – an Menschen ausge­zahlt werden, die durch die steigenden Kosten in finanzielle Notlagen geraten.

 

Sozial-Ökologische Mittagspause mit Persönlichkeiten aus Kirche, Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur

 

Sich während der Mittagspause kurz von den Gedanken prominenter Persönlichkeiten zum Thema Klima- und Umweltschutz inspirieren lassen: das ist ab Oktober 2022 einmal pro Monat bis Oktober 2023 möglich. Im Rahmen des digitalen KLIMA+KIRCHE-Gesprächs spricht der Umweltbeauftragte des Erzbistums Köln, Christian Weingarten, 15 Minuten lang mit Persönlichkeiten aus Kirche, Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur.

Die Gäste – von Claus Hipp (Geschäftsführer des Nahrungsmittel- und Babykostherstellers Hipp) über Katja Dörner (Oberbürgermeisterin der Stadt Bonn) bis zu Pater Jörg Alt SJ (Jesuitenpater und Klimaaktivist) – berichten Weingarten über ihren persönlichen Weg zur ökologischen Umkehr: Gab es ein bestimmtes Ereignis, das Sie zum ökologischen Handeln motiviert hat? Hat vielleicht auch Ihr christlicher Glaube ihren Einsatz für die Umwelt und das Klima gestärkt?

Los geht es am 17. Oktober mit Ottmar Edenhofer, der Direktor am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung ist.

Die Einwahldaten für das KLIMA+KIRCHE-Gespräch finden Sie unter www.klima-kirche.de/gespraech Für alle, die nicht live dabei sein können, ist das Gespräch auch im Nachgang als Video und als Podcast abrufbar.

 

www.klima-kirche.de

 

25 Jahre „Kölsch Hätz“: Ökumenisches Vorzeigeprojekt feiert Geburtstag im Gürzenich

13. September 2022; ksd

Köln (apk). „Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, können das Antlitz der Welt verändern.“ Dieses afrikanische Sprichwort fasst sehr gut die Grundüberzeugung zusammen, die hinter „Kölsch Hätz“ steckt. Was vor 25 Jahren recht bescheiden als Besuchsdienst begann, ist heute zu einer ökumenischen Einrichtung mit 13 Standorten im Kölner Stadtgebiet angewachsen.

Mittlerweile engagieren sich 640 Ehrenamtliche in 29 Stadtteilen für ihre Nachbarn und Nachbarinnen, begleitet von einem hauptamtlichen Team und getragen von der breiten Unterstützung durch Spenden und Stiftungen sowie der katholischen und evangelischen Kirchengemeinden. Grund genug, den Geburtstag ein ganzes Jahr lang gebührend zu feiern.  Höhepunkt der Feierlichkeiten war ein Festakt in „Kölns guter Stube“, dem Gürzenich.

 

„Ehrenamt braucht Struktur, braucht Koordination“


Martina Schönhals, die die Geschäftsleitung des Diakonischen Werkes Köln und Region vertrat, ermutigte in ihren Begrüßungsworten zum Engagement. Sich zu engagieren schütze vor Vereinsamung, schaffe eine sichere Struktur und vermittele das Gefühl von Selbstwirksamkeit. Peter Krücker (Vorstand Caritas Köln) betonte: „Ehrenamt braucht Struktur, braucht Koordination.“

Bürgermeister Dr. Ralf Heinen, der Oberbürgermeisterin Henriette Reker vertrat, wies darauf hin, dass „Nachbarschaftshilfe“ ein recht neuer Begriff ist, der erst 1986 zum ersten Mal im Duden auftaucht. Früher sei es selbstverständlich gewesen, dass man sich gegenseitig aushalf oder sich auf eine Tasse Kaffee oder ein Kölsch traf. Heute hätten viele Menschen keinen oder kaum Kontakt zu den Menschen, mit denen sie „Tür an Tür“ leben. „Kölsch Hätz“ sei „ein Erfolgsmodell, das optimal auf die gesellschaftlichen Veränderungen in den Stadtteilen und Kirchengemeinden reagiert und sich seit 25 Jahren immer wieder neu verortet, um Einsamkeit und Isolation im Veedel zu begegnen.“

 

„Licht in schweren Zeiten“


Stadtdechant Msgr. Robert Kleine bescheinigte „Kölsch Hätz“, die Welt ein Stückchen solidarischer zu machen. Schon die Bläck Fööss hätten in ihrem Hit „Unser Veedel“ von 1977 eine Vision des Zusammenlebens beschrieben, wie „Kölsch Hätz“ heute, trotz aller Herausforderungen unserer Zeit, zu verwirklichen helfe. Damit leiste „Kölsch Hätz“ einen wesentlichen Beitrag zum Gelingen der Stadtgesellschaft. Das sei „gelebte Ökumene“ und ein „Licht in schweren Zeiten“.

Auch Superintendent Dr. Bernhard Seiger lobte die dezidiert ökumenische Ausrichtung von „Kölsch Hätz“ und gab zu bedenken, dass es sich bei Nachbarschaftshilfe nicht um eine Dienstleistung nach dem Vorbild von Amazon handele. Stattdessen sei Kontakt das Stichwort für das Kölsch Hätz: „ Kontaktstelle von Diakonie und Caritas von evangelischen und katholischen Gemeinden. Kontakt zwischen Nachbarinnen und Nachbarn, ganz nah, miteinander unterwegs sein“.

Als Geburtstagsgeschenk gab es dann einen Scheck der Beatrix Lichtken Stiftung über 5.000 Euro Das kabarettistische Urgestein Wilfried Schmickler, für den „Gutmensch“ bekanntlich ein Ehrentitel und kein Schimpfwort ist, ließ es sich nicht nehmen, persönlich zu gratulieren. Und auch Björn Heuser brachte ein Geburtstagsständchen, bevor dann bei einem Imbiss im Foyer Erinnerungen aus Vierteljahrhundert „Kölsch Hätz“ ausgetauscht werden konnten.

 

Autorin: Priska Mielke

 

www.koelschhaetz-im-veedel.de

 

Das Jubiläumsmagazin können Sie hier nachlesen.

   

Tag des offenen Denkmals am 11. September: Kölner Kirchen und kirchliche Institutionen sind mit dabei

7. September 2022; ksd

Köln (pek). Rund 60 kirchliche Gebäude im Erzbistum Köln beteiligen sich am Tag des offenen Denkmals. Am Wochenende 10./11. September öffnen bundesweit wieder viele Baudenkmäler ihre Türen. Kirchen und weitere kirchliche Gebäude bieten spezielle Führungen an und gewähren besondere Einblicke in Gebäudeteile und Kirchtürme, die sonst für die Öffentlichkeit geschlossen sind. Das Motto für 2022 lautet: „KulturSpur. Ein Fall für den Denkmalschutz“. Auch im Stadtdekanat Köln laden viele Kirchen und kirchliche Institutionen wie die Kölner Dombauhütte und die Domschatzkammer zum Besuch ein.

Das Erzbistum Köln hat auf seiner Website eine Übersicht über die teilnehmenden Kirchen und Einrichtungen veröffentlicht.

Das Gesamtprogramm finden Sie auf www.tag-des-offenen-denkmals.de

 

Domjubiläum: Aufgerissen – Die mittelalterlichen Baurisse des Kölner Domes / Ausstellung in der Domschatzkammer (bis 13. November)

1. September 2022; ksd

Köln. Zur 700-Jahrfeier der Weihe des gotischen Domchores sind bis zum 13. November in der Kölner Domschatzkammer erstmals alle erhaltenen mittelalterlichen Bauzeichnungen des Kölner Domes nebeneinander zu sehen.

Am 27. September 1322, am Tag der heiligen Cosmas und Damian, war der gotische Chor des Kölner Domes von Erzbischof Heinrich II. von Virneburg (amt. 1304-1332) feierlich eingeweiht worden und die im Dreikönigenschrein geborgenen Gebeine der Heiligen Drei Könige wurden feierlich in den Neubau übertragen. Dies bedeutete den Abschluss des ersten großen Bauabschnittes des Kölner Domes. Bald nach der Weihe wurde der bis dahin noch bestehende Westteil des Alten Domes, des karolingischen 870/873 geweihten Vorgängerbaues, abgebrochen und mit dem Bau des südlichen Querhauses und der südlichen Seitenschiffe des Langhauses fortgefahren.

 

Eine der größten erhaltenen Architekturzeichnungen des Mittelalters

 

Bereits vor der Weihe 1322 dürfte die Planung der westlichen Partien und vor allem auch der Westfassade des Kölner Domes eingesetzt haben. Von dieser zeugen einige wenige Baurisse des 13. und/oder 14. Jahrhunderts (die Datierung der Pläne ist in der Forschung umstritten), die sich bis heute im Dombauarchiv, im Kölnischen Stadtmuseum sowie in der Akademie der Bildenden Künste in Wien erhalten haben. Die meisten von ihnen dürften aus dem alten Archiv der mittelalterlichen Dombauhütte stammen. Es wurde nach der Einnahme der Stadt Köln durch die Französischen Revolutionstruppen 1794 nach Paris verbracht und gilt seither als verschollen.

Nur wenige Bauzeichnungen konnten im frühen 19. Jahrhundert wiederaufgefunden werden. Drei von ihnen gelangten zurück in den Besitz des Dombauarchivs – darunter der berühmte Aufriss der Westfassade, der sogenannte Riss F. Mit einer Höhe von über vier Metern ist er eine der größten erhaltenen Architekturzeichnungen des Mittelalters. Aber auch Riss D und E, die eine Grundrissplanung des Südturm-Erdgeschosses und einen Aufriss der Ostwand des 1. Obergeschosses des Südturmes zeigen, befinden sich heute wieder im Dombauarchiv.

 

Präsentation für Auftraggeber und Stifter

 

Weitere mittelalterliche Pläne (Riss B, C und E 1) gelangten mit der Sammlung Wallraf in die Kölner Stadtbibliothek und 1901 in den Besitz des Historischen Museums, dem heutigen Kölnischen Stadtmuseum. Riss A dagegen kam möglicherweise bereits im Spätmittelalter im Rahmen des fachlichen Austauschs der mittelalterlichen Bauhütten in die Wiener Bauhütte. Über den Nachlass des Architekten Franz Jäger gelangte er im 19. Jahrhundert in den Besitz der Akademie der Bildenden Künste in Wien.

Mittelalterliche Baurisse sind nicht mit modernen Konstruktionszeichnungen zu vergleichen, es fehlen unter anderem jegliche Maßstäbe und Maßangaben. Sie erfüllten verschiedene Funktionen und waren Hilfsmittel zur Entwicklung und Ausführung eines Baugedankens. Als Studienmaterial und als Planungsgrundlage dienten sie zum direkten Einsatz auf der Baustelle. Zudem konnten sie im Sinne einer Präsentation das geplante Bauwerk veranschaulichen und Auftraggebern oder potenziellen Stiftern ein Bild vom zukünftigen Gebäude vermitteln. Auch wurden sie zur Abrechnung vertraglich vereinbarter Bauabschnitte genutzt.

 

Schicksalhafte Fügung und Mahnung

 

Als frühe Zeugnisse der Baugeschichte des Domes sind die mittelalterlichen Risse des Domes von großer Bedeutung. Ihre Auffindung in Darmstadt 1814 und in Paris 1816 wurde als schicksalhafte Fügung und als Mahnung aufgenommen, den Dom zu vollenden.

Da der Fassadenriss F für die Räumlichkeiten der Domschatzkammer zu groß ist, wird er in der Schatzkammer in einer hochauflösenden Reproduktion in verkleinertem Maßstab präsentiert.

 

Autor: Matthias Deml

 

Geöffnet: täglich von 10 bis 18 Uhr

 

www.koelner-domschatzkammer.de

  

kfd: FrauenWort im Dom – Agnes Wuckelt spricht über Mutmacherinnen der frühen Kirche (23. September, mit Kundgebung)

1. September 2022; ksd

Köln (kfd). In diesem Jahr findet das „FrauenWort im Dom“ im Rahmen der Dreikönigswallfahrt statt. „Als große Gemeinschaft wollen wir diesen Gottesdienst feiern und für die Anliegen einer geschwisterlichen und geschlechtergerechten Kirche beten“, schreibt die kfd (Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands) in ihrer Ankündigung. Alle Frauen sind herzlich eingeladen. 

Am Freitag, 23. September, um 15 Uhr im Kölner Dom unter dem Thema „Seid gegrüßt, ihr Frauen!“ spricht Professorin Dr. Agnes Wuckelt, stellv. Vorsitzende im kfd-Bundesverband, über Frauen der frühen Kirche, die als Mutmacherinnen den Frauen von heute als Vorbild gelten können.

Um 16 Uhr beginnt eine Kundgebung vor dem Dom. „Wir wollen noch einmal gemeinsam unseren Einsatz für eine geschwisterliche und geschlechtergerechte Kirche benennen“, so die kfd.

Im Anschluss geht es ins Maternushaus zuer Begegnung.

 

Info und Anmeldung:

0221 16421545
info@kfd-koeln.de

 

www.kfd-koeln.de

  

"zuhören und beten" - Gebet der Religionen am Weltfriedenstag der Vereinten Nationen 21. September 18 Uhr

24. August 2022; KSD

Stadtdekanat Köln

"zuhören und beten"

Der Kölner Rat der Religionen lädt auch in diesem Jahr am Weltfriedenstag der Vereinten Nationen, dem 21. September, zum Gebet der Religionen ein.

Das diesjährige multireligiöse Gebet steht unter dem Motto „zuhören und beten“.

Beginn ist um 18 Uhr in der Neuapostolischen Kirche, Lenaustraße 18, 50825 Köln-Ehrenfeld.

Datei-Anhänge:

Stadtdechanten von Köln, Düsseldorf, Wuppertal und Bonn begrüßen Kritik an "Woelki-Hochschule"

23. August 2022; KSD

Stadtdekanat Köln

Stadtdechanten von Köln, Düsseldorf, Wuppertal und Bonn begrüßen Kritik an "Woelki-Hochschule"
„Katholische Hochschule für Theologie gehört unverzüglich auf den Prüfstand“

 

Die Stadtdechanten der Universitätsstädte im Erzbistum Köln begrüßen die jüngste Stellungnahme des Vorsitzenden der NRW-Hochschulrektorenkonferenz, Prof. Dr. Lambert T. Koch, zur Katholischen Hochschule für Theologie in Köln. „Wir danken der NRW-Hochschulrektorenkonferenz, dass sie sich für die katholischen Fakultäten und Seminare an den staatlichen Hochschulen des Landes einsetzt,“ erklären die Stadtdechanten Robert Kleine (Köln), Frank Heidkamp (Düsseldorf), Dr. Bruno Kurth (Wuppertal) und Dr. Wolfgang Picken (Bonn). Eine solche Initiative sei in einer säkularen Universitätslandschaft nicht selbstverständlich. Sie unterstreiche eindrucksvoll die Bedeutung, die der Katholischen Theologie im Fächerkanon der Hochschulen beigemessen werde. 

Die vier Geistlichen formulieren weiter: „Wir können nachvollziehen, dass Rektor Lambert T. Koch Zweifel daran anmeldet, dass das Hochschulprojekt von Kardinal Woelki einen „Mehrwert“ besitzt“. Das gegenwärtige Angebot an katholischer Theologie an vier staatlichen Universitäten im Erzbistum Köln sei quantitativ ausreichend und qualitativ anerkannt. „Es ist kein Mangel zu erkennen, der eine kirchliche Hochschule in Köln rechtfertigt“.

Die Stadtdechanten betonen übereinstimmend, dass die von der NRW-Rektorenkonferenz aufgeworfenen Fragen nach der Finanzierung der Hochschule und der rechtlichen Zulässigkeit einer Verlagerung der Priesterausbildung von Bonn nach Köln bereits in mehreren diözesanen Gremien gestellt worden sind. Allerdings warte man seit Monaten vergeblich auf eine Antwort des Kardinals.

„Die eindeutige Stellungnahme der Rektorenkonferenz, sowie der Aufruf des Bonner Hochschulrektors Michael Hoch zum Widerstand gegen die Pläne von Kardinal Woelki machen deutlich, dass besonders eine Finanzierung der Kölner Hochschule durch Kirchensteuermittel oder Bistumsvermögen nicht vermittelbar ist. Wir befürchten, dass viele das Hochschulprojekt von Kardinal Woelki für Geldverschwendung halten und darauf mit Protesten und Kirchenaustritten reagieren könnten“. Schätzungen gehen von jährlichen Kosten von 8 bis 12 Millionen aus.

Die Geistlichen befürchten zudem, dass das Hochschulprojekt des Kardinals das Verhältnis zwischen Staat und Kirche belasten und zu neuen Spannungen im Erzbistum führen wird. „Wir können im Erzbistum Köln den Konflikt um die „Woelki-Hochschule“ nicht noch zusätzlich gebrauchen“, so die Stadtdechanten. Die Katholische Hochschule für Theologie in Köln müsse deshalb unverzüglich auf den Prüfstand gestellt werden.

 

"Das Paradies ist nicht verloren" - Ökumenischer Gottesdienst und Veranstaltung zu Schöpfungsverantwortung 23./26. September

16. August 2022; KSD

pfarrbriefservice.de

­"An der Grenze - zum Paradies" - Ökumenischer Gottesdienst am Freitag, 23.9.2022, um 17 Uhr im Kölner Dom

Trotz Klimawandel, Corona-Pandemie und zahlreicher Kriege: „Das Paradies ist keineswegs verloren. Es ist nur noch nicht gewonnen“. So lautet eine These von Pastor Dr. Constantin Gröhn, dem Mitverfasser des Konzeptpapiers „Paradising“.

Was damit gemeint ist,  entfaltet er in seiner Predigt im Ökumenischen Gottesdienst im Rahmen der Dreikönigswallfahrt am Freitag, 23.09.2022, um 17 Uhr im Kölner Dom: „An der Grenze – zum Paradies“. Weitere Informationen im Flyer .

 

„LICHTBLICKE: DIE GROSSE TRANSFORMATION

Welche gesellschaftlichen und kirchlichen Kulturen des Wandels brauchen wir jetzt?“ - Vortag und Podium am Montag, 26.9.2022, um 19.30 Uhr im DOMFORUM

Die ökologische Krise steht auch im Mittelpunkt der Veranstaltung „LICHTBLICKE: DIE GROSSE TRANSFORMATION - Welche gesellschaftlichen und kirchlichen Kulturen des Wandels brauchen wir jetzt?“ am Montag, 26.09.2022, um 19.30 Uhr im DOMFORUM.

Den Impuls zur Diskussion dieser Frage gibt Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Oberbürgermeister von Wuppertal und ehemaliger Präsident des Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie. Weitere Informationen im Flyer .