Aktuelles

Hier finden Sie aktuelle Nachrichten zu stadtweiten Veranstaltungen, Initiativen und Aktionen der katholischen Kirche und ihrer Kooperationpartner in der Stadt Köln.

Überregionale Nachrichten der katholischen Kirche finden Sie auf den folgenden Webseiten:

www.erzbistum-koeln.de | www.koelner-dom.de | www.domradio.de | www.katholisch.de | www.kna.de | www.dbk.de | www.vaticannews.va/de.html

 

#Letsmeet - Ausstellung zu jüdischem Leben für Jugendliche erfolgreich gestartet

11. Oktober 2021; ksd

KSD

Die interaktive Mitmachausstellung "#Letsmeet – gemeinsam Leben in Köln" führt junge Menschen in die Welt der jüdischen (Jugend-) Kultur und Religion sowie in das jüdische Leben früher und heute ein.

Von Musik und Essen über Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Judentum, Christentum und Islam bis hin zu Zivilcourage werden viele Themen angeschnitten und zur weiteren Auseinandersetzung angeregt.

Schulklassen und Jugendgruppen ab der Jahrgangsstufe 8 durchlaufen in ca. zwei Stunden die Ausstellung und haben dabei vielfältige Möglichkeiten des Erlebens und Gestaltens.

Zwischen dem 20.09. und dem 07.10.2021 haben 23 Schulklassen/Kurse weiterführender Kölner Schulen mit insgesamt ca. 480 Schülerinnen und Schülern die Ausstellung im "Jachad", dem Jugendzentrum der Synagogen-Gemeinde in der Roonstraße, besucht. 

Die Resonanz der Schülerinnen und Schüler sowie vieler Lehrkräfte war durchweg sehr positiv.

Das motiviert die Veranstaltergemeinschaft mit dem Evangelischen Kirchenverband Köln und Region, dem Katholischen Stadtdekanat Köln, dem Erzbistum Köln und der Synagogen-Gemeinde Köln umso mehr, die Ausstellung in eine digitale Form zu bringen. Diese wird voraussichtlich zum zweiten Schulhalbjahr 2021/2022 fertiggestellt sein.

"Dann wird #Letsmeet nicht nur Schulen, sondern auch Firm-, Konfirmandenden- und anderen Jugendgruppen zur Verfügung stehen.", sagt Diakon Jens Freiwald vom Stadtdekanat Köln, der die Idee zu dieser Mitmachausstellung in ökumenischer Verbundenheit hatte.

Gefördert wurde das Ausstellungsprojekt durch den Verein "2021: jüdisches Leben in Deutschland"/Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat, dem Erzbistum Köln und der Pax-Bank.

www.321.koeln

 

Spektakulärer Abbau des Hängegerüsts am Nordturm des Kölner Domes

7. Oktober 2021; ksd

Köln (dbh/ksd). Es war ein spektakulärer Tag am Kölner Dom: das Hängegerüst am Nordturm, das schon fast ein eigenes Wahrzeichen am Kölner Wahrzeichen ist, wurde von Spezialisten der Dombauhütte und der Firma Wasel mit ihrem gigantischen Hydraulikkran abgenommen. Viele Kölnerinnen und Kölner ließen es sich nicht nehmen, die mehrere Stunden dauernden Arbeiten live vor Ort zu verfolgen. Für alle Daheimgebliebenen und Auswärtigen übertrug DOMRADIO.DE live. Eine Kurz-Reportage sehen Sie hier.

 

Bei bestem Wetter wurde das etwa 30 Meter hohe Gerüst, das in 105 Metern Höhe am Nordturms des Kölner Domes hing, mit einem Hydraulikkran der Firma Wasel GmbH (Schwerlastlogistik Turmdrehkrane / Hagedorn Unternehmensgruppe) abgenommen. Die vorbereitenden Arbeiten begannen um 7 Uhr morgens. Gegen 10.15 Uhr konnte der erste Gerüstpfeiler abgehoben werden. Gegen 15.30 Uhr war die Abnahme des Hängegerüstes ohne Komplikationen oder Schäden für den Bau abgeschlossen.

 

Wochenlange logistische Planung


Dombaumeister Peter Füssenich zeigt sich erleichtert über die gelungene Aktion: „Allen beteiligten Mitarbeitenden der Firma Wasel und der Kölner Dombauhütte sowie allen anderen Beteiligten, ganz besonders aber dem Kranführer und den Gerüstbauern, sei für ihren enormen Einsatz und ihre hochkonzentrierte, behutsame Arbeit gedankt! Danken möchte ich auch dem Dompatron Petrus, dass er uns heute einen windstillen Vormittag beschert hat.”

Dem Kraneinsatz sind in den vergangenen Wochen umfassende logistische Planungen vorausgegangen. Der Rückbau des Hängegerüsts erfolgte in den Sommermonaten durch die Gerüstbauer der Dombauhütte. Dabei wurden bereits mehr als 20 Tonnen Material aus dem Gerüst ausgebaut. Bis Ende September war das aus leichten Aluminium-Elementen zusammengesetzte Gerüst bis auf die beiden großen seitlichen Gerüstpfeiler und die obere Plattform vollständig entkernt. Diese hatten zusammen noch immer ein Gewicht von etwa zehn Tonnen.

Da deren Abbau vor Ort einen unverhältnismäßig hohen zeitlichen und finanziellen Aufwand bedeutet hätte, wurden diese Teile des Gerüsts in drei Stücken vom Turm abgenommen. Nach der Abnahme wurde das Gerüst auf den Roncalliplatz transportiert und wird dort im Laufe der kommenden Wochen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Dombauhütte in seine Einzelteile zerlegt. In ähnlicher Form ist dies bereits 2006 und 2013 bei den früheren Hängegerüsten vorgenommen worden.

Am Freitag, 8. Oktober, wird mithilfe des Krans und eines Fahrkorbs die Westfassade des Domes befahren, um nicht zugängliche Bereiche des Bauwerks im Rahmen des regelmäßigen Monitorings auf Schäden zu untersuchen und gegebenenfalls kleinere Sicherungsmaßnahmen vorzunehmen.

Bei dem eingesetzten Kran handelt es sich um einen Liebherr LTM 1650-8.1, einen mit 700 Tonnen Hubkraft ausgestatteten Hydraulikkran der Firma Wasel. Er ist mit einem 45 Meter langen Hydraulikausleger, einer 87,5 Meter langen Wippspitze und 155 Tonnen Ballast ausgestattet. In der für die Gerüstabnahme aufgebauten Form hatte der Kran mit Ausleger und Gegengewichten ein Gesamtgewicht von fast 290 Tonnen. Er erreicht eine maximale Höhe von etwa 124 Metern und eine Hakenhöhe von 117 Metern sowie eine maximale Ausladung von 66 Metern.

 

Hintergrund

 

Bei dem Gerüst, mit dessen Aufbau im März 2011 begonnen wurde, handelte es sich um das dritte Hängegerüst am Nordturm. Auslöser für den Beginn der Restaurierungsarbeiten war ein Steinschlag während eines schweren Sturmes am 24. November 1984. Damals war ein 3,25 Meter hohes Element einer Turmfiale aus etwa 100 Metern Höhe abgestürzt und hatte schwere Schäden an den Seitenschiffdächern verursacht. Anschließende Untersuchungen kamen zu dem Ergebnis, dass die Schadensursache in der Verwendung von Messing- und Eisenarmierungen während der Turmvollendung in den 1870er-Jahren liegt.

Während die Messingelemente oft gebrochen sind, führt die Oxidation des Eisens zu Rostsprengungen, die den ansonsten hervorragend erhaltenen Obernkirchener Sandstein zerstören. Die fraglichen Metallelemente finden sich an den vier gewaltigen, etwa 30 Meter hohen Fialaufbauten an den Ecken beider Türme und hier ausschließlich in einem Bereich zwischen 80 und 100 Metern Höhe. Teilweise wurden bereits tonnenschwere Aufbauten durch den Rost um mehre Millimeter angehoben. Die Versetzsteinmetzen der Dombauhütte müssen daher alle Anker und Dübel aus Messing und Eisen ausbauen und durch neue, nicht rostende Elemente aus Edelstahl ersetzen.

Die Restaurierungsarbeiten an den Türmen begannen 1996 mit dem Aufbau des ersten Hängegerüsts an der Südwestecke des Nordturms; es hing bis 2006. Das zweite Gerüst befand sich von Frühjahr 2002 bis 2013 an der Südostecke des Turms. In den kommenden Jahren soll die Restaurierung der Nordostecke des Turms erfolgen. Das hierfür benötigte Hängegerüst wird frühestens 2023 aufgebaut, um im Jubiläumsjahr 2022, in dem sich die Weihe des Domchores zum 700. Mal jährt, die Westfassade weitgehend gerüstfrei zu halten. Zuvor werden die kriegsbeschädigten Fialen auf der Westseite des Helmumgangs in 100 Metern Höhe restauriert und ergänzt. Hierfür sind kleinere Gerüste notwendig.

Neben der Erneuerung der Anker und Dübel wurden in den vergangenen Jahren am nordwestlichen Fialaufbau des Turms ausgewaschene Fugen geschlossen sowie zahlreiche Sturm- und Kriegsschäden beseitigt. Hierzu wurden knapp 50 neue, teils sehr aufwändige Werkstücke wie Kreuzblumen, Krabben (Blattornamentik), Elemente von Wimpergen (gotische Ziergiebel) und Fialen unterschiedlicher Größen durch die Steinmetzinnen und Steinmetzen der Dombauhütte neu gefertigt. Oberstes Ziel war es dabei, so viel Originalsubstanz zu erhalten wie möglich und nur zerstörte Elemente zu erneuern. Daneben bedurften auch die vier monumentalen Engelfiguren, welche auf einer Höhe von etwa 75 Metern stehen, einer Restaurierung. In den 1870er-Jahren aus Savonnières-Kalkstein gefertigt, zeigten sie teilweise bedenkliche Verwitterungsspuren. Zwei Engel wurden durch originalgetreue Kopien ersetzt, die beiden anderen nach eingehenden Untersuchungen vor Ort gefestigt und gegen weitere Verwitterung geschützt. Die Restaurierungsarbeiten waren im Sommer 2020 abgeschlossen worden.

 

Sowohl die Erneuerung der zerstörten Bauelemente als auch der Engel-Skulpturen wurde über ein Patenschaftsprogramm des Zentral-Dombau-Vereins finanziert. Allen Patinnen und Paten sei auch an dieser Stelle herzlich gedankt!

 

Ursula-Festwoche 2021: Gottesdienste, Konzerte und Vesper mit Prozession (17. bis 24. Oktober)

29. September 2021; ksd

Köln. Vom 17. bis 24. Oktober feiert das katholische Köln die Stadtpatronin St. Ursula. In der Basilika St. Ursula stehen in der Ursula-Festwoche besondere Gottesdienste, Konzerte und eine Vesper mit Prozession auf dem Programm.

 

Das Festprogramm

 

Sonntag, 17. Oktober

17 Uhr: Konzert in St. Ursula

„Ensemble del pesciolino“: Mit Mandoline, Mandola, Mandoloncello, Gitarre und Kontrabass präsentiert das Ensemble vielfältige Stücke der Zupfmusik, unter anderem aus Japan und Südamerika. Höhepunkt des Konzertes ist das Gitarrenkonzert von Eduardo Angulo.
Eintritt frei – Spenden erbeten.

 

Donnerstag, 21. Oktober

18 Uhr: Festmesse mit Stadtdechant Msgr. Robert Kleine zu Ehren der heiligen Ursula.
Musik: Franz Schubert, Messe Nr. 2, G-dur für Soli, Chor und Streicher. Mitglieder des St. Kunibertchores,  Ltg.: Gerhard Blum

 

Freitag, 22. Oktober

7.30 Uhr: Frühmesse zu Ehren der heiligen Cordula. Im Anschluss Kaffee „to go“.

 

Samstag, 23. Oktober

19 Uhr: Konzert: Werke des Barock in St. Ursula
Margret Hoppe (Orgel), Ursula Groten (Flöten) und Franziska Schacht (Alt) spielen Werke von Bach und Telemann.
Eintritt frei – Spenden erbeten.

 

Sonntag, 24. Oktober

10.15 Uhr Festgottesdienst mit Stadtdechant Msgr. Robert Kleine zu Ehren der heiligen Ursula.

Musik: M. Haydn: „Messa della Benedicenza“, Chor St. Andreas / St. Ursula, Solisten, Accademia Andreae, Ltg.: Christoph Kuhlmann.

17.30 Uhr Ursulavesper, musikalisch gestaltet von Cantus Novus Köln, Ltg: Matthias Bartsch, im Anschluss kurze Prozession um die Basilika. 

 

Anmeldung zu den Konzerten erbeten über www.katholisch-in-koeln.de 

 

Hier gibt es das Plakat mit einem Überblick über die Termine zum Download.

 

Hospiz im Blick 2021: Abschied ohne Abschied nehmen – Hybridveranstaltung (DOMFORUM und online am 9. Oktober)

29. September 2021; ksd

Köln. „Wie ist er gestorben? Hat sie große Schmerzen gehabt? Was hat er oder sie noch gesagt? War sie/er allein im Sterben?“: All dies beschäftigt Hinterbliebene stark, wenn sie in den letzten Stunden nicht bei ihren Verstorbenen sein konnten. In der Corona-Pandemie war das Abschiednehmen oft nicht möglich. Aber dies erleben auch viele Zugehörige bei Unfalltod oder plötzlichem Herztod oder wie zuletzt bei der Flutkatastrophe im Juli. Beim Hospiz- und Palliativtag am Samstag, 9. Oktober, geht es im DOMFORUM um diese und andere Fragen und Themen. Die Veranstaltung findet statt als Präsenzveranstaltung (Anmeldung erforderlich) sowie im Live-Stream.

 

Programm

12 Uhr | Eröffnung und Grußworte 
Stellv. Stadtdechant Pfr. Karl-Josef Schurf; 
Stadtsuperintendent Dr. Bernhard Seiger; 
Bürgermeister Dr. Ralf Heinen 

 

12.30 Uhr | Podiumsgespräch: Abschied ohne Abschied nehmen 
Christoph Kuckelkorn, Bestatter; 
Manuela Pfeil, Pflegefachkraft; 
Peter Otten, Seelsorger; 
Petra Schlieber, Angehörige


Einführung: Prof. Dr. Steffen Simon, Palliativzentrum der Uniklinik Köln 
Moderation: Hilde Regeniter, DOMRADIO.DE

 

14 Uhr | Kultureller Ausklang: Gedichte vom Abschied 
Markus Juraschek-Eckstein, Rezitation; 
Lilian Mann, Cello

 

Veranstaltungsort: DOMFORUM, Domkloster 3, 50667 Köln

Auskunft: Dr. Angelika Fürst | 0221 92584768

Anmeldung für Online-Teilnahme: Katholisches Bildungswerk Köln 
Anmeldung für Präsenz-Teilnahme: Einlass-Ticket buchen (max. 50 Plätze)

 

Veranstalter

Katholisches Bildungswerk Köln

Hospiz + Palliativ Arbeitsgemeinschaft Köln (HAK) 

 

Katholisches Bildungswerk Köln mit neuem Halbjahresprogramm: „Bildung mit besonderer Qualität – fachlich und menschlich“

28. September 2021; ksd

Köln. „Bildung ist ein Menschenrecht“, sagt der Kölner Stadtdechant Msgr. Robert Kleine im Beitrag auf Radio Köln. Er ist auch Mitglied im Beirat des Katholischen Bildungswerks Köln, das jetzt sein neues Halbjahresprogramm vorgestellt hat. Nach den schwierigen anderthalb Jahren mit den Corona-Maßnahmen, die viele Veranstaltungen unmöglich gemacht haben, startet das Bildungswerk jetzt wieder mit voller Kraft durch – und feiert dabei gleichzeitig sein 45-jähriges Bestehen. Das Angebot unter der Devise „Bildung mit besonderer Qualität – fachlich und menschlich“ ist für alle offen, betont Leiter Rainer Tüschenbönner. Im Programm findet sich ein breites Themenspektrum für die berufliche und persönliche Bildung und Entwicklung. Viele Angebote sind kostenfrei nutzbar, an anderen kann man für eine geringe Gebühr teilnehmen.

 

Mehr unter bildungswerk-koeln.de

 

„Dompolizist“ Burkhard Jahn zum „Ritter des Silvesterordens“ ernannt

27. September 2021; ksd

Köln/Rom (pek/ksd). Papst Franziskus hat Polizeihauptkommissar a. D. Burkhard Jahn zum „Ritter des Silvesterordens“ ernannt. Damit wird Jahn für sein langjähriges Engagement für die Anliegen der Katholischen Kirche im Stadtdekanat Köln geehrt.

Weihbischof Rolf Steinhäuser überreichte ihm die Urkunde im Rahmen der Dreikönigswallfahrt am 25. September im Kölner DOMFORUM und würdigte Jahns Verdienste: „Burkhard Jahn war mehr als ein Jahrzehnt lang das Gesicht der Polizei am Kölner Dom. Auch bei Großveranstaltungen und unzähligen Demonstrationen, die im Umfeld des Domes stattfanden, sorgte er mit seinen hervorragenden Kontakten und Vernetzungen stets dafür, dass der Dom seine Würde als Gotteshaus behielt.“ 

Jahn ist im vergangenen Jahr in den Ruhestand getreten. In seiner Heimatpfarrei St. Johann-Baptist in Refrath ist er seit vielen Jahren ehrenamtlich als Katechet und Kommunionhelfer tätig. 

 

Stadtdechant Kleine würdigt den „echten kölschen Schutzmann“

 

Als Kölner Stadt- und Domdechant dankte auch Msgr. Robert Kleine dem Geehrten ganz besonders für dessen Engagement rund um den Kölner Dom: „In den vielfältigen Problemfeldern einer turbulenten Innenstadt mit einer komplizierten Domumgebung war Herr Jahn ein unverzichtbarer Ansprechpartner für den Dom.“ Jahn sei dabei in allen Sicherheitsfragen für besondere Gottesdienste, Prozessionen und Veranstaltungen in der Kölner Kathedrale ein zuverlässiger Ansprechpartner gewesen, würdigte Kleine den auch als „Dompolizisten“ bekannten Beamten. 

Besondere Anlässe in Jahns Dienstzeit waren etwa der Eucharistische Kongress 2013 mit fast 50.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, das Requiem und die Beisetzung des früheren Erzbischofs Joachim Kardinal Meisner im Jahre 2017 oder auch kulturelle Höhepunkte wie die große Licht-Installation „Dona nobis pacem“ am Kölner Dom, die 2018 an das Ende des Ersten Weltkrieges erinnerte und an mehreren Abenden rund 150.000 Menschen anzog.

„Ich schätze seine besonnene Art, und dass es ihm stets darum ging, zwischen den verschiedenen Interessen zu vermitteln und kritische Situationen möglichst frühzeitig zu entschärfen oder gar nicht erst entstehen zu lassen“, so Kleine. Burkhard Jahn sei ein ,kölscher Schutzmann‘, wie er im Buche stehe – immer nah bei den Menschen, mit einem offenen Ohr für Kölnerinnen und Kölner, für Touristen, Wohnungslose, Hilfesuchende. „Es war immer spürbar, dass Burkhard Jahn für seinen Dienst nicht nur Kraft im Glauben geschöpft hat, sondern dass sein christliches Grundverständnis vom Menschen und vom Dienen diese Arbeit geprägt hat“, sagte der Stadt- und Domdechant und dankte Jahn von Herzen.

 

Stichwort Silvesterorden

 

Mit dem Orden des Heiligen Papstes Silvester, kurz Silvesterorden, werden Laien für ihr besonderes Engagement rund um Kirche und Ehrenamt geehrt. Verbunden mit der Ordensverleihung ist die Ernennung zum „Ritter des Ordens vom Heiligen Papst Silvester“. Es handelt sich um den fünfthöchsten Orden für Verdienste von Laien in der römisch-katholischen Kirche. Der päpstliche Ritterorden besteht aus einem goldenen, weißemaillierten Malteserkreuz mit dem Bild Papst Silvesters. Auf der Rückseite ist das Papstwappen zu sehen. 

 

Stadtdechant Kleine zur Eröffnung der Dreikönigswallfahrt: „Der Stern begleitet uns“ – Hoffnungszeichen und Mutmacher

24. September 2021; ksd

Köln. Zum Auftakt und zur Eröffnung der Dreikönigswallfahrt lenkte Stadtdechant Msgr. Robert Kleine den Blick auf die Themen Macht und Hoffnung. Die Heiligen Drei Könige stellte er den Mitfeiernden in der Pilgermesse des Stadtdekanats als Vorbilder für den persönlichen Lebens- und Glaubensweg vor Augen.

 

„Mich faszniert der nächtliche Sternenhimmel“, sagt der Kölner Stadt- und Domdechant zu Beginn seiner Predigt, als er daran erinnert, wie die Heiligen Drei Könige, Sterndeuter oder auch Weisen voller Vertrauen einem ungewöhnlichen Himmelsphänomen gefolgt sind, weil sie spürten, dass dieser Stern sie zu etwas Besonderem zog und leitete. Kleine erzählt von Vincent van Goghs weltberühmten Gemäde „Die Sternennacht“. „So blütengelb habe ich die Sterne noch nie gesehen“, sagt der Stadtdechant. Das Bild, das 1889 entstand, sei für den depressionskranken niederländischen Maler sicherlich ein Hoffnungsbild gewesen.

 

Zuflucht und Hoffnungsschimmer

 

„Als ein Versuch wird es gesehen, seine Krankheit zu bändigen.“ Die Depression, in der es so viel Schatten gebe und Dunkelheit. „Eine Krankheit, bei der es darum geht, das Gefühl zu bekämpfen, nutzlos dahin zu leben und seine Bestimmung zu verfehlen.“ In dieser Grundstimmung malte van Gogh einen strahlenden Abendhimmel, eine Sternennacht. In einem Brief habe er mit Bezug auf dieses Bild und seine Krankheit geschrieben: „Dies alles hält mich nicht davon ab, ein unbändiges Verlangen nach – soll ich das Wort sagen? – nach Religion zu haben. Dann gehe ich in die Nacht hinaus, um die Sterne zu malen“, zitiert Kleine. „Er hat ganz viele hell leuchtende, wunderschöne Sterne gemalt. Für van Gogh sind die Sterne eine Zuflucht – und ein Hoffnungsschimmer.“

„Auch für mich ist der Stern ein Symbol der Hoffnung“, sagt der Stadtdechant weiter. „Er leuchtet, wenn rundum Finsternis herrscht. In Dimensionen, die wir uns gar nicht vorstellen können, in Entfernungen, die wir nicht ermessen können, strahlt er. Die Dunkelheit ist dann nicht zu fürchten, auch wenn der Weg nur schemenhaft oder gar nicht sichtbar ist. Im übertragenen Sinne: Wenn Unsicherheit und Angst mir zur Last werden. Denn wer die Dunkelheit nicht aushält, für den ist jede noch so kleine Lichtquelle ein Zeichen der Hoffnung und ein Mutmacher. Eine Lichtquelle, die Kraft schöpfen lässt.“

 

Machtmissbrauch und die Macht des Kleinen, Schwachen

 

Obwohl die Drei, die heute als heilige Könige im Kölner Dom verehrt werden, erfahrene Sterndeuter waren, sind sie zunächst vom richtigen Weg abgekommen, erinnert Kleine. Sie erwarteten und erhofften, den neugeborenen König, dessen Geburt ihnen der Stern verheißen hatte, in einem Palast zu finden. Wo auch sonst? Es falle ja ganz automatisch in den Blick: „Das Machtvolle, der König, der Hof, die Macht.“ Doch der (neue) große König ist ganz „macht-los“, quasi „ohn-mächtig“, so Kleine: „Ohne Macht liegt er im Stall von Bethlehem.“

Herodes sei ein König gewesen, der seine Macht immer wieder missbraucht habe. „Bei ihm ist nichts Gutes zu erwarten – wie immer, wenn Mächtige nur darauf aus sind, ihren eigenen Einfluss zu erhalten und zu sichern“, betont der Stadtdechant. „Die Macht-Inszenierung des Herodes steht im totalen Gegensatz zu dem, für das die Krippe zum Sinnbild geworden ist, für das Kleine, Schwache, Bedürftige, Ohnmächtige. In der Krippe entdecken die Weisen eine ,Macht-Inszenierung`eigener Art: Gott wie einer von uns.“

Macht an sich sei nicht schlecht, sondern könne auch Positives bedeuten. Mit Blick auf die wenige Tage später anstehenden Bundestagswahlen erläutert Kleine: „Eine starke Demokratie, ein funktionierendes Rechtssystem, freie Medien, das hat doch sein Gutes! In einer Studie las ich vor kurzem, dass weltweit nur zwei Prozent aller Menschen in einer nach unserem Verständnis freien Zivilgesellschaft leben, in der sie ihre Grundrechte auf Meinungsfreiheit, Meinungsäußerung, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit und Religionsfreiheit uneingeschränkt – uneingeschränkt! – ausüben können. Und wir, Deutschland, gehören dazu.“

 

Dem Stern folgen und Christus finden

 

Christinnen und Christen sind dazu eingeladen, dem Vorbild der heiligen Sterndeuter zu folgen, so Kleine weiter. „Folgen auch wir dem Stern, brechen auch wir immer wieder auf, um Christus, den König der Welt, in unserem Leben zu suchen und zu finden.“ Und eben nicht in dem Mächtigen, im Prachtvollen, sondern gerade im Nächsten: „Was ihr dem Geringsten meiner Schwestern und Brüder tut, das habt ihr mir getan“, zitiert der Stadtdechant aus dem Matthäus-Evangelium.

„Jede und jeder von uns hat schon so manche Wegstrecke hinter sich, auf unserem Lebens- und Glaubensweg“, sagt Kleine. „Das gehört für uns als Menschen, aber auch als Christinnen und Christen zum Leben dazu: Aufbrechen, losgehen, sich vergewissern, Unsicherheiten aushalten, Unbekanntes erkunden, stehenbleiben, umkehren, in Sackgassen laufen, auf einer Gratwanderung die Balance verlieren, straucheln, wieder aufstehen. Oder mit anderen Worten, was den Glauben betrifft: Fragen, suchen, glauben, zweifeln, vertrauen. Jeder Weg kann und möchte für uns ein Weg des Glaubens werden, auf den Nächsten hin und auf Gott hin. So wie die Heiligen Drei Könige, die Weisen, ihren Weg gegangen sind unter einem guten Stern.“

 

Immer wieder Stern-Stunden: Was machen wir daraus?

 

Die drei Magier haben ihr Ziel erst im zweiten Anlauf erreicht, erinnert Kleine. „Aber was, wenn wir in unserem Leben mehr als zwei Versuche haben? Oder wenn wir das Gefühl haben nie anzukommen, da, wo wir eigentlich hinwollen? Vertrauen wir darauf, dass uns immer wieder Kraft geschenkt wird, den nächsten Versuch zu wagen, dem Stern zu folgen. Ungeachtet aller Enttäuschungen, die sicherlich auch in unserem Lebensbuch schon reichlich Platz gefunden haben. Der Stern begleitet uns!“

Der Stern von Bethlehem ist ein Sinnbild geworden für Jesus Christus selbst, „den Morgenstern, der leuchtet und strahlt, der als Erster aufgeht“, sagt Kleine. „Und wer sich auf diesen Stern verlässt, auf ihn schaut und ihm folgt, der erlebt in seinem Leben immer wieder ,Stern-Stunden`des Glücks und der Begegnung mit anderen Menschen, Sternstunden in der Begegnung mit Gott.“

Der Seelsorger lenkt den Blick darauf, dass diese Begegnungen nicht folgenlos bleiben können: „ Zu gern wüsste ich, was die drei Weisen aus der Begegnung mit Jesus mitgenommen haben nach Hause. Es heißt nur, sie gingen auf einem anderen Weg in ihre Heimat zurück. Was haben sie künftig anders gemacht? Wie hat sich das in ihrem Alltag ausgewirkt, was sie da erlebt haben? Gott ist Mensch geworden – was haben sie daraus gemacht? Was machen wir daraus? Was bedeutet das für mein, für unser Leben?“ 

Der Evangelist Matthäus habe berichtet, wie die drei weisen Könige vor dem Kind im Stroh des Stalles niederfielen und den Neugeborenen anbeteten. „Sie fielen nieder“, betont Kleine, „dazu muss ich mich klein machen, hinunterschauen, niederknien. Mich selbst nicht so wichtig nehmen – egal, welches Amt, welche Position ich innehabe.“

 

Einmal ankommen wie die Heiligen Drei Könige

 

Im Inneren des Domes schmückt ein Sternenhimmel das Gewölbe, weil die Kathedrale ein Abbild des himmlischen Jerusalems sein sollte, des Ziels allen irdischen Seins. Draußen, auf dem Vierungsturm, begrüße seit Jahrhunderten der goldene, große „Stern von Bethlehem“ die Pilgerinnen und Pilger von weither. Er weist hin auf das Haus Gottes, in dem die Reliquien der Heiligen Drei Könige verehrt werden. Doch diese Gebeine im Dreikönigenschrein sind kein Selbstzweck, betont Kleine. „Die Heiligen Drei Könige stellen nicht sich selbst in den Mittelpunkt, sondern die Weisen verweisen auf das Kind, das sie beschenkt haben mit Gold, Weihrauch und Myrrhe. So sind auch wir immer wieder eingeladen, auf den Stern zu schauen und vor allem auf Jesus Christus, Gottes Sohn. Und so können wir bitten: Weise mir Gott, den Weg, den ich gehen soll. Schicke mir deutliche Hinweise an den Wegkreuzungen meines Lebens, zeig' mir Himmelsspuren, zeig' mir den Stern, dem ich auf Erden folgen soll. Und so erfüllt sich hoffentlich auch einmal mein Wunsch, unser Wunsch anzukommen wie die drei Weisen.“

 

Die Predigt von Stadtdechant Msgr. Kleine und den Gottesdienst zur Eröffnung der Dreikönigswallfahrt finden Sie auf DOMRADIO.DE im Video.

 

Interviews, Videos und Informationen zur Wallfahrt finden Sie in diesem Beitrag und auf dreikoenige-koeln.de

 

Die Kollekten während der Dreikönigswallfahrt, die bis zum 26. September dauert, sind für in Projekt der Malteser für Menschen ohne Krankenversicherung bestimmt sowie für die Fluthilfe nach der Flutkatastrophe vom Juli bestimmt. Die Gebete gelten besonders auch der Bitte um Frieden in Afghanistan.

   

Stellungnahme von Stadtdechant Msgr. Robert Kleine zur Entscheidung des Vatikan für das Erzbistum Köln

24. September 2021; ksd

Köln (ksd). Zur heutigen Verlautbarung der Apostolischen Nuntiatur in Berlin über die Entscheidung von Papst Franziskus zum Erzbistum Köln veröffentlicht das Katholische Stadtdekanat Köln eine Stellungnahme von Stadtdechant Msgr. Robert Kleine. Im Wortlaut:

 

Ich bin zunächst froh, dass mit der heutigen Mitteilung des Heiligen Stuhls eine Zeit des Wartens und der Ungewissheit beendet wurde, unter der viele Menschen in unserer Stadt und darüber hinaus gelitten haben.

Im Rahmen der Apostolischen Visitation wurde festgestellt, dass es in unserem Erzbistum „zu einer Vertrauenskrise gekommen ist, die viele Gläubige verstört“ (1) hat. Nicht wenige fragten und fragen sich traurig und enttäuscht, ob sie sich weiter in ihren Gemeinden und Verbänden engagieren sollen; auch die Kirchenaustritte der vergangenen Monate zeugen davon. 

Der Papst spricht heute von einer erforderlichen „Zeit des Innehaltens, der Erneuerung und der Versöhnung“. (2)

Erforderlich ist aber nicht nur ein „geistlicher Prozess der Versöhnung und Erneuerung“ (3), sondern auch ein inhaltlicher, kommunikativer und pastoraler Prozess der Erneuerung, der zugleich ein gemeinsamer geistlicher Weg sein sollte. 

All dies wird Zeit brauchen. Aber auch Haltungsänderungen sind nötig. Denn das verlorene Vertrauen zurückzugewinnen, ist sehr schwer. Wir als Verantwortliche in der Kirche können Vertrauen nicht wiederherstellen –  es kann uns nur neu geschenkt werden. 

Ich sehe die Chance, dass uns das als Kirche langfristig auch gelingen kann, aber Grundvoraussetzung dafür ist ein wirklich ehrlicher und offener Dialog: mit den Gremien, Gemeinden und Verbänden, mit den Haupt- und Ehrenamtlichen, mit Frauen, Männern und Jugendlichen innerhalb und außerhalb der Kirche sowie auf politischer und gesellschaftlicher Ebene.

 

Quelle/Zitate:

(1) Mitteilung des Heiligen Stuhls vom 24. September 2021

(2) Ebd.

(3) Ebd.

 

Im Interview mit DOMRADIO.DE erläutert Kölns Stadtdechant Msgr. Robert Kleine, wie es aus seiner Sicht im Erzbistum Köln weitergehen kann und worauf es wirklich ankommt.

   

Hier können Sie die Stellungnahme von Stadtdechant Msgr. Robert Kleine in seiner Originalstimme nachhören.

 

Festwoche St. Josef in Porz: „Mittendrin begegnen und feiern“ (21. bis 26. September)

20. September 2021; ksd

Köln (kip). Der heilige Josef ist laut den biblischen Berichten der Ziehvater Jesu und der Mann Marias. Vor 150 Jahren erklärte Papst Pius IX. ihn zum Schutzpatron der katholischen Kirche. Aus diesem Anlass rief Papst Franziskus 2021 zum Jahr des heiligen Josef aus. Mitten in Köln-Porz steht die Kirche St. Josef. Sie ist eine der zwölf katholischen Porzer Kirchen, die seit Mai 2019 in Porz von einem gemeinsamen Seelsorgeteam begleitet werden. Mit dem „kreativen Mut“ des heiigen Josef soll die „Festwoche St. Josef“ ein Beitrag der Katholischen Kirche in Porz dafür sein, dass die Neue Porzer Mitte um den Markt eine gemeinsame Mitte in Porz werden kann. Das Projektteam und der Festausschuss mit der Leitung von Kaplan Robert Knežević haben dazu ein reichhaltiges Programm für alle Porzer organisiert und veranstalten die Festwoche vom 21. bis 26. September.

Während der Monate der Pandemie entwickelte sich St. Josef mit seinem Samstagsangebot und der Offenen Kirche in der Woche zu einem Anlaufpunkt für viele Porzer. Hier finden sie Seelsorger und Ehrenamtliche als Ansprechpartner und erleben die Stille und Ruhe des Kirchenraumes als persönliche Zeit mit Gott. Dies geschieht an den Werktagen, im Alltag und mitten in Porz. Der heilige Josef erlebte die Nähe Gottes im täglichen Leben. Als Nährvater des Sohnes Gottes sorgte er für Sicherheit und Geborgenheit in der Familie. In der Festwoche rückt die Gemeinde ihn in den Fokus und hebt seine Bedeutung für uns und unsere Zeit hervor.

Papst Franziskus schreibt im apostolischen Schreiben „Patris Corde“ über Josef: „Auch unser Leben scheint manchmal starken Mächten ausgeliefert zu sein. Doch das Evangelium sagt uns, dass es Gott immer gelingt, das zu retten, worauf es ankommt, vorausgesetzt, dass wir den gleichen kreativen Mut aufbringen wie der Zimmermann von Nazareth. Er versteht es, ein Problem in eine Chance zu verwandeln, und zwar dadurch, dass er immer in erster Linie auf die Vorsehung vertraut. Wenn Gott uns manchmal nicht zu helfen scheint, bedeutet das nicht, dass er uns im Stich gelassen hat, sondern dass er auf uns vertraut und auf das, was wir planen, entwickeln und finden können.“

Zum Programm der Festwoche gehören Gottesdienste, eine Theologische Festakademie, besondere Angebote für Kinder und Familien, die PorzerOrgelParty und ein Fest rund um die Kirche.

 

Gebet der Religionen am 21. September: 15 Jahre „Kölner Friedensverpflichtung“

20. September 2021; ksd

Köln. Der Kölner Rat der Religionen lädt am Dienstag, 21. September, dem Weltfriedenstag der Vereinten Nationen zum Gebet der Religionen ein. In diesem Jahr liegt der Fokus auf der „Kölner Friedensverpflichtung“, die vor 15 Jahren verabschiedet wurde. Darin verpflichten sich die Religionen, sich gegen Hetze, Ausgrenzung und Gewalt zu engagieren. Sie versprechen zugleich, sich für ein friedliches Miteinander von Religionen, Kulturen und Ethnien einzusetzen.

 

Veranstaltungsort ist der Garten der Religionen, Stolzestraße 1A. Beginn ist um 18 Uhr.

 

Hier der Infoflyer zum Download.

Talk am Dom: „Bewusst wählen“ – Podium zur Bundestagswahl im DOMFORUM am 16. September

15. September 2021; ksd

Köln (df). Eine gute Woche vor der Bundestagswahl blickt die Veranstaltung „ Bewusst wählen“ im DOMFORUM am Donnerstag, 16. September, auf die Wählerinnen und Wähler. Beginn ist um 17.30 Uhr.
„Wie finde ich eigentlich Kriterien für meine Wahlentscheidung? Was ist mir wichtig? Wer oder was beeinflusst derzeit oder generell meine Entscheidung? Bin ich mir meiner Werte bewusst, die mir Orientierung geben, um eine Wahlentscheidung zu treffen? Welche Rolle spielt meine persönliche Geschichte, meine Biografie, Sozialisation oder berufliche Situation. Wie hat die Coronazeit meine persönlichen Bedürfnisse, meine politische Haltung und mein politisches Interesse verändert? Welche Rolle spielen gerade die zunehmenden Polarisierungseffekte in unserer Gesellschaft und die Tendenz, dass Menschen immer wieder und immer mehr in Blasen ,gefangen‘ zu sein scheinen.“
Um diese und anderer Fragen geht es im Gespräch mit dem Politikwissenschaftler und Publizisten Dr. Andreas Püttmann, dem Leiter der Landeszentrale für politische Bildung, Dr. Guido Hitze, und der Kölnerin Klimaaktivistin Leonie Bremer, einer der Pressesprecherinnen von „Fridays for Future Deutschland“.

 

Der Eintritt ist frei. Voranmeldung und Sitzplatzreservierung unter www.domforum.de/veranstaltungen/ticketseite


Eintritt nur nach „3G“ (Geimpft, Genesen, Getestet mit Nachweis eines tagesaktuellen Bürgertests) und mit Personalausweis.

 

Jubiläum mit Stadtdechant Kleine: 20 Jahre Waldmesse im Lindenthaler Tierpark – „Die Kirche muss eine Christians for Future-Bewegung sein“

13. September 2021; ksd

Köln. Die Idee ist zwei Jahrzehnte alt und mobilisiert mittlerweile Menschen aus dem gesamten Stadtgebiet. Denn die Lindenthaler Waldmesse ist ein attraktiver Treff für alle Generationen. Dabei steht im Zentrum immer der Dank für Gottes schöne Natur.

„Für uns ist das eines der Highlights des Jahres“, schwärmt Marianne Jung. „Hier werden Natur und Kirche zusammengeführt. Das müsste es viel öfter geben“, findet die Seniorin aus Junkersdorf, die sich mit ihrem Mann Helmut etwa eine gute halbe Stunde vor Beginn des Gottesdienstes einen Platz in der zweiten Reihe sichert. Mit direktem Blick auf den Altar. „Die Teilnahme ist für uns eine Selbstverständlichkeit; bestimmt 15 Mal waren wir schon mit dabei. Sogar mit Regenschirm haben wir hier schon gesessen.“ Auf der Wiese mit den vielen Tieren drum herum und dem Klang der Jagdhörner Eucharistie zu feiern – das habe was. Außerdem treffe man immer viele alte Bekannte. „ Auf die Messe im Tierpark freuen wir uns das ganze Jahr! Die steht fest in unserem Kalender.“

„Katholikentagsflair“ konstatiert Ralf König auf den ersten Blick. „Hier kann man ins Weite schauen und seine Nachbarn einfach mal ungezwungen ansprechen.“ Der 61-Jährige ist ehrenamtlicher Lektor der benachbarten Universitätskirche und singt im Erwachsenenchor von St. Stephan, der Gastgebergemeinde dieser traditionellen Waldmesse. „Die Sonntagsmesse mal außerhalb der sonst üblichen geschlossenen Mauern – das macht etwas mit den Menschen. Sie wirken gleich viel offener und freier“, beobachtet König, der mit Enkel Leon gekommen ist. Für den Kleinen ist natürlich im Anschluss an das lange Stillsitzen die Flugschau mit einem Weißkopfadler und Falken die besondere Attraktion, die ihn zu diesem Opa-Ausflug bewegt; Vögel, die der Fünfjährige sonst nur aus seinen Bilderbüchern kennt.

 

Anzahl der Messbesucher hat sich in 20 Jahren verzehnfacht

 

Es ist Idylle pur: Zwischen grasendem Damwild, Eseln, Hochlandrindern und Ziegen stolzieren Pfaue, Gänse, Enten und Hühner. Und es ist wie eine Art Familientreffen, weil man sich untereinander kennt und für jede Generation etwas mit dabei ist. In jedem Jahr wird der Lindenthaler Tierpark, dieses Fleckchen unberührter Natur und weitläufiges Areal am Kölner Stadtrand, zum Schauplatz für einen ungewöhnlichen Gottesdienst. Denn seit 20 Jahren lädt die Gemeinde am Ort immer im September zu dieser Open-air-Messe ein, so dass sich über die Zeit eine eigene Fan-Gemeinde gebildet hat, sich die Veranstaltung immer noch wachsender Beliebtheit erfreut und in Spitzenzeiten – wenn die Kapazitäten durch Corona nicht gerade begrenzt sind – knapp 1000 Teilnehmende verzeichnet werden. Initiator Heribert Resch, der die Idee damals aus dem Süddeutschen mitgebracht hat und nach zwei Jahrzehnten Leitung nun die Verantwortung abgeben und in die zweite Reihe treten will, bedauert: „Leider mussten wir diesmal so vielen absagen, die auch noch gerne gekommen wären, aber wegen der geltenden Pandemiebestimmungen durften es eben nur 500 Anmeldungen sein.“

Was an Motivation hinter einem solchen Engagement steckt? „Dank und Bitte“, bringt es der 82-Jährige auf die Kurzformel. „Es geht darum, für Gottes Schöpfung sehr bewusst zu danken. Und gleichzeitig darum zu bitten, dass sie dem Menschen in ihrer Schönheit erhalten bleibt. Und wo kann man das besser als ausgerechnet hier: mitten im Grünen unter freiem Himmel.“ Resch freut sich, dass sich die anfängliche Interessentenschar von etwa 60, 70 Waldmessebesuchern mittlerweile mehr als verzehnfacht hat und aus diesem „Heimspiel“ der Lindenthaler, wie Resch das nennt, längst ein Selbstläufer geworden ist, der mittlerweile Menschen aus dem gesamten Stadtgebiet und darüber hinaus anziehe.

 

Anerkennung von Oberbürgermeisterin Reker

 

Eine Institution geschaffen habe Resch, meint in einem herzlichen Grußwort Oberbürgermeisterin Henriette Reker und würdigt dessen Initiative als „vorbildlich“, weil sie dazu beitrüge, „dass unsere Gesellschaft zusammenhält“. Eine solche Messe diene „der Selbstvergewisserung unserer Beziehung zur Natur und dazu, ihren Wert wiederzuentdecken“. Sie hoffe für die nächsten Jahre und Jahrzehnte auf einen Fortbestand dieser wichtigen Tradition.

Im Einklang mit der Natur leben, sorgfältig und liebend mit den Ressourcen der Schöpfung umgehen und für sie an einem Tag wie diesem danken – das zu tun ist auch der wiederkehrende und eindringliche Appell, den Monsignore Robert Kleine an die versammelte Gemeinde richtet. „Die Verantwortung gegenüber der Schöpfung ist nicht nur ein Thema von gesamtgesellschaftlicher Relevanz, sondern stellt für Christinnen und Christen eine Verpflichtung dar, die sich aus unserem Glauben an Gott als den Schöpfer dieser Welt ergibt“, betont der Kölner Stadt- und Domdechant in seiner Predigt. So müsse auch das Konsumverhalten in der Kirche kritisch hinterfragt und verändert werden.

 

Kleine: „Der menschengemachte Klimawandel ist Realität“

 

„Die Dringlichkeit, in Fragen des Umweltschutzes und der Nachhaltigkeit aktiv zu werden, hat sich in den letzten Jahren verstärkt“, stellt er fest. Für die Kirche sei die Bewahrung des Lebens und der Schöpfung in ihrer Ganzheit auch eine Frage der Glaubwürdigkeit. „Es geht für uns als Kirche, als Gemeinden und als Einzelne darum, nachhaltig zu wirtschaften, Mobilität umweltfreundlich zu gestalten und gesellschaftspolitische Verantwortung für die Armen und für die bedrohte Schöpfung wahrzunehmen.“ Analog zu „Fridays for Future“ müsse die Kirche eigentlich eine Bewegung der „Christians for Future“ sein. „Das ist uns aufgetragen“, sagt Kleine wörtlich. Das Stadtdekanat Köln ist seit einigen Jahren Mitglied der ökumenischen Initiative „Churches for Future – Kirchen für Klimagerechtigkeit“ .

Eindringlich warnt der Stadtdechant vor den dramatischen Folgen des Klimawandels und einem schon jetzt vorausgesagten Artensterben – besonders im Mittelmeer, da die Welt aktuell auf mindestens drei Grad Erwärmung zusteuere, wie er ausführt. „Der menschengemachte Klimawandel ist Realität.“ Zunehmend seien seine ökologischen und sozialen Auswirkungen auch in Deutschland zu spüren. Die Lebensmöglichkeiten von Pflanzen, Tieren und den Menschen würden durch den derzeitigen Lebensstil des Menschen geschädigt. Konkret fordert Kleine: „Unsere Gesellschaft muss sich deshalb von Denk- und Handlungsweisen, die in der Vergangenheit auf der Ausbeutung von Menschen, Mitgeschöpfen und natürlichen Ressourcen beruhten, verabschieden.“

 

An die nachfolgenden Generationen denken

 

Denn jedes dritte Tier werde es absehbar nicht mehr geben, „wenn wir den Schalter nicht umlegen“ , gibt der Theologe zu bedenken. Um hier einen grundlegenden Wandel zu erreichen, bedürfe es der gemeinsamen Anstrengungen von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Als Europa, als Land, als Stadt Köln, als Einzelner könne jeder einen Beitrag leisten. „Nicht mehr lange haben wir die Möglichkeit, die natürlichen Grundlagen für uns und unsere Kinder zu bewahren“, erklärt er mit Nachdruck. Vieles lasse sich schon jetzt nicht mehr rückgängig machen. Leidenschaftlich wirbt Kleine: „Denken wir aber an die nachfolgenden Generationen!“

Allein der christliche Begriff „Schöpfung“ mache deutlich, dass es sich dabei um einen Plan der Liebe Gottes handele, wo jedes Geschöpf einen Wert und eine Bedeutung besitze. Zwar könne man forschen und studieren, um dieses „System“ mit dem Verstand zu durchdringen und nützliche Dinge wie segensreiche Arzneien und Impfstoffe zu entwickeln. Eine ganz andere Zugangsweise aber sei, sich einfach aufzumachen, um bei einem Spaziergang Wald und Flur zu genießen und das vielfältige Leben von Fauna und Flora zu beobachten. „In unserer Begeisterung und in unserer Freude über diese schöne Welt sind wir dem Geheimnis der Natur mitunter viel näher als in allen Labors dieser Welt“, so Stadtdechant Robert Kleine.

 

Beatrice Tomasetti

 

Stadtdechant Kleine zum 20. Jahrestag des 11. September: „Vielleicht sind die Hoffenden die Einzigen, die nicht hilflos sind“

11. September 2021; ksd

Köln. Der 11. September 2001 ist einer dieser Tage, von denen jede und jeder auch nach jetzt zwei Jahrzehnten noch sagen kann, wo sie oder er war. Wie man die Nachricht und die Bilder von den Terroranschlägen in New York und auf das Pentagon erlebt hat sowie von dem Flugzeug, das Passagiere bei Shanksville in Pennsylvania zum Absturz brachten, um einen Anschlag auf Washington zu verhindern. Es war ein Datum, das für die Welt eine Zäsur bedeutet hat, deren Folgen bis heute anhalten. Doch was blieb, waren nicht nur Trauer und Trauma – sondern auch Hoffnung. Und eine Aufforderung an uns Menschen, besonders an uns Christinnen und Christen. Darüber predigte Kölns Stadt- und Domdechant Msgr. Robert Kleine am Morgen des 20. Jahrestages im Kölner Dom.

 

„Es gibt Tage, Daten, da weiß man genau, wo man war. Und so geht es mir – und sicherlich auch Ihnen – mit dem 11. September 2001“, so Kleine. Er selbst kam nach einer Visitation mit Weihbischof Manfred Melzer in die Domsingschule zurück, wo er als Schulseelsorger tätig war. „Dann sah man, dass einige vor einem kleinen Fernseher saßen, als das erste Flugzeug in das World Trade Center geflogen war. Und zu Hause saß ich dann weiter vor dem Fernsehen und musste, wie so viele, den Einsturz dieser Türme mitansehen und erleben.“

Der Stadt- und Domdechant zitierte dann einen Schüler, der nach dem Amoklauf am Gutenberg-Gymnasium in Erfurt im April 2002 gesagt hatte: „Vielleicht sind wir Hoffenden die Einzigen, die nicht ganz hilflos sind.“ Vielleicht, so Kleine, könne das auch über dem 11. September stehen, über allen Katastrophen, vor allem über allen Anschlägen, bei denen Menschen andere Menschen töten und ihnen ganz bewusst Leid zufügen.

„Vielleicht sind die Hoffenden die Einzigen, die nicht ganz hilflos sind. Die Hoffenden, die Menschen, die tief in sich ein Bild des Lebens haben, des Lebens für sich und für andere. Die einen Blickwinkel haben, der wegführt von Terror und Tod. Und die daran glauben, dass diese Welt von Gott gut geschaffen ist. Dass sie eigentlich ein Raum des Lebens sein möchte, der die Unterschiedlichen miteinander leben lassen kann, ohne sie alle gleich zu machen. Der Platz hat für Glaubensüberzeugungen, ohne dass ich dem Anderen das Daseinsrecht absprechen ,muss‘. Dass die Welt eigentlich ein Raum ist, der der Liebe und der Versöhnung Raum und Zeit gewährt“, sagte der Stadtdechant.

 

Erinnerung an Hilfskräfte und Aufforderung zum Einsatz für den Frieden

 

Die Hoffenden seien Menschen, die nicht aufhören wollen, an das Gute im Menschen zu glauben, „ obwohl – wenn wir nach Afghanistan und in viele andere Länder schauen – das doch ganz anders aussieht und so vieles dagegenspricht“.

Die Hoffenden vor 20 Jahren seien vor allem auch die Hilfskräfte gewesen. „Zum Beispiel die elf Feuerwehrmänner, die als erstes Einsatzteam am Ort der Katastrophe waren, eingriffen, beistanden, sich durch die Staubwolke kämpften, Menschen herausbrachten – und am Ende alle umkamen“ , erinnerte Kleine. Ihr zerstörtes Feuerwehrauto ist im Gedenkmuseum am Ground Zero zu sehen. „Eine Erinnerung, dass Menschen Hoffnung haben und anderen Hoffnung schenken wollen.“

Kleine weiter: „Ich denke, dass nicht nur in meiner Erinnerung dieser Tag eingebrannt ist. Die Bilder der Menschen, die in ihrer Verzweiflung und Not aus den oberen Stockwerken der glühenden und schmelzenden Hochhäuser in den Tod sprangen. Menschen, auf deren Gesichtern der Staub und die Asche lagen und sie zu Masken werden ließen und von denen viele in den Folgejahren an Krebs gestorben sind.“

In der Folge des Dramas von New York und der anderen Orte des 11. Septembers sind Kriege geführt worden, erinnerte der Stadt- und Domdechant. „Jetzt, vor einigen Wochen in Afghanistan, sollte ein Schluss-Strich gezogen werden – aber es ist kein Schluss-Strich.“ Der 11. September sei ein Tag der Erinnerung und zugleich eine Aufforderung, im Kleinen für den Frieden zu kämpfen. „Im Kleinen als Christinnen und Christen dafür zu sorgen, dass der Brief des Apostels Paulus an die Epheser wenigstens in unserem Leben Gültigkeit hat“, zitiert Kleine aus dem Brief des Apostels Paulus an die Epheser. „Seid demütig, friedfertig, geduldig, ertragt einander in Liebe, bemüht euch die Einheit des Geistes zu wahren durch den Frieden, der euch zusammenhält.“ Und er betont: „Ich vertraue darauf: Wenn wir diese Hoffnung haben, wenn wir Hoffende sind, dass das auch der Welt helfen kann.“

 

Den Gottesdienst und die Predigt können Sie in der Mediathek von DOMRADIO.DE abrufen.

  

Dreikönigswallfahrt 2021: Besonderes Gebet für Afghanistan und Kollekte für Flutopfer (bis 26. September)

10. September 2021; ksd

Köln (mk/ksd). Auch in diesem Jahr lädt das Domkapitel aus Anlass des Weihetags der Kölner Kathedrale (27. September) zur Dreikönigswallfahrt ein. Traditionell führt an diesen Tagen ein besonderer Pilgerweg durch den Dom: Am heiligen Christophorus und an der Mailänder Madonna vorbei zum Dreikönigenschrein, dann zum Gerokreuz, zur Schmuckmadonna und zur Kapelle der Barmherzigkeit. Darüber hinaus wird die Wallfahrt vom 23. bis 26. September von zahlreichen Gottesdiensten, geistlichen Führungen und musikalischen Impulsen geprägt. Den feierlichen Auftakt bildet eine Festmesse mit Stadtdechant Msgr. Robert Kleine, die besonders als Pilgermesse des Stadtdekanats Köln gefeiert wird (Donnerstag, 23. September, 18.30 Uhr, live übertragen von DOMRADIO.DE). Unten im Beitrag sowie auf YouTube sehen Sie ein Video, mit dem Msgr. Kleine alle herzlich zur Teilnahme einlädt. In einem weiteren Video lädt er mit einem Augenzwinkern ein, die richtige Wahl zu treffen und sich den Pilgerstempel zur Domwallfahrt im DOMFORUM abzuholen. Mehr darüber und über die Wallfahrt insgesamt auch im DOMRADIO.DE-Interview. Hier können Sie es auch nachhören.

 

„Die Spuren Gottes im eigenen Leben entdecken“ 

 

„Herzlich laden wir Sie ein, in der Nachfolge der Heiligen Drei Könige die Spuren Gottes im eigenen Leben zu entdecken“, sagt Dom- und Stadtdechant Msgr. Robert Kleine. „In diesem Jahr eröffnen wir die Dreikönigswallfahrt und den Pilgerweg in unserem Dom am 23. September, um an vier Tagen Pilgerinnen und Pilger aus Köln, dem Erzbistum und darüber hinaus im Dom zu begrüßen.“ Selbstverständlich werden in allen Gottesdiensten und bei allen Veranstaltungen alle aktuell geltenden Corona-Bestimmungen und Hygienevorschriften beachtet.

Viele der bewährten Gottesdienste und Veranstaltungen können auch in diesem Jahr angeboten werden, etwa die Dreikönigsbegegnungen für Kita- und Grundschulkinder, die Wallfahrt für Menschen mit und ohne Demenz (Donnerstag, 23. September, 15 Uhr), die Andacht für alle Ehejubilare (Samstag, 25. September, 15 Uhr) sowie die Andacht mit und für Geflüchtete(n) – in diesem Jahr aus aktuellem Anlass mit besonderem Gebet für die Menschen in Afghanistan (Samstag, 25. September, 12 Uhr).

 

Kollekte für Menschen ohne Krankenversicherung und Fluthilfe

 

Auch in diesem Jahr im Programm: die von Domkapitularen und Kirchenmusikern gestalteten geistlich-musikalischen Abendführungen durch den Dom. „Diese Führungen nehmen den Dreikönigenschrein und die geistliche Bedeutung anderer wichtiger Ausstattungsstücke des Domes in den Blick“, erklärt der Domdechant. „Immer wieder begegnen uns dabei die Heiligen Drei Könige, deren Wanderschaft bis heute nachhallt.“ Die jeweiligen Betrachtungen zu Baugeschichte und Theologie der Kathedrale werden durch Orgelmusik bereichert.   

Zu den weiteren Höhepunkten innerhalb der Wallfahrt gehören die Jugendvigil „Sternenlicht“ mit Diözesanjugendseelsorger Dr. Tobias Schwaderlapp (Samstag, 25. September, 21 Uhr) sowie der Ökumenische Gottesdienst zum Gedenkjahr „1700 Jahre Judentum in Deutschland“, in dem der Dominikanerpater Elias H. Füllenbach predigen wird (Freitag, 24. August, 17 Uhr). Er ist Vorstandsmitglied des Deutschen Koordinierungsrats der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit. Zu diesem Gottesdienst lädt die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) Köln ein. Er steht unter dem Leitwort: „Verwurzelt im Judentum! Leben wir Christen das?“

Das Pontifikalamt zur Feier der Kirchweihe feiert am Sonntag, 26. September, der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki um 10 Uhr im Dom. Der Abschluss der Dreikönigswallfahrt erfolgt im Rahmen einer feierlichen Vesper am Sonntagabend mit Dompropst Msgr. Guido Assmann um 17 Uhr.

„Die Kollekte, die in den Tagen der Domwallfahrt gesammelt wird, kommt in diesem Jahr einerseits einem Projekt der Kölner Malteser zugute, das seit vielen Jahren die medizinische Versorgung von Menschen ohne Krankenversicherung ermöglicht“, so Domdechant Msgr. Robert Kleine. „Mit dem anderen Teil unterstützen wir die Opfer der verheerenden Flutnacht im Juli 2021, deren Sorgen, Hoffnungen und Wünsche wir in den Tagen der Wallfahrt ganz besonders mit in unsere Gebete nehmen.“

 

Aufgrund der Corona-Pandemie ist für die Teilnahme an vielen Gottesdiensten und Veranstaltungen eine Anmeldung ab dem 15. September erforderlich. Informationen und direkte Anmeldung unter www.dreikoenige-koeln.de

 

DOMRADIO.DE überträgt mehrere der Gottesdienste (Eröffnung, Pontifikalamt, Abschluss).

 

2022: 700 Jahre Chorweihe des Domes

 

Köln war im Mittelalter neben Rom und Santiago de Compostela zeitweise der bedeutendste Wallfahrtsort in Europa: Pil­ger­rei­sen­de aus al­len Stän­den und Schich­ten zo­gen zum kost­ba­ren Drei­kö­ni­gen­schrein und ver­brei­te­ten den Ruf der Hei­li­gen Drei Kö­ni­ge. Um die Wende des 18. zum 19. Jahrhundert war ein empfindlicher Einbruch und sogar ein vorläufiges Ende der Wallfahrt zum Kölner Dom zu verzeichnen, wofür unter anderem die geistigen Strömungen der Aufklärung verantwortlich waren. 

Das Domjubiläum 1998 zur 750-jährigen Wiederkehr der Grundsteinlegung des Doms sowie der Weltjugendtag 2005 brachten eine Wiederbelebung der Domwallfahrt mit sich – alljährlich zum Kirchweihtag des Domes am 27. September. 2019 wurde die Domwallfahrt in Dreikönigswallfahrt umbenannt, um die Heiligen Drei Könige wieder stärker in den Fokus zu rücken.

Im kommenden Jahr 2022 jährt sich die Chorweihe des Domes zum 700. Mal. Der Chorraum bildet mit dem Hauptaltar das liturgische Zentrum der Kathedrale. Mit der Fertigstellung des Chores wurde der Dreikönigenschrein aus dem Alten Dom in den gotischen Neubau überführt werden. Es begann im Anschluss die Arbeit am Querhaus des Domes. Nach einer wechselvollen Baugeschichte wurde die offizielle Vollendung des Dombaus am 15. Oktober 1880 gefeiert. Im kommenden Jahr wird die Chorweihe vor 700 Jahren als Meilenstein in der Geschichte des Domes gefeiert.

 

www.koelner-dom.de

www.dreikoenige-koeln.de

 

Im Beitrag für „Himmel & Erde“ auf Radio Köln erzählt Stadt- und Domdechant Msgr. Robert Kleine, was die Dreikönigswallfahrt so besonders macht. Auch „Augenblick mal“ hat einen Beitrag zur Dreikönigswallfahrt gesendet. Warum er sich besonders auf die Eröffnung freut, erzählt Kölns Stadt- und Domdechant in diesem Beitrag auf Radio Köln.

Tag des offenen Denkmals: Knapp 50 Kirchen und Einrichtungen des Erzbistums laden digital und vor Ort zu Besichtigungen ein

10. September 2021; ksd

Köln (pek). Knapp 50 kirchliche Gebäude im Erzbistum Köln beteiligen sich am Sonntag, 12. September, am Tag des offenen Denkmals. Bundesweit öffnen viele Baudenkmäler ihre Türen. Viele Kirchen und weitere kirchliche Gebäude bieten spezielle Führungen an und gewähren Einblicke in Gebäude, Gebäudeteile und Kirchtürme, die sonst für die Öffentlichkeit geschlossen sind. Das Motto ist in diesem Jahr „Sein & Schein – in Geschichte, Architektur und Denkmalpflege“.

Am Bonner Münster ist der neu gestaltete Kreuzgang für Besichtigungen geöffnet, in der Kölner Innenstadt öffnet die Kapelle St. Kolumba für Besucher und am Düsseldorfer Rheinufer kann die St. Josephs-Kapelle aus dem frühen 18. Jahrhundert besichtigt werden.

 

Alle teilnehmenden katholischen Kirchen und Einrichtungen

 

Stadtdekanat Köln
Kölner Dom (Altstadt-Nord)
Kirche St. Andreas (Altstadt-Nord)
Basilika St. Aposteln (Altstadt-Nord)
Basilika St. Gereon (Altstadt-Nord)
Basilika St. Kunibert (Altstadt-Nord)
Kirche Groß-St. Martin (Altstadt-Nord)
Kirche St. Cäcilien (Altstadt-Nord)
Kapelle St. Kolumba (Altstadt-Nord)
Basilika St. Ursula (Altstadt-Nord)
Kirche St. Maria im Kapitol (Altstadt-Süd)
Kirche St. Maria Lyskichen (Altstadt-Süd)
Kirche St. Georg (Altstadt-Süd)
Kirche St. Pantaleon (Altstadt-Süd)
Kirche St. Severin (Altstadt-Süd) 

Kirche St. Gertrud (Neustadt-Nord)
Kirche Neu St. Alban (Neustadt-Nord) 

Kirche St. Engelbert (Riehl)
Kirche Christi Auferstehung, Melaten (Lindenthal)
Kapelle St. Maria Magdalena und Lazarus auf Melaten (Lindenthal)
Kirche St. Nikolaus (Sülz)
Kirche St. Johannes XXIII. (Sülz)
Grabeskirche St. Bartholomäus (Ehrenfeld)
Kirche St. Peter (Ehrenfeld)
Rochuskapelle (Bickendorf) 


Historische Gewölbekeller unter der ehemaligen Abtei Deutz (Deutz)
Nikolauskapelle (Westhoven)
Alter katholischer Friedhof und Kapelle (Mülheim)
Kirche St. Antonius (Mülheim)

 

Düsseldorf und Kreis Mettmann
Maxhaus – Katholisches Stadthaus und Kirche St. Maximilian (D-Carlstadt)
Dominikanerkirche St. Andreas (D-Altstadt)
St. Josephs-Kapelle (D-Altstadt)
Basilika St. Lambertus (D-Altstadt)
Koptische Bunkerkirche St. Maria (D-Heerdt-Handweiser)


Bonn
Bonner Münster (Innenstadt)
Kirche St. Laurentius (Lessenich)
Stifts- und Pfarrkirche St. Peter (Vilich)


Wuppertal und Rheinisch-Bergischer-Kreis
Bergisch Gladbach: St. Nikolaus (Bensberg)
Bergisch Gladbach: Kirche St. Clemens (Paffrath)
Odenthal: Altenberger Dom
Wuppertal: Kirche St. Ludger (Vohwinkel)


Rhein-Kreis Neuss
Dormagen: Kloster Knechtsteden und Basilika
Dormagen: Pfarr- und Wallfahrtskirche St.-Odilia-Gohr
Dormagen: Rheintorkapelle Maria von den Engeln
Dormagen: Kirche St. Martinus
Dormagen: Neuromanische Kapelle, Broicher Kapelle
Neuss: Kirche St. Konrad (Gnadenthal)


Rhein-Sieg-Kreis und Kreis Altenkirchen
Alfter: St.-Jakobus-Kirche
Siegburg: Krankenhauskapelle Herz-Jesu

 

Bitte beachten Sie die jeweils geltenden Corona-Schutzmaßnahmen in den Städten und Landkreisen. Für einige Kirchen oder Veranstaltungen ist eine vorherige Anmeldung nötig. Entsprechende Informationen finden Sie auf der jeweils verlinkten Detailseite auf der Website des Tag des offenen Denkmals. Einige Veranstaltungen finden digital statt. Auch hier finden Sie die entsprechenden Informationen auf den verlinkten Detailseiten.

 

Das Gesamtprogramm für NRW finden Sie auf dieser Seite.

 

Ausstellung „Der Dom und ,die Juden' “ jetzt im Kölner Dom zu sehen / Führungen am 11. September

10. September 2021; ksd

Köln (mk). Die Ausstellung „Der Kölner Dom und ,die Juden'. Zur christlichen Sicht auf das Judentum“, deren Stelen in den Sommermonaten im Foyer des DOMFORUMs besichtigt werden konnten, ist jetzt bis zum Ende des Jahres außerhalb der liturgischen Zeiten im Dreikönigensaal des Kölner Domes zu sehen. Die Ausstellung beschäftigt sich mit den jüdischen Wurzeln des Christentums ebenso wie mit dem christlichen Antijudaismus, der über viele Jahrhunderte zu Ausgrenzung und Verfolgung von Jüdinnen und Juden geführt hat.

Eine der vier Stelen setzt sich im Besonderen mit der Geschichte des Verhältnisses von Christen und Juden in Köln auseinander. So spiegeln auch viele Kunstwerke im Kölner Dom den christlichen Blick auf das Judentum wider. Einige der Darstellungen sind erschreckende Zeugnisse einer durch Jahrhunderte tradierten Judenfeindschaft der Kirche. Auswirkungen des christlichen Antijudaismus wirken bis heute im Antisemitismus nach.

Einen epochalen Wandel in der Haltung der katholischen Kirche zum Judentum vollzog erst das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965). So ist die letzte Stele dem heutigen Verhältnis zwischen katholischer Kirche und Judentum gewidmet, das von Schritten der Aussöhnung und des respektvollen Miteinanders geprägt ist.

 

Führungen im Rahmen des Tags des offenen Denkmals

 

Am Samstag, 11. September, bietet das DOMFORUM in Kooperation mit der Kölner Dombauhütte im Rahmen des Tags des offenen Denkmals sechs kostenlose Führungen durch die Ausstellung an. Die Führungen beginnen um 10, 10.15, 10.30, 10.45, 12.15 und 12.30 Uhr. Kostenlose Tickets sind am Tag selbst im DOMFORUM erhältlich.

 

Mehr über die Ausstellung lesen Sie hier.

 

Stadtdechant Robert Kleine würdigt den verstorbenen Leitenden Pfarrer Klaus Kugler

7. September 2021; ksd

Köln. Am vergangenen Wochenende ist der stadtweit bekannte Leitende Pfarrer des Seelsorgebereichs Köln-Ehrenfeld, Klaus Kugler, nach schwerer Krankheit gestorben. Er wurde 59 Jahre alt. Stadtdechant Msgr. Robert Kleine würdigt ihn im Interview mit DOMRADIO.DE als Priester, der „für die Frohe Botschaft brannte“.

Vor zwei Jahren, im September 2019, war der Seelsorgebereich aus acht ehemals selbstständigen Pfarreien offiziell an den Start gegangen; Kugler wurde damals von Kleine in das Amt eingeführt. Kugler habe in der neuen Struktur nicht nur eine große pastorale Herausforderung gesehen, sagte Kleine gegenüber DOMRADIO.DE, „sondern auch Chancen, mit den Menschen vor Ort den Glauben zu leben und Kirche zu gestalten“. Zu seinem Bereich gehörten die Stadtteile Ehrenfeld, Neuehrenfeld, Bickendorf und Ossendorf mit ihren Gemeinden. „Dort wird er natürlich jetzt fehlen, ein ganz großes Loch reißen in das, was da gerade erst zusammengewachsen ist und was es an neuen Aufbrüchen gab“, so der Stadtdechant.

Er selbst kannte Kugler schon seit Studienzeiten, reiste mit ihm und einer Gruppe zum Weltjugendtag in Toronto (2002) und arbeitete auch im Caritasrat, dessen Vorsitzender er ist, mit dem studierten Diakoniewissenschaftler zusammen. „Ihm war immer wichtig, Caritas nicht nur als einen Verband zu sehen, sondern dass wir als Christinnen und Christen auch karitativ, diakonal leben müssen und dass der Auftrag Jesu, den Nächsten zu lieben, sich nicht nur auf Worte beschränken darf, sondern sich auch in Taten zeigen muss“, sagte Msgr. KIleine im Interview. „Ich kann nur sagen, dass ich sehr, sehr dankbar bin für sein Sein, sein Mensch-Sein und sein Priester-Sein. Und dass wir alle im Stadtdekanat und bei der Caritas Pfarrer Kugler zu großem Dank verpflichtet sind.“

 

Das ganze Interview lesen Sie hier.

  

3-2-1 Orgel: Zum 11. Mal findet das ökumenische Kirchenmusikfestival Köln statt (bis 19. September)

7. September 2021; ksd

Köln (apk). Alle zwei Jahre findet in Köln das deutschlandweit einmalige ökumenische Kirchenmusikfestival statt. Im Zentrum steht die Orgel, das Instrument des Jahres 2021, sowie jüdische Musik und Kultur aus Anlass des Jubiläums „1700 Jahre jüdisches Leben in Köln“.

Es ist das elfte Mal, dass renommierte Kölner Kirchenmusiker zu einem großen Kirchenmusikfestival einladen. Die Zahl 11, bekanntlich für Kölner Karnevalisten eine beinahe „ hillije (heilige)“ Zahl, markiert für die Festivalmacher dabei jedoch nur einen weiteren Meilenstein einer über 20-jährigen Erfolgsgeschichte ihrer gemeinsamen Arbeit. Zehn Tage lang – vom 9. bis 19. September – wird das Festival in diesem Jahr dauern. Dabei wird es nach Angaben der Veranstalter auch 2021 wieder viel Neues und bisher Ungehörtes zu entdecken geben.

 

Ökumenische Veranstalter  

 

Das Festival präsentiert unter verschiedenen Schwerpunkten das umfangreiche Spektrum der Kölner Kirchenmusik von der gottesdienstlichen bis zur konzertanten und von der klassischen bis zur experimentellen Musik. Ideell und finanziell unterstützen der Evangelische Kirchenverband Köln und Region sowie das Katholische Stadtdekanat auch 2021 wieder das Kirchenmusikfestival in ökumenischer Verbundenheit. Die inhaltlichen Ideen, die künstlerische Konzeption, die umfangreiche Organisation und in vielen Fällen auch die Durchführung der Veranstaltungen liegt in den Händen des ökumenischen Kantorenkonvents. Für dieses Jahr engagieren sich acht Kölner Kirchenmusiker im Planungsteam: auf katholischer Seite sind es die Kantoren Matthias Haarmann (Köln-Nord), Regionalkantor Wilfried Kaets (Bickendorf), Vincent Heitzer (St. Aposteln), Meik Impekoven (Lindenthal) und Christoph Kuhlmann (St. Andreas). Für die evangelische Kirche sind Samuel Dobernecker, Kantor der Reformationskirche Bayenthal, Kreiskantor Johannes Quack von der Antoniterkirche und Wolf-Rüdiger Spieler, Programm- und Organisationsleiter der Trinitatiskirche.  

 

Ein besonderer Titel zum doppelten Jubiläum  

 

2021 gibt es zwei herausragende Themen in den Blick zu nehmen. Einerseits wurde die Orgel zum Instrument des Jahres gewählt, nachdem Orgelbau und Orgelmusik von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe der Menschheit anerkannt worden sind. Andererseits gilt es in diesem Jahr auch ein Jubiläum gemeinsam mit den jüdischen Mitbürgeriiinnen und Mitbürgern in Köln zu begehen. Es liegt 1700 Jahre zurück, dass im Jahr 321 in einer konstantinischen Urkunde erstmals jüdisches Leben in Köln belegt wurde. Das Dokument gilt zugleich als ältester offizieller Nachweis jüdischen Lebens in Deutschland. Aus diesen Themen entwickelten die acht Mitglieder des Kantorenkonvents schließlich den Festivaltitel „3-2-1 Orgel“ und führten damit beide Anlässe programmatisch zusammen.  

 

Vielfältiges Programm  

 

Das Festival wird eingerahmt durch ein Eröffnungs- und ein Abschlusskonzert. Die Eröffnung findet am Donnerstag, 9. September, 19 Uhr, in der Evangelischen Reformationskirche in Bayenthal/Marienburg, Mehlemer Straße /Ecke Goethestraße, statt. Kantor Samuel Dobernecker spielt an der Peter-/Späth-Orgel „Jüdische Orgelmusik“. Komponisten wie Louis Lewandowski, David Nowakowsky, Hans Samuel, Arno Nadel und andere sind dann zu hören. Die Einführung und Moderation des Konzertes übernimmt Tina Frühauf. Der Eintritt kostet 10, ermäßigt 5 Euro.  

Das Abschlusskonzert findet am Sonntag, 19. September, 18 Uhr, in der Trinitatiskirche am Filzengraben 4-6 statt. Der reger chor köln, die Sopranistin Lorraine Pudelko und Organistin Iris Rieg werden in der größten Kultur- und Konzertkirche Kölns Musik der Romantik und der frühen Moderne für Chor und Orgel präsentieren. Die Leitung hat Wolf-Rüdiger Spieler, der ein Programm – ebenfalls mit Werken einiger Komponisten, die jüdische Bezüge haben – ausgewählt hat. Auf dem Programm steht Musik von Charles Villiers Stanford, Felix Mendelssohn Bartholdy, Louis Lewandowski, Petr Eben und Zsoltán Kodály. Der Eintritt kostet einheitlich 10 Euro.  

 

Jüdische Musik und Stummfilmnacht

 

Jüdische Musik spielt auch während des Festivals eine große Rolle: So gibt es am Samstag, 18. September, 20 Uhr, eine große Stummfilmnacht in der Antoniterkirche an der Schildergasse, in der unter anderem Wilfried Kaets die Filme „Der Golem“ (ab 20.30 Uhr) und „Das alte Gesetz“ (ab 22.30 Uhr) an der Orgel vertont.

Andere außergewöhnliche Formate sind eine musikalische Stadtführung am 19. September, 13 bis 16 Uhr. Orgelemporen werden für Besucher geöffnet und es gibt zwei große Orgelnächte in Köln. Am Freitag, 10. September, öffnet die Kirche St. Severin ab 20 Uhr bis nach Mitternacht ihre Türen für fünf aufeinanderfolgende Orgelkonzerte. Diese werden unter anderem von Andreas Meisner (Altenberger Dom), Andreas Arand, Iris Rieg, George Warren und Gerd Schmidt an der Orgel – teilweise mit anderen Instrumenten – gestaltet.  

Die zweite Orgelnacht findet an Kölns zweitgrößter Orgel in der Basilika St. Aposteln am Neumarkt statt. Ab 20 Uhr spielen Thomas Ross, Matthias Haarmann, Markus und Thomas Hinz und Meik Impekoven an der 80 Register großen „Fischer & Krämer-Orgel“. Die fünf Organisten werden zusammen mit zwei Percussionisten als „Ensemble 50 Finger“ auftreten. Der Eintritt kostet 16, ermäßigt 10 Euro.  

 

Tag der Orgel am 11. September

 

Es wird zahlreiche Familienkonzerte, Orgelführungen für Kinder und Erwachsene am „Tag der Orgel“ , 11. September, in verschiedenen Kölner Kirchen geben, außerdem eine „Orgelschnitzeljagd“ in der Antoniterkirche. Ebenfalls am Tag der Orgel, 11. September, gibt es unter dem Titel „3 x 3 am Nachmittag“ Kurz-Orgelkonzerte in der Kölner Innenstadtkirche Groß St. Martin mit den Solisten Johannes Güdelhöfer, Lisa Gandin und Werner Rolef.  

Auch die Orgelimprovisation nimmt einen breiten Platz im Festivalprogamm ein: vor allem am Sonntag, 12. September, sind spontan kreierte Orgelwerke zum Beispiel in der Kirche St. Gereon ab 14.30 Uhr mit Vincent Heitzer nach Themenwünschen aus dem Publikum zu hören. Viele weitere Konzerte und musikalische Gottesdienste und Messen mit konzertanter Orgelmusik finden auch in den Kölner Vorort-Kirchen in Riehl, Ehrenfeld, Dellbrück, Lindenthal, Sülz und Wahn statt.  

 

Informationen zu allen Konzerten und Veranstaltungen bietet die Internetseite www.kirchenmusikfestival.de , auf der sich auch der Flyer herunterladen lässt. Eventuell durch Corona notwendige, kurzfristige Änderungen des Programms werden ebenfalls auf der Internetseite bekannt gemacht.  

 

13. Ambientfestival „ANNUM PER ANNUM“ mit Auftragskompositionen zu „1000 Jahre St. Aposteln“ (9. bis 12. September)

7. September 2021; ksd

Köln. Das 13. Ambientfestival feiert 1000 Jahre St. Aposteln mit einem avancierten Programm und einer Auswahl von über 30 renommierten Künstleriinnen und Künstlern sowie Ensembles der zeitgenössischen elektronischen Musik. Vom 9 bis 13. September locken wieder einige Stars der Szene und spannende junge Künstler.

In St. Aposteln findert seit 2005 das Ambientfestival „Zivilisation der Liebe“ statt. Die Kirchengemeinde hat das Ambientfestival beauftragt, ein elektronisches Musikprogramm zum 1000-jährigen Jubiläum der Basilika zu gestalten. Dafür wurden Auftragskompositionen an drei Künstler der zeitgenössischen elektronischen Musik vergeben: Alvin Lucier gilt als „Poet der elektronischen Musik“. Sein Hausorchester „The Ever Present Orchestra“ führt sein neues Werk „16:40“ (= 1000 Sekunden) an jedem Festivalabend synchron zur – speziell für den Kirchenraum von St. Aposteln kreierten – Lichtinstallation „ZEIT RAUM“ / 16:40 von Hartung & Trenz auf.

Der Düsseldorfer Medienkünstler Philipp Schulze und der Kölner Elektronik-Avantgardist Marcus Schmickler sind die beiden anderen Komponisten. Während Schulze eine 16,66 Stunden dauernde 24-Kanal-Rauminstallation für Elektronik, Orgel und Kammerchor komponierte, hat Schmickler eine multimodale Open-Air-Performance mit den sieben Glocken der Kirche skizziert. Deren Klänge bearbeitet er algorithmisch, überträgt die Klangschnipsel der Glocken mit 21 Lautsprechern auf den Platz vor der Kirche und lässt sie von sieben Saxophonisten mikrotonal transponiert live dazu erklingen.

Neben Hauschka, Sven Helbis, Gregor Schwellenbach und Roger Eno (Bruder von Brian Eno, der als Begründer der Ambientmusik gilt), sind in diesem Jahr verstärkt Frauen wie Sarah Davachi im Programm. Davachi nutzt die große Hauptorgel für eine Drone-Performance, Helbig führt seine Komposition „Tres Momentos“ mit einem Streichquartett auf und Schwellenbach lässt ein Orchester erklingen: „Jesus' Blood Never Failed Me Yet“ (Gavin Brayers, 1972). Brayers nahm dafür ein verworfenes Audiofragment aus einem Filmprojekt über Obdachlose und machte daraus ein Werk metaphysischer Sehnsucht.

 

Livestream nach Berlin

 

Neben dem Abendprogramm sind tagsüber junge Nachwuchstalente beim Format „Next Generation of Ambient“ in der Nachbarkirche St. Michael zu hören. Workshops, Masterclasses und ein Vortragsprogramm zwischen Ambient, algorithmischer Komposition, Zeitphilosophie und Transzendenz runden dort das Festivalprogramm ab.

Zum ersten Mal geht das Kölner Ambient Festival aus der Domstadt nach Berlin und präsentiert eine Kooperationsveranstaltung mit dem Q3Ambientfest. Der Anspruch: Ein besonders innovativer Ansatz zwischen Live-Programm und Stream. Das einzige Konzert des Ausnahmepianisten Hauschka im Jahr 2021 wird aus der Kölner Apostelnkirche in die Berliner Zionskirche gestreamt. Zum Berliner Live- Programm gehört Alvin Luciers The Ever Present Orchestra. Das Orchester teilt sich für dieses Konzert und spielt in Berlin und Köln gleichzeitig. Ebenfalls live treten die Berliner Brueder Selke (Ceeys) und die Band Ausklang auf.

 

Das Gesamtprogramm und Informationen zu den geltenden Corona-Bestimmungen gibt es unter www.ambientfestival.com

  

Robert-Grosche-Kreis feierte sein 75-jähriges Bestehen: „Die Bibel als Sprachereignis und festes Band zwischen den Konfessionen“

27. August 2021; ksd

Köln. Eine traditionsreiche ökumenische Institution wurde am Donnerstagabend in Köln gewürdigt: Unter dem Titel „Die Bibel als Sprachereignis“ feierte der Robert-Grosche-Kreis sein 75-jähriges Bestehen, nachdem die Festlichkeiten am eigentlichen Jubiläumstermin zu Jahresbeginn coronabedingt verschoben werden mussten. Ab dem 22. Januar 1946, als in der Domstadt noch die Schäden des Krieges allgegenwärtig waren, lud der damalige Kölner Stadtdechant Robert Grosche (1888-1967) jeweils sechs katholische und evangelische Geistliche zu regelmäßigen Treffen ein. Unterstützt wurde seine Idee vom evangelischen Superintendenten Hans Encke. Gemeinsam las man die Heilige Schrift und tauschte sich auf freundschaftlicher Basis darüber aus – weit bevor ökumenische Verbindungen fester Teil von Kirchengemeinden beider Konfessionen wurden. Bis auf eine Pause in den 1980er-Jahren besteht die Zusammenkunft bis heute weiter. Allerdings öffnete sich der Kreis auch für theologische Laien und Frauen, die Interesse am gemeinsamen Austausch über die Bibel haben. Und so stand das Wort Gottes auch im Mittelpunkt der Soiree, die in der Karl-Rahner-Akademie für gut gefüllte Plätze sorgte.

Zu den Gratulanten gehörte auch der heutige katholische Kölner Stadtdechant, Msgr. Robert Kleine. Er hob die Spuren hervor, die Grosche an vielen Stellen in der Domstadt hinterlassen habe. Neben seiner Pionierarbeit in der Ökumene habe er zum Wiederaufbau der katholischen Kirchengebäude einen wichtigen Beitrag geleistet, sagte Kleine. Mit seinem Bestreben, konfessionell Trennendes zu überwinden und der gemeinsamen Betrachtung des Bibelworts, die an die christlichen Wurzeln erinnere, sei Grosche seiner Zeit weit voraus gewesen. Der Stadtdechant bedankte sich bei Erzpriester Radu Constantin Miron, der mit seiner Anwesenheit bei der Soiree ein „besonderes Zeichen der Wertschätzung“ gesetzt habe. Der griechisch-orthodoxe Geistliche ist seit 2019 Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland.

 

„Die Gottesanbieterin“

 

Nach einem Grußwort des Leiters des Robert-Grosche-Kreises, dem früheren evangelischen Ökumenepfarrer Dr. Hans-Georg Link, sowie von Pfarrer Markus Zimmermann, stellvertretender evangelischer Stadtsuperintendent von Köln, stand der zweite Teil der Soiree ganz im Zeichen der Heiligen Schrift und ihrer Sprache, die auch heute noch zu poetischen Auseinandersetzungen inspiriert. Passend dazu hatten die Organisatoren die Lyrikerin Nora Gomringer eingeladen, die Werke aus ihrem Gedichtband „Gottesanbieterin“ rezitierte. Mal impulsiv, mal still und leise durch die Beschreibung von Momentaufnahmen setzt sich die Schriftstellerin, die 2015 den Ingeborg-Bachmann-Preis gewann und ein internationales Künstlerhaus in Bamberg leitet, mit den Spuren Gottes im Alltag auseinander. So verarbeitete sie etwa Erlebnisse als Messdienerin, die sie zum Glauben geführt hätten oder einen Besuch der modernen Bruder-Klaus-Kapelle des Schweizer Architekten Peter Zumthor bei Mechernich. Ein weiteres, österlich geprägtes Gedicht, setzt sich mit dem „Stabat Mater“ des zeitgenössischen Komponisten Arvo Pärt auseinander.

Gomringers Werke stünden – trotz ihrer manchmal humoristischen Züge – der biblischen Sprache nahe, meint der zweite Talk-Gast auf dem Podium der Soiree, der Dortmunder Alttestamentler Professor Dr. Egbert Ballhorn. „Ihre Texte brechen in Alltagswelten ein, so kann Gott ins Wohnzimmer marschieren“, lautete ein Kompliment des Theologen. Allerdings würde Gomringer die Gotteserfahrung durch ihre differenzierte Wortwahl nicht vorwegnehmen. Damit stehe sie in der Tradition der Psalmbeter, denen die Gottesferne bewusst sei, die ihn aber trotzdem direkt anrufen würden, erklärte Ballhorn. Dennoch gebe es bei Gomringers Gedichten, wie auch in den Bibeltexten Abschnitte, die sich ihm nicht erschließen würden. „Texte müssen einen auch ratlos zurücklassen“, so der Professor und Exeget. Dies eröffne eine tiefere Dimension der Wahrnehmung und zeige die emotionale Seite des Sprachereignisses.

 

Zu viel Gewohnheit in Gottesdiensten

 

Kritik übte Ballhorn an dem Vortrag biblischer Texte innerhalb von Gottesdiensten, der oft eintönig sei. „Es ist zu viel Gewohnheit in den gottesdienstlichen Texten, die von Hauptamtlichen verwendet werden“, meint Egbert Ballhorn. Auch dürfe sich die Kirche, die bestrebt sei, Texte in die Liturgie „einzuhüllen“ nicht anmaßen, über sie verfügen zu können. Das Erschließen der lyrischen und Wahrheitsdimension der Heiligen Schrift sei eine immerwährende Herausforderung – für alle, die sich mit ihr auseinandersetzen.

Dem Gedanken schloss sich Gomringer, die auch den Reformprozess der katholischen Kirche in Deutschland „Synodaler Weg“ begleitet, an. Auch wenn Bibeltexte oft unbequem seien, würden sie einen enormen Reichtum aufweisen. Ob in Kirche und Gesellschaft: „Es fehlt der Wille zur Auseinandersetzung mit Spröde und Härte, um sie in Herzlichkeit zu überführen“, sagte die Lyrikerin. Sie vermisse bei der „Smartphone-Generation“ die Eigenschaft, poetische Worte verstehen zu können. Immer mehr Menschen hätten nicht die Fähigkeit, Sprache als Ereignis aufzunehmen. Dazu trage auch bei, dass in schulischer Ausbildung oder im Studium Bibeltexte nicht mehr laut vorgelesen würden. Wenn Texte mit dem Herzen verstanden werden sollen, sei dies jedoch nötig. Im positiven Sinne sei „jede Art des Vortrags eine kleine Art der Invasion und des Angriffs“.  Für ihre Arbeit als Lyrikerin sieht Nora Gomringer die Heilige Schrift und die Sprache im sakralen Raum daher als große Inspirationsquelle. „Ich muss mir viel kirchlichen Content suchen in der Welt.“

 

Henning Schoon

 

Die Veranstalter der Soiree:

Katholisches Bildungswerk Köln 
Karl Rahner Akademie 
Melanchthon Akademie Köln 
Evangelischer Kirchenverband Köln und Region 
Katholisches Stadtdekanat Köln

 

Günter Kühler für sein Engagement im Stadtdekanat Köln zum „Ritter des Silvesterordens“ ernannt

26. August 2021; ksd

Köln/Rom (pek/sam/ksd). Papst Franziskus hat Günter Kühler zum „Ritter des Silvesterordens“ ernannt. Kühler wird damit für sein jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement für die Anliegen der Katholischen Kirche im Stadtdekanat Köln geehrt. Die Urkunde überreichte Weihbischof Rolf Steinhäuser ihm am 25. August im Anschluss an die Tagung des Verbandsausschusses der katholischen Kirchengemeinden der Stadt Köln. 

 

Handeln stets von Nächstenliebe geprägt

 

Als Kölner Stadtdechant und Vorsitzender des Verbandsausschusses dankte Monsignore Robert Kleine dem neu ernannten „Ritter des Silvesterordens“ ganz persönlich für dessen großes Engagement: „Für Ihre ausgezeichnete Arbeit werden Sie heute verdient ausgezeichnet, lieber Herr Kühler“, so Kleine. „Ich freue mich sehr, dass Ihr langjähriger Einsatz in Ihrer Kirchengemeinde und in unserem Ausschuss auch in Rom seinen Widerhall gefunden hat und nun vom Vatikan mit dem Silvesterorden gewürdigt wird.“ Kühler war insgesamt mehr als ein Jahrzehnt lang Mitglied im Verbandsausschuss, wird aber nun nicht mehr für das Amt kandidieren. Kleine würdigte nicht nur Kühlers fachlich versierte Mitarbeit, sondern auch, dass dessen Handeln stets von Nächstenliebe geprägt sei. „Für all das danke ich Ihnen von Herzen“, so der Kölner Stadtdechant.

 

Engagement in Pfarrgemeinde und Verband

 

Besondere Verdienste erwarb Kühler sich unter anderem auch als Mitglied des Kirchenvorstandes der Katholischen Kirchengemeinde St. Mariä Himmelfahrt und St. Anno in Köln-Holweide, als welches er bis heute in die Verbandsvertretung des Gesamtverbandes entsandt war. Insbesondere in Personalangelegenheiten stellte er dem Gesamtverband sein umfangreiches Fachwissen zur Verfügung. Außerdem hat sich Kühler intensiv für die Weiterentwicklung der Kölner Rendanturen eingesetzt. Darüber hinaus war er lange Jahre Vorsitzender des Bürgervereins Holweide und führt noch heute Bunte Nachmittage in Seniorenheim St. Anno durch, bei denen er Klavier spielt. 

 

Stichwort Silvesterorden

 

Mit dem Orden des Heiligen Papstes Silvester, kurz Silvesterorden, werden Laien für ihr besonderes Engagement rund um Kirche und Ehrenamt geehrt. Verbunden mit der Ordensverleihung ist die Ernennung zum „Ritter des Ordens vom Heiligen Papst Silvester“. Es handelt sich um den fünfthöchsten Orden für Verdienste von Laien in der römisch-katholischen Kirche. Der päpstliche Ritterorden besteht aus einem goldenen, weißemaillierten Malteserkreuz mit dem Bild Papst Silvesters. Auf der Rückseite ist das Papstwappen zu sehen.

 

Oberbürgermeisterin Reker, Stadtdechant Kleine und Charlotte Knobloch verurteilen antisemitischen Angriff in Köln

22. August 2021; ksd

Köln. Mit Entsetzen und klaren Worten haben Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker, Stadtdechant Msgr. Robert Kleine und Charlotte Knobloch, die frühere Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland und amtierende Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, auf einen antisemitischen Angriff in Köln reagiert. Ein 18-Jähriger ist am Wochenende nach Angaben der Polizei im Kölner Kaiser-Wilhelm-Park von Mitgliedern einer Gruppe geschlagen und getreten worden. Dabei wurde er schwer verletzt, zudem wurde ihm seine Kippa, die jüdische Kopfbedeckung, gestohlen. Zwei mutmaßliche Angreifer im Alter von 18 und 19 Jahren wurden am Samstag festgenommen, inzwischen aber wieder freigelassen. Sie gelten laut tagesschau.de weiterhin als Tatverdächtige.

 

Reker: „Antisemitische Angriffe werden nicht geduldet”

 

Oberbürgermeisterin Henriette Reker sagte in einem Statement: „Mit Entsetzen und Bedauern habe ich von der gestrigen Tat gehört. Antisemitische Übergriffe werden in unserer Stadt nicht geduldet, und ich danke der Polizei, dass sie hier sehr schnell tätig wurde. In unserer Stadt muss jeder und jede angstfrei leben können, egal welcher Religion man angehört, welche Weltanschauung man hat und wie man lebt und liebt. Diese Weltoffenheit gehört zu Köln und macht diese Stadt aus, daher schmerzen solche Übergriffe hier bei uns ganz besonders und als Stadtgesellschaft müssen wir deutlich machen, dass wir dies nicht dulden.“ Als Oberbürgermeisterin ist Reker auch Vorsitzende des Kölner Rates der Religionen.

 

Kleine: „Das Gift in den Köpfen bekämpfen”

 

Kölns Stadtdechant Msgr. Robert Kleine zeigte sich im Interview mit DOMRADIO.DE erschüttert über den Angriff. „Wir blicken in diesem Jahr mit unseren jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern auf 1700 Jahre jüdisches Leben in unserer Stadt und in unserem Land. Und dann ein solcher antisemitischer Überfall und Angriff”, so Kleine. „Das erschüttert mich umso mehr als wir am vergangenen Sonntag zusammen mit Abraham Lehrer von der Synagogen-Gemeinde und vielen anderen aus der Stadtgesellschaft ein großes Plakat am DOMFORUM enthüllt haben, auf dem steht: ,Shalom + Frieden für alle‘.” Das XXL-Mosaik aus 1700 Selfies setzt ein Zeichen gegen Antisemitismus, Rassismus und Ausgrenzung jeglicher Art. Die Enthüllung und der folgende Tag im Zeichen jüdischer Musik in der ganzen Stadt waren ein Moment der Freude und der Hoffnung.

Immer wieder habe es in den vergangenen Monaten und Jahren antisemitische Anschläge und Übergriffe auf Synagogen in Deutschland und auch in Köln gegeben, so Kleine weiter. „Als katholische Kirche, als christliche Kirchen und als Stadtgesellschaft müssen wir immer wieder klarmachen: Wir stehen an der Seite der Jüdinnen und Juden.” Der Stadtdechant sagt in seiner Stellungnahme auch: „Wir stehen an der Seite derer, die beschimpft werden aufgrund ihres Glaubens, und sagen ganz klar: Das darf nicht sein!”

Mit aller Härte des Gesetzes müsse gegen Täter vorgegangen werden. „Aber auch das Gift in den Köpfen der Menschen, das zu solchen Übergriffen führt, muss bekämpft werden”, betont der Kölner Stadtdechant, der sich immer wieder gegen Antisemitismus und für ein friedliches Miteinander einsetzt. „Ich hatte gehofft, dass es nach den furchtbaren Erfahrungen des Holocaust und den unfassbaren Verbrechen, die von unserem Land ausgingen, nicht mehr geschehen würde, dass jemand aufgrund seiner Religion, aufgrund einer Kippa oder anderer Dinge beleidigt und sogar verletzt würde. Leider erleben wir, dass sich das Klima in der Gesellschaft verschlechtert. Mit aller Kraft müssen und wollen wir als Christinnen und Christen uns gegen Hass und Hetze einsetzen und überall dort akiv sein, wo Menschen bedroht, ausgegrenzt oder verletzt werden.”

Dem jungen Mann, der unter anderem einen Jochbeinbruch erlitten hat, wünscht Kleine alles Gute, vor allem, „dass er bald das Krankenhaus verlassen kann und dass er ohne Angst in unserer Stadt weiter seinen Glauben bekennen kann”.

Seine Stellungnahme und Grüße hat Stadtdechant Msgr. Robert Kleine als Zeichen der Solidarität und des Miteinanders der Religionen auch an die Synagogen-Gemeinde Köln übermittelt.

 

Knobloch: „Harte Strafen sind das Mindeste”

 

Charlotte Knobloch, früher auch Vizepräsidentin des Jüdischen Weltkongresses und des Europäischen Jüdischen Kongresses, nahm auf Twitter mit klaren Forderungen Stellung: „Wenn jüdisches Leben nur versteckt in unserem Land möglich ist, dann hat es keine Zukunft. Harte Strafen gegen die Angreifer sind jetzt das Mindeste”, schrieb sie. Der Angriff zeige: „1700 Jahre leben jüdische Menschen jetzt in Deutschland, und so sieht ihre Normalität aus, sobald sie sich zu erkennen geben.”

 

Freiwald: „Weiter für Zivilcourage eintreten”

 

Diakon Jens Freiwald, im Stadtdekanat für den christlich-jüdischen Dialog zuständig, schreibt in einer persönlichen Solidaritätsadresse an die Synagogen-Gemeinde Köln: „ Leider gibt es erneut in unserer Stadt einen Anlass, traurig und wütend zu sein, sich für seine Gesellschaft zu schämen und zu uneingeschränkter Solidarität und zum Kampf gegen den Antisemitismus aufzurufen. Der feige Angriff auf einen 18-jährigen Mitbürger jüdischen Glaubens macht mich fassungslos und motiviert mich gleichzeitig, weiter für Zivilcourage und gegen jede Form der Diskriminierung einzutreten. Meine Gedanken und Gebete sind nun aber besonders bei dem jungen Mann und seinen Angehörigen. Ich hoffe, er wird bald und vollständig genesen.”

 

Wilhelm: „Antisemiten zunehmend aggressiver und gewalttätiger”

 

Der Vorsitzender der Kölnischen Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, Professor Dr. Jürgen Wilheilm, sagte dem Kölner Stadt-Anzeiger: „Es ist eine Schande, dass jüdische Bürgerinnen und Bürger Angst haben müssen, sich mit ihrer Kippa in der Öffentlichkeit zu zeigen.“ Er hoffe, „dass die Gerichte in Deutschland solche Überfälle mit aller Härte des Gesetzes ahnden“. Er nehme wahr, dass Antisemiten zunehmend aggressiver und gewälttiger würden, sagte er der Zeitung.

 

Der angegriffene Mann konnte das Krankenhaus am Sonntag wieder verlassen.

 

Kirchenvertreter fordern entschiedenes Eintreten für Menschenrechte und schnelle Hilfe für Menschen in Afghanistan

19. August 2021; ksd

Berlin/Bonn (ekd/dbk). In einer gemeinsamen Erklärung äußern sich Vertreter der evangelischen und der katholischen Kirche zur aktuellen Lage in Afghanistan und fordern entschiedenes Handeln der Bundesregierung. Unterzeichner sind: Direktor Renke Brahms, Friedensbeauftragter des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Dr. Bernhard Felmberg, Evangelischer Bischof für die Seelsorge in der Bundeswehr, Bischof Dr. Peter Kohlgraf, Präsident der Deutschen Sektion pax christi, Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck, Katholischer Militärbischof für die Deutsche Bundeswehr, und Bischof Dr. Heiner Wilmer, Vorsitzender der Deutschen Kommission Justitia et Pax, zur akuten Notlage der afghanischen Bevölkerung und rufen die Bundesregierung zur schnellen und unbürokratischen Hilfe auf. Die Erklärung im Wortlaut:

 

„Mit großer Bestürzung verfolgen wir die Situation in Afghanistan. In den letzten Tagen mussten wir eine dramatische und schnelle Entwicklung miterleben, die entsetzliches Leid über die Bevölkerung in Afghanistan bringt und noch bringen wird.

Die verzweifelte Situation, in der sich gegenwärtig viele Afghaninnen und Afghanen befinden, ist zutiefst erschütternd. Die Bilder und Berichte vom Flughafen in Kabul zeigen überdeutlich deren existentielle Ängste. Es gibt Berichte aus verschiedenen Landesteilen, die erwarten lassen, dass unter dem Taliban-Regime immenses Leid über große Teile der Bevölkerung kommen wird. Wir denken dabei nicht nur an die Ortskräfte, die über Jahre hinweg im Dienst der ausländischen Streitkräfte standen, sondern auch an die afghanischen Frauen und Kinder sowie die Menschenrechtsaktivistinnen und -aktivisten. Sie müssen mit Verschleppung, Ausbeutung, Gewalt und dem Tod rechnen, wenn sie sich nicht den Bestimmungen der Taliban unterwerfen.

Angesichts dieser akuten Not ist es der falsche Zeitpunkt, mit Schuldzuweisungen auf diese Situation zu reagieren. Vielmehr kommt es nun auf konkrete Schritte an, um diese Not zu lindern. Mit dieser gemeinsamen Erklärung drücken wir unsere Solidarität mit den Menschen in Afghanistan aus und fordern vor allem von den am Einsatz in Afghanistan beteiligten Staaten ein entschiedenes Eintreten für die universelle Geltung der Menschenrechte. Wir bitten daher eindringlich alle Regierungen, auf diese Not mit Menschlichkeit zu reagieren, schnelle Hilfe und Ausreisen zu ermöglichen sowie Asyl zu gewähren. Die deutsche Bundesregierung möge darüber hinaus auch jenen Menschen unkompliziert ein Bleiberecht in Deutschland gewähren, die schon vor 2013 mit der Bundeswehr, zum Beispiel als Übersetzer, kooperiert haben.

Nach Bewältigung dieser akuten Notlage ist es geboten, den Einsatz in Afghanistan unvoreingenommen und nach klaren Kriterien zu evaluieren, so dass auch Konsequenzen für eine zukünftige Außen- und Sicherheitspolitik der westlichen Staaten gezogen werden können. Das sind wir den Menschen in Afghanistan schuldig, aber auch den vielen internationalen Einsatzkräften, die sich in den vergangenen Jahrzehnten in Afghanistan engagiert und persönliche Opfer gebracht haben und die jetzige Situation mit Erschütterung und Ohnmacht erleben müssen.

Schließlich hoffen wir von ganzem Herzen, dass alle Beteiligten ihre Waffen schweigen lassen und gemeinsam an einer friedlichen Lösung arbeiten. Möge die Not der Menschen ihnen ein offenes Herz und einen neuen Geist geben. Darum bitten wir und dafür beten wir.“

 

„Moralischer Bankrott für den Westen“

 

Auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing, hat sich zur Situation der Menschen in Afghanistan geäußert und dabei auch Kritik am Rückzug des Westens geübt, zumal die katastrophalen Folgen absehbar gewesen seien. Im Wortlaut:

 

„Seit einigen Tagen gehen die Bilder triumphierender Taliban-Krieger und unzähliger schockierter Afghanen um die Welt. Vielen steht pure Angst ins Gesicht geschrieben. Die Szenen am Flughafen Kabul, belagert von Menschen, deren einzige Hoffnung darin besteht, ihre Heimat noch schnell genug verlassen zu können, bedrängen. Auch mich empören das um sich greifende Leid und die Hilflosigkeit derer, denen gerade die Zukunft entrissen wird.

Die Machtübernahme der Taliban in Afghanistan stellt eine desaströse Niederlage der USA und der bis vor Kurzem an ihrer Seite engagierten Länder dar. Das gilt auch für Deutschland. Die jetzt eingetretene Lage zehrt das politische Vertrauenskapital der westlichen Länder auf und wird von vielen in aller Welt als moralischer Bankrott verstanden. Als vor 20 Jahren die Entscheidung für die militärische Invasion Afghanistans getroffen wurde, gab es viele kritische Stimmen zu diesem Einsatz; manches starke Argument wurde vorgebracht. Aber man konnte das militärische und das folgende militär-zivile Engagement auch mit guten politischen und humanitären Gründen verteidigen. Auch in den Kirchen gab es eine durchmischte Diskussionslage. Wie immer man dabei Partei ergriff: Nur schwer ist das abrupte Ende eines solchen Einsatzes zu begründen, wenn die katastrophalen Folgen doch absehbar waren. Man gibt kein Land an eine erwiesenermaßen brutale archaisch-radikalislamistische Bewegung preis, wenn man die Zivilbevölkerung zuvor jahrelang angespornt hat, einem entgegengesetzten zivilisatorischen Kurs zu folgen! So werden Leib und Leben Tausender und Abertausender in Gefahr gebracht und die Flamme der Hoffnung, die man selbst genährt hat, ausgelöscht. Eine Renaissance des islamistischen Terrorismus ist nicht unwahrscheinlich.

In der jetzigen Lage muss das Naheliegende getan werden, um die schlimmsten Folgen zu verhindern. Dazu gehört selbstverständlich die Evakuierung der sogenannten Ortskräfte, die für das Militär der auswärtigen Mächte – auch für die Bundeswehr – gearbeitet haben, und des Personals der internationalen Hilfsorganisationen. Großzügige Aufnahmeangebote sollten aber auch jenen gemacht werden, die in besonderer Weise gefährdet sind, Opfer des neuen Taliban-Regimes zu werden, weil sie sich in den zurückliegenden Jahren für eine Neuorientierung der afghanischen Gesellschaft exponiert haben. Und darüber hinaus: Viele verantwortliche Politiker äußern die Erwartung, dass der Umsturz in Afghanistan mit erheblichen Fluchtbewegungen einhergehen wird. Deshalb ist es unerlässlich, die Staaten in der Region, so gut es nur geht, in die Lage zu versetzen, Flüchtlinge aufzunehmen und zu versorgen. Manche, vielleicht viele Menschen werden sich auch auf den Weg nach Europa machen. Die Zusammenarbeit innerhalb der Europäischen Union muss dringend vertieft und verbessert werden, damit diejenigen, die ein Recht dazu haben, hier Aufnahme finden können.

Christen, ebenso wie Muslime und Juden, glauben an die Macht des Gebets. Ich lade deshalb alle ein, sich im Gebet mit den Leiden der Menschen in Afghanistan zu verbinden und Gott um seine gnädige Hilfe anzurufen.“

 

MISEREOR ruft zu internationaler Hilfe für Afghanistan auf

 

Das katholische Hilfswerk MISEREOR und die katholische Zentralstelle für Entwicklungshilfe rufen zu internationaler Hilfe für die Menschen in Afghanistan auf. Die humanitäre Lage verschlechtere sich täglich, aktuell seien vier Millionen Menschen auf der Flucht. Mehr in diesem Beitrag auf katholisch.de sowie auf misereor.de

 

Emotionale Andacht zum Saisonauftakt des FC: Kirchen mit klarer Botschaft für ein friedliches Miteinander

16. August 2021; ksd

Köln. Noch war es nicht das Bild von Normalität, das FC-Fans zu Beginn der Saison kennen: der Kölner Dom war coronabedingt noch nicht wieder bis auf den letzten Platz gefüllt bei der ökumenischen Andacht vor dem ersten Heimspiel, doch in diesem Jahr konnten mit 500 Personen bereits deutlich mehr Menschen teilnehmen als im vergangenen Jahr. Die Vertreter der beiden Kirchen, Stadtdechant Msgr. Robert Kleine und Stadtsuperintendent Dr. Bernhard Seiger, fanden klare Worte für ein friedliches Miteinander. Ihre Botschaft reicht über den Fußball hinaus.

 

Gegen Ausgrenzung und Hass

 

Für ein gutes Miteinander, friedlich und ohne Gewalt, gegen Ausgrenzung, Rassismus und Hass, dafür müsse der Fußball stehen, sagte Kleine in seiner Predigt, berichtet DOMRADIO.DE. Der Kölner Stadt- und Domdechant zitiert die weltbekannte Fußballhymne „You never walk alone“ und freut sich, dass der FC ein Vorbild dafür sei, dass man füreinander einstehe, dass der Kölner Verein sich für die Opfer der Flutkatastrophe eingesetzt, eine Impfkampagne ins Leben gerufen habe und mit der FC-Stiftung viel Gutes tue.

 

Kleine erinnert an das soziale Engagement der Vereine, das oft auch etwas unbemerkt von der Öffentlichkeit abseits der großen Spiele stattfinde. So habe die FC-Stiftung, zu deren Kuratorium er gehört, in den vergangenen Monaten mehrere Tafeln in der Domstadt eröffnet, damit niemand Hunger leiden muss.

 

Zudem habe der FC die Frage der Diversität und der Identität  als einen Schwerpunkt gewählt, so der Stadtdechant, „nämlich, dass alle zu unserer Gemeinschaft gehören – egal, woher du kommst, was du glaubst, was du hast oder bist, wie du lebst und wen du liebst“, zitierte Kleine aus der FC-Charta. Dies sei in unserer Zeit besonders wichtig, betonte er, „diese Gemeinschaft (zu leben – sic.) und dafür einzutreten“.

 

Mit Blick auf das XXL-Mosaik der Aktion „Shalom Selfie Cologne“ am DOMFORUM rief der Stadtdechant zum Frieden aller Religionen und Nationen auf. „Wir müssen gerade in diesen Tagen und Stunden erleben, was Hass, der sich augenscheinlich aus einer Religion ergibt, (anrichtet - sic.), wie die Taliban meinen, dass sie im Namen des Islam so furchtbare Gräueltaten und solche Gewalt über ein gebeuteltes Land bringen. Das hat nichts mit Religion zu tun.“ Die großen Religionen – Islam, Christentum, Judentum – und all die anderen Religionen müssen füreinander einstehen, den jeweils anderen schützen. „Wir haben Religionsfreiheit in unserem Land. Und dafür gilt es einzutreten, für die Würde eines jeden Menschen, ob mit oder ohne Handicap, egal welcher Identität, sexueller Orientierung“, so Stadtdechant Robert Kleine.

 

Raum und Zeit für große Gefühle

 

An der Seite des katholischen Stadtdechanten steht der evangelische Stadtsuperintendent Dr. Bernhard Seiger, denn die FC-Andacht feiern beide christlichen Kirche in ökumenischer Eintracht. „ Hier ist Raum und Zeit für große Gefühle“, sagt Seiger. Die Vorfreude auf die neue Saison gehöre natürlich dazu aber auch die Unsicherheit wegen der noch unsicheren Pandemie-Situation.

 

In seiner Predigt greift Seiger das Tagesevangelium auf, in dem von dem Zusammenspiel von Kraft, Liebe und Besonnenheit die Rede ist. „Ohne die Liebe zum Fußball kann keiner verstehen, dass wir eine Fußball-Andacht im Dom feiern“, sagt er. Seiger ruft zu Fairness auf – nicht nur gegenüber den gegnerischen Teams und Fans, sondern auch gegenüber dem eigenen Team, wenn es mal nicht so läuft und etwas danebengeht.

 

Der Stadtsuperintendent schlägt einen größeren Bogen und appelliert an die Zuhörenden, bei aller Freude über den Sport die tausenden Menschen nicht zu vergessen, die bei der Flutkatastrophe vor wenigen Wochen binnen Stunden alles verloren haben. Besonnenheit heiße auch zu fragen, wie man selbst helfen könne, so Seiger weiter, mit Aufräumen, mit Initiativen, die Einzelne stützten, und mit Spenden, so wie es viele Fans und der FC mit seiner Stiftung täten.

 

Zu Beginn des Gottesdienstes hatte der Stadtsuperintendent in den Segensbitten daran erinnert, dass Gott alle Menschen geschaffen hat, „in all unserer Unterschiedlichkeit von Hautfarben, Talenten und Fähigkeiten“. Und weiter: „Wir sind als Christinnen und Christen auf der ganzen Welt wie eine große Fußballmannschaft, die mit dem guten Geist der Liebe das Spiel des Lebens friedlich, fair und gerecht gestalten soll, damit alle Freude daran haben.“

 

Gute Wünsche

 

Kleine betonte, dass in der FC-Andacht nicht nur für den FC gebetet werde: „Wir beten für alle, für alle Fußballbegeisterten, für alle Mannschaften, vor allem für alle Fans, dass es eine friedvolle Saison wird, unter den Einschränkungen, die da sind, aber in Solidarität, im Zueinanderstehen. Mit Vernunft und mit Achtsamkeit kann es auch in Corona-Zeiten gelingen.“ Dies zeigten die Maßnahmen des Vereins, damit die Pandemie sich nicht weiter ausweite, „sondern wir sie in den Griff bekommen“. Er hoffe, dass immer mehr verstehen, „dass es ein für die Menschen ist“, damit die Corona-Einschränkungen und -Maßnahmen möglichst im kommenden Jahr wegfallen. Für Seiger drückt sich in der sogenannten 2-G-Regel, die nur geimpften und mit einem Nachweis ausgestatten genesenen Fans den Zugang zum Stadion erlaubt, Verantwortung für alle aus.

 

Einen eindeutigen Wunsch hatte Stadtdechant Kleine in diesem Zusammenhang bereits zu Beginn des Gottesdienstes formuliert: dass die landesweit einmalige Fußballandacht auch im kommenden Jahr wieder gefeiert werden kann – mit einem weiterhin erstklassigen FC und dann wieder mit einem vollbesetzten Kölner Dom in Rut un Wieß, in Rot und Weiß, den Farben von Verein und Stadt. Immerhin: am Ende des Gottesdienstes erklang in diesem Jahr wieder die Hymne des FC, gesungen und nicht nur auf der Orgel gespielt. Noch nicht mit der gewohnten Lautstärke, aber, wie immer, als großer Gänsehautmoment zum Abschluss.

 

Die Reportage von Johannes Schröer können Sie hier auf DOMRADIO.DE nachlesen und hier noch einmal ansehen.

Den Moment mit der FC-Hymne können Sie hier nacherleben. 

 

Sein Auftaktspiel gegen Hertha BSC hat der FC mit 3:1 gewonnen. Ob das gar am himmlischen Beistand lag, kommentiert Stadtdechant Robert Kleine im Beitrag auf Radio Köln.

 

Die Bibel als Sprachereignis: Eine Soiree zum 75. Jubiläum des ökumenischen Robert-Grosche-Bibelkreises (26. August)

10. August 2021; ksd

Köln. In diesem Jahr jährt sich zum 75. Mal die Gründung eines ökumenischen Bibelkreises durch den früheren Kölner Stadtdechanten Robert Grosche sowie den damaligen Kölner Superintendenten Hans Encke. Mitten im zerstörten Köln von 1946 waren sie damit der Ökumene der beiden Kirchen weit voraus.

Aus diesem Anlass veranstalten das Katholische Stadtdekanat Köln, der Evangelische Kirchenverband Köln und Region, das Katholische Bildungswerk Köln sowie die beiden Akademien Karl-Rahner und Melanchthon die Soirée „Die Bibel als Sprachereignis“ mit der Lyrikerin Nora Gomringer und dem Alttestamentler Professor Dr. Egbert Ballhorn am Donnerstag, 26. August, um 19.30 Uhr in der Karl-Rahner-Akademie, Jabachstraße 4-8.

 

Weitere Informationen finden Sie im Flyer.

 

Die Anmeldung erfolgt über www.karl-rahner-akademie.de

 

Mehr über den Grosche-Kreis lesen Sie hier.

 

SHALOM-SELFIE COLOGNE: Das größte Foto-Mosaik Deutschlands gegen Antisemitismus hängt am DOMFORUM

6. August 2021; ksd

Update (16. August 2021): Mit dem Slogan „SHALOM + FRIEDEN FÜR ALLE" zeigen am DOMFORUM auf einer Fläche von knapp 100 Quadratmetern 1700 Menschen aus ganz Deutschland –stellvertretend für 1700 Jahre jüdischen Lebens – ihr persönliches Statement gegen Antisemitismus und für mehr Zusammenhalt.


„Es haben sich viele Menschen beteiligt,“ freut sich Abraham Lehrer, Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland und Vorstandsmitglied der Synagogen-Gemeinde Köln, „Mit diesem einzigartigen Großplakat wird ein sichtbares Zeichen gesendet, dass wir in diesem Land jeden Menschen akzeptieren – so wie er ist. Egal, welche Religion oder Hautfarbe – wir halten alle zusammen.“


Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker ergänzt: „Köln ist als Ausgangspunkt so etwas wie das Zentrum des Festjahres 1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland. Mit der Aktion Shalom-Mosaik würdigen wir heute die jüdische Kultur und ihr Friedensversprechen gegenüber anders Gläubigen, anders Lebenden und anders Denkenden und setzen damit ein wichtiges Zeichen gegen Ausgrenzung und Antisemitismus. Ich glaube fest daran, dass Aktionen wie diese die Akzeptanz füreinander und den Respekt voreinander fördern.“


Für Zusammenhalt und gegen Antisemitismus – dazu hatten die Stadt Köln, die Synagogen-Gemeinde Köln und das Kölner Forum für Kultur im Dialog unter dem Slogan „Shalom-Selfie – Zeigt Zusammenhalt“ aufgerufen. Es sollten Fotos eingesendet werden, die zusammengesetzt als Mosaik am Ende ein sichtbares Signal für eine offene und friedliche Gesellschaft zeigen. Auch viele Prominente gingen mit gutem Beispiel voran: NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, FDP-Chef Christian Lindner, SPD-Vorsitzender Norbert Walter-Borjans, Kölns Rabbiner Yechiel Brukner, der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki, NRW-Staatssekretärin Serap Güler, NRW-Justizminister Peter Biesenbach, NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer, NRW-Innenminister Herbert Reul, NRW-Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen, Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker, die Kölner Ehrenbürgerin Hedwig Neven DuMont, Höhner-Sänger Henning Krautmacher, Schauspielerin Janine Kunze oder die Kölner Karnevalsgesellschaft Rote Funken sind nur einige der vielen Unterstützer*innen, die mit ihrem Foto dabei sind.

 

Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki sagte in seiner wöchentlichen Video-Botschaft: „Es gibt viele, die sich trotz der Spaltungen in unserer Gesellschaft um eine Toleranz bemühen. Ich freue mich, dass 1700 von ihnen bei dieser Aktion mitgemacht haben und dadurch ein Zeichen setzen. Bilder einsenden kann man jetzt nicht mehr. Leben können wir Toleranz und Wertschätzung aber jeden Tag. In diesem Sinne: Shalom und Frieden für Alle.“


Der kreative Schriftzug von „SHALOM + FRIEDEN FÜR ALLE“ als Motiv für das XXL-Fotomosaik vereint den jüdischen „Davidstern“, das Magen David (Schild Davids) und das christliche Kreuz, den Halbmond für den Islam, das buddhistische Dharma-Rad sowie das internationale Peace-Zeichen und die Regenbogenfahne. Eine Gruppe jüdischer und nicht-jüdischer Kinder aus Köln hatten auf Einladung der Kölner Synagogen-Gemeinde unter der Anleitung von Kunstpädagogen und Street-Art-Künstlern tagelang an der Entwicklung des Slogans gearbeitet.


Initiatorin Claudia Hessel, Vorstandsvorsitzende des Kölner Forum für Kultur im Dialog e.V. freut sich: „Als Kölner Forum für Kultur im Dialog wollten wir viele Menschen zusammenbringen. Und das haben wir erreicht. Viele haben zum Gelingen von ,Shalom Selfie – Zeigt Zusammenhalt beigetragen. Wir sagen allen danke für dieses starke Zeichen gegen Antisemitismus und für eine offene, friedliche Gesellschaft, die zusammenhält.“


Die Mitmachaktion „Shalom Selfie – Zeigt Zusammenhalt!“ von April bis Ende Juli stieß auf positive Resonanz und motivierte 1700 Menschen – jung und alt – aus ganz Deutschland mit ihren witzigen Selfies, kreativen Fotos und selbstgebastelten Bilder Teil des XXL-Mosaiks gegen Antisemitismus zu werden.


Bis zum 12. September hängt das Banner in einer Größe von knapp 100 Quadratmetern an der Fassade des DOMFORUMs. Mit acht Metern Höhe und mehr als elf Metern Breite überspannt das farbenfrohe Motiv die Fassade des DOMFORUMs genau gegenüber des Kölner Doms, einer der wichtigsten Touristenattraktionen Deutschlands.


Das DOMFORUM sei ein Ort der Begegnung und des Austauschs, sagte Kölns Stadt- und Domdechant Msgr. Robert Kleine. Er begrüßte, dass an dieser prominenten Stelle der Stadt das Plakat vom Wichtigsten spreche, was es gebe: Frieden. „Es strahlt die Botschaft aus, wie wichtig es ist, mit anderen, mit allen Religionen sich für Frieden und Verständigung und gegen Rassismus, Antisemitismus und Gewalt einzusetzen“, so Kleine. „Ich hoffe, dass viele Tausende Menschen, die nicht auf dem Plakat abgebildet sind, sich damit befassen und im Herzen wiederfinden“. Vor allem mit Blick auf die Krise und dramatische Eskalation in Afghanistan mahnte der Kölner Stadtdechant zum gemeinsamen Einsatz für Frieden und Humanität.


Zudem sind die Foto-Mosaike auch an anderen zentralen Stellen in Köln zu sehen: an der VHS-Fassade am Neumarkt, an der Antoniterkirche in der Schildergasse, im Rathaus der Stadt Köln oder in tausendfacher Auflage im Postkartenformat bei Köln-Tourismus. Auch die Fassade des Römisch-Germanischen Museums am Roncalliplatz wird in Kürze ein Fotomosaik bekommen – vis-à-vis dem DOMFORUM.


Die Präsentation des XXL-Fotomosaiks war auch der Auftakt zum Festival SHALOM-MUSIK.KOELN – ein Tag mit jüdischer Musik. Ulrike Neukamm vom Vorstand des Kölner Forums für Kultur im Dialog organisierte ein umfangreiches musikalisches Programm, das ungewöhnliche wie überraschende Einblicke in die jüdische Musikgeschichte gab. Unter der künstlerischen Leitung von Thomas Höft präsentieren 47 Musiker*innen aus allen Teilen der Welt Ausschnitte von traditioneller Klezmer-Musik über mittelalterliche jüdische Lobgesänge und Orgelmusik für die Synagoge, von Operette bis Jazz, von Klassik bis Schlager.


Auch die Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, Isabel Pfeiffer-Poensgen, war bei der Premiere von Shalom-Musik.Koeln zu Gast: „ Shalom-Musik.Köln biettet einen ganzen Tag im Zeichen jüdischer Musik und damit eine großartige Möglichkeit, sie hör- und erlebbar zu machen. Dem hervorragend zusammengestellten Programm gelingt es, die enorme Vielfalt jüdischer Musik einzufangen und verdeutlicht ihren großen Einfluss auf die gesamte europäische Musikgeschichte. Als Land haben wir dieses musikalische Ereignis, das zur direkten Begegnung mit der Lebendigkeit der jüdischen Kultur hier in Nordrhein-Westfalen einlädt, sehr gerne unterstützt.“


Stadtsuperintendent Dr. Bernhard Seiger vom Evangelischen Kirchenverband Köln und Region führt fort: „ Musik weckt Emotionen. Wir lernen die Vielfalt jüdischen Lebens in diesem besonderen Jahr unter anderem über die Musik kennen. Und so passt es, dass wir heute die Freude an der Musik in ihrer Buntheit erleben können. Ich freue mich, dass wir mit drei evangelischen Aufführungsorten in Köln dabei sind.“


Im bundesweiten Festjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ nimmt Köln eine herausragende Stellung ein. Die jüdische Gemeinde ist nachweislich nicht nur die älteste Gemeinde Deutschlands, sondern auch die älteste jüdische Gemeinschaft nördlich der Alpen. Sie wurde erstmals im Jahre 321 im Dekret Kaiser Konstantins erwähnt.

 

Köln. Mendelssohn, Gershwin, Bernstein – Musik von jüdischen Komponisten prägt die Musikgeschichte weltweit. Die Aktion „SHALOM-MUSIK.KOELN“ will an einem Tag Begegnungen mit jüdischer Musikkultur und Musikstilen an ausgesuchten Orten in Köln schaffen. Anlass ist das Gedenk- und Jubiläumsjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“; ein Jubiläumsjahr, das seinen Ursprung in Köln hat. Eine Urkunde Kaiser Konstantins aus dem Jahr 321, die es jüdischen Bürgerinnen und Bürgern ermöglicht in den Rat der Stadt berufen zu werden. Das Dokument gilt als ältester Nachweis jüdischen Lebens in Deutschland.

Hinter „SHALOM-MUSIK.KOELN – ein Tag mit jüdischer Musik“ verbirgt sich „eine abwechslungsreiche Entdeckungsreise“, so die Veranstalter, die insbesondere die Vielfalt der jüdischen Musikgeschichte in den Blick nehme. 47 Musikerinnen und Musiker, 40 Kurzkonzerte an zwölf Spielorten – bei freiem Eintritt – bieten Ausschnitte von jüdischen Musikstilen und Werken jüdischer Komponistinnen und Komponisten.

 

Vorurteile verhindern

 

„Das Interesse aneinander und das gegenseitige Kennenlernen können Vorurteile verhindern. Wo es weniger Vorurteile gibt, da gibt es auch weniger Antisemitismus. Und gerade in unserer Zeit heute kann ein Festival mit jüdischer Musik einen Beitrag dazu leisten“, so David Klapheck Geschäftsführer der Synagogen-Gemeinde Köln.
Das von Thomas Höft und Ulrike Neukamm zusammengestellte Programm reicht von Straßentheater mit traditioneller Klezmer-Musik über mittelalterliche jüdische Lobgesänge und Orgelmusik für die Synagoge, von der Operette bis zum Jazz, von der Klassik bis zum Schlager. „In unserem Programm versuchen wir weder festzuschreiben, was ,jüdische Musik' sei, noch beziehen wir in der komplexen akademischen Diskussion darüber Position“, so Höft. „Wir beleuchten vielmehr viele verschiedene, besonders interessante Themen und Musikstil-Richtungen für ein breites Publikum ohne Spezialkenntnisse.“

 

Musikalischer Kulturtransfer


Zu festen Uhrzeiten treten unterschiedliche Künstlerinnen und Künstler, Ensembles sowie Rednerinnen und Redner auf, die ebenso ungewöhnliche wie überraschende Einblicke in die jüdische Musikgeschichte geben.

SHALOM-MUSIK.KOELN präsentiert Künstlerinnen und Künstler wie die Kölner Opernsängerin Dalia Schaechter, die Sopranistin Dana Marbach und den Counter-Tenor Doron Schleifer aus Israel, Adrian Schvarzstein aus Argentinien, Ivan Trenev aus Nord-Mazedonien, Corina Marti aus der Schweiz, Jalda Rebling aus Berlin, die Daffkes aus Leipzig sowie zahlreiche weitere Künstlerinnen und Künstker aus Köln und Nordrhein-Westfalen.

„Seit langer Zeit existiert ein musikalischer Kulturtransfer zwischen jüdischer und nicht-jüdischer, religiöser und weltlicher Musik in Köln, Deutschland und Europa“ erklärt Andrei Kovacs, leitender Geschäftsführer des Vereins „321-2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ . „Ein ganzer Tag im Zeichen jüdischer Musik ist eine großartige Möglichkeit, diesen musikalischen Kulturtransfer hör- und erfahrbar zu machen“, so Kovacs weiter. „Wo wenn nicht in Köln? In der Stadt der kölschen Lebensart. Hier können wir gemeinsam ein musikalisches Zeichen setzen – für Nähe und Respekt! Wir sind dankbar, für die Kooperation mit Kölner Forum für Kultur im Dialog e.V.. Denn gerade in Zeiten des erstarkenden Antisemitismus und Rassismus ist ein solches gemeinsames Zeichen wichtiger denn je.“

 

„Ein erster Schritt“

 

Das Kölner Forum für Kultur im Dialog e.V., die Stadt Köln, die beiden großen Kirchen und die Synagogen-Gemeinde Köln präsentieren „ein abwechslungsreiches Kulturprogramm, das Begegnung schafft“. Claudia Hessel vom Kölner Forum für Kultur im Dialog beschreibt die Motivation zu dieser Veranstaltung so: „Jüdische Musik hat eine lange und alte Tradition und ist sehr vielfältig. Mit unserem Programm wollen wir neugierig machen, denn unter jüdischer Musik stellt sich jeder etwas anderes vor. Es ist ein erster Schritt, um dieses Kapitel in Köln auch für die nächsten Jahre weiterzuschreiben und mit unseren Partnern zu vertiefen.“

Der Kölner Bürgermeister Dr. Ralph Elster spricht den Dank der Stadt Köln aus: „Das Festjahr ,1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland' geht auf Köln zurück. Und da freut sich die Stadt Köln natürlich besonders, dass auch ein zentrales Kulturprojekt im Festjahr in Köln realisiert wird. Dafür sind wir dem Forum Kultur im Dialog und den Festjahresverantwortlichen besonders dankbar."

 

Deutliches Zeichen für den Frieden und gegen Antisemitismus

 

Diakon Jens Freiwald vom Katholischen Stadtdekanat Köln begründet die Beteiligung der Ökumenischen Initiative 321.koeln an dem Projekt: „Als christliche Kirchen freuen wird uns, mit den Kirchenmusikern Johannes Quack und Matthias Bartsch sowie sechs von zwölf Veranstaltungsorten Shalom-Musik.Koeln unterstützen zu können. So freue ich mich auf den Streifzug durch die vielen Facetten jüdischer Musik am 15.8. und die Präsentation des XXL-Mosaiks am gleichen Tag am Domforum. An diesem prominenten Ort unserer Stadt ein deutliches Zeichen für Frieden und Verständigung und gegen Antisemitismus und jede Form von Diskriminierung zu setzen, begrüßen wir als Kölner Kirchen aus voller Überzeugung.“ Und er betont: „Denn für das Christentum gründet die Unantastbarkeit der Menschenwürde in der Gottesebenbildlichkeit aller Menschen. In dieser Überzeugung sind wir Christinnen und Christen bei aller Unterschiedlichkeit mit dem Judentum bleibend verbunden. Auch wenn dies in der Geschichte des Christentums leider nicht immer so war, so verbietet sich für uns aufgrund dessen jede Form des Antisemitismus und der Diskriminierung.“

 

XXL-Mosaik mit 1700 „SHALOM SELFIES“ am DOMFORUM


Anlass von „SHALOM-MUSIK.KOELN – ein Tag mit jüdischer Musik“ ist die Präsentation des XXL-Mosaiks: „SHALOM + FRIEDEN FÜR ALLE“. Die große Fotoaktion des Schuldezernats Köln, der Synagogen-Gemeinde Köln und des Kölner Forums für Kultur im Dialog hat im jüdischen Festjahr viele motiviert, positive Selfies, kreative Fotos oder selbstgebastelte Bilder einzusenden. 1700 Fotos für 1700 Jahre sind zusammengekommen und bilden die Basis für einen interkulturellen Schriftzug.

Auf kreative Art und Weise wurden der sogenannte Davidstern (das Magen David, Schild Davids) für das Judentum, das Kreuz für das Christentum, der Halbmond für den Islam, das Zeichen für Buddhismus – das Dharma-Rad – sowie das Peace-Zeichen und die Regenbogenfahne miteinander vereint. Sie stehen für Zusammenhalt sowie gegen Ausgrenzung und Antisemitismus und wurden in der Kölner Synagoge von einer Gruppe von jüdischen und nichtjüdischen Kindern aus Kölner Schulen sowie Kinder- und Jugendeinrichtungen entwickelt.

An der Fassade des DOMFORUMs wird das XXL-Mosaik in einer Größe von über 80 Quadratmetern vier Wochen lang – vom 15. August bis zum 12. September – hängen. Zur Eröffnung sprechen NRW-Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen, Abraham Lehrer, der stellvertretende Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker, Stadtdechant Msgr. Robert Kleine, Stadtsuperintendent Dr. Bernhard Seiger und der Vorstand des Kölner Forums für Kultur im Dialog.

Neben der Plakatpräsentation am DOMFORUM wird das XXL-Mosaik auch prominent an anderen Stellen in Köln zu sehen sein: unter anderem an der VHS Fassade am Neumarkt, an der Antoniter-Kirche in der Schildergasse oder in tausendfacher Auflage im Postkartenformat bei Köln-Tourismus. Im Vorfeld macht eine Stadtinformationskampagne mit dem Schriftzug „SHALOM + FRIEDEN FÜR ALLE“ auf 200 Megalights auf die Shalom Selfie-Präsentation am DOMFORUM aufmerksam.

 

Das Gesamtprogramm und weitere Informationen finden Sie hier online. Die im Programm aufgeführten Führungen mussten wegen der ab dem 12. August geltenden Corona-Inzidenzstufe 2 abgesagt werden. 

 

Einen Beitrag des künstlerischen Leiters Thoms Höft zum Festival finden Sie hier.

 

Mehr zum Gedenk- und Jubiläumsjahr unter www.321.koeln

 

Die evangelische und die katholische Kirche unterstützen das Festival „SHALOM-MUSIK.KOELN“ als Kooperationspartner und mit Spielorten. Außerdem wird eines der zentralen visuellen Elemente am DOMFORUM enthüllt. Das erklärt Kölns Stadt- und Domdechant Robert Kleine im Beitrag auf Radio Köln. Er hat sich mit einem von 1700 Selfies an einem XXL-Mosaik beteiligt, das am Sonntag enthüllt wird und dann für einige Wochen am Kölner DOMFORUM hängt. „Wir zeigen unser Gesicht für ein gutes Miteinander, gegen Rassismus, gegen Antisemitismus“, so Kleine.

 

Alle haben die Wahl: Der SKM unterstützt Wohnungslose beim Ausüben ihres Wahlrechts bei der Bundestagswahl (26. September)

6. August 2021; ksd

Köln. Eigentlich ist das Wahlrecht ein Menschenrecht. Doch nicht jeder Mensch hat die Chance, es auszuüben – auch nicht in Deutschland. Wer wohnungslos ist und somit keine Meldeadresse nachweisen kann, darf nicht zur Wahlurne gehen. Doch der SKM Köln, der Sozialdienst Katholischer Männer, sowie Kölns Stadtdechant Msgr. Robert Kleine setzen sich dafür ein, dass auch wohnungslose Menschen ihr Wahlrecht ausüben können. Im Beitrag der NRW-Lokalradios erklären Kleine sowie Jane van Well und Ralf Promper vom SKM, wie auch Menschen ohne eigene Wohnung wählen können, und warum sie sich dafür engagieren. Außerdem kommt der 71-jährige Peter zu Wort, der schon lange auf der Straße lebt, und der mit seiner Stimme über die Politik in Deutschland mitentscheiden möchte – jedenfalls wenn die Sorge um die nächste Mahlzeit oder die nächste Übernachtungsmöglichkeit ihm nicht die Kraft dafür rauben. Gerade um Menschen wie ihn geht es dem SKM und Stadtdechant Robert Kleine: „Alle Menschen sind Abbild Gottes, haben eine Würde.“ Für sie wolle und müsse sich die Kirche einsetzen. „Deshalb haben wir ganz klar auch die im Blick, die ohne Obdach, die wohnungslos sind“, so Kleine. Wohnungslose, die wählen wollen, können über eine Meldeadresse beim SKM ihr Recht auf Teilnahme an den Wahlen ausüben. Das nächste Mal bei der Bundestagswahl am 26. September.

 

www.skm-koeln.de

 

Ein Interview von DOMRADIO.DE mit Ralf Promper, dem Leiter der SKM-Einrichtung für Wohnungslose am Kölner Hauptbahnhof können Sie hier nachhören und hier nachlesen.

 

Im Beitrag auf Radio Köln ruft Kölns Stadtdechant Msgr. Robert Kleine dazu auf, sein Wahlrecht auszuüben und erinnert daran, dass nicht überall auf der Welt Menschen dieses Recht zugestanden wird.

DOMRADIO.DE-Serie „Lieblingsorte im Kölner Dom“ – Msgr. Robert Kleine: „Für Sternstunden zu sorgen, ist unser Auftrag“

31. Juli 2021; ksd

Köln. Wenn man in die Biographie von Kölns Stadt- und Domdechant Msgr. Robert Kleine schaut, dann scheint es von Anfang an gefügt gewesen zu sein, dass er einmal am Kölner Dom landet. Er wurde im Neusser Dreikönigenviertel geboren, ging dort zur Dreikönigenschule und gehörte zur Dreikönigspfarrei.

„Die Geschichte von Caspar, Melchior und Balthasar begleitet mich von daher schon mein ganzes Leben und hat stets meine Phantasie beflügelt“, hat er Beatrice Tomasetti für ihre DOMRADIO.DE-Serie „Lieblingsorte im Kölner Dom“ erzählt. „Kein Wunder, dass ich mich hier im Kölner Dom, wo sie im Zentrum stehen, sofort heimisch gefühlt habe. Da ist doch klar, dass der Dreikönigenschrein der Ort im Dom ist, wo ich heute am liebsten stehe.“

 

Seit 15 Jahren für die Dreikönigswallfahrt (mit)verantwortlich

 

Seit 2006 ist Kleine mitverantwortlich für die ehemals Domwallfahrt genannte Wallfahrt, die alljährlich im September an den Kirchweihtag des Kölner Doms erinnert und dazu einlädt, die Heiligen Drei Könige zu besuchen. Vor zwei Jahren hat der Domdechant, der für die Liturgie an der Kathedrale verantwortlich ist, den Prozess zur Umbenennung in Dreikönigswallfahrt forciert. Die drei Weisen aus dem Morgenland sollten stärker in den Mittelpunkt rücken. „Sie sind es auch, die auf Jesus Christus verweisen und von daher nicht nur als weihnachtliche Figuren gelten, sondern als ‚Wegweiser’ das ganze Jahr über dazu auffordern, es ihnen gleich zu tun und Gott im eigenen Leben zu finden“, so Kleine gegenüber Tomasetti.

Er wünscht sich, dass alle Besucherinnen und Besucher des Domes eine ähnliche Erfahrung machen wie die drei Sterndeuter und den Dom reich beschenkt wieder verlassen – egal, ob Tourist, Beter, Straßenkünstler, Berufspendler oder Obdachlose. Die Heiligen Drei Könige, als die sie später verehrt wurden, haben eine Sternstunde erlebt, als sie dem Ruf Gottes und seinem Stern folgten und den neugeborenen Jesus in Bethlehem fanden, so Kleine. „Als Priester ist es unser Auftrag, für solche Sternstunden auch heute immer wieder zu sorgen, damit Menschen nach Jesus Christus in ihrem Leben suchen“, sagt der Stadt- und Domdechant.

 

Was Msgr. Kleine noch durch Kopf und Herz geht, wenn er mit dem Dreikönigenschrein im Rücken Gottesdienst feiert im Kölner Dom und wo sein zweiter Lieblingsort ist, lesen Sie hier im Beitrag von Beatrice Tomasetti.

 

Festmesse des Stadtdekanats zur Eröffnung der Dreikönigswallfahrt

 

Die Dreikönigswallfahrt findet in diesem Jahr vom 23. bis 26. September statt. Mit der Festmesse am Donnerstag, 23. September, um 18.30 Uhr, die besonders für und mit den im Stadtdekanat Köln lebenden Christinnen und Christen gefeiert wird, feiert Msgr. Robert Kleine die Eröffnung der Wallfahrt.

 

www.dreikoenige-koeln.de

 

Stadtdechant Kleine: Aufruf zu unbürokratischer Hilfe und Spendenaktion für die Fluthilfe zum Heribert-Jubiläum

15. Juli 2021; ksd

UPDATE (26. August 2021): Aus Anlass des Gedenk- und Jubiläumsjahres „Gerechtigkeit. Macht. Frieden. 1000 Jahre Heribert von Köln“ verbinden das Katholische Stadtdekanat Köln und seine Kooperationspartner den Verkauf des neu erschienen Buches zur gleichnamigen Ausstellung mit einer Spendenaktion. Heribert Müllers „Heribert von Köln. Ein Lebensbild" mit einem Katalog zur Ausstellung in St. Heribert und in der Kölner Domschatzkammer wird bis zum Jahresende an den Ausstellungsorten, im Domshop und im DOMFORUM zu einem Subskriptionspreis von 9,90 Euro verkauft (später 14,80 Euro). Davon gehen 5 Euro an die Fluthilfe der Caritas. Mehr über die Publikation und das Jubiläumsjahr auf www.heribert1000.de

 

Die Spendenaktion steht im Zeichen des sozial und karitativ sehr engagierten heiligen Erzbischofs. „Die furchtbare Flut-Katastrophe hat uns alle erschüttert“, erläutert Stadtdechant Msgr. Robert Kleine. „Binnen Augenblicken wurden viele Leben und Existenzen zerstört. Der Neu- und Wiederaufbau der zerstörten Ortschaften wird lange dauern und bedarf unser aller Solidarität und Hilfe. Vor mehr als 1000 Jahren hat sich der heilige Heribert für die Notleidenden seiner Zeit eingesetzt. Wir heute wollen unseren Teil dazu beitragen, dass Menschen geholfen wird und sie hoffentlich eine neue Perspektive und neuen Lebensmut entwickeln können.“

 

Hier lesen Sie einen Beitrag der Katholischen Nachrichten-Agentur zum ökumenischen Gedenkgottesdienst.

 

UPDATE (10. August 2021): Mit einem ökumenischen Gottesdienst im Aachener Dom wollen die evangelische und die katholische Kirche sowie die in der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) zusammengeschlossenen Kirchen am Samstag, 28. August, um 10 Uhr der Opfer der Flutkatastrophe gedenken. Der Gottesdienst wird vom Vorsitzenden des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm, dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Bischof Dr. Georg Bätzing, dem Vorsitzenden der ACK Deutschland, Erzpriester Radu Constantin Miron, sowie mit Vertreterinnen und Vertretern anderer Religionen gestaltet.

 

Überwältigende Solidarität

 

„Die Flutkatastrophe hat Menschenleben ausgelöscht und Existenzen zerstört. Die vielen Toten, die Trauernden und alle, die jetzt vor den Trümmern ihrer Existenz stehen, sollen nicht vergessen sein. Im Gottesdienst wollen wir sie vor Gott bringen und ihn um seinen Beistand und Trost bitten“, erklären Landesbischof Bedford-Strohm und Bischof Bätzing. „Wir sind überwältigt von der Hilfe und Solidarität, die die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland und gerade auch aus dem Ausland den Menschen in den Flutgebieten entgegenbringen. Dafür wollen wir Gott danken. Wir haben den Ort Aachen gewählt, weil er zentral in Europa liegt. Damit wollen wir daran erinnern, dass auch unsere Nachbarn in den Niederlanden, Belgien und Luxemburg von der Flutkatastrophe betroffen waren und sind“, so Bätzing und Bedford-Strohm.

 

Livestream im ZDF

 

Zu dem Gottesdienst eingeladen werden Betroffene der Flutkatastrophe, Helferinnen und Helfer, Notfallseelsorgerinnen und -seelsorger sowie die Verfassungsorgane, Vertreterinnen und Vertreter der Bundesländer, Repräsentantinnen und Repräsentanten der betroffenen Nachbarländer. Der Gottesdienst wird live im ZDF übertragen. (dbk)

 

UPDATE (9. August 2021): Im DOMRADIO.DE-Interview berichtet der Leitende Pfarrer von Bad Münstereifel, Christian Hermanns, darüber, wie die Menschen in den Flutgebieten trotz des Horrors wieder Mut und Kraft schöpfen.

 

Köln. Die Nachricht der Flutkatastrophe in Deutschland erreichte den Kölner Stadtdechanten Msgr. Robert Kleine während einer Italienreise. In den Sozialen Medien drückt Kleine sein Mitgefühl und seine Solidarität aus. Zugleich appelliert er an die Behörden, dass den Betroffenen und Opfern der Flut schnell und unbürokratisch geholfen werden muss. Sein Statement vom Tag nach der Katastrophe im Wortlaut:

 

„Die Nachrichten über die Flutkatastrophe erreichen mich in Italien. Im Gebet bin ich bei allen von der Katastrophe Betroffenen. Bei den Todesopfern und ihren Familien, bei den Verletzten und ihren Angehörigen, besonders auch bei denen, die voller Bangen einen Menschen vermissen.

So viele Menschen in verschiedenen Regionen unseres Landes haben ihre Wohnung, ihre berufliche Existenz, ihr persönliches Hab und Gut verloren. Es gibt dankenswerterweise schon viel private Solidarität; jetzt muss es auch schnelle unbürokratische Unterstützung geben.

Ein wirklich von Herzen kommendes Dankeschön an die Einsatzkräfte, die sich bis zur Erschöpfung für andere einsetzen und dabei selber ihr Leben riskieren. Gottes Segen und Schutz!!!“

 

Dank an Strömungsretter und Feuerwehr Köln

 

Am Freitag dankte Kleine in den Sozialen Medien noch einmal besonders den Einsatzkräften: „Ich kann nur vage erahnen, wie die Einsätze physisch und auch psychisch an und über die Belastungsgrenze gehen“, schrieb er auf Twitter und Facebook. „Danke allen Einsatzkräften und besonders auch den Strömungsrettern. Und allen in der Notfallseelsorge!” Strömungsretter der Kölner Feuerwehr unterstützen die Einsatzkräfte im etwas mehr als 20 Kilometer entfernten Erftstadt. In Köln selbst haben freiwillige und Berufs-Feuerwehrleute rund 4000 Einsätze verzeichnet.

 

„Aktion Deutschland Hilft" ruft zu Spenden auf

 

Stichwort „Hochwasser Deutschland”

IBAN: DE62 3702 0500 0000 1020 30 (Bank für Sozialwirtschaft)

Spendenhotline: 0900 55 102030 (kostenfrei aus dem dt. Festnetz, Mobilfunk höher)

Charity SMS: SMS mit ADH10 an die 8 11 90 senden (10EUR zzgl. üblicher SMS-Gebühr, davon gehen direkt an Aktion Deutschland Hilft 9,83 EUR)

Online spenden unter: www.Aktion-Deutschland-Hilft.de

 

„Aktion Deutschland Hilft“ ist ein 2001 gegründetes Bündnis von deutschen Hilfsorganisationen, die im Falle großer Katastrophen ihre Kräfte bündeln, um schnelle und effektive Hilfe zu leisten. Die beteiligten Organisationen führen ihre langjährige Erfahrung in der humanitären Hilfe zusammen, „um so die bisherige erfolgreiche Arbeit weiter zu optimieren”. Unter einem gemeinsamen Spendenkonto bei der Bank für Sozialwirtschaft Köln ruft das vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) geprüfte und vom Deutschen Spendenrat zertifizierte Bündnis zu solidarischem Handeln und Helfen im Katastrophenfall auf. Zu dem Bündnis von Hilfsorganisationen gehören auch Caritas und Diakonie.

 

Weitere Spendenmöglichkeiten:

 

Caritas international

IBAN DE88 6602 0500 0202 0202 02 (Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe)

Stichwort „Fluthilfe Deutschland”

Online-Spende

 

Mehr unter: www.caritas-international.de

 

Diakonisches Werk Rheinland-Westfalen-Lippe

IBAN DE79 3506 0190 1014 1550 20 (KD Bank)

Stichwort „Hochwasser-Hilfe”

Online-Spende

 

Mehr unter: www.diakonie-rwl.de

 

Papst Franziskus betet für die Flutopfer in Deutschland

 

Papst Franziskus hat durch Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin in einem Telegramm an Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier seine Anteilnahme und Betroffenheit angesichts der Flut-Katastrophe in Deutschland ausgedrückt. Der Vatikan veröffentlichte das Telegramm im Wortlaut:

 

„Mit großer Betroffenheit hat Papst Franziskus von den schweren Unwettern und Überschwemmungen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz Kenntnis erhalten. Seine Heiligkeit gedenkt der ums Leben gekommenen Menschen im Gebet und bekundet den Angehörigen seine tief empfundene Anteilnahme. Er betet besonders für die zahlreichen Vermissten, für die Verletzten und für alle, die zu Schaden gekommen sind oder durch die Naturgewalten ihre Lebensgrundlage verloren haben. Ihnen sowie den Einsatzkräften und Helfern versichert Papst Franziskus seine geistliche Nähe und erbittet allen Gottes Schutz und Beistand.“

 

Info: Der Kardinalstaatssekretär ist nach dem Papst die Nummer Zwei, der ranghöchste Amtsinhaber im Vatikan.

 

Zuhören in der Not: Katholische und Evangelische Telefonseelsorge

 

Für die Betroffenen der Flut-Katastrophe, Angehörige und alle anderen sind die Katholische und die Evangelische Telefonseelsorge besonders auch in diesen Zeiten da:

 

0800 1110222 (kath.) und 0800 1110111 (ev.)

 

Die Anrufe sind kostenfrei. Die Katholische Telefonseelsorge Köln gehört zum Stadtdekanat Köln, die Evangelische zum Evangelischen Kirchenverband Köln und Region.

 

Aufruf zu Gebet und Glockengeläut am 23. Juli

 

Das Erzbistum Köln lädt am Freitag, 23. Juli, Gemeinden, kirchliche Einrichtungen und alle Gläubigen auf, sich um 18 Uhr im Gedenken an die Opfer und Betroffenen der Flut-Katastrophe zum Gebet zu versammeln oder sich auch allein, im privaten oder persönlichen Gebet, mit anderen im Gebet zu verbinden. Zudem sind Kirchen und Klöster aufgerufen, die Glocken als Zeichen der Solidarität zu läuten.

 

„Angesichts des Leids durch die Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Belgien und Bayern stehen wir unter Schock“, schreibt Generalvikar Markus Hofmann an die Pastoralen Dienste, Pastoralbüros und Verwaltungen. „Wie unvorstellbar schlimmer muss dieser Schlag für die betroffenen Menschen sein.“

 

Die Betroffenen bräuchten natürlich ganz konkrete, tatkräftige und sofortige Hilfe, so Hofmann. „ Wir versuchen als Kirche von Köln, dazu unseren Beitrag zu leisten.  Wir erleben zugleich, welche Strahlkraft die gelebte Solidarität schon jetzt entfaltet. Wir können nicht alle vor Ort mit anpacken, aber möglichst viele sollen in die Hilfsmöglichkeiten einbezogen werden. Daher möchten wir ein öffentliches Zeichen des Zusammenhalts setzen, indem wir der Verstorbenen und in Not Geratenen gedenken und gemeinsam um Gottes Beistand bitten.“

 

Hier gibt es eine Vorlage für eine Andacht zum Download. 

Das Erzbistum Köln schließt sich mit dem Aufruf einer Initiative der Evangelischen Kirche im Rheinland an.

 

Interviews und Infos

 

Ein Interview mit Diakon Gregor Hergarten, der die Notfallseelsorge im stark betroffenen Erftstadt koordiniert, ist hier nachzulesen.

 

Das Portal katholisch.de hat ein Interview mit dem Pfarrer des stark betroffenen Bad Neuenahr-Ahrweiler (Rheinland-Pfalz) veröffentlicht, Jörg Meyrer. Hier können Sie es nachlesen.

 

DOMRADIO.DE hat ein Interview mit der Geschäftsführerin des Pfarreiverbandes Erftstadt-Ville, Hedi Schlösser, geführt. Sie können es hier nachlesen.

 

Evangelische und katholische Kirche stellen Soforthilfe bereit und rufen zu Spenden auf. Im Erzbistum Köln wurde ein Krisenstab eingerichtet. Mehr auf domradio.de

 

Hier finden Sie ein Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur mit dem Leiter von Caritas International, Dr. Oliver Müller.

 

Ev. Kirche in Köln: Zentraler Gedenk- und Gebetsort in der Antoniter-City-Kirche

 

Einen zentralen Ort der Trauer und des Gedenkens für die Opfer der Hochwasserkatastrophe haben der Evangelische Kirchenverband Köln und Region sowie die Antoniterkirche in der Schildergasse in der Kölner Innenstadt eingerichtet. Vor dem „Lehrenden Christus“ von Ernst Barlach an der Rückseite der Kirche können Menschen an einer großen Gedenkkerze Kerzen anzünden und so ihrer Trauer und ihren Gefühlen Ausdruck verleihen. Besucherinnen und Besucher habe auch die Möglichkeit, ihre Gedanken in einem Fürbittenbuch einzutragen und für die Opfer zu beten.

Susanne Beuth, stellvertretende Stadtsuperintendentin des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region besuchte die Antoniterkirche und zündete selbst eine Kerze an. „Es gibt viele Menschen, die betroffen sind und ihrer Betroffenheit Ausdruck geben möchten“, sagte sie. „Viele haben aber nicht die Kraft, irgendwo hin zu fahren um konkret zu helfen. Dann ist das hier ein guter Ort, um ein Zeichen zu setzen.“

Die Bronzeplastik der „Lehrende Christus“ von Ernst Barlach in der Antoniterkirche in Köln lädt durch ihre Schlichtheit die Betrachterinnen und Betrachter zur religiösen und meditativen Andacht ein. Die offenen Hände des „Lehrenden Christus“ laden zur menschlichen Nähe und Zuwendung ein, die vielen Menschen in dieser Notsituation helfen kann. „Ich wünsche allen, die selber persönlich betroffen sind, dass sie einen Weg finden mit dieser schrecklichen Lag fertig zu werden“, sagte Superintendentin Susanne Beuth weiter. „Ich wünsche ihnen, dass sie Menschen finden, die an ihrer Seite sind und ihnen helfen.“

Die Antoniterkirche liegt an der Schildergasse in der Kölner Innenstadt und ist montags bis freitags von 11 bis 18 Uhr, samstags von 11 bis 17 Uhr und sonntags von 11 bis 17.30 Uhr geöffnet. (apk)

 

Auch im Kölner Dom und den vielen anderen katholischen Kirchen in Köln entzünden Menschen Kerzen und bringen ihre Gedanken und Gebete vor Gott.

 

Plattformen, die Hilfesuchende und Hilfe Anbietende verbinden:

 

Helft-Erftstadt! - Die Austauschplattform für Betroffene in der Hochwasserregion Erftstadt

AhrHelp - Die Hochwasser Hilfscommunity in der Hochwasserregion Ahr

 

Kirchenführungen wieder mit großer Nachfrage / Zum Beispiel Maria im Kapitol entdecken: Wo das Jesuskind immer einen Apfel bekommt

15. Juli 2021; ksd

Köln. Besuche und Führungen durch den Kölner Dom und andere Kölner Kirchen erfreuen sich wieder großer Beliebtheit. Seit die Corona-Beschränkungen gelockert wurden, verzeichnen der Dom und das DOMFORUM, das Führungen organisiert und anbietet, wieder eine wachsende Nachfrage. Auch die Zahl der täglichen Besucherinnen und Besucher wächst in den Kölner Kirchen. Stadt- und Domdechant Msgr. Robert Kleine ruft im Beitrag auf Radio Köln aber dazu, auch weiterhin aufeinander zu achten und sich an die jeweils geltenden Corona-Regeln zu halten, damit die Corona-Zahlen nicht wieder steigen, sondern sich die Situation möglichst noch positiver entwickelt und es bald wieder (mehr) Normalität gibt.

Eine der Kirchen, die sich zu entdecken lohnen ist, Maria im Kapitol. Das unweit des Rheins gelegene Gotteshaus gehört zu den bedeutenden romanischen Kirchen der Stadt und ist eine der Hauptkirchen mit Marien-Patrozinium. Im Beitrag auf Radio Köln lädt Kleine dazu ein, die Kirche mit den vielen außergewöhnlichen Kunstwerken und Ausstattungsstücken neu zu entdecken oder im Kreuzgang zur Ruhe zu kommen. Wer wissen will, was es mit den Äpfeln auf sich hat, die das Jesuskind täglich geschenkt bekommt, bucht am besten eine Führung über das Kölner DOMFORUM.

 

Sommerausstellung im DOMFORUM: Der Kölner Dom und „die Juden“ – Auseinandersetzung mit Antijudaismus

5. Juli 2021; ksd

Köln. Aus Anlass des Gedenk- und Jubiläumsjahres „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ –und in Köln – ist die diesjährige gemeinsame Sommerausstellung der Kölner Dombauhütte und des DOMFORUMs dem Thema „Der Kölner Dom und ,die Juden‘. Zur christlichen Sicht auf das Judentum“ gewidmet (Laufzeit bis zum 22. August verlängert). Dabei geht es auch um die Auseinandersetzung mit christlichem Antijudaismus.

Weithin sichtbar prangt sie an der Kölner Kathedrale: die sogenannte „Judensau“. Eine Sau, die statt eines Ferkels einen Mann säugt, der durch einen spitzen Hut eindeutig als Jude erkennbar ist. Jahrhundertelang mussten Jüdinnen und Juden sich durch spezielle Kleidung wie solche Hüte ausweisen, wurden dadurch auf den ersten Blick erkennbar – und angreifbar. Der Wasserspeier ist nicht die einzige Darstellung der „Judensau“ am Dom.

Zu beschönigen gebe es nichts, so Weihbischof Rolf Steinhäuser bei der Eröffnung der Ausstellung vor der Presse: „Im geliebten Dom gibt es viele judenfeindliche Kunstwerke.“ In Stein, Glas und Holz sowie in Malerei spiegeln sich Hass und Menschenverachtung. Für fast 2000 Jahre „vergaßen“ Christen, dass die Wurzel des Christentums im Judentum liegt – und dass Jesus Jude war und als Jude gelebt hatte. Ihr Antijudaismus führte jahrhundertelang zu gesellschaftlicher Ausgrenzung und brutaler Verfolgung von Jüdinnen und Juden. Die Folgen reichen bis heute: der christlich verwurzelte Antijudaismus wirkt im zeitgenössischen Antisemitismus nach.

 

Erschreckende Zeugnisse von Judenhass im Kölner Dom

 

Zu den judenfeindlichen Darstellungen im Dom zählen verschiedene Darstellungen der „Judensau“. Seit dem Spätmittelalter wurde die diffamierende Darstellung häufig in und an christlichen Kirchen verwendet. Sie zielt auf eine Verhöhnung und Ausgrenzung von Juden. Weil Schweinefleisch im Judentum als unrein gilt, wurden Juden oft in intimem Kontakt mit Schweinen gezeigt, um sie herabzuwürdigen. So saugt ein Jude auch in einer Szene im Chorgestühl des Domes an den Zitzen einer Sau – eines der gängigsten Schandmotive.

Ein weiteres Beispiel: Am Dreikönigenschrein findet sich die Geißelung Jesu durch zwei Juden – und nicht wie in der Bibel berichtet durch römische Soldaten. Hier zeigt sich die christliche Diskriminierung von Juden als „Gottesmörder“. Steinhäuser sprach mit Blick auf die Schreinszene von „Geschichtsleugnung“. Er räumte ein, dass diese Darstellung bislang kaum in den Blick genommen worden sei, auch wenn man oft am Schrein vorbeilaufe.

Auch das heute noch als Verschwörungstheorie lebendige Motiv des Ritualmords, bei dem Juden (christliche) Kinder „opfern“, wurde in der Kathedrale aufgenommen. Bis heute ist es eine der Wurzeln von Antisemitismus, Verfolgung und Bedrohung jüdischer Menschen.

 

Das beschämende Kinderfenster 

 

Unfassbar ist aber anderes: Nur wenige Jahre nach dem Holocaust, der systematischen Ermordung von Millionen Jüdinnen und Juden, und der versuchten Vernichtung jüdischen Lebens durch die Deutschen und ihre Verbündeten wurde für den Kölner Dom das sogenannte Kinderfenster geschaffen. Es zeigt unter anderem Juden in stereotyper Darstellung, mit sogenannten, vermeintlichen „ Rassemerkmalen“ in der Physiognomie, wie sie auch von den Nazis propagiert worden waren.

Darüber hinaus findet sich die Szene, wie Judas Jesus für einen – überdimensionierten – Beutel voll Geld verrät. Hier spiegelt sich das Motiv vom raff- und geldgierigen Juden. Auch dieses mit dem Charakter und der DNA von Juden in Verbindung gebrachte Stereotyp ist bis heute lebendig und Teil des Mythos um die „zionistische Weltverschwörung“. Ihre Kernbotschaft: Juden wollen die Weltherrschaft an sich reißen – unter anderem durch die Kontrolle von Banken und Konzernen sowie die Steuerung von Politikern.

Besonders problematisch am Kinderfenster ist aber eine Szene, die eine Kölner Mutter zeigt, die mit ihren Kindern vor den Bombenangriffen des Zweiten Weltkriegs flieht. Die Nähe zu den Szenen mit Judas „greift die Lüge der NS-Propaganda auf, die Luftangriffe in Deutschland seien das Werk jüdischer Hintermänner“, schreibt Matthias Deml in der zur Ausstellung neu erschienenen Broschüre „ Der Kölner Dom und ,die Juden‘. Ein thematischer Rundgang“. „Dass solche Darstellungen noch in den 1960er-Jahren möglich waren und von den damaligen Verantwortlichen entweder nicht erkannt oder nicht beanstandet wurden, ist erschreckend und beschämend zugleich“, so Deml.

 

Beitrag zur Aufarbeitung

 

Die Kirche fühle sich der kritischen Auseinandersetzung mit dem christlichen Antijudaismus und den antijüdischen Werken im Dom verpflichtet, schreibt Dompropst Msgr. Guido Assmann im Geleitwort der Broschüre. Der neue Rundgang, der aktuell Teil der Domführungen ist, und die Ausstellungen sollen einen Beitrag zur Aufarbeitung leisten. „Wir sind spät dran“, räumte der Vorsitzende der Kölnischen Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, Professor Dr. Jürgen Wilhelm, bei der Eröffnung ein.

Auf jüdischer Seite gibt es unterschiedliche Vorstellungen, wie mit den judenfeindlichen Werken umgegangen werden sollte, schreiben Bettina Levy und Abraham Lehrer vom Vorstand der Synagogen-Gemeinde Köln in ihrem Geleitwort. Während die einen fordern, die antisemitischen Installationen zu entfernen, plädieren andere dafür, sie exakt zu benennen sowie für Besucherinnen und Besucher leicht auffindbar zu machen. Damit würde eine Auseinandersetzung mit der Vergangenheit erleichtert. Und Geschichte könnte so sichtbar bleiben und damit auch eine Mahnung für Gegenwart und Zukunft sein.

Wilhelm plädierte ebenfalls für den Erhalt der antijüdischen Werke im Dom. Er könne verstehen, wenn sie für jüdische Menschen unerträglich seien, doch der Erhalt und kritische Umgang damit führe zu einer nachhaltigen gesellschaftspolitischen Bildung.

Der künftige Umgang mit dem Kinderfenster sei noch nicht entschieden, hieß es bei der Eröffnung. Im Dom soll aber ein eigens geschaffenes zeitgenössisches Kunstwerk die kritische Auseinandersetzung mit dem eigenen Antijudaismus fördern. Derzeit läuft dazu ein Ideenfindungsprozess.

 

Jüdische Wurzeln des Christentums bewusst machen

 

Die Ausstellung will den Finger aber nicht nur in die Wunden der Vergangenheit legen. Sie soll den Blick auch neu auf die jüdischen Wurzeln des Christentums lenken. „Das Christentum ist ohne das Judentum nicht vorstellbar“, so Weihbischof Steinhäuser. 

Zudem beleuchtet die Schau die Geschichte und das Verhältnis von Juden und Christen in Köln. Sie zeigt auch, dass Kölner Jüdinnen und Juden mit bürgerschaftlichem und kulturellem Engagement die Stadt prägten und förderten. 

Einen epochalen Wandel in der Haltung der katholischen Kirche zum Judentum habe erst das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) vollzogen. So ist die letzte der vier Stelen, welche die Ausstellung bilden, dem heutigen Verhältnis zwischen katholischer Kirche und Judentum gewidmet. Dieses sei von Schritten der Aussöhnung und des respektvollen Miteinanders geprägt.

 

Solidarisch an der Seite der Glaubensgeschwister

 

Das bekräftigt Kölns Stadt- und Domdechant Msgr. Robert Kleine: „Die wechselvolle Geschichte von Juden und Christen zeigt sich gerade auch an unserem Dom, bis hinein ins 20. Jahrhundert mit dem sogenannten ,Kinderfenster‘ “, sagt er. „Ich bin sehr dankbar, dass die katholische Kirche seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil ihr Verhältnis zum Judentum eindeutig geklärt und dargestellt hat.“ Seitdem betont die Kirche das Band und den Bund der Liebe, den Gott mit den Juden ebenso unverbrüchlich geschlossen hat wie mit den Christen. Kleine erinnert auch an Papst Johannes Paul II., der die Juden als „ältere Brüder“ der Christen bezeichnete. „Ich bin froh, dass das Miteinander mit den älteren Geschwistern auch das Verhältnis der Religionen in unserer Stadt bestimmt“, ergänzt Kleine.

Deshalb sei er auch dankbar, dass mit der Ausstellung und der Publikation die Aufarbeitung der Vergangenheit vorangebracht werde. Der Stadtdechant richtet den Blick aber auch in die Gegenwart, in der Antisemitismus und Antijudaismus in Teilen der Gesellschaft seit einigen Jahren wieder zunehmend erstarken, und in die Zukunft. „Wir müssen uns jetzt gemeinsam gegen Vorurteile, Klischees und jede Form von Rassismus und Antisemitismus engagieren“, mahnt Kleine. „Was in der Vergangenheit jüdischen Menschen angetan wurde, auch von jenen, die sich Christen nannten, darf sich niemals wiederholen. Darum müssen wir jetzt immer wieder neu unsere Stimme erheben, wo Jüdinnen und Juden bedroht und verfolgt werden und wo Antisemitismus und Antijudaismus zu Verbrechen und Gewalt führen. Wir stehen und bleiben in Solidarität an der Seite unserer jüdischen Glaubensgeschwister.“

 

Autorin: Hildegard Mathies

 

Info

Im Jahr 2021 wird daran erinnert, dass mit einem Dekret des römischen Kaisers Konstantin aus dem Jahr 321 belegt wird, dass es bereits damals jüdisches Leben in Köln beziehungsweise in Deutschland gab. Das Dekret gilt als erste urkundliche Bestätigung dafür.

Die Ausstellung „Der Kölner Dom und ,die Juden‘. Zur christlichen Sicht auf das Judentum“ ist bis zum 15. August im DOMFORUM zu sehen (Domkloster 3) Geöffnet: Montag bis Samstag, 9.30 bis 17 Uhr; Sonntag, 13 bis 17 Uhr.

Zur Ausstellung ist eine Broschüre erschienen, die alle Texte und Bilder der Stelen enthält. Sie ist im DOMFORUM für 3 Euro erhältlich.

Zudem bietet das DOMFORUM während der Laufzeit der Ausstellung öffentliche Führungen zu den Orten im Dom an. Eine verbindliche Anmeldung ist erforderlich unter fuehrung@domforum.de 

Begleitend zur Ausstellung ist im Kölner Domverlag neu erschienen: „Der Kölner Dom und ,die Juden‘. Ein thematischer Rundgang“; 40 Seiten, 4,50 Euro. Erhältlich im Domshop, DOMFORUM, über den Kölner Domverlag sowie im Buchhandel.

 

www.koelner-dom.de

www.koelner-dombauhuette.de

www.domforum.de

www.koelner-domverlag.de

 

Veranstaltung

„Ostentative Ahnungslosigkeit – Der Antisemitismus im Kinderfenster des Kölner Doms“ ist Thema einer Veranstaltung mit Dr. Bernd Wacker, Initiator der AG „Der Dom und die Juden“ (siehe Hintergrund). Sie findet statt am Montag, 30. September, um 19 Uhr im Haus der Evangelischen Kirche, Kartäusergasse 9-11. Eine Anmeldung ist erforderlich unter info@karl-rahner-akademie.de oder anmeldung@melanchthon-akademie.de

Wacker hat intensiv zum Kinderfenster geforscht und stellt seine Erkenntnisse bei der Veranstaltung vor. Im Anschluss ist eine Podiumsdiskussion geplant. Mit dabei: Professorin Dr. Michaela Geiger, Vorsitzende der Fachgruppe Christen und Juden in der Evangelischen Kirche im Rheinland, Patrick Bahners, Journalist der FAZ, und ein namentlich noch nicht bekanntes Mitglied der Synagogen-Gemeinde Köln.

Die Veranstaltung wird getragen von der Kölnischen Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, der Karl Rahner Akademie, dem Katholischen Bildungswerk Köln und der Melanchthon Akademie.

 

Hintergrund

Die Idee zu der Ausstellung stammt aus der Arbeitsgruppe „Der Dom und die Juden“. Im Jahr 2016 nahm die Kölnische Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Kontakt mit dem damaligen Dompropst, Prälat Gerd Bachner, auf. Bei einem gemeinsamen Treffen wurde die Initiierung der AG beschlossen. In dieser AG wirken Vertreter der Kölnischen Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region, der Synagogen-Gemeinde Köln und des Kölner Domkapitels mit. Eingebunden ist auch Dombaumeister Peter Füssenich. Ziel ist es, den Umgang mit den antijüdischen Artefakten im und am Kölner Dom zu diskutieren und geeignete Formate der Auseinandersetzung mit ihnen zu entwickeln.

  

Stichwort Antijudaismus

Unter Antijudaismus versteht man christliche Judenfeindschaft. In der Antike und im Mittelalter waren hetzerische Schriften und Predigten der Kirche verantwortlich für die Verbreitung von Judenhass. Juden wurde vorgeworfen, dass sie Jesus nicht als Messias anerkennen, und sie wurden des Gottesmordes beschuldigt. Seit dem 4. und 5. Jahrhundert sind auch tätliche Übergriffe auf Synagogen und Juden bekannt. Ab dem 6. Jahrhundert wurden antijüdische Verbote und Vorschriften erlassen, wie beispielsweise, dass Juden und Christen nicht gemeinsam essen durften, interreligiöse Heirat verboten war und auch eine Kennzeichnung durch einen „Judenhut“ oder „Judenfleck“ zur Pflicht wurde. Juden war es auch nicht erlaubt, sich in Zünften zu organisieren, handwerkliche Berufe auszuüben oder Land zu erwerben. Dies drängte viele Juden in kaufmännische Berufe sowie in den Kredithandel, der Christen von der Kirche untersagt war. Es gab immer wieder Missionsbestrebungen, welche die Juden zum Christentum bekehren wollten, und Judenfeindschaft wurde auch Teil der Volksfrömmigkeit. Wiederkehrende antijudaistische Vorwürfe und Legenden wie die, dass Juden Brunnen vergifteten, Ritualmorde an Christen verübten, geschäftlichen Wucher trieben und Jesus lästerten hatten ihren Ursprung in Sozialneid und Unwissen über das Judentum, jedoch auch in antijudaistischer Propaganda der Kirche. Oft kam es durch sie zu Pogromen und Verfolgungen. Im 13. und 14. Jahrhundert wurden Juden und Jüdinnen aus England und Frankreich sowie im 15. Jahrhundert aus Spanien und Portugal vertrieben. Antijudaismus als historische Voraussetzung des neuzeitlichen Antisemitismus.

Quelle: SIG-Factsheet (Auszug) – Schweizerischer Israelitischer Gemeindebund, www.swissjews.ch

 

Im Beitrag auf Radio Köln lädt Kölns Stadt- und Domdechant Msgr. Robert Kleine dazu ein, die Ausstellung zu besuchen. Und er ruft dazu auf, sich gemeinsam gegen Antisemitismus zu engagieren.

 

In einem weiteren Beitrag auf Radio NRW erklären Stadtdechant Kleine und der stellvertretende Leiter des DOMFORUMs, Harald Schlüter, die Hintergründe der Ausstellung – und warum das Thema gerade heute so wichtig ist.

 

Erholung für Leib und Seele: Feriengruß von Kölns Stadtdechant Robert Kleine (Video)

29. Juni 2021; ksd

Köln. Bald sind Ferien – Zeit für Erholung, Zeit, um die Seele baumeln zu lassen. Kölns Stadt- und Domdechant Msgr. Robert Kleine lädt zum Festtag der Apostel Petrus und Paulus am 29. Juni alle Kölnerinnen und Kölner, aber auch alle Besucherinnen und Besucher ein, die Stadt (neu) zu entdecken. Kirchen, Konzerte und Kultur, etwa im Museum Kolumba oder in der Kunststation St. Peter, lassen Geist und Seele zur Ruhe kommen, schenken Inspiration, Freude und Bereicherung. Allen, die bald in die Ferien oder den Urlaub starten, wünscht der Kölner Stadtdechant Gottes Segen und ein gesundes Wiedersehen!

 

Warum der Kölner Dom Namenstag feiert

 

Wenn die katholische Kirche am 29. Juni die Apostel Petrus und Paulus feirt, haben alle Peters und Pauls sowie alle Petras und Paulas Namenstag. Und nicht nur die, sondern auch der Kölner Dom, erklärt Stadt- und Domdechant Msgr. Robert Kleine im Beitrag auf Radio Köln.

 

Ökumenischer Gedenkgang am 3. Juli: Erinnerungsspuren von Krieg und Frieden im Kölner Norden

28. Juni 2021; ksd

Köln (ka). Am 29. Juni 1943 wurde Köln vom folgenschwersten Luftangriff des Zweiten Weltkriegs für die Domstadt getroffen („Peter- und Paul-Angriff“). Tausende verloren ihr Leben, Zehntausende ihr Hab und Gut, die Innenstadt war fast vollständig zerstört. „ Erinnerungsspuren von Krieg und Frieden in Köln-Innenstadt-Nord“ ist der Titel des diesjährigen ökumenischen Gedenkganges zur Erinnerung an die schweren Angriffe. Dazu laden der Katholikenausschuss in der Stadt Köln sowie der Evangelische Kirchenverband Köln und Region ein.

In einer Führung mit Günter Leitner sowie mit spirituellen Impulsen von Rainer Thelen und Pfarrer Armin Beuscher wird an die bitteren Kriegsjahre und die Sehnsucht nach Frieden erinnert. Am Samstag, 3. Juli, werden in der Innenstadt sieben Stationen besucht, unter anderem das Haus der Deutschen Arbeitsfront, die Gedenkskulptur Edith Stein und der Löwenbrunnen Jawne.

Beginn ist um 16 Uhr, Treffpunkt der Vorhof von St. Andreas, Komödienstraße 6, 50667 Köln.

 

Zur Teilnahme ist eine Anmeldung erforderlich sowie die Einhaltung von Corona-Regeln.

Info und Anmeldung: Koeln@katholikenausschuss.de

 

Mehr erfahren Sie in diesem Video. Historiker und Stadtführer Günter Leitner, Rainer Thelen und Pfarrer Armin Beuscher sprechen mit Zeitzeugin Paula Hiertz. Anschließend besuchen sie die Staionen des ökumenischen Gedenkgangs.

„Wege zum Frieden“: Digitale Gedenkfeier der ACK Köln zum 80. Jahrestag des Überfalls auf die Sowjetunion

22. Juni 2021; ksd

Köln (ack). Am Dienstag, 22. Juni, jährt sich der Überfall der Deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion zum 80. Mal. Von den Nazis wurde der Tod von Millionen Menschen bereits im Vorfeld bewusst geplant. Mit einem Zeitzeugengespräch und Beiträgen von jungen Freiwilligen der „ Aktion Sühnezeichen“ will die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) Köln am Samstag, 26. Juni, mit einer aufgezeichneten Gedenkfeier aus dem Baptisterium am Kölner Dom das Unrecht an den Völkern des ehemaligen Sowjetreiches stärker in der öffentlichen Erinnerungskultur verankern.

 

Sehen Sie hier unter diesem Link das Video der Gedenkfeier.

 

Zeitzeuge Evgeniy Karchemnik erzählt

 

Als Zeitzeuge erzählt Evgeniy Karchemnik von seinen Erlebnissen und Erfahrungen. Er ist Überlebender der unmenschlichen Leningrader Blockade (1941 bis 1944) und Mitglied der Synagogen-Gemeinde Köln. Er ist russischer Herkunft und schildert das Leid und die Traumata russischer Familien über mehrere Generationen. Evgeniy Karchemnik berichtet auch von seinen Begegnungen mit Deutschen, seit er mit seiner Familie in den 1990er-Jahren nach Deutschland eingewandert ist. 

Zwei junge Freiwillige der „Aktion Sühnezeichen Friedensdienste“ erzählen von ihren Erfahrungen aus Odessa in der Ukraine, wo sie sich zurzeit um Überlebende von Konzentrationslagern kümmern. Ihre Arbeit ist ein Zeichen und Beispiel, um Vertrauen zwischen Russen und Deutschen neu aufzubauen.

 

Auftrag zum Frieden

 

„Welche politischen Wege zum Frieden gibt es für die Zukunft?“ – dieser Frage stellt sich die ACK Köln in ihrem Video und stellt die Friedensinitiative „Sicherheit und Transformation neu denken“ der Evangelischen Landeskirche in Baden aus der Sicht einer Unterstützerin aus Köln-Klettenberg vor.

Die ACK Köln bedenkt alljährlich im Baptisterium am Dom, dem ältesten erhaltenen Taufort der Domstadt, was die Taufe für das Leben von Christinnen und Christen bedeutet. In diesem Jahr steht der Auftrag zum Frieden in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft im Mittelpunkt. Daher erinnert die Gemeinschaft der Kirchen an den Überfall der Deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion und den folgenden beispiellosen Vernichtungsskrieg. Der millionenfache Mord an der Zivilbevölkerung und an Kriegsgefangenen hat Folgen, die bis in die Gegenwart in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion nachwirken. Die Opfer haben bis heute keinen angemessenen Platz im Gedächtnis Deutschlands gefunden.

 

Das Video der ACK-Gedenkfeier kann ab Samstag, 26. Juni, abgerufen werden auf www.oekumene.koeln , www.kirche-koeln.de sowie www.katholisches.koeln

 

Erster Nachhaltigkeitspreis im Erzbistum Köln (Bewerbungen bis 31. Juli)

25. Juni 2021; ksd

Köln (eb). Im September verleiht das Erzbistum Köln erstmals einen Nachhaltigkeitspreis für Initiativen in Gemeinden oder kirchlichen Einrichtungen wie Kindergärten und Schulen, die den Weg zur sozial-ökologischen Umkehr mitgestalten.

Auf die insgesamt 10.000 Euro an Preisgeldern können sich Personengruppen bewerben, die zwischen den Jahren 2019 und 2021 ein Projekt in einem der drei Bereiche „Soziales Engagement“, „ Ökologisches Engagement“ oder „Schöpfungsspiritualität“ gestartet oder bereits erfolgreich durchgeführt haben. Soziales Engagement kann sich dabei etwa in Form von Maßnahmen zur Bildungs- oder Geschlechtergerechtigkeit äußern, unter die Kategorie „ökologisch“ fällt der Einsatz für den Klimaschutz, für nachhaltige Ernährung oder den Schutz der Artenvielfalt. Angebote im Bereich „ Schöpfungsspiritualität“ fördern zum Beispiel das Schöpfungsverständnis und das Schöpfungsbewusstsein.

Eine Jury aus Verantwortungsträgerinnen und -trägern im Erzbistum Köln sowie externen Experten wird bis zu sieben Projekte prämieren. Die Verleihung des Nachhaltigkeitspreises findet im September statt.

Die Anmeldung ist bis zum 31. Juli unter www.nachhaltigkeitspreis.erzbistum-koeln.de möglich. Auf der Website finden Sie ebenfalls Informationen zu den Gruppen, die sich bewerben können und zu den Bewertungskriterien der Jury.

Hier gibt es den Flyer zum Download.

 

Churches for Future: Das Stadtdekanat Köln engagiert sich für den Klimaschutz

 

Im September verleiht das Erzbistum Köln erstmals einen Nachhaltigkeitspreis für Initiativen in Gemeinden oder kirchlichen Einrichtungen wie Kindergärten und Schulen, die den Weg zur sozial-ökologischen Umkehr mitgestalten. Im Interview mit Radio Köln verrät Stadt- und Domdechant Msgr. Robert Kleine, was er persönlich für den Klimaschutz und ein nachhaltigeres Leben tut. Und er erzählt, warum das Stadtdekanat Köln Mitglied bei „Churches for Future“ ist und wie sich viele Gemeinden und Institutionen für aktiv für das Klima und die Bewahrung der Schöpfung für nachfolgende Generationen einsetzen.

 

„Wähle das Leben“: Pfarrer Karl-Hermann Büsch bei „Seelsorge & Begegnung“ in den Ruhestand verabschiedet

17. Juni 2021; ksd

Köln. Mehr als 20 Jahre lang war Pfarrer Karl-Hermann „Carlo“ Büsch bei „Seelsorge & Begegnung für psychiatrieerfahrene Menschen“ tätig. Das Konzept der bundesweit einmaligen Einrichtung, die zum Stadtdekanat Köln gehört, hat er mitentwickelt und geprägt; fast zwei Jahrzehnte lang hat er die Institution im Paulushaus zudem geleitet. Darüber hinaus war Büsch unter anderem Koordinator für die Behindertenseelsorge im Stadtdekanat. Nun ist Pfarrer Karl-Hermann Büsch in den Ruhestand verabschiedet worden.

„Danke Carlo“ sagt nicht nur eine sonnengelbe Girlande im Garten bei diesem Abschied. Danke sagen auch zahlreiche Kolleginnen und Weggefährten, Dr. Juliane Mergenbaum vom Referat Behinderten- und Psychiatrieseelsorge des Erzbistums sowie Kölns Stadtdechant Msgr. Robert Kleine. Und auch der Gefeierte lässt es sich nicht nehmen, sich bei jedem Einzelnen seiner Gäste sehr persönlich zu bedanken. Dabei wird deutlich, was Büsch ausmacht: der 67-Jährige scheut sich nicht vor Gefühlen. Nicht davor, sie zu benennen, nicht davor, sie zu zeigen. Bei aller gebotenen Professionalität hat dies den Geist des Hauses mitgeprägt und war ein Faktor für die erfolgreiche Arbeit von „Seelsorge & Begegnung“. Wobei Büsch der Erste wäre, der dies dem gesamten Team zuschreiben würde.

Büsch hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass er selbst die dunklen Zeiten des Lebens kennt. „ Ich habe in Lebensphasen stark unter Depressionen gelitten“, sagt er. „Ich weiß nicht nur theoretisch, was eine Lebenskrise ist.“ Damit offen umzugehen, nicht nur im Kollegenkreis, sondern auch gegenüber Besucherinnen und Besuchern, sei heilsam gewesen. Und es gab ihm eine besondere Glaubwürdigkeit, stellte – bei allem professionellen Abstand – eine besondere Nähe her. Menschen spüren, dass er verstehen kann, wovon sie erzählen.

 

„Wunden berühren Wunden“

 

Es gibt eine Installation von Joseph Beuys, die den Titel „Zeige deine Wunde“ trägt. Darin fand Büsch seinen Ansatz gespiegelt. „Wunden berühren Wunden“, sagt er bei seinem Abschied. „Das war eine Programmatik für mich. Auch auf dem Hintergrund meiner eigenen Verletzlichkeit und dem Wissen darum.“ Und er betont: „Gebet und Freundschaft setzen Vertrauen voraus, wo wir uns auch als verwundete Menschen gegenseitig wahrnehmen und annehmen.“

Für ihn selbst sei die Arbeit, die Begegnung mit den Menschen, die zu Seelsorge & Begegnung kommen, sehr bereichernd und ein großes Glück gewesen, so Büsch. „Wähle das Leben“, zitiert er seinen Primizspruch, „aber wähle das Leben eben oftmals aus schwierigster Lage. Auch in dem Bewusstsein, wie zerbrechlich, wie gefährdet unser Leben ist. Und daraus immer wieder Mut und Kraft zu finden, jeden Tag neu zu wagen, das Leben wieder neu zu wagen – das war hier in diesem Feld, mit all diesen Möglichkeiten, ein großes Geschenk.“

 

Sorge für die Seele

 

Bei Seelsorge & Begegnung geht es nicht um Psychotherapie, „aber sehr wohl um heilsame Begegnungen“, so Büsch. Hier öffnen sich äußere und innere Räume. Kreative Räume, in denen die Besucherinnen und Besucher sich malend, schreibend, singend, tanzend ausdrücken und neu entdecken können. Konkrete Räume wie die einladende Kapelle mit ihrer „öffnenden Atmosphäre“ und dem eigens für die Einrichtung vom Viersener Künstler Mic Leder geschaffenen durchbrochenen Kreuz, das alle umschließt und das Licht hinter den Brüchen zeigt. Spirituelle Räume für die eigene Verortung und Entwicklung. Und nicht zuletzt zwischenmenschliche Räume, in der Begegnung von Mensch zu Mensch.

Es geht buchstäblich um die Sorge für die Seele. Während Klinikaufenthalte, ambulante Therapien und praktisches „Das Leben wieder in den Griff bekommen“ den Menschen in einer Lebenskrise oft erst einmal zusätzlich belasten beziehungsweise ihm einiges abverlangen, kann er bei Seelsorge & Begegnung einfach sein. Ohne Vorleistungen, ohne Kontrakt. 

„Als wir hier angefangen haben, waren manche skeptisch“, erinnert sich Büsch. „Die haben gesagt; ,Das fliegt euch hier bald um die Ohren, wenn ein Borderliner neben einem Suchtkranken sitzt. Das endet im Chaos.’ Doch all das ist nicht passiert. Natürlich gab es, wie in jedem Gruppengeschehen, auch hier mitunter Verstrickungen. Aber die wurden dann in lösungsorientierter Kommunikation geklärt.“

 

Begegnung auf Augenhöhe

 

Bewusst ist bei Seelsorge & Begegnung kein klassisch therapeutisches Kontraktsetting die Grundlage der gemeinsamen Arbeit: hier ein, Therapeut, dort die Klientin. Es geht um eine hierarchiefreie Begegnungg, um die Begegnung von „Subjekt zu Subjekt“, eine Beziehung auf Augenhöhe, trotz aller Brüche und Probleme. „Dadurch hat unsere Arbeit eine ganz eigene Qualität“, sagt Büsch. „Und dieses Konzept ist zu 100 Prozent aufgegangen.“

Büsch hatte ein Leben vor dem Priesterleben. Diplomkaufmann war er, dies schenkte ihm eine innere Unabhängigkeit. Diese hat er dann mitgenommen in seinen Priesterdienst. Und nicht nur das. Sein Primizspruch ist gleichsam sein Lebensmotto: „Wähle das Leben“. Eben weil Büsch um die Zerbrechlichkeit der menschlichen und auch der eigenen Existenz weiß, aber auch um die Kraft und den Halt, den der Mensch in Christus und in der Gemeinschaft finden kann, ist er dem Ruf in den besonderen seelsorglichen Dienst gefolgt. Neben Seelsorge & Begegnung war Büsch unter anderem Koordinator für die Behindertenseelsorge im Stadtdekanat Köln, Seelsorger für Menschen mit psychischer Erkrankung und Behinderung sowie Seelsorger für Menschen mit geistiger und Mehrfachbehinderung. Von 2000 bis 2005 war er Referent für die Pastoral für Menschen mit geistiger Behinderung im Erzbistum Köln. In dieser Zeit hat er diese Aufgabe auch in Personalunion für die Arbeitsstelle der Deutschen Bischofskonferenz wahrgenommen. 

Er hatte als Theologiestudent ein Jahr lang in Rom, im Priesterkolleg Campo Santo Teutonico, innerhalb der Mauern des Vatikans gelebt. „Ich habe damals schon gespürt, wie doppelbödig das Miteinander in diesem Priesterstaat ist“, erinnert sich Büsch. „Dafür hatte ich damals noch keine Sprache, aber wenn sie ein Jahr in diesem engsten inneren Kreis wohnen, dann erleben Sie schon intensiv dieses verstörende Klima eines männerbündischen Systems.“ Als er zurückkam, stellt sich die Frage: „Soll ich wirklich Priester werden?“ Er zog aus dem Studienkolleg für angehende Priester, dem Albertinum in Bonn, aus, wohnte und wirkte in einer Kölner Innenstadtgemeinde als Seelsorger und arbeitete dann als Assistent des damaligen Caritas-Direktors, Prälat Dr. Karl-Heinz Vogt. „Als ich aus diesem subkutanen klerikalen Milieu eines Kollegs herausging, habe ich dann – mit innerer neuer Freiheit – gemerkt: ,Doch Priester und Seelsorger das ist meine Berufung – aber du musst unbedingt deinen eigenständigen Weg gehen.’ “

 

Ein kölscher gute Hirte

 

Wie gut dies gelungen ist und welche Strahlkraft das entfaltet hat, hat Kölns Stadtdechant Msgr. Robert Kleine in seiner Dank- und Abschiedsrede zum Ausdruck gebracht: „Dein Gesicht hat diesen Ort und auch das Engagement der Kirche für eine besondere Gruppe von Menschen in unserer Stadt sehr geprägt“, so Kleine. „Du und dieser Ort, Ihr habt den Leuten das menschliche Antlitz der Kirche etwas nähergebracht.“ Seelsorge & Begegnung sei „ein kleiner Edelstein in unserem großen Stadtdekanat“.

Der schönste Titel in der Kirche sei Pastor und auch wenn Büsch nicht Pastor einer Pfarrei sei, so sei er eben doch ein Pastor, ein guter Hirte. „Da gibt es die Schafe, die zurückbleiben, die etwas krank sind. Das sind die Schafe, die andere vielleicht nicht so beachten, die aber zur Herde dazu gehören. Und der Blick des Pastors, des guten Hirten, des Seelsorgers und der Seelsorgerin ist genau das: jeden Einzelnen im Blick zu haben“, sagt Kleine. Mit Bezug auf Papst Franziskus ergänzt der Stadtdechant: „Der gute Hirt hat verschiedene Orte. Der geht mal voran, der muss gucken, wo gibt es Wiesen, wo die Schafe Nahrung finden, wo sie ruhen können. Der gute Hirt muss mittendrin sein – das hier ist so ein Ort des Mittendrin. Und der gute Hirt muss auch am Ende gehen, damit keiner zurückbleibt, damit keiner übersehen und vergessen ist. In dem Sinne habe ich dich immer erlebt als richtigen kölschen Pastor, als der gute Hirt.“

Es sei auch Büschs Beharrlichkeit und seinem Engagement in allen Gremien zu verdanken, dass es neben der Leitung durch Birgitta Daniels-Nieswand auch einen priesterlichen Nachfolger im Paulushaus geben werde. Pfarrer Wolfgang Pütz wird im Herbst die Nachfolge von Karl-Hermann Büsch antreten. 

 

Ein glaubwürdiges Bild von Kirche

 

Ähnliche Worte wählt Dr. Juliane Mergenbaum, Leiterin des Referats Behinderten- und Psychiatrieseelsorge im Erzbischöflichen Generalvikariat: Büsch habe der Behinderten- und Psychiatrieseelsorge in Köln sein Gesicht gegeben, offen, freundlich und mit einem Lächeln, das „ Barrierefreiheit in der Kontaktaufnahme“ ausstrahle. Kritikern habe er zudem ein glaubwürdiges Bild von Kirche gezeigt. „In diesem Sinne hast du unsere Kirche in deinem Wirkungsbereich immer auch ein Stück ,gerettet‘.“

Büsch habe sich immer wieder hartnäckig dafür eingesetzt, dass Menschen mit Behinderung und psychischer Erkrankung „einen gleichberechtigten Platz in unserer Kirche verdient haben, und dass sie zurecht fordern, auf Augenhöhe, selbstbestimmt und aktiv an der Gestaltung unserer Kirche mitwirken zu können“. Es sei Büsch immer darum gegangen, „Menschen vom Rand in die Mitte zu holen“ und „Vielfalt zu leben“, so Mergenbaum. „Bei Menschen mit Behinderung und psychischer Erkrankung sehen wir eine große Vielfalt an Kompetenz und Charismen, die unserem kirchlichen Leben an vielen Orten und in vielen Räumen guttut“.

 

Das Bruchstückhafte des Lebens ins Licht holen

 

Leiterin Birgitta Daniels-Nieswand vergleicht Seelsorge & Begegnung mit einem Kaleidoskop. „ Das ist so ein wunderbares Sinnbild für das, was wir hier tun, nämlich das Bruchstückhafte des Lebens ins Licht halten. Dass alles ausgesprochen werden darf, dass hier geweint, getrauert, gelacht werden darf. Es geht immer um Menschwerdung, das zu fördern, was Leben schafft. Büsch habe den Menschen viel Würde geschenkt, sie an ihre eigene Würde erinnert. „Es gab Menschen, die gesagt haben, es war eine wohltuende, es war eine heilige, heilsame Atmosphäre im Gespräch“, erzählt die Gemeindereferentin. „Du bist authentisch, als Priester, als Mann, als Mensch.“ Immer wieder habe Büsch Menschen auf liebevolle Art angesprochen und ermutigt.  Er half ihnen, „das ans Licht zu holen, was sie bewegt, und damit in Berührung zu kommen“, so Daniels-Nieswand.

Zum Abschied überreicht sie Büsch unter anderem einen Strauß Rosen, die „Free Spirit“ heißen, „ denn das bist du! Du bist ein freier Geist in dieser Stadt, in diesem Land, in dieser Kirche! Behalte den freien Geist und möge da noch ganz viel erblühen. Behüte dich Gott!“

 

Hildegard Mathies

 

www.seelsorge-und-begegnung.de

 

Orgelfeierstunden im Kölner Dom: Weltweit Spitze

16. Juni 2021; ksd

Köln. Die Orgel gilt als Königin der Instrumente. Jedes Jahr ziehen die Orgelfeierstunden im Kölner Dom rund 15.000 Besucherinnen und Besucher an und sind damit die meistbesuchte Orgelkonzert-Reihe der Welt. In Corona-Zeiten kann bis zum 23. August live nur ein kleines Publikum dabei sein, online dafür umso mehr.

Die Orgelfeierstunden mit namhaften Organistinnen und Organisten finden in den Sommermonaten immer dienstags um 20 Uhr im Kölner Dom statt. Künstlerischer Leiter der Reihe ist Domorganist Winfried Bönig, der die Reihe kuratiert und auch selbst drei der Orgelkonzerte spielt.

 

Konzerte im Livestream

 

Auch in diesem Jahr wird wieder ein vielfältiges Programm dargeboten. Vom klassischen Programm mit Bach, Reger, Bruckner oder Messiaen wird ein Bogen gespannt bis hin zu weniger bekannten Werken der umfangreichen Orgelliteratur sowie Kostproben der eigenen Improvisationskunst. Die Organistinnen und Organisten kommen unter anderem aus München, Osnabrück, Saarbrücken, Hamburg und Basel.

Die Konzerte werden live übertragen von DOMRADIO.DE , EWTN.de sowie auf Facebook @koelnerdom & @koelnerdommusik.

Interessierte haben jeweils donnerstags ab 9 Uhr bis freitags, 23.59 Uhr unter www.koelner-dom.de/orgelfeierstunden die Möglichkeit, sich jeweils für die nächste Orgelfeierstunde am Dienstag zu registrieren, um automatisch an der Verlosung teilzunehmen. Jeden Samstag ab 17 Uhr werden alle Teilnehmenden informiert, ob sie ausgelost wurden oder nicht.

 

Hinweis: Zum Einlass muss der tagesaktuelle Nachweis des negativen Ergebnisses eines sog. Corona-Schnelltests oder alternativ ein Impf- beziehungsweise Genesenen-Nachweis vorgelegt werden.

 

Mehr unter www.koelner-dommusik.de

 

Im Beitrag auf Radio Köln erzählt Kölns Stadt- und Domdechant Msgr. Robert Kleine, was die Orgelfeierstunden so besonders macht.

„Shalom Selfie“: XXL-Mosaik als Zeichen für ein friedliches und respektvolles Miteinander (bis 26. Juli Selfie einsenden)

14. Juni 2021; ksd

Köln. „SHALOM SELFIE – Zeigt Zusammenhalt!“ ist eine Gemeinschaftsaktion der Stadt Köln, der Synagogen-Gemeinde Köln und dem Kölner Forum für Kultur im Dialog e.V. Sie rufen im jüdischen Festjahr dazu auf, ein Zeichen zu setzen für eine offene, bunte und friedliche Gesellschaft, die zusammenhält. Es geht um Akzeptanz und Respekt – nicht nur im jüdischen Festjahr, sondern auch und gerade in Zeiten der Pandemie, in der unsere Gesellschaft auseinanderzudriften droht.

Kinder und Jugendliche – aber auch Erwachsene – sind eingeladen, bei „SHALOM SELFIE – Zeigt Zusammenhalt!“ mitzumachen: Egal ob mit Selfie, Foto oder selbstgestalteten Bild – alle sollen zeigen, wie wichtig Zusammenhalt im jüdischen Festjahr und vor allem in Zeiten der Corona-Pandemie ist.

Aus den vielen Einzelbildern entsteht ein XXL-Mosaik mit dem Schriftzug SHALOM + FRIEDEN FÜR ALLE. Das Plakat wird im Sommer in Köln öffentlich präsentiert. Mit diesem außergewöhnlichen Kunstprojekt von vielen wird ein weithin sichtbares positives Signal aus Köln gesendet, in der Stadt, in der vor 1700 Jahren zum ersten Mal jüdisches Leben nördlich der Alpen erwähnt wurde.

 

Stadtdekanat Köln unterstützt die Aktion

 

Warum er bei der Aktion mitmacht und warum das geplante Mosaik aus unzähligen Selfies am DOMFORUM hängen wird, erklärt Kölns Stadt- und Domdechant Msgr. Robert Kleine auf Radio Köln. Für ihn ist es selbstverständlich, sich auch bei dieser Aktion gegen Antisemitismus zu engagieren.

 

Davidstern mit Halbmond, Rad und Kreuz vereint in einem Kunstprojekt

 

Eine Gruppe von jüdischen und nichtjüdischen Kindern hatten sich auf Einladung der Kölner Synagogen-Gemeinde in der Kölner Synagoge zu einem Workshop für das XXL-Mosaik getroffen. Auf kreative Art und Weise haben die Kinder den Davidstern (Judentum), das Kreuz (Christentum), der Halbmond (Islam) und das Zeichen für Buddhismus (Dharma Rad), aber auch das Peace-Zeichen oder die Regenbogenfahne in einem Schriftzug vereint. Im August 2021 wird der interkulturelle Schriftzug als XXL-Mosaik in Köln öffentlich präsentiert.

 

Bis zum 26. Juli kann man sein Bild hochladen unter:
www.shalomcologne.de/shalom-selfie

 

Engagiert für Flüchtlinge in Köln: Online-Präventionsschulung des Katholischen Bildungswerks für Ehrenamtliche (mit Zertifikat)

10. Juni 2021; ksd

Köln (kbw). Zu einer digitalen Schulung für Ehrenamtliche der Geflüchtetenarbeit, die Umgang mit Kindern, Jugendlichen sowie schutz- und hilfebedürftigen Erwachsenen haben, lädt das Katholische Bildungswerk Köln ein. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden in dem Seminar über verschiedene Formen von Kindeswohlgefährdung und speziell über sexualisierte Gewalt gegen Heranwachsende informiert. Die Schulung umfass zwei mal vier Stunden und findet statt am Dienstag, 29. Juni, und Donnerstag, 1. Juli, jeweils von 17.30 bis 20.45 Uhr. Referentin ist Gabriele Leininger-Krings.

Folgende Themen sind Bestandteil der Schulung: 

– Wie erkenne ich eine mögliche Kindeswohlgefährdung in meinem Umfeld?  

– Wie kann ich bei einem konkreten Verdachtsfall intervenieren? 

– Wie handle ich präventiv umsichtig? 

 

Die Teilnahme an der gesamten Fortbildung wird durch ein Zertifikat bestätigt. 

 

Die Anmeldung  erfolgt über die Homepage www.bildungswerk-koeln.de