Aktuelles

Hier finden Sie aktuelle Nachrichten zu stadtweiten Veranstaltungen, Initiativen und Aktionen der katholischen Kirche und ihrer Kooperationpartner in der Stadt Köln.

Überregionale Nachrichten der katholischen Kirche finden Sie auf den folgenden Webseiten:

www.erzbistum-koeln.de | www.koelner-dom.de | www.domradio.de | www.katholisch.de | www.kna.de | www.dbk.de | www.vaticannews.va/de.html

 

Himmlischer Segen für den Zoch: Ökumenische Segnung für den Kölner Rosenmontagszug

18. Februar 2020; ksd

Köln. Kirche und Karneval – das gehört schon immer eng zusammen, zumal im „hillije Kölle", im „ heiligen Köln". Und so ist es gute Tradition, dass der katholische Stadtdechant – Msgr. Robert Kleine – und der evangelische Stadtsuperintendent – Dr. Bernhard Seiger – die Wagen und Teilnehmer des Kölner Rosenmontagszuges vor dem Großereignis in der Domstadt segnen. Selbstverständlich gilt ihr Segen auch all den Jeckinnen und Jecken, die sich am Rosenmontag entlang des Zugweges versammeln werden. Zwei Tage vor Weiberfastnacht wurden das Dreigestirn, die Vertreter der Gesellschaften und die Wagen in der Wagenhalle des Festkomitees Kölner Karneval von den beiden geistlichen Spitzen der großen Kirchen in der Stadt Köln gesegnet. Dabei erbaten Kleine und Seiger nicht nur den Segen Gottes für gutes Wetter am Rosenmontag, sondern vor allem für die Sicherheit aller Zugteilnehmerinnen und -teilnehmer, der vielen Engagierten sowie der erwarteten bis zu einer Million feiernden Jecken am Zochweg.

Mehr Informationen rund um den Kölner Karneval gibt es auf der Website des Festikomitees.

 

„Die Liebe ist ein Tattoo in meinem Herzen": Kölner Valentinstag verteilte „Liebesbriefe von Gott“ und lud in den Dom ein

14. Februar 2020; ksd

Köln. Der Valentinstag hat für das Team des Kölner Valentinstages und seine Helfer früh begonnen. Am Morgen haben die Mitwirkenden zwischen Hauptbahnhof und Dom „Liebesbriefe von Gott“ an Pendlerinnen und Passanten verteilt. Viele Empfängerinnen und Empfänger haben sich über die unerwartete Botschaft, eine Valentinskerze und eine Einladung für den Nachmittag in den Kölner Dom gefreut.

Am Nachmittag erklangen moderne und klassische Liebeslieder auf der Domorgel, dargeboten von den beiden jungen Organisten George Warren und Alexander Grün. Ergänzt wurden sie von inspirierenden Texten, vorgetragen von Martin Bartsch. Während dieser Zeit standen im Chorumgang des Domes Ansprechpartnerinnen und -partner für persönliche Gespräche zur Verfügung. Dabei kam es zu mehreren längeren, intensuven Gesprächen berichten die freiwilligen Mitwirkenden des Kölner Valentinstages, die alle im pastoralen oder Beratungsdienst tätig sind.

Zum Abschluss des Valentinstages hat der Kölner Stadtdechant Msgr. Robert Kleine gemeinsam mit Martin Bartsch und dessen Ehefrau Stefanie Bartsch, die beide im pastoralen Dienst tätig sind, einen Gottesdienst am Dreikönigenschrein gefeiert. Mehrere Dutzend Paare aller Altersgruppen nahmen daran teil, darunter langjährige Ehepaare und frisch Verliebte.

Der Stadtdechant dachte in seiner Ansprache nicht nur an die glücklichen Paare, sondern auch an die Menschen, deren Partnerschaft gerade nicht leicht ist und an die, die alleine sind, sich aber vielleicht nach der Liebe sehnen beziehungsweise eine Partnerschaft wünschen. „Gott sagt jedem Menschen – ob allein oder in einer Partnerschaft – seine Liebe zu", sagte Kleine. „Gott ist die Liebe. Und sein Auftrag ist, dass auch wir einander lieben."

Stefanie Bartsch berichtete dann von ihrer in diesem Jahr seit 25 Jahren andauernden Ehe. „Ich spüre, dass mich die Liebe Gottes trägt", sagte die Pastoralreferentin in ihrem Impuls. „Dass er das Fundament unserer Liebe ist, das immer mitgeht. Diese Liebe hört niemals auf. Sie ist wie ein Tattoo in meinem Herzen eingebrannt." Weil der Mensch Abbild Gottes sei, gelte es, dieser göttlichen Liebe nachzueifern und etwas davon im partnerschaftlichen Miteinander spürbar werden zu lassen."

Im Anschluss an den Gottesdienst führte Monsignore Kleine die Mitfeiernden unter dem Dreikönigenschrein her. Das ist nur zu besonderen Gelegenheiten möglich; damit verbinden die Menschen eine besondere Nähe zu den Heiligen Drei Königen und einen besonderes Gefühl des Gesegnet Seins. Zum Abschluss des Kölner Valentinstages nutzten alle Gottesdienst-Mitfeiernden die Möglichkeit, sich im Chorumgang des Kölner Domes vom Seelsorge-Team segnen zu lassen.

Eine Reportage vom Kölner Valentinstag finden Sie auf der Website von Domradio.de, das den Gottesdienst auch live übertragen hat.

Einen Film-Beitrag vom WDR gibt es hier noch bis zum 21. Februar zum Nach-Schauen.

 

Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Kölner Valentinstages.

 

Der Kölner Valentinstag lädt am 14. Februar in den Dom ein: Briefe von Gott, Liebeslieder auf der Domorgel, Paarsegnung und Gesprächsangebote

10. Februar 2020; ksd

Köln. Am Freitag, 14. Februar, feiern Paare weltweit ihre Liebe. Der Kölner Valentinstag kommt in diesem Jahr mit einer besonderen Botschaft daher: Pendler und Passanten werden am Freitagmorgen (ab 7.30 Uhr) auf der Domplatte mit einem „Brief von Gott“ überrascht. Für den Nachmittag lädt der Kölner Valentinstag dann in den Kölner Dom ein. Zwischen 14.30 Uhr und 17 Uhr spielen der junge britische Organist George Warren, der in Köln lebt, und sein Kollege Alexander Grün moderne und klassische Liebeslieder auf der Domorgel. Ergänzt werden sie von inspirierenden Texten, die von Pastoralreferent Martin Bartsch vorgetragen werden.

Während dieser Zeit stehen im Chorumgang zudem mehrere Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner für persönliche Gespräche zur Verfügung. Ihre Anliegen können die Dombesucherinnen und -besucher auch in eine sogenannte Worry-Box geben. Aus einer Joy-Box können sie zudem einen Bibelvers oder Segen entnehmen.

Um 17 Uhr feiert der Kölner Stadtdechant Msgr. Robert Kleine gemeinsam mit dem Ehepaar Stefanie und Martin Bartsch, die beide im Pastoralreferentendienst arbeiten, einen Gottesdienst am Dreikönigenschrein. Im Anschluss daran besteht Gelegenheit zur individuellen Paarsegnung im Chorumgang des Domes.

Veranstalter des Kölner Valentinstages sind das Katholische Stadtdekanat Köln und das DOMFORUM sowie der Sendungsraum Köln-Mitte.

Weitere Informationen gibt es hier, Inspirationen gibt es auf dem Instagram-Account des Köllner Valentinstages.

 

Domradio.de wird den Gottesdienst ab 17 Uhr live im Internet übertragen.

 

Kirchen danken gemeinsam für Kölner Ratsbeschluss, Geflüchtete aus griechischen Auffanglagern aufzunehmen

7. Februar 2020; ksd

Köln. Der Katholikenausschuss in der Stadt Köln, der Evangelische Kirchenverband Köln und Region sowie das Katholische Stadtdekanat Köln reagieren mit einem Offenen Brief auf den den Kölner Ratsbeschluss vom 6. Februar 2020, der eine Aufnahme von Kindern, Jugendlichen und Familien möglich macht, die sich in griechischen Auffanglagern in einer humanitären Notlage befinden.

„Es ist nicht nur ein Gebot der christlichen Nächstenliebe, sondern auch ein Gebot der Menschlichkeit, dass wir Menschen in Notlagen beistehen und helfen", heißt es in dem Schreiben, das von Stadtdechant Msgr. Robert Kleine, Stadtsuperintendet Dr. Bernhard Seiger und dem Vorsitzenden des Katholikenausschusses, Gregor Stiels, unterzeichnet wurde.
„Wir sehen schon seit Monaten, dass sich die humanitäre Situation in den griechischen Auffanglagern verschärft und katastrophale Zustände herrschen. Vor allem besonders schutzbedürftige Menschen, Kinder und Familien leiden, weil sie dort nicht die Betreuung und Unterstützung bekommen, die sie dringend benötigen", heißt es weiter. Viele Flüchtlinge seien ungeschützt vor Gewalt, litten an mangelhafter Versorgung und erhielten kaum Unterstützung. Fälle von sexualisierter Gewalt sowie die Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen nähmen zu.
„Wir Kirchen sind dankbar, dass der Rat der Stadt Köln nun handelt und fordern Bund und Land auf, ihren notwendigen Beitrag zur Umsetzung dieses Ratsbeschlusses zu leisten!“, so die Unterzeichner. „Gerade in Zeiten, in denen helfenden Menschen Hass, ja sogar Gewalt entgegenschlägt, möchten wir den Mut des Kölner Stadtrats anerkennen und die Unterstützung der Kirchen bei der Umsetzung dieses Beschlusses zusagen."

Den Offenen Brief können Sie hier nachlesen.

 

Friedensoratorium „LUX IN TENEBRIS“ wird im Mai zum Kriegsende vor 75 Jahren im Kölner Dom aufgeführt – Tickets werden verlost

31. Januar 2020; ksd

Köln (mf). Zum Gedenken an das Ende des Zweiten Weltkrieges und den Frieden, der sich im Mai 2020 zum 75. Mal jährt, wird am 7. und am 8. Mai im Kölner Dom das Oratorium „LUX IN TENEBRIS“ von Helge Burggrabe aufgeführt. Lichtkunst, Chöre, Solisten, Streicher, Percussion und Bibeltexte verschmelzen mit Lyrik, vorgetragen von der Schauspielerin Julia Jentsch, sowie mit Bildern des zerstörten Kölner Domes zu einem einzigartigen Gesamtkunstwerk.

„LUX IN TENEBRIS – Licht in der Finsternis – ist ein Friedensoratorium, das Musik und Sprache, Architektur und Lichtkunst vereint“, erklärt Dom- und Stadtdechant Robert Kleine, der gemeinsam mit Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker die Schirmherrschaft über das Projekt übernimmt. „ 2015 ist das Werk von Helge Burggrabe in Hildesheim uraufgeführt worden“, so Kleine weiter. „Mit seiner Aufführung in Köln wollen wir nicht nur an das Kriegsende vor 75 Jahren erinnern, sondern auch jenen historisch einmaligen Frieden feiern, der seit 1945 Europa eint. Und doch ist dieser Friede ein fragiles Gut: In jüngster Zeit bedrohen Populismus und Nationalismus Demokratie, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit in Europa. So will die Aufführung von LUX IN TENEBRIS auch den Blick in die Gegenwart und nach vorne richten: Auf unsere gemeinsame Verantwortung, den Frieden zu erhalten. Mit LUX IN TENEBRIS will der Kölner Dom aus geistlicher Sicht einen Beitrag zum aktuellen gesellschaftlichen Diskurs beisteuern.“

Mehr als 150 Künstler wirken an diesem Großprojekt mit, darunter die Chöre am Kölner Dom und die Schola der Berliner Domkantorei, die Gesangssolisten Ingeborg Schilling (Sopran), Anne Bierwirth (Alt), Maximilian Fieth (Tenor) und Manfred Bittner (Bass), dazu Streicher, Bläser, zwei Organisten und Percussionisten. Die musikalische Leitung obliegt Winfried Krane. 

„Biblische Stationen des Alten und Neuen Testaments werden im Oratorium mit Reflexionen über die spirituelle Dimension von Licht und Finsternis in Bezug gesetzt“, erklärt Domkapellmeister Professor Eberhard Metternich. „Helge Burggrabes besonderes Anliegen ist es, seine Musik in Resonanz mit anderen Kunstformen zu bringen. So wird die Architektur des Domes einbezogen – und in Abstimmung zur Musik und zur Handlung des Oratoriums in verschiedensten Farbnuancen und Farbtemperaturen akzentuiert.“ Burggrabe hatte das Werk zur Wiedereinweihung des umfassend sanierten und umgestalteten UNESCO-Weltkulturerbes Hildesheimer Dom als Auftragsarbeit komponiert. Uraufgeführt wurde es am 14. Mai 2015, am Vorabend der Wiedereinweihung des Hildesheimer Domes.

Kostenlose Tickets für die beiden Aufführungen werden zwischen dem 16. und dem 20. März 2020 auf koelner-dom.de verlost. Dafür kann man sich ab dem 2. März, 9 Uhr, registrieren. „Für alle, die im Dom selbst nicht dabei sein können, überträgt DOMRADIO.DE das Oratorium am 8. Mai live im Internet und am 7. und am 8. Mai öffentlich vor dem Dom“, erklärt Rainer Tüschenbönner, Leiter des DOMFORUMS und des Katholischen Bildungswerks Köln. 

Außerdem werde die Aufführung des Friedensoratoriums von einem umfangreichen Rahmenprogramm begleitet. „Am 9. Mai wird der Journalist Heribert Prantl um 20 Uhr einen Vortrag zu Frieden und Versöhnung, Grundrechten und Demokratie halten – vom Balkon im 1. Stock des DOMFORUMS aus“, so Tüschenbönner weiter. „Anschließend werden – zur Erinnerung und Mahnung – Impressionen der zerstörten Stadt Köln auf die Großleinwand projiziert. Außerdem finden an den beiden Konzerttagen jeweils von 14 Uhr bis 17 Uhr Werkseminare von Helge Burggrabe und Angela Krumpen in der Minoritenkirche statt. Und auch die Multiplikator*innen-Schulung ‚Wir übernehmen Verantwortung!‘ im Zentrum Groß St. Martin am 8. Mai und 9. Mai steht ganz im Zeichen der Friedensarbeit.“

 

Weitere Informationen zu LUX IN TENEBRIS finden Sie hier.

  

Alma gewinnt den DOMFORUM-Wettbewerb „Kinder malen den Kölner Dom“

28. Januar 2020; ksd

Köln. Unter dem Motto „Kinder malen den Kölner Dom“ veranstaltete das DOMFORUM einen Kinder-Malwettbewerb: Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren haben mehr als 90 bunte, kreative Dom-Bilder eingereicht. Die Jury mit Dom- und Stadtdechant Msgr. Robert Kleine, Rainer Tüschenbönner, dem Leiter des DOMFORUMs, und Dr. Annette Vielhauer vom Bereich „DOMFORUM Kultur“ sichteten die eingegangenen Dom-Bilder und haben nun eine Entscheidung getroffen: Überzeugt hat die Jury „das wunderschöne Dom-Bild“ mit den Heiligen Drei Königen und dem Richterfenster von Alma aus Köln.

Die Sechsjährige gewinnt eine kostenlose Domführung für Kinder- und Familien und kann nun gemeinsam mit ihrer Familie und Freunden den Kölner Dom erkunden. Ihr Siegerbild wird zudem auf einer Publikation des DOMFORUMs als Titel erscheinen.

Aufgrund der vielen schönen eingereichten Dom-Bilder hat die Jury entschieden noch fünf zweite Plätze zu vergeben. Die Zweitplatzierten erhalten einen Gutschein für eine öffentliche Domführung. Alle Gewinner/innen sind inzwischen schriftlich informiert worden. „Das DOMFORUM bedankt sich bei allen Kindern, die so engagiert bei diesem Wettbewerb mitgemacht haben“, so die Jury.
 
Weitere Informationen unter: www.domforum.de

 

„Ängste überwinden“: Appell von Alt-Katholik Andreas Krebs zu mehr Mut in Ökumene und Gesellschaft

28. Januar 2020; ksd

Köln. Die Jubelbilder aus dem Willkommenssommer 2015, als unzählige Menschen Flüchtlinge mit offenen Armen in Deutschland empfingen, sind noch nicht vergessen. Doch längst haben andere Bilder beziehungsweise Themen sie weitgehend abgelöst: das Erstarken der AfD und anderer rechter Kräfte, Rassismus und Forderungen nach Abschottung und vieles mehr, das die gesellschaftliche Diskussion bestimmt. Dazu kommt die politische und gesellschaftliche Auseinandersetzung um die Seenotrettung von Geflüchteten. Beim traditionellen Gottesdienst der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Köln zum neuen Jahr hat sich jetzt in der AntoniterCityKirche der alt-katholische Theologe Professor Dr. Andreas Krebs mit dem Thema Gastfreundschaft befasst.

„Vergesst die Gastfreundschaft nicht“ waren die ACK-Veranstaltung und Krebs' Predigt im Gottesdienst überschrieben. Auch wenn viele Menschen gerne gastfreundlich sind, schwingt bewusst oder unbewusst immer auch ein bisschen Angst mit, machte der Direktor des Alt-Katholischen Seminars an der Universität Bonn deutlich: Wird sich der Gast wohlfühlen? Gefällt ihm mein Zuhause? Und was passiert, wenn er mich beim Wort nimmt, sich „wie zu Hause“ zu fühlen, und womöglich anfängt, mein Zuhause umzukrempeln? Und mich dann am Ende aus meinem eigenen Heim vertreibt?

Das „Geschehen zwischen Gastgeber und Gast ist heikel, potenziell schön und potenziell gefährlich“, so Krebs in seiner Predigt. Doch nicht von ungefähr mahnte der Verfasser des biblischen Hebräerbriefes seine Leser: „Vergesst die Gastfreundschaft nicht, denn durch sie haben einige, ohne es zu ahnen, Engel beherbergt.“ Krebs griff dann das Konzept der „Unbedingten Gastfreundschaft“ auf, das der französische Philosoph Jacques Derrida entwickelte. „Unbedingte Gastfreundschaft“, zitierte er Derrida, bestehe darin, „dass ich mein Zuhause öffne, und nicht nur dem Fremden, sondern auch dem Unbekannten, absolut Anderen ,Statt gebe‘, ohne von ihm eine Gegenseitigkeit zu verlangen oder ihn nach seinem Namen zu fragen.“

„Gastfreundschaft steckt an“

Vielleicht sei der Willkommenssommer 2015 eine Form der unbedingten Gastfreundschaft gewesen, so Krebs weiter. Doch klar sei auch, „dass es am Ende doch nicht ganz so einfach war“ spann Krebs einen Bogen von der zum Symbol gewordenen „Kölner Silvesternacht 2016“ über das Erstarken rechtspopulistischer Kräfte in vielen Ländern Europas bis zu den „grauenhaften Lagern“ in Italien und Griechenland, in denen Flüchtlinge leben müssen, und weiter bis zu den tausenden Geflüchteten, die immer noch im Mittelmeer ertrinken. „Ich weiß, es gibt keine einfachen Antworten“, sagte der Theologe, „da wirken tragische Verstrickungen, die oft grausame, schreckliche Folgen haben. Die meisten dieser Folgen aber erleiden nicht wir, sondern andere. Auch deshalb rebelliert alles in mir dagegen, die infernalischen Flüchtlingslager und das Massensterben im Mittelmeer als Normalität anzuerkennen.“ Was auch immer die Schwierigkeiten und unabsehbaren Folgen seien, „so darf man mit Menschenleben nicht umgehen“, betonte Krebs.

Er freue sich darüber, dass nun auch Kirchen Seenotrettungsschiffe schicken. „Das ist ein Zeugnis, wie es gerade von Christen gefordert ist“, sagte der Prediger. Mancher habe in seinem Engagement für Flüchtlinge und im Sommer 2015 überraschende Erfahrungen gemacht: „Indem er einem Fremden die eigene Heimat nahebrachte und jene des anderen kennenlernte, hat er sich auch selbst wieder neu mit dem eigenen Land, der eignen Kultur auseinandergesetzt – und ist wieder neu und anders darin ,heimisch‘ geworden.“

Mit Blick auf die Ökumene appellierte Krebs an die Kirchen, mehr Mut zu haben. Er erinnerte an das Abkommen zur gegenseitigen eucharistischen Gastfreundschaft zwischen den Alt-Katholiken und der Evangelischen Kirche. „Ich bin überzeugt, dass Gastfreundschaft ansteckt und den Anderen, was mir lieb ist, lieben lehrt; und dass der Andere mich wiederum mit Neuem, Unerwartetem beschenkt“, erklärte Krebs. „Ich wünsche uns weniger Angst, in der Ökumene, in der Gesellschaft, im Umgang miteinander“, sagte er abschließend. „Angst ist nicht immer unbegründet, überall gibt es Probleme, und man muss über die Probleme sprechen. Ich rufe nicht zur Naivität auf, und ich weiß, dass es auch Gäste gibt, mit denen man böse Überraschungen erlebt. Aber am Ende soll uns die Angst nicht bestimmen. Am Ende sollte es immer wieder möglich sein, dass die Geste der Gastlichkeit die Angst überwindet, die Angst vor dem Fremden, dem Anderen, dem Unbekannten. Letztlich ist es nämlich so, dass ich ohne den Anderen das Eigene erst gar nicht finden kann. Die Angst hingegen – sie wird bestimmt die unverhofften Engel nicht erkennen.“

Die ganze Predigt von Professor Dr. Andreas Krebs gibt es hier zum Nachlesen.

Mehr über die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Köln finden Sie hier.

  

„Piano gegen Rechts“: Benefizkonzert von Albert Lau am 28. Januar in St. Ursula

28. Januar 2020; ksd

Köln. Am Dienstag, 28. Januar, lädt die Kölnische Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit zu einem Benefizkonzert nach St. Ursula, Ursulaplatz 24, ein. Das Konzert des Pianisten Albert Lau steht unter dem Leitwort „Piano gegen Rechts“ und findet zugunsten des Projekts „Rote Karte – gegen Diskriminierung, Rassismus und Antisemitismus“ statt. Beginn ist um 19.30 Uhr. Karten für 15 Euro gibt es an der Abendkasse.

Seit dem vergangenen November führt die Kölnische Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit eine Spendenaktion mit Unterstützung der Bethe-Stiftung durch. Die Spenden kommen dem Projekt „Rote Karte – gegen Diskriminierung, Rassismus und Antisemitismus“ zugute, das „ angesichts der massiven Zuspitzung rassistischer Diskurse und eines zunehmend gewaltförmig auftretenden Antisemitismus die Präventionsarbeit der vergangenen Jahre auch in Zukunft fortsetzen" soll, so die Veranstalter.

Durch die Berichterstattung der lokalen Presse habe der Pianist und „Young Steinway Artist" Albert Lau, der seit 2016 in Köln lebt, von der Spendenaktion erfahren. Überzeugt von der Notwendigkeit des Kampfes gegen Rassismus und Antisemitismus entschloss er sich, das Projekt „Rote Karte“ mit einem Benefizkonzert zu unterstützen. Lau spielt Werke von Fanny Hensel, Felix Mendelssohn Bartholdy, Clara Schumann und Robert Schumann.


Mehr zur Kölnischen Gesellschaft für Christilich-Jüdische Zusammenarbeit finden Sie hier.

 

„Nie wieder Antisemitismus in unserem Land“: Stadtdechant Kleine macht bei „Glanz gegen Rechts“ mit und ruft zu Zivilcourage auf

27. Januar 2020; ksd

Köln. Drei Namen, drei Schicksale: Caroline Goldschmidt, Ernst Richard Goldschmidt, Hans Rudolf Goldschmidt. Stolpersteine aus der Aktion des Künstlers Gunter Demnig erinnern am Domkloster 1 an jüdische Mitbürger Kölns, die in der Nazizeit nach Holland flohen, in die vermeintliche Sicherheit. Doch sie alle wurden gefangengenommen, deportiert und 1943 im KZ Sobibor, einem der schlimmsten Vernichtungslager der Nazis, ermordet. Sie wurden 77, 49 und 44 Jahre alt. Der Kölner Stadtdechant Msgr. Robert Kleine hat die kleinen quadratischen Erinnerungs- und Gedenksteine am Montag, 27. Januar, dem 75. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz, mit Metallpolitur wieder zum Glänzen gebracht.

„Es ist nicht nur die Erinnerung an diese drei konkreten Menschen, die wichtig ist“, sagte der Stadtdechant. „Sondern es auch ist die Erinnerung daran, dass wir heute wieder Antisemitismus, Diskriminierung und Rassismus in unserem Land spüren. Auch dagegen wollen wir den Glanz setzen, nach dem Motto: Schaut hin!“ Es gelte nicht nur, daran zu erinnern, was damals in Deutschland und Europa geschehen sei, sondern auch zu zeigen: „Wir müssen uns einig sein: Nie wieder Antisemitismus in unserem Land!“, betonte Kleine. „Schon wenn sich ein kleines braunes Pflänzchen regt, halten wir als Kirche dagegen.“ Auch das solle die konkrete Aktion am Internationalen Holocaust-Gedenktag bewirken.

Manche Menschen sagten: „Das ist ja schon lange her. Warum sollen wir uns damit beschäftigen? Die heutigen Generationen haben doch gar nichts mehr damit zu tun. Da muss man doch so langsam mal den Mantel der Geschichte darüberlegen“, erklärte der Stadtdechant. Solchen Meinungen und Tendenzen erteilte er eine klare Absage: „Das ist Geschichte, die wir nicht vergessen dürfen!“ Es gebe eine Gefahr der Geschichtsvergessenheit in Deutschland. „Doch nur, wenn ich die Geschichte kenne, kann ich auch Lehren ziehen für das Heute“, so Kleine. „Damals haben zu viele Leute weggeschaut, als Nachbarn deportiert wurden. Jetzt, in unserer Zeit, gilt es, nicht wegzuschauen, sondern hinzuschauen. Und auch aufzustehen und als Einzelner Zivilcourage zu haben, wenn Antisemitismus in einigen Kreisen scheinbar wieder gesellschaftsfähig ist – oder für gesellschaftsfähig erklärt wird.“

Das Katholische Stadtdekanat Köln hatte seine Gemeinden und Einrichtungen dazu aufgerufen, sich an der Aktion „Glanz gegen Rechts“ zu beteiligen. Dabei ging es darum, den Stolpersteinen ihren Glanz zurückzugeben, damit sie und die dahinterstehenden Einzelschicksale im Alltag der Stadt wieder sichtbar werden. Die Initiative dazu ging von der Jüdischen Liberalen Gemeinde Köln Gescher LaMassoret e.V. aus; Schirmherrin der Aktion war Oberbürgermeisterin Henriette Reker, die auch gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Liberalen Gemeinde, Rafi Rotheberg, Stolpersteine reinigte.

Vor seiner Putz-Aktion hatte der Stadtdechant traditionell das Abschlussgebet bei der Gedenkstunde an der Kindergedenkstätte Löwenbrunnen in der Kölner Innenstadt (Erich-Klibansky-Platz) gesprochen. Dabei betete er: „Lass die Menschen, die deportiert wurden, die in Lagern erniedrigt, gequält und ermordet wurden, niemals in Vergessenheit geraten. Hilf den Überlebenden und ihren Nachkommen aus dem dunklen Schatten von Schweigen und Tod heraus, dass sie Gefährtinnen und Gefährten finden, die ihnen zuhören und daraus lernen. Hilf den Missachteten, Gerechtigkeit zu erlangen. Gib denen eine Stimme, die zum Verstummen gebracht wurden. Schaffe auch heute den Verfolgten Schutz, birg die Flüchtenden in deiner Hand. Lass die Kinder Schutz und Geborgenheit erfahren. Barmherziger Gott wir bitten dich: Gib uns Herz und Verstand für die Menschen unter uns, die Gewalt und Grausamkeit erleiden mussten. Lehre uns Behutsamkeit für ihre verletzten Seelen. Lass uns dich erkennen im Gesicht eines jeden Menschen. Führe uns nicht in die Versuchung von Feindschaft, Hass und Lüge. Stärke uns, gib uns Empathie, lass uns uns miteinander austauschen, respektvoll miteinander umgehen, Freundschaften schließen, Menschlichkeit nicht nur durch Worte, sondern vor allem durch Taten bezeugen. Und lass uns immer wachsen in der Liebe zueinander.“

Die Stolpersteine des Kölner Künstlers Gunter Demnig erinnern seit 1992 daran, dass sich hinter Worten wie Holocaust oder Shoa konkrete menschliche Schicksale verbergen. Sie halten vor deren früheren Wohnhäusern die Erinnerung an die Menschen lebendig, die einst auch aus dieser Stadt deportiert und von den Nazis ermordet wurden. Allein im KZ Auschwitz wurden bis zu 1,5 Millionen Menschen ermordet, im KZ Sobibor bis zu einer Viertelmillion. Mehr als 75.000 Stolpersteine liegen mittlerweile in 23 europäischen Ländern. Die Aktion „Glanz gegen Rechts“ sollte in diesem Jahr aus Anlass des 75. Jahrestages der Befreiung des KZ Auschwitz, das zum Synonym für das Grauen des Holocaust geworden ist, an die Opfer erinnern sowie ein Zeichen setzen gegen Antisemitismus und jede Form der Diskriminierung von Minderheiten. 

 

Mehr zum Thema finden Sie auch in einem Interview von Domradio.de mit Stadtdechant Msgr. Robert Kleine.

 

Der HipHop-Künstler Trettmann hat im vergangenen Jahr einen Song über die Stolpersteine veröffentlicht. Seinen Auftritt mit dem Kölner Orchester RTOEhrenfeld aus der ZDF-Neo-Sendung Neo Magazin Royale finden Sie auf Youtube.

 

Mehr über die Aktion Stolpersteine des Kölner Künstlers Gunter Demnig finden Sie hier.

  

Housing First: Vringstreff kauft erste Wohnung für Wohnungslose in Köln

24. Januar 2020; ksd

Köln. Der Vringstreff e.V., freier Träger der Wohnungslosenhilfe, hat jetzt eine erste Wohnung erworben, um sie im Rahmen seiner Housing-First-Initiative an Wohnungslose zu vermieten. Als erster Träger in Köln setzt der Vringstreff, zu dessen Vorstand auch Mitglieder der katholischen Kirchengemeinde St. Severin gehören, das Housing-First-Konzept um, das Sam Tsemberis Ende der 1990er-Jahre in den USA entwickelte. Dessen Ziel ist, dass wohnungslose Menschen zuerst eine mietvertraglich abgesicherte Wohnung erhalten und ihnen im Anschluss weitere notwendige unterstützende Hilfen angeboten werden. Die eigene Wohnung steht somit am Anfang der Hilfsangebote und nicht am Ende. „Es geht dabei um einen Paradigmenwechsel, der impliziert, dass jeder Mensch wohnfähig ist“, erläutert Vringstreff-Vorstand Pfarrer Hans Mörtter die Motivation des Vereins, neue Wege in der Wohnungslosenhilfe zu gehen und sein Engagement um Housing First zu erweitern.

Der Vringstreff initiierte den Housing-First-Ansatz in Köln im vergangenen Jahr. Der Sozialwissenschaftler und Koordinator des „European Observatory on Homelessness“, Professor Dr. Volker Busch Geertsema, kam im Juni 2019 nach Köln. Im Rahmen eines öffentlichen Diskussionsabends stellte er das Konzept und die Erfahrungen mit Housing First vor. In einigen europäischen Ländern wie beispielsweise Finnland wird mit großem Erfolg der Housing-First-Ansatz in der Wohnungslosenhilfe umgesetzt. „Seitdem hat der Vringstreff kontinuierlich daran gearbeitet, Housing First auch in Köln zu realisieren“, heißt es in einer Pressemitteilung des Vereins.

Die vom Vringstreff erworbene Wohnung liegt inmitten eines etablierten Wohngebiets und soll sobald wie möglich vermietet werden. Unterstützt wird das Projekt durch den Housing-First-Fonds, der gemeinsam vom Paritätischen NRW und dem Verein Asphalt e. V./fiftyfifty ins Leben gerufen wurde. Der Housing-First-Fonds wird aus einer Bildspende des Kölner Künstlers Gerhard Richter im Wert von 1,2 Millionen Euro gespeist.

Weitere Informationen zum Vringstreff finden Sie hier, zum Housing-First-Fonds hier.
 
 
In Köln leben 6000 Menschen ohne Wohnung Die Zahl der wohnungslosen und von Wohnungslosigkeit bedrohten Menschen steigt an. Gründe hierfür liegen laut Vringstreff e.V. unter anderem im systematischen Abbau von Sozialwohnungen und im enormen Anstieg der Mietpreise in Großstädten. In Köln sind je 10 000 Einwohner 55 Menschen wohnungslos – Männer, Frauen und Kinder.

 

„Glanz gegen Rechts“: Stadtdekanat Köln ruft am Holocaust-Gedenktag (27. Januar) zur Unterstützung der Aktion rund um die „Stolpersteine“ auf

22. Januar 2020; ksd

Köln. Aus Anlass des 75. Jahrestages der Befreiung von Auschwitz, des größten Vernichtungslagers der Nazis, am 27. Januar 1945 rufen die Jüdische Liberale Gemeinde Gescher LaMassoret e.V. und die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker als Schirmherrin gemeinsam dazu auf, am kommenden Montag, 27. Januar, die zahlreichen „Stolpersteine“ auf den Gehwegen Kölns in neuem Glanz erstrahlen zu lassen. Das Katholische Stadtdekanat Köln hat jetzt mit einem Brief seine Gemeinden und Einrichtungen aufgerufen, sich an der Aktion zu beteiligen.

Die Stolpersteine des Kölner Künstlers Gunter Demnig erinnern seit 1992 daran, dass sich hinter Worten wie Holocaust oder Shoa konkrete menschliche Schicksale verbergen. Sie halten vor deren früheren Wohnhäusern die Erinnerung an die Menschen lebendig, die einst aus dieser Stadt deportiert und von den Nazis ermordet wurden. Allein im KZ Auschwitz wurden bis zu 1,5 Millionen Menschen ermordet. Mehr als 75.000 Stolpersteine liegen mittlerweile in 23 europäischen Ländern.

Die Aktion „Glanz gegen Rechts“ soll ein Zeichen setzen gegen Antisemitismus und jede Form der Diskriminierung von Minderheiten. „Wir unterstützen als Katholisches Stadtdekanat die Aktion, weil sie die Erinnerung an die erschütternden Schicksale unserer jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger zur Zeit des Nationalsozialismus ganz konkret erinnert und gleichzeitig dazu mahnt, dass wir uns niemals mit der Diskriminierung von Menschen aus welchem Grund auch immer abfinden dürfen“, sagt Diakon Jens Freiwald, Mitglied des Vorstands der Kölnischen Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit. „Wir müssen wachsam sein und Zivilcourage zeigen, wo immer Menschen ausgegrenzt und benachteiligt werden.“

Die Stolpersteine auf den Gehwegen und Plätzen fielen im Alltag vielleicht manchmal gar nicht mehr auf. „Wenn wir sie aber in neuem Glanz erstrahlen lassen wollen, müssen wir uns bücken oder auf die Knie oder in die Hocke gehen. Wir werden Namen und Lebensdaten ganz konkreter Menschen mit ihren Freuden und Ängsten, ihren familiären Bezügen und Zukunftsplänen begegnen“, so Freiwald. „Ich denke, diese ,Begegnung‘ wird nicht ohne Wirkung auf uns bleiben. Vielleicht lässt sie uns auch in unserem Alltag etwas toleranter und respektvoller im Umgang miteinander werden.“

Am 27. Januar wird Henriette Reker gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Jüdischen Liberalen Gemeinde Köln, Rafi Rotheberg, um 17 Uhr die Stolpersteine an der Ecke Kreuzgasse / Brüderstraße putzen.

Eine Anleitung zur Reinigung der Stolpersteine finden Sie in diesem Video und zum Download.

 

„Die EU ist in der Pflicht“: Nils Freund von der Aktion Neue Nachbarn im Domradio-Interview zur aktuellen Flüchtlingspolitik

21. Januar 2020; ksd

Köln. Die Pflicht zur Seenotrettung von Flüchtlingen steht für Nils Freund, Integrationsbeauftragter der Aktion Neue Nachbarn beim Caritasverband für die Stadt Köln, außer Frage: „Menschen ertrinken im Mittelmeer und diesen Menschen muss geholfen werden“, sagte er im Interview mit dem Kölner Domradio.de. Freund sieht die Europäische Union (EU) in der Pflicht, ihren Beitrag dazu zu leisten. „Die Aufgabe der Seenotrettung sollte nicht nur den Kirchen und freien Trägern überlassen werden, sondern die Politik sollte dort auch Verantwortung übernehmen“, sagte er mit Blick auf die Initiative der Evangelischen Kirche in Deutschland und weiterer Unterstützer, ein Seenotrettungsschiff zu kaufen.

Mit den Beschlüssen der Libyen-Konferenz von Berlin – Einhaltung des Waffenembargos, Einigung auf einen umfassenden Friedensprozess – sei ein Schritt in die richtige Richtung getan, so Freund. Weitere seien aber notwendig, vor allem auch mit Blick auf die Fluchtursachen.

Zu den aktuellen Herausforderungen in der Flüchtlingshilfe zählen laut Freund die Unterstützung bei der Berufsfindung und beim Spracherwerb sowie vor allem die Suche nach Wohnraum angesichts des in Köln angespannten Wohnungsmarktes. „Da stehen die Geflüchteten und Migranten in Konkurrenz zu Menschen, die hier aufgewachsen sind. Wir versuchen jetzt, in diesem Themenbereich auch tätig zu sein“, erklärte der Integrationsbeauftragte der Aktion Neue Nachbarn Köln.

Die Gesellschaft müsse sehr stark am Thema Integration arbeiten, damit diese keine eindimensionale Sache werde, so Freund. „Nicht wir erklären den Geflüchteten, wie sie zu sein haben, sondern es ist ein gegenseitiges Kennenlernen, ein Annehmen von Kulturen, aber nicht ein Aufstülpen von deutschen Werten oder dergleichen.“

Das ganze Interview finden Sie bei Domradio.de zum Nachhören und Nachlesen.

 

„Vielfalt bedeutet Reichtum für eine Gesellschaft“: Podiumsveranstaltung der Aktion Neue Nachbarn Köln

18. Januar 2020; Hildegard Mathies

Köln. Es gibt keine Pflicht zur Integration – aber ein Recht auf Migration. So lassen sich zentrale Standpunkte und das Fazit der Podiumsveranstaltung „Su simmer all he hinjekumme“ („So sind wir alle hierhergekommen“) der „Aktion Neue Nachbarn Köln“ am Freitag im Klarissenkloster Kalk zusammenfassen. Bei der Veranstaltung mit 110 Gästen ging es um die Frage „ Gesellschaftlicher Zusammenhalt und radikale Vielfalt: Wie geht das?“. Hauptreferenten waren der Berliner Politologe, Antisemitismusforscher und Autor Max Czollek („Desintegriert Euch!“) sowie der Theologe und Sozialwissenschaftler Josef Becker vom Institut für Christliche Sozialwissenschaften an der Universität Münster.

Zu Beginn machte Stadtdechant Msgr. Robert Kleine deutlich, dass es immer hinzuschauen gelte, wenn unterschiedliche Kulturen zusammenkommen: „Was bedeutet das Verhältnis von Kirche und Staat? Was bedeutet das Verhältnis von Mann und Frau? Was bedeuten Demokratie und Freiheit?“ für den Einzelnen, nannte Kleine Kernfragen für das soziale Miteinander. Die Frage sei auch, ob Menschen das Multi-Kulturelle einer Gesellschaft als Bereicherung oder Gefährdung sähen.

Im Rahmen der „Aktion Neue Nachbarn“, die im Erzbistum Köln vor fünf Jahren als Flüchtlingshilfe gestartet ist, habe er in der Regel erlebt, dass Menschen gut miteinander zusammenleben wollten – ohne die eigene Identität aufzugeben, berichtete der Stadtdechant. Auch wenn die Menschen unterschiedliche Sprachen sprächen: „Es kommt darauf an, dass wir im Herzen und im Denken dieselbe Sprache sprechen“, so Kleine, „dass wir nämlich zusammengehören und dass Vielfalt ein Reichtum ist für eine Stadt.“

„Wir könnten es besser wissen“

Die Gesellschaft in Deutschland habe längst keine Wahl mehr, ob sie vielfältig werden wolle oder nicht, machte Max Czollek deutlich: „Sie ist es schon heute.“ Bereits ein Viertel der Deutschen habe einen Migrationshintergrund, noch mehr Menschen würden sich eher als post-migrantisch bezeichnen, als Teil einer Gesellschaft, die wesentlich durch die Erfahrung der Migration geprägt sei. Dies habe in Deutschland immer gegolten, mindestens „die letzten 1500 Jahre“ – jedoch sei die Gesellschaft nicht in der Lage gewesen, sich selbst so zu denken, erläuterte der Politologe.

Czollek machte darüber hinaus deutlich, dass es beim Thema Vielfalt nicht um eine Engführung auf das Thema Migration gehe. Die Sichtbarkeit von sexuellen Minderheiten, von weltanschaulichen Positionen, von ökonomischen Unterschieden sei in den vergangenen Jahren größer geworden. Die Konzepte von Integration und Leitkultur seien jedoch nicht in der Lage, dieser Vielfalt gerecht zu werden, kritisierte Czollek. „Die Konzepte verfehlen die politische und gesellschaftliche Realität.“

Problematisch am Konzept der Integration sei, dass immer die Dominanz einer Bevölkerungsgruppe darüber entscheide, ob eine andere „gut integriert“ sei. Hinzu komme die Erwartung, dass am Ende der Integration eine „harmonische Gesellschaft“ stehe, so Czollek. Diese Idee sei jedoch mit der pluralistischen Gesellschaft, in der wir heute bereits leben, nicht kompatibel, betonte der Autor.

Bis in die 1990er-Jahre hätten Muslime als Bevölkerungsgruppe keine Rolle in der Öffentlichkeit gespielt, erinnerte Czollek, obwohl sie auch damals schon hier lebten. Das änderte sich mit den Anschlägen in den USA vom 11. September 2001. Seitdem wurden Musliminnen und Muslime – unabhängig davon, wo und wie sie sich selbst verorten, zur „größten Bedrohung Deutschlands“ erklärt, so Czollek. Dabei gebe es „schlichtweg größere Bedrohungen in Deutschland“ als Musliminnen und Muslime, betonte der Autor mit Blick auf rechte Gewalt, die von brennenden Flüchtlingsheimen über Hetzjagden bis zur Ermordung von Politikern reiche. „Wir könnten es also besser wissen“, betonte Czollek.

„Die Gesellschaft muss sich besser auf Pluralität verstehen“

Dass Integration ein wechselseitiger dynamischer Prozess ist beziehungsweise sein müsste, erläuterte der Theologe und Sozialwissenschaftler Josef Becker in seinem Vortrag. „Von der Aufnahmegesellschaft wird eine Akzeptanzbereitschaft gefordert, die der Integrationsbereitschaft des Zuwandernden entsprechen muss.“ Integration werde in der aktuellen Integrationspolitik im Wesentlichen als Integration in eine Rechtsgemeinschaft verstanden. Daneben liege der Fokus auf der gesellschaftlichen Teilhabe. Wichtige Integrationsfaktoren wären etwa Erwerbsarbeit, Bildung, die jeweilige Lebenswelt und insbesondere Religion.

Daran schließe sich die Frage nach den kirchlichen Integrationsleistungen an, so Becker. Diese seien auf verschiedenen Ebenen anzusiedeln: da sei zum einen die religiöse Praxis und die Wahrnehmung von Migrantinnen und Migranten als religiöse Subjekte. Zum anderen setzen sich die Kirchen für religiöse Freiheit ein. Zudem gebe es interreligiöse Dialog-Initiativen. Nicht zuletzt fänden Gläubige in Gemeinden oder bei den Angeboten der Internationalen Seelsorge Aufnahme. Zahlreiche caritative und diakonische Einrichtungen und Angebote – von der Bildungsarbeit über Migrationsberatung bis zur Flüchtlingshilfe – unterstützten Menschen bei der Integration in die Gesellschaft.

Integration erfolge in eine bestehende Gesellschaft, die sich fragen müsse, ob nach einer gelungenen Integration „alles so weitergeht wie bisher“ oder ob die Integration von Geflüchteten oder Migranten „möglicherweise weltverändernd“ wirke, warf der Wissenschaftler Fragen auf. „ Verändern sich gewohnten Sichtweisen auf gesellschaftliche Verhältnisse und Normen und die Welt, vielleicht sogar die Sichtweise auf Gott?“

Die wachsende Vielfalt in der deutschen Gesellschaft werde oft als Belastung, Herausforderung und Verunsicherung betrachtet. Es sei jedoch unerlässlich für die Gesellschaft, sich besser auf Pluralität zu verstehen, betonte Becker. Pluralität sei nicht nur eine Lebensform, sondern Ausdruck des Menschseins an sich und Teil des menschlichen Bedingtseins („human condition“). Der Mensch müsse sich Pluralität dennoch aktiv aneignen, sagte der Sozialwissenschaftler.

Das menschlich Verbindende in der Vielfalt werde nur erfahrbar, wenn Menschen sich begegnen können. Die aktuelle Migrationspolitik ziele jedoch darauf, dies zu verhindern, indem bereits die Einreise von Menschen verhindert oder Migrationskanäle massiv verengt und die Unterbringung der Menschen zentralisiert würden, kritisierte Becker.

„Migration sollte Normalität sein“

Dass die Politik Migration verhindern wolle und das Asylrecht in Deutschland ausgehöhlt sei, wurde auch in der an die beiden Vorträge anschließenden Podiumsdiskussion kritisiert. Einig war man sich auch, dass „Abschiebung kein Weg“ sei. „Menschen migrieren um die ganze Welt – und das sollte Normalität sein“, forderte etwa Dorsa Moinipour, Interkulturelle Promotorin vom Verein Migrafrica. Menschen haben ein Recht auf Teilhabe, doch die Realität sieht anders aus und reicht von Problemen bei der Wohnungssuche über Alltags-Rassismus bis zu Diskriminierung im Berufsleben. „Die Gesellschaft muss sich für Vielfalt öffnen“, forderte Moinipour.

Damit Menschen sich integrieren wollten, müssten Räume geschaffen werden, in denen sie sich entwickeln könnten, sagte der Geschäftsführer von Migrafrica, Amanuel Amare. „Sie müssen erkennen können, warum es sich lohnt, etwa die Sprache zu sprechen“, sagte er. „Doch daran fehlt es meist.“

Grenzen seien oft nur vermeintliche Grenzen, betonte Ottmar Bongers von der „ Willkommensinitiative Caritaskreis St. Gereon Köln“. „Wenn wir hinschauen, sehen wir, wie viel Reichtum es auch in anderen Kulturen gibt und wie viel uns tatsächlich miteinander verbindet.“ Wenn Muslime wie Christen etwas für die Menschen tun wollten, „dann lasst es uns doch gemeinsam tun“, schlug Bongers vor.

Europa habe – anders als Südamerika, die USA oder Australien – in seiner Integrationsleistung versagt, meinte Elizaveta Khan, Geschäftsführerin des Integrationshauses Köln. Die Gesellschaft habe bereitwillig akzeptiert, dass es Grenzen gebe und dass das Asylrecht de facto aufgehoben sei durch die politischen Entscheidungen der vergangenen Jahre. „Wenn wir akzeptieren würden, dass jeder Mensch das Recht hat, sich zu bewegen, würden wir ganz anders mit den Menschen umgehen.“ Ihre Ausführungen beendete sie mit einer klaren Meinung: „Heimat ist die Abwesenheit von Heimweh.“

 

Den Vortrag von Josef Becker können Sie hier nachlesen.

 

In-Haus e.V. hat ein Video zu der Veranstaltung produziert sowie einen Podcast von der Diskussion.

 

Veranstalter des Fachtages der Aktion Neue Nachbarn Köln waren:

Aktion Neue Nachbarn Köln

Caritasverband für die Stadt Köln

Katholisches Stadtdekanat Köln

Migrafrica e.V.

 

Weitere Informationen zur Aktion Neue Nachbarn Köln gibt es hier.

  

Pastoraler Zukunftsweg im Erzbistum Köln, Synodaler Weg auf Bundesebene: Interview mit Stadtdechant Robert Kleine im Domradio

14. Januar 2020;

Pastoraler Zukunftsweg im Erzbistum Köln, Synodaler Weg auf Bundesebene: Bischöfe und Laien sind in diesen Tagen ordentlich unterwegs. Der Kölner Stadtdechant Robert Kleine über Kreuzungen und Weggabelungen.

 

Lesen Sie das gesamte Interwiew mit Stadtdechant Robert Kleine zu den Themen, die auch die Reden auf dem Dreikönigsempfang des Katholikenausschusses in der Stadt Köln und des Stadtdekanats Köln prägten, auf der Webseite des DOMRADIO  

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Pressemitteleilung des Katholikenausschusses in der Stadt Köln und des Stadtdekanats Köln zum Dreikönigsempfang am 13.01.2020:

 

Köln. Deutliche Forderungen an Kirche, Politik und Gesellschaft erhoben der Kölner Stadtdechant Msgr. Robert Kleine und der Vorsitzende des Katholikenausschusses in der Stadt Köln, Gregor Stiels, beim traditionellen gemeinsamen Dreikönigsempfang am Montagabend (13. Januar) im Maternushaus. Die Themen reichten vom zunehmenden Antisemitismus und Verrohung in der Gesellschaft über Veränderungen bei den Themen Integration und Klimawandel bis hin zu einer Absage an Machtmissbrauch innerhalb der katholischen Kirche. Beide Redner entwarfen ihre Visionen vom notwendigen Wandel in Kirche und Gesellschaft und erhoben Forderungen an die Politik, vor allem mit Blick auf den Kommunal-Wahlkampf des Jahres 2020. Des Weiteren sprach die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker zu den rund 200 Gästen aus Kirche, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

 

Eine Kultur der Gastfreundschaft und des Willkommens forderte Stadtdechant Msgr. Robert Kleine in seiner Ansprache. „Das beginnt mit der Bereitstellung von finanzierbarem Wohnraum für die Studierenden und endet bei der Begleitung und Integration unserer neuen Nachbarn, denen Köln neue Heimat werden soll“, betonte er. „Wir alle müssen weiter gemeinsam denen entgegentreten, die in unserer Stadt populistisch und verleumderisch gegen Flüchtlinge und Migranten agieren.“

Kleine warnte zudem vor zunehmendem Antisemitismus, der „nun vermehrt keine Scheu hat, sich öffentlich zu zeigen“. Der Stadtdechant sprach von Gewalt gegen jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger sowie persönlichen Beleidigungen etwa des Kölner Rabbiners Yechiel Brukner. „Zu diesen zutiefst beschämenden Aktionen gehört natürlich auch, wenn an einer erzbischöflichen Schule mit nationalsozialistischen Symbolen Witze in WhatsApp-Gruppen gemacht werden. Denn das ist nicht naiv und dumm, dass ist geschichtsvergessen und gefährlich!“ An die Synagogengemeinde und die jüdischen Mitbürger gewandt erklärte Kleine: „Sie dürfen der hundertprozentigen Solidarität des Katholischen Stadtdekanats sicher sein und wir werden auch dagegen aufstehen, wenn Antisemitismus im Gewand einer wohlfeilen Israelkritik daherkommt.“

Am 13. September 2020 ist Kommunalwahl in Nordrhein-Westfalen. Kleine sagte dazu: „Am Anfang dieses Wahljahres kann ich für die katholische Kirche in unserer Stadt nur klarstellen: Wir plädieren für Respekt und Mitmenschlichkeit und lehnen Hass, Polarisierung und gegenseitige Abwertung als Mittel von gesellschaftlichem Diskurs klar ab!“ Auf der Grundlage des christlichen Glaubens „werden wir im Stadtdekanat mit all seinen Einrichtungen weiterhin für Nächstenliebe, Toleranz und ein solidarisches Miteinander in unserer Kölner Stadtgesellschaft eintreten“, so der Stadtdechant.

Auch der Vorsitzende des Katholikenausschusses in der Stadt Köln, Gregor Stiels, erteilte Hass und Hetze eine klare Absage. Ebenfalls mit Blick auf den kommenden Wahlkampf erklärte er: „Wir werden sofort einschreiten, wenn der Wahlkampf auf Kosten anderer Menschen geführt wird, insbesondere auf Kosten von unter uns lebenden Menschen mit Migrationshintergrund! Wir werden sofort einschreiten, wenn Vorurteile gegen die hier lebenden Migrantinnen, Migranten und Geflüchteten geschürt werden! Und wir werden sofort einschreiten, wenn antisemitische oder fremdenfeindliche Aussagen getroffen werden!“

Sowohl Kleine als auch Stiels nahmen in ihren Reden den Synodalen Weg der katholischen Kirche in Deutschland sowie den Pastoralen Zukunftsweg des Erzbistums Köln in den Blick. Die Kirche sei kein Selbstzweck, waren sich die beiden Redner einig. Kleine schrieb den deutschen Bischöfen, dem Erzbistum Köln und auch „mir selbst ganz persönlich ins Stammbuch“, dass es gelte, den Aufbruch zu wagen, „der eben kein Abbruch ist, wenn die Kirche eine Vision hat“. Es gehe um ein gemeinsames und solidarisches Nach-vorne-Schauen der Gläubigen sowie um die Entwicklung einer gemeinsamen Perspektive für die Kirche im Jahr 2030 und darüber hinaus. „Es geht um eine Vision von Kirche, Glaubensleben und Gemeinde vor Ort“, so Kleine. Dabei sei es wichtig, „dass wir in unserer Kirche miteinander reden und nicht übereinander“ und dass gemeinsam nach Lösungen gesucht werde, „ angefangen bei den zwei Päpsten, über Kardinäle der Weltkirche bis zur Deutschen Bischofskonferenz und den Gremien auf lokaler Ebene“, so der Stadtdechant.

Stiels forderte mit Blick auf den Pastoralen Zukunftsweg und den Synodalen Weg einen „Dialog auf Augenhöhe, eine demokratische Entscheidungskultur und eine Thematisierung der Machtfrage“. Er wünsche sich, dass es einen konstruktiven Beitrag des Erzbistums Köln zum Synodalen Weg gebe. „Die Einheit der Bischöfe ist wichtig! Wir brauchen einen gemeinsamen deutschen Weg, kein Verharren und Verfestigen von extremen Positionen“, so der Vorsitzende des Katholikenausschusses.

Die Kirche habe nach dem Missbrauchsskandal und aufgrund ihrer Strukturen, die als rückschrittlich und intransparent angesehen würden, ein massives Imageproblem, so Stiels. „ Absolutistische monarchische Strukturen wirken in unserer Gesellschaft weltfremd und abstoßend. Eine Sexualmoral, die auf einem antiquierten Menschenbild beruht, die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse ignoriert, die Homosexualität als krankhaft und heilbar darstellt, wirkt in unserer Gesellschaft weltfremd und abstoßend. Und eine Institution, die wichtige Aufgaben, Tätigkeiten und Ämter Frauen vorenthält, weil sie Frauen sind, wirkt in unserer Gesellschaft weltfremd und abstoßend“, kritisierte der Laienvertreter. Es sei „längst überfällig, dass sich auch die Kirche mit diesen Themen beschäftigt und einen Reformprozess einleitet, an dessen Ende deutlich wahrnehmbare Veränderungen stehen“. Für den Vorsitzenden des Katholikenausschusses sind diese Themen wichtige Errungenschaften unserer Gesellschaft und kein vorübergehender Zeitgeist, dem man hinterherjagt. Viele Anwesenden zeigten sich begeistert und waren dankbar für die klare und deutliche Positionierung.

Mit Blick auf die drängenden Themen und Probleme in der Stadt forderten sowohl Kleine als auch Stiels bezahlbaren Wohnraum, mehr Einsatz für die Bildung – auch in Form von mehr Kindergärten und Schulen – sowie mehr Aufmerksamkeit und Bewusstsein für die Menschen in prekären Lebenssituationen und diejenigen, die sich von der Gesellschaft „abgehängt“ und von demokratischen Parteien immer weniger vertreten fühlten.

Gregor Stiels nahm darüber hinaus die besondere Situation von Geflüchteten in Griechenland in den Blick. Er forderte eine deutliche Initiative der Stadt Köln, die Situation für Kinder und Familien in den griechischen Flüchtlingslagern zu verbessern. Stiels verwies dabei auf den Ratsbeschluss, Köln als „Sicherer Hafen“ für geflüchtete Menschen auszuweisen.

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker machte deutlich, dass 2020 international, aber auch in Köln ein Jahr des Wandels werden würde. Diesen gelte es aktiv zu gestalten. Dabei setze sie weiterhin auf die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Stadtdekanat und Katholikenausschuss sowie den beiden Kirchen in Köln insgesamt. 

 

Die Rede von Stadtdechant Msgr. Robert Kleine finden Sie hier.

Die Rede des Vorsitzendes des Katholikenausschusses, Gregor Stiels, finden Sie hier.

  

„Vergesst die Gastfreundschaft nicht...!": Ökumenischer Gottesdienst und Neujahrsempfang der ACK am 26. Januar

16. Januar 2020; ksd

Köln. Der Ökumenische Neujahrsgottesdienst der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Köln (ACK) mit anschließendem Neujahrsempfang findet am Sonntag, 26. Januar, um 18 Uhr in der AntoniterCityKirche, Schildergasse 57, Köln statt.

Das Thema „Gastfreundschaft“ steht im Mittelpunkt und verbindet den Gottesdienst in diesem Jahr mit der weltweiten Gebetswoche für die Einheit der Christen. Darin wird die Freundlichkeit der maltesischen Bevölkerung gegenüber dem schiffbrüchigen Paulus auf dem Weg nach Rom bedacht. Das Engagement für die Rettung von Flüchtlingen, die in unserer Zeit zu Tausenden im Mittelmeer ertrinken, obwohl sie gerettet werden könnten, verbindet in Köln Christinnen und Christen aller Konfessionen. Die Veröffentlichung des Dokumentes „Gemeinsam am Tisch des Herrn“ des ökumenischen Arbeitskreises evangelischer und katholischer Theologen im Jahr 2019 bietet zudem einen aktuellen Anlass, auch die Frage der eucharistischen Gastfreundschaft zur Sprache zu bringen.

Die Predigt hält Professor Dr. Andreas Krebs, Professor für Alt-Katholische und Ökumenische Theologie sowie Direktor des Alt-Katholischen Seminars der Universität Bonn. Die musikalische Gestaltung übernimmt der Jugendchor der Neuapostolischen Kirche.

Weitere Informationen gibt es hier.

 

DOMFORUM: Talk mit dem Kölner Dreigestirn findet erstmals in einer Kirche statt (16. Januar)

15. Januar 2020; ksd

Köln. Aufgrund der Sanierung des Gebäudes am Domkloster 3 bietet sich für die DOMFORUM-Reihe „Talk am Dom“ die Gelegenheit, dass der seit Jahrzehnten stattfindende Talk mit mit dem Kölner Dreigestirn erstmalig in einer Kirche stattfindet: am Donnerstag, 16. Januar, in St. Gereon, Gereonshof 2. Das Kölner Dreigestirn wird in der Session 2020 vom Reiter-Korps „Jan von Werth“ von 1925 e.V. gestellt. Das Gespräch mit Prinz Christian II., Bauer Frank, Jungfrau Griet und – in seinem ersten Amtsjahr – mit Prinzenführer Marcus Heller beginnt um 17 Uhr. Einlass ist ab 15.30 Uhr. Das Vorprogramm mit JP Weber – kölsche Klassiker zum Mitsingen – beginnt um 16.15 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen unter www.domforum.de und auf Facebook.

 

Kunst-Station St. Peter zeigt bis zum 16. Februar Gunther Keusens Antiphonar „Hälfte des Lebens – Ein Wechselgesang“

13. Januar 2020; ksd

Köln. Holunderbilder nennt der in Köln und im Burgund lebende Künstler Gunther Keusen seine Werke, die eine Brücke schlagen zwischen der literarischen Kunst Friedrich Hölderlins und seiner bildenden Kunst. Vor drei Jahrzehnten präsentierte Keusen in der Kunst-Station St. Peter erstmals sein Antiphonar „Hälfte des Lebens – Ein Wechselgesang“. Vier Wochen lang wurde das Buch damals in der Gitterkapelle gezeigt und jeden Tag eine neue Seite aufgeschlagen. In den folgenden Jahren war das Werk in zahlreichen Ausstellungen zu sehen. Jetzt kehrt es noch einmal in die Kunst-Station Sankt Peter zurück und wird bis zum 16. Februar im Rahmen von „TURM RAUM KUNST“ gezeigt (Jabachstraße 1).

Keusen realisiert seine Bilder aus gekochtem Saft von Holunderbeeren (Hölderlin = kleiner Holunderstrauch). Die Bilder „sind Teil eines Gesamtwerks, das durch Gedichtvorträge des Künstlers Vervollständigung findet“, heißt es in einem Zitat von Max J. Kobbert auf der Homepage von St. Peter. „In der Ganzheit des Zusammentretens von Sprache, Schrift und Bild, pointiert in lettristischen Bildgedichten, wird ein Neues in Erfahrung gebracht, das seinerseits weder in Wort noch Bild zu transportieren ist. Die Form der intermediären Präsentation lässt zugleich die Vielfalt der Künste als neuerliche Einheit erkennen, verbunden durch Poesie als Verdichtung und Eröffnung des im Erlebnisganzen Wirklichen und Möglichen.“

An mehreren Tagen wird das gesamte Mappenwerk unter Rezitation des Hölderlingedichts „Hälfte des Lebens“ vollständig durchgeblättert: Samstag, 18. Januar, 14 Uhr (Werkgespräch mit H. P. Schwarz); Samstag, 25. Januar, 14 Uhr (Gespräch mit J. Mautsch); Mittwoch, 29. Januar, 17 Uhr (Werkgespräch mit T. Schuld); Sonntag, 16. Februar, 13.15 Uhr (Werkgespräch mit S. Kessler). Außerhalb dieser Termine ist die kleine Ausstellung auf der Empore nicht regelmäßig, aber nach Terminvereinbarung mit der Gemeinde oder Rücksprache mit der Kirchenaufsicht zu sehen.

Weitere Informationen finden Sie hier.

 

Gelungener Brückenschlag zwischen orthodoxer und katholischer Kirche: Stadtdechant Kleine zu Gast bei orthodoxer Wasserweihe

6. Januar 2020; ksd

Köln. Den Segen für die Menschen der Stadt und darüber hinaus haben am Dreikönigstag, 6. Januar, die Griechisch-orthodoxe Kirche und die katholische Kirche in Köln erbeten. Stadtdechant Robert Kleine hat dabei auf Einladung von Erzpriester Constantin Miron an der Großen Wasserweihe der Orthodoxen Kirche am Rhein teilgenommen und neben einem Gruß in der Kirche "Entschlafen der Gottesmutter“ (Alt-St. Heribert) auch das Pilgergebet zu den Heiligen Drei Königen aus dem Kölner Dom gesprochen.

„Als Stadtdechant habe ich ein gutes ökumenisches Verhältnis zu den anderen Kirchen in der Stadt. Auch mit der Griechisch-orthodoxen Kirche und ihrem Erzpriester Constantin Miron verbindet uns eine gute Partnerschaft“, erklärte Monsignore Kleine im Anschluss. Jesus Christus und die gemeinsame Taufe verbinde die beiden Kirchen, so der Stadtdechant über die gegenseitige Anerkennung der Taufe. „Dieser Tag ist ein ganz besonderer: Wir feiern in Köln, und natürlich vor allem im Dom, die Heiligen Drei Könige, Epiphanie – Erscheinung des Herrn. Dasselbe tut auch die Griechisch-orthodoxe Kirche, aber sie nimmt schon die Taufe Jesu in den Blick. Und auch wir feiern am nächsten Sonntag Taufe des Herrn.“ Damit schließe der Weihnachtsfestkreis ab.

„Ich finde es sehr beeindruckend, wenn wir in der Osternacht das Taufwasser segnen und auch sonst das Weihwasser – und hier wird ein ganzer Fluss gesegnet als Zeichen dafür, dass Gott Leben schenkt“, sagte Kleine. Auch das Licht spiele eine Rolle als Zeichen dafür, dass an Weihnachten das Licht in Jesus Christus in die Welt gekommen sei. „Das alles verbindet sich wunderbar in dem heutigen Fest der Theophanie bei den Orthodoxen“, betonte der Stadtdechant. „Der Brückenschlag zwischen Alt-St. Heribert und dem Kölner Dom ist gelungen. Beide haben wir den Segen für die Menschen dieser Stadt und darüber hinaus erbeten.“

Es sei ihm eine große Freude und Ehre gewesen, wieder zu Gast bei der Großen Wasserweihe zu sein, so Kleine. Erstmals war dies im Jahr 2019 der Fall. Erzpriester Constantin Miron hat bereits die Einladung für das kommende Jahr ausgesprochen. „Wir sind gemeinsam auf dem Weg auf Christus hin – und das hier in Köln in einem guten ökumenischen Miteinander“, freut sich Stadtdechant Msgr. Robert Kleine.

Die Große Wasserweihe der orthodoxen Kirchen hat ihren Ursprung bereits in frühchristlicher Zeit. Sie findet in der Griechisch-orthodoxen Kirche am 6. Januar statt, wenn die christlichen Kirchen der „Erscheinung des Herrn“ (Epiphanie) unter den Menschen, der Menschwerdung Gottes, gedenken. Die orthodoxe Kirche erinnert mit der Wasserweihe an die Taufe Jesu im Jordan durch Johannes den Täufer und nennt das Fest auch „Theophanie“ (Gotteserscheinung).

Der Ritus gehört zu den eindrucksvollsten Zeremonien der Orthodoxie. Die Gläubigen ziehen nach einem feierlichen Gottesdienst – der sogenannten Göttlichen Liturgie – in einer Prozession zum Fluss. Dort taucht der Priester das Kruzifix dreimal rituell ins Wasser. Durch die Taufe Jesu im Jordan wurde gemäß der orthodoxen Theologie das Wasser dieses Flusses und aller Flüsse der Welt gesegnet. Deshalb gilt die Große Wasserweihe auch als Segen für die ganze Schöpfung. Anschließend werden die Gläubigen gesegnet und können das Kruzifix küssen. In anderen Ländern tauchen auch die Gläubigen selbst teilweise oder ganz ins Wasser.

 

„Ohne die Heiligen Drei Könige gäbe es den Kölner Dom nicht“ – Stadtdechant Robert Kleine über den Dreikönigstag

6. Januar 2020; ksd

Köln. Am 6. Januar feiert die Kirche das Fest „Erscheinung des Herrn“. Für die Gläubigen stehen an diesem Tag besonders die Heiligen Drei Könige im Mittelpunkt, deren Gebeine im Kölner Dom verehrt werden. Warum es den Dom ohne die „Drei Weisen aus dem Morgenland“, die das Jesuskind ud seine Eltern einst retteten, gar nicht geben würde und was es mit dem Dreikönigstag auf sich hat, erklärt der Kölner Stadt- und Domdechant Robert Kleine bei Radio Köln. Dabei erzählt der Monsignore auch etwas über Sternstunden in unserem Leben.

 

An historischer Stelle in Mailand, von wo aus die Reliquien der Heiligen Drei Könige einst nach Köln kamen, hat Stadtdechant Kleine der Geschichte dieser besonderen Männer nachgespürt. In diesem kurzen Video erzählt er mehr über den spannenden Weg der Drei als Caspar, Melchior und Balthasar bekannten Weisen, die einst einem Stern folgten, um das neugeborene Jesuskind zu begrüßen.

  

Neu ab diesem Jahr: Schädelreliquien der Heiligen Drei Könige über den 6. Januar hinaus zu sehen

3. Januar 2020; ksd

Köln (pkd). Bislang blieb es den Dombesuchern am 6. Januar vorbehalten, einen Blick auf die berühmtesten Reliquien der Kölner Kathedrale zu werfen. Ab diesem Jahr bleibt die Trapezplatte am Dreikönigenschrein vom Dreikönigstag bis zum darauffolgenden Sonntag geöffnet.

Er ist das größte, künstlerisch bedeutendste und inhaltlich anspruchsvollste Reliquiar des Mittelalters: Der Dreikönigenschrein im Kölner Dom. Jedes Jahr am 6. Januar wird die trapezförmige Platte auf seiner Vorderseite geöffnet – und hinter einem Gitter werden die Schädel der Heiligen Drei Könige sichtbar. Ab dem 6. Januar dieses Jahres wird die Dauer der Öffnung ausgeweitet: Künftig ist es bis zum Fest der Taufe des Herrn – dem Sonntag nach dem Dreikönigsfest – möglich, den geöffneten Schrein zu besuchen. Hinter einem Gitter werden die Schädel der Könige sichtbar.

„Die verlängerte Öffnung des Schreins fördert unser Anliegen, den Dom stärker als Ort zu prägen, an dem wir die Heiligen Drei Könige in besonderer Weise verehren“, sagt Dom- und Stadtdechant Robert Kleine. „Sie sind das eigentliche Herzstück unserer Kathedrale: Die der Überlieferung nach einzigen erhaltenen Gebeine von Menschen, die den neugeborenen Messias gesehen haben. Um ihre Bedeutung für den Dom zu betonen, haben wir im vergangenen Jahr die ‚Domwallfahrt‘ in ‚ Dreikönigswallfahrt‘ umbenannt. Nun möchten wir es künftig noch besser ermöglichen, dass man ihnen nah sein kann.“

Im Anschluss an alle Gottesdienste am Dreikönigstag sei es zudem wieder möglich, den Dreikönigenschrein in einer Prozession zu unterschreiten. „Besonders festlich gestaltet werden die beiden Pontifikalämter am Dreikönigstag“, so Kleine. „Dem Gottesdienst um 10 Uhr wird Rainer Maria Kardinal Woelki vorstehen. Die Heilige Messe um 18.30 Uhr feiern wir mit Jean-Claude Kardinal Hollerich SJ, dem Erzbischof von Luxemburg.

Website des Kölner Doms neu gestaltet

Auch auf der neugestalteten Webseite des Kölner Domes rücken die Heiligen Drei Könige stärker in den Fokus. So kann man ab dem 6. Januar auf koelner-dom.de multimedial dem Stern der Magier folgen – und in Kurztexten, Bildern und Videos mehr über die kurze Erzählung im Matthias-Evangelium erfahren, in denen zuerst von ihnen die Rede war, über die Dreikönigslegenden Johannes von Hildesheims und Jacobus de Voragines sowie über den Weg der Reliquien nach Köln. „Diese virtuelle Storytelling soll allen Interessierten dabei helfen, ihr Wissen über die Heiligen Drei Könige zu vertiefen“, so Kleine. „Es ist uns ein Anliegen, die traditionellen Angebote zum Dreikönigstag mit multimedialen Möglichkeiten zu erweitern. Ein Angebot nicht nur, aber auch für jüngere Menschen.“

Die inhaltliche Neuausrichtung des Kölner Domes, an der das Domkapitel derzeit arbeitet, soll den Dom deutlicher als Ort des Glaubens, als Ort der Kunst und Kultur, als Ort des Willkommens und als Ort der Heiligen Drei Könige prägen. Im Jahr 2019 hat dieser Prozess neben einer stärkeren Fokussierung auf die Heiligen Drei Könige schon viele weitere Früchte getragen. Seit April laden etwa internationale Lautsprecheransagen zu den Liturgien ein, seit Mai verstärken die ersten Domschweizerinnen die Aufsichtskräfte am Dom. Aktuell läuft ein Agenturwettbewerb zur Erarbeitung eines neuen Corporate-Designs für den Kölner Dom und seine Institutionen.

 

Karnevalisten feiern am 8. Januar den traditionellen ökumenischen Gottesdienst im Kölner Dom

3. Januar 2020; ksd

Köln (pek). Karnevalisten aus Köln und Umgebung feiern am Mittwoch, 8. Januar, gemeinsam mit dem Kölner Erzbischof, Kardinal Rainer Maria Woelki, dem Kölner Stadtdechanten Monsignore Robert Kleine sowie Dr. Bernhard Seiger, Stadtsuperintendent des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region, einen Wortgottesdienst. Beginn ist um 18.30 Uhr im Kölner Dom. Das Kölner Domradio überträgt den Gottesdienst live im Internet.

Die Kollekte kommt in diesem Jahr dem Sozialdienst Katholischer Männer (SKM) und dem Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) in der Siedlung „Im Mönchsfeld“ im Kölner Norden zugute. Hier bieten die katholische Kirchengemeinde, der SkF und der SKM gemeinsam wichtige Hilfen für Familien, Jugendliche und Kinder an. 

  

Stadtdechant Robert Kleine nimmt am 6. Januar an der Großen Wasserweihe der Griechisch-orthodoxen Kirche in Köln teil

2. Januar 2020; ksd

Köln. Stadtdechant Msgr. Robert Kleine nimmt am Dreikönigstag, 6. Januar, an der traditionellen Fluss-Segnung der orthodoxen Kirche in Köln teil. Die Zeremonie findet etwa auf Höhe der Griechisch-orthodoxen Kirche „Entschlafen der Gottesgebärerin“ (Alt-St. Heribert, Urbanstraße 1) am Deutzer Rheinufer (Rheinboulevard) statt.

Die Große Wasserweihe der orthodoxen Kirchen hat ihren Ursprung bereits in frühchristlicher Zeit. Sie findet in der Griechisch-orthodoxen Kirche am 6. Januar statt, wenn die christlichen Kirchen der „Erscheinung des Herrn“ (Epiphanie) unter den Menschen, der Menschwerdung Gottes, gedenken. Die orthodoxe Kirche erinnert mit der Wasserweihe an die Taufe Jesu im Jordan durch Johannes den Täufer und nennt das Fest auch „Theophanie“ (Gotteserscheinung).

Der Ritus gehört zu den eindrucksvollsten Zeremonien der Orthodoxie. Die Gläubigen ziehen nach einem feierlichen Gottesdienst (Beginn der sogenannten Göttlichen Liturgie ist um 9 Uhr in der Kirche „Entschlafen der Gottesgebärerin“, Urbanstraße 1) in einer Prozession mit Kerzen, Ikonen und vielem mehr zum Fluss. Dort taucht der Priester das Kruzifix dreimal rituell ins Wasser. Durch die Taufe Jesu im Jordan wurde gemäß der orthodoxen Theologie das Wasser dieses Flusses und aller Flüsse der Welt gesegnet. Deshalb gilt die Große Wasserweihe auch als Segen für die ganze Schöpfung.

Stadtdechant Msgr. Robert Kleine hat im vergangenen Jahr erstmals an der Großen Wasserweihe teilgenommen. Vorausgegangen war eine Einladung von Erzpriester Constantin Miron, mit dem das Stadtdekanat auf ökumenischer Ebene intensiv zusammenarbeitet. Monsignore Kleine freut sich bereits auf die erneute Teilnahme und sagt dazu: „Das gemeinsame Zeugnis für die frohe Botschaft, dass Gott in Jesus Christus Mensch geworden ist, verbindet besonders an diesem Festtag die Kirchen in Ost und West und unterstreicht das gemeinsame Fundament unseres Glaubens. Ich danke Erzpriester Constantin Miron und seiner Gemeinde sehr für die Einladung zur Mitfeier.“

Constantin Miron ist Erzpriester des Ökumenischen Patriarchats und Pfarrer der Kirche "Entschlafen der Gottesgebärerin“.

  

Früherer Dombaumeister Arnold Wolff starb an Heiligabend – Maßstäbe im Amt gesetzt

28. Dezember 2019; ksd

Köln. Mit seiner charakteristischen Fliege um den Hals ist Arnold Wolff eine der zeitgenössischen Persönlichkeiten, die von den Steinmetzen der Kölner Dombauhütte an der Kathedrale skulptural in Stein verewigt wurden – in Gestalt eines Wolfswasserspeiers. 27 Jahre lang, von 1972 bis 1999, stand Wolff als Dombaumeister an der Spitze der Dombauhütte am Weltkulturerbe Kölner Dom und hat in dieser Position Maßstäbe gesetzt. Am Heiligen Abend ist Professor Dr. Arnold Wolff verstorben. Er wurde 87 Jahre alt.

Seine Amtsnachfolgerin Professorin Dr. Barbara Schock-Werner (1999-2012) sagte dem domradio.de im Interview: „Er hat die Dombauhütte ganz entschieden geprägt, indem er die heute noch benutzten Werkstätten eingerichtet hat, die als vorbildlich galten und gelten. Ihm verdankt die Glasrestaurierungswerkstatt, die weltweit einen Ruf hat, ihre Existenz. Er sorgte auch dafür, dass die Ausgrabungen für die Besucher zugänglich gemacht wurden. Ihm lag neben der Erforschung auch die Öffentlichkeitsarbeit sehr am Herzen.“ Legendär seien Arnold Wolffs 15 öffentliche Vorträge, die er im Sommer 1998 vom Balkon des DOMFORUMs gehalten habe. Dabei hätten oft mehr als 1000 Leute  fasziniert zugehört. „Ich kenne heute noch Leute, die von diesen Vorträgen schwärmen", so Schock-Werner.

Wolff stammte aus Wevelinghoven im Kreis Grevenbroich und hattte schon als Junge vom Kölner Dom geträumt, wie er einmal erzählte. An der RWTH in Aachen wurde der damalige Kölner Dombaumeister Willy Weyres, der einen Lehrauftrag an der Hochschule hatte, auf den Studenten aufmerksam. So konnte Wolff berets in den 1950er- und frühen 1960er-Jahren am Kölner Dom tätig werden und wurde etwa mit der Vorbereitung der Restaurierung des Dreikönigenschreins betraut. Weyres holte ihn schließlich 1962 als Architekt in die Dombauverwaltung.1968 promovierte Wolff an der RWTH mit einer Dissertation über die erste Bauzeit des gotischen Domes. Mit dieser Arbeit setzte er neue Maßstäbe im Bereich mittelalterlicher Bauarchäologie. Sie gilt bis heute als Grundlage jeder baugeschichtlichen Beschäftigung mit dem Kölner Dom.

1972 übernahm Wolff das Amt des Kölner Dombaumeisters. Unter seiner Leitung wurde das Dombauarchiv neu organisiert, die Dombauhütte neu gebaut und der hauseigene „Verlag Kölner Dom“ gegründet. Darüber hinaus kam es zu einer neuen Würdigung der künstlerischen Leistung des 19. Jahrhunderts. Dies zeigte sich etwa in der Wiedereinsetzung des großen Westfensters von Carl Julius Milde, das in den Jahren von 1865 bis 1870 geschaffen und im Zweiten Weltkrieg ausgebaut, aber dennoch beschädigt worden war.

Eine ausführliche Würdigung von Professor Arnold Wolff durch die Dombauhütte Köln finden Sie hier.

Einen Bericht von domradio.de über das Requiem finden Sie hier.

 

„Segen bringen, Segen sein": Sternsinger-Aussendung im Kölner Dom am 27. Dezember

20. Dezember 2019; ksd

Köln (pek). Königlichen Besuch bekommt der Kölner Dom am Freitag, 27. Dezember. An diesem Tag sendet Kardinal Rainer Maria Woelki tausende Kinder als Könige verkleidet für das Erzbistum Köln aus. Der Gottesdienst beginnt um 11 Uhr. Die Aktion Dreikönigssingen steht 2020 unter dem Motto „Segen bringen, Segen sein. Frieden! Im Libanon und weltweit“.

Die Sternsinger setzen sich für den Frieden in aller Welt ein. In den Tagen um den 6. Januar ziehen Kinder als Heilige Drei Könige gekleidet von Haus zu Haus. Dabei schreiben sie auf Wunsch den Segensspruch 20*C+M+B+20 über die Haustür oder bringen einen entsprechenden Aufkleber an. Die drei Buchstaben stehen für den lateinischen Satz „Christus Mansionem Benedicat“ – „Christus segne dieses Haus“.

Träger der Aktion Dreikönigssingen sind das Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Insgesamt haben die Sternsinger seit dem Start der Aktion im Jahr 1959 über eine Milliarde Euro gesammelt. Weltweit konnten dadurch mehr als 74 400 Projekte und Hilfsprogramme für Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa gefördert werden.

 

„Seenotrettung nicht kriminalisieren": Katholische und evangelische Kirche von Köln unterstützen die Aktion Seebrücke

18. Dezember 2019; Hildegard Mathies

Köln. Aus Anlass des Internationalen Tags der Migranten haben das Katholische Stadtdekanat Köln und der Evangelische Kirchenverband Köln und Region erstmals eine sozialpolitische Gemeinsame Erklärung herausgegeben. Gemeinsam mit Aktivisten der Aktion Seebrücke forderten Stadtdechant Msgr. Robert Kleine und Stadtsuperintendent Dr. Bernhard Seiger im Rahmen einer Pressekonferenz eine humane und humanitäre Flüchtlingspolitik von der EU. Umrahmt wurde die Pressekonferenz von der Präsentation großer Banner zur Seebrücken-Aktion „Jeder Mensch hat einen Namen" an der katholischen Agnes- und der evangelischen Lutherkirche (an der Lutherkirche bis zum 4. Januar).

 

Dreihundert Kilometer – das ist doch gar nicht so viel. So weit ist es etwa von Libyens Küste bis Lampedusa. 17 Grad Wassertemperatur am Tag – das ist doch gar nicht so wenig. Und auch wenn das Thermometer nachts fällt – es wird doch schon noch gehen, irgendwie. Doch es sind nicht diese Maßstäbe, nicht unsere westlich-sicheren Maßstäbe, die wir anlegen dürfen, wenn es um Menschen geht, die auf der Flucht sind. Die übers Mittelmeer zu uns kommen wollen, dorthin, wo vermeintlich Sicherheit herrscht und Frieden, wo Hoffnung ein Ziel hat und sie eine Zukunft. Und wo sie Wärme erwarten, menschliche Wärme.
Die Realität sieht anders aus. Tag für Tag, wann immer Wetter und Wellen es auch nur ansatzweise zulassen, machen sich Menschen auf den Weg nach Europa. Sie fliehen vor Krieg und Gewalt, vor Hass und Hunger, vor Perspektivlosigkeit und Hoffnungslosigkeit, Verfolgung und Ausgrenzung. Und vor dem Tod, der sie bisweilen sogar in der eigenen Familie erwartet, etwa wenn sie sich als Muslime entschieden haben, Christ zu werden.
Oft lassen sie alles zurück, ihre Familie, ihr Leben, ihre Identität. Manchmal haben sie oder die ganze Familie all ihr Geld gegeben für einen Platz auf engstem Raum in einer Nuss-Schale oder einem Seelenfänger-Bötchen. Das kaum Wind und Wetter und der Masse von Menschen, die auf ihm zusammengepfercht werden, Stand halten kann. Wenn sie aufs Boot gehen, haben viele zudem schon einen langen Weg hinter sich und sind am Ende ihrer Kraft. Viele Flüchtlinge berichten von Hunger und Durst auf dem Weg durch die libysche Wüste, aber auch von Misshandlung, Gewalt, Folter und Vergewaltigung, bis sie einen Platz auf einem Boot ergattern können.
Fast jeden Tag sterben Menschen im Mittelmeer, Männer, Frauen, Kinder. Wie viele, weiß niemand. 15 000 allein in den vergangenen fünf Jahren schätzt die UNO. Wie viele Menschen wirklich qualvoll in den Fluten untergehen und erst panisch, dann wie gelähmt langsam ihrem Tod entgegensinken – niemand weiß es. Denn niemand weiß, wie viele Menschen wirklich auf so einem Boot sind.
Der Umgang mit diesen Menschen, die Frage ihrer Rettung – oder brutal nüchtern ihrer Nicht-Rettung – ist in den vergangenen Jahren zum Politikum geworden. Die Staaten der Europäischen Union (EU) und auch die anderen Anrainer des Mittelmeeres schieben sich die Verantwortlichkeiten zu. Konsequente Seenotrettung wird fast nur noch von zivilgesellschaftlichen Initiativen und Bündnissen betrieben, wie der Aktion Seebrücke. Das Katholische Stadtdekanat Köln und der Evangelische Kirchenverband Köln und Region haben aus Anlass des Internationalen Tages der Migranten in einer Gemeinsamen Erklärung mit dem Titel „Jedes Leben zählt“ ihre Solidarität mit Initiativen wie der Aktion Seebrücke erklärt. Zugleich fordern sie von der EU eine humane und humanitäre Flüchtlingspolitik. Die erste gemeinsame sozialpolitische Erklärung von Stadtdechant Msgr. Robert Kleine und Stadtsuperintendent Dr. Bernhard Seiger wurde gemeinsam mit den beiden Seebrücke-Aktivisten Laura Gey und Johannes Gaevert, der gerade von einer Mission auf dem Rettungsschiff „Alan Kurdi“ zurückgekehrt ist, sowie Pfarrer Hans Mörtter in der evangelischen Lutherkirche der Presse vorgestellt. An der Lutherkirche in der Südstadt weisen zwei orangefarbene, fünf mal zehn Meter große Banner unübersehbar auf die Arbeit der Seebrücke hin – und auf ihre Aktion „Jeder Mensch hat einen Namen“. Die Banner nennen Namen und Zahlen von Menschen, die auf der Flucht über das Mittelmeer ertrunken sind. Zuvor hingen die Transparente an der katholischen St,-Agnes-Kirche in Nippes.

„Ertrinkende muss man retten“

„Das, was im Mittelmeer geschieht, ist eine menschliche Katastrophe, ein unhaltbarer Zustand“, betonte Seiger. Es sei eine staatliche Aufgabe, dafür zu sorgen, dass Menschen aus Seenot gerettet werden können. „Und wenn das nicht der Fall ist, dann sind zivilgesellschaftliche Organisationen und eben auch wir Kirchen gefragt, unseren Beitrag dafür zu leisten, dass erkannt wird, dass Handlungsbedarf besteht.“ Die EU habe hier in den vergangenen Jahren versagt.
Außer Frage stehe, dass die Seenotrettung im Mittelmeer ein Muss ist. „Ertrinkende muss man retten, ohne jedes Wenn und Aber“, bekräftigte Seiger. „Das gehört sich aus dem Gebot der Nächstenliebe heraus und das gebietet das Grundgesetz mit dem einfachen und klaren Satz ‚Die Würde des Menschen ist unantastbar‘. Und das gebietet das Internationale Seerecht.“ Seenotrettung dürfe nicht kriminalisiert werden, wie es im vergangenen Sommer „an vielen Stellen passiert ist und wie es einige EU-Staaten getan haben“, sagte Seiger. „Das geht nicht. Das ist ein Tabubruch und dem müssen wir uns entgegenstellen.“
Weltweit sind mehr als 70 Millionen Menschen auf der Flucht. „Wenn man Migranten dazurechnet, ist die Zahl noch viel größer“, so der Stadtsuperintendent. Von 272 Millionen Menschen sprechen die Vereinten Nationen. „Da begreifen wir, wie groß die Dimensionen sind, über die wir reden.“ Es gehe gerade deshalb um die Würde, um die Namen, um die Identität jedes Einzelnen.

„Europa darf keine Festung sein“

Stadtdechant Kleine warnte davor, dass die Gesellschaft abstumpfe gegenüber der menschlichen Katastrophe im Mittelmeer. Nur äußerst dramatische Bilder wie die des an den Strand gespülten toten kleinen Jungen Aylan Kurdi vor einigen Jahren schaffen es noch in die Nachrichten und ins Bewusstsein der Menschen. Doch auch sie verschwinden in der Regel schnell wieder aus dem Fokus.
In Hass-Kommentaren sei oft die Rede davon, dass das „alles Wirtschaftsflüchtlinge“ oder „ Kriminelle“ seien. „Dann denke ich: Ihr, die ihr solche Kommentare schreibt, überlegt doch einmal: Was wäre, wenn du mit deiner Familie in einem Kriegsland leben müsstest? Was wäre, wenn du versuchst, etwas für deine Familie zu tun? Das ist ja unser Bestreben, sich einzusetzen für Menschen, die man liebt, die man im Herzen trägt“, so Kleine. Viele sähen ihre einzige Chance darin, zu fliehen und ihre Heimat zu verlassen. „Keiner tut das leichtfertig, eine Hoffnung treibt die Menschen auf dieses Meer hinaus.“
Europa dürfe für sie nicht zur Festung werden, betonte der Stadtdechant. „Wir müssen schauen, wie alle europäischen Staaten – selbst die, die keine Küste haben, an denen Flüchtlinge ankommen, wie die osteuropäischen Mitgliedsländer wie Polen oder Ungarn – eine gerechte Verteilung schaffen und wie man dafür sorgen kann, dass diese Menschen, die zu uns kommen, eine Zukunft erhalten.“ Die Flüchtlingslager an den Küsten seien überfüllt. „Es ist beschämend, wenn wir als Industrienationen, die wir alle Möglichkeiten haben, auch finanziell, sagen: Das können wir uns nicht leisten, da bricht unsere Struktur zusammen, wenn wir diese Menschen aufnehmen“, kritisierte Kleine.

„Der braunen Saat den Nährboden entziehen“

Mit der Gemeinsamen Erklärung fordern die beiden Kirchen auch einen gesellschaftlichen Klimawandel, machte der Stadtdechant deutlich. „Wir setzen uns dafür ein, dass das Klima in unserer Gesellschaft nicht von Hetze und Hass gegenüber Geflüchteten bestimmt wird.“ Wenn eine Gewalttat verübt werde, werde zuerst nach der Nationalität des Täters gefragt: „Und wenn er schon länger hier lebt, wird gefragt. Ist er ein .Bio-Deutscher’? Diese Begrifflichkeiten zeigen, dass sich etwas verschoben hat in unserer Gesellschaft“, sagte Kleine. „Natürlich ist jedes Verbrechen furchtbar und muss bestraft werden. Aber diese Denke in leider immer mehr Köpfen: Wir sind die Guten und die anderen sind die Bösen und das Böse kommt quasi über das Mittelmeer – das ist unerträglich. Da müssen wir dagegenhalten, gegen alle rassistischen und nationalistischen Tendenzen – und das tun wir auch als Kirchen und fordern damit auch die Politik auf, eine humane und humanitäre Flüchtlingspolitik anzuwenden, damit diesem Sumpf der Nährboden entzogen wird und damit die braune Saat in unserem Land nicht aufgeht.“
„Es ist eindeutig, dass das zivilgesellschaftliche Engagement dringender ist denn je“, sagte Johannes Gaevert, der fast einen Monat lang mit dem Rettungsschiff „Alan Kurdi“ im Mittelmeer unterwegs war. 84 Menschen wurden auf der Mission aus Seenot gerettet, darunter viele junge entkräftete Frauen, viele Minderjährige und zwei Neugeborene, berichtet der 21-Jährige.
„Die Situation ist weiterhin sehr dramatisch“, so der Seebrücke-Aktivist. „Wir hatten Menschen an Bord, die seit drei oder vier Jahren in Libyen sind und es teilweise drei- oder viermal versucht haben. Die sagen uns: Ich springe lieber über Bord, wenn die libysche Küstenwache kommt, und sterbe im Meer, als wieder zurück nach Libyen zu kommen. Die Menschen sterben lieber auf dem Mittelmeer, als länger in der ,Hölle in Libyen’ zu bleiben.“

„Das Mittelmeer darf kein Massengrab mehr sein“

Seine Kollegin Laura Gey engagiert sich seit dem vergangenen Jahr in der Kölner Gruppe der Aktion Seebrücke. Den Ausschlag gab die zunehmende Kriminalisierung der Seenotrettung, aber auch immer mehr Hass gegen Geflüchtete und rassisitsche Tendenzen. „Es gibt in den politischen Strukturen ein Interesse daran, Seenotrettung in Europa zu kriminalisieren“, ist sie überzeugt. „ Das hat für mich einen ganz krassen Tabubruch dargestellt und ging einher mit einer moralischen Verlagerung in unseren Vorstellungen von Gut und Böse und von dem, was richtig und was falsch ist.“ Vorstellungen, die eigentlich in einer zivilisierten Gesellschaft „extrem wichtig“ seien. „Dass sich da etwas verschiebt wurde auch politisch – mindestens auf deutscher Seite – zugelassen und auch toleriert. Das ist etwas, wo die Zivilgesellschaft eine große Rolle spielen muss, damit meine ich auch die Kirchen, aber auch politische Aktionsbündnisse wie die Seebrücke, denen die Aufgabe zukommt zu sagen: Es gibt auch eine andere Gesellschaft, ein anderes Europa, wo die Leute Interesse daran haben, dass eben weiterhin gerettet wird und wo die Leute Interesse an diesen Menschenleben haben! Das ist die Aufgabe, die da vor uns liegt.“
Für Pfarrer Mörtter stand außer Frage, dass er die Lutherkirche zur Verfügung stellt, um auf das Thema und die Aktion aufmerksam zu machen. Die Gemeinde engagiert sich bereits seit mehr als einem Jahrzehnt für Flüchtlinge. Der Südstadt-Pfarrer findet deutliche Worte: „Ich bin der Ansicht, dass das Sterben im Mittelmeer bewusster Totschlag Europas ist. Das muss man sagen! Unsere Regierung, unsere Politik begeht bewussten Totschlag, indem sie das zulässt und nicht dagegen kämpft.“ Denn Deutschland sei ein wesentlicher Bestandteil europäischer Politik. „Sich rauszuhalten geht gar nicht – vor allem nicht mit unserer Geschichte“, betonte Mörtter. „Massengräber dürfen nicht mehr sein. Für die war Deutschland zweimal verantwortlich – und jetzt muss es dafür verantwortlich sein, dass es kein Massengrab Mittelmeer mehr gibt.“

Die Gemeinsame Erklärung von Stadtdekanat und Evangelischem Kirchenverband finden Sie hier.

Den Kölner Aufruf der Aktion Seebrücke finden Sie hier. Weitere Informationen über die Kölner Aktivisten der Seenotrettung gibt eshier.

Pfarrer Mörtter ruft dazu auf, sich zu Weihnachten ein Flüchtlingsschiff aus Papier in den Christbaum zu hängen, als Erinnerung, Mahnung und Zeichen der Solidarität. Die Vorlage zum Ausdrucken und Basteln gibt es unter www.sosprojekt.de

  

Hinweisen möchten wir auch noch einmal auf den Fachtag der Aktion Neue Nachbarn am Freitag, 17. Januar, zu dem Sie sich noch anmelden können. Informationen dazu finden Sie hier.

 

„Jedes Leben zählt“: Gemeinsame Erklärung von ev. und kath. Kirche in Köln zur Seenotrettung von Flüchtlingen

17. Dezember 2019; ksd

Köln. Rund 15.000 Menschen sind in den vergangenen fünf Jahren nach Schätzungen der UNO-Flüchtlingshilfe bei der Überfahrt mit Flüchtlingsbooten über das Mittelmeer gestorben oder verschollen. Genaue Zahlen kennt niemand, denn niemand weiß, wie viele meist übervoll besetzte Boote oder kleine Schiffe sich Tag für Tag auf den Weg von den Küsten Afrikas oder von anderen Ländern aus nach Europa aufmachen, um hier Sicherheit, Frieden und ein neues Leben zu finden.

Zivilgesellschaftliche Initiativen und Bündnisse wie die „Aktion Seebrücke“ setzen sich für sichere Fluchtrouten und eine Entkriminalisierung der Seenotrettung ein. Im Dezember machen zwei große Banner an der evangelischen Lutherkirche in der Südstadt und an der Kirche St. Agnes auf die Aktion aufmerksam. Die Aktion schafft einen Ort zum Erinnern und gibt den Ertrunkenen damit ein Stück Würde. In einer Gemeinsamen Erklärung bekräftigen der katholische Stadtdechant Msgr. Robert Kleine und der evangelische Stadtsuperintendent Dr. Bernhard Seiger ihre Solidarität mit der Aktion und fordern eine humane EU-Flüchtlingspolitik:

 

„Kein Mensch setzt sich und seine Familie leichtfertig der vor allem jetzt im Winter lebensgefährlichen Flucht über das Mittelmeer aus. Wer seine Heimat verlässt und sein ganzes bisheriges Leben aufgibt, hat dafür immer einen triftigen Grund. Menschen, die auf der Suche nach Sicherheit und Schutz vor Verfolgung, nach Frieden und Perspektiven für ein neues Leben in Freiheit und Selbstbestimmung zu uns kommen, verdienen zuallererst unsere Aufnahme, Hilfe und Unterstützung. Die humanitär gebotene Seenotrettung im Mittelmeer sollte seitens der EU wiederaufgenommen werden. Erst in weiteren Schritten geht es um die Prüfung der Fluchtursachen und eine Entscheidung über die Zukunft der geflüchteten Menschen.

Wir, die evangelische und die katholische Kirche in der Stadt Köln, unterstützen die zivilgesellschaftlichen und kirchlichen Organisationen, die sich für die Seenotrettung und den Schutz von Geflüchteten einsetzen. Wir fordern die Politiker auf europäischer und bundesdeutscher Ebene auf, sich für sichere Fluchtrouten und eine humane Flüchtlingspolitik einzusetzen. Angesichts der Notlage im Mittelmeer müssen Menschlichkeit und Nächstenliebe Vorrang haben. Die Bekämpfung von Fluchtursachen ist eine gewaltige und globale Aufgabe. Der Verweis auf diese Zusammenhänge darf aber nicht dazu führen, dass grundlegende Menschenrechte an den Grenzen der EU nicht mehr gelten und Menschen nicht aus Seenot gerettet werden.

Wir müssen uns zudem gemeinsam und mit aller Kraft dafür einsetzen, dass das Klima in unserer Gesellschaft nicht von Hetze und Hass gegenüber Geflüchteten bestimmt wird. Es gilt, herrschenden Ängsten, Vorurteilen, aber vor allem rassistischen und nationalistischen Tendenzen und Gefahren entschieden zu begegnen. 

Als Christen erheben wir unsere Stimme immer dann, wenn Menschen in ihrer Würde und Freiheit verletzt werden. Für uns in der Stadt Köln bedeutet das, aufmerksam und sensibel zu sein für die Bedürfnisse der Menschen, die zu uns kommen. Gemeinsam müssen wir in der Politik, in den Kirchen, in der Wirtschaft und vielen gesellschaftlichen Gruppen dafür arbeiten, dass Menschen, die auf Zeit oder dauerhaft mit uns leben, hier eine neue Perspektive, Schutz und Sicherheit finden. Denn jedes Leben zählt.“ 

 

Weitere Informationen zur Aktion Seebrücke finden Sie hier.

 

Foto (v.li. nach re.): Stadtdechant Msgr. Robert Kleine, Johannes Gaevert und Laura Gey, beide Seebrücke Köln, Stadtsuperintendent Dr. Bernhard Seiger und Pfarrer Hans Mörtter vor der Lutherkirche. © APK

 

Ökumenische Gottesdienstimpulse von kath. und ev. Kirche in Köln setzen Zeichen gegen Antisemitismus und Hass

17. Dezember 2019; ksd

Köln. Angesichts des zunehmenden und immer aggressiver werdenden Antisemitismus in Deutschland haben Stadtdechant Msgr. Robert Kleine und Stadtsuperintendent Dr. Bernhard Seiger entschieden, den katholischen und den evangelischen Kirchengemeinden in der Stadt Gottesdienstimpulse für den vierten Advent und die Weihnachtsfeiertrage zur Verfügung zu stellen. Die Texte sollen an die jüdischen Wurzeln des Christentums und den bleibenden Bund Gottes mit seinem ersterwählten Volk Israel erinnern.

Mit dieser Initiative wollen die beiden Kirchen auch ein Zeichen der Verbundenheit und Solidarität mit den jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern und deren Gemeinden setzen.

Die Texte gibt es hier zum Nachlesen.

 

„Das Paradies ist anderswo“: Multimediale Lichtinstallation zu Weihnachten in Herz-Jesu-Kirche

16. Dezember 2019; ksd

Köln. Kann man sich eine Welt denken, in der es keine Vorstellung von anderen, von besseren Welten gibt? Um diese Frage kreist das Projekt „Das Paradies ist anderswo“ der Kölner Künstlerin Kane Kampmann. Die vierte Ausgabe der multimedialen Lichtinstallation wird an Heiligabend, 24. Dezember, und am ersten Weihnachtsfeiertag, 25. Dezember, jeweils von 21 bis 24 Uhr in der Kirche Herz Jesu am Zülpicher Platz gezeigt. Sie soll die neugotische Kirche für zwei Nächte in einen Raum für Imagination und Begegnung verwandeln.

„Die Sehnsucht nach der vollkommenen Glückseligkeit fern von Raum oder Zeit ist ein universelles Phänomen. Zu allen Zeiten haben sich die Menschen nach einem zeitlosen ,Anderswo' gesehnt, erklärt die Künstlerin. „Wo suchen wir dieses Paradies? Wo finden wir es? Auf Landkarten, in denen das Paradies noch eingezeichnet war? In vergangenen oder zukünftigen Zeiten, auf einer Südseeinsel, in astronomischen Systemen, der Quantenphysik oder in unserem Innersten?“

Der Untertitel „Le Coeur“ (Das Herz) nimmt Bezug auf das Patrozinium der Kirche. „So wie das Herz das Zentrum unseres Körpers ist, in das Leben ein- und ausströmt, will die Lichtinstallation einen offenen, fließenden Raum schaffen, in dem Weltliches und Spirituelles zusammenfinden. An diesem Ort kann sich jeder auf eine zeitlose Reise begeben.“

Die Installation umfasst analoge und digitale Projektionen, die manuell gesteuert werden. Akustische und elektronische Musik, eigens komponiert und live gespielt sowie Texte und Poesien, gesprochen und projiziert, sollen einen sich permanent ändernden Kosmos erschaffen, in den die Besucher eintauchen und in dem sie verweilen können.

Mehr Informationen über die Künstlerin finden Sie hier.



Bahnhofsmission Köln zeigt eine besondere Krippe und lädt zur Besichtigung ein

16. Dezember 2019; ksd

Köln. Die Bahnhofsmission Köln macht zum zweiten Mal beim Kölner Krippenweg mit. Ganz im Stil des beginnenden 21. Jahrhunderts wurde eine Miniaturausgabe der Bahnhofsmission mit Bahnhofsuhr, Sitzbänken, Anzeigetafeln sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Uniform gestaltet. Sie kann bis zum Dreikönigstag, 6. Januar, rund um die Uhr im Fenster der Bahnhofsmission besichtigt werden (Gleis 1)

Die Krippe zeigt typische Bahnhofszenen, die sich so täglich in einem der größten Bahnhöfe in Deutschland abspielen. So kümmern sich in einer Szene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bahnhofsmission, der Deutschen Bahn und der Polizei um Reisende und hilfsbedürftige Menschen. Die „ Heilige Familie“ in ihrer Not wird symbolisch als Flüchtlingsfamilie dargestellt. Die Figuren, hergestellt aus Künstler-Modelliermasse, sowie die Kulisse entwarf Günter Winckler, ein ehrenamtlicher Mitarbeiter der Bahnhofsmission und ehemals Entwicklungshelfer in Afrika.

Wie in der Weihnachtsgeschichte auch bietet die Bahnhofsmission Köln Schutz, Unterstützung und Weitervermittlung für Menschen, die Hilfe benötigen – unabhängig von Geschlecht, religiösem Hintergrund, sexueller Orientierung, Herkunft, Alter und Hautfarbe. In der Einrichtung öffnet sich seit 120 Jahren eine Tür für Menschen, deren Leben „entgleist“ ist, die eine Reisepause einlegen möchten, die ein offenes Ohr suchen oder tatkräftige Unterstützung im Reisekontext benötigen. Zu den wichtigen Aufgaben gehört auch die Begleitung alleinreisender Kinder.

Die Krippe kann täglich von 7 bis 19 Uhr besucht werden und ist darüber hinaus rund um die Uhr von außen im Fenster der Bahnhofsmission zu sehen. Besucht wird die Bahnhofsmission auch im Rahmen der Krippenwegsführungen, die über den Veranstalter gebucht werden können. Weitere Informationen gibt es unter www.bahnhofsmission-koeln.de

 

„Mut zum Frieden“: Am 15. Dezember wird das Friedenslicht von Bethlehem im Kölner Dom ausgesandt

12. Dezember 2019; ksd

Köln (pek). Wie jedes Jahr zum dritten Advent bringen Pfadfinder das Friedenslicht aus Bethlehem nach Köln. Das in der Geburtsgrotte Jesu entzündete Licht findet über Wien den Weg in die Domstadt. In einem von der PSG (Pfadfinderinnenschaft St. Georg) und der DPSG (Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg) veranstalteten Aussendungsgottesdienst am Sonntag, 15. Dezember, um 15 Uhr im Kölner Dom wird das Licht an Kinder, Jugendliche und Erwachsene verteilt. Unter dem Motto: „Mut zum Frieden“ ruft die Initiative in diesem Jahr dazu auf, sich für ein friedlicheres Miteinander in der Gesellschaft einzusetzen. 

Nach dem Gottesdienst bringen die Pfadfinder das Friedenslicht in staatliche, kirchliche und soziale Einrichtungen. „An vielen Orten brennt über die Weihnachtstage das Friedenslicht als Zeichen der Hoffnung und der Solidarität“, erläutert Pfarrer Dr. Dominik Schultheis, Diözesankurat der DPSG im Erzbistum Köln. „Wo immer wir uns für eine lebenswerte (Um-)Welt einsetzen und mutig dazwischen gehen, wo Unrecht geschieht, werden wir zu Lichtgestalten für jene, die im Dunkeln sind.“

Die Aktion Friedenslicht gibt es seit 1986. Sie wurde vom Österreichischen Rundfunk (ORF) ins Leben gerufen. Seit 26 Jahren verteilen Pfadfinder das Friedenslicht in ganz Deutschland.

Mehr unter www.friedenslicht.de

  

Kölner Straßennetz fordert von der Politik mehr Einsatz für Wohnraum und Wohnungslose

7. Dezember 2019; Hildegard Mathies

Köln. „Wir sitzen alle an einem Tisch…, alle gleich gut?“ – Es ist eine rhetorische Frage, die das „Kölner Straßennetz“ stellt, die Antwort ist eindeutig: „Nein“. Das Bündnis gegen Wohnungslosigkeit, zu dem auch die Katholische Wohnungslosenseelsorge GUBBIO gehört, forderte zum Nikolaustag einen klaren Wandel von der Stadtpolitik – und wollte gleichzeitig den Blick der Bürger für die geschätzt rund 8000 wohnungslosen Menschen in der Domstadt schärfen.
Dazu diente auch eine gemeinsame Nikolausfeier „für Berber und Bürger“ unter der Deutzer Brücke, mit heißen Getränken, einer ebenso heißen Suppe und vor allem mit den herzlichen Worten von Weihbischof Ansgar Puff in der Rolle des heiligen Nikolaus. Der verteilte an alle Gäste einen fair produzierten, dem Heiligen nachempfundenen Schokoladen-Nikolaus, der vor allem für die Wohnungslosen und Bedürftigen einen Hauch adventlicher Heimeligkeit verbreiten sollte.
„Den heiligen Nikolaus zeichnete aus, dass er nicht weggeguckt hat“, sagte Puff. Er ist derzeit übergangsweise im GUBBIO tätig, seit nach dem Weggang des Franziskaners Bruder Markus Fuhrmann im September dort die zweite halbe Stelle neben der Olper Franziskanerschwester Christina Klein unbesetzt ist. Gott sei Dank, so der Weihbischof, gebe es auch in der Stadt Köln viele Menschen, die nicht wegsähen, sondern die Frauen und Männer, Jugendlichen und Kinder, die auf der Straße leben beziehungsweise kein eigenes Zuhause haben, wahrnehmen. Und die diese Menschen unterstützen und sich dafür engagieren, dass ihnen geholfen wird. 

Der Traum vom eigenen Zuhause

Bereits am Vormittag hatten Vertreter des Kölner Straßennetzes auf einer gemeinsamen Pressekonferenz Politik und Stadtgesellschaft in die Pflicht genommen. Es diskutierten Christina Bacher, Chefredakteurin des Straßenmagazins „Draussenseiter“, Willi Does von der Emmaus-Gemeinschaft Köln, Jutta Eggeling vom Vringstreff, Karl-Heinz Iffland vom Kölner Arbeitslosenzentrum KALZ und Schwester Christina Klein vom GUBBIO.
Eine zwischen 2017 und 2018 erstellte Studie habe belegt, dass alle Wohnungslosen von einem eigenen Zuhause träumen, traten die Vertreter des Kölner Straßennetzes dem Mythos der freiheitsliebenden Berber entgegen, die freiwillig und gern auf der Straße leben. Nur, weil es oft keine für ihn stimmige Alternative gebe für einen Menschen, der seine Wohnung, seine Familie, seine Perspektive und sein geregeltes Leben verloren habe, landen viele Menschen auf der Straße – manchmal jahrzehntelang, manchmal bis zum Tod.
Der Aufenthalt oder die Übernachtung in einer Gemeinschaftsunterkunft oder Notschlafstelle sei für viele Wohnungslose nicht (er)tragbar, erklärten die Experten. „Da sollen plötzlich auf engem Raum beispielsweise ein psychisch Kranker, ein Alkoholiker und ein trockener Alkoholiker, ein Drogenkranker und andere Menschen zusammenleben“, sagte Eggeling. „Stellen Sie sich das einmal in Ihrer Familie vor! Das kann nicht funktionieren.“ Umso weniger, als das Leben auf der Straße immer eine akute Notsituation sei, die den Menschen unter immensen psychischen Druck setze und eine extreme physische Herausforderung sei. Hinzu kämen – bisweilen berechtigte – Ängste vor Gewalt und Diebstahl der wenigen verbliebenen Habseligkeiten. „Da nehmen viele lieber bewusst in Kauf, dass die Nacht auf der Straße ihre letzte sein könnte, gerade im Winter“, betonte Iffland.

„Housing first“ – als Erstes ein Zuhause schaffen

In Köln fehle es nicht nur allgemein an bezahlbarem Wohnraum, sondern vor allem auch an Wohnraum, bei dem ehemalige oder aktuell noch wohnungslose Menschen überhaupt eine Chance haben. „ Sie müssen mit jungen Familien, Studenten und vielen anderen konkurrieren, meist mit mehreren Dutzend Bewerbern auf eine Wohnung. Wenn da einer mit seinen paar Tüten, in denen seine gesamte Habe ist, zur Wohnungsbesichtigung kommt, weil er sie nirgendwo lassen kann, hat er keine Chance“, so Bacher.
Die Stadt Köln habe bereits vor einigen Jahren klar definiert, dass ein Zuhause ein fest ummauerter Raum sei – und nicht etwa Container, Bauwagen oder andere Alternativen beziehungsweise Übergangslösungen, wie sie bisweilen vorgeschlagen oder auch in manchen Städten und Ländern erprobt würden. In der Praxis sei der Grundsatz aber noch lange nicht verwirklicht, kritisierte das Bündnis.
Jutta Eggeling verwies auf das in Finnland erfolgreich angewandte Prinzip „Housing first“. Dort bekommen Wohnungslose als Erstes eine neue Wohnung beziehungsweise ein Appartement – ohne Bedingungen. Erst dann läuft der Apparat von Hilfe, Beratung und Begleitung an. Vier von fünf Wohnungslosen schaffen so den Weg zurück in ein geregeltes Leben. Der Vringstreff plane nun, selbst mit Mitteln aus dem „Housing first“-Fonds Wohnraum zu erwerben und so das Prinzip in Köln anzuwenden.

Köln braucht ein Hospiz für wohnungslose Menschen
Von der Politik fordert das Bündnis vor allem mehr Einsatz und konkrete Maßnahmen für die Schaffung von mehr bezahlbarem Wohnraum. Die Anzahl der Sozialwohnungen hat sich in Deutschland in den vergangenen 13 Jahren halbiert. „Wir brauchen tatsächlich einen Klimawandel“, so Bacher. „Wir brauchen ein neues gesellschaftliches Klima, in dem Menschen in Not schnell, unbürokratisch und auch unkonventionell geholfen wird.“ Und Does ergänzte: „Eine Gesellschaft, die sich nicht an ihrem schwächsten Glied orientiert, hat keine Zukunft.“
Schwester Christina Klein treibt noch ein weiteres Anliegen um: „Wir brauchen ein Hospiz beziehungsweise Hospizplätze für schwerstkranke, sterbende Wohnungslose“, sagt die Franziskanerin. Auf ihren Rundgängen durch die Stadt als aufsuchende Seelsorge begegnet sie immer wieder Menschen, deren Leben auf der Straße zu Ende zu gehen droht. „Doch auch sie haben einen Tod in Würde verdient“ , betont die Ordensfrau. Auch das ist ein Thema, über das in Köln auf breiter Basis gesprochen werden und für das dringend eine Lösung gefunden werden müsse.

Mehr Informationen zum Köner Straßennetz gibt es hier.

 

Premiere im Dom: Besinnliche Abende im Advent mit der neuen Reihe „Musik – Gedanken – Kerzenlicht“

3. Dezember 2019; ksd

Köln. Erstmals lädt der Kölner Dom in der Adventszeit zur Impulsveranstaltung „ Musik – Gedanken – Kerzenlicht“ ein. Die drei Abende (5., 12., 19. Dezember, jeweils um 21 Uhr) sollen den Weg zum Weihnachtsfest weisen – stimmungsvoll, leise, sinnlich.

Die Reihe soll ein bewusster Gegenpol sein zum Einkaufs- und Weihnachtsmarkttrubel in der direkten Nachbarschaft der Kathedrale. „Wir möchten alle, die im vorweihnachtlichen Trubel eine Pause gebrauchen können, zu einer Auszeit in den Dom einladen“, so Stadt- und Domdechant Msgr. Robert Kleine. „Wir möchten sie ermutigen, sich eine halbe Stunde Zeit zu nehmen, mit uns gemeinsam zu warten und nichts zu tun, zu hören und zu schweigen, zu singen und zu beten.“

„Getragen werden die Abende von der ganz besonderen Atmosphäre der abendlichen, nur vom Kerzenschein erleuchteten Kathedrale“, erläutert Domkapitular und Innenstadtpfarrer Dominik Meiering. „Es sollen sinnliche Abende werden, mit stimmiger Musik, Weihrauch und inspirierenden Texten. Die Menschen sind voller Sehnsucht nach Licht. Wir wollen dieser Sehnsucht Raum geben. Und miteinander feiern, was in der Adventszeit im Mittelpunkt steht: das hoffnungsvolle Warten auf das Erscheinen Gottes, der uns sein Licht schenken will.“

Die Veranstaltungsreihe ist aus dem Projekt „Perspektive Kölner Dom 2020“ hervorgegangen, mit dem das Domkapitel die Kathedrale stärker als lebendiges Gotteshaus, als Ort der Einkehr, der Inspiration und des Willkommens prägen möchte. „Wir haben es uns dabei auch zur Aufgabe gemacht, besondere Zeiten im Kirchenjahr noch eindrücklicher zu gestalten“, sagt Domdechant Kleine. „Mit ihrer konzentrierten Form bereichert die neue Veranstaltungsreihe unsere adventlichen Angebote im Dom, zu denen darüber hinaus unter anderem das Adventsmitspielkonzert, die Aussendung des Friedenslichts von Betlehem und viele besondere Gottesdienste und Konzerte gehören.“ 
 
„Musik – Gedanken – Kerzenlicht“ Am 5., 12. und 19. Dezember jeweils ab 21 Uhr im Kölner Dom.

 

Ökumenische Adventsandacht im Lindenthaler Tierpark am 8. Dezember

3. Dezember 2019; ksd

Köln. Für viele gehört sie zu den Höhepunkten der Adventszeit: die ökumenische Adventsandacht im Lindenthaler Tierpark. Sie findet am zweiten Adventssonntag, 8. Dezember, um 15 Uhr statt. Einladende sind die Evangelische Kirchengemeinde Köln-Lindenthal, die katholische Pfarrei St. Stephan sowie der Verein der Freunde und Förderer des Lindenthaler Tierparks. Zur Andacht erklingt festliche Musik. Im Anschluss ist zu einem gemütlichen Beisammensein an der lebendigen Tierkrippe eingeladen.

Weitere Informationen finden Sie hier.

 

Amazonas-Synode: „Was haben wir damit zu tun?“ – Kardinal Barreto am 6. Dezember in St. Ursula

2. Dezember 2019; ksd

Köln (pek). „Amazonas-Synode: Was haben wir damit zu tun?" Am Freitag, 6. Dezember, ist zu diesem Thema der Vorsitzende der Amazonas-Synode, Kardinal Pedro Ricardo Barreto, in der Kölner Kirche St. Ursula zu Gast. Beginn ist um 17 Uhr.

Vier Wochen lang trafen sich im Oktober Bischöfe, Ordensleute und Experten im Vatikan zur Amazonas-Synode: Es ging dabei um die Ausbeutung von Mensch und Natur, Unfrieden zwischen Arm und Reich sowie die Herausforderungen für eine menschennahe Seelsorge. 

Kardinal Pedro Barreto und der Geschäftsführer des katholischen Lateinamerika-Hilfswerkes Adveniat, Stephan Jentgens, stellen sich den Fragen des Publikums und berichten von der Realität in Amazonien. Zur Eröffnung der diesjährigen Weihnachtsaktion von Adveniat hatte Barreto in Freiburg betont: „Der globalisierten Wirtschaft, deren Ausbeutung in jeder Hinsicht keine Grenzen kennt, müssen wir eine weltweite Solidarität entgegenstellen.“

 

Weihnachtsgottesdienste in Köln und Impulse von Stadtdechant Robert Kleine zum Advent

2. Dezember 2019; ksd

Köln. Auf unserer Webseite adventskalender.koeln finden Sie jetzt wieder nach Stadtbezirken geordnete Übersichten über die katholischen Weihnachtsgottesdienste in der Stadt Köln. Hinzu kommen in Kürze Informationen über die evangelischen Gottesdienste zu den Feiertagen im Bereich des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region sowie eine Übersicht über die Weihnachtsgottesdienste der weiteren Mitglieds- und Gastkirchen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Köln. Auch die Krippenbesuchszeiten sind gelistet.

Auf der Webseite gibt außerdem Stadtdechant Msgr. Robert Kleine rund um die Adventssonntage Impulse für den Advent.

 

„Weihnachtsmannfreie Zone“: Bonifatiuswerk eröffnet bundesweite Aktion in JVA Köln

27. November 2019; ksd

Köln (tm). Dass es auch „Orte guter Taten“ im Gefängnis gibt, zeigte das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken jetzt in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Köln. Zur Eröffnung der „Weihnachtsmannfreien Zone“ präsentierte das Hilfswerk seine neue Aktion „ Tat.Ort.Nikolaus: Gutes tun – kann jeder“.

Die Aktion soll das Anliegen des heiligen Nikolaus „ganz konkret in der heutigen Zeit umsetzen und Orte aufspüren, an denen Gutes passiert“. Die „Weihnachtsmannfreie Zone“ wurde im Jahr 2002 vom Bonifatiuswerk ins Leben gerufen und ist dessen Markenzeichen. Sie setzt sich dafür ein, den heiligen Nikolaus als Freund der Kinder und Helfer von Menschen in Not wieder ins Bewusstsein zu bringen.

„Gutes zu tun bedarf keiner großen Worte. Wenn wir mit einem aufmerksamen Auge über den eigenen Tellerrand schauen und dort aktiv werden, wo wir anderen Menschen selbstlos und wertschätzend helfen können, entstehen Orte guter Taten. Sich für andere einzusetzen kann aber auch manchmal unbequem sein und erfordert Mut, denn es bedeutet, sich mit Widrigkeiten und Widerständen konfrontiert zu sehen“, sagte der Generalsekretär des Bonifatiuswerkes, Monsignore Georg Austen. Die JVA wurde für diese Eröffnung bewusst gewählt, um dem Vorbild des heiligen Nikolaus zu folgen, der allen Menschen unvoreingenommen und respektvoll begegnete. Er sei an die sozialen und gesellschaftlichen Ränder gegangen und habe sich an die Seite derer gestellt, die ausgegrenzt wurden, erklärte Austen.

Rund 300 Frauen und 700 Männer befinden sich aktuell in der JVA Köln, die in Untersuchungs- und Strafhaft unterteilt ist. Drei von den Inhaftierten verdeutlichten, dass an einem Ort, wo Menschen wegen schlechter Taten eine gewisse Zeit leben, auch Gutes passieren kann. Alexa, die sich im Kultur- und Freizeitteam im Gefängnis engagiert, kümmert sich zum Beispiel um andere Insassen, die der deutschen Sprache nicht so mächtig sind, und hilft ihnen, wenn es darum geht, Anträge auszufüllen. Ihr Engagement im Kultur- und Freizeitteam, das Konzerte und Comedy-Abende organisiert, ist eine willkommene Abwechslung. „Es ist schön zu sehen, dass man in dieser Zeit die Gitter vergessen kann, vergessen kann, wo man hier ist und einfach nur Mensch ist“, erzählt Alexa.

Daniel und Dominik sind beide in der Kirchengruppe aktiv, heißt, sie bereiten für die anderen Inhaftierten die Gottesdienste vor und feiern dann gemeinsam mit ihnen die Messe. Anderen in diesem besonderen Umfeld auf Augenhöhe zu begegnen ist ihnen wichtig. „Füreinander einzustehen und Verantwortung zu übernehmen ist eine gute Tat, auch sich zu fragen: Was kann ich Gutes tun, um es jemand anderem hier leichter zu machen“, sagte Daniel. Die ersten Tage nach der Inhaftierung seien die schwersten, da helfe jedes warme Wort, jede Tasse Kaffee ungemein. „Durch ihre Taten zeigen Sie, was christliche Nächstenliebe heißt. Sie geben Menschen etwas, aber haben auch selbst etwas davon“, bekräftigte die Kölner Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes in Richtung der Inhaftierten. Voraussetzungen seien gegenseitiges Vertrauen und Ehrlichkeit.

Dem „Täterprofil“ des heiligen Nikolaus sind schon engagierte Ehrenamtliche aus ganz Deutschland gefolgt. Sie präsentierten, wie auf vielfältige Weise Gutes getan werden kann. Die katholische Pfarreiengemeinschaft Roncalli „Am Heumarer Dreieck“ in Köln sammelt beispielsweise Kleidung für Wohnungslose. Prominente Unterstützung erfährt die „Tat.Ort.Nikolaus“-Aktion unter anderem von der WDR-Moderatorin und Buchautorin Yvonne Willicks. „Es ist kein alter Hut, sich für andere zu engagieren und etwas ehrenamtlich zu machen. Die Ehrenamtlichen müssten das eigentlich viel lauter tun und zeigen, dass das Engagement auch etwas mit unserer christlichen Grundhaltung zu tun hat“, stellte Willicks in einem schriftlichen Gruß heraus.

Das Bonifatiuswerk gibt zahlreiche Impulse und Materialien zur Aktion heraus, die wie die Schokonikoläuse über seinen Shop bestellt werden können. Durch das Hilfswerk werden mit der Kampagne die katholischen ambulanten Kinderhospizdienste in Berlin und in Halle an der Saale unterstützt. Langjährige Patin der „Weihnachtsmannfreien Zone“ ist die bekannte Sängerin Maite Kelly, die ebenfalls die „Tat.Ort.Nikolaus“-Aktion unterstützt.

Mehr unter www.bonifatiuswerk.de

 

Ökumenische Vesper zum Advent am 30. November in St. Aposteln

27. November 2019; ksd

Köln (pek). Zu Beginn des neuen Kirchenjahres laden der Kölner Erzbischof, Kardinal Rainer Maria Woelki, und der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski, zu einer ökumenischen Vesper am Vorabend des 1. Advent ein. Sie findet statt am Samstag, 30. November, um 19.30 Uhr in der Kölner Basilika St. Aposteln am Neumarkt. Die musikalische Gestaltung übernimmt die Domkantorei Köln unter der Leitung von Winfried Krane; die Orgel spielt Patrick Cellnik. Im Anschluss sind alle Mitfeiernden eingeladen, sich bei kleinen Speisen und Getränken in der an die Kirche angrenzenden Dr.-Josef-Könn-Aula zu begegnen und auszutauschen.

Die Vesper mit Kardinal Woelki und Präses Rekowski zu Beginn eines Kirchenjahres, das jeweils am 1. Advent beginnt, folgt einer langjährigen Tradition. Während die Adventsvesper traditionell in Köln in der katholischen Kirche St. Aposteln stattfindet, laden Erzbischof und Präses jedes Jahr zu Beginn der Passionszeit zu einer ökumenischen Feier in die evangelische Johanneskirche in Düsseldorf ein. Es predigt jeweils der Gast.

 

„Wir brauchen definitiv einen Klimawandel“: Stadtdekanat unterstützt Global Climate Strike

26. November 2019; ksd

Köln. Am Freitag, 29. November, rufen zahlreiche Akteure dazu auf, sich auch in Köln am weltweiten Klimastreik, dem „Global Climate Strike“, zu beteiligen. Auch das überregionale ökumenische Bündnis „Churches for Future“ unterstützt den Aufruf zum globalen Klimastreik. Vor allem im Hinblick auf den Weltklimagipfel der Vereinten Nationen (UN), der vom 2. bis 13. Dezember 2019 in Madrid stattfindet, wollen die Klima-Aktivisten und ihre Unterstützer ihren Forderungen nach wegweisenden, verbindlichen Entscheidungen und einem generellen Wandel der Klimapolitik Nachdruck verleihen. In diesem Kontext erneuert die katholische Kirche in der Stadt Köln ihre Forderungen für eine klimagerechte Politik und die Achtung der damit unmittelbar zusammenhängenden Menschenrechte. Des Weiteren geht es um die nachhaltige Bewusstseinsbildung für die Problematik auf breiter sozialer Basis und die Förderung der gesellschaftlichen Diskussion. Der Kölner Stadtdechant Msgr. (Monsignore) Robert Kleine erklärt dazu in einer Stellungnahme:

 

„Zum Selbstverständnis eines Christen gehört es ganz klar, sich für die Bewahrung der Schöpfung einzusetzen, denn dadurch erfüllen wir einen Auftrag Gottes an die Menschen. Wir sind uns darüber bewusst, dass Gottes Schöpfung stark gefährdet ist. Unsere Erde ist an vielen Orten, auf allen Kontinenten und auf vielerlei Weise in ihrer Existenz bedroht – und mit ihr die Menschen, die Tiere, die gesamte Flora und Fauna.

 

Der Klimawandel ist eine Realität. Wir sind uns auch bewusst, dass die Konsequenzen des Klimawandels schwerwiegend sein werden, vor allem werden sie die Armen am härtesten treffen. Es besteht auch deshalb dringender Handlungsbedarf.

 

Die Erde darf nicht politischen oder hochkommerziellen Zielen geopfert werden, wie wir es aktuell viel zu oft und an zu vielen Orten erleben, etwa am Amazonas, aber auch in den Wäldern des eurasisch-russischen Raumes oder in Indonesien. Oder in den Minen Lateinamerikas und Afrikas, in denen Bodenschätze, die wir für unseren modernen Lebenswandel verbrauchen, unter meist menschenunwürdigen Bedingungen abgebaut werden.

 

Wir brauchen definitiv einen Klimawandel – einen global-politischen Klimawandel, einen Klimawandel im gesellschaftlichen Bewusstsein und in unserem Miteinander. Denn nur wenn wir miteinander und füreinander Verantwortung empfinden und übernehmen, kann es uns gelingen, eine Kehrtwende in der globalen Klimapolitik zu schaffen. Nur dann wird es auch neue Perspektiven für unsere Erde und die nachfolgenden Generationen geben. Wir sind hier solidarisch mit den Forderungen nach einer öffentlichen Debatte auf breiter Basis sowie nach konkreten und nachhaltigen Entscheidungen auf dem UN-Klimagipfel in Madrid.

 

Wir wünschen allen, die sich beim Global Climate Strike, bei Churches und bei Fridays for Future sowie so vielen anderen Gruppierungen und Vereinen für die Bewahrung der Schöpfung einsetzen, friedliche und nachhaltige Aktionen sowie bei den Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft offene Ohren und Herzen für ihre wichtigen und notwendigen Anliegen.“

 

Das Katholische Stadtdekanat Köln unterstützt den Aufruf der „Churches for Future“. Kirchen, kirchliche Arbeitsbereiche und Organisationen im Ökumenischen Netzwerk Klimagerechtigkeit rufen damit dazu auf, sich mit der Bewegung „Fridays for Future“ und ihren Anliegen zu solidarisieren. Mehr dazu unter www.kirchen-fuer-klimagerechtigkeit.de

 

Malwettbewerb des DOMFORUMs: „Kinder malen den Kölner Dom“

18. November 2019; ksd

Köln. Unter dem Motto „Kinder malen den Kölner Dom“ veranstaltet das DOMFORUM einen Kinder-Malwettbewerb. Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren können ihre Ideen aufmalen oder zeichnen und dabei ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Die Gewinnerin oder der Gewinner erhält eine kostenlose Domführung für Kinder- und Familien. Zudem wird das Gewinnerbild auf einer Publikation des DOMFORUMs als Titel erscheinen.

Einsendeschluss ist Freitag, 10. Januar 2020. Das Bild sollte im Format DIN A4 sein. Auf der Rückseite des Bildes sollten der Vor- und Nachname, die Anschrift und das Alter des Kindes notiert sein.

Die Einsende-Adresse: DOMFORUM, Domkloster 3, 50667 Köln.
Das Bild kann auch im Foyer des DOMFORUMs am Roncalliplatz 2 abgegeben werden.
Eine Rücksendung kann nur bei einem beiliegenden frankierten Rückumschlag erfolgen.

www.domforum.de