Aktuelles

Hier finden Sie aktuelle Nachrichten zu stadtweiten Veranstaltungen, Initiativen und Aktionen der katholischen Kirche und ihrer Kooperationpartner in der Stadt Köln.

Überregionale Nachrichten der katholischen Kirche finden Sie auf den folgenden Webseiten:

www.erzbistum-koeln.de | www.koelner-dom.de | www.domradio.de | www.katholisch.de | www.kna.de | www.dbk.de | www.vaticannews.va/de.html

 

Sülzer Lebensmittelausgabe braucht dringend Unterstützung / Erhöhter Bedarf durch Geflüchtete

11. Mai 2022; ksd

Köln (hs). Seit Anfang März nimmt die Zahl der Geflüchteten bei der „ FC-Lebensmittelausgabe an St. Karl“ in Sülz von Woche zu Woche zu. Mittlerweile haben sich dort knapp 250 Geflüchtete angemeldet, von denen jede Woche rund 140 für kostenlose Lebensmittel anstehen. Und die Zahl steigt weiter.

„Das bringt uns an die Grenzen des Machbaren, nicht nur was die verfügbaren Waren angeht, auch das Team ist am Limit. Wir geben mittlerweile in zwei Schichten aus“, so Hanno Sprissler, der als Diakon die Lebensmittelausgabe für die katholische Kirche betreut. „Zum Glück haben wir genug zuverlässige und motivierte Ehrenamtliche und können die enorme Mehrarbeit gut leisten“, ergänzt Monika Beckmann von der Stiftung des 1. FC Köln. Der FC und die katholische Kirche betreiben die Ausgabestelle seit Ende 2021 in Kooperation.

Die Kölner Tafel reagierte auf den gestiegenen Bedarf in Sülz bereits und liefert die doppelte Menge an Waren. Zwei Transporter bringen jede Woche Lebensmittel und Hygieneartikel zur Ausgabestelle. Eine Arbeitsgruppe bestehend aus der Willkommensinitiative „Hallo in Sülz“, dem Internationalen Caritas-Zentrum, evangelischer und katholischer Kirche sowie dem FC hat bereits vor Wochen zu Spenden aufgerufen, aber die bisher gespendeten Mengen und Gelder reichen nicht. Seit drei Wochen werden zusätzlich Einkaufsgutscheine im Wert von 10 Euro pro Person ausgegeben, die mit Hilfe von Spenden, kirchlichen Stiftungen und vor allem der „Aktion Neue Nachbarn“ des Erzbistums Köln finanziert wurden.

 

Bitte um Sach- oder Geldspenden

 

Die geflüchteten Ukrainer*innen sind in den meisten Fällen bei Privatpersonen in Sülz, Klettenberg und Lindenthal untergebracht, da es in diesen Stadtteilen nur wenig städtische Unterkünfte gibt. In städtischen Sammelunterkünften erhalten die Geflüchteten drei Mahlzeiten pro Tag, jedoch nicht in Privathaushalten. Wenn jemand aus der Ukraine in Köln ankommt, muss er oder sie sich zunächst registrieren. Die Wartezeiten für einen Termin beim Amt betragen aber mehrere Wochen. In dieser Zeit erhält der oder die Geflüchtete keine Sozialleistungen und ist auf humanitäre Hilfe angewiesen. Aber auch nach einer Registrierung ist Unterstützung nötig, denn dann erhalten Erwachsene weniger als 400 Euro pro Monat zum Leben. Daher bitten die Initiatoren der Lebensmittelausgabe weiter um möglichst regelmäßige Sach- und Geldspenden.

Wenn Sie die Ausgabestelle unterstützen möchten, können Sie Ihre Spenden mittwochs von 12 bis 13 Uhr oder samstags von 18 bis 19 Uhr bei der Ausgabestelle in der Kirche St. Karl Borromäus, Zülpicher Straße 275, abgeben. Gutscheine nehmen auch die Pfarrbüros der Katholischen Kirche (Nikolausplatz 17 und Klettenberggürtel 71) entgegen:

An Sachspenden werden benötigt: Hygieneartikel wie Duschgel, Flüssigseife, Zahnpasta und -bürsten, Damenbinden, Toilettenpapier, Fertiggerichte in Dosen oder Bechern oder zum Aufgießen mit Wasser oder als Komplettmenü, haltbare, verzehrfertige Nahrung wie Brot, Cerealien, Müsli, Nüsse/Nussmischungen, Kekse, Snacks, H-Milch, Wurst-/Fischkonserven, Getränke (auch lösliche Pulver).

Als Einkaufsgutscheine (am besten im Wert von je 10 Euro) sind die von lokalen Supermärkten und Einzelhändlern (zum Beispiel Lidl, Aldi, Rewe, Edeka) geeignet.

 

Einen Überblick über die weiteren Veedels-Angebote für Geflüchtete und aktuelle Hinweise zur Situation finden Sie hier:

www.gemeinsam-in-suelz.koeln

 

Dreikönigsempfang 2022: Kleine und Stiels fordern Wandel in Kirche und Gesellschaft

10. Mai 2022; ksd

Köln. Zum ersten Mal seit 2020 luden der Katholikenausschuss in der Stadt Köln und das Katholische Stadtdekanat Köln wieder zum Dreikönigsempfang ein. Coronabedingt war er im vergangenen Jahr entfallen. Rund 140 Persönlichkeiten aus Politik und Religionsgemeinschaften, Wirtschaft, Kultur und Medien versammelten sich im Garten der Religionen bei InVia im Kölner Süden. In ihren Ansprachen forderten sowohl Stadtdechant Msgr. Robert Kleine als auch der Vorsitzende des Katholikenausschusses, Gregor Stiels, einen Wandel in Kirche und Gesellschaft.

Der Kölner Stadtdechant berichtete mit Blick auf die „enorme Vertrauens- und Glaubwürdigkeitskrise“ der Kirche und der hohen Zahl von Kirchenaustritten – rund 12.000 allein in Köln (2021) – von vielen Gesprächen, in denen ihm die Menschen von ihrer Fassungslosigkeit, ihrem Ärger und ihrer Resignation berichten. All das könne er verstehen, so Kleine. „Auch ich bin fassungslos über die Verbrechen und wie in der Vergangenheit mit den Opfern sexualisierter Gewalt umgegangen wurde und zum Teil noch umgegangen wird“, sagte Kleine. „Auch ich ärgere mich auch über vieles, was ich hören und lesen muss.“

Zugleich sei er aber fest davon überzeugt, „dass die Botschaft Jesu aktueller ist denn je“ und „ dass das Evangelium eine Strahlkraft hat, die zurzeit leider verdunkelt ist und verdunkelt wird – und zwar aus der Kirche heraus“. Von der verfassten Kirche fordert Kleine: „Fehler eingestehen, sich neu aufstellen, zuhören, sich Veränderungen nicht verschließen, Konsequenzen ziehen, andere Positionen zu verstehen suchen, sich selbst nicht so wichtig nehmen, sich beraten lassen, authentisch reden und handeln, die Erkenntnisse anderer Wissenschaften annehmen und ernstnehmen, in Dialog treten, die eigene Blase verlassen – all das sind Herausforderungen und Voraussetzungen zugleich, um eine demütige und lernende Kirche zu werden – die dann langsam wieder Glaubwürdigkeit zurückerlangen kann – und der am Ende vielleicht auch wieder Vertrauen geschenkt wird.“

 

Für eine moderne, aufgeklärte und freiheitliche Kultur und Kirche

 

Hoffnung macht ihm der Beschluss des Erzbistums Köln, der sich aus der Beteiligung vieler Menschen zur Weltsynode (2021 bis 2023) ergeben hat. Der Stadtdechant zitierte die Präambel: „ Es geht darum, das Evangelium im Kontext einer modernen, aufgeklärten, freiheitlichen und an den Menschenrechten orientierten Kultur zu verkünden.“ Gefordert werde die „Überwindung des monarchischen Selbstverständnisses zugunsten einer Kirche von der Basis her mit mündigen Kirchenmitgliedern und einer Willkommenskultur, in der sich alle in der Gemeinschaft der Glaubenden vollumfänglich angenommen fühlen“. Kleine weiter: „Also, das klingt schon mal nicht schlecht, oder besser gesagt: das klingt sogar gut.“

Stadtdechant Kleine erneuerte das Eintreten der katholischen Kirche in Köln für Demokratie und ein friedliches Miteinander sowie gegen Antisemitismus und Rassismus. Dabei rief er die Kölnerinnen und Kölner auch dazu auf, am kommenden Sonntag, 15. Mai, bei der Landtagswahl abzustimmen. „Mit Blick auf so viele Länder, in denen Menschen auf die Straße gehen, um frei wählen zu dürfen und mit Blick auf die Ukraine, wo ein demokratischer Staat angegriffen wird, sollten es allen Kölnerinnen und Kölner eine Ehre und zugleich eine demokratische Selbstverständlichkeit sein, ihre Stimme abzugeben. Durch eine hohe Wahlbeteiligung können wir in Köln unsere Wertschätzung für die Demokratie in unserem Land sowie unsere Unterstützung für die Demokratiebewegungen weltweit auszudrücken.“

 

Kirche an der Seite der Stadtgesellschaft bei aktuellen Herausforderungen

 

Oberbürgermeisterin Henriette Reker, die auch selbst eine Ansprache hielt, versicherte Kleine, dass das Stadtdekanat mit seinen Gemeinden und Einrichtungen weiterhin gemeinsam mit der Stadtverwaltung an den aktuellen Herausforderungen für die Stadtgesellschaft arbeiten werde. Als Beispiele nannte er verschiedenen „Baustellen in unserer Stadt“ – „und ich meine nicht nur die Brücken, ich meine nicht nur die Frage von Fahrradspuren und Ausbau des ÖPNV, ich meine den Bereich der Kitas und der Schulen, von denen wir zu wenige haben, ich meine das Bereitstellen und Fördern von bezahlbarem Wohnraum, ich meine den Blick auf die Menschen in prekären Lebenssituationen, die vermehrt und in größerer Zahl zu unseren Tafeln und Hilfsangeboten kommen. Ich meine Kultur-, Bildungs- und Fortbildungsangebote gerade auch für die, die sich das nicht leisten können.“

 

Dankbar für Solidarität und Unterstützung für ukrainische Geflüchtete

 

Bewegt und dankbar zeigte sich der Stadtdechant über die vielfältige Unterstützung und Hilfe für die Menschen aus und in der Ukraine. „Ich hätte nie gedacht, dass 1900 Kilometer von Köln entfernt in Europa noch einmal Bomben fallen und Menschen töten würden“, sagte Kleine. Die Kölnerinnen und Kölner setzten in diesen Zeiten klare Zeichen der Solidarität mit der Ukraine, gegen Krieg und für Frieden. Das habe einige Tage nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs mit der beeindruckenden und bewegenden Friedensdemonstration am Rosenmontag begonnen. Und mit Blick auf die Demonstrationen am vergangenen Sonntag fuhr Kleine fort: „Diese Solidarität war auch gestern eindrucksvoll sichtbar beim vom ,Blau-Gelben Kreuz‘ organisierten ,March of the Nations‘ gegen den Krieg in der Ukraine, bei dessen Schlusskundgebung auf dem Heumarkt unter anderem unsere Oberbürgermeisterin sprach und den gestrigen pro-russischen Autokorso ,unsäglich‘ nannte. Wer den Angriffskrieg einer Diktatur gegen eine Demokratie in Europa billige oder unterstütze, müsse mit der Gegenwehr der Kölnerinnen und Kölner rechnen. Hass, Gewalt und Diktatur werde kein Raum geboten. Liebe Henriette Reker, danke! Genaus so ist es!“

Zugleich gebe es in der Domstadt viele Formen der Unterstützung für die zu uns geflüchteten Menschen aus der Ukraine. „Auch hier sind wir als Stadtdekanat, Kirchengemeinden und Sozialverbände gerne und selbstverständlich Partnerinnen und Partner an der Seite der Stadt und der Hilfsbedürftigen, besonders der Kinder“, betonte Stadtdechant Msgr. Robert Kleine. „Das ist es, was wir tun können. Und uns einsetzen für den Frieden im Großen und im Kleinen – und um den Frieden beten.“

 

„Jetzt ist die Zeit für Umkehr, Buße und Aufbruch“ 

 

Auch Gregor Stiels, der Vorsitzende des Katholikenausschusses in der Stadt Köln, nahm Bezug auf die Krise der Kirche im Erzbistum Köln.  Wer sich in der Kirche weiterhin engagiert, erlebe vor Ort vielfach eine fröhliche, aktive und offene Kirche. „Eine Kirche, die immer noch da und erlebbar ist, aber kaum noch wahrgenommen wird“, bedauerte Stiels. „Zu sehr bestimmen seit Jahren die Haltung der Bistumsleitung – zum Beispiel sich einer moralischen Aufarbeitung zu entziehen – und der intransparente Umgang mit dem Missbrauchsskandal und weitere negative Themen die öffentliche Wahrnehmung.“

Es könne nicht der Anspruch von Kirche sein, uneingeschränkt das zu tun, was Gerichte nicht aufklären und verurteilen können, was kirchliche und weltliche Paragraphen erlauben. „Um Glaubwürdigkeit und Vertrauen wieder zu erlangen, reicht es nicht aus Verwaltungsstrukturen und Abläufe zu verändern. Nichts weniger als die Haltung des Wegsehens und Weghörens, die Haltung des Verschleierns und Vernebelns, die Haltung des Ausgrenzens und Beharrens, muss sich sofort und spürbar verändern“, forderte der Katholikenusschuss-Vorsitzende und stellte einen Katalog weiterer Forderungen und notwendiger Konsequenzen auf: „Ab sofort müssen die das Sagen haben, die wir verletzt haben, ab sofort müssen die das Sagen haben, die wir ausgegrenzt haben, ab sofort müssen die das Sagen haben, die wir mundtot gemacht haben. Jetzt ist die Zeit einer größtmöglichen Offenheit und Transparenz, jetzt ist die Zeit von Wahrnehmen, Erkennen und Bekennen eigener Fehler, jetzt ist die Zeit für Umkehr und Buße in unserem Bistum, jetzt ist die Zeit für Aufbruch!“

Dies sei scheinbar schwer bis unmöglich, „weil die Forderung vieler nach weitreichenden Reformen auf der einen Seite zu reflexhafter Abwehr, Rückzug und Mahnung einer Protestantisierung und zum Untergang des Abendlandes auf der anderen Seite führen“. Wichtiger sei deshalb vielleicht das „wie wir dies wollen“ statt des „was wir wollen“, so Stiels, „also die Frage nach Haltung und Werkzeugen“ .

 

Dank an Diözesan-Administrator Rolf Steinhäuser

 

„Viel geht, wenn Vertrauen geht!“, zitierte Stiels aus einem Buch von Pfarrer Franz Meurer. „Wir konnten es kurz erfahren, mit Ihnen als Diözesan-Administrator, lieber Herr Weihbischof Steinhäuser“ , wandte er sich an den ehemaligen Diözesan-Administrator, der am 12. Mai seinen 70. Geburtstag feiert. „Ihr Zuhören, ihr Zutrauen, ihre Offenheit über eigene Grenzen und Möglichkeiten und ihre Transparenz haben uns in dieser kurzen Zeit sehr gut getan, vielen Dank dafür!“

Wenn kein Vertrauen da sei, gehe vieles nicht, betonte Stiels weiter. „Und das ist der Grund, warum wir seit Jahren in diesem Bistum nicht weiterkommen. Der Glaube daran, dass mit unserem Kardinal der dringend notwendige Kulturwandel stattfinden kann, ist bei mir kaum vorhanden. Deutliche Handlungen, Zeichen und Signale die dafür notwendig sind, sehe ich nicht.“

Dazu komme, dass verloren gegangenes Vertrauen nur sehr mühsam und zeitaufwendig, vielleicht gar nicht mehr aufgebaut werden könne. „Aber beides wird jetzt unbedingt gebraucht: Zum einen der Glaube an den Kulturwandel in unserem Bistum und zum anderen das notwendige Vertrauen dafür in die Bistumsleitung.“

 

„Kirche kreist zu sehr um sich selbst“

 

Aktuell drehe sich, etwa im Diözesanpastoralrat, zuviel um die Frage, „ob und wie wir mit Kardinal Woelki weiterarbeiten können und ich bin wenig optimistisch, dass diese Frage in den nächsten Jahren positiv für unser Bistum gelöst wird“, erklärte Stiels. Das sei kaum noch vermittelbar, angesichts der drängenden Themen in der Welt, im Erzbistum und in der Stadt Köln. Das Zweite Vatikanische Konzil habe in der Pastoralkonstitution „Gaudium et Spes“ klar formuliert, welche Rolle die Kirche in dieser Welt spielen solle: „Menschen zur Sinnfrage anrühren, die Menschenwürde vor Meinungsschwankungen schützen, Dienst an den Armen leisten und die Einheit der Menschheit befördern.“ Stiels‘ Kritik: „Wir vernachlässigen den in ,Gaudium et Spes‘ formulierten Auftrag und entfernen uns von der Gesellschaft, indem wir immer wieder um uns selbst kreisen.“

Die Stimme der Kirche sei aktuell viel stärker gefordert als sie vernehmbar sei, so der Vorsitzende des Katholikenausschusses. In Europa tobe ein nicht für möglich gehaltener Krieg. Fast täglich überschlügen sich die Nachrichten mit neuen Gräueltaten und Kriegsverbrechen. Staat und Gesellschaft könnten die Kirche gut gebrauchen, „nicht nur bei der Betreuung und Versorgung der vielen Menschen, die auf der Flucht sind“, so Stiels. „Viele Menschen brauchen auch Halt und Orientierung in dieser Zeit.“ Und weiter: „Gegenüber dem lauten und berechtigen Ruf nach der Lieferung von schweren Waffen in das Kriegsgebiet, als vielleicht einzigen Ausweg, fehlt mir die deutlich vernehmbare Stimme von Kirche, die alternative Wege und Möglichkeiten aufzeigt und sich für diese starkmacht.“

 

Keine Geflüchteten erster, zweiter, dritter Klasse

 

Ihm fehle die deutlich vernehmbare Stimme der Kirche, wenn es Geflüchtete erster, zweiter und dritter Klasse gebe. Stiels zitierte Ayse Tekin vom Runden Tisch für Integration: „Erinnern wir uns an das Gefühl, wie gut es tut, den Menschen aus der Ukraine zu helfen. Ihnen unsere Türen und Herzen zu öffnen. Erinnern wir uns an das Gefühl, wenn in Zukunft auch Menschen aus anderen Staaten vor uns stehen, die vor Gewalt, Krieg und unmenschlichen Bedingungen fliehen mussten. Sie haben unser Willkommen und unsere Hilfe genauso verdient!“

Für Christinnen und Christen sei jeder Mensch ein Ebenbild Gottes, dem deshalb unabhängig von Herkunft, Kultur und Religion die gleiche Würde zukommen müsse. „Das ist unser Anspruch, daran muss man uns erkennen!“, betonte Stiels und ergänzte: „Das ist im Übrigen auch der Grund, warum man als Christ die AfD nicht wählen kann. Die sehen diesen Grundsatz nämlich völlig anders.“

 

Pandemie, Klimakrise und Mangel an Wohnraum

 

Auch mit Blick auf die Corona-Pandemie formulierte der Katholikenausschuss-Vorsitzende Kritik: „ Auch hier fehlt mir die deutlich vernehmbare Stimme von Kirche, wenn Regeln und Gesetze Menschen so sehr isolieren, dass sie vereinsamen oder in Krankheit und Sterben allein gelassen werden. Bei den vielen schwierigen Entscheidungen, die dazu in den letzten Wochen und Monaten getroffen werden mussten, ist mir dieser Aspekt zu kurz gekommen und muss bei zukünftigen Entscheidungen eine wesentliche Rolle spielen!“

Krieg und Pandemie hätten die Klimakrise fast vergessen lassen. „Auch aus Gründen der Friedenssicherung müssen wir uns von den immer knapper werdenden fossilen Brennstoffen lösen und neue Wege gehen“, forderte Stiels. Er sehe noch viele ungenutzte Potenziale, die möglich wären, wenn die Kirchen und die Stadt Köln sich in dieser Frage enger vernetzten und gemeinsam Ideen entwickeln würden.

Die Kirche solle nicht zuletzt auf den eklatanten Mangel an bezahlbaren Wohnraum in der Stadt näher schauen sowie die damit verbundene Diskriminierung bei der Wohnungssuche. „Wer den ,falschen‘ Namen hat, fremd aussieht oder gar als Jude oder Muslim erkannt wird, hat es schwer eine Wohnung zu bekommen, gerade auf dem angespannten Kölner Wohnungsmarkt.“ Das habe gerade erst eine Studie, beauftragt vom Runden Tisch für Integration, festgestellt. In Köln fehlen 86.000 Wohnungen, kritisierte Stiels, vor allem für Menschen, die von Armut bedroht oder arm seien. „Das können wir doch nicht so hinnehmen!“

„Wie können wir das ändern?“, fragte Stiels und nannte ein Beispiel: Ein „bemerkenswertes Projekt“ des Sozialdienstes Katholischer Männer (SKM) sei jetzt in Köln eröffnet worden. „Ein lukratives Grundstück in Nippes ist nicht an höchst bietende Investoren verkauft worden, es wird nicht der erdenklich höchste Gewinn herausgepresst. Es sind 37 Wohnungen mit Blick auf Agneskirche und Dom entstanden, die bewohnt werden von Menschen, die am vermeintlichen Rand der Gesellschaft stehen und sich niemals eine solche Wohnung in dieser Lage hätten leisten können“, erzählte Stiels. Ein Ziel sei es, dass diese Menschen ein Teil des Veedels würden und nicht an den Rand gedrängt werden. „Wir brauchen das aber nicht nur ein Mal in Nippes! Wir brauchen das 86-mal in jedem Kölner Veedel“, forderte der Katholikenausschuss-Vorsitzende Gregor Stiels abschließend.

 

Die Rede von Stadtdechant Msgr. Robert Kleine können Sie hier nachlesen.

 

Die Rede des Katholikenausschuss-Vorsitzenden Gregor Stiels können Sie hier nachlesen.

 

Neu betrachtet: Hiltrud Kier führt durch die romanischen Kirchen Kölns (29. April bis 15. Juli)

27. April 2022; ksd

Köln. Aus Anlass des 40-jährigen Bestehens des Fördervereins Romanische Kirchen Köln wirft die ehemalige Kölner Stadtkonservatorin und frühere Generaldirektorin der Museen der Stadt Köln, Professorin Dr. Hiltrud Kier, bei Führungen einen neuen Blick auf die zwölf großen romanischen Kirchen der Stadt.

Kier hat den Wiederaufbau der kriegszerstörten Kirchen und die Gründung des Fördervereins Romanische Kirchen Köln initiiert und maßgeblich vorangetrieben.

 

Die Termine:

29. April: St. Pantaleon

6. Mai: St. Georg

13 Mai: St. Maria Lyskirchen

20. Mai: St. Cäcilien

27. Mai: St. Aposteln

3. Juni: Groß St. Martin

17. Juni: St. Ursula

24. Juni: St. Andreas

1. Juli: St. Maria im Kapitol

8. Juli: St. Severin

15. Juli: St. Kunibert


Startzeit ist jeweils um 15 Uhr; am 15. Juli um 16 Uhr

Dauer der Führungen: circa 1,5 Stunden

Treffpunkt jeweils in der Kirche.

 

Anmeldung beim Förderverein telefonisch unter 0221 2836165 oder per E-Mail: sekretariat@romanische-kirchen-koeln.de

 

Den Flyer gibt es hier zum Download.

 

Ökumene 2022 – am und im Fluss: ACK lädt zum Fahrradpilgern ein (Kölner Etappe am 28. Mai)

27. April 2022; ksd

Köln. Die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Köln (ACK) lädt ein, bei einer Radtour für Jung und Alt ökumenische Gemeinschaft zu erleben und ein Zeichen für Versöhnung, Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung zu setzen. Von April bis August findet eine Stafette von ökumenischen Pilgerwegen am Rhein und seinen Nebenflüssen statt. Ziel ist Karlsruhe, wo ab dem 31. August die 11. Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen tagt.

Begleitet wird die Tour von der Radstation am Hauptbahnhof, einem Projekt von IN VIA Köln e.V. An der Radstation am Breslauer Platz können für diese Aktion Fahrräder zum Sonderpreis von 10 Euro ausgeliehen werden.

Die Kölner Etappe ist insgesamt 25 Kilometer lang: Nach einer Andacht zur Einstimmung setzen sich die Pilgerinnen und Pilger aufs Rad. Am Dom, in der Südstadt und in Zündorf sind zu den Andachten und Angeboten auch Fußgängerinnen und Fußgänger willkommen. Zum Schluss wird ein Gruß aus Köln an die Weltversammlung in die „Pilgerkapsel“ eingelegt, der an die nächste Gruppe in Siegburg weitergegeben wird.

Wer per Rad teilnehmen möchte, muss sich anmelden.

 

Alle Informationen und Anmeldung zur Kölner Etappe unter www.oekumene-koeln.de

 

Den Flyer zur Kölner Etappe finden Sie hier.

 

Das gesamte Projekt inklusive Materialien finden Sie hier.

 

DOMFORUM: KNA-Chefredakteur Ludwig Ring-Eifel spricht über Chancen und Risiken des Synodalen Wegs (26. April)

22. April 2022; ksd

Köln. Im Reformprozess „Der Synodale Weg“ diskutieren Frauen und Männer aus allen Bereichen der Kirche sowie junge Menschen und Einzelpersönlichkeiten über eine Erneuerung der katholischen Kirche in Deutschland, insbesondere über eine neue katholische Moral- und Sakramentenlehre. Viele Gläubige hoffen auf Öffnungen, andere fürchten einen „deutschen Sonderweg“, der sogar zur Kirchenspaltung führen könnte. Am Dienstag, 26. April, spricht der Chefredakteur der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA), Ludwig Ring-Eifel, im DOMFORUM über seine Einschätzung zur Situation. Beginn ist um 19.30 Uhr. Veranstalter ist das Katholische Bildungswerk Köln.

 

Infos finden Sie hier. Eine Anmeldung sichert Ihnen einen Sitzplatz.

 

www.synodalerweg.de

 

Ostergruß von Stadtdechant Msgr. Robert Kleine: „Der Tod hat nichts zu lachen!“ (Video)

14. April 2022; ksd

Köln. „Der Tod hat nichts zu lachen!“ Denn am Ende steht das Leben. Das ist die Kernbotschaft zu Ostern 2022 von Kölns Stadtdechant Msgr. Robert Kleine. Am tanzenden und lachenden Tod des Künstlers Harald Naegeli am Museum Schnütgen erinnert Kleine an die hoffnungmachende Botschaft der Ostertage: „Jesus hat den Tod für alle Zeiten besiegt!“

 

Das Museum Schnütgen zeigt aktuell die Ausstellung „ Harald Naegeli in Köln“ (bis 12. Juni).

 

„Gott macht fassungslos“: Kölns Stadtdechant Msgr. Robert Kleine mit Friedensappell in seiner Osterpredigt

17. April 2022; ksd

 

Köln. Ostern feiern trotz des Krieges in der Ukraine und all des Leidens in der Welt? Ostern feiern, wenn Gott fassungslos macht? Kölns Stadtdechant Msgr. Robert Kleine hat in der Osternacht in der katholischen Stadtkirche St. Ursula sowie am Ostersonntag im Kölner Dom dazu ermutigt:

„Friede sei mit euch!“ – der Gruß des Auferstandenen an seine Jünger – müsse er nicht „wie Hohn klingen in den Ohren unserer Schwestern und Brüder in der Ukraine“, fragt Stadtdechant Msgr. Robert Kleine in seiner Predigt zur Osternacht. Und weiter: „Klingt das nicht auch in unseren Ohren zumindest unpassend?“ Er erinnert an die Menschen, die vor dem Krieg fliehen, an die Bilder von zerstörten Wohnhäusern und Krankenhäusern, die täglich in den Nachrichten gezeigt werden. „Wir sehen die Bilder von erniedrigten, gequälten und ermordeten Ukrainerinnen und Ukrainern.“

Die demokratische und freie Welt ringe um eine angemessene Reaktion auf den russischen Angriffskrieg und zugleich fehle ihr die Vorstellung, wie es zu einem schnellen Ende des Krieges und einer Bestrafung der Kriegsverbrecher kommen könne, so Kleine. „Hinzu kommen die Sorge und Angst vor einem Übergreifen des Krieges auf Nachbarstaaten, auf ganz Europa, auf die Welt.“ In dieser Situation ruft Jesus den Jüngern und uns zu: „Friede sei mit euch!“ Dies sei trotz allem „ die bleibende Botschaft von Ostern“, die Hoffnung macht und auch durch dunkle Zeiten tragen kann.

 

Tod und Kriegsverbrechen haben nicht das letzte Wort

 

Jesus Christus hat durch seinen Tod und seine Auferstehung den Tod besiegt: „Seit Ostern wissen wir, dass der Tod, dass Krieg und Folter und Kriegsverbrechen nicht das letzte Wort haben“, betont der Stadtdechant. „Auch wenn es seit dem Ostermorgen damals in Jerusalem weiterhin von Menschen begonnene Kriege, begangene Verbrechen und initiiertes Unrecht gibt: am Ende steht die Verheißung des Friedens. Nicht als billige Vertröstung, sondern als Ansporn, am Frieden mitzuarbeiten – im Kleinen, aber auch im Großen.“ Die „beeindruckende Solidarität“ mit den Menschen in der Ukraine und aus der Ukraine, die bei uns Zuflucht gesucht haben, sei ein Aspekt, ein Ausdruck davon. 

„Glaube, Hoffnung und Liebe sind die Summe der christlichen Existenz“, so Kleine weiter. „Wer glaubt, lässt sich von Zuversicht bestimmen. Wer hofft, überlässt der Sorge nicht das letzte Wort. Wer liebt, gibt keinen Menschen auf. Das ist der Geist von Ostern!“ 

Auf den auferstandenen Christus richte sich ein Glaube, „der auch den Stürmen standhält“, sagt der Stadtdechant. „Gottes neue Ordnung weckt eine Hoffnung, in der sich auch das Schwere, das unsere Seelen belastet, in neues Leben wandelt. Wenn Gottes Liebe uns packt, wird sie in uns lebendig und wirksam. Gott weckt in uns Mut und Freude, die sich nicht mehr umkehren lassen.“

 

„Gott, wo bist du?“

 

Zu Beginn seiner Predigt hatte Kleine mit Blick auf die Frauen, die sich vor mehr als 2000 Jahren unerwartet konfrontiert gesehen hatten mit einem leeren Grab und der verwirrenden Botschaft, dass der gekreuzigte und gestorbene Christus lebe, die Frage aufgeworfen: „Macht uns Gott heute manchmal auch fassungslos?“ Und er bekannte: „Manchmal macht Gott mich fassungslos im negativen Sinne. Wenn er nicht so handelt, wie ich es mir wünsche oder denke. Wenn ich das Leid auf dieser Welt sehe und mir denke: Gott, wo bist du? Warum handelst du nicht? Du hast diese Welt doch in deiner Hand! Da müssen Menschen leiden, werden krank, sterben, da werden Kinder mit Behinderungen geboren, Ehen scheitern. Und ich bin fassungslos. Gott, wo bist du? Gott, warum bist du so – und nicht anders, so wie ich denke? Da kann ich Gott nicht fassen!“

Aber er sei Gott gegenüber auch fassungslos im positiven Sinn: „Wenn ich das Aufbrechen der Natur im Frühling erlebe, mich an den Wundern der Schöpfung erfreue, ein neugeborenes Kind betrachte und erfahre, wie Liebe Menschen verzaubern kann. Oder wenn der Glaube traurigen und trauernden Menschen Kraft, Trost und Hoffnung schenkt.“

Fassungslos gegenüber Gott sei er vor allem auch dann, wenn er daran denke, „dass unser Gott vor 2000 Jahren einer von uns geworden ist im Kind von Bethlehem – und dass dieses Kind, sein Sohn, Jahrzehnte später in Jerusalem nach seinem Leiden und Sterben am Kreuz das Leiden und Sterben von uns Menschen mit hineingenommen hat in seine Auferstehung und somit auch uns die Tür zu einem neuen, ewigen Leben in der Liebe Gottes, die wir den Himmel nennen, geöffnet hat. Wenn man da nicht die Fassung verlieren kann…”.

Abschließend wünschte Stadtdechant Msgr. Robert Kleine den Gläubigen „ein gesegnetes Osterfest in der Hoffnung auf ein Ende des Krieges und auf ein friedliches Miteinander der Völker“. Und er formulierte als Wunsch und Gebet, dass die Botschaft der Osternacht mit ihrer Verheißung vom Frieden auch den russischen Präsidenten Wladimir Putin oder die Menschen um ihm herum erreiche und sie erkennen lasse, dass der Krieg enden müsse und dass nur der Friede der gemeinsame Weg der Menschheit sein könne.

 

Die gesamte Predigt können Sie hier nachlesen.

 

Ostergruß von Stadtdechant Robert Kleine auf Radio Köln: Das Licht und die Liebe weitergeben

13. April 2022; ksd

Köln. Mit seiner Osterbotschaft auf Radio Köln will Kölns Stadt- und Domdechant Msgr. Robert Kleine dazu ermutigen, angesichts der Dunkelheit und des Leidens in der Welt nicht zu verzweifeln oder aufzugeben. Das heißt nicht, das Leiden auszublenden oder sich nicht davon berühren zu lassen. Kleine lädt aber dazu ein, die Hoffnung und Verheißung der Osternacht weiterzutragen: „Versuchen wir, dieses Licht am Leuchten zu halten. Und dass uns all das Negative nicht kleinmacht und kleinkriegt, sondern dass wir versuchen, Lichtträger zu sein, Licht weiterzugeben, die Liebe weiterzugeben, da wo wir es können. Dann wird die Welt heller werden.“

 

Osterbotschaft von Stadtdechant Robert Kleine: Hoffnung bis ans Ende der Welt (Audio)

13. April 2022; ksd

Köln. Der Tod hat nicht das letzte Wort. Das ist die Osterbotschaft, an die Kölns Stadt- und Domdechant Msgr. Robert Kleine im Beitrag auf Radio Köln erinnert. Das Leiden in der Welt hört an diesen Feiertagen des Osterfestes nicht einfach auf – doch als Menschen dürfen wir weiter hoffen. Nicht Leid, nicht Kriegstreiber, nicht der Tod stehen am Ende aller Zeiten oder unseres Lebens, sondern das Licht der all umfassenden Liebe Gottes.

Stadtdechant Robert Kleine lädt ein, Karfreitag als stillen Tag zu begehen

13. April 2022; ksd

Köln. Der Karfreitag ist einer der sogenannten stillen Feiertage, an denen im öffentlichen Raum in Deutschland keine Partys oder andere Veranstaltungen stattfinden sollen. Kölns Stadt- und Domdechant Msgr. Robert Kleine lädt im Beitrag auf Radio Köln dazu ein, an diesem Tag etwas stiller zu werden und an die zu denken, die gerade in der Ukraine oder an anderen Orten auf der Welt um ihr Leben fürchten müssen und an die, die ihren Lebensweg im Leiden gehen müssen.

Gottesdienste mit Stadtdechant Msgr. Robert Kleine an den Ostertagen

8. April 2022; ksd

 

Köln. An den Ostertagen feiert Kölns Stadtdechant Msgr. Robert Kleine diese Gottesdienste:

 

Osternacht, 16. April, 20 Uhr in St. Ursula

 

Ostersonntag, 17. April, 8.30 Uhr im Kölner Dom

 

Ostermontag, 18. April, 10.15 Uhr in St. Ursula

 

St. Ursula ist als Heimat der Kölner Stadtpatronin die Stadtkirche der Domstadt.

  

Im Beitrag auf Radio Köln erklärt Kölns Stadt- und Domdechant Msgr. Robert Kleine, wie die Karwoche am Kölner Dom gefeiert wird. Und er lädt ein, nicht nur die Ostergottesdienste mitzufeiern.      

 

Stadtdechant Kleine teilt Aufruf von Sant'Egidio gegen die Todesstrafe / Berufungsgericht setzt Hinrichtung von Melissa Lucio (USA) aus

11. April 2022; ksd

UPDATE: Die Hinrichtung von Melissa Lucio, die für den 27. April angesetzt war, wurde vom Berufungsgericht in Texas am 26. April 2022 ausgesetzt, damit neue Beweise für Lucios Unschuld geprüft werden können.

 

Köln/Huntsville. Hunderte Menschen werden jedes Jahr aufgrund staatlicher Verurteilungen hingerichtet, mehrere tausend neu verurteilt. Das wahre Ausmaß lässt sich schwer schätzen, da viele Regime die Dokumentation der Fälle verhindern. Ende 2020 waren laut des aktuellen Reports von amnesty international weltweit mindestens 28.567 Menschen zum Tode verurteilt – darunter auch Kinder und Jugendliche. Kölns Stadt- und Domdechant Msgr. Robert Kleine lehnt die Todesstrafe rigoros und grudsätzlich ab. Aktuell unterstützt er einen Aufruf der internationalen Gemeinschaft Sant’Egidio und der Texanischen Bischofskonferenz, das Verfahren der zum Tode verurteilten Melissa Lucio neu aufzunehmen und sie zu begnadigen. Lucio soll am 27. April hingerichtet werden. Kleines Statement im Wortlaut:

 

„Papst Franziskus hat sich 2018  mit einem klaren ,Nein‘ gegen die Todesstrafe gestellt, die dem Verständnis der christlichen Wahrheit zuwiderlaufe. So klar steht es jetzt auch im Katechismus der katholischen Kirche. Der Papst hat Länder, die die Todesstrafe praktizieren, dazu aufgerufen, Hinrichtungen auszusetzen und eine Abschaffung dieser ,grausamen Form der Strafe‘ in den Blick zu nehmen. Die Gemeinschaft Sant’Egidio ruft regelmäßig zum Appell gegen die Todesstrafe auf.

Aktuell droht in Texas/USA die Hinrichtung einer vierzehnfachen Mutter. Ich schließe mich als katholischer Christ ausdrücklich der Petition an, die die Aussetzung des Todesurteils und ein Neuaufrollen des Verfahrens von Melissa Lucio fordert, und rufe auf, ebenfalls die Petition zu unterstützen, wie es auch die Texanische Bischofskonferenz getan hat. Die Petition wird in Köln unter anderem vom Amerikahaus e.V. und dem Städtepartnerschaftsverein Köln-Indianapolis unterstützt.“

 

Informationen und die Petition finden Sie hier.

 

Den Aufruf der Texanischen Bischofskonferenz können Sie hier nachlesen.

 

Zahlen, Daten und Fakten von amnesty international zur Todesstrafe finden Sie hier.

 

„Rejoint – The Mystic Journey“: interaktive christlich-mystische Performance in der Grabeskirche in Ehrenfeld (14. und 15. Mai)

12. April 2022; ksd

Köln. Christliche Mystik und Ratio – ein Geschwisterpaar, das in den Epochen der Zeit gemeinsam geboren, dann getrennt und in der Zukunft wieder zusammen finden wird: Darum geht es bei der interaktiven christlich-mystischen „Performance Rejoint – The Mystic Journey“. Am 14. und 15. Mai wird die aus Musik, spirituellen Sentenzen und Tanz bestehende Performance in der Grabeskirche St. Bartholomäus in Köln-Ehrenfeld aufgeführt. Beginn ist jeweils um 20 Uhr. Empfohlen wird die Teilnahme ab 16 Jahren.

 

Die Ausschreibung auf der Website zum Projekt lautet:

Die interaktive Performance ist eine spirituelle Erlebnisreise, durch die eine vom Geist der christlichen Mystik inspirierte Gemeindespiritualität und neue Kirchlichkeit entsteht. Angelehnt an die sieben Phasen der spirituellen Entwicklung bei Ignatius von Loyola, wird die Geschichte der beiden Schwestern „Mystik“ und „Ratio“ erzählt, die sich über die Epochen der menschlichen Geschichte hinweg trennen und wieder vereinen. Begleitet von unseren „Reiseleitern“ begeben Sie sich als Besucher an bestimmten Teilen der Performance interaktiv mit auf diesen Weg. 
So werden Sie sich im Raum mit Ihren Sitzgelegenheiten bewegen, die Position und Perspektive verändern, mit Ihrer Anwesenheit Atmen erzeugen, mit ihrem Atem Stille, aus der Stille heraus Bewegung, Licht und Töne Klänge und Düfte erzeugen. 
Das Geschehen – getragen von einem Schauspieler– und einem Tänzerinnenpaar, dem Detmolder Hochschul-KammerChor, den Musikern, den „Reiseleitern“ und digitalen Projektionen - wird um Sie herum, mitten unter und schließlich mit Ihnen im gesamten Raum der Grabeskirche stattfinden. Die circa zweistündige Performance ist in zwei Akte aufgeteilt, die durch eine circa 30-minütige Unterbrechung getrennt sind. 

 

Tickets gibt es hier.

 

Den Flyer zum Event finden Sie hier.

 

Charity-Konzert von KJA und Diözesanrat für die „Fluthilfe für Pänz“ (13. Mai)

12. April 2022; ksd

Köln. Am Freitag, 13. Mai, veranstaltet die Katholische Jugendagentur ihr 1. Charity-Konzert zugunsten des Kinder- und Jugendhilfefonds der KJA Köln. Dazu laädt sie gemeinsam mit dem Diözesanrat der Katholiken im Erzbistum Köln herzlich ein. Das Konzert findet statt in der St.-Karl Borromäus-Kirche (Zülpicher Straße 275, 50937 Köln-Sülz). Die kostenfreien Tickets können online bestellt werden. Um Spenden wird gebeten.

Das Konzert unterstützt das Sonderprogramm „Fluthilfe für Pänz“ im Rahmen des Kinder- und Jugendhilfefonds. Es spielt das Orchester der Kölner Verkehrs-Betriebe AG & Freunde unter der Leitung von Patrick Dreier. Am Abend des 13. Mai kommt es dabei zur Premiere: erstmals treten das Orchester der KVB und der Kölner Sänger Michael Kuhl gemeinsam auf. Zudem spielt Martina Steinhauser-Kampelmann die Orgel. Der Schauspieler Fug (Fulgencio Morente-Gómez) führt durchs Programm.  

Der Kinder- und Jugendhilfefonds der KJA Köln unterstützt im Rhein-Erft-Kreis dort, wo Kinder und Jugendliche durch die Flutkatastrophe vom vergangenen Juli in Not geraten sind oder wo es ihnen an Spiel-, Sport- oder Schulmaterial fehlt. Durch das Sonderprogramm der KJA, „Fluthilfe für Pänz“, sollen sie langfristig unterstützt werden.

 

Spenden gehen an:

Katholische Jugendagentur Köln

Stichwort Kinderhilfsfonds

Spendenkonto: DE81 3705 0198 1931 1134 66

 

Infos unter www.kja-koeln.de

   

Porzer Katholiken sammeln rund 16.500 Euro für Erftstädter Flutopfer

11. April 2022; ksd

Köln-Porz (kipo). Ein eindrucksvolles Spendenergebnis kann die Katholische Pfarrgemeinde St. Maximilian Kolbe in Köln-Porz vorweisen: Fast 16.500 Euro kamen für die Betroffenen der Flutkatastrophe vom vergangenen Juli zusammen. Die Spenden wurden jetzt übergeben.

„Unsere Verwaltungsleiterin Myriam Iber wohnt in Erftstadt und ist bekannt mit zahlreichen Betroffenen der Katastrophe in Liblar und Blessem“, teilt die Gemeinde mit. „Über ihre Kontakte haben wir mit der Pfarrgemeinde in Liblar eine Hilfs-Partnerschaft aufgebaut, mit der wir konkret und gezielt Menschen in ihrer Not und mit ihren Bedürfnissen eine Hilfe zukommen lassen können.“

 

Einen Videobeitrag über die Lage in Blessem und die Spendenübergabe können Sie auf YouTube sowie unter www.katholisch-in-porz.de abrufen. Die Gemeinde bittet auch weiterhin um Spenden fürdie Fluthilfe.

Woche für das Leben: „Mittendrin. Leben mit Demenz“ (30. April bis 7. Mai)

12. April 2022; ksd

Leipzig/Bonn (dbk). Die „Woche für das Leben“ ist seit mehr als 25 Jahren eine ökumenische Initiative der evangelischen und der katholischen Kirche für den Schutz und die Würde des Menschen vom Lebensanfang bis zum Lebensende. In diesem Jahr findet die Woche für das Leben vom 30. April bis zum 7. Mai statt; sie wird am Samstag, 30. April, mit einem MDR-Fernsehgottesdienst in der Leipziger Nikolaikirche eröffnet.

Unter dem Titel „Mittendrin. Leben mit Demenz“ macht die „Woche für das Leben“ auf die Situationen von Menschen mit Demenz aufmerksam und will einen Umgang mit der Krankheit fördern, der Ängste abbaut. Die bundesweite Aktion wird durch die Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präses Dr. Annette Kurschus, und den stellvertretenden Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Franz-Josef Bode, eröffnet. Auch Bischof Heinrich Timmerevers (Bistum Dresden-Meißen) sowie Landesbischof Tobias Bilz (Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens) werden im Gottesdienst mitwirken. 

 

Das Programm der Eröffnung finden Sie hier.

 

Ein Plakat zum Download finden Sie hier.

 

www.woche-fuer-das-leben.de

 

Das Katholische Stadtdekanat Köln ist gemeinsam mit der Alexianer Köln GmbH Träger des Projekts „ Dabei und mittendrin. Demenzsensible Kirchengemeinde“.   Im Beitrag auf Radio Köln erklärt Kölns Stadtdechant Msgr. Robert Kleine, warum es wichtig ist, sich für demenziell erkrankte Menschen zu engagieren.

  

Stadtdekanat Köln trauert um die frühere „IN VIA“-Geschäftsführerin und -Vorstandssprecherin Sibylle Klings

14. April 2022; ksd

Köln. Das Stadtdekanat Köln trauert um Sibylle Klings, die 25 Jahre „mit Herzblut und segensreich“, so Stadtdechant Msgr. Robert Kleine, als Geschäftsführerin und Vorstandssprecherin von IN VIA Köln gewirkt hat. Sie verstarb am 2. April 2022 im Alter von 63 Jahren.

Klings initiierte den Kauf und Umbau des ehemaligen Jesuitenklosters in der Stolzestraße zum In-VIA-Zentrum, wo sie auch den Garten der Religionen plante und 2011 eröffnen konnte.

„Sie engagierte sich mit Leidenschaft unter anderem für die IN-VIA Radstationen, die Kölner Bahnhofsmission und die katholische Sozial-Verbandsarbeit zum Wohl der benachteiligten Menschen in unserer Stadt“, erinnert sich Kleine. „Ende August des vergangenen Jahres durfte ich anlässlich ihres Eintritts in den Ruhestand Frau Klings als Stadtdechant ganz persönlich Dank sagen für all das, was sie zum Wohl so vieler getan und erreicht hat, und auch für ihr inspirierendes Mitdenken und Mittun im Arbeitskreis Stadtpolitik.“

Für ihre Arbeit habe sie aus ihrem Glauben und Gottvertrauen Kraft geschöpft. Kleine:  „Was ihr dem Geringsten meiner Schwestern und Brüder getan habt, das habt ihr mir getan – diese Verheißung möge sich jetzt an ihr erfüllen.“

 

Hier finden Sie den Nachruf von IN VIA.

 

Kirchen in NRW grüßen Muslime zum Ramadan im Angesicht des Ukrainekrieges

6. April 2022; ksd

Düsseldorf/Köln (pek). Zum muslimischen Fastenmonat Ramadan wenden sich die fünf katholischen (Erz-)Bistümer und die drei evangelischen Landeskirchen in Nordrhein-Westfalen mit einer gemeinsamen Grußbotschaft an Musliminnen und Muslime.

Angesichts globaler Herausforderungen wie des Krieges in der Ukraine, aber auch der Corona- und der Klimakrise, ruft das Grußwort die Verantwortung beider Religionen in der gemeinsamen Sorge für die Welt ins Bewusstsein: „Kein Mensch kann dem allen alleine entgegentreten. Wir müssen darauf vertrauen und darauf hoffen, dass es uns als Menschheit mit Gottes Hilfe gelingt, die erforderlichen Schritte zu erkennen und zu tun.“

Der Mut- und Ratlosigkeit, die in diesen Krisen aufkommen können, setzt das Grußwort Geduld, Gottvertrauen und Hoffnung entgegen. Die Besinnung auf diese Gemeinsamkeiten von Christentum und Islam gibt Halt und ermutigt zum gemeinsamen Handeln: „Ohne Geduld und Vertrauen in Gott und unsere Mitmenschen fehlt uns die Hoffnung. Ohne Hoffnung und ohne Nächstenliebe werden wir es nicht wagen, diese komplexen Herausforderungen anzugehen. Geduld, Gottesvertrauen und die Liebe zum Nächsten nähren die Hoffnung. Die Hoffnung aber macht uns stark in unserem Engagement für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung“, heißt es im Grußwort.

Seit 2009 grüßen die katholischen (Erz-)Bischöfe und die evangelischen Präsides und Landessuperintendenten mit einem gemeinsamen Wort zum Ramadan.

Das Ramadangrußwort der Kirchen in NRW wendet sich an muslimische Gemeinschaften und muslimische Gläubige. Es wird in gedruckter Fassung und per E-Mail versendet. Hier können Sie es nachlesen.

 

MISEREOR-Fastenaktion 2002: „Es geht! Gerecht.“

28. März 2022; ksd

Aachen. Am 2. und 3. April findet die bundesweite Kollekte der diesjährigen MISEREOR-Fastenaktion statt. „Es geht! Gerecht.“ ist das Leitwort der Fastenaktion 2022. Mit diesem Aufruf will MISEREOR „deutlich machen, dass ein gemeinschaftliches Streben möglich ist nach einer Welt, in der alle Menschen in Gerechtigkeit leben können und die Schöpfung auch für zukünftige Generationen bewahrt wird“.

Die globale Erderhitzung treibt immer mehr Menschen dauerhaft in extreme Armut, erklärt das Hilfswerk. „Naturkatastrophen treffen härter und öfter auf Menschen, die kaum Zeit und Kraft hatten, sich von den Folgen der letzten Überschwemmung, des zerstörerischen Tropensturms oder der vernichtenden Dürre zu erholen. Dabei haben diese Menschen kaum zur Klimakrise beigetragen. Die sofortige Begrenzung der Klimakrise ist daher wirksame Prävention von Armut und zunehmender Ungerechtigkeit. Die Weichenstellungen in den Städten Asiens wie auch hier bei uns für eine klimafreundliche, gerechte Welt müssen und können heute erfolgen.“

Im Mittelpunkt der diesjährigen Aktion stehen die Partnerländer Bangladesch und Philippinen. Den Aufruf der deutschen Bischöfe zur diesjährigen Aktion finden Sie hier.

 

Mehr unter www.misereor.de

 

Spendenkonto

Pax-Bank Aachen

IBAN: DE75 3706 0193 0000 1010 10

BIC: GENODED1PAX

 

Stadtdekanat ruft Gemeinden und Kitas zur Bereitstellung von Plätzen für Flüchtlingskinder aus der Ukraine auf

28. März 2022; ksd

Köln. Mit einem gemeinsamen Brief rufen Kölns Stadtdechant Msgr. Robert Kleine und Peter Krücker, Vorstand des Kölner Caritasverbandes, die Kirchengemeinden und Kindertagesstätten im Stadtdekanat auf, geflüchtete Kinder aus der Ukraine und ihre Familien willkommen zu heißen und zu unterstützen. So werden die Kitas gebeten, je zwei Notplätze pro Gruppe für ukrainische Kinder zur Verfügung zu halten. Die Gemeinden werden aufgerufen, ihre Pfarrzentren für schulische und außerschulische Gruppenangebote zu öffnen.

„Wir alle stehen als Kirche in der Verantwortung, unseren Beitrag zur Hilfe und Unterstützung zu leisten“, heißt es in dem Schreiben. Bislang sind nach Angaben der Vereinten Nationen rund 3,6 Millionen Menschen aus der Ukraine geflohen, die meisten von ihnen Frauen und Kinder. Weitere 6,5 Millionen sind innerhalb der Ukraine auf der Flucht. Das entspricht etwa einem Viertel der Bevölkerung. Bislang sind rund 230.000 Geflüchtete in Deutschland angekommen, die meisten in Großstädten – der Bedarf an Aufnahme, Begleitung, Hilfe und Unterstützung wird weiter steigen. In Köln werde eine noch unbekannte Anzahl von Kindern erwartet, so Kleine und Krücker in ihrem Aufruf.

„Wir rufen Sie daher dringend dazu auf, als Kirchengemeinde die Anliegen der Geflüchteten Kinder und Familien zu unterstützen“, so ihr Appell. Dies könne beispielsweise durch folgende Maßnahmen erfolgen:
• Belegung der zwei sogenannten „Korridorplätze“ je Gruppe als Notplätze mit Kindern aus der Ukraine;
• das Pfarrzentrum, vor allem an den Vormittagen, für schulische oder außerschulische Gruppenangebote zur Verfügung stellen – in intensiver Kooperation mit den Schulen im Stadtviertel;
• Unterstützung von Familien und Kindern durch ehrenamtliches Engagement in Flüchtlings-Unterkünften;
• Unterstützung von Familien und Kindern, die in Privatwohnungen untergekommen sind.

 

Solidarität auf allen Ebenen

 

„Heißen Sie die Menschen in Ihren Gemeinde herzlich willkommen“, so Kleine und Krücker. „Ja, die vor uns liegende Aufgabe ist eine Kraftanstrengung. Die derzeitig sichtbare Solidarität auf allen Ebenen, die Bereitschaft, anzupacken und die vielfachen Unterstützungsangebote aus der Gesellschaft machen aber auch Hoffnung: Hoffnung, dass wir gemeinsam die Fluchtfolgen für in Köln ankommende Menschen abmildern können.“

Stadtdechant Msgr. Robert Kleine hatte der Stadt Köln bereits kurz nach Ausbruch des Krieges die Unterstützung der katholischen Kirche bei der Aufnahme und Begleitung von Flüchtlingen zugesagt. Der Caritasverband für die Stadt Köln ist auf vielfältige Weise in der Ukraine-Hilfe engagiert. In den städtische Flüchtlings-Unterkünften und in der KölnMesse werden über 1000 Menschen von der Caritas betreut, hinzu kommt eine massive Nachfrage nach Beratung. Neben der Aktion Neue Nachbarn (ANN), die berät und weitere Unterstützungsangebote vermittelt, sind auch viele Haupt- und Ehrenamtliche in der Ukraine-Hilfe aktiv.

 

Weitere Informationen zu ANN finden Sie hier, eine Übersicht über Hilfsmöglichkeiten für aus der Ukraine Geflüchtete finden Sie hier.

 

Informationen und Angebote der Caritas finden Sie unter www.caritas-koeln.de

 

Bahnhofsmission Köln benötigt dringend ukrainische Dolmetscher*innen und bittet um Geldspenden

24. März 2022; ksd

Köln (iv). Seit einem Monat herrscht Krieg in der Ukraine und die Zahl der flüchtenden Menschen nimmt täglich zu. Auch in Köln ist das deutlich spürbar, wo täglich hunderte, teilweise stark traumatisierte, Menschen im Hauptbahnhof ankommen. Ehrenamtliche der Kölner Bahnhofsmission nehmen die Menschen dort herzlich in Empfang, geben ihnen Orientierung und versorgen sie mit dem Nötigsten – Hygieneartikeln und manchmal einem Kuscheltier für die Kinder. Die Menschen werden bei der Weiterreise unterstützt oder bis zur Anlaufstelle für ukrainische Geflüchtete am Breslauer Platz begleitet. Neben Geldspenden bittet die Bahnhofsmission dringend um Unterstützung bei Übersetzungen am Gleis.

 

Dolmetscher*innen dringend gesucht 

 

„Die Sprachbarriere beim Empfang der Hilfesuchenden ist enorm. Deshalb möchten wir Bürgerinnen und Bürger, die Deutsch und Ukrainisch sprechen, dazu ermuntern, uns beim ersten Kontakt mit den Menschen zu unterstützen. Vorwiegend kommen schwer traumatisierte, stark übermüdete und verzweifelte Frauen, Kinder und ältere Menschen im Hauptbahnhof an. Gerade hier ist eine vertrauensvolle, tröstende Ansprache, die die Menschen auffängt, äußerst wichtig“, so Corinna Rindle, Leiterin der Bahnhofsmission im Kölner Hauptbahnhof. „Hinzu kommt die Problematik der teilweise dubiosen, privaten Hilfsangebote, über die wir die Menschen unmissverständlich informieren müssen.“  

 

„Kein Sprint, sondern ein Marathon“

 

Ein Riesenlob geht an alle Ehrenamtlichen, Freiwilligen und Praktikant*innen, die sich aktuell für die geflüchteten Menschen aus der Ukraine engagieren, so die ökumenische Einrichtung. „Das Engagement ist enorm und hilft den Menschen, ihr Leid etwas zu lindern. Jeder gibt sein Bestes und jede noch so kleine Hilfe zählt. Und trotzdem ist es wichtig, dass alle Helfenden auch auf ihre eigenen Kräfte achten und diese gut einteilen. Der Flüchtlingsstrom aus der Ukraine ist kein Sprint, sondern ein Marathon, der uns noch lange fordern wird“, so Corinna Rindle. „Ein besonderer Dank geht auch an verschiedene Unternehmen und Hotels in Köln für viele benötigte Sachspenden.“

 

Kontakt für Übersetzungen 

 

Menschen, die Ukrainisch und Deutsch sprechen und die Bahnhofsmission ehrenamtlich unterstützen möchten, sind herzlich willkommen. Bitte nehmen Sie Kontakt per Mail auf corinna.rindle@invia-koeln.de

 

Spenden für die Bahnhofsmission Köln

 

IN VIA / Bahnhofsmission Köln
Sparkasse KölnBonn

IBAN: DE 84 3705 0198 0042 3320 31
BIC: COLSDE33

Stichwort: Ukraine-Hilfe

 

Im Beitrag für das Magazin „Himmel & Erde“ auf Radio Köln berichtet Leiterin Corinna Rindle (im Foto rechts), wie sie und ihr Team mit der aktuellen Situation umgehen.

 

  

Diakon Jens Freiwald zum Neujahrsfest Naw-Ruz der Bahai: „Religion sollte alle Herzen vereinen“

22. März 2022; ksd

Köln. Als Vertreter des Stadtdekanats Köln sprach Diakon Jens Freiwald im Rahmen der Internationalen Woche gegen Rassismus beim Neujahrsfest der Bahai Naw-Ruz ein Grußwort.

„Es ist ein Tag des Neubeginns, der Veränderung und der Hoffnung“, so Freiwald. „Wann haben wir uns in den letzten Jahrzehnten mehr nach einem Neubeginn, nach Veränderung und nach Hoffnung gesehnt als heute angesichts des verheerenden Krieges in unserer Nähe, aber auch der vielen Kriege und Ungerechtigkeiten weltweit?“

In seinen „Pariser Ansprachen“ habe Abdul-Bahā gesagt: „Die Religion sollte alle Herzen vereinen und Krieg und Streitigkeiten auf der Erde vergehen lassen, Geistigkeit hervorrufen und jedem Herzen Licht und Leben bringen. Wenn die Religion zur Ursache von Abneigung, Hass und Spaltung wird, so wäre es besser, ohne sie zu sein, und sich von einer solchen Religion zurückzuziehen, wäre ein wahrhaft religiöser Schritt.“

Dies sei 1911, nur wenige Jahre vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges in Europa, gewesen. „Nun war der Erste Weltkrieg kein Religionskrieg, aber wir wissen, dass die Soldaten der beteiligten Nationen mit einem ,Gott mit uns!' und dem Segen ihrer Geistlichkeit in die mörderischen Schlachten dieses ersten industriellen Krieges gezogen sind“, so Freiwald. „Dieser Segen galt sicherlich der einzelnen Person, aber auch Waffen und anderes Kriegsmaterial wurden gesegnet und für den Sieg von Volk und Vaterland gebetet.“

 

Kann die Menschheit nicht aus der Geschichte lernen?

 

Nach dem Entsetzen und dem Schrecken zweier Weltkriege habe sich die Einstellung der christlichen Kirchen zum Krieg sicherlich enorm verändert und weiterentwickelt. Das aber habe die Menschheit nicht davon abgehalten, weiterhin Kriege zu führen. „Angesichts des verbrecherischen Angriffskrieges gegen die Ukraine stehen wir wieder vor der Frage, ob die Menschheit grundsätzlich nicht aus der Geschichte lernen kann. Wieder werden Soldaten und Waffen gesegnet und wieder fallen auch friedliebenden Menschen kaum Alternativen zur Selbstverteidigung mit Waffen und Gewaltanwendung ein.“

Die Mission der Bahai sei die universelle Einheit der Menschheit in Vielfalt, erinnerte Freiwald, der im Stadtdekanat unter anderem in den Bereichen Interrreligiöser Dialog und Ökumene tätig ist. Wie der Stifter der Bahai-Religion, Abdul-Bahā, sagte, sollten Religionen Krieg und Streitigkeiten vergehen lassen, so Freiwald weiter. Sein Appel: „Einheit in Vielfalt – ohne Krieg, ohne Rassismus, ohne Ausgrenzung und Diskriminierung aus welchen Gründen auch immer.“

 

Globaler Klimastreik am 25. März: #ReichtHaltNicht – „Churches for Future“ rufen zu Solidarität auf / Licht aus zur Earth Hour

21. März 2022; ksd

Berlin. Gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen weltweit sind Kirchen und kirchliche Einrichtungen als „Churches for Future“ Teil des breiten Bündnisses, das die Forderungen von „Fridays for Future“ nach echter Klimagerechtigkeit sowie sofortigem und konsequentem Handeln der Politik unterstützt. Das Katholische Stadtdekanat Köln ist Teil des Netzwerks und unterstützt den Aufruf zum Globalen Klimastreik am Freitag, 25. März.

Das Urteil von „Fridays for Future“ ist deutlich: „Es #ReichtHaltNicht!“ Die Bewegung fordert die Bundesregierung auf, entschieden zu handeln, um die 1,5-Grad-Grenze einzuhalten und den Wandel sozial gerecht zu gestalten. Unter #PeopleNotProfit setzt sie sich für eine klimagerechtere Welt ein.

Angesichts des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine solidarisiert sich die Bewegung mit den Menschen in dem osteuropäischen Land: „Dieser Krieg muss sofort beendet werden! Es zeigt sich, wie gefährlich die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern ist und dass die sozial gerechte Energie-, Verkehrs- und Wärmewende mit allen Mitteln vorangetrieben werden muss. Hohe Energiepreise treffen auch in Deutschland besonders einkommensschwache Haushalte. Die Klimabewegung ist eine Friedensbewegung und Klimapolitik ist Sicherheitspolitik.“

Die christlichen Vorstellungen des „Guten Lebens für Alle“ und auch der „Ethik des Genug“ können bei der schwierigen Aufgabe des sozial-ökologischen Wandels als Leitbild dienen. Gemeinsam mit den „ Christians For Future“ sind alle Christinnen und Christen eingeladen, selbstkritisch zu sein, sich für Klimagerechtigkeit einzusetzen und die Anliegen des Klimastreiks aktiv zu unterstützen.

Bundesweit beteiligen sich Kirchengemeinden und kirchliche Initiativen am 25. März mit verschiedenen Aktionen wie Schöpfungsandachten mit dem „5 vor 12“-Läuten ihrer Kirchenglocken, Gebeten in Klöstern, gemeinsamer Teilnahme an den Demonstrationen und Wandelandachten (zum Beispiel von Kirche zu Kirche). 

Mit dem Countdown @nw_klimagerecht laden ab dem 16. März Christinnen und Christen für „Churches for Future“ alle ein, sich aktiv am Klimastreik zu beteiligen.

 

Statements

Dr. Beate Hofmann, Bischöfin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck:

„Ich unterstütze den Klimastreik, weil Klimaschutz und Frieden zusammengehören – jetzt erst recht.“

 

Jacqueline Pörtner, FÖJlerin in der Infostelle Klimagerechtigkeit, Churches for Future Hamburg:

„Ich unterstützte den Klimastreik, weil ich die Hoffnung habe, dass wir mit ganz vielen Menschen auf der Straße weltweit einen Wandel voranbringen können. Einen Wandel hin zu einer klimagerechten Welt, in der gilt: People, not Profit."

 

Msgr. Robert Kleine, Kölner Stadtdechant:

„Ich unterstütze den Klimastreik, weil wir auch in dieser Zeit nicht vergessen dürfen, dass wir im Engagement für die Bewahrung der Schöpfung und den Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen nicht nachlassen dürfen.“

 

Charlotte, Churches for Future Leipzig: „Ich unterstütze den Klimastreik, weil er dem wichtigen Thema Klimagerechtigkeit Aufmerksamkeit verschafft und eine gesellschaftliche und politische Diskussion anregt. Auch die Kirche sollte im gemeinsamen Suchen nach Lösungen präsenter werden und diese auch selbst umsetzen.“

 

Dr. Stephan Ackermann, Bischof des Bistums Trier lädt zum Klimastreik ein: „Ich unterstütze den Klimastreik, weil die Verantwortung für die Schöpfung dadurch nicht nur sichtbar wird, sondern als Kerninhalt unseres Glaubens auch Gesichter bekommt, die dafür einstehen.“

 

Princess, Freiwillige der Norddeutschen Mission Bremen: "Ich unterstütze den Klimastreik, weil die Erde unsere Welt ist und unsere Lebens- und Nahrungsquellen von ihr abhängen.“

 

Weitere Informationen unter:

https://www.kirchen-fuer-klimagerechtigkeit.de/churches-for-future/aktuelles

   

Am Samstag, 26. März, beteiligen sich der Kölner Dom und die romanischen Kirchen wieder an der „ Earth Hour “. Von 20.30 Uhr an werden die Lichter der Gotteshäuser – wie die Beleuchtung an vielen Gebäuden und Brücken in Köln – ausgeschaltet. Gleichzeitig sind alle Bürgerinnen und Bürger eingeladen, sich an der Aktion zu beteiligen.

Die vom „World Wide Fund For Nature“ (WWF) initiierte „Earth Hour“ gilt als weltweit größte Klimaschutzaktion. Die Premiere war am 31. März 2007 in der australischen Stadt Sydney. An der Aktion beteiligten sich damals laut WWF mehr als zwei Millionen Haushalte. Im vergangenen Jahr sind dem Aufruf nach Angaben des WWF 197 Länder gefolgt. In Deutschland beteiligten sich demnach 585 Städte und Gemeinden – 200 mehr als im Jahr davor.

 

www.wwf.de/earth-hour

 

Lange Nacht der Kirchen in der Kölner Innenstadt (18. März)

15. März 2022; ksd

Köln (ksd/apk). Am Freitag, 18. März, laden die christlichen Kirchen in Köln zur Langen Nacht der Kirchen ein. Das Programm und alle Informationen finden Sie hier.

 

Bei der Vorstellung des Programms erinnerte Kölns Stadtdechant Msgr. Robert Kleine an die „ ökumenische Erfolgsgeschichte“ der Langen Nacht, die es seit rund 15 Jahren gibt. „Gerade jetzt in einer Zeit der Unsicherheit durch Krieg und Pandemie ist es wichtig, am Abend nach der Arbeit Kirchen als Orte zu öffnen, wo Menschen mit ihren Sorgen und Nöten etwas erleben, aber auch ihre Ruhe finden können“, so Kleine. Wie Stadtsuperintendent Dr. Bernhard Seiger freut sich der Stadtdechant, dass die Lange Nacht der Kirchen nach einer coronabedingten Auszeit nun wieder stattfinden kann.

„Weiterentwicklung“ ist das zentrale Wort in diesem Jahr. Weiter entwickelt wurde in erster Linie das Programm. Bei dessen Vorstellung in der Basilika St. Aposteln am Neumarkt sagte Seiger: „ Wir wollen uns stärker ausrichten auf unterschiedliche Zielgruppen und vor allem auch jüngere Leute ansprechen.“ Die Kirchräume seien ein Goldschatz von höchster Qualität. Außen sichtbar platzierte Flaggen und ausgerollte rote Teppiche sollen signalisieren, dass am Freitagabend etwas Besonderes in den Kirchen geschehe. Vor allem die Teppiche sollten die Botschaft aussenden: „Ihr seid wichtig. Ihr seid willkommen, wie ihr seid, ihr müsst nichts tun, nichts leisten, könnt auch wieder gehen, aber auch verweilen, wie ihr wollt. Hier werdet ihr wertgeschätzt. Jeder ist heute König in unserem Haus.“

 

Solidaritäts- und Benefizkonzert für die Ukraine-Hilfe von Kolping International / Musik aus dem Widerstand (16. März)

11. März 2022; ksd

Ein Beitrag auf Radio Köln über das Solidaritäts- und Benefizkonzert.

 

Köln. Am Mittwoch, 16. März, findet um 19.30 Uhr in der Kölner Minoritenkirche ein besonderes Solidaritäts- und Benefizkonzert für die Menschen in der Ukraine statt. Das Konzert ist eine Initiative verschiedener katholischer Institutionen sowie des Landesmusikrats NRW.

Musik trifft ins Herz, Musik kann Frieden unterstützen. Aus diesem Grund haben die Kooperationspartner ein Konzert mit Kompositionen dreier Schlüsselfiguren der Musik des östlichen Europas im 20. Jahrhundert organisiert. Alle drei Komponisten schrieben Musik im Widerstand gegen den offiziellen sowjetischen Musikbetrieb. Alle drei suchten nach Frieden und Freiheit. Zwei Werke wurden dem damals langjährig politisch inhaftierten ehemaligen Oligarchen Michail Chodorkowski gewidmet:

 

• Valentin Silvestrow (Ukraine, *1937): „Der Bote – 1996 – Requiem für Larissa“
• Giya Kancheli (Georgien, 1935-2019): „Angels of Sorrow“ (2013)
• Arvo Pärt (Estland, *1935): „Symphony No. 4 – Los Angeles“ (2008)

 

Die Aufführenden:

 

Neues Rheinisches Kammerorchester
Frauen des Figuralchores Köln
Klavier: Paulo Alvarez 


Leitung: Richard Mailänder

 

Aufführungsort: Minoritenkirche | Kolpingplatz | 50667 Köln-Innenstadt
Gebühr: gebührenfrei | um Spenden wird gebeten
Anmeldung: Einlass-Ticket buchen – das Ticket garantiert die Teilnahme; die Veranstaltung findet unter 3G statt.

 

Spenden via Kolping International

 

Die Spenden gehen an Kolping International zur Unterstützung der Kolpingsfamilien in Polen, Ungarn, Rumänien und der Slowakei, die Hilfsgüter in die Ukraine bringen und Geflüchteten helfen.

 

Spendenkonto:

KOLPING INTERNATIONAL Cooperation e.V.
DKM Darlehnskasse Münster
IBAN: DE74 4006 0265 0001 3135 00
BIC: GENODEM1DKM
Stichwort: Ukraine-Hilfe

 

Online wird tagesaktuell auch über die Aktionen der Ukraine-Hilfe von Kolping International berichtet.

 

Das Konzert wird von DOMRADIO.DE aufgezeichnet und steht ab dem 17. März auf dem Portal zur Ansicht zur Verfügung.

 

EWTN strahlt das Konzert zu den folgenden Terminen aus:
 
19. März: 21 Uhr
20. März: 12.30 Uhr
21. März: 21 Uhr
22. März: 3 Uhr
22. März: 11 Uhr
23. März: 19.30 Uhr
24. März: 1.30 Uhr

 

Veranstaltende:

 

Figuralchor Köln | Kath. Bildungswerk Köln | Landesmusikrat NRW | Stadtdekanat Köln | DOMFORUM | Kolping International | DOMRADIO.DE | Künstlerseelsorge im Erzbistum Köln

 

Das Plakat gibt es hier zum Download.

 

„Sag's dem Papst“: Beim „Talk am Dom“ wirbt Stadtdechant Robert Kleine für Beteiligung an Weltsynode

9. März 2022; ksd

Köln. Papst Franziskus hat zu einem Weltsynoden-Prozess eingeladen, um gemeinsam mit allen Interessierten über die Frage nach der Zukunft der Kirche ins Gespräch zu kommen. Am 1. Februar begann die diözesane Etappe im Erzbistum Köln. Bis zum 18. März sind Eingaben möglich. Der Kölner Stadtdechant Msgr. Robert Kleine, der Vorsitzende des Kölner Katholikenausschusses, Gregor Stiels, und Rainer Tüschenbönner, Leiter von DOMFORUM und Katholischem Bildungswerk Köln, sprachen beim „ Talk am Dom“ über ihre Eindrücke, Erwartungen und bisherige Eingaben aus dem Erzbistum Köln.

 

Der Countdown läuft: Noch neun Tage dürfen alle, denen die Zukunft der katholischen Kirche am Herzen liegt, dem Papst sagen, was sie denken. Und das auf direktem Weg. Sowie mit der Zusicherung, dass bei Franziskus auch wirklich jede Botschaft ankommt – und für ihn jede Meinung zählt. Jedenfalls hatte das Erzbistum Köln Anfang Februar dazu eine Beteiligungsplattform freigeschaltet, die immerhin bis zur Mitte dieser Woche knapp 3400 Eingaben registriert. Bei der Weltsynode, die Papst Franziskus am 9. Oktober 2021 eröffnet hat und die in einem zweijährigen Prozess bis zum Jahr 2023 andauern soll, geht es um die wichtige Frage, wie die Sendung der Kirche in heutiger Zeit überzeugend, partizipativ und gemeinschaftlich gelebt werden kann. Der Papst wünscht, dass sich die Kirche – deutlicher als bisher – zu einer synodalen Kirche entwickelt, also einer Kirche, deren Umgangsstil sehr viel stärker als heute von der Gemeinschaft und einem guten Miteinander aller Kirchenmitglieder geprägt ist. Synodalität ist für das Oberhaupt aller Katholiken wesentlicher Bestandteil der Kirche. Deshalb soll sich das Synodale – „das gemeinschaftliche Gehen“ – in Stil, Kultur und Struktur der Kirche niederschlagen.

Wie aber sollte eine solche Zukunft der Kirche aussehen? Diese Frage kann jeder noch bis zum 18. März beantworten. Egal, ob mit Kritik, Änderungswünschen oder Anregungen. Sechs Wochen insgesamt wird die Online-Plattform unter dem Motto „Sag’s dem Papst“ dann geöffnet gewesen sein. In zehn unterschiedlichen Themenbereichen geht es unter anderem um die Fragen: „Wie erleben Sie den Umgang mit Konflikten in der Kirche?“, „Für welche Themen soll sich die Kirche erkennbar stark machen?“ und  „Wie könnte das gegenseitige Zuhören im kirchlichen Umfeld gestärkt werden?“ Alle zehn Themen kreisen eigentlich um die Frage: Wie können wir gemeinsam synodal Kirche sein? So jedenfalls nennt das der Papst, was letztlich nichts anderes meint als: Wie kann es gelingen, dass wir gemeinsam gehen? Damit reagiert der Papst auf die Wahrnehmung, dass bei der Gesprächsbereitschaft und Kommunikation innerhalb der Kirche akuter Verbesserungs- und Veränderungsbedarf besteht.

 

„Hier wird nichts zensiert“

 

Um für diese Synode, an der sich Gläubige aus aller Welt beteiligen, noch einmal kräftig im Erzbistum Köln die Werbetrommel zu rühren, stellten sich jetzt auf Einladung des Katholischen Bildungswerkes beim „Talk am Dom“ Stadtdechant Msgr. Robert Kleine sowie Gregor Stiels, Vorsitzender des Katholikenausschusses in der Stadt Köln, den Fragen von Rainer Tüschenbönner. „Auf den letzten Metern wollen wir noch einmal dazu auffordern, diese Möglichkeit der Meinungsäußerung zu nutzen“, argumentierte dabei der Leiter des Bildungswerkes und des DOMFORUMs. „Hier wird nichts zensiert. Die Auswertung aller Eingaben fließt Ende April in ein Diözesanforum ein. Dazu werden alle Rückmeldungen gesichtet und geclustert, das heißt unter Stichworten und Überschriften gebündelt, im Mai dann nach Rom weitergeleitet. Der Papst will von möglichst vielen Menschen weltweit hören, was das Gottesvolk denkt“, versicherte Moderator Tüschenbönner den Veranstaltungsteilnehmerinnen und Teilnehmern, forderte aber auch dazu auf, sich mit Fragen in die Runde einzubringen.

Es geht um eine realistische und ehrliche Bestandsaufnahme, wo die Kirche heute steht, und um eine weltweite gemeinsame Überlegung, wie und wohin sich Kirche in Zukunft entwickeln soll. Jeder kann also zu den Themen, die ihm am Herzen liegen, seine Meinung, seine guten wie schlechten Erfahrungen oder seine Visionen von einer Kirche, wie sie auch sein könnte, beitragen. Man loggt sich einfach ein, und schon geht es los: Es können eigene Äußerungen formuliert, aber auch die Einträge anderer kommentiert werden.

 

„Es muss ein Ruck durch diese Kirche gehen“

 

Niemand solle denken „Meine Stimme zählt ja doch nicht“, sagte Kleine gleich zu Beginn. Ihn beeindrucke, wie er erläuterte, dass die ganze Welt zur Teilnahme an diesem Prozess eingeladen sei. „Mit dem Versprechen, dass eine jede und ein jeder mit seinem Beitrag wichtig ist. Und bei einer hohen Beteiligung wird gehört, was wir in Deutschland und Europa denken.“ Auch auf Diözesanebene, wo diese Beiträge transparent gemacht würden, wolle man mit diesen Rückmeldungen arbeiten. „Nichts ist also umsonst“, bekräftigte der Stadtdechant.

Kardinal Woelki habe zuletzt noch betont, zitierte er aus dem aktuellen Fastenhirtenbrief, dass wir alle als Schwestern und Brüder, Getaufte und Gefirmte gerufen und berufen seien, die Botschaft Jesu Christi weiterzugeben. „Ohne dass Laien innerhalb der Kirche nur als bloßes Feigenblatt dienen, während die Bischöfe die wichtigen Entscheidungen treffen“, fügte Kleine hinzu. „Es müsste ein Ruck durch diese Kirche gehen, so dass nicht die Farbe der Soutane und das Geweihtsein die bestimmende Rolle spielen, sondern das authentische und ehrliche Zeugnis jedes Getauften.“

 

„Sprechen auf Augenhöhe einüben“

 

Er habe weniger die Erwartung, dass es im Jahr 2023 mit einem Mal die große Erneuerung gebe, räumte der Vorsitzende des Katholikenausschusses, Gregor Stiels, ein. „Für mich ist eher das Einüben eines synodalen Miteinanders wichtig, dass es ein ‚wir miteinander’ gibt, der Pastor seiner Gemeinde zuhört, ein Sprechen auf Augenhöhe möglich wird. Da sind wir nicht wirklich gut drin, konnten das aber mit Weihbischof Steinhäuser in der Zwischenzeit schon ein bisschen üben.“ Stiels hält die Weltsynode für einen spannenden Prozess, „auch weil wir uns dabei mal wieder als Weltkirche erleben können und es um eine Andersartigkeit des Umgangs geht“. Interessant sei doch, dass der Papst mit allen und eben nicht nur mit den Bischöfen sprechen wolle. „Das bedeutet doch auf meiner Ebene, dass mir der Kardinal nicht zu sagen hat, wie ich in diesen synodalen Prozess reingehe.“

Eine Absage erteilte Stadtdechant Kleine der Forderung nach einem Dritten Vatikanischen Konzil. „ Vielleicht brauchen wir nur einen neuen Aufschlag des Zweiten Vaticanum“, meinte er stattdessen. Selbstkritisch räumte er an anderer Stelle ein, dass manche Menschen, zum Beispiel die mit gescheiterten Lebensentwürfen oder anderen Lebensformen, in der Kirche nicht nur nicht genug gesehen, sondern mitunter auch links liegen gelassen würden. „Dabei sind wir alle Geschöpfe Gottes“ , betonte er mit Nachdruck. Und schließlich gehöre jeder zur Kirche, der sich zu Gott bekenne, getauft oder als Christ engagiert sei. Auch der Umgang mit Frauen in der Kirche gehöre auf den Prüfstand. „Die müssten ganz vorne mitlaufen“, so Kleine. Bei all dem sei aber wichtig: „Nicht wir weisen den Weg, der Herr selbst weist den Weg. Und vielleicht erkennen wir auch den einen oder anderen neuen Wegweiser.“

 

„Der Prozess kann die Kirche wachrütteln“

 

Er mahnte aufmerksames Zuhören sowie einen wertschätzenderen und respektvolleren Umgang – vor allem auch mit Andersdenkenden – an, indem man versuche, sein Gegenüber zu verstehen und nicht gleich in eine Schublade zu stecken. „Es sollte sogar ein Qualitätsmerkmal von Kirche sein, dass wir es anders machen“, forderte indes Stiels. „Eine andere Meinung darf nicht gleich in den sozialen Medien einen Shitstorm auslösen. Wenn wir wieder erreichen, den anderen zu respektieren, werden wir auch attraktiver sein.“ Die Kirche sei kein Selbstzweck, sondern für die Menschen da. Angesichts des großen Vertrauensverlustes müsse die Kirche das Ohr bei den Menschen haben. „Dabei kann uns dieser Prozess wach rütteln“, so der Vertreter des Kölner Laiengremiums.

Beim Themenfeld 4 „Gemeinsam den Glauben feiern“, das Moderator Tüschenbönner exemplarisch für die anderen inhaltlichen Schwerpunkte aufgriff, betonte Kleine angesichts eines großen Schatzes spiritueller Tradition die Bedeutung der Eucharistiefeier als Quelle und Höhepunkt, in der es mit Christus im Zentrum um Ermutigung gehe. Aber auch andere Gottesdienstformen hätten ihre Berechtigung, um Gottes Nähe zu spüren, erklärte er. Wichtig sei, dass sich die Menschen eingeladen und willkommen fühlten. „Es geht um Verbindlichkeit, denn ich freue mich doch, dass sie da sind, und wenn es eben nur einmal im Jahr zu Weihnachten ist. Aber dann will ich für sie eine gute Erinnerung an dieses Fest schaffen. Hochzeiten oder Beerdigungen – das alles sind wichtige Ereignisse, bei denen Menschen eine gute Erfahrung mit Kirche machen sollen.“

 

„Am Ende muss immer der Dialog stehen“

 

Zum Themenfeld 6 „Im Dialog sein“ konstatierte Stiels, dass zunehmend mehr Menschen vereinsamten – auch weil sich die gängigen Kommunikationsformen in rasender Geschwindigkeit veränderten und ältere Menschen da mitunter nicht mehr mithalten könnten. „Dabei sollte da, wo Kirche ist, niemand einsam sein. Gerade am Ende der Pandemie dürfen wir nicht den Zeitpunkt verpassen, wieder mehr miteinander zu sein.“ Den anderen ernst nehmen mit seiner Position und sich dem Dialog stellen – so lautete Stiels Credo an diesem Abend. „Egal wie weit wir inhaltlich auch auseinander liegen – am Ende müssen wir gemeinsam beten und gemeinsam Gottesdienst feiern können, vor allem aber immer eine einladende Kirche sein“, fand er.

„Für die Menschen bestellt – das ist unser Leitwort“, ergänzte Kleine. „Wir brauchen Orte des Dialogs, wo sich Kirche artikuliert und mit der Gesellschaft zusammenwirken kann. Gerade bei den großen Themen wie der Bewahrung der Schöpfung oder ‚Flucht’ und ‚Heimatverlust’ jetzt im Ukraine-Krieg müssen wir mit dabei sein und dürfen das nicht anderen Gruppen überlassen.“ Vielmehr müsse wieder mehr die Lebensfreundlichkeit und damit Menschenfreundlichkeit der Kirche deutlich werden. Almosen von oben herab zu verteilen reiche nicht aus. Letztlich gehe es angesichts der drei Reformprozesse „Pastoraler Zukunftsweg“, „Synodaler Weg“ und „Weltsynode“ darum, schon jetzt zu überlegen, „wo wir im Jahr 2030 mit unseren Ressourcen stehen – nicht nur strukturell, sondern vor allem auch geistlich“.

 

Autorin: Beatrice Tomasetti

 

Das diözesane Portal zur Weltsynode erreichen Sie hier.

 

Die Seite der Weltsynode (in englischer Sprache) finden Sie hier.

 

Ökumenisches Friedensgebet setzt Zeichen der Solidarität und Anteilnahme / Spenden für die Menschen in der Ukraine

7. März 2022; ksd

Köln. Mit dem Zweitguss des „Schwebenden“ von Ernst Barlach und einem Exemplar des Nagelkreuzes von Coventry verfügt die Antoniterkirche an der Kölner Schildergasse über zwei sehr besondere Erinnerungs- und Friedenssymbole. Die Kirche wird derzeit renoviert. Deshalb fand das Ökumenische Friedensgebet der Evangelischen Gemeinde Köln auf Einladung der AntoniterCityKirche im Antoniter-Saal des benachbarten Antoniterquartiers statt. Dort war in Gestalt einer Kerze ebenfalls ein Friedenszeichen präsent. Die Kerze zeigt eine Friedenstaube auf den ukrainischen Landesfarben Blau-Gelb. Beschriftet ist sie mit „Frieden für die Ukraine“. Im Verlauf des Gottesdienstes wurde diese Friedenskerze von Markus Herzberg, Pfarrer an der Antoniterkirche, entzündet. „Jesus Christus hat gesagt, ich bin das Licht der Welt, und wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“

 

Gemeinsames Gebet für Frieden in der Ukraine


Mit dem gemeinsamen Gebet für Frieden in der Ukraine und in der ganzen Welt drückten Herzberg, Superintendentin Susanne Beuth, Kölns Stadtdechant Msgr. Robert Kleine, Pfarrer Jürgen Wenge von der Alt-Katholischen Pfarrgemeinde Köln und Pfarrer Mathias Bonhoeffer, Presbyteriumsvorsitzender der Evangelischen Gemeinde Köln, mit den über 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmern ihre Geschwisterlichkeit in dieser Stadt aus. Sie appellierten miteinander, die Friedensbemühungen zu wahren. Und setzten ein Zeichen der Solidarität und Anteilnahme gegenüber allen Menschen in der betroffenen Kriegsregion. Der Abend war geprägt von Gebet, Gesang sowie Musik von Kantor Johannes Quack am Flügel. Geprägt vom Fragen nach der unmittelbaren Zukunft, vom Sprechen und Nachdenken über und Hoffen auf den Frieden.

Es seien Zeiten, „in denen wir Schulter an Schulter nebeneinanderstehen, in unserem Erschrecken, in unserer Traurigkeit, auch in unserer Angst, unserem nicht glauben können, was mitten in Europa passiert“, begrüßte Herzberg. Wie könne es weitergehen, könne Frieden werden in dieser Welt, wo könnten wir die Kraft dazu finden, fragte er. Wie den Menschen in der Ukraine Kraft spenden, „die in diesen Stunden in den U-Bahn-Stationen sitzen, in den Bunkern, um das Leben fürchten, um das eigene und das der Menschen, die sie lieben?“. Gott gebe Kraft und Stärke. Er ermutige uns, nicht aufzuhören, daran zu glauben, dass Frieden sein könne, sprach Herzberg von der Wirklichkeit, die Gott in seinem Schalom dieser Welt geschenkt habe. Hier solle ein Ort sein, wo wir unsere Sorge und Not lassen könnten. Hier wolle man Raum geben für Traurigkeit und Angst, aber auch für Trost und Hoffnung.

 

„Wie wird Friede?“


Mathias Bonhoeffer trug Auszüge eines Textes seines Großonkels, des Widerstandskämpfers Dietrich Bonhoeffer vor. Der damals 28-jährige Pfarrer sprach ihn 1934 auf der dänischen Insel Fanö auf einem Jugendkongress des Weltbundes der Kirchen in einer Morgenandacht zum Thema Frieden. Darin unterschied Dietrich Bonhoeffer zwischen Frieden und Sicherheit. Seine Aussage, das merkten die Menschen im Antonius-Saal schnell, hat auch fast 90 Jahre später nichts an Aktualität verloren. „ Wie wird Friede?“, fragte damals Bonhoeffer: „Durch ein System von politischen Verträgen? Durch Investierung internationalen Kapitals in den verschiedenen Ländern, das heißt durch die Großbanken, durch das Geld? Oder gar durch eine allseitige friedliche Aufrüstung zum Zweck der Sicherstellung des Friedens?“ „Nein“, lautete seine Antwort, „Nein, durch dieses alles aus dem einen Grund nicht, weil hier überall Friede und Sicherheit verwechselt wird.

Es gebe keinen Weg zum Frieden auf dem Weg der Sicherheit, so Bonhoeffer. Denn Friede müsse gewagt werden, und lasse sich nie und nimmer sichern. „Friede ist das Gegenteil von Sicherung.“ Denn Sicherheiten fordern bedeute Misstrauen, welches wiederum Krieg gebäre. „Friede heißt sich gänzlich ausliefern dem Gebot Gottes, keine Sicherung wollen, sondern im Glauben und Gehorsam dem allmächtigen Gott die Geschichte der Völker in die Hand legen und nicht selbstsüchtig über sie verfügen wollen. Kämpfe werden nicht mit Waffen gewonnen, sondern mit Gott.“

 

Friede ist mehr als die Abwesenheit von Kampf

 

Die Predigt hielten Beuth, Kleine, Wenge und Herzberg gemeinsam zu dem Lied „Gib Frieden, Herr, gib Frieden“ (EG 430). Auf jede gesungene Strophe folgte nacheinander eine kurze Auslegung. „Die Worte des Liedes bleiben mir im Halse stecken. So darf es doch nicht sein. Macht, Lüge, Unrecht gewinnen?“, dachte Beuth über die erste Strophe nach. Dabei bräuchten Menschen doch die Werte Liebe, Wahrheit und Gerechtigkeit. Wo diese Werte gelten würden, fänden wir den Schalom Gottes, den gerechten Frieden. Dieser sei mehr als die Abwesenheit von Kampf.

Schonungslos bringe dieses Lied unsere Situation vor Gott zur Sprache. „Wenn einer sich über die Regeln des gerechten Interessenausgleichs auch und gerade zwischen Staaten hinwegsetzt, wenn er die Regeln des Völkerrechts bricht und in sogenannte Verhandlungen mit Maximalforderungen der bedingungslosen Kapitulation geht, dann ist kein Ende der Gewalt absehbar und erst Recht kein Schalom möglich.“ Die Superintendentin fragte, wo es einen Ausweg gebe für die in Kellern und U-Bahn-Stationen Sitzenden, wo einen Ausweg vor immer neuen Eskalationsstufen. „Kann nur noch ein Wunder helfen?“, so Beuth: „Gib Frieden, Herr, gib Frieden.“

Kleine erinnerte an viele Kriege, viel Terror und Leid in unzähligen Ländern, die er allein in seinem 55-jährigen Leben mitbekommen habe. Und immer sei es auch das Gebet der Kirchen, Gott zu bitten, Frieden zu schenken und die Gedanken der Verantwortlichen zum Frieden hinzulenken. „Die Erde wartet sehr“, zitierte er aus der zweiten Strophe. Die Bilder, die uns seit Kriegsbeginn in der letzten Woche begegneten, die Augenzeugenberichte verliehen dem Lied eine neue, grauenvolle Aktualität.

 

Wie geht es weiter in der Welt?


Auch Kleine fragte. Danach, was sich der russische Präsident noch an Attacken überlege, die Leid, Tod, Verzweiflung und Trauer hervorrufen würden. Danach, was den Menschen in der Ukraine und uns noch bevorstehe. Was den Frauen und Männern, die in Russland mutig demonstrierten gegen ihren Präsidenten. „Wie geht es weiter in der ganzen Welt, wenn die nuklearen Waffen am Horizont stehen? Die Furcht wächst mehr und mehr.“ In den Texten hätte die Gebetsgemeinschaft gehört, „dass wir einen Auftrag haben“, für den Frieden einzustehen „und zwar nicht nur wir als Christinnen und Christen, sondern in der großen Gemeinschaft der Religionen“.

„Du hast für uns gelitten (…), damit wir leben könnten.“ An diesen zwei Zeilen der dritten Strophe sei er hängengeblieben, so Wenge. Viele Christinnen und Christen heute täten sich recht schwer mit dem Gedanken, dass Gott gelitten, sich für uns geopfert habe. „Dass Menschen Opfer bringen für andere Menschen, dass sie sich für andere opfern, das ist, so unangenehm uns diese Vokabel auch sein mag, alltägliche Realität“, dachte Wenge etwa an die vielen in der Pflege tätigen Frauen und Männer. „Da werden tatsächlich Opfer gebracht, damit andere Menschen leben können.“

Dieses Bild lasse sich auch in Zusammenhang bringen mit so vielen Menschen, die sich jetzt mit Blick auf den Krieg in der Ukraine für andere engagierten. „Menschen in der Ukraine sind bereit, sich ihrem Land zu opfern, für ihr Land zu leiden, damit ihre Landsleute weiterhin in einem demokratischen und freiheitlichen Staat leben können.“ Gleichzeitig dachte Wenge an die vielen Unterstützenden in angrenzenden Ländern, „die sich jetzt um humanitäre Hilfe bemühen“. Sie opferten Zeit, Geld und eigene Sicherheit, um den in Not Geratenen mit Hilfsgütern jeder Art beizustehen. Das alles verdeutliche ihm, „dass wir im Sinn der Nachfolge Jesu tatsächlich zu großen Taten in der Lage sind. Taten, die helfen, dass Menschen leben können, und die helfen, dass Freiheit und Gerechtigkeit und Frieden nicht untergehen.“

 

„Mut zu bekommen zum Händereichen“


Die Nachricht vom Kriegsbeginn habe ihn in Mark und Bein erschüttert, gestand Herzberg. Er habe gemerkt, wie ihn das treffe in seinem Urvertrauen am Menschsein. „In meinem Vertrauen, wie wir als Menschen leben und wie wir Verantwortung füreinander tragen.“ In der vierten Strophe heiße es: „ Mut zu bekommen zum Händereichen. Und zur Rede, die nicht lügt.“ Beim Nachdenken darüber nahm er Bezug auf Bonhoeffers Worte von 1934. Deren Quintessenz und Kern sei das Vertrauen. Laut Bonhoeffer seien wir Menschen so auf Sicherheit und Sicherung bedacht, dass wir darüber vergessen würden, „ dass wir durch Sicherung eigentlich unterstreichen, wie sehr wir uns misstrauen als Menschen, als Völker und als die, die Verantwortung tragen“.

Warum breche dieser Krieg denn aus, fragte Herzberg. „Weil Vertrauen eines Machthabers nicht vorhanden ist, sondern reines Misstrauen in andere.“ Nur wenn ich meinem Gegenüber vertraute, hätte ich auch die Kraft offen auszusprechen und alles auf den Tisch zu legen. „Bonhoeffer ringt in seinen Worten genau darüber, dass es so schwer ist, in der Menschheit zu vertrauen.“

Herzberg wünscht sich die Einstellung und das Vertrauen, wie es damals der Propst von Coventry gezeigt habe. Als die Deutschen im Zweiten Weltkrieg alles in Schutt und Asche gelegt hätten, habe er nicht auf sie gezeigt und ihnen die Schuld gegeben. Vielmehr hätten wir als Menschen versagt. Herzberg wünscht sich dieses Vertrauen ins Menschsein, das Vertrauen in unsere Geschwister und Brüder, in all unseren Völkern zurück. „Wir sind nicht Deutsche, Russen oder Ukrainer, sondern wir sind Menschen. Und das wünsche ich mir, dieses Vertrauen ins Menschsein.“

 

Autor: Engelbert Broich

 

Das Ökumenische Friedensgebet ist auf YouTube abrufbar.

 

Spenden für die Menschen in der Ukraine

 

Zahlreiche Hilfsorganisationen organisieren Hilfe für die Menschen in der Ukraine. Geldspenden helfen dabei, gezielt das zur Verfügung zu stellen, was am meisten benötigt wird. Medikamente, Hygieneartikel, Lebensmittel. Eine Auswahl vonr verschiedenen Spendenmöglichkeiten:

 

Caritas international
Stichwort: „Nothilfe Ukraine-Konflikt“
Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe
IBAN: DE88 6602 0500 0202 0202 02
BIC: BFSWDE33KRL


www.caritas-international.de

 

Kindermissionswerk „Die Sternsinger“
Stichwort: „Kinder Ukraine“
Pax-Bank eG
IBAN: DE95 3706 0193 0000 0010 31
BIC: GENODED1PAX

 

www.sternsinger.de

 

Malteser Hilfsdienst
Stichwort: „Ukraine-Hilfe“
IBAN: DE10 3706 0120 1201 2000 12
BIC: GENODED1PA7

 

www.malteser.de

 

Kolping International
Stichwort: „Ukraine-Hilfe“
DKM Darlehnskasse Münster
IBAN: DE74 4006 0265 0001 3135 00
BIC: GENODEM1DKM

 

www.kolping.net

 

Renovabis
Stichwort „Caritas Ukraine”
LIGA Bank eG
IBAN: DE24750903000002211777
BIC: GENODEF1M05

 

www.renovabis.de

 

Don Bosco Mondo

Pax-Bank
IBAN DE10 3706 0193 3040 5060 70
BIC GENODED1PAX

 

www.don-bosco-mondo.de

 

Kirche in Not

LIGA Bank München
IBAN: DE63 7509 0300 0002 1520 02
BIC: GENODEF1M05 

 

www.kirche-in-not.de

 

Aktion Deutschland hilft (Aktionsbündnis vieler, auch kirchlicher Träger und Hilfswerke)

Bank für Sozialwirtschaft

DE62 3702 0500 0000 1020 30
BIC: BFSWDE33XXX

 

www.aktion-deutschland-hilft.de

 

Sachspenden
Bitte sehen Sie davon ab, Sachspenden bei Sammelstellen einfach vorbei zu bringen. Informieren Sie sich vorher online, was genau gebraucht wird. So werden beispielsweise Kleiderspenden nicht mehr angenommen. Das Sortieren ist logistisch herausfordernd und führt im Zweifel dazu, dass Dinge ungenutzt entsorgt werden müssen.
 

Annahmestelle für Sachspenden in Köln: 
Blau-Gelbes Kreuz

Deutsch-Ukrainischer Verein e.V.
Telefon: 0221 99981725
E-Mail: info@blau-gelbes-kreuz.de


www.blau-gelbes-kreuz.de

 

Unterkünfte

Das Wohnungsamt der Stadt Köln Ottmar-Pohl-Platz in Köln-Kalk koordiniert die Unterbringung der geflüchteten Menschen. Eingang tagsüber: Seiteneingang über Dillenburger Straße 60.

 

Privatunterkünfte anbieten


Wohnungsangebote sind willkommen. Richten Sie diese gerne an

Warmes Bett

#Unterkunft Ukraine

 

Die Stadt Köln informiert online über Hilfsangebote.

 

Kann ich mich ehrenamtlich engagieren? Wo kann ich mich melden?

Wenn Sie sich ehrenamtlich engagieren möchten, wenden Sie sich an das Caritas-Freiwilligenzentrum „Mensch zu Mensch“ oder an die

 

Aktion Neue Nachbarn – Ihre Ansprechpartner/-in

Katholisches Stadtdekanat Köln

isabel.heinrichs@katholisches.koeln

Telefon: 0221 9258 4778

Mobil: 0162 1014 275


Caritasverband für die Stadt Köln e.V. 

clemens.zahn@caritas-koeln.de

in Vertretung bis 11. März

Telefon: 0221 95570286

Mobil: 0178 9094825 

Voraussichtlich ab 12. März wieder
nils.freund@caritas-koeln.de

Telefon: 0221 9857 7627 
Mobil: 0178 9094 647 
 

Weitere Informationen: www.koelner-fluechtlingsrat.de

 

Die Informationen des Kölner Aktionsbündnisses finden Sie zum Download hier.

 

Stellungnahme von Stadtdechant Msgr. Robert Kleine zur Rückkehr von Kardinal Woelki und zu dessen „Brief an die Gläubigen“

2. März 2022; ksd

Köln. Aus Anlass der Rückkehr des Kölner Erzbischofs, Kardinal Rainer Maria Woelki, nach einer fünfmonatigen Auszeit am Aschermittwoch, 2. Februar 2022, veröffentlicht das Katholische Stadtdekanat Köln eine Stellungnahme von Stadtdechant Msgr. Robert Kleine. Im Wortlaut:

Mit dem heutigen Tag hat Rainer Maria Kardinal Woelki seinen Dienst als Erzbischof von Köln wieder aufgenommen. In einem persönlich gehaltenen Brief wendet er sich nach dem Ende seiner Auszeit an alle Gläubigen. So schreibt der Erzbischof von seiner Erkenntnis, dass er persönlich Anteil an der aktuellen Glaubwürdigkeits- und Vertrauenskrise in der Erzdiözese hat, dass die Situation seit Beginn der Auszeit nicht besser geworden ist und dass es bei vielen Gläubigen Verletzungen, Entmutigung und Verzweiflung an der Kirche gibt. Zudem bestätigt er, dass in der Vergangenheit nicht immer offen, angstfrei und ehrlich miteinander gesprochen wurde. Diese ins Wort gebrachte Wahrnehmung der Realität in unserem Erzbistum begrüße ich sehr; sie ist deckungsgleich mit der Wahrnehmung vieler Gläubiger und Gremien im Stadtdekanat Köln.

Papst Franziskus hatte im vergangenen September in seiner Entscheidung über Kardinal Woelki unter anderem „große Fehler in der Kommunikation“ als Anlass für die Auszeit des Erzbischofs benannt. Diese bestehen für mich auch in zu wenig Teilhabe an Entscheidungsprozessen, in mangelnder Transparenz von Entscheidungen sowie ungenügender Dialogbereitschaft mit Gremien und Einzelnen. Ich begrüße daher den Willen des Erzbischofs, in einen neuen Dialog mit den Gläubigen in unserem Erzbistum einzutreten, indem er vor allem zuhören möchte: der Enttäuschung, dem Ärger, den Vorwürfen, den Erwartungen und Wünschen, aber auch dem Zuspruch und guten Ideen.

Der Erzbischof kehrt nach eigenen Worten „nicht unverändert einfach so zurück“. Exerzitien und Sozialeinsatz haben ihm „einen neuen Blick ermöglicht auf die Situation im Erzbistum Köln“. Dieser neue Blick und eine „Haltung innerer Freiheit“ haben dazu geführt, dass Kardinal Woelki dem Papst seinen Amtsverzicht angeboten hat. Ich zolle Kardinal Woelki Respekt für diesen Schritt und hoffe nun, dass Papst Franziskus zeitnah eine Entscheidung trifft, ob er den Rücktritt annimmt oder nicht. Denn eine weitere Zeit der Unklarheit, wie es im Erzbistum Köln weitergeht, ist weder den Gläubigen noch Kardinal Woelki zuzumuten.

 

Dem Deutschlandfunk gab Stadtdechant Msgr. Robert Kleine am Tag nach der Rückkehr von Kardinal Woelki ein Interview zur Frage, wie es weitergehen kann im Erzbistum Köln.

  

Ukraine: Stadtdechant sagt Unterstützung für Geflüchtete zu / Tägliches Friedensgebet im Kölner Dom / Kölner Bündnis für Spenden und Hilfe

24. Februar 2022; ksd

UPDATE (20. April 2022): Seit Beginn des Krieges in der Ukraine engagieren sich zahlreiche Haupt- und Ehrenamtliche der katholischen Kirche in Köln für Menschen in und aus der Ukraine: Hilfskonvois, die notwendige Güter zu den Menschen bringen, Aufnahme und Hilfe für Geflüchtete, die nach Köln kommen. Im Beitrag auf Radio Köln berichtet Kölns Stadtdechant Msgr. Robert Kleine, was alles für Betroffene des Krieges getan wird. Er ist dankbar für die gelebte und tätige Nächstenliebe und erinnert daran, dass Caritas, Nächstenliebe, das Fundament des Christentums und der Auftrag Jesu an die Menschen sind.

Täglich kommen Menschen am Kölner Hauptbahnhof an, die vor dem Krieg in der Ukraine fliehen konnten. Bei der ökumenischen Kölner Bahnhofsmission finden sie eine erste Aufnahme, konkrete Hilfe und Begleitung. Leiterin Corinna Rindle und ihr Team berichten auf Radio Köln, was die Menschen am meisten brauchen – aber auch, wie sie selbst als Helferinnen und Helfer mit der herausfordernden und auch belastenden Situation umgehen. Hier der Beitrag zum Nachhören.

 

UPDATE (11. April 2022): Die Deutsche Bischofskonferenz schlägt angesichts des Krieges in der Ukraine das Beten einer zusätzlichen Fürbitte in der Karfreitagsliturgie vor. Im Wortlaut:

 

Für die Menschen in den Kriegsgebieten

Lasst uns auch beten für die Menschen in der Ukraine

und in allen Kriegsgebieten der Erde;
für alle, die vor dem Schrecken der Gewalt geflohen

und ihrer Heimat beraubt sind;
für alle, die mit ihrem Leben einstehen für die Abwehr des Feindes

und für den Schutz der Schwachen und Verfolgten.

 

Allmächtiger, ewiger Gott,
du bist stärker als die Unterdrücker dieser Welt,
du hast Mitleid mit den Geringen und Armen.
Wie du Israel aus der Gewalt Ägyptens befreit hast,
so rette in unseren Tagen alle Opfer von Unrecht und Krieg.
Wandle die Herzen jener, die Böses tun,
und lass den Frieden siegreich sein.
Darum bitten wir durch Christus, unsern Herrn.

 

Die zusätzliche Karfreitagsbitte finden Sie hier zum Download.

 

UPDATE (5. April 2022): Nils Freund, Integrationsbeauftragter der Aktion Neue Nachbarn, berichtet im Interview mit DOMRADIO.DE über die Begleitung von ukrainischen Geflüchteten und die aktuell größten Herausforderungen.

 

Geflüchtete helfen Geflüchteten

 

Mehrere hundert Geflüchtete aus der Ukraine haben mit Hilfe der Aktion Neue Nachbarn (ANN) bereits eine Bleibe im Erzbistum Köln gefunden. Darüber hinaus unterstützt die 2014 gegründete Flüchtlings- und Nachbarschaftshilfe, in der sich aktuell über 10.000 Menschen ehrenamtlich engagieren, auf vielfältige Weise. So werden Sprachkurse, Beratungsplätze und Ämtergänge organisiert und auch diejenigen begleitet, die privat Geflüchtete aufnehmen. Zudem stärkt die ANN die Integration von Kindern und Jugendlichen in Kitas und Schulen.

„Es ist einfach ein Segen, dass die Aktion Neue Nachbarn bereits mehrere Jahre besteht und sich zahlreiche Menschen schon in diesem Netzwerk für Geflüchtete auskennen. Gute Ideen, Erfahrungen und auch professionelle Hilfen können rasch eingesetzt und weitergegeben werden. Das alles unterstützt natürlich enorm“, sagt der Kölner Diözesan-Caritasdirektor Dr. Frank Johannes Hensel, der auch Leiter der Aktion Neue Nachbarn ist. Seit 2014 stehen die Angebote der Aktion allen Geflüchteten zur Verfügung: „Wir helfen allen Menschen, die auf ihrer Flucht bei uns ankommen, selbstverständlich unabhängig von ihrer Herkunft. Entscheidend ist die persönliche Hilfsbedürftigkeit und nicht die Krisenregion, aus der jemand kommt.“

Unter den mehr als 10.000 Engagierten, die sich im Rahmen der ANN aktuell natürlich besonders um die Ankommenden aus der Ukraine kümmern, sind viele Helferinnen und Helfer, die selbst in den vergangenen Jahren nach Deutschland gekommen sind. „Menschen mit eigener Fluchtgeschichte gelingt es meist sehr schnell, Verständnis und Vertrauen aufzubauen“, so Hensel.

20 hauptamtliche Integrationsbeauftragte im Erzbistum Köln unterstützen das Engagement der vielen Flüchtlingshelferinnen und -helfer in den Kirchengemeinden und Verbänden der Caritas. Vielerorts gibt es Willkommenstreffs, in denen sich gerade auch Russisch und Ukrainisch sprechende Menschen engagieren. An den erzbischöflichen Schulen im Erzbistum Köln begleiten Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter, mitfinanziert aus der Aktion Neue Nachbarn, die Integration von Kindern aus der Ukraine und anderen Regionen der Welt. 

Zusätzlich bieten die Einrichtungen des Bildungswerks der Erzdiözese Köln Kurse und Veranstaltungen zur Unterstützung der Geflüchteten und ihrer Helferinnen und Helfer an. Es werden Sprachkurse mit unterschiedlichen Niveaustufen und zeitlichen Umfängen geplant, nicht selten ist auch die Kinderbetreuung inklusive. Aktuell werden Möglichkeiten des Distanzunterrichts mit den ehemaligen Klassenverbänden der Ukraine oder auch Spielgruppen für Kleinkinder organisiert. Die Nachfrage nach Sprachkursen und Eltern-Kind-Angeboten ist in den vergangenen Tagen so gestiegen, dass sie vom zuständigen pädagogischen Personal kaum noch zu bewältigen ist. Das Bildungswerk rechnet für das zweite Quartal mit einer Verdoppelung des aktuell schon geplanten Angebots von 164 Kursen.

Innerhalb des Kölner Erzbistums werden derzeit zahlreiche Wohnmöglichkeiten für Geflüchtete aus der Ukraine zur Verfügung gestellt – dazu gehören Räume in Pfarrhäusern (etwa in St. Gereon in Köln-Merheim oder in St. Konrad in Neuss), Notunterkünfte in ehemaligen Altenheimen der Caritas, aber auch etliche Privatwohnungen von Engagierten aus den Kirchengemeinden. „Für einen genauen Überblick ist es noch zu früh. Das Engagement ist eben nicht staatlich reguliert, sondern vor allem durch die großartige private Hilfsbereitschaft geprägt“, so Hensel. „Es sind gerade auch die Flüchtlings- und Willkommensinitiativen vor Ort, die – unterstützt durch die Aktion Neue Nachbarn – in der Lage sind, rasch und verbindlich so manchen Wohnraum anzubieten.“ 

Das Erzbistum Köln hat darüber hinaus kostenlos Gästezimmer in seinen Tagungshäusern – im Maternushaus in Köln, im Kardinal-Schulte-Haus in Bensberg und im KSI in Siegburg – zur Verfügung gestellt.

Unterstützt werden die Engagierten in der Flüchtlingshilfe von den Fachdiensten für Integration und Migration der Caritas und den Jugendmigrationsdiensten der katholischen Jugendagenturen. (pek)

 

UPDATE (8. März 2022): Ein Kölner Bündnis verschiedener katholischer Hilfswerke und Initiativen koordiniert und informiert über Spenden- und Hilfsmöglichkeiten für die Ukraine. Mit dabei: die Malteser, die Caritas, die Aktion Neue Nachbarn, In Via, SKM und SkF sowie die Katholische Jugendagentur. Alle Informationen hier zum Download. Im Beitrag auf Radio Köln erzählt Stadtdechant Msgr. Robert Kleine, wie sich die Kirche einsetzt und wie man helfen kann.

 

UPDATE (7. März 2022): Angesichts des brutalen Krieges gegen das ukrainische Volk lädt der Kölner Dom an jedem Werktag zur Mittagsstunde zum Friedensgebet ein. Im gesamten Erzbistum Köln läuten in der Fastenzeit um 19 Uhr die Kirchenglocken als Mahnung für den Frieden. In diesen Mittagsgebeten um 12 Uhr, die zusätzlich live von DOMRADIO.DE und auf dem Facebook-Auftritt des Kölner Domes übertragen werden, werden Gedanken und Gebete der jeden Tag größer werdenden humanitären Katastrophe im Kriegsgebiet gewidmet. Alle, die eine persönliche Fürbitte oder ein persönliches Gebetsanliegen haben, sind herzlich eingeladen, diese Gedanken an gebet@domradio.de zu übermitteln.

Das sonntägliche „Chorgebet am Abend – Gebet in den Sorgen unserer Zeit“ widmet der Kölner Dom aktuell besonders der Bitte um Frieden und Versöhnung im Kriegsgebiet. Auch das Chorgebet wird von DOMRADIO.DE jeden Sonntag ab 18 Uhr live im Web-TV und auf der Facebook-Seite des Kölner Domes übertragen.

 

Solidaritäts- und Benefizkonzert in der Kölner Minoritenkirche

 

Einen Beitrag von Radio Köln über das Konzert, bei dem Spenden für die Menschen in der Ukraine gesammelt wurden, können Sie hier nachhören.

 

Ökumenisches Friedensgebet

 

Am Donnerstag, 3. März, fand ein Ökumenisches Friedensgebet im Citykirchenzentrum an der Antoniterkirche statt. Mit dabei: der Pfarrer der Antoniterkirche Markus Herzberg, Pfarrerin Susanne Beuth, Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises Köln-Mitte, Kölns Stadtdechant Msgr. Robert Kleine,  Pfarrer Jürgen Wenge, Alt-Katholische Pfarrgemeinde Köln, und Pfarrer Matthias Bonhoeffer, Presbyteriumsvorsitzender der Evangelischen Gemeinde Köln. Das Friedensgebet ist auf YouTube abrufbar.

 

Katholisch-ukrainische Gemeinde feiert Abendmesse im Kölner Dom

 

Ebenfalls am Donnerstag, 3. März, feiert die katholische ukrainische Gemeinde im Erzbistum Köln die Abendmesse nach byzantinischem Ritus im Kölner Dom. Der Gottesdienst wird dem Frieden im Kriegsgebiet gewidmet.

„Nach dem gut besuchten Friedensgebet im Kölner Dom am vergangenen Samstag, das wir bereits gemeinsam mit der katholischen ukrainischen Gemeinde gestaltet haben, laden wir sie am kommenden Donnerstagabend ein, im Dom eine deutschsprachige Heilige Messe im byzantinischen Ritus zu feiern“, so Dompropst Msgr. Guido Assmann. „Indem wir es ihnen ermöglichen, die ihnen vertraute Liturgie am Vierungsaltar des Kölner Domes zu begehen, möchten wir unseren Schwestern und Brüdern in dieser schweren Zeit Kraft, Halt und Heimat vermitteln. Wir möchten unsere aufrichtige Solidarität mit allen Ukrainern zum Ausdruck bringen und gemeinsam Gott um Frieden in der Ukraine, Europa und der ganzen Welt bitten.“

Hauptzelebrant des Gottesdienstes ist Pfarrer Mykola Pavlyk, Leiter der katholischen ukrainischen Gemeinde des byzantinischen Ritus im Erzbistum Köln. Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes obliegt Mitgliedern dieser Gemeinde, die seit vielen Jahren für viele Ukrainer in Nordrhein-Westfalen das Zentrum ihres geistigen und kulturellen Lebens ist.

Die katholisch ukrainische Kirche des byzantinischen Ritus ist eine seit 1593 mit der katholischen Kirche unierte Kirche und daher eine Teilkirche der katholischen Kirche. Dennoch pflegt sie den byzantinischen Ritus, also die Liturgie, die aus den orthodoxen Kirchen bekannt ist. Ihr gehören etwa 4,3 Millionen Gläubige in der Ukraine sowie Polen, den Vereinigten Staaten, Kanada, Südamerika, Australien und Westeuropa an. Damit ist sie die größte unter den mit Rom unierten Ostkirchen. Der Sitz der Kirche befindet sich in der Auferstehungskathedrale in Kiew. 

Im Erzbistum Köln gehören knapp 1000 Gläubige dieser Teilkirche an. 

Die Abendmesse am Vierungsaltar des Kölner Domes am 3. März beginnt um 18.30 Uhr. DOMRADIO.DE überträgt die Heilige Messe live. Die vorherige Anbetung mit Rosenkranz um den Frieden beginnt in gewohnter Weise um 18 Uhr am Marienaltar.

 

UPDATE (1. März 2022): Rund 250.000 Menschen haben am Rosenmontag gegen den Krieg in der Ukraine demonstriert und ein Zeichen für Frieden, Freiheit und Demokratie gesetzt. Mit dabei waren auch Kölns Stadtdechant Msgr. Robert Kleine, Stadtsuperintendent Dr. Bernhard Seiger, Abraham Lehrer, Vorstand der Synagogen-Gemeinde Köln, und viele weitere Religionsvertreterinnen und -vertreter. Im Gespräch mit DOMRADIO.DE sagte Stadtdechant Kleine Unterstützung für ukrainische Geflüchtete zu und bekräftigte, dass die katholische Kirche die Stadt Köln bei der Aufnahme unterstützen werde. Gemeinsam wolle man die Menschen aus der Ukraine „mit offenen Armen empfangen“.

Über die Sozialen Medien drückte Kleine seine Dankbarkeit über die Solidaität der vielen Teilnehmerinen und Teilnehmer mit den Menschen in der Ukraine aus sowie Stolz auf die Stadt und ihre Karnevalisten. Das Festkomitee Kölner Karneval hatte aus dem geplanten Rosenmontagsfest im Kölner Stadion kurzfristig eine Friedensdemonstration gemacht, die als eine der größten in die Geschichte Nordrhein-Westfalens eingehen wird.

Eine längere Version der Reportage von der Friedensdemonstration hat DOMRADIO.DE auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht.

Das Stadtdekanat Köln setzt sich mit der Aktion Neue Nachbarn für die Flüchtlingshilfe ein.

 

UPDATE (26. Februar 2022; fk/pc/ksd): Das Festkomitee Kölner Karneval lädt für Rosenmontag, 28. Februar, zu einer Friedensdemonstration ein, „um ein deutliches Signal gegen die Kampfhandlungen in der Ukraine zu setzen“. Das Katholische Stadtdekanat Köln und Stadtdechant Msgr. Robert Kleine persönlich unterstützen die Demonstration und laden ebenfalls zur Teilnahme ein. Kleine wird, wie auch der evangelische Stadtsuperintendent Dr. Bernhard Seiger, an der Friedensdemonstration teilnehmen. Den beiden Kirchen ist es wichtig, auch auf diese Weise ein Zeichen der Solidarität mit den Menschen in der Ukraine und für den Frieden zu setzen.

Die Demonstration startet um 10 Uhr auf dem Chlodwigplatz mit einer kurzen Kundgebung. Die Strecke wird über die Severinstraße, den Neumarkt, den Rudolfplatz und die Ringe in Richtung Mohrenstraße über eine Gesamtlänge von ca. 4,5 Kilometern führen. Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gilt 3G und Maskenpflicht.

Bereits im Vorfeld war geplant, die Persiflagewagen als wichtigstes Mittel des Narren, um auf gesellschaftliche und politische Missstände aufmerksam zu machen, von Montag auf Dienstag entlang der regulären Zugstrecke des Rosenmontagszuges aufzustellen und möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen. Die Persiflagewagen werden nun bereits Montagmorgen vor Beginn der Demonstration an ihre Aufstellplätze gebracht. Die Route der Demonstration überschneidet sich in großen Teilen mit der Rosenmontagszugstrecke und führt die Demonstranten dementsprechend an den meisten politischen und gesellschaftskritischen Wagen vorbei.

„Wir freuen uns über jeden Teilnehmer, gerne im Kostüm, gerne bunt und laut“, betont Festkomitee-Präsident Christoph Kuckelkorn. „Aber wir machen eine Demonstration, keinen Rosenmontagszug, das sollte jeder Jeck berücksichtigen.“ Dementsprechend werden keine Festwagen mitgenommen und keine Kamelle geworfen. Lediglich dem Demonstrationszug vorangestellt wird ein Persiflagewagen zur Situation in der Ukraine. 

 

Auf der Internetseite des Festkomitees finden Sie mehr Informationen und den Demonstrationsweg.

 

DOMFORUM leuchtet im Zeichen der Solidarität

 

Das Haus der katholischen Kirche in Köln, das DOMFORUM gegenüber vom Kölner Dom, leuchtet zum Zeichen der Solidarität mit den Menschen in der Ukraine aktuell abends in den Landesfarben Blau und Gelb. Dazu hat das Team ein Zitat von Papst Franziskus gestellt: „Krieg ist immer eine Niederlage für die Menschheit!“ Das DOMFORUM setzt ein Zeichen für Frieden in der Ukraine und in der Welt.

 

Bischof Kohlgraf: „Macht steht auf tönernen Füßen“

 

In einem Online-Friedensgebet betete die Internationale Katholische Friedensbewegung pax christi für die Menschen in der Ukraine und für den Frieden dort und in der Welt. „Ihr wisst, dass die, die als Herrscher gelten, ihre Völker unterdrücken und ihre Großen die Macht gegen sie missbrauchen. Bei euch aber soll es nicht so sein“, zitierte pax-christi-Präsident Bischof Peter Kohlgraf Worte Jesu aus dem Markus-Evangelium (Mk 10,42f.). Weiter sagte er in seiner Predigt: „Es schadet nicht, an zwei Tatsachen zu erinnern. Erstens: Natürlich empfinden Menschen diktatorische Machtausübung als Bedrohung. Aber es lohnt sich, die Mächtigen dieser Welt daran zu erinnern, dass ihre Macht am Ende auf tönernen Füßen steht. Wie viele Herrscher, die sich für unbesiegbar hielten, endeten dem Buch Daniel gemäß damit, dass die Zeiten über sie hinweggingen. Am Ende bleibt ihnen nichts. Und zweitens: am Ende bleibt die Liebe in der Nachfolge Jesu, des Menschensohns. Heute vertrauen wir unsere Welt ihm an, dessen Herrschaft allein ohne Ende ist.“

 

„Fassungslos, aber nicht sprachlos“

 

Klaus Hagedorn, der Geistliche Beirat der deutschen pax-christi-Sektion, verurteilte die militärische Invasion in der Ukraine. Hagedorn wörtlich: „Sie ist ein eklatanter Bruch des Völkerrechts, ein schweres Verbrechen. Wir haben es mit einem brutalen, blutigen Angriffskrieg in Europa zu tun – herbeigeführt durch den Befehl eines aggressiv agierenden Präsidenten in Russland. Militärische Übermacht will willkürlich und gewaltsam vertraglich anerkannte Grenzen verschieben. Das macht mich fassungslos. Der Friede auf dem europäischen Kontinent steht auf dem Spiel. Dieser russische Angriffskrieg auf die Ukraine ist durch nichts zu rechtfertigen und aufs Schärfste zu verurteilen.“ Hagedorn sagte, er sei zwar fassungslos, wolle aber nicht sprachlos werden, sondern sich an die Seite der Opfer stellen: „Wir haben uns zusammengefunden, um an die Menschen zu denken – die unschuldigen Frauen und Männer und Kinder in der Ukraine –, die um ihr Leben fürchten und um ihre Freiheit – und die gerade schreckliche Ängste ausstehen.“ Er warb dafür, nicht aufzugeben. „ Ich will die Friedensbotschaft Jesu erinnern; sie will doch den Blick auf eine Zukunft in Frieden, Gerechtigkeit und Liebe wachhalten“, sagte Hagedorn. Darüber hinaus warb er dafür, Flüchtende aus der Ukraine freundlich aufzunehmen.

 

Das Friedensgebet wird auf der pax-christi-Homepage zur Verfügung gestellt.

 

Berlin/Rom/Köln. Nach der Invasion durch Russland herrscht Krieg in der Ukraine. Die Internationale Katholische Friedensbewegung pax christi lädt für Freitag, 25. Februar, um 18 Uhr zum Online-Friedensgebet ein mit pax-christi-Präsident Bischof Peter Kohlgraf und dem Geistlichen Beirat Klaus Hagedorn. Papst Franziskus ruft für Aschermittwoch, 2. März, zu einem Tag des Betens und Fastens für den Frieden auf. Kölns Stadtdechant Msgr. Robert Kleine stellt sich im Gebet an die Seite der Menschen in der Ukraine sowie der in Köln lebenden Ukrainerinnen und Ukrainer.

 

„Der Weltfrieden wird aufs Spiel gesetzt“

 

„Es herrscht Krieg in Europa. Der Angriff Russlands auf die Ukraine macht mich fassungslos“, sagt Stadtdechant Kleine in einer Stellungnahme. „Der russische Präsident setzt den Frieden in Europa und der ganzen Welt aufs Spiel. Und er zeigt sein wahres Gesicht, indem er mit zynischer Begründung Völkerrecht bricht, einen souveränen demokratischen Staat überfällt sowie Angst, schweres Leid und Tod über die Menschen bringt.“

Kleine weiter: „Meine Gedanken und Gebete sind bei den Menschen in der Ukraine sowie bei allen Ukrainerinnen und Ukrainern, die in Köln leben und sich um ihre Familien und Freunde sorgen. Ich denke besonders an die Gläubigen der Ukrainischen Orthodoxen Kirche Patriarchat Kiew in Köln sowie der Ukrainischen griechisch-katholischen Gemeinde in unserem Erzbistum.“

 

„Deeskalation ist das Gebot der Stunde“

 

pax christi verurteilt in einer Stellungnahme „die militärischen Angriffe aus Russland auf ukrainische Städte als unerträglichen Bruch des Völkerrechts“. Und weiter: „Mitten in Europa eskaliert Putin den Krieg“, macht die Friedensorganisation deutlich. Sie sei „sehr besorgt um die Menschen in der Ukraine, darunter auch unsere Partner aus den Friedensdiensten und alle befreundeten Organisationen“.

pax christi lädt daher zum gemeinsamen Online-Friedensgebet mit dem pax christi-Präsidenten Bischof Peter Kohlgraf und dem Geistlichen Beirat Klaus Hagedorn ein. „Halten wir inne und geben einander Stärkung für die Friedensarbeit. Damit wir nicht nachlassen in unserem Engagement für Deeskalation und ein Ende der Gewalt. Denn: Deeskalation ist das Gebot der Stunde“, so die katholische Friedensbewegung.

Ihr Aufruf: „Lasst uns gemeinsam für die Menschen in der Ukraine beten, die schon seit 2014 unter der kriegerischen Lage leiden und jetzt neuen Bedrohungen und Schrecken ausgesetzt sind. Lasst uns auch für die Menschen in Russland beten, denn wir sind mit beiden Bevölkerungen – wie mit allen Menschen – in unserer Sehnsucht nach Frieden verbunden. Lasst uns miteinander unsere Sorgen und Bitten vor Gott tragen.“

 

Papst Franziskus: „Beten und fasten für den Frieden“

 

Bereits am Vortag des Angriffs auf die Ukraine hatte Papst Franziskus in der Generalaudienz zu einem Tag des Betens und Fastens für die Ukraine aufgerufen für Aschermittwoch, 2. März. „ Angesichts der Verschlechterung der Situation in der Ukraine spüre ich großen Schmerz im Herzen“, sagte er dabei laut „Vatican News“. „Ein weiteres Mal ist der Frieden aller durch Einzelinteressen bedroht. Ich appelliere an die politisch Verantwortlichen, ernsthaft ihr Gewissen zu prüfen, vor Gott, der der Gott des Friedens und nicht des Krieges ist, der Vater aller und nicht nur einiger, und der will, dass wir Geschwister sind und nicht Feinde. Ich bitte alle beteiligten Parteien, von jeder Aktion abzusehen, die noch mehr Leid für die Bevölkerung mit sich bringt, indem sie das Zusammenleben der Nationen unterminiert und internationales Recht missachtet“, zitieren die Vatikanmedien den Papst.

Und weiter: „Nun möchte ich alle ansprechen, Glaubende und Nichtglaubende. Jesus hat uns gelehrt, dass man auf die teuflischen Einflüsterungen und die teuflische Sinnlosigkeit der Gewalt mit den Waffen Gottes antwortet: mit Gebet und Fasten. Ich lade alle dazu ein, am kommenden 2. März, Aschermittwoch, einen Tag des Fastens für den Frieden abzuhalten.“

 

Fürbitten und Friedensgebete im Kölner Dom

 

„Tief besorgt verfolgen wir die Berichte zum Vorstoß russischer Truppen in die Ukraine“, sagt Dompropst Msgr. Guido Assmann. „Unsere Gedanken sind bei den Menschen in der Ukraine, die von Krieg und Zerstörung betroffen und bedroht sind. In allen Gottesdiensten am Dom beten wir um Frieden für die Ukraine, Russland und ganz Europa.“

Ab sofort haben alle Menschen, denen der Friede in der Welt am Herzen liegt, die Möglichkeit, täglich zwischen 6 und 20 Uhr im Dom eine Kerze für dieses Anliegen zu entzünden oder in der „ Kapelle der Barmherzigkeit“ einen Eintrag für das ausliegende Fürbittbuch zu verfassen. Die dort formulierten Gedanken werden in den Domgottesdiensten aufgegriffen.

Aus großer Sorge um die Menschen im Krisengebiet lud das Kölner Domkapitel darüber hinaus am Samstag, 26. Februar, um 12 Uhr zu einem Friedensgebet am Vierungsaltar des Kölner Domes ein, das von Dompropst Msgr. Guido Assmann gehalten wurde. DOMRADIO.DE übertrug die Andacht live und stellt das Video in der Mediathek zur Verfügung.

Das Erzbistum Köln hat auf seiner Website zudem ein Friedensgebet und Fürbitten veröffentlicht. Gemeinsam mit den anderen Bistümern und der evangelischen Kirche in Nordrhein-Westfalen lädt das Erzbistum für Donnerstag, 24. Februar, oder für die folgenden Tage alle Gemeinden und Gläubigen ein, sich um 18 Uhr am Friedensgebet für die Ukraine zu beteiligen.

 

Kleine begrüßt Friedensdemonstration statt Rosenmontagsfest

 

Ergänzend zu seinem Statement mit klaren Worten zum Krieg in der Ukraine und der Gefährdung des Weltfriedens hat sich Kölns Stadtdechant Msgr. Robert Kleine in den Sozialen Medien auch noch einmal sehr persönlich mit Blick auf das Thema Karneval in Köln und die Absage des Rosenmontagsfestes geäußert. Seine Äußerungen im Wortlaut:

„Alles hät sing Zick“, so lautet das Motto des Kölner Karnevals in Anlehnung an das biblische Buch Kohelet, in dem es unter anderem heißt: „Alles hat seine Stunde. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit: eine Zeit zum Weinen und eine Zeit zum Lachen, eine Zeit für den Krieg und eine Zeit für den Frieden.“

Ich hatte bis heute morgen gedacht, die Zeit des Krieges sei vorbei – zumindest in Europa…

Nun ist Krieg.

Wir sehr hatte ich mich gefreut, trotz Corona Karneval feiern zu können – stiller, ruhiger, aber mit viel Lachen.

Das ist jetzt vorbei.

Wie hatte ich mich auf den kleinen Rosenmontagszug im Stadion gefreut – und darüber, das „mein“ Altstädter-Dreigestirn am Ende seiner zweiten Corona-Session noch ein echtes Highlight erleben darf.

Ich bin traurig, dass seit heute alles anders ist.

Aber es ist gut und richtig, dass es statt des Umzugs am Montag jetzt Friedensdemonstrationen gibt!

Die Persiflage-Wagen zu Putin hätten im Zug gezeigt, dass man Kriegstreiber und Despoten im Karneval den Spiegel vorhält und sie auslacht.

Aber jetzt ist keine Zeit zum (Aus-)Lachen. Jetzt ist Zeit zum Demonstrieren, Zeit für Solidarität mit der Ukraine, Zeit für Gebet, Zeit für klare Konsequenzen Richtung Putin!

Denn nun ist Krieg.“

 

Ökumenische Forderung zur Beendigung der Invasion

 

Angesichts des Einmarsches der russischen Armee in der Ukraine fordern die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) eine sofortige Beendigung der Invasion, die Beachtung des Völkerrechts sowie konkrete Friedensbemühungen aller Beteiligten. Die Stellungnahme von Präses Annette Kurschus und Bischof Georg Bätzing finden Sie hier.

 

  

Das Kölner Dreigestirn 2022 – zu Gast im DOMFORUM

16. Februar 2022; ksd

Köln. „Der Karneval 2022 wird wieder normaler“. So war vor einem Jahr die große Hoffnung, in der Zeit ohne Partys, Sitzungen und Rosenmontagszug. Und klar war schon vor einem Jahr beim Talk im DOMFORUM, es gibt eine zweite Session für das Kölner Dreigestirn mit Prinz Sven I., Bauer Gereon und Jungfrau Gerdemie. Doch die Pandemie spielt wieder eine große Rolle, auch für das Dreigestirn, gestellt nach wie vor vom Traditionskorps der Altstädter Köln 1922 e.V.

Aber die Drei geben auch in dieser zweiten Corona-Session das Beste, um ihre Rolle mit Leben und Freude zu füllen und möglichst vielen Menschen Freude zu bringen. So gibt es viel zu berichten. Im DOMFORUM stellt sich das Kölner Dreigestirn – zusammen mit Prinzenführer Marcus Heller – den Fragen von Moderatorin Uta Vorbrodt zur närrischen Regentschaft in Krisenzeiten.

Zu sehen ist der Talk am Donnerstag, 17. Februar, live über YouTube , Beginn ist um 19.30 Uhr.

Im Anschluss ist das Video noch eine Zeitlang abrufbar.

Infos unter www.domforum.de

 

Stadtdechant Robert Kleine und Katholikenausschuss unterstützen Kölner Corona-Aufruf

9. Februar 2022; ksd

Köln (ots). Mit einem Aufruf zur Solidarität und einer Absage an demokratiefeindliche Umtriebe in der Corona-Pandemie hat sich ein breites Bündnis Kölner Bürgerinnen und Bürger an die Öffentlichkeit gewandt. „Wir alle sind erschöpft, aber fest entschlossen, die Pandemie gemeinsam und solidarisch zu überwinden“, heißt es in dem „Kölner Corona-Aufruf“, den der „Kölner Stadt-Anzeiger“ am 9. Februar veröffentlicht hat.

Die Unterzeichnenden unterstützen die staatlichen Maßnahmen zur Corona-Bekämpfung wie Impfungen, Masken- und Testpflicht sowie Abstandsgebote, fordern aber auch deren parlamentarische Legitimation und eine Beschränkung „auf das Notwendige“.

Zu den Unterstützenden gehören die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker sowie die Vertreterinnen und Vertreter der im Rat der Stadt vertretenen Parteien mit Ausnahme der AfD, führende Repräsentanten und Repräsentantinnen von Arbeitgebern und Gewerkschaften, der Wissenschaft, der Religionsgemeinschaften – darunter Kölns Stadtdechant Msgr. Robert Kleine und Stadtsuperintendent Dr. Bernhard Seiger sowie der Katholikenausschuss in der Stadt Köln –, der Medien, der Kölner Fußballvereine und des Kölner Karnevals sowie der städtischen Kunst- und Kulturszene. Unter diesen sind die Schriftsteller Frank Schätzing, Günter Wallraff und Eva Weisweiler sowie die Musiker Christopher Annen von der Band AnnenMayKantereit und Wolfgang Niedecken. Auch die gegen Rassismus und rechte Gewalt gerichtete Initiative „Arsch huh“ ist an der Aktion beteiligt.

Der Aufruf tritt auch für bessere Arbeitsbedingungen im Gesundheitswesen, einen unbürokratischen Ausgleich coronabedingter materieller Schäden und für Impfstoff-Lieferungen an ärmere Länder ein.

Mit Blick auf die Corona-Proteste appellieren die Unterzeichnenden an alle Demonstrierenden, „ sich unmissverständlich von einer kleinen, lautstarken Minderheit rechter Populisten und Extremisten zu distanzieren, die den Protest für ihre nationalistischen und rassistischen Ziele instrumentalisieren, und nicht gemeinsam mit ihnen auf die Straße zu gehen“. Diese Personen und Gruppen betrieben Hetze mit dem Ziel, die Demokratie zu destabilisieren und zu beseitigen.

 

Den Aufruf in voller Länger finden Sie hier.

 

Im Interview mit DOMRADIO.DE erklärt Stadtdechant Kleine Beweg- und Hintergründe.

 

Stadtdechant Robert Kleine zur Initiative #OutInChurch - Für eine Kirche ohne Angst

24. Januar 2022; ksd

Stadtdekanat Köln

Am Montag, den 24. Januar, hat sich Stadtdechant Robert Kleine in den Sozialen Netzwerken zur Initiative #OutInChurch geäußert:

"Mit der Initiative „#OutInChurch - Für eine Kirche ohne Angst“ outen sich heute 122 LGBTIQ+-Personen, die haupt- oder ehrenamtlich in der katholischen Kirche im deutschen Sprachraum tätig sind.  

Die Bischöfe von Aachen und Hamburg nahmen dazu pointiert Stellung. Ich schließe mich ihren Worten gerne an.

Bischof Helmut Dieser: 'Homosexuelle wurden auch durch die Kirche abgewertet und kriminalisiert. Hier ist auch ein Schuldbekenntnis fällig. (…) Nun sagen wir: Die sexuelle Orientierung ist eine Gabe Gottes. Sie ist nicht zu hinterfragen.' 

Erzbischof Stefan Heße: 'Eine Kirche, in der man sich wegen seiner sexuellen Orientierung verstecken muss, kann nach meinem Dafürhalten nicht im Sinne Jesu sein.'"

 

Deshalb fordert Stadtdechant Kleine auch eine Anpassung des kirchlichen Arbeitsrechts. Aus seiner Sicht dürfe die Loyalität zum Arbeitgeber in der katholischen Kirche nicht weiterhin die individuelle Sexualität beinhalten. Das habe ihm die Aktion #OutInChurch und die Dokumentation „Wie Gott uns schuf“ deutlich vor Augen geführt. In dem Film, den die ARD am Montag, 24.01., ausstrahlte, bekennen sich 125 Mitarbeitende kirchlicher Institutionen zu ihrer sexuellen Orientierung bzw. Identität - darunter auch einige Priester.

"Mich haben die Geschichten dieser Betroffenen tief bewegt", sagt Stadtdechant Kleine.

www.katholisches.koeln

 

„Sag's dem Papst!“: Veranstaltung zur Weltsynode im DOMFORUM (17. März) / Beteiligung noch bis 18. März möglich

31. Januar 2022; ksd

Stadtdekanat Köln_Jens_Freiwald

UPDATE (10. März 2022): Das DOMFORUM und das Katholische Bildungswerk Köln laden kurz vor Einsendeschluss (18. März) für Beiträge zur Weltsynode zu einer weiteren „ Talk am Dom“ -Veranstaltung ein:

 

Donnerstag, 17. März, 17.30 Uhr
Talk am Dom 

Klare Worte für den Papst!

Eine Zwischenbilanz zum Weltsynodenprozess im Erzbistum Köln

Sorgen oder Wut, Hoffnungen und Wünsche, Haltungen und Positionen zu Glaube und Kirche. Noch bis zum 18. März sind alle aufgerufen, ihre Sichtweise „wie Kirche sein müsste“ in das Internetportal www.weltsynode.koeln einzutragen.

Beim Talk blicken Michael Hänsch und Frank Reintgen vom Kölner Weltsynoden-Team auf die Eintragungen, berichten über die Vielfalt und Schwerpunkte der Äußerungen und darüber, wie diese nun zusammengefasst und an Papst Franziskus weitergeleitet werden.
Kostenlose Tickets unter www.domforum.de/veranstaltungen/ticketseite

Veranstalter: Katholisches Bildungswerk Köln, DOMFORUM

 

Köln. Am 1. Februar 2022 hat der Apostolische Administrator Weihbischof Rolf Steinhäuser im DOMFORUM die Beteiligungsplattform www.weltsynode.koeln eröffnet. Mit einem ersten Eintrag schaltete Steinhäuser die Online-Plattform für alle Interessierten frei. Dabei widmete er sich dem Thema „Einander zuhören“ . Er wünsche sich keine Einbahnstraßen- und Blasenkommunikation, sondern einen vielfältigen und dialogorientierten Austausch, so der Apostolische Administrator. Mit dem Online-Format verfügt das Erzbistum Köln als bisher einziges Bistum in Deutschland über eine digitale Beteiligungsplattform in der diözesanen Phase der Weltsynode 2021 bis 2023.

„Im Erzbistum Köln soll die diözesane Phase der Weltsynode dazu genutzt werden, als Kirche von Köln hinzuhören auf die Hoffnungen und Freuden, aber auch auf die Ängste und Sorgen der Menschen“, betonte Steinhäuser in seiner einleitenden Rede während der Eröffnung. Dabei könne sich jede und jeder mit guten Ideen, aber auch mit kritischen Stimmen zu einem oder auch mehreren der zehn Themenbereiche einbringen.

Die Plattform ist bis einschließlich 18. März 2022 igeöffnet. Dort können nach einer kurzen Registrierung Beiträge zur Weltsynode verfasst oder alle bereits eingetragenen Beiträge auch ohne Registrierung gelesen werden.

Die Beteiligungsplattform lädt dazu ein, sich als Einzelperson oder Gruppe Gedanken zu den zehn Themen der Weltsynode und den dazu kontextualisierten Fragen für das Erzbistum Köln zu machen und die Gesprächsergebnisse dort zu veröffentlichen.

 

Weitere Informationen zur Weltsynode und zu den sonstigen Beteiligungsmöglichkeiten finden sich auch online unter

Weltsynode 2021-2023 | Informationen

  

Weitere Impfaktion am 28.01.2022 von 11 bis 17 Uhr im DOMFORUM

20. Januar 2022; ksd, DOMFORUM

Nach den ersten erfolgreichen Impfaktionen am 3. und 23. Dezember 2021 impfen am Freitag, 28. Januar 2022, von 11 bis 17 Uhr Feuerwehr Köln und Malteser Köln im DOMFORUM Foyer, Domkloster 3, 50667 Köln. Hier die wichtigsten Informationen:

 

Brauche ich einen Termin? Nein! Einfach vorbeikommen!

 

Was muss ich mitbringen? Impfausweis (sofern vorhanden) und Personalausweis oder vergleichbares offizielles Dokument. Dies dient zur Überprüfung der Impfberechtigung.

Die ärztliche Impfaufklärung findet entweder vor Ort statt oder kann im Vorfeld eigenständig ausgefüllt werden. Die erforderlichen Unterlagen können auf folgender Seite heruntergeladen werden: 
https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Impfen/Materialien/COVID-19-Aufklaerungsbogen-Tab.html

 

Was wird angeboten? Erst-, Zweit- und Booster-Impfungen (Es besteht keine Altersbegrenzung für die Booster-Impfung. Die Ärzte entscheiden über den Abstand zur zweiten Impfung.)

 

Wer kann sich impfen lassen? Impfberechtigt sind Personen ab 12 Jahren! 12 bis 17jährige müssen vor der Impfung eine schriftliche Einwilligung und eine Unterschrift auf dem Aufklärungsmerkblatt durch ihre Erziehungsberechtigten auf den nachstehenden Vordrucken des Robert Koch-Instituts und eine Ausweiskopie eines/einer Erziehungsberechtigten vorlegen. Werden sie von einer Erziehungsberechtigten Person zur Impfung begleitet, genügt die schriftliche Einwilligung und das unterschriebene Aufklärungsmerkblatt des/der Erziehungsberechtigten.

www.domforum.de

 

 

Zentraler Gottesdienst der Gebetswoche für die Einheit der Christen am 23.01.2022 im Kölner Dom

17. Januar 2022; ksd

Copyright: Will_Erzbistum_Köln

„Wir haben seinen Stern im Osten gesehen und sind gekommen, ihn anzubeten“ (Mt 2,2)

Unter diesem biblischen Leitwort wird der zentrale ökumenische Gottesdienst zur Gebetswoche für die Einheit der Christen am Sonntag, 23. Januar 2022, um 15.30 Uhr in der Hohen Domkirche zu Köln gefeiert. Die ACK in Deutschland, die ACK in Nordrhein-Westfalen und die ACK in Köln laden herzlich hierzu ein.

Der Gottesdienst wird in Gebärdensprache übersetzt und auf www.domradio.de live übertragen.

Aufgrund der dynamischen Pandemie-Entwicklung ist die Teilnahme am Gottesdienst nur unter Einhaltung der tagesaktuellen Regelung des Doms möglich. Informationen dazu und weitere auf:

www.gebetswoche.de

 

Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus am 27.01.2022 in St. Peter

17. Januar 2022; ksd

Copyright: Katholisches Stadtdekanat Köln

„Erinnern – eine Brücke in die Zukunft“

Unter diesem Motto  wird am Donnerstag, 27. Januar 2022, am Tag der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz, der Millionen Opfer des Nationalsozialismus gedacht.

In diesem Jahr richtet sich der Blick in besonderer Weise auf die Kölner Gesundheitspolitik während der NS-Diktatur.

Oberbürgermeisterin Henriette Reker wird ein Grußwort sprechen.

Das Katholische Stadtdekanat, der Katholikenausschuss in der Stadt Köln, die Karl Rahner Akademie und die ACK Köln gehören zu den Unterstützern der Veranstaltung, die erstmals wegen Renovierungsarbeiten in der AntoniterCitykirche in St. Peter stattfindet (Eingang Leonhard-Tietz-Str. 6).

Es gilt 2G. Die Veranstaltung wird gestreamt. Aktuelle Infos dazu auf der Webseite

www.antonitercitykirche.de

 

Zeit für Freude: Ökumenischer Segen im Kölner Dom für die Kölner Dreigestirne und alle Karnevalistinnen und Karnevalisten

8. Januar 2022; ksd

 

Köln. Wenn im Kölner Dom das Dreigestirn und das Kinderdreigestirn im vollen Ornat vor den Dreikönigenschrein ziehen und für eine gute Session beten, zuvor neben „Großer Gott wir loben dich“ auf Kölsch auch noch der Willi-Ostermann-Klassiker „Och, wat wor dat fröher schön doch en Colonia“ erklingt und ein Fahnenmeer der Karnevalsgesellschaften das Ganze einrahmt, kann wohl von einem „Kölschen Hochamt“ gesprochen werden. Als dieses zeigte sich einmal mehr der Gottesdienst mit Karnevalisten, der am Samstagmittag gefeiert wurde – in diesem Jahr erstmals am Wochenende nach der Proklamation. Zu den Höhepunkten der Feier gehörte auch das Entzünden der Sessions-Kerze, die vom Kinderdreigestirn Prinz Felix I., Bauer Robin und Jungfrau Helena gestaltet worden war. Durch die Corona-Situation wurde der Gottesdienst nur mit einem begrenzten Personenkreis abgehalten – mit wenigen Gästen, Vertreterinnen und Vertretern aus dem Festkomitee Kölner Karneval und den Karnevalsgesellschaften. DOMRADIO.DE übertrug allerdings live.

„Kann man sich in einer solchen Situation überhaupt noch irgendwie freuen?“ – diese Frage stellte der Kölner Stadtdechant Msgr. Robert Kleine der den ökumenischen Gottesdienst mit seinem evangelischen Kollegen, Stadtsuperintendent Dr. Bernhard Seiger, leitete, in den Mittelpunkt seiner Predigt. Auch vor dem Karneval mache die Pandemie nicht halt. Dies hindere viele Menschen daran, ihrer unbekümmerten Seite Raum zu geben, denn „Unsicherheit, Angst, wirtschaftliche und gesundheitliche Sorgen, Einsamkeit und Isolation prägen weiterhin weltweit den Alltag der Menschen“ , sagte Kleine. Und das umso mehr, als die Angst in vielen Herzen und Seelen näherrückt. Und: „Die äußere Distanz, die uns nicht gegeben ist als Menschen, weil wir soziale Wesen sind, die äußere Distanz macht es uns nicht leicht.“

 

„Lassen wir uns unsere Hoffnung nicht nehmen“

 

Doch gerade darum und gerade jetzt ist Freude wichtig – und darf auch sein, machte der Stadtdechant deutlich: „Wir können uns freuen trotz Corona, ja wir können uns freuen gegen Corona. Lassen wir uns unsere Freude nicht nehmen, schon gar nicht von einem Virus. Lassen wir uns unsere Hoffnung nicht nehmen, schon gar nicht von einem Virus. Lassen wir uns unseren Karneval nicht nehmen, schon gar nicht von einem Virus!“

Um Hoffnung zu finden, warb der Stadtdechant dafür, kleinere Dinge wieder neu wertzuschätzen. „ Vielleicht ist die Pandemie besonders geeignet, wieder neu aufmerksam zu werden für die kleinen, unscheinbaren Dinge des Lebens. Indem ich sorgsam darauf achte, wie diese Dinge auf einmal anfangen, zu mir zu sprechen, kann etwas aufscheinen von der Ruhe, die Jesus gemeint hat, und zu der er seine Jünger einlädt“, erklärte Kleine. So gelte es etwa, anderen Menschen wieder mehr zuzuhören und für das eigene Leben Ruhe zu finden. Für diese Haltung könne auch das Kinderdreigestirn Botschafter sein: „Ihr werdet nicht in den großen Sälen unserer Stadt auftreten, aber ihr werdet Menschen begegnen, indem ihr zu den Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen geht und quasi von draußen die Lebensfreude zu den Menschen bringt.“

Kleine zitierte den Kölner Fotojournalisten und Autor Stefan Worring: „Es muss ein Dreigestirn geben in unserer Stadt. Wer einmal erlebt hat, wie ein Kind in der Onkologie die Jungfrau anhimmelt, eine demente Seniorin ,Ach wär ich nur….‘ mit dem Prinzen singt, ein Blinder den Bauern mit Händen sieht, der weiß, dass in Köln die Hoffnung erst ohne Dreigestirn stirbt.“ An beide Dreigestirne gewandt sagte der Stadtdechant: „Ihr als Dreigestirn und der Kölner Karneval stehen immer – und besonders in dieser Session – für Lebensmut, Zuversicht und Achtsamkeit!“

Der Stadtdechant, der auch Feldhillijer der Altstädter ist, sorgte für eine besondere Überraschung und Gänsehaut bei vielen, weil er „Et Klimpermännche“, Thomas Cüpper, eingeladen hatte, der mit seiner Quetsch (Akordeon) für stimmungsvolle und stimmige Musik im sakralen Raum und in dem bunten Rahmen des Karnevalisten-Gottesdienstes sorgte.

 

Anderen Freude bringen

 

„Unbeschwert fühlt sich anders an“, sagte Stadtsuperintendent Dr. Bernhard Seiger. „Wir suchen den längeren Bogen, den längeren Atem und haben die Hoffnung auf eine bessere Zeit. Diese Hoffnung trägt und verbindet uns!“ Es sei gut, dass vieles doch gehe, auch wenn der klassische Sitzungs- und Straßenkarneval zum zweiten Mal ausfällt: „Manche Besuche in sozialen Einrichtungen werdet ihr als Dreigestirn wahrnehmen. Das ist ein Zeichen des Zusammenhalts“, so Seiger. „Das können wir in der Krise tun: Die Augen auf die richten, die Freude und Aufmerksamkeit besonders brauchen. In Senioreneinrichtungen, in sozialen Projekten! Das ist alles auch Karneval: Empathie, wache Augen und Mitgefühl!“

In den kommenden Wochen werde aus Vernunft und Verantwortung auf vieles verzichtet. „Wir spüren, körperlich und seelisch, was uns fehlt!“ Doch nicht für immer: „Wenn es gut geht, dann wird die Freude über all das, was Fastelovend ausmacht, in den nächsten Jahren ausmacht, groß sein, größer vielleicht als zuvor. Weil wir es wieder neu zu schätzen wissen. Weil wir spüren, wie wertvoll das Geschenk der Gemeinschaft und der Nähe ist. Wir werden auf neue Weise singen, tanzen und schunkeln, weil wir erlebt haben und wissen: Nichts ist selbstverständlich!“

Das Dreigestirn gehe in Krankenhäuser und Hospize und verbreite Freude. „Was für ein Schatz! Was wärmt es einen, wenn man merkt, in einem Gesicht ist ein neuer Glanz. Da kann uns allen was einfallen, wie wir anderen Freude machen, mit einem Brief, von Hand geschrieben, einem Anruf, mit Karnevalsgebäck an der Tür“, schlug der Stadtsuperintendent vor.

Was in Köln zum zweiten Mal stattfindet, hat fast schon Tradition. Dazu gehört seit dem vergangenen Jahr, als es nur eine private, stille Gebetsstunde mit dem Stadtdechanten gab, dass das Dreigestirn am Dreikönigenschrein den Segen der Heiligen Drei Könige empfängt und mitnimmt in die so besondere Session. Wie die Wallfahrer und Pilgerinnen, die sonst einmal im Jahr zur Dreikönigswallfahrt kommen, durften sie anschließend unter dem Schrein hergehen. Über ihren Masken sah man strahlende Augen, Rührung, Andacht und Freude. Auf in eine gesegnete Session!

 

Henning Schoon / Hildegard Mathies

 

Die Predigt von Stadtdechant Msgr. Robert Kleine können Sie hier abrufen und nachlesen. Die Ansprache von Stadtsuperintendent Dr. Bernhard Seiger gibt es hier zum Abrufen und Nachlesen.

 

Nach dem Gottesdienst war das Dreigestirn zu Gast bei DOMRADIO.DE. Das Interview können Sie hier nachlesen.

 

DOMRADIO.DE übertrug den ökumenischen Gottesdienst für Karnevalisten im Kölner Dom. In der Mediathek finden sich die Predigten sowie der gesamte Gottesdienst im Video, das Sie auch direkt hier abrufen können.

 

 

 

Stadt- und Domdechant Robert Kleine im DOMRADIO.DE-Interview zur Protestaktion im Kölner Dom

7. Januar 2022; ksd

Köln. Am Abend des Dreikönigstages fand vor dem Gottesdienst mit dem Apostolischen Administrator, Weihbischof Rolf Steinhäuser, eine Protestaktion von Umweltaktivisten im Kölner Dom statt. Während einige Aktivisten sich in den Mittelgang legten, hielten andere ein Protest-Transparent hoch. Ziel war es, unter anderem gegen die Klimapolitik und Zerstörungen durch den Tagebau zu protestieren, aber auch die Kirche dafür zu kritisieren, dass sie sich zu wenig für den Klimaschutz mit all seinen Aspekten einsetze. DOMRADIO.DE hat darüber mit dem Kölner Dom- und Stadtdechanten Msgr. Robert Kleine gesprochen. Das Interview können Sie hier nachlesen.

Kleine hatte versucht, die Demonstranten dazu zu bewegen, die Feier des Gottesdienstes nicht zu behindern. Der Stadt- und Domdechant, der sich selbst immer wieder für den Klimaschutz und Klimagerechtigkeit einsetzt, betont in dem Gespräch mit DOMRADIO.DE, dass man über die Themen natürlich diskutieren und auch streiten oder dafür demonstrieren könne. Dafür sei aber das DOMFORUM ein geeigneterer Ort oder auch die Domumgebung selbst. Er bitte aber um Verständnis dafür, dass weder ein Gotteshaus noch ein Gottesdienst ein geeigneter Ort oder Zeitpunkt dafür seien, „denn die sind uns auch heilig“.

 

Das Stadtdekanat Köln ist seit einigen Jahren Mitglied bei Churches for Future, einem ökumenischen Netzwerk für Klimagerechtigkeit. Weltweit engagieren sich beide Kirchen bei den Themen Klimaschutz und Klimagerechtigkeit sowie gegen den Klimawandel.