Aktuelles

Hier finden Sie aktuelle Nachrichten zu stadtweiten Veranstaltungen, Initiativen und Aktionen der katholischen Kirche und ihrer Kooperationpartner in der Stadt Köln.

Überregionale Nachrichten der katholischen Kirche finden Sie auf den folgenden Webseiten:

www.erzbistum-koeln.de | www.koelner-dom.de | www.domradio.de | www.katholisch.de | www.kna.de | www.dbk.de | www.vaticannews.va/de.html

 

„Frauen – Göttinnen – Gottesmutter“: Ausstellung im FamilienForum Köln

13. November 2019; ksd

Köln. Eine Ausstellung mit Arbeiten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Mal- und Keramikkursen im „FamilienForum Köln Südstadt“ wird am Donnerstag, 14. November, um 18.30 Uhr eröffnet (Arnold-von-Siegen-Straße 7). Die Schau widmet sich dem Thema: „Frauen – Göttinnen – Gottesmutter. Auf den Spuren der Gottesmutter Maria“. Die Kurse wurden von der Künstlerin Helga Junggeburth geleitet. 

Segensdusche am DOMFORUM ab dem 14. November

12. November 2019; ksd

Köln. Die Jahresaktion des DOMFORUMs, „Hauptsachen machen“ bekommt jetzt ein weiteres Highlight: Ab Donnerstag, 14. November, können sich Passanten mit der Segensdusche unter den Segen Gottes stellen. Eröffnet wird die Aktion am Übergangsquartier des DOMFORUMs, Roncalliplatz 2, um 17 Uhr. Durch eine Lichtinstallation können sich Kölner und Touristen den Segen Gottes bildlich vergegenwärtigen. Mehr Informationen finden Sie hier.

 

Widerstand gegen Kölner Auftritt von Kollegah – Stadtdechant Kleine unterstützt Boykottaufruf

11. November 2019; ksd

Köln. Gegen den Auftritt des umstrittenen Rappers Kollegah in Köln am Dienstag, 12. November, formiert sich auf breiter Basis Widerstand. Die Kölnische Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit fordert einen Boykott. Stadtdechant Robert Kleine unterstützt den Aufruf.

Dem Kölner Domradio.de sagte Kleine: „Gerade wenn antisemitische Schmähungen und Übergriffe leider wieder an der Tagesordnung sind, dürfen wir keine Rücksicht auf vermeintlich künstlerische Freiheiten nehmen, zumal Rapper wie Kollegah großen Einfluss auf unsere Jugend haben.“ Er halte es für falsch, dem Musiker in Köln eine Bühne zu bieten. Er hoffe, dass viele dem Konzert mit seinen „ sexistischen, homophoben und antisemitischen Songs die Rote Karte zeigen“ werden.

Kollegah ist unter anderem aufgrund von Textzeilen in der Kritik, die Nazi-Opfer verhöhnen, die in KZs inhaftiert waren. Ein Skandal um ihn und seinen Musikerkollegen Farid Bang hatte 2018 zur Abschaffung des Musikpreises „ECHO“ geführt. Beide hatten später das frühere KZ Auschwitz besucht und sich von den Textzeilen distanziert.

Jürgen Wilhelm, Vorsitzender der Kölnischen Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, sagte dem Domradio: „Kollegah propagiert in seinen Texten Antisemitismus, Homophobie, Gewalt gegen Frauen und ruft zum Hass gegen sozial Marginalisierte auf.“ Antisemitische Argumentationsweisen seien bei ihm keine unbedachten Äußerungen, sondern „als kohärentes Weltbild“ zu verstehen. „Dies können und wollen wir nicht tolerieren und daher rufe ich dazu auf, sich klar und deutlich gegen diesen Auftritt auszusprechen und sich dem Boykott des anstehenden Konzertes in Köln anzuschließen. Denn: Antisemitismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen.“

  

„Ich bin ein doppelter Apostel“: Vortrag und Gespräch mit dem Kölner Rabbiner Yechiel Brukner am 20. November

8. November 2019; ksd

Köln. Seit Yechiel Brukner, Rabbiner der Synagogengemeinde Köln, im Amt ist, hat er nach eigenen Angaben viel Positives erlebt – doch immer wieder auch Antisemitismus im Alltag. So wurde er etwa bei Fahrten mit Bus oder Bahn antisemitisch beschimpft. Über seine Erfahrungen, aber auch über sein Leben zwischen Israel und Deutschland spricht Brukner bei der diesjährigen Tagung des Theologischen Ausschusses der Kölnischen Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, der Karl-Rahner-Akademie und des Katholischen Bildungswerkes Köln sowie der Melanchthon-Akademie am Mittwoch, 20. November, in der Melanchthon-Akademie, Kartäuserwall 24B. Beginn ist um 18 Uhr.

Für den Rabbiner ist Israel weiterhin sein Zuhause. Deswegen ist es ihm wichtig, eine Woche im Monat in Israel zu leben. Sein Pendeln erlebt der gebürtige Schweizer als „doppelter Apostel“, wie er sagt. Wenn er nach Israel reist, hinterlässt er der Kölner Gemeinde die Botschaft: „Unser Zuhause ist Israel!“ Wenn er von Israel nach Köln reist, lautet die Botschaft dort: „Vergesst das Volk außerhalb Israels nicht.“ Brukner wehrt sich des Weiteren gegen eine von außen aufgezwungene Aufspaltung zwischen „jüdisch“ und „israelisch“. Er sagt: „Wenn Israel kritisiert wird, bin ich als Jude immer betroffen.“

Diese These wird der Pädagoge an dem Abend in der Melanchthon-Akademie auch anhand biografischer Notizen erläutern. Seine Erfahrungen als Rabbiner in Köln ein Jahr nach der Amtsübernahme werden ein weiterer Schwerpunkt der Veranstaltung sein.

Der Eintritt zu der Veranstaltung beträgt 11 Euro (ermäßigt 5 Euro), bei Voranmeldung 9 Euro (ermäßigt 4 Euro). Anmeldung unter Telefon 0221 9318030, E-Mail: anmeldung@melanchthon-akademie.de

Info: www.koelnische-gesellschaft.de und www.sgk.de

 

Gedenken an Sternenkinder: Andacht und Lichterfeiern im November und Dezember

5. November 2019; ksd

Köln. Erstmals gedenken die Gemeinden St. Pankratius am Worringer Bruch und Hl. Johannes XXIII. in Chorweiler sowie der Katholische Kirchengemeindeverband Kreuz-Köln-Nord gemeinsam der Sternenkinder, wie verstorbene Kinder genannt werden, insbesondere wenn sie vor, während oder kurz nach der Geburt gestorben sind.

Am Sonntag, 17. November, wird um 17 Uhr zur Andacht in der Kirche St. Johann-Baptist, Baptiststraße 35 in Köln-Roggendorf-Thenhoven, eingeladen. Um 17.30 Uhr findet dann eine Lichter-Prozession zum Gräberfeld für Sternenkinder auf dem katholischen Friedhof in der Heinrich-Latz-Straße statt.

Am Weltgedenktag für verstorbene Kinder, am Sonntag, 8. Dezember, findet um 19 Uhr eine Lichterfeier in der Kirche Hl. Johannes XXIII., Pariser Platz in Köln-Chorweiler, statt. Besonders eingeladen sind verwaiste Eltern, trauernde Geschwister und Freunde der Verstorbenen sowie alle Menschen, die an dieser Gedenkfeier teilnehmen möchten. Weltweit werden zu dieser Stunde Lichter in die Fenster gestellt, um an Sternenkinder zu erinnern. Durch die Zeitverschiebung entsteht so eine Lichterwelle, die in 24 Stunden einmal um die Welt wandert. Die Gemeinden bitten alle darum, an jenem Tag ebenfalls um 19 Uhr ein Licht ins Fenster zu stellen.

Über das Angebot von Andachten hinaus besteht ein Gesprächsangebot für Eltern von Sternenkindern in den Räumen des Vereins Kindernöte e.V. in der Florenzer Straße 84 in Köln-Chorweiler. Alle Eltern sind willkommen, sich in regelmäßigen Abständen zu treffen und auszutauschen. Die Treffen sind kostenfrei und unverbindlich. Vor dem Gespräch sollte Kontakt aufgenommen werden mit: Hebamme Sabine Lieder bei Kindernöte e.V. unter Telefon 0221 16920095 oder Gemeindeferentin Birgitta Beusch von der Gemeinde Hl. Johannes XXIII., Telefon 0152 32093980.

Mehr Informationen über das Projekt gibt es hier.

 

Kirchenbauskulpturen: Eine Vortragsreihe zum 100. Geburtstag von Gottfried Böhm

30. Oktober 2019; ksd

Köln. Noch immer geht er in sein Architekturbüro, das seine Söhne Paul, Peter und Stephan weiterführen, und zeichnet: Gottfried Böhm. Die Liste der von ihm geschaffenen Kirchenbauten umfasst etwa 55 Kirchen, davon stehen rund 30 in Köln und im Rheinland. Am 23. Januar 2020 wird Gottfried Böhm 100 Jahre alt. Aus Anlass seines Geburtstages findet im Museum MAKK (An der Rechtschule, 50668 Köln) eine Vortragsreihe statt, die am Montag, 4. November, beginnt (alle Veranstaltungen beginnen um 17 Uhr). Veranstalter sind das DOMFORUM, der Förderverein Romanische Kirchen Köln und das Katholische Bildungswerk Köln.

Zum Auftakt sprechen Professorin Dr. Stefanie Lieb und der Fotograf Hartmut Junker über „ Gottfried Böhms Kirchenbauten heute – Eine Werkschau". Die weiteren Termine und Themen: „Die Architektenfamilie. Ein Gespräch mit Paul und Peter Böhm" (Montag, 18. November). Am 2. Dezember geht es um „Die Kunst, unverwechselbar zu sein. Gottfried Böhms Kirchenbau in seiner und unserer Zeit"; Referent ist Professor Dr. Wolfgang Pehnt. Am 16. Dezember geht es um „Der junge Gottfried Böhm – Frühe Kirchenbauten und -projekte angesichts der Trümmerlandschaft" mit dem früheren Kölner Stadtkonservator Dr. Ulrich Krings. Die Reihe wird 2020 fortgesetzt.

In der Nachfolge von Gottfred Böhms Vater, Dominikus Böhm – selbst einer der Pioniere des modernen Kirchenbaus – gilt die Kapelle „Madonna in den Trümmern", die in der Ruine der Kölner Pfarrkirche St. Kolumba errichtet worden ist, als Gottfried Böhms erster eigenständiger Bau. Eines seiner bedeutendsten Werke ist die Wallfahrtskirche St. Maria Königin in Velbert-Neviges. Deren auf unregelmäßigem Grundriss errichteter Baukörper geht nahtlos in die kristallinen Formen der Faltdächer über: eine Bauskulptur. Entsprechend ist die Reihe betitelt mit dem Leitwort „ Kirchenbauskulpturen".
Neben den Kirchen entwarf Gottfried Böhm auch viele Wohn-, Geschäfts- und Bürobauten, darunter die WDR-Arkaden in Köln. Für sein Lebenswerk wurde ihm 1986 der weltweit renommierte Pritzker-Architekturpreis verliehen.

Der Eintritt zu den Vorträgen ist frei.

Das Programm finden Sie hier.

 

Christian Wirmer bringt am 8. November Jon Fosses „Morgen und Abend“ im Baptisterium am Kölner Dom auf die Bühne

29. Oktober 2019; ksd

Köln. Ein ganzes Leben spannt sich zwischen „Morgen und Abend“ – im gleichnamigen Roman des norwegischen Autors Jon Fosse und in der Aufführung von Christian Wirmer als Schauspielmonolog. Am Freitag, 8. November, zeigt der Darmstädter Schauspieler das Werk im Rahmen der Reihe „KultURQuelle Baptisterium“ “ am frühchristlichen Taufbecken am Kölner Dom (Am Domhof/Trankgasse). Beginn ist um 19 Uhr, der Eintritt ist frei, eine Spende erbeten.

„Morgen und Abend“ erzählt vom Leben eines Fischers an der norwegischen Westküste „auf eine sehr eigene Art“, so Wirmer, denn nur der Anfangs- und Endpunkt dieses Lebens werden beschrieben, die Stunde der Geburt und die des Sterbens. „Von diesen beiden Ereignissen aus fallen Lichtstrahlen in die Zukunft oder Vergangenheit und lassen die Spuren eines Lebenslaufs aufleuchten“, erzählt der Künstler, der Fosses Roman für seine Aufführung adaptiert hat. Eher beiläufig erfährt der Zuschauer mehr über den Fischer, seine Eltern, seine Frau, seinen besten Freund, seine erste Liebe, seine Tochter, sein Leben. Letztendlich aber geht es darum, dass der Zuschauer im Spiegel von Fosses Fischer und Wirmers Darbietung sein eigenes Leben in den Blick nehmen und reflektieren kann.

Wirmer ist Spezialist für solche Ein-Personen-Aufführungen und seine Darbietung von Fosses Werk wird seit ihrer Premiere vor rund vier Jahren hoch gelobt. So schrieb etwa der „Mannheimer Morgen“ im vergangenen Jahr: „Ein Mann erzählt eine Geschichte. Er erzählt sie so gut, dass die Menschen um ihn herum in den Sog des Geschehens geraten, dass die Worte zu lebendigen Bildern werden.“ Wirmer selbst spricht dann auch von „literarischem Erzähltheater“. Nachdem er den „Lenz“ von Georg Büchner erfolgreich auf die Bühne gebracht hatte, hatte er nach einem weiteren Stück, nach zeitgenössischer Prosa gesucht – und es in Fosses im Jahr 2000 erschienenem Roman gefunden.

Für Wirmer ist der „Spielort Baptisterium“, der unterhalb des Domes liegt, etwas Besonderes. „Es kann eine sehr konzentrierte Aufführung werden“, sagt er, „denn der Raum spiegelt geradezu das im Roman beschriebene Spannungsfeld zwischen Spiritualität und Alltagsgeschehen: Auf der einen Seite schauen wir auf das frühchristliche Taufbecken und assoziieren religiöse Kontemplation und Ewigkeit. Auf der anderen Seite sehen wir durch die großen Glasfronten unsere Mitmenschen in ihrem hektischen Unterwegssein der gerade vergehenden Jetztzeit.“

Einen Respons gibt im Anschluss Markus Roentgen, Akademikerseelsorger im Erzbistum Köln. Er leitet dann über zum Gespräch.

Veranstalter sind das Katholische Bildungswerk Köln, die Melanchthon-Akademie Köln, die Dombauhütte Kölner Dom und die ArgeBap, die Arbeitsgemeinschaft Baptisterium.

 

Zur Person

Christian Wirmer spielte 20 Jahre in festen Ensembles, am Theater Basel und am Staatstheater Hannover, zuletzt am Staatstheater Darmstadt. Gastrollen führten ihn unter anderem an die Staatsoper Hannover, die Staatsoper Stuttgart und das Schauspielhaus Bochum.

Zurzeit spielt er vor allem Soloprogramme auf kleinen Bühnen und an besonderen Orten außerhalb der Theater. Wirmers Schauspielfassung von „Morgen und Abend“ wurde unter anderem zum Lyrikertreffen (Preisverleihung an Jon Fosse) und zum Katholikentag nach Münster (2018) eingeladen.

Mehr unter www.christianwirmer.de

 

Ausstellung im Maternushaus: „Zusammenspiel: Kunst im sakralen Raum“ – 30. Otkober bis 21. November

24. Oktober 2019; ksd

Köln. Die Wanderausstellung „Zusammenspiel: Kunst im sakralen Raum“ richtet den Blick auf die Kirche als Förderin und Bewahrerin des kulturellen und künstlerischen Erbes. Sie zeigt einen Überblick über Neubauten, Umbauten, raumprägende Neugestaltungen sowie liturgische Geräte, die in den vergangenen zwei Jahrzehnten deutschlandweit in katholischen Bistümern und evangelischen Landeskirchen entstanden sind. Vom 30. Oktober bis 21. November wird sie im Maternushaus gezeigt (Kardinal-Frings-Straße 1-3, 50668 Köln). Begleitet wird die Schau von drei Abendveranstaltungen mit Vortrag und Gespräch.

„Kirchen zu bauen und sie liturgisch auszustatten gehört noch immer zur Königsdisziplin für Architekten und Künstler“, heißt es in der Ausstellung, die von der Deutschen Gesellschaft für christliche Kunst und dem Verein „Ausstellungshaus für christliche Kunst“ (beide mit Sitz in München) getragen wird. Vorgestellt werden in der Schau beispielsweise die Leipziger Propsteikirche, der größte Kirchenneubau in Mitteldeutschland seit der Wende, die neu gestaltete Kirche St. Moritz in Augsburg sowie der puristisch von der Kölner Architektengemeinschaft „ Schilling Architekten“ restaurierte Hildesheimer Dom, der zum Unesco-Weltkulturerbe gehört. Auch das ökumenische Kirchenzentren Maria Magdalena in Freiburg, das 2004 eingeweiht wurde, und die Christuskirche in Köln mit ihren 2016 eingeweihten Neubauten werden gezeigt.

Drei Vorträge bilden das Rahmenprogramm: „Warum Zusammenspielen begeistert: Zeitgenössische Kunst in der Kirche?“ mit dem Kunsthistoriker Professor Dr. Peter B. Steiner, München, und dem Architekten Professor Ulrich Königs, Köln/Wuppertal am Mittwoch, 30. Oktober. Beginn ist um 19 Uhr, Veranstaltungsort das Maternushaus. „Wie kommt Kunst ins Spiel? Aufforderungen, Ausschreibungen, Wettbewerbe“ ist das Thema am Dienstag, 5. November, ebenfalls um 19 Uhr im Maternushaus. Miteinander im Gespräch sind der Duisburger Prämonstratenser und Kunsthistoriker Pater Philipp Reichling und der bildende Künstler Klaus Simon aus Bielefeld. Zum Abschluss der Reihe geht es am Donnerstag, 21. November, in den Piussaal des Priesterseminars (Kardinal-Frings-Straße 12, 50668 Köln). Das Thema von Architekt Tobias Klodwig, Münster, und der bildenden Künstlerin Angelika Weingardt aus Bühlerzell lautet: „Was wird denn da gespielt? Neubauten, Umgestaltungen und neue Fenster“. Der Eintritt ist jeweils frei.

Die Ausstellung, zu der auch ein Katalog erscheint (25 Euro) wird in Kooperation des Katholischen Bildungswerkes Köln mit Diözesanbaumeister Martin Struck beziehungsweise dem Erzbistum Köln gezeigt. 

Mehr Informationen gibt es hier.

  

„Gesellschaftlicher Zusammenhalt und radikale Vielfalt: Wie geht das?“ – Anmeldung für Fachtag der „Aktion Neue Nachbarn“ gestartet

23. Oktober 2019; ksd

Köln. Hochkarätig besetzt ist ein Fachnachmittag zu Integration und Willkommenskultur, zu dem das Katholische Stadtdekanat Köln im Rahmen der „Aktion Neue Nachbarn“ einlädt. Termin ist Freitag, 17. Januar 2020, Tagungsort das Klarissenkloster Kalk (Kapellenstraße 53, Köln). Bereits jetzt sind Anmeldungen möglich (bis 10. Januar). Das Thema lautet: „Su simmer all he hinjekumme: Gesellschaftlicher Zusammenhalt und radikale Vielfalt: Wie geht das?“ Beginn ist um 14 Uhr.

Die Referenten sind: Dr. Marianne Heimbach-Steins, Professorin für Christliche Sozialwissenschaften und Sozialethische Genderforschung an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster. Sie setzt sich mit Themen wie Integrations- und Migrationsethik, Zugehörigkeit und Beteiligung sowie ethische Konturen einer anerkennungsbasierten Integrationspolitik auseinander.

Das zweite Impulsreferat kommt von Dr. Max Czollek. Er ist Antisemitismusforscher, Politologe und Lyriker und vertritt mit seinem 2018 erschienenen Buch „Desintegriert euch!“ die These einer „ radikalen Vielfalt statt Integration“ für ein gelingendes Gesellschaftsmodell. 

Anmeldungen sind ab sofort (bis zum 10. Januar 2020) möglich unter: anmeldung@katholisches.koeln

 

Ursulafestwoche mit musikalischen Highlights vom 21. bis 27. Oktober

17. Oktober 2019; ksd

Köln. Die heilige Ursula steht für Standhaftigkeit, Glaubensfestigkeit und für einen freien Willen. An die Kölner Stadtpatronin erinnert jährlich die Ursulafestwoche. Vom 21. bis 27. Oktober finden rund um die Basilika St. Ursula besondere Gottesdienste, Konzerte und eine Prozession statt.
Zum Auftakt feiert Stadtdechant Robert Kleine, Vorsitzender der Ursulabruderschaft, am Montag, 21. Oktober, eine Festmesse um 18.30 Uhr in St. Ursula (Ursulaplatz). Der Kunibertchor, Orchester und Solisten bringen dabei die Krönungsmesse von Wolfgang Amadeus Mozart zu Gehör.
Am Mittwoch, 23. Oktober, erklingt „Europäische Cembalomusik des Barock“. Kantor Gerhard Blum spielt unter anderem Werke von Scarlatti, Couperin, Bach und Händel. Beginn ist um 19.30 Uhr.
„Beseelte Zeiten zwischen Himmel und Erde“ ist ein Konzert überschrieben, das am Samstag, 26. Oktober, um 19.30 Uhr stattfindet. Aufführende sind das Frauenensemble „Voce di Donne“ und Instrumentalisten.
Den Abschluss der Ursulafestwoche bilden am Sonntag, 27. Oktober, ein feierlicher Gottesdienst und die Vesper mit Lichter- und Reliquienprozession. In der Heiligen Messe um 10.15 Uhr wird die „Messe Es-Dur“ von Anton Diabelli aufgeführt; zudem erklingt Musik von Gabriel Fauré. Es singen und spielen die „Accademia Andreae“, der Chor St. Andreas / St. Ursula und Solisten.
Die Vesper mit anschließender Prozession beginnt um 17.30 Uhr. Sie wird von Gerhard Blum an der Orgel und Vokalsolisten gestaltet. Begleitet wird die Prozession von Mitgliedern des Traditionskorps der „Treuen Husaren“. Im Anschluss findet ein Empfang im Brauhaus „Schreckenskammer“ statt. 

 

500 Kinder machten mit beim Kinderlauf rund um den Dom

16. Oktober 2019; ksd

Köln. Zum zweiten Mal fand im Vorfeld des Köln-Marathon der „RheinEnergie Kinderlauf" rund um den Kölner Dom statt. 500 Jungen und Mädchen machten mit am vergangenen Wochenende. Die Distanz betrug je nach Anmeldung 500, 1000 oder 2000 Meter; teilnehmen konnten Kinder der Jahrgänge 2009 bis 2015. Stadtdechant Monsignore Robert Kleine gab nicht nur den ersten Startschuss, sondern eröffnete den Tag auch mit einem gut besuchten Familiengottesdienst im Dom. Im Mittelpunkt stand nicht der Gedanke von Siegen und Gewinnen – sondern von Fairness und Dabeisein, von Freude an der Bewegung und an der Gemeinschaft.

 

Einen Bericht finden Sie hier.

 

Die Impressionen stammen vom Fotografen Norbert Wilhelmi. Fotos © Wilhelmi / Köln Marathon.

 

Schlafsäcke für Kölner Wohnungslose: Spendenübergabe ans Gubbio, die Obdachlosenseelsorge im Stadtdekanat Köln

15. Oktober 2019; ksd

Köln. Jetzt, da die ersten Winternächte nahen, ist es besonders wichtig, die vielen wohnungslosen Menschen in Köln zu unterstützen. Denn nicht jede und jeder der auf rund 6000 geschätzten Wohnungslosen in der Domstadt kommt nachts in einer Notschlafstelle unter – oder will dies. Viele haben Angst vor Diebstahl, Auseinandersetzungen oder schlicht vor dem Verlust ihrer Freiheit. Die Erlöse aus einer Aktion, bei der vor dem Umzug des DOMFORUMs in sein Übergangsquartier Bücher gegen Spenden abgegeben wurden, helfen jetzt dabei, Schlafsäcke für Bedürftige zu kaufen. Die Spenden in Höhe von rund 822 Euro haben Stadtdechant Robert Kleine, Rudger von Plettenberg, der Geschäftsführer des Gesamtverbandes der katholischen Kirchengemeinden der Stadt Köln, und Rainer Tüschenbönner, der Leiter des DOMFORUMs, gemeinsam mit Birgit Kleipaß, Foyer-Leiterin des DOMFORUMs, jetzt an Schwester Christina Klein übergeben. Die Olper Franziskanerin ist Seelsorgerin am Gubbio, der Obdachlosenseelsorge im Stadtdekanat Köln.

„Das war eine tolle Aktion mit dem Bücherschrank im DOMFORUM“, sagt Schwester Christina erfreut über die nach ihrer Aussage große Spende. „Mit den Spenden kann ich einige Schlafsäcke kaufen, vor allem auch einige extra warme, damit die Obdachlosen jetzt im Winter nicht erfrieren.“ 

Für Rainer Tüschenbönner lag es nahe, die Spenden dem Gubbio zukommen zu lassen: „Wir arbeiten bei der Wohnungslosenhilfe rund um den Dom sehr eng zusammen“, sagt er, „deshalb war es uns ein großes Anliegen, mit dem Erlös aus dem Buchverkauf das Gubbio zu unterstützen.“ Im DOMFORUM wärmen sich oft wohnungslose Menschen auf, manche suchen hier auch das Gespräch und einfach eine Auszeit vom Leben auf der Straße.

„Wir sind sehr dankbar, dass wir in der Stadt Köln die Obdachlosenseelsorge haben“, sagt Monsignore Robert Kleine. „Das Domumfeld schreit ja auch geradezu danach, dass man sich um die Menschen kümmert. Es ist sehr schön, dass wir mit kleinem Aufwand wie dieser Idee etwas bewegen konnten und dass wir damit Menschen eine Freude machen konnten.“ Vielleicht, so der Stadtdechant, motiviere das ja auch andere Menschen. „Wenn man wieder einmal entrümpelt oder sich von etwas freimacht, das man nicht mehr braucht, dann kann man daran denken, dass es eben nicht nur Altkleidercontainer gibt, sondern auch die Möglichkeit der Bücherspende. Ich freue mich, dass wir gerade jetzt zur Winterzeit auf diese Weise etwas Gutes tun konnten.“

Von dem Ergebnis der Spendenaktion waren die Organisatoren positiv überrascht: „Alle Einrichtungen, die zu uns gehören, haben begeistert mitgemacht“, berichtet Rudger von Plettenberg. „ Manche Mitarbeiter haben sogar Bücher von zu Hause mitgebracht, um sie zu spenden.“

Auch viele Besucherinnen und Besucher des DOMFORUMs hätten sich gerne noch an der Aktion beteiligt und zum Beispiel gerne Bücher aus dem eigenen Bestand gebracht, berichtet Birgit Kleipaß, Foyerleiterin im DOMFORUM. „Wir überlegen, ob wir künftig nicht einen festen Bücherschrank einrichten, an dem sich Menschen dann gegen eine Spende nach ihren Möglichkeiten bedienen können. Das Schöne ist, dass Menschen so auch die Möglichkeit hatten, an ein gutes Buch zu kommen – das ist ja sonst heute auch nicht mehr für jeden selbstverständlich möglich.“

Weitere Spenden sind willkommen – und nötig: „Wir brauchen auch Zelte, Handschuhe, warme Kleidung, Unterwäsche“, sagt Schwester Christina. Doch die Franziskanerin möchte nicht nur ans Gubbio denken: „Es ist auch wichtig, die anderen Einrichtungen zu bedenken“, sagt sie. „Gulliver, die Kleiderkammer oder das ,Café Auszeit‘.“ 

Weitere Informationen finden Sie unter www.gubbio.de

  

Zum Foto:

Freuen sich über die erfolgreiche Spendenaktion für Kölner Wohnungslose (v.li.): Rudger von Plettenberg, Geschäftsführer des Gesamtverbandes der katholischen Kirchengemeinden der Stadt Köln, Schwester Christina Klein, Seelsorgerin am Gubbio, dem Zentrum der Obdachlosenseelsorge im Katholischen Stadtdekanat Köln, Birgit Kleipaß, Leiterin des Foyers am DOMFORUM, Stadtdechant Monsignore Robert Kleine, und Rainer Tüschenbönner, Leiter des DOMFORUMs.

Foto: © Mathies / Stadtdekanat Köln

 

Konzert-Erlebnis in St. Gereon: Eigens komponiertes Werk wird am 27. Oktober aufgeführt

15. Oktober 2019; ksd

Köln. Anlässlich des Jubiläumsjahres in St. Gereon wird am Sonntag, 27. Oktober, die 1663 eigens für St. Gereon komponierte „Missa Solennis“ von Ioannes Cuisean aufgeführt (17 Uhr). Sie stellt durch ihre Instrumentalbesetzung mit Streichern, Trompeten, Posaunen und Fagott ein außergewöhnlich prachtvolles Werk dieser Zeit in Köln dar. Daneben erklingt Choralgesang aus dem Antiphonar von St. Gereon aus dem Jahr 1424. Es singen und spielen auf historischen Instrumenten Solisten der  „Josquin Capella“ und das Ensemble „L’Harmonie Universelle“ unter der Leitung von Meinolf Brüser. Um 16 Uhr gibt Burkhard Bader eine Einführung in das Konzert.

Der Eintritt beträgt 15 Euro, für Schüler und Studenten 10 Euro. Karten gibt es an der Abendkasse, im Vorverkauf bei den Kirchenaufsichten und im Pastoralbüro, Gereonskloster 2.

Im November geht es dann musikalisch weiter mit den Orgelfesttagen. Dabei wird die Kirche stimmungsvoll mit Kerzen beleuchtet, welche die einzigartige Architektur hervorheben. An drei aufeinanderfolgenden Sonntagen (10. November, 17. November und 24. November) findet jeweils ein Konzert um 17 Uhr statt.

Im ersten Konzert spielt Professor Wolfgang Seifen, Organist der der Berliner Friedrich-Wilhelm-Gedächtniskirche, ein Improvisationskonzert. Seifen hat den Ruf, weltweit einer der besten Orgelimprovisatoren zu sein. Das zweite Konzert spielt der Organist von St. Eustache in Paris, Florian-Baptiste Marle-Ouvrard. Auch er wird Improvisationen präsentieren. Darüber hinaus stellt er französische und deutsche Orgelmusik in einen spannenden Kontrast. Im letzten Konzert des diesjährigen Zyklus kann man von Ioanna Solomonidou, einer kasachisch-grieschichen Organistin, eine Mischung aus kasachischer, russischer und deutscher Orgelmusik hören.

Der Eintritt zu den Orgelfesttagen kostet pro Konzert 10 (erm. 6) Euro, eine Abokarte für alle 3 Konzerte ist für 20 (erm. 12) Euro erhältlich. Karten gibt es an der Abendkasse und im Vorverkauf bei den Kirchenaufsichten.

Kartenreservierung zu den Orgelfesttagen ist auch möglich unter kantor@vonmoock.de

St. Gereon feiert in diesem Jahr ein dreifaches Jubiläum: 950 Jahre Weihe des Langchores (Hauptschiff der Kirche), Baubeginn des Dekagons (des zehneckigen Teils) vor 800 Jahren und 700 Jahre Fertigstellung der gotischen Sakristei.

 

„Antisemitismus – nicht mit uns!“: Kirche und Kölner Rat der Religionen zeigen Flagge

11. Oktober 2019; Hildegard Mathies

Köln. Am Tag nach dem Anschlag von Halle sind Trauer, Entsetzen und Erschütterung überall spürbar – aber auch Wut auf Menschen, die Hass verbreiten, sowie auf Gruppierungen und Parteien wie die AfD, die zu einem gesellschaftlichen Klima beitragen, in dem offener Antisemitismus wieder möglich geworden ist. Bei einer Mahnwache am Abend vor dem Kölner Dom riefen zahlreiche Vertreter der jüdischen Gemeinde in Köln, aber auch von Bündnissen, Aktionsgruppen und aus der Politik dazu auf, dem Antisemitismus und Hass in Deutschland den Nährboden zu entziehen. Sie forderten ein klareres Engagement und Konsequenzen von der Politik.

Helge David Gilberg, stellvertretender Vorsitzender der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Köln, sagte, es zerreiße ihm das Herz, dass Juden in der Bundesrepublik nicht mehr sicher seien. Es sei eine Schande, dass sieben Jahrzehnte nach dem Holocaust jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger Angst um Leib und Leben haben müssten. Aber die Angst dürfe nicht die Oberhand behalten – denn dann hätten die geistigen Brandstifter, Antisemiten und Täter gewonnen.

Der Anschlag von Halle sei in seiner Brutalität nicht in Worte zu fassen, „da er ein Anschlag auf die Seele aller Jüdinnen und Juden in Deutschland ist“. In seinen schlimmsten Albträumen habe er nicht für möglich gehalten, dass wir uns in unserem Land diese Frage wieder stellen müssen: Wie konnte das wieder in Deutschland passieren?“ Schon einmal seien die braunen Horden durch Deutschland marschiert – was letztlich  der millionenfachen Ermordung von Menschen geführt habe, sagte Gilberg hörbar emotional. Noch nie sei es ihm so schwergefallen, eine Rede zu halten – „ und ich habe viele Reden gehalten“. Aber: „Ich werde mich dem braunen Mob nicht beugen!“ 

Politiker wie der Thüringer AfD-Fraktionschef Björn Höcke, den Gilberg mehrfach „Faschist“ nannte, bereiteten solchen Taten den Weg: „Sie verhöhnen jeden Juden in diesem Land, Herr Höcke“, so Gilberg. „Sie sind ein geistiger Wegbereiter“ des Antisemitismus und Hasses, der in Gewalt münden kann, sagte er an Höcke adressiert. Gilberg berichtete auch von einem kürzlichen Besuch im KZ Buchenwald und betonte: „Wieder einmal wurde meinen Freunden und mir vor Augen geführt, zu was menschliche Bestien in der Lage sind. Wer einmal vor den Verbrennungsöfen gestanden hat und nur im Ansatz nachvollziehen konnte, was dort geschehen ist, der kann den Holocaust nicht leugnen und den millionenfachen Mord ebenfalls nicht.“ Wer wie die AfD das Land spalten und die Demokratie aushebeln wolle, habe jedoch jeden einzelnen Teilnehmer der Mahnwache als seinen Gegner. Gilbergs Botschaft an antisemitische und rechtspopulistische Kräfte war klar: „Wir werden uns dieses Land nicht von euch wegnehmen lassen.“ Besonders bewegend war, was David Klapheck, Geschäftsführer der Synagogen-Gemeinde Köln, später dem WDR berichtete: Sein Vater spreche davon, dass „die SA marschiert“.

 

Stadtdechant Kleine: „Gegen jeden Terror stehen wir auf“

 

Stadtdechant Robert Kleine, der aus terminlichen Gründen nicht an der Mahnwache teilnehmen konnte, hatte seiner Erschütterung über den Anschlag und die zwei Todesopfer im Vorfeld Ausdruck gegeben und forderte zum klaren Engagement gegen Antisemitismus und Terror auf. Im Interview mit dem WDR sagte er: „Ich bin natürlich erschüttert gewesen, als ich das hörte. Und es ist ganz schrecklich, dass es zwei Todesopfer gegeben hat. Es war ein umso größerer Schreck, als das Ziel die Synagoge war und die darin versammelten Mitbürgerinnen und Mitbürger. Ich durfte ja erst vor wenigen Wochen den 60. Jahrestag der Wiedereinweihung der Synagoge in Köln mitfeiern. Damals war die Rede davon, was für ein Mut das war, dass Juden gesagt haben nach dem Zweiten Weltkrieg: ,Wir bleiben in Deutschland, wir kommen wieder nach Köln und fangen hier neu an.‘ Aber es gab auch schon Sorgen wegen des wachsenden Antisemitismus.

Meine Gedanken nach dem Anschlag von Halle waren: Die Saat der Worte ist nun aufgegangen im blutigen Terror. Da können und müssen wir nicht nur als Christen, sondern auch als ganze Gesellschaft und als Demokraten aufstehen und sagen: Es darf sich nicht wiederholen, was damals auch leicht zündelnd anfing. Wir müssen sagen: Das geht nicht! Und auch, dass Antisemitismus in Worten schon zu viel ist. Wir leben in einer pluralen Gesellschaft. Wir als Christen sehen die Juden als unsere älteren Brüder und Geschwister. Und ganz klar ist: Gegen jeden Terror stehen wir auf! Erst recht gegen den Terror, der sich gegen eine Glaubensreligion richtet und gegen Juden – vor allem nach der Geschichte in unserem Land.“

Das Katholische Stadtdekanat Köln hatte nicht nur im Mittagsgebet im Kölner Dom auf den Anschlag reagiert, sondern auch zur Teilnahme an der Mahnwache aufgerufen, zu der sich am Abend nach den Ereignissen von Halle rund 1000 Menschen versammelten. Neben vielen Bündnissen und Initiativen war auch der Kölner Rat der Religionen mit Oberbürgermeisterin Henriette Reker an der Spitze mit einem Transparent präsent. Seine Botschaft war deutlich: „Menschenverachtung, Gewalt, gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, Antisemitismus – nicht mit uns!“ Und: „Als Religionsgemeinschaften verpflichten wir uns, jeder Verhetzung und Erniedrigung von Menschen entgegenzutreten.“

Reker betonte in ihrer Rede: „Dieser Anschlag ist ein Anschlag auf uns alle und er trifft auch mich mitten ins Herz!“ Sie rief zu Zivilcourage auf und dazu, schon den Anfängen zu wehren, wenn der Eindruck von Rassismus und Antisemitismus entstehe. „Wir müssen miteinander als Demokraten den Mut beweisen, auch mit denen zu sprechen, die in dieser Gesellschaft nicht mehr zurechtkommen“ und die womöglich offen seien für rechtes Gedankengut. Dazu gehöre auch Überwindung – aber sonst werde die Gesellschaft nicht mehr so weiter existieren können wie bisher. Reker wählte zum Abschluss persönliche Worte: „Ich schäme mich, dass so etwas in unserem Land passieren konnte.“

Eine Randnotiz: Rabbiner Yechiel Brukner freute sich besonders über einen privaten Solidaritätsbesuch von Weihbischof Rolf Steinhäuser am Nachmittag. Beide standen dann auch zusammen inmitten der vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

 

Im Bild u.a. Vertreter des Kölner Rates der Religionen bei der Mahnwache (v.li.): Werner Heidenreich, Vertreter der Buddhisten; Pfarrerin Dorothee Schaper, Melanchthon-Akademie; Rafet Öztürk, Ditib-Bundesverband; Oberbürgermeisterin Henriette Reker; David Klapheck, Geschäftsführer der Synagogen-Gemeinde Köln; Superintendentin Susanne Beuth, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Köln; Diakon Jens Freiwald, für das Stadtdekanat Köln im Vorstand der Kölnischen Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit.

Der WDR hat in seiner Lokalzeit nicht nur von der Mahnwache berichtet, sondern auch vom Mittagsgebet im Kölner Dom. Darüber hinaus hat er den Stadtdechanten, Monsignore Robert Kleine, interviewt. In der Mediathek ist der Beitrag bis zum 17. Oktober abrufbar. Auf Youtube sind die Beiträge der Mahnwache zu sehen und nachzuhören.

 

Stadtdechant Robert Kleine zum Anschlag von Halle - Mahnwache heute um 18 Uhr auf der Domplatte

10. Oktober 2019; Jens Freiwald

Copyright: Stadtdekanat Köln

Köln. Der antisemitische Anschlag von Halle erschüttert die Menschen in Deutschland und weit darüber hinaus. Das Katholische Stadtdekanat Köln ruft zur Beteiligung an der Mahnwache gegen antisemitischen Terror heute (Donnerstag, 10. Oktober) um 18 Uhr auf der Domplatte auf. 

 

Stadtdechant Msgr. Robert Kleine hat zum antisemitischen Anschlag von Halle eine Erklärung abgegeben:

 

„Vor kurzem feierten wir in Köln den 60. Jahrestag der Wiedereinweihung der Synagoge mit Dank, aber auch in Sorge vor wachsendem Antisemitismus. In Halle ist die Saat des Hasses in blutigem Terror aufgegangen. Meine Gedanken sind bei den Opfern, ihren Familien und den jüdischen Gemeinden in unserem Land. Die Kölnerinnen und Kölner jüdischen Glaubens dürfen sich unserer uneingeschränkten Solidarität im Kampf gegen Antisemitismus sicher sein.“

 

Im Interview mit dem Domradio.de fordert er zudem offene Solidarität mit der jüdischen Gemeinde und macht auch die AfD für rechtsrextremistische Gewalt verantwortlich.

 

Das Interview finden Sie hier.

 

Diakon Jens Freiwald, Vorstand der Kölnischen Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, ist beim Mittagsgebet im Kölner Dom um 12 Uhr ebenfalls auf die schrecklichen Ereignisse eingegangen und hat mit den Mitfeiernden eine Schweigeminute gehalten.

 

Den Text seiner Ansprache finden Sie hier.

 

Unsere Gedanken sind bei den Opfern und ihren Familien von Halle und bei allen jüdischen Gemeinden im Land.

 

„RheinEnergie Kinderlauf“ rund um den Kölner Dom am 12. Oktober: Stadtdechant Robert Kleine eröffnet mit Gottesdienst und Startschuss

10. Oktober 2019; ksd

Köln. Rund um den Dom findet am Samstag, 12. Oktober, der diesjährige „ RheinEnergie Kinderlauf“ statt. Den Startschuss gibt um 11.15 Uhr Stadtdechant Robert Kleine. Er wird den Tag auch vor dem ersten Start im Dom eröffnen: Zum zweiten Mal (nach der Premiere 2018) sind alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kinderlaufs mit ihren Familien herzlich um 10.30 Uhr zu einem Gottesdienst in den Kölner Dom eingeladen.

„Ich finde es toll, dass so viele Jungen und Mädchen beim Kinderlauf im Rahmen des Köln-Marathons mitmachen“, sagt Monsignore Kleine. „Hier gilt in besonderer Weise: Dabeisein ist alles. Die jüngsten Läuferinnen und Läufer werden zum Teil von ihren älteren Geschwistern begleitet und angespornt, da wird sogar vor dem Zieleinlauf schon mal aufeinander gewartet“, hat der Stadtdechant im vergangenen Jahr beobachtet. Und er ergänzt: „Passend dazu steht der Gottesdienst unter dem Leitwort ,Einem Ziel entgegen‘ – und zwar trotz aller körperlicher Anstrengung gemeinsam und mit Freude.“ 

Der Lauf geht über 500, 1000 oder 2000 Meter, je nach Anmeldung der Kinder. Teilnehmen können Kinder der Jahrgänge 2008 bis 2014. Die Strecke führt seit dem vergangenen Jahr rund um den Dom. 

Weitere Informationen finden Sie unter www.koeln-marathon.de

 

„Lange Nacht der Psalmen“ in St. Aposteln mit Uraufführung und „ChorImTakt“

9. Oktober 2019; ksd

Köln (epk). „Vom Morgen bis zu den Anfängen“ — eine interkulturelle und interreligiöse Spurensuche durch Raum und Zeit möchte die „Lange Nacht der Psalmen“ am Samstag, 12. Oktober, von 20 Uhr bis 00.30 Uhr, den Besucherinnen und Besuchern in St. Aposteln, Neumarkt 30, bieten. Das musikalische Highlight im Rahmen des 10. Ökumenischen Kirchenmusikfestivals beginnt mit Musik aus dem 21. Jahrhundert und der Uraufführung einer Komposition des Chorleiters Simon Rummel. Mit dabei ist der „ChorImTakt“ der Evangelischen Kirchengemeinde Köln-Höhenhaus. Im Stundentakt geht es dann weiter mit Musik aus dem 20. Jahrhundert von Arvo Pärt (Beginn 20.30 Uhr), Psalmmotetten der Romantik (Beginn 21.30 Uhr), Psalmvertonungen des italienischen Frühbarock (Beginn 22.30 Uhr) sowie dem Chorkonzert „Ad fontes — Tripelkonzert: Mittelalter und Anfänge christlicher, jüdischer und islamischer Musik“. Der Eintritt kostet 15 Euro, ermäßigt und ab 22 Uhr 10 Euro. 

Mehr unter www.kirchenmusikfestival.de

 

„Kölner Kirchen im Blick“: Das Winterprogramm 2019/20 für Dom- und Kirchenführungen

8. Oktober 2019; ksd

Köln. Am 1. November startet das Winterprogramm von „Kölner Kirchen im Blick“, das bis April 2020 eine Vielzahl abwechslungsreicher Führungen anbietet. Ein Highlight wird am Sonntag, 17. November, die ganztägige Veranstaltung „Zu Tisch bei Heinrich Böll“ mit einer Einführung in dessen Biografie, „bölltypischem“ Mittagsimbiss und zwei unterschiedlichen Stadtrundgängen (eine schriftliche Anmeldung ist dafür erforderlich und ab 14. Oktober möglich auf der Webseite des DOMFORUMs, telefonisch unter 0221 925847-30 oder im Foyer des DOMFORUMs am Roncalliplatz 2).

Begleitend zu der Vortragsreihe „Kirchenbauskulpturen“, die der Förderverein Romanische Kirchen Köln, das Kathpolische Bildungswerk Köln und das DOMFORUM anlässlich des 100. Geburtstags von Gottfried Böhm veranstalten, stehen dessen kirchliche Bauwerke in Köln und im nahem Umland im Fokus. Ergänzt wird dieses Angebot durch Führungen in St. Anna in Neuehrenfeld, dem letzten von Dominikus und Gottfried Böhm gemeinsam geplanten Bau, sowie in St. Theodor in Vingst, einem Bau von dessen Sohn Paul Böhm.

Ein besonderes Erlebnis ist das spirituelle Angebot „Mein Dom". Abendliche Glaubenswege, bei denen Persönlichkeiten, die in besonderer Weise mit dem Dom verbunden sind, ihren je eigenen Zugang zu diesem Bauwerk und eine individuelle Auswahl anbieten, die von ihrer persönlichen Spiritualität und ihrem Glauben geprägt ist.

Anders als ursprünglich vorgesehen, führt Hänneschen-Puppenspieler Hans Fey bereits am Mittwoch, 6. November. Alle anderen Termine entnehmen Sie bitte dem Programm, das ab sofort im DOMFORUM ausliegt und auch auf der Homepage zu finden ist. Ab dem 14. Oktober sind kostenlose Reservierungen für die Einzeltermine möglich unter Telefon 0221 925847-30 oder direkt im DOMFORUM (maximal 2 Personen und 1 Termin pro Reservierung).

Die beliebten Reihen „Nacht-Raum Dom" und „Vor Ort entführt nach KOLUMBA" sind ebenfalls wieder im Programm. Letztere erzählt von Weihnachten in Kölner Kirchen. Für Kinder und Familien gibt es Geschichten rund um Weihnachten sowie die Reihe „Dom für Spürnasen". 

Weitere Informationen unter www.domforum.de

 

  

„Sorgende Gemeinschaften“: Hospiz- und Palliativtag am 12. Oktober in der Karl-Rahner-Akademie

7. Oktober 2019; ksd

Köln. Achtzig von 100 Menschen geben in Befragungen an, dass sie zu Hause sterben wollen. Doch für zwei von drei Menschen lässt sich dieser Wunsch nicht verwirklichen. Für ein gutes Sterben – ob zu Hause oder in einer Einrichtung – setzt sich seit Jahrzehnten die Hospizbewegung ein. Beim Hospiz- und Palliativtag 2019 am Samstag, 12. Oktober, in der Karl-Rahner-Akademie, Köln, geht es um die Frage nach der gesellschaftlichen Verantwortung. Das Thema lautet: „Sorgende Gemeinschaften und das Sterben. Soziale Ungleichheit als Herausforderung auch am Lebensende“. In der Veranstaltung soll es unter anderem um Aspekte gehen wie die „Verheißung einer umfassenden Gesundheitsgesellschaft“, die vermeintlich „grenzenlose Selbstoptimierung“ und die Frage nach dem selbstbestimmten Lebensende. Als „Gegen-Entwurf“ zu diesem Bild des „Sterben-Machens“ positioniert sich die Hospizkultur mit der Idee des gemeinschaftlich umsorgten, individuellen Sterbens. Hauptreferent ist der Soziologe Professor Dr. Werner Schneider von der Universität Augsburg. Eröffnet wird die Tagung um 12 Uhr von Stadtdechant Monsignore Robert Kleine, Stadtsuperintendent Dr. Bernhard Seiger und Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes. Veranstalter sind die „Hospiz + Palliativ Arbeitsgemeinschaft Köln“, das „Palliativ- und Hospiznetzwerk Köln“ und das „Katholische Bildungswerk Köln“. Die Veranstaltung kann ohne Gebühr oder Anmeldung besucht werden. Veranstaltungsort ist die Karl-Rahner-Akademie, Jabachstraße 8, Köln.
Mehr zum Thema unter www.palliativnetz-koeln.de

 

1000 Bäume für Köln: Katholische Einrichtungen unterstützen Aktion und sammeln Spenden im DOMFORUM

7. Oktober 2019; ksd

Köln. Die Stadt grüner zu machen und allen Bürgerinnen und Bürgern damit etwas Gutes zu tun, ist das Ziel der Aktion „1000 Bäume für Köln“, die von der „Kölner Grün Stiftung“ koordiniert wird. Mehrere katholische Einrichtungen unterstützen jetzt gemeinsam die Aktion und riefen rund um das Erntedankfest Gemeinden, Verbände, Besucher des Domforums und alle, die sich engagieren wollen, zum Mitmachen und Spenden auf. Mit dabei sind der Katholikenausschuss in der Stadt Köln, das Katholische Stadtdekanat Köln, das DOMFORUM und das Katholische Bildungswerk Köln. Der Katholikenausschuss hat bereits Ende September die Pfarreien in der Stadt Köln und die katholischen Verbände eingeladen, sich zu beteiligen. Er verspricht den ersten zehn Teilnehmern einen Zuschuss von 200 Euro zur Summe für den Baum. 

Ein Baum kostet 1200 Euro. Die Stiftung gibt jeweils die Hälfte des Betrages dazu. Damit sich auch Menschen beteiligen können, welche die geplante Sponsorensumme beziehungsweise Spende von 600 Euro pro Baum nicht aufbringen können, aber sich gerne für die Umwelt und die Aktion engagieren wollen, ist im DOMFORUM am Roncalliplatz 2 jetzt eine Spendenbox aufgestellt worden. Zudem wurde ein Spendenkonto eingerichtet. 

„Als Katholiken sind wir dazu berufen, die Schöpfung zu bewahren. Und als Bürger dieser schönen Stadt sind wir berufen, das Stadtbild zu gestalten“, sagt Maximilian Rudloff, der stellvertretende Vorsitzende des Katholikenausschusses. „Wir wollen deshalb allen Kölner Bürgerinnen und Bürgern die Gelegenheit geben, barrierefrei und nachhaltig ihre Veedel mitzugestalten.“

Auf die Mitverantwortung für die Schöpfung und den Schutz der Umwelt verweist auch der Stadtdechant, Monsignore Robert Kleine. „Gerade jetzt zu Erntedank erinnern wir uns dankbar an all die Gaben von ,Mutter Natur‘. Aber wir erleben auch jeden Tag, wie bedroht unsere Erde ist, wie viel der Mensch schon zerstört hat und weiter zerstört. Doch wir können eben auch alle etwas tun, um die Erde und damit unseren Lebensraum zu erhalten. Die Aktion ,1000 Bäume für Köln‘ ist dafür ein gutes Beispiel.“ 

Auch Rainer Tüschenbönner, der Leiter des Katholischen Bildungswerks Köln und des DOMFORUMS, freut sich über die gemeinsame Aktion. „Wir hoffen, dass sich viele Besucherinnen und Besucher des Domforums an der Spendenaktion beteiligen“, sagt er. „Uns ist es wichtig, dass jeder mitmachen kann, auch wenn er denkt, sein Beitrag sei noch so klein.“ 

Das Spendenkonto des Gesamtverbandes der katholischen Kirchengemeinden der Stadt Köln ist eingerichtet bei der Pax Bank Köln eG:

IBAN DE29 3706 0193 0010 2531 79
BIC GENODED1PAX
Verwendungszweck: Bäume für Köln 

Weitere Informationen zur Aktion gibt es unter www.koelner-gruen.de 

 

  

„StERN-Kitas Köln“: Küchenabfälle reduzieren – Ernährungsbildung steigern

1. Oktober 2019; ksd

Köln. Der Kölner Ernährungsrat, die Stadt Köln und der „Arbeitskreis 80“ der Träger und Spitzenverbände der Kölner Kindertagesstätten wollen Regionalität und Nachhaltigkeit in den Kita-Küchen fördern. Ziel ist es, einen sogenannten „Regionalkümmerer“ zu etablieren, der die Kitas beim Einsatz von regionalen Lebensmitteln unterstützt. Zudem soll die Stadt Köln aufgefordert werden, für die Steigerung der Ernährungsbildung sowie Regionalität und Nachhaltigkeit eine Regionalbetreuung im Stellenplan für Kindertagestätten „verlässlich abzubilden und zu finanzieren“ .

In einem ersten Schritt wurde in elf Kitas ermittelt, wie viele Küchenabfälle beziehungsweise Speisereste anfallen. Das Ergebnis liegt zwischen fünf und 32 Prozent. Beim Projekt dabei: die Caritas-Kita in der Bertramstraße in Kalk, die SKM-Kita am Rolshover Hof in Poll und die Kita St. Joseph, ebenfalls in Poll. Das Stadtdekanat Köln wird zudem durch Josef Schäfers vertreten, der für die im „AK 80“ engagierten freien Kita-Träger das Projekt in der Kommunikation mit dem „Amt für Jugend, Kinder und Familien in der Stadt Köln“ sowie mit dem Ernährungsrat und der Verbraucherzentrale koordiniert.

„Einige Kitas sind in Sachen Abfallvermeidung bereits sehr gut aufgestellt, aber es gibt noch Potenzial, Lebensmittelabfälle zu reduzieren und damit auch Kosten einzusparen“, erklärte Frank Waskow von der Verbraucherzentrale NRW bei einem Pressetermin zur Vorstellung des Projektes. Mit dem Küchenpersonal würden dazu konkrete Verbesserungsvorschläge für Einkauf, Essensplanung und Portionierung entwickelt. „So ergeben sich finanzielle Spielräume, die für den Einsatz von mehr frischen regionalen Produkten genutzt werden können“, sagte Waskow. Außerdem würden Speisepläne unter die Lupe genommen mit dem Ziel, mehr klimafreundliche Gerichte anzubieten.

„Wir haben eine besondere Verantwortung für die kleinen Menschen, die noch nicht selbst die Kaufentscheidungen treffen“, betonte Peter Zens vom Ernährungsrat Köln. Beim gemeinsamen Essen könnten schon die Jüngsten viel über eine bewusste Ernährung und die regionale Landwirtschaft lernen. „Der Geschmack und das Essverhalten werden geschult.“ 

Einen ausführlichen Bericht finden Sie hier. 

 

„Es braucht eine kirchliche Umkehr“: Theologin Rahner im Kölner Dom zur Kirchenkrise

30. September 2019; ksd

Köln. Die katholische Theologin Johanna Rahner identifiziert die vermeintliche Glaubenskrise in der Gesellschaft eher als Kirchenkrise. Sie forderte in einer Ansprache im Kölner Dom eine „grundlegende kirchliche Haltungsänderung“. Die Tübinger Theologieprofessorin sprach aus Anlass eines ökumenischen Gottesdienstes zum 30-jährigen Bestehen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Köln.
Manche Kreise in der Kirche seien nicht einmal mehr in der Lage, die Gottessehnsucht der Menschen unserer Zeit zu erkennen, „geschweige denn zu deuten“, sagte Rahner. Darüber hinaus werde zunehmend eine „kirchliche Berührungsangst vor dem modernen Menschen“ sichtbar. Das Dramatische sei, dass die Menschen es der Kirche nicht mehr abnähmen, „dass sie ein Ort sein könnte, an dem die Gottessehnsucht der Menschen ernst genommen wird, an dem sie wenigstens eine ahnungsvolle ,Antwort‘ erhalten könnte“, so Rahner.
Die Kirche sei „unglaubwürdig geworden, weil sie mit ihrem erschütterungsfreien und verblüffungsresistenten Katechismuswissen, mit ihrer selbstsicheren Gewissheitssprache die existenzielle Not des Gottvermissens nicht mehr kennt, das ihn zu suchen, aber nicht finden können, das Schweigen Gottes“, betonte die Dogmatikerin.
Es bräuchte eine grundlegende kirchliche Umkehr, so Rahner. Das schließe ein, die eigene Randexistenz zu akzeptieren und als wahren Ort Gottes in der Welt zu begreifen. 
Die komplette Ansprache von Professorin Dr. Johanna Rahner finden Sie hier.

 

Weltbekannter Pantomime Milan Sládek bei Nacht der Mystik im Kölner Dom (26. September)

24. September 2019; ksd

Köln. Wer an Pantomime denkt, denkt oft auch gleich an Milan Sládek. Der weltbekannte Künstler, der in Köln lebt, hat für viele das Bild vom Spiel ohne Worte geprägt. Am Donnerstag, 26. September, tritt Sládek, 81, im Kölner Dom auf. „Stern Suche Weg Zeichen“ heißt das Programm, das im Rahmen der Dreikönigswallfahrt und „Nacht der Mystik“ gezeigt wird.

Begleitet wird Sládek von Matthias Haarmann, Orgel; Eva Zöllner, Akkordeon; dem Chor „CONSTANT“ und Hildegard Meier als Sprecherin. 

Beginn ist um 21 Uhr.

Die „Nacht der Mystik“ lädt mit meditativen und spirituellen Elementen dazu ein, dem eigenen Fühlen und Denken auf die Spur zu kommen und den sakralen Raum neu zu entdecken.

Mehr zum Programm der Dreikönigswallfahrt unter www.dreikoenige-koeln.de

 

Dem Hass keine Chance – Oberbürgermeisterin Reker appelliert beim „Gebet der Religionen“ an Dialogbereitschaft

23. September 2019; Hildegard Mathies

Köln. In Köln leben Menschen aus 140 Religionsgemeinschaften und aus 180 Nationen friedlich miteinander, betonte Oberbürgermeisterin Henriette Reker beim „Gebet der Religionen“ in der Jesuitenkirche und Kunststation St. Peter. Der „Kölner Rat der Religionen“, der 2006 von Rekers Vorgänger Fritz Schramma mit Vertretern zahlreicher Religionsgemeinschaften initiiert worden war, hatte dazu am Internationalen Tag der Vereinten Nationen für den Frieden (21. September) eingeladen. Das Leitwort in diesem Jahr lautete in Erinnerung an 70 Jahre Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“

„Die Menschen in Köln kommen aus ganz unterschiedlichen sozialen Herkünften, sie haben ganz unterschiedliche politische Orientierungen und das macht unsere Stadtgesellschaft aus. Wir sind vielfältig und haben Verständnis füreinander – darauf bin ich unglaublich stolz“, so Reker in ihrer Eröffnungsansprache. Damit das Zusammenleben gelinge, seien Dialog und Respekt voreinander entscheidend. Der erste Artikel des Grundgesetzes, „Die Würde des Menschen ist unantastbar“,  sei ein Auftrag der Mütter und Väter des Grundgesetzes an alle – und heute so aktuell wie vor 70 Jahren. Es gelte, die Menschenwürde und die mit ihr verbundenen Menschenrechte „als Maßstab unseres tagtäglichen Tuns zu nehmen“, forderte die Oberbürgermeisterin.

Die Zusammenarbeit im „Rat der Religionen“ ist für Reker vorbildhaft. „Wir suchen das Gemeinsame“ , erklärt die Oberbürgermeisterin. „miteinander reden, nicht übereinander, sich in die Perspektive des anderen versetzen und dessen Argumente ernst nehmen“. Solcher Vorbilder bedürfe es in heutiger Zeit vielleicht mehr denn je. „Denn wir werden ja immer mehr überzogen von Hass-Parolen und die Gegner, die unterwegs sind, lassen ihren Worten auch manchmal Taten folgen. Deshalb dürfen wir nicht zulassen, dass dieses Fundament der Menschenwürde in Schieflage kommt. Wir werden also standhaft bleiben und immer wieder versuchen, Hass mit Dialogbereitschaft zu beantworten.“ Denn wenn man dem Hass wiederum Hass entgegenhalte, „bewegen wir uns auf einer Spirale, aus der wir nicht mehr herauskommen“.

Die sechs Worte des ersten Artikels des Grundgesetzes drückten eine Geisteshaltung aus, die über Jahrhunderte durch Religionen, Philosophie, Staatslehre und Kultur ausgeprägt worden sei, so Reker. Die Menschenwürde sei nicht nur das feste Fundament unserer Gesellschaft, sondern „wirklich eine Errungenschaft“.

„Ich glaube, dass die Menschenwürde, die seit 70 Jahren unser Leben bestimmt, auch weiterhin unsere Kompassnadel sein sollte“, betonte Reker. „Und wenn wir uns alle darüber einig sind, dass Hass und Gewalt keinen Platz haben in Köln, dann kommen wir einen ganzen Schritt weiter.“

Im Anschluss an Rekers Eröffnungsrede folgten Gebetsworte, Texte und musikalische Beiträge buddhistischer, christlicher und muslimischer Vertreterinnen und Vertreter sowie von den Bahá'í. Zum Abschluss beteten alle gemeinsam das „Gebet der Vereinten Nationen.“

 

10 Jahre ökumenisches Kirchenmusikfestival: „psalmtöne“ vom 26. September bis 13. Oktober

20. September 2019; ksd

Köln. Zum zehnten Mal findet in diesem Jahr das ökumenische „kirchenmusikfestival köln“ statt. Vom 26. September bis 13. Oktober spannen Kölner Kirchenmusikerinnen und -musiker, Kantoreien, Orchester, Chöre und Solisten einen Bogen über 1800 Jahre Musikgeschichte. Auf dem Programm stehen Konzerte, liturgische Angebote, eigens komponierte Werke und für den Anlass entwickelte Projekte. Darüber hinaus gibt es Veranstaltungen, die sich etwa besonders an Familien oder an Schülerinnen und Schüler richten. Das 10. „kirchenmusikfestival köln“ steht unter dem Thema „psalmtöne“. Für die meisten Veranstaltungen ist der Eintritt frei.

„Musik verbindet die Menschen und löst immer auch Emotionen aus“, sagt Stadtsuperintendent Bernhard Seiger. „Musik ist Nahrung für die Seele und wenn wir dafür ökumenisch etwas tun, dann ist das ein guter Beitrag für das Leben vieler Menschen.“ Deshalb sei es für die beiden Kirchen wichtig, Musik zu fördern und vielen Menschen zugänglich zu machen. „Da öffnen sich Räume – für die Zuhörer, aber auch für die Beteiligten selber. Es ist etwas Großes, dass man beim Kirchenmusikfestival Livemusik mit allen Sinnen erfahren kann.“ 

Stadtdechant Robert Kleine hebt hervor, wie vielfältig sich die Kirchenmusik in der Stadt präsentiert. „Es freut mich besonders, dass beim Kirchenmusikfestival keine Ensembles von außen verpflichtet werden, sondern dass die Akteure aus Köln kommen und ihr hohes musikalisches Niveau präsentieren können.“ Das Kirchenmusikfestival lade dazu ein, sich auch einmal zu Orten auf den Weg zu machen und diese zu entdecken, die man sonst vielleicht nicht besucht. Die das diesjährige Thema prägenden Psalmen verbinden die abrahamitischen Religionen Christentum, Judentum und Islam miteinander, erinnert Kleine. Entsprechend werden auch interreligiös Brücken geschlagen. Die beiden Kirchen verbinden mit dem Kirchenmusikfestival auch Gedanken und Botschaften des Friedens, so Kleine.

Zum Auftakt findet am Freitag, 27. September, ein ökumenischer Evensong – ein Abendlob in englischer Tradition – im Kölner Dom statt (21 Uhr). Dabei präsentieren rund Sängerinnen und Sänger aus 40 evangelischen und katholischen Kölner Chören Werke von Thomas Tallis, Charles Gounod und anderen. Der Eintritt ist frei.

Zu den weiteren Höhepunkten gehört die „Lange Nacht der Psalmen“ am Samstag, 12. Oktober, von 20 bis 0.30 Uhr in St. Aposteln am Neumarkt. Dabei erklingt Musik aus dem 20. und 21. Jahrhundert, Psalm-Motetten der Romantik und Psalmvertonungen des italienischen Frühbarocks. In einem Tripelkonzert erklingt Musik des Mittelalters sowie aus den Anfängen der christlichen, jüdischen und islamischen Musiktradition (23 Uhr). Zwischen den Programmteilen präsentiert das sechsköpfige Percussion-Ensemble „MP6“ das Werk „Le Noir de l’Etoile“ („Die Nacht des Sterns“) von Gérard Grisey. Der Eintritt kostet 15 Euro (ermäßigt 10), ab 22 Uhr einheitlich 10 Euro.

Im Rahmen des Festivals finden zudem große Chor-Konzerte, Orgel- und Jazzkonzerte, musikalische Stadtführungen, eine ökumenische Psalmenwanderung durch Lindenthal, ein Orgelbau-Workshop für Kinder ab neun Jahren, bei dem eine spielbare Orgel zusammengebaut wird, und vieles mehr statt. Zu den aufgeführten Komponisten gehören unter anderem Palestrina, Schütz, Bach und Rheinberger, Berlioz und Elgar, Bernstein und Ellington.

Einen Schwerpunkt bildet Orgelmusik. „Wir spannen ein Orgelnetz über die Stadt“, sagt Wolf-Rüdiger Spieler, Programm- und Organisationsleiter der Trinitatiskirche Köln. Dazu gehört etwa ein Orgel-Triduum, das drei Orgeln an drei Kirchorten präsentiert (29. September, St. Pantaleon; 6. Oktober, St. Nikolaus; 13. Oktober, Friedenskirche).

Regionalkantor Wilfried Kaets freut sich, dass das Festival mit großem ehrenamtlichem Einsatz aller Beteiligten organisiert wird. Zu den Besonderheiten zählt neben eigens für das Festival in Auftrag gegebenen Kompositionen oder selten und aufwändig aufzuführenden Werken auch das Projekt „ Kirche macht Schule.“ Dabei gehen die Musiker in rund 35 Kölner Grundschulen und erzählen eine Geschichte von Migration, „Liri und der Blauvogel“. Die Kinder machen selbst die Musik dazu; dazu gibt es dann drei gemeinsame Aufführungen. „Insgesamt werden wir beim Kirchenmusikfestival zwischen 2.000 und 3.000 Mitwirkende haben“, so Kaets.

Zu den Höhepunkten gehört auch der Jazz-Schwerpunkt, erläutert Kirchenmusikdirektor Johannes Quack, Kreiskantor Evangelischer Kirchenkreis Köln-Mitte. Köln sei die wichtigste Jazz-Metropole in Deutschland und es komme in den vergangenen Jahren zu immer mehr Kooperationen zwischen Jazz- und Kirchenmusikern. So werden Auszüge aus den „Sacred Concerts“ von Duke Ellington erklingen (Sonntag, 29. September, Trinitatiskirche), dazu gibt es eine Jazz-Messe (Freitag, 11. Oktober, Antonitercitykirche) und einen Jazz-Gottesdienst (Sonntag, 13. Oktober, Antonitercitykirche).

Die begleitende Ausstellung Psalmtöne zeigt Werke in der Rochuskirche in Köln-Bickendorf Werke von Gerhard Melvissen (6. bis 13. Oktober, Eintritt frei). 

Das komplette Programm und alle Informationen gibt es unter www.kirchenmusikfestival.de

 

„Echt kölsch“ – Neue Ausstellung in der Kölner Bahnhofsmission

20. September 2019; ksd

Köln. Die Kölner Bahnhofsmission hat jetzt eine neue Mitarbeiterin und die ist ein richtig „jeckes Huhn“. Die Kölner Künstlerin Margarete July hat sie der Einrichtung zur Eröffnung ihrer Ausstellung in den Räumen der Bahnhofsmission mitgebracht. Die Skulptur „Dat jecke Huhn“ ist stilecht in die Weste der haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gekleidet und soll für gute Laune sorgen. Bis zum 31. August 2020 können Gäste und Besucher der Bahnhofsmission aber vor allem Gemälde der Künstlerin bewundern, die im Hauptberuf das Dienstleistungszentrum „ ResoDienste Köln“ des Amtes für Soziales und Senioren leitet. „Echt kölsch“ heißt die Ausstellung, die im Rahmen der Reihe „Kultur an Gleis 1“ gezeigt wird.

Margarete July arbeitet vor allem in Öl auf Leinwand. Sie ist seit rund drei Jahrzehnten künstlerisch tätig. In einer Künstlerinnengruppe erprobte sie verschiedene Maltechniken und fand ihren Schwerpunkt dann im Arbeiten mit Ölfarben. Als Autodidaktin setzt die Künstlerin nach eigenen Angaben Anregungen und Impulse aus der Natur, Urlauben und Begegnungen mit Menschen in ihren Werken um. Die in der Bahnhofsmission gezeigten Bilder spiegeln die Vielfalt im Leben der Stadt wider, kommen manchmal mit einem Augenzwinkern, manchmal bedrückend daher, wie etwa in Margarete Julys Bearbeitung der sexuellen Übergriffe in der Silvesternacht 2015/16.

Die Ausstellung kann zu den Öffnungszeiten der Bahnhofsmission besichtigt werden, täglich von 7 bis 19 Uhr (Gleis 1 im Kölner Hauptbahnhof). Mehr unter www.bahnhofsmission-koeln.de

 

Dem Stern folgen: Stadtdechant Robert Kleine lädt herzlich zur Dreikönigswallfahrt ein

19. September 2019; ksd

Foto: © Stadtdekanat Köln

Köln. Wie die Gebeine (Reliquien) der Heiligen Drei Könige nach Köln gelangt sind, ist unter Historikern ja ein bisschen umstritten. Fest steht aber, dass Erzbischof Rainald von Dassel die Reliquien der Drei, die seinerzeit das neugeborene Jesuskind nach seiner Geburt besucht und ihm dann das Leben gerettet hatten, im Mittelalter heimlich aus Mailand an den Rhein brachte. Damit hat er einen Pilgerboom ausgelöst, der bis heute anhält. Weil die Drei für den Dom und ganz Köln so wichtig sind, heißt die jährliche Wallfahrt zu ihrem Schrein ab diesem Jahr Dreikönigswallfahrt. Sie steht unter dem Leitwort „Wir haben seinen Stern gesehen". Stadtdechant Robert Kleine lädt in einer Videobotschaft herzlich alle Kölnerinnen und Kölner, aber auch alle Kölnbesucherinnen und -besucher zur Teilnahme ein. Die Dreikönigswallfahrt findet vom 26. bis 29. September statt und bietet eine Fülle von Veranstaltungen – und die Gelegenheit, auf dem Pilgerweg durch den Dom einmal unter dem Schrein herzugehen. Die Videobotschaft von Mosignore Kleine sehen Sie auf seiner Facebook-Seite.

 

Das Programm zur Dreikönigswallfahrt finden Sie hier.

  

„Gemeinsam unterwegs“ – Ökumenischer Gottesdienst und Soiree am 27. September zur Dreikönigswallfahrt

17. September 2019; ksd

Grafik nach Raphael Seitz

Köln. „Gemeinsam unterwegs – Dank seiner Gnade“ ist der Ökumenische Gottesdienst mit anschließender Soiree überschrieben, der im Rahmen der Dreikönigswallfahrt am Freitag, 27. September, um 17 Uhr im Kölner Dom stattfindet. In dem von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) getragenen Gottesdienst hält die Tübinger Dogmatikprofessorin Johanna Rahner eine Ansprache. Sie hat den katholischen Lehrstuhl für Dogmatik, Dogmengeschichte und Ökumenische Theologie an der Universität Tübingen inne. Die Liturgie feiern Superintendentin Susanne Beuth, Vorsitzende der ACK Köln, Stadtdechant Monsignore Robert Kleine, Stadtsuperintendent Dr. Bernhard Seiger, Erzpriester Radu Constantin Miron, Erzpriester des Ökumenischen Patriarchats und zugleich Vorsitzender der ACK Deutschland, sowie weitere Mitglieder der ACK Köln.

Mit dem Gottesdienst wird auch das 30-jährige Bestehen der ACK gefeiert. Gleichzeitig wird an den 20. Jahrestag der Veröffentlichung der „Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre“ erinnert. Am 31. Oktober 1999 bekundeten die Katholische Kirche und der Lutherische Weltbund damit ihren Konsens über zentrale Auffassungen der sogenannten Rechtfertigungslehre, die für den Protestantismus seit Luthers Zeiten zentral war. Im Kern bedeutet dies, dass der Mensch „im Blick auf sein Heil völlig auf die rettende Gnade Gottes angewiesen ist“.

Im Anschluss an den Gottesdienst findet eine Soiree im Baptisterium statt (am Domhof / Trankgasse). In einer Talkrunde geht es dabei um Herausforderungen, Entwicklungen und die Zukunft der Ökumene. Außerdem gibt es einen Rückblick darauf, was die Mitgliedskirchen der ACK Köln in den vergangenen Jahren bewegt hat. An dem Talk nehmen teil: Professorin Dr. Johanna Rahner, Tübingen; Superintendentin Susanne Beuth, Vorsitzende der ACK Köln; Erzpriester Radu Constantin Miron, Vorsitzender der ACK Deutschland; Rainer Will, stellvertretender Leiter des Katholischen Bildungswerkes Köln und Vorstandsmitglied der ACK Köln. Begleitet wird die Soiree von dem aus Großbritannien stammenden und in Köln lebenden Musiker George Warren am Keyboard. Die Moderation liegt bei Dr. Martin Bock von der Melanchthon-Akademie und Diakon Jens Freiwald vom Katholischen Stadtdekanat Köln.

Die Kölner ACK-Vorsitzende und Superintendentin Susanne Beuth freut sich, dass es um die Ökumene in Köln gut bestellt ist. „Gemeinsam unterwegs – zum Glück stimmt das für die Ökumene im Allgemeinen“, sagt sie. „Und es beschreibt besonders die Ökumene in Köln, denn eine Kölner Besonderheit sind unsere Ökumenischen Brückenwege.“ Seit dem ersten im Jahr des Domjubiläums, 1998, wandern Christinnen und Christen aller Konfessionen bei besonderen Anlässen zu Orten links und rechts des Rheins, „singend, betend und natürlich im Gespräch mit den Mitgehenden“, so Beuth. Der nächste Ökumenische Brückenweg ist für das Jahr des 3. Ökumenischen Kirchentages, 2021, geplant.

Die Dreikönigswallfahrt findet in diesem Jahr zum ersten Mal unter diesem Namen statt (bisher: Domwallfahrt). Sie lädt vom 26. bis 29. September 2019 alle Kölnerinnen und Kölner sowie auswärtige Besucherinnen und Besucher ein, sich auf die Spuren der Heiligen Drei Könige zu begeben. Das umfangreiche Programm finden Sie unter www.dreikoenige-koeln.de und unter www.oekumene-koeln.de

 

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„Was wird aus Kölns Kirchen?“ – Podiumsdiskussion im CRUX am 16. September

12. September 2019; ksd

Foto: © Erzbistum Köln

Köln. Allein auf dem Gebiet der Kölner Innenstadt befinden sich rund 30 katholische Kirchen. Eine Podiumsdiskussion, die vom Katholischen Bildungswerk Köln und der Kirche in Köln-Mitte am Montag, 16. September, veranstaltet wird, geht den Fragen nach ihrer Zukunft nach. Viele dieser Kirchen sind historisch bedeutsam und touristisch von großem Interesse. Doch nicht überall gibt es noch ein lebendiges Gemeindeleben. Somit stellten sich laut der Veranstalter „mit zunehmender Dringlichkeit“ die Fragen: „Was wird in Zukunft aus diesen Kirchen? Kann und will das Erzbistum Köln sie alle erhalten? Welche Aufgabe kommt dabei der Stadt Köln oder dem Land NRW zu? Und wenn Kirchen als Gottesdiensträume aufgegeben werden sollten: Welche Nutzung ist dann möglich und sinnvoll? Auf welchem Weg und mit welchen Beteiligten können gute Entscheidungen getroffen werden?“ Darüber diskutieren auf dem Podium: Susanne Laugwitz-Aulbach, Kulturdezernentin der Stadt Köln; Dr. Thorsten Drewes, Referatsleiter beim Forschungsprogramm „StadtBauKultur“ im Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung im Land NRW; Domkapitular Markus Bosbach, Leiter der Hauptabteilung Seelsorgebereiche im Erzbistum Köln; Erzdiözesanbaumeister Martin Struck und Norbert Hermanns vom Aachener Stadt- und Immobilien-Entwicklungsunternehmen „Landmarken AG“. Veranstaltungsort ist die Kirche des jugendpastoralen Zentrums CRUX (An Zint Jan). Beginn ist um 19.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Mehr Informationen finden Sie hier.

 

„Was hat Religion mit Naturschutz zu tun?“ – Podiumsdiskussion zur Interreligiösen Naturschutzwoche am 17. September

11. September 2019; ksd

Foto: © Valentin Sabau / Pixabay

Köln. Aus Anlass der Interreligiösen Naturschutzwoche, die noch bis zum 15. September in Köln und Umgebung stattfindet, lädt das Katholische Bildungswerk Köln zu einer Podiumsdiskussion am Dienstag, 17. September, ein. „Was hat Religion mit Naturschutz zu tun?“ ist der Abend überschrieben. Auf dem Podium sitzen: Dr. Deborah Williger, Institut für Theologische Zoologie an der Universität Münster; Andreas Wilhelm Mues, Bundesamt für Naturschutz, Bonn; Baraa Abu El-Khair, 2. Vorstandsvorsitzende des in Darmstadt ansässigen muslimischen Umweltschutzvereins NourEnergy, sowie Dr. Gregor Taxacher, Institut für Katholische Theologie an der TU Dortmund. Die Teilnehmer gehen der Frage nach, welche Schnittmenge es gibt zwischen Naturschützern und Umweltaktivisten sowie Menschen, die sich aus ihrem Glauben heraus für die Bewahrung der Schöpfung engagieren. Veranstaltungsort ist das FORUM in der Tunisstraße 4, Beginn ist um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Die (Inter-)Religiöse Naturschutzwoche ist eine bundesweite Initiative; ausgerichtet werden die Tage vom Abrahamischen Forum, Darmstadt, und vom Verein Tomorrow, Kürten. Auf dem Programm stehen in Köln unter anderem eine Fledermausexkursion auf dem Melatenfriedhof (Donnerstag, 12. September, 20 Uhr, Aachener Straße); eine Info-Veranstaltung zur Begrünung und zum Naturschutz an der Zentralmoschee (Freitag, 13. September, 14 Uhr, Venloer Straße); sowie ein Picknick im Kartäusergarten (Freitag, 13. September, 18 Uhr, Kartäusergasse 7). Am Samstag, 14. September, spricht die buddhistische Nonne Tsunma Konchok Jinpa Chodron über „Buddha und die Bäume“ (Workshop mit Naturmeditationen von Anna Karolina Brychy, Zendo Köln, Karolingerring 19, 10 Uhr). Ebenfalls am Samstag geht es auf einer Wanderung zur Klosterruine Heisterbach bei Königswinter um das Thema „ Die alten Mönchsorden und ihr Umgang mit der Natur“ (11 Uhr, Treffpunkt Banhof Königswinter-Niederdollendorf).

Zum „Universellen Gottesdienst für die Erde“ wird eingeladen am Samstag, 14. September, um 18 Uhr (Fritz-Encke-Volkspark in Köln). Am Sonntag, 15. September, findet dann ein „Interreligiöses Gebet für die Schöpfung“ im Hambacher Forst statt (gegenüber der Mahnwache, an der Elsdorfer Straße 257). Beginn ist um 15 Uhr.

Das gesamte Programm gibt es hier.

 

„Keys of Hope“: Foto-Ausstellung über syrische Flüchtlinge bis zum 25. September beim Diözesan-Caritasverband

10. September 2019; ksd

Köln. Fast 71 Millionen Menschen sind derzeit weltweit auf der Flucht (Stand nach Angaben der UN zum 31. Dezember 2018). Die Ursachen, die Menschen dazu zwingen alles aufzugeben, sind vielfältig: Krieg und Gewalt, Verfolgung und andere Menschenrechtsverletzungen, Armut, Hunger und die Folgen des Klimawandels, Perspektiv- und Hoffnungslosigkeit und vieles mehr. Kein einziger Mensch macht sich leichten Herzens auf den oft lebensgefährlichen Weg und die Suche nach Schutz und Sicherheit. Fast alle träumen davon, eines Tages nach Hause zurückkehren zu können. Eine berührende Foto-Ausstellung von „Caritas International“ zeigt dies: „Keys of Hope – Schlüssel der Hoffnung“ zeigt die Schlüssel von Zuhause, die viele Flüchtlinge mitnehmen auf ihren Weg. Die Schlüssel stehen für all das, was die Geflüchteten vermissen, für ihre Sehnsüchte und Träume – und für ihren Schmerz. Gezeigt wird die Ausstellung bis zum 25. September im Diözesan-Caritasverband in Köln (Georgstraße 7).

„Keys of Hope“ erzählt Geschichten von Menschen, die der Bürgerkrieg in Syrien um ihre Heimat und um ihr gewohntes Leben gebracht hat. Und oft auch um die Menschen, die sie lieben, um ihre Träume von der Zukunft und um das Alltagsglück eines ganz normalen Lebens in Sicherheit und Frieden. Die Kampagne geht zurück auf das Projekt „Syrian Nakbar“ des britischen Fotojournalisten Bradley Seckers. Neben der Fotoausstellung besteht sie aus zehn Videos – gedreht in Hamburg und Serbien –, welche die Schicksale einzelner Flüchtlinge in den Fokus rücken.

„Caritas international“ leistet Not- und Katastrophenhilfe sowohl in Syrien als auch in den Anrainerstaaten Libanon und Jordanien. Darüber hinaus ist die Hilfsorganisation entlang der Balkanroute, eine der Hauptrouten für Geflüchtete aus Krisengebieten, mit humanitären Hilfsprojekten präsent.

In dem hier gezeigten Bild sagt der 31-jährige Nabil aus Aleppo, was er am meisten vermisst: „ The smell of my mum -- den Duft meiner Mutter.“ 

Geöffnet ist die Ausstellung montags bis donnerstags von 8 bis 17 Uhr, freitags von 8 bis 14 Uhr.

Mehr unter: www.keys-of-hope.org

 

„Als würde Gott selbst in dein Leben hineinlächeln“ – Domforum mit Jahresmotto und Installation „Hauptsachen machen!“

6. September 2019; Hildegard Mathies

Köln. Ein echter Hingucker findet sich jetzt am eingerüsteten Domforum: „First things first – Hauptsachen machen“ lautet die Botschaft an zwei Seiten des Gebäudes gegenüber vom Dom. Doch dahinter verbirgt sich mehr: das Jahresmotto des Domforums und vor allem die Einladung, sich selbst mit Kern- und Wertefragen auseinanderzusetzen. Das wird deutlich auf dem Bauzaun am Domforum sowie am und im vorübergehenden Domizil der Einrichtung im Kurienhaus an der Südostecke des Roncalliplatzes. Am ersten Freitag im September haben Stadtdechant Robert Kleine, Domforum-Leiter Rainer Tüschenbönner, das Kölner „Studio komplementaer“ mit den ausführenden Künstlern Dorle und Micha Schmidt sowie Georg Hinz, der Kulturreferent des Domforums, das Projekt und Programm der Presse vorgestellt.

Pink, gelb, blau, grün, gelb – die 4,90 mal 10 Meter großen Banner springen sofort ins Auge, wenn man aus dem Dom kommt oder über die Domplatte oder angrenzende Straßen geht. Sie sollen bewusst ein Störer sein, ein Aufstörer und Gedankenstörer, vielleicht auch ein Ruhestörer. Wer auf dem Weg zum Einkaufstrip ist, im Alltagstrott steckt oder nur durchs Leben hastet, wird eingeladen, einen Moment innezuhalten. Es geht darum, „klar zu kriegen, was mir wirklich wichtig ist im Leben“, erklärt Tüschenbönner.

Auf Deutsch und Englisch werden Menschen angeregt, sich etwa zu fragen, wofür ihr Herz wirklich schlägt, wer oder was in ihrem Leben eine Rolle spielt und ihnen wirklich wichtig ist, wo die Quelle ihrer Kraft liegt und was ihnen Freude schenkt. Und auch wenn dahinter die Überzeugung steht, dass Gott sich für alle Menschen ein erfülltes, glückliches Leben wünscht, so kommt die Aktion bewusst niedrigschwellig daher, sodass sich auch Menschen angesprochen fühlen können, die keine Nähe zu Religion und Glauben haben. „Wir begegnen den Menschen offen, wie sonst auch in der Citypastoral“, erklärt Hinz. „Es geht darum zu schauen: Wie geht es dir gerade? Wie kommst du mit deinem Leben zurecht? Können wir Impulse setzen, wie Menschen zu einem erfüllten, freudvollen Leben kommen können?“

Wer sich von den bunten Bannern angesprochen fühlt, kann nicht nur die Idee mitnehmen, sich mittels QR-Code zu weiteren Informationen und Inspirationen führen lassen oder sich vor den bunten Tafeln fotografieren (lassen), sondern er kann auch die paar Schritte quer über den Roncalliplatz gehen. Am Kurienhaus greifen kleinere bunte Banner die Aktion auf. Zahlreiche Zettel im Schaufenster geben Ideen, welche „Hauptsachen“ man machen könnte und innen laden Karten und Tischaufsteller die Gäste dazu ein, miteinander über „Hauptsachen“ ins Gespräch zu kommen oder sich selbst zu fragen: „Wo liegen meine Prioritäten? Was ist mein Ding? Für wen schlägt mein Herz?“ und vieles mehr.

Vielfalt und Offenheit

„Wir wollen eine Unterbrechung schaffen“, erklärt Micha Schmidt das künstlerische Konzept. Einen Impuls setzen und die Menschen inspirieren weiterzudenken – das ist das Ziel der beiden Künstler und des Domforums. Und vielleicht motiviert es Menschen sogar dazu, „eingefahrene Muster infrage zu stellen und Neues zuzulassen“, so die Hoffnung der Macher. „Wir arbeiten immer intensiv für Werte, den Wandel und Wunder“, erklärt Micha Schmidt. Da kam das Projekt des Domforums für das Ehrenfelder Studio, das stark auf Interaktivität setzt, wie Dorle Schmidt erklärt, gerade richtig. Am Ende, so Micha Schmidts Hoffnung, soll das Projekt eine Ausstrahlung entfalten, „als würde Gott in dein Leben hineinlächeln“.

Dazu passen die weiteren Planungen: Im Herbst, wenn es abends früher dunkel wird, wird das Projekt noch ergänzt um eine Licht-Projektion am Interimsquartier des Domforums (Roncalliplatz 2). Dort kann man sich dann draußen buchstäblich unter und in den Segen Gottes stellen.

Während in den USA Donald Trump mit seinem Slogan „America first – Amerika zuerst“ im Weißen Haus regiert, setzt man in Köln bewusst auf Vielfalt und Offenheit, erinnerte Monsignore Kleine. „ Wir zeigen nicht die Rote Karte“, sagte er bei der Vorstellung der Aktion. „Wir zeigen den Menschen die bunte Karte.“ Bewusst hat man darauf verzichtet, die große Gerüstplane etwa als Werbefläche zu vermieten, so Tüschenbönner. Stattdessen geht es darum, dass die Menschen eingeladen werden, einen Moment innezuhalten und etwas Anregendes und Inspirierendes zu erleben und für ihr Leben mitzunehmen.

 „HAUPTSACHEN MACHEN!“ ist aber nicht nur eine künstlerische und zum Nachdenken anregende Aktion, sondern bietet als Programm auch weitere Möglichkeiten zur Reflektion und zum Austausch. Zum Auftakt findet am Donnerstag, 12. September, ein Mitsingkonzert mit dem Liedermacher Andre Schmidt statt. Regelmäßig wird das Domforum zudem Fragen auf seiner Facebookseite posten, die zur weiteren Auseinandersetzung anregen und – so Tüschenböners Hoffnung – die Menschen auch miteinander ins Gespräch bringen.

Informationen zur Aktion und zum Programm gibt es hier.

„Die Würde des Menschen ist unantastbar“: Gebet der Religionen am Tag für den Frieden (21. September)

6. September 2019; ksd

Köln. „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ ist das Leitwort für das diesjährige „Gebet der Religionen“ in Köln. Es findet statt am Internationalen Tag für den Frieden am Samstag, 21. September, in St. Peter am Neumarkt (Leonhard-Tietz-Straße 6). Beginn ist um 18 Uhr. Veranstalter ist der Kölner Rat der Religionen. Dieser ist ein Zusammenschluss von Religionsgemeinschaften und Organisationen, die sich für die Förderung des interreligiösen Dialogs und das friedliche, gleichberechtigte Miteinander aller Kölnerinnen und Kölner einsetzen sowie jede Form von Diskriminierung, Terror und Gewalt ablehnen. Gastgeber für das „Gebet der Religionen“ ist in diesem Jahr die katholische Kirche.

„Wir haben anlässlich des 70. Jahrestages der Verabschiedung des Grundgesetzes als Leitwort den ersten Artikel gewählt, weil wir davon überzeugt sind, dass alle Religionsgemeinschaften einen positiven Beitrag für die Begründung und Achtung der Menschenwürde leisten können“, erklärt Diakon Jens Freiwald vom Katholischen Stadtdekanat Köln. „Das ist uns gerade in einer Zeit wichtig, in der oft Hetze, Hass und Verunglimpfungen das gesellschaftliche Klima vergiften.“ Gerade hier könnten und sollten die Religionsgemeinschaften einen positiven Gegenakzent setzen, ausgehend von ihrem jeweiligen Menschenbild und in ihrer gesellschaftlichen Verantwortung.

Im Anschluss ist Gelegenheit zur Begegnung und zum Austausch.

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Tag des offenen Denkmals am 8. September: Auch Kölner Kirchen und kirchliche Einrichtungen laden ein

6. September 2019; ksd

St. Nikolaus. Foto: © Chris06 / Wikipedia Commons

Köln. Einmal im Jahr haben Besucherinnen und Besucher bei freiem Eintritt die Gelegenheit, Kirchen, denkmalgeschützte Gebäude und Einrichtungen auf ganz besondere Weise zu erleben. Am „Tag des offenen Denkmals“, der am Sonntag, 8. September, stattfindet, kann man hinter sonst oft verschlossene Türen blicken, erfährt in besonderen Führungen vieles, was man auch als Einheimischer häufig nicht weiß, und erlebt historische sowie moderne Architektur auf neue Weise. Auch viele Kirchen und kirchliche Einrichtungen im Erzbistum beziehungsweise im Stadtdekanat Köln machen mit und bieten einiges an Programm. Das Motto lautet in diesem Jahr: „Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“.

Neben dem Kölner Dom und den romanischen Kirchen beteiligen sich auch viele andere Kirchen, zum Beispiel die Jesuitenkirche St. Peter in der Südstadt, St. Gertrud im Kölner Norden, die Grabeskirche St. Bartholomäus in Ehrenfeld, St. Nikolaus in Dünnwald oder die Klinikkirche St. Johannes der Täufer in Lindenthal. Auch ehemalige Klostergebäude wie das Klarissenkloster in Kalk oder der Gewölbekeller der ehemaligen Benediktinerabtei St. Heribert in Deutz können besucht werden.

In St. Gertrud wird etwa um 15 Uhr die Ausstellung „Fluch und Segen, Kirchen in der Nachkriegsmoderne“ eröffnet, die bis zum 8. November gezeigt wird (Krefelder Straße). St. Bartholomäus dient als Kolumbarium, wo Urnenbestattungen möglich sind (Helmholzplatz). St. Nikolaus gehört zu den sogenannten kleinen romanischen Kirchen und bietet mit dem alten Kirchhof und dem angrenzenden ehemaligen Klosterhof (heute in Privatbesitz) ein Ensemble, das als Kleinod gilt (Prämonstratenserstraße). Hier wird parallel auch zum Pfarrfest eingeladen und das bereits am Samstag, 7. September, ab 12 Uhr.

Das Erzbistum Köln hat eine Liste aller Kirchen und kirchlichen Einrichtungen in der gesamten Diözese erstellt, die sich am „Tag des offenen Denkmals“ beteiligen; manche bieten bereits am Vortag, am 7. September, ein Programm. Mehr als 70 Gastgeber laden im Erzbistum zu über 100 Führungen ein. 

Die Liste mit allen Informationen, Öffnungszeiten und Programm finden Sie hier.

 

„Mitten auf der Straße Gott begegnen“ - Bruder Markus aus dem GUBBIO verabschiedet

5. September 2019; Hildegard Mathies

Foto: © Silvia Bins

Nach rund neun Jahren in der Katholischen Wohnungslosenseelsorge Köln wurde jetzt der Franziskaner Bruder Markus Fuhrmann verabschiedet. Er übernimmt in wenigen Wochen eine neue Aufgabe in der Ordensleitung in München. Sein Nachfolger auf Zeit ist prominent: Weihbischof Ansgar Puff wird sich künftig regelmäßig im GUBBIO, dem vom Stadtdekanat Köln getragenen Zentrum der Katholischen Wohnungslosenseelsorge in der Ulrichgasse, engagieren. Zum Abschied feierten er und Stadtdechant Robert Kleine mit Bruder Markus, seiner Kollegin Schwester Christina Klein und vielen Gästen einen Gottesdienst im GUBBIO.

„Sie sehen ja gar nicht aus wie ein Priester!“ Wenn Bruder Markus diesen Satz hört, ist das als Kompliment gemeint. Der 48-jährige Franziskaner trägt im Winter einen roten Anorak, Jeans und zivile Alltagskleidung, im Sommer ist er auch schonmal in T-Shirt und Bermudas unterwegs, in der Stadt bevorzugt flott auf dem Rad. Typisch für die franziskanische Bodenständigkeit sind aber die Sandalen und der schwarze Holzring, der für die Solidarität mit den Armen der Welt steht.

Für viele Wohnungslose, ehemalige Obdachlose und Bedürftige ist Bruder Markus nicht nur ein vertrauter Mensch, sondern einer, dem sie vertrauen. Sie wissen, dass er jeden Menschen so annimmt, wie der- oder diejenige ihm begegnet. Und auch die Armen, die kaum noch Kraft haben und alleine nicht mehr mit ihrem Leben zurechtkommen, finden bei Bruder Markus und den anderen in der Wohnungslosenseelsorge Tätigen Annahme, Rat und Hilfe. Lange Jahre hat Bruder Markus mit Schwester Franziska Passeck zusammengearbeitet, bis diese schwer erkrankte und 2018 starb. Seit diesem Jahr ist er im GUBBIO sowie auf den Straßen und Plätzen der Stadt mit der Olper Franziskanerin Schwester Christina Klein unterwegs.

„Aufsuchende Seelsorge“ heißt es in der Fachsprache, wenn Seelsorger wie Bruder Markus die Menschen dort treffen, wo sie sich aufhalten. In der Sprache des christlichen Glaubens heißt dies schlicht Nächstenliebe. Außer auf der Straße ist das GUBBIO-Team nicht nur im eigenen Haus regelmäßig für die Menschen von der Straße da, sondern auch bei der Suppenküche am Appellhofplatz, die 1990 von der Emmaus-Gemeinschaft für Wohnungslose und Bedürftige gegründet wurde. Abends bekommen Bedürftige hier eine warme Mahlzeit, ein heißes Getränk sowie bei Bedarf und für leichtere Fälle medizinische Versorgung. Daneben gibt es als Angebot für die, die dafür schon bereit sind und es annehmen können, Rat und Hilfe. Bruder Markus und Schwester Christina sind als Seelsorger und Menschen, die ein offenes Ohr haben, dabei. „Wir wollen einfach für die Menschen da sein und sie vielleicht zum nächsten Schritt ermutigen“, sagt Bruder Markus.

Begegnung auf Augenhöhe

Von Anfang an gab es in der Wohnungslosenseelsorge auch ein geistliches, seelsorgliches Angebot für die Wohnungslosen und ehemaligen Wohnungslosen. Sie kamen zuerst zu den Franziskanerinnen, die mit der Arbeit begonnen hatten, und später ins GUBBIO, das Zentrum der Katholischen Wohnungslosenseelsorge im ehemaligen Franziskanerkloster. Regelmäßig wird bis heute zusammen Gottesdienst gefeiert. Dazu kamen Nachmittage mit Programm, etwa mit Vorträgen. „Doch in den letzten Jahren wurde die Not bei vielen so akut“, erzählt Bruder Markus. „da geht es nur noch um das Existenzielle: Schlafsack, Essen, Trinken. Und es ist für viele schön, wenn da einfach mal ein offenes Ohr und offene Arme sind und ich erst einmal so da sein darf.“

Seine Offenheit und Unvoreingenommenheit hat Bruder Markus bei vielen beliebt gemacht. Im Gottesdienst dankte Stadtdechant Robert Kleine Bruder Markus für seine Arbeit. „Bruder Markus war wirklich ein Schatz für unsere Stadt“, so der Monsignore. „Es war auch für mich immer wieder sehr bereichernd, von den Erfahrungen zu hören, über die Bruder Markus berichtet hat.“ Was den Franziskaner ausgezeichnet habe, sei die Begegnung mit den Menschen auf Augenhöhe, betonte der Stadtdechant. „Das dürfen wir eigentlich nie in der Seelsorge, dass wir den Menschen von oben herab begegnen. Und das ist Ihnen wunderbar gelungen“, wandte sich Kleine an Bruder Markus.

Bruder Markus, 1971 in Hannover geboren, zog es schon früh in die Sozialarbeit. Schon den Zivildienst absolvierte er in einer psychiatrischen Einrichtung. Nach dem Theologiestudium und dem Eintritt in den Orden folgten Praktika und Mitarbeit in sozialen Bereichen wie der Aidshilfe, Gefängnisseelsorge, Bahnhofsmission oder Straßenambulanz. Bruder Markus entschied sich dann noch Sozialarbeit zu studieren. Sein Berufsanerkennungsjahr absolvierte er seinerzeit im „Rochus“, einer Kontakt- und Beratungsstelle für wohnungslose Menschen in Köln-Ehrenfeld. Seit 2010 war er im GUBBIO tätig. Neben seiner seelsorglichen und sozialen Arbeit engagiert sich Bruder Markus im Orden in den Bereichen Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung sowie Mission und Evangelisierung.

Um Pfingsten dieses Jahres wurde Bruder Markus zum Provinzialvikar gewählt und ist damit Stellvertreter des Provinzials, des Oberen der Deutschen Franziskanerprovinz. Schon seit einigen Jahren war er in der Ordensleitung tätig. Ende September will er nun seine Kisten verladen und nach München umziehen. Von dort aus wird er mitarbeiten an der Zukunft des Franziskanerordens und an neuen Projekten, wie einer interreligiösen Citypastoral und einer Art freiwilligem sozialem Jahr in Europa. Und natürlich wird er sich auch in München ein soziales Projekt suchen, um den Kontakt zu den Menschen nicht zu verlieren. „Nicht, dass ich am Ende nur noch am Schreibtisch oder im Zug sitze“, sagt er.

Geschenk und Gnade

Was bleibt für ihn von seiner Arbeit mit den Wohnungslosen und den Armen von Köln? „Das sind die Menschen“, sagt Bruder Markus. „Ganz viele Gesichter und Geschichten und Momente, die ich jetzt zurücklasse.“ Wie den Moment mit Adi, der ihm am Appelhofplatz aus seinem Leben erzählte, plötzlich feststellte: „Mensch, du hast ja gar nichts zu essen“ und sein Brot mit Bruder Markus teilte. „So etwas ist ein eucharistischer Moment, das hätte ich mir vorher nie träumen lassen“, sagt Bruder Markus. „Solche Augenblicke sind ein Geschenk und eine Gnade. Die sind besonders kostbar.“

In seiner Abschiedspredigt dankte Bruder Markus dann auch den Menschen, denen er bei seiner Arbeit begegnet ist. Er habe vieles gelernt: sich selbst noch einmal neu anzunehmen, die Grenzen des anderen zu sehen und zu respektieren, worauf es wirklich ankomme im Leben. „Das, was uns wirklich reich macht, ist die Freundschaft“, so der Franziskaner. „Ich danke euch dafür, dass ihr mir vieles beigebracht habt. Das war ein Stück Menschwerdung.“

Manche Menschen von der Straße hat Bruder Markus bis zu ihrem Tod begleitet, viele intensive Lebensgeschichten gehört. „Das alles war auch ein Weg zum Leben, auch zu meinem Leben“, sagt er. Eines ist dem Franziskaner ganz deutlich geworden in all der Zeit: „Du kannst mitten auf der Straße Gott begegnen.“

Als Nachfolger auf Zeit stellte Stadtdechant Robert Kleine im Gottesdienst Weihbischof Ansgar Puff vor. Er wird sich künftig regelmäßig im GUBBIO engagieren, bis die Stelle von Bruder Markus wieder besetzt werden kann. Dazu gehört es, den Gottesdienst zu feiern, als Gesprächspartner und Seelsorger da zu sein und an Nachmittagsangeboten des GUBBIO teilzunehmen. Viele Mitglieder der GUBBIO-Gemeinde kennt der Weihbischof bereits, seit er eine Rom-Wallfahrt der Gemeinde begleitet hat. Zu seiner Motivation erklärte Puff im Gottesdienst hemdsärmelig: „Ich mache verdammt viele Sachen, die für einen Priester eigentlich Schwachsinn sind, ich sitze in so vielen Sitzungen, wo ich denke: Wofür mache ich das? Und deshalb habe ich gesagt: Ich lasse etwas von dem unwichtigen Kram weg und bin lieber hier bei euch im GUBBIO!“ Und unter dem tosenden Applaus der Gemeinde erklärte Puff dann: „Ich bin nicht der Weihbischof, ok? Ich bin der Ansgar.“

 

Mehr unter www.gubbio.de

 

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Die Welt braucht den doppelten Klimawandel – Stadtdechant Kleine feiert Waldmesse im Tierpark

2. September 2019; ksd

Foto: © Beatrice Tomasetti / domradio.de

Köln, 2. September 2019 (ksd). So wie der heilige Franz von Assisi inmitten der Tiere predigte, so geht es einmal im Jahr auch bei der sogenannten Waldmesse im Lindenthaler Tierpark zu. In dem großen Freigehege im Kölner Westen versammeln sich dann hunderte Besucherinnen und Besucher zum gemeinsamen Gottesdienst. In diesem Jahr feierte Stadtdechant Robert Kleine die Waldmesse mit rund 800 Teilnehmern – und mahnte dabei einen doppelten Klimawandel an.

„Unsere Welt hat ein Klimaproblem“, konstatierte Kleine und erläuterte dann, dass es eigentlich zwei Klimaprobleme seien: zum einen die Erderwärmung, in deren Folge das Eis an Nord- und Südpol schmelze, der Meeresspiegel steige, das Wetter extremer werde und Tierarten aussterben würden. Zum anderen das zweite „Klimaproblem“: die zwischenmenschliche Abkühlung. „Die Atmosphäre zwischen den Menschen wird zunehmend kälter“, so der Stadtdechant. Der Umgangston werde rauer, die Anonymität nehme zu – und damit auch die Vereinsamung. Rein statistisch werde zudem in Deutschland jeden Tag ein Kind getötet. „Immer mehr Menschen packen diese kalte Atmosphäre nicht mehr“, erklärte der Stadtdechant. „Psychotherapeuten haben randvolle Terminkalender, und Therapieplätze für Alkoholkranke sind praktisch ständig ausgebucht." Beide Klimaprobleme müssten schnellstmöglich angegangen werden, so Kleine.

Es gebe in der modernen Welt die Tendenz, „dass selbst Menschen, die für die Bewahrung der Schöpfung eintreten, oft vergessen, dass sie selbst auch Geschöpfe sind“, kritisierte Kleine. „Ihr Interesse für die Schöpfung ist abgekoppelt vom Gedanken an einen Schöpfer. Sie tendieren dazu, sich selbst als Schöpfer zu verstehen und nicht als Geschöpfe.“ Der in der Bibel überlieferte Auftrag, sich die Erde untertan zu machen, sei aber kein Freibrief für Unterdrückung und Ausbeutung der Schöpfung.

Entsprechend rief Kleine die Gottesdienstgemeinde dazu auf, den Verantwortungsauftrag als Christ wahrzunehmen und Fürsorge für die Schöpfung zu übernehmen. So sei es Aufgabe jedes Einzelnen, den ursprünglichen Zustand des Gartens, in den Gott den Menschen gesetzt habe, wiederherzustellen, nämlich Harmonie zwischen Mensch und Gott sowie die Harmonie zwischen Mensch und Natur. „Die Verantwortung dafür ist uns in die Hand gegeben“, erinnerte Kleine. „Es gibt nur diese eine Welt!“

Einen ausführlichen Beitrag über die Waldmesse von Beatrice Tomasetti für domradio.de finden Sie hier.

 

Neues Programm, neue Räume – Katholisches Bildungswerk Köln präsentiert rund 1000 Veranstaltungen

29. August 2019; Hildegard Mathies

Foto: Symbolbild / Stadtdekanat

Köln, 29. August 2019 (ksd). Rund 1000 Veranstaltungen an 200 Orten präsentiert das Katholische Bildungswerk Köln im zweiten Halbjahr 2019. Leitthema für das Programm ist „30 Jahre UN-Kinderrechtskonvention“, die am 20. November 1989 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet wurde. Zeitgleich mit dem neuen Programm stellte das Katholische Bildungswerk auch seine Räume an der Tunisstraße vor.

„Wir wollen mit unserem Programm immer auf den Bildungsbedarf der Menschen reagieren, aber auch aktuelle, wichtige Themen aufgreifen“, erklärt Leiter Rainer Tüschenbönner. „Kinder sollten sich ohne den heute oft üblichen Leistungsdruck frei entfalten und entwickeln können.“ Und sie sollten beschützt sein, sicher vor Gewalt, Missbrauch, Krieg, aber auch vor Armut, Not und Unterdrückung. Das Bewusstsein dafür soll auch eine Aktionswoche schärfen, die vom 17. bis 23. November stattfindet. Getragen wird sie von den Bildungswerken im Erzbistum Köln und von den Katholischen Familienbildungsstätten. Sie steht unter dem Thema „Elternbildung stärkt die Rechte der Kinder“ .

Elternbildung sowie Eltern-Kind-Kurse sind auch einer der auch auf Stadt- und Landesebene anerkannten Schwerpunkte des Katholischen Bildungswerkes Köln. Hinzu kommen zahlreiche Veranstaltungen aus den Bereichen Religion und Dialog der Religionen, Kultur und Medien, Qualifizierung für Ehrenamtliche in den Gemeinden, Integration und gesellschaftspolitische Themen. „ Themen, zu denen wir schon immer etwas angeboten haben, erhalten derzeit eine ganz neue Aufmerksamkeit“, erklärt Rainer Will, der stellvertretende Leiter des Katholischen Bildungswerkes Köln. Dazu gehören entwicklungspolitische und Eine-Welt-Themen, aktuell aber vor allem auch umweltpolitische Themen und Veranstaltungen zur Bewahrung der Schöpfung. So findet sich im neuen Programm auch die Bewegung „Fridays for future“ wieder, daneben gibt es aus Anlass der Interreligiösen Naturschutzwoche (8. bis 15. September) am Dienstag, 17. September, die Podiumsveranstaltung „Was hat Religion mit Naturschutz zu tun?“ mit Experten wie Dr. Deborah Williger vom Institut für Theologische Zoologie in Münster und Andreas Wilhelm Mues vom Bundesamt für Naturschutz in Bonn (19 Uhr, FORUM Tunisstraße, Tunisstraße 4).

Das FORUM Tunisstraße beherbergt während der umfassenden Sanierung des Gebäudes am Domkloster 3, wo sich sonst auch das Domforum befindet, unter anderem die neuen Schulungs- und Veranstaltungsräume sowie die Geschäftsstelle des Katholischen Bildungswerkes Köln. „Nicht nur wegen der Sanierung ist es uns wichtig, dass wir auch an anderen Orten in der Stadt präsent sind“, betont Tüschenbönner. „Unser Ziel ist: Bildung muss fußläufig erreichbar sein. Wir sind deshalb den Gemeinden und besonders auch den vielen Ehrenamtlichen sehr dankbar, dass wir bei ihnen zu Gast sein dürfen und dass sie unsere Veranstaltungen unterstützen.“

Das gesamte 250 Seiten starke Programm gibt es hier.

 

„Das Paradies ist anderswo“ – Stadtdekanat unterstützt Lichtinstallation von Kane Kampmann zur Severinale

26. August 2019; Hildegard Mathies

Köln, 26. August 2019 (ksd). Während Klimaaktivistin Greta Thunberg über die Weltmeere zum UN-Klimagipfel nach New York segelt und sich der 250. Jahrestag der Geburt des Naturforschers und Pioniers Alexander von Humboldt nähert (14. September 1769) lädt die Künstlerin Kane Kampmann im Rahmen der Severinale in der Kölner Kirche St. Severin dazu ein, sich auf die Suche nach dem Paradies zu begeben. „Das Paradies ist anderswo – Humboldt’s Cosmos“ heißt die multimediale Lichtinstallation, die am Freitag und Samstag, 30. und 31. August 2019, jeweils von 21 bis 24 Uhr, den ganzen Kirchenraum erfüllen und die Besucher einbeziehen wird. Unterstützt wird der Beitrag in Kooperation mit der katholischen Gemeinde St. Severin vom Katholischen Stadtdekanat Köln.

Flüsse, Pflanzen, aber auch neuronale Netzwerke und Poesien – Worte und Textauszüge – gleiten in der Installation durch den gesamten leergeräumten Kirchenraum bis hinauf in das filigrane Netzgewölbe. Der Besucher findet sich inmitten dieser Schöpfung wieder – und wird ein Teil davon, wenn die Projektionen auch über sein Gesicht, seinen Körper wandern. „Der Mensch empfindet das Getrenntsein in der heutigen Zeit ganz besonders deutlich, in London wurde unlängst das ,ministry of loneliness’ gegründet“, sagt Kane Kampmann, die als Künstlerin unter dem Namen Kane firmiert. „ Wir sollten versuchen, uns wieder mehr zu verbinden, mit der Natur, dem Universum und miteinander.“

Über die Kunst als Medium will die Kölnerin genau diese Verbindungen herstellen. Und es funktioniert, wie die Reaktionen auf bisherige Aufführungen zeigen. Seine Premiere hatte „Das Paradies ist anderswo“ 2017 zur Wiedereröffnung von St. Severin nach einer umfangreichen Sanierung. Damals sahen mehr als 3000 Menschen die Installation an zwei Abenden. Das „zweite Paradies“ zog dann an Weihnachten 2017 ebenso viele Besucher in die Kirche St. Michael am Brüsseler Platz. Viele zeigten sich berührt, bewegt und begeistert von der Installation – egal, ob Jung oder Alt, kirchennah oder der Kirche eher fernstehend. „Ich bin froh, das erlebt zu haben“, „Ich hätte bis in die Nacht hinein sitzen bleiben können“ oder „Die Installation eröffnete einen faszinierenden Raum“ , lauteten einige der Reaktionen.

Wissenschaft und Spiritualität verbinden

Zu der Multimedia-Installation, die jedes Mal etwas anders verläuft, gehören auch Rezitationen und Live-Musik. Begleitet wird Kane Kampmann von Janina Wittmann, die die Rezitation von Humboldt-Texten übernimmt, sowie von dem georgischen Pianisten Shota Jinsharadze und dem aus Brasilien stammenden und in Deutschland lebenden Musiker Régis Patrick Floréncio am Kontrabass. Beide improvisieren zu der Projektion, komponieren aber auch eigens für den Anlass Teile der Musik.

Kane will mit ihrer Installation nicht nur den Kirchenraum neu erlebbar machen. Sie will Wissenschaft und Kultur, Religion und Spiritualität verbinden. Nicht von ungefähr hat sie Humboldt ausgewählt. „Er war anerkannter Wissenschaftler und Kosmopolit, war einer der Ersten, der schon damals vor der Abholzung der Wälder warnte und deren negative Auswirkungen auf das Klima. Und er war ein Visionär“, sagt die Künstlerin, zu deren Portfolio zahlreiche nationale und internationale Projekte gehören. „Humboldt hat schon damals sinngemäß gesagt: Eines Tages wird der Mensch auf der Suche nach neuem Lebensraum in den Weltraum fliegen, aber wird seine ganzen Machtgelüste, seine Gier und alles mitnehmen und die ,neue Erde‘ genauso zerstören wie die alte.“ Kanes Projektion folgt Humboldts Reisen von seinem Ausgangspunkt Spanien über Teneriffa bis zu den größten Wasserläufen der Erde in Südamerika.

Kane ist es wichtig, dass sich die Besucherinnen und Besucher als Teil der Installation erleben. Sie verzichtet auf technische Rafinesse, bedient  die Projektoren manuell, ist mit ihrem Team anwesend. Die Musiker spielen live. „Ich möchte einen Raum schaffen, in dem die Besucher imaginieren und ihren eigenen Assoziationen nachgehen können“, erklärt die Künstlerin. „In der Dunkelheit der Projektion wird der Betrachter anonym und zugleich Teil eines Gesamtgebildes. Ich will die Menschen vor allem emotional berühren, denn mit dem reinen Verstand haben sich die Dinge nie verändert.“ Und sie zitiert Johann Wolfgang von Goethe: „Wissenschaft ohne Poesie ist nichts."

Es geht Kane Kampmann vor allem auch um die Frage und die menschliche Ursehnsucht nach dem Paradies: Wo ist das Paradies? Gibt es das Paradies noch? „Brauchen wir die Vorstellung vom Paradies, um den Alltag hier zu ertragen?“, fragt sie. Das Absurde sei, dass viele Menschen aus dem Westen etwa auf der Suche nach dem (Urlaubs-)Paradies in die Südsee flögen – es aber genau dadurch, durch die Belastung der Umwelt, allmählich zerstörten. Während für Menschen aus anderen Kulturen der Westen mit seinen vermeintlichen Shopping-Paradiesen die Erfüllung ihrer Sehnsüchte und Träume bedeute. „Letztlich kann man sagen: Das Paradies ist immer anderswo“, sagt Kane Kampmann. „Vor allem aber in uns selbst.”

Es geht Kane nicht darum, dass der Mensch die Flucht aus seiner eigenen Umwelt antritt. Mit ihrer Installation verbindet die Künstlerin auch einen Appell, dass jeder das Paradies um ihn herum (neu) entdeckt – und sich für seinen Erhalt einsetzt. „Alexander von Humboldt kämpfte für einen gefährdeten Planeten und für gefährdete Kulturen“, erklärt sie. „Und damit auch für ein schon damals gefährdetes Paradies. Sein globaler Blick auf die Welt und seine vorbehaltlose Offenheit gegenüber Menschen fremder Kulturen machen ihn für uns heute relevant. Sie erinnern uns an ein vielleicht schon verlorenes Paradies – aber auch daran, was der Einzelne bewegen kann, wenn er sich vernetzt und wenn man sich gegenseitig unterstützt.“

Info

Gezeigt wird die Multimedia-Installation „Das Paradies ist anderswo – Humboldt’s Kosmos“ im Rahmen der Severinale an St. Severin, Köln, am Freitag, 30., und Samstag, 31. August, jeweils von 21 bis 24 Uhr. Die Kölner Südstadtgemeinde lädt vom 30. August bis 15. September 2019 dazu ein, die Kirche neu zu erleben. Die „Severinale“ statt bietet ein vielfältiges Programm in dem komplett leergeräumten Gotteshaus am Severinskirchplatz. Es reicht von der eindrucksvollen Lichtinstallation Kane Kampmanns über ein Mitsingkonzert mit dem bekannten Kölner Musiker Björn Heuser bis zur Entdeckungstour für Wohnungslose und der Severinusmesse mit Prozession. Mehr unter www.st-severin-koeln.de; www.kane.de.

„Das Paradies ist anderswo – Humboldt’s Cosmos” wird auch zu Weihnachten zu sehen sein: an Heiligabend, 24. Dezember, sowie am ersten Weihnachtstag, 25. Dezember, jeweils von 21 bis 24 Uhr, in der Herz-Jesu-Kirche am Zülpicher Platz.

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„Das muss Köln sich leisten können“: Stadtdechant Kleine begrüßt geplante Verlegung der Touristenbus-Haltestelle

19. August 2019; ksd

Foto: © Stadtdekanat Köln

Aktuell wird in der Stadt Köln darüber diskutiert, den Halteplatz der Touristenbusse von der Komödienstraße an einen anderen Ort zu verlegen. Dies trifft auch bei der katholischen Kirche auf Zustimmung. Stadtdechant Robert Kleine sagt dazu: „Ich begrüße den Plan sehr! Das wäre ein weiterer Meilenstein in der Verbesserung des öffentlichen Raumes in unmittelbarer Domnähe.“

 

Von der Goldgasse, die derzeit als möglicher neuer Standort für die Busse diskutiert wird, erreichen die Kölnbesucherinnen und -besucher einerseits auf kurzem Weg die Rheinpromenade und andererseits, durch die Unterführung Johannisstraße, den Kölner Dom sowie die Hohe Straße. Am Baptisterium vorbei, das sich auf der Ostseite der Kathedrale befindet und bereits vor einiger Zeit neu gestaltet wurde, gelangen die Besucher zudem schnell in die Kölner Altstadt.

 

„Allerdings ist der Gang durch die Johannisstraße zurzeit für Fußgänger unzumutbar, da die Unterführung als öffentliche Toilette missbraucht wird“, kritisiert Monsignore Kleine, der auch Domdechant ist. Die Unterführung müsste daher jeden Tag „mit Hochdruck“ gereinigt werden – „aber das dürfte ja kein Problem sein“, findet Kleine. „Eine weitere bauliche Aufwertung der Unterführung ist bereits von der Stadt geplant und sollte dann zügig umgesetzt werden.“

 

Wichtig sei es, am Ort der Ankunft und Abfahrt der Reisebusse mittelfristig eine öffentliche Toilette bereitzustellen, wie es in anderen Städten auch üblich sei – „am besten kostenfrei“, betont der Stadtdechant. „Auch das müsste sich Köln doch leisten können, damit es nicht nur einen guten Ruf hat, sondern auch keinen schlechten Geruch.“

  

Die Presse hat das Thema aufgegriffen. Eine Auswahl der Veröffentlichungen:

 

Kölner Stadt-Anzeiger: https://www.ksta.de/koeln/streit-um-reisebusse-in-koeln--fussgaenger-muessten-durch-eine-oeffentliche-toilette-gehen--33021936?dmcid=sm_em

 

Kölnische Rundschau: https://www.rundschau-online.de/region/koeln/-meilenstein-fuer-das-domumfeld---domdechant-fuer-neues-buskonzept-33023214

 

Express: https://www.express.de/koeln/ob-reker-laesst-so%C3%A9nius-idee-pruefen-steigen-touristen-in-koeln-bald-hier-aus-den-bussen--33008352

 

BILD: https://www.bild.de/regional/koeln/koeln-aktuell/koelns-domdechant-kleine-beklagt-wilde-toilette-das-stinkt-zum-himmel-64009268.bild.html

 

WDR: https://www1.wdr.de/nachrichten/rheinland/wo-parken-touristenbusse-in-koeln-100.html

 

Radio Köln: https://www.radiokoeln.de/artikel/diskussion-um-standort-fuer-touristenbusse-298914.html