Aktuelles

Hier finden Sie aktuelle Nachrichten zu stadtweiten Veranstaltungen, Initiativen und Aktionen der katholischen Kirche und ihrer Kooperationpartner in der Stadt Köln.

Überregionale Nachrichten der katholischen Kirche finden Sie auf den folgenden Webseiten:

www.erzbistum-koeln.de | www.koelner-dom.de | www.domradio.de | www.katholisch.de | www.kna.de | www.dbk.de | www.vaticannews.va/de.html

 

Ökumenische „Lange Nacht der offenen Kirchen“ lädt zu Einkehr und Besinnung ein (5. März)

3. März 2021; ksd

Köln. 24 Kirchen laden am Freitag, 5. März, zur „Langen Nacht der offenen Kirchen“ ein. Von 20 Uhr bis Mitternacht sind die Gotteshäuser geöffnet und laden dazu ein, den Raum, die Stille und die eigenen Gedanken und Gefühle neu zu entdecken. Mit dabei sind evangelische und katholische Kirchen sowie die griechisch-orthodoxe Kirche „Entschlafen der Gottesgebärerin“ (Alt-St. Heribert). In vielen Kirchen gibt es musikalische und andere Impulse. So lädt St. Peter zum Kunst-Gespräch ein. Und in der Jugendkirche CRUX (St. Johann Baptist) zeigen junge Menschen Bilder, die sie während der Coronazeit geschaffen haben. Das Museum Kolumba beteiligt sich mit Kunst und Choreographie. In St. Michael wird unter anderem christlich geprägtes „Mystik Yoga“ angeboten.

Pandemiebedingt sind kurzfristige Änderungen und Absagen möglich. Informationen gibt es unter www.nachtraumstille.de

 

Ehrenamtspreis „KölnEngagiert 2021“: Bis zum 1. April Bewerbungen und Vorschläge einreichen

25. Februar 2021; ksd

Köln (wot/ksd). Mit großem Einsatz gestalten zahlreiche ehrenamtlich Tätige in Köln ein aktives gesellschaftliches Miteinander und engagieren sich für das Wohl anderer. Der Ehrenamtspreis „KölnEngagiert“ soll den Blick bewusst auf dieses ehrenamtliche Engagement der vielen Aktiven richten, es würdigen und fördern. Er wird in diesem Jahr bereits zum 21. Mal ausgeschrieben. Noch bis zum 1. April können Bewerbungen und Vorschläge an die Stadt Köln geschickt werden. Zur Jury gehört auch Kölns Stadtdechant Msgr. Robert Kleine.

 

Aufmerksamkeit und Anerkennung

 

Oberbürgermeisterin Henriette Reker betont: „Die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie wichtig dieser gesellschaftliche Zusammenhalt in unserer Stadt ist. Ohne die Unterstützung der vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer in der Nachbarschaftshilfe, bei der Betreuung von Notleidenden und Risikogruppen oder auch beim Aufbau von Corona-Teststationen wäre unsere Gesellschaft wesentlich ärmer. Was wir hier seit letztem Jahr erlebt haben, ist ein großer Akt der Solidarität! Aber nicht nur in Krisenzeiten können wir auf das ehrenamtliche Engagement der Kölnerinnen und Kölner zählen. Das Ehrenamt in Köln ist allgegenwärtig: 220.000 Menschen setzen sich in ihrer Freizeit für das Gemeinwohl ein.“  

 

„Eine Frage der Ehre“

 

Seit dem vergangenen Jahr ist der Miteinander-Preis für Demokratie und Vielfalt fester Bestandteil des Kölner Ehrenamtspreises. Köln ist geprägt von einer multikulturellen Gesellschaft. Viele Menschen unterschiedlicher Kulturen und gesellschaftlicher Hintergründe sind ehrenamtlich aktiv. Dies werde jedoch von der Öffentlichkeit bislang wenig wahrgenommen, so die Stadt Köln. Mit diesem Preis wolle die Stadt den Anteil dieser Menschen an der Gestaltung des städtischen Gemeinwesens entsprechend würdigen.

Unter dem Titel „Eine Frage der Ehre“ können sich zudem Kölner Schulen bewerben, die sich im Klassen-, Gruppen- oder Schulverband für eine gute Sache engagieren.

 

Ehrenamtspate Ralph Caspers

 

Um in der Öffentlichkeit für ehrenamtliches Engagement zu werben und die Menschen in Köln zum Mitmachen aufzurufen, fungiert der Autor und Moderator Ralph Caspers als Ehrenamtspate. „In Köln gibt es eine Vielzahl engagierter und motivierter Menschen“, so Caspers. „Ich begrüße es sehr, dass der Ehrenamtspreis diesen Menschen, die sich für andere und für unsere Stadt einsetzen, Aufmerksamkeit, Anerkennung und Anregung geben will, denn wie schon ein altes Sprichwort sagt: ,Die Menschen, nicht die Häuser, machen die Stadt!'.“

Caspers selbst ist ebenfalls vielfältig ehrenamtlich engagiert. Seit November 2011 ist er einer der deutschen Botschafter der UN-Dekade Biologische Vielfalt . Diese verfolgt das Ziel, mehr Menschen für die Natur zu begeistern und für den Erhalt der biologischen Vielfalt zu motivieren. Außerdem unterstützt er als Botschafter das Wahlprojekt „Kinder- und Jugendwahl U18“ , bei dem Kinder und Jugendliche vor Landtags- oder Bundestagswahlen ihre Stimme abgeben können und so an die Themenbereiche Politik, Wahlen und Demokratie herangeführt werden sollen.

Darüber hinaus engagiert Caspers sich als Botschafter für den Deutschen Kinderhospizverein und ist Schirmherr der Kinderoper Köln. 2019 erhielt er das Bundesverdienstkreuz für sein Engagement für die Bildung. Die Auszeichnung erhielt er für seine Arbeit bei den Formaten „Wissen macht Ah!“, „ Die Sendung mit der Maus" und „Quarks".

 

Teilnahmebedingungen

 

Der Ehrenamtspreis 2021 ist mit einem Preisgeld in Höhe von insgesamt 13.000 Euro ausgestattet. Annahmeschluss für Bewerbungen und Vorschläge ist der 1. April 2021. Die Preise werden unter dem Vorsitz der Oberbürgermeisterin von einer unabhängigen Jury vergeben, die unterschiedliche gesellschaftliche Bereiche repräsentiert. Reker ehrt alle Preisträgerinnen und Preisträger im Rahmen eines Empfangs am 22. August 2021 im Rathaus.

Informationen zum Ehrenamtspreis „Köln Engagiert 2021“ erhalten Interessierte im Internet unter www.ehrenamt.koeln sowie bei der Kommunalstelle zur „Förderung und Anerkennung Bürgerschaftlichen Engagements“ (FABE) im Büro der Oberbürgermeisterin, wo auch die Bewerbungsunterlagen erhältlich sind. Als Ansprechpartnerin steht dort Susanne Kunert telefonisch unter 0221 22123190 für Fragen zur Verfügung.

    

Spende für die Kölner Bahnhofsmission: 11.111 Euro vom früheren Dreigestirn

25. Februar 2021; ksd

Köln. Das Kölner Dreigestirn der Session 2019/2020 unterstützt die Arbeit der Bahnhofsmission mit 11.111 Euro. Das Geld haben die Ex-Tollitäten während ihrer Amtszeit für diverse soziale Zwecke gesammelt.

Wenige Tage nach der Karnevalssession freut sich die Bahnhofsmission über eine besondere Zuwendung. Das Dreigestirn der Session 2019/2020 sammelte für verschiedene soziale Zwecke. Eines davon war die ökumenische Einrichtung an Gleis 1. Kurz nach Aschermittwoch wurde die gleichermaßen stolze und närrische Summe in Höhe von 11.111 Euro in Form eines symbolhaften Schecks übergeben.

„Ex-Bauer“ Frank Breuer überreichte den Scheck an die Leiterin der Bahnhofsmission, Corinna Rindle. „Wir freuen uns wie jeck“, strahlte Rindle, die die Summe zunächst für einen Tippfehler gehalten hatte. „Das ist eine große Anerkennung für unsere Arbeit, die ja überwiegend ehrenamtlich geleistet wird, aber auch für unsere Gäste, die wir in der Bahnhofsmission auf vielfältige Weise unterstützen.“

 

Frisches Obst, Küchensanierung und Dank an Ehrenamtliche


Ein Teil der Spende soll für frisches Obst eingesetzt werden, kostenlos für die Gäste der Bahnhofsmission, die sich das nicht immer leisten können. Außerdem kann nun einem „Leck“ in der Küchenzeile in den Räumen der Bahnhofsmission auf den Grund gegangen werden. Ein weiterer Teil soll für ein Dankeschön-Fest für die mehr als 70 Ehrenamtlichen verwendet werden, sobald ein Zusammenkommen wieder möglich ist. „Uns allen Dreien ist es ein Herzensanliegen, die Arbeit der Bahnhofsmission Köln zu würdigen“, betonte Breuer.

Vor einem Jahr hatte der damalige Bauer Frank gemeinsam mit Prinz Christian II. und Jungfrau Griet als erstes Kölner Dreigestirn die Bahnhofsmission mit einem Besuch beehrt, die „jecke Kiste“ enthüllt und gemeinsam mit Ehrenamtlichen und Gästen gefeiert. Die verliehene Prinzenspange und die dazugehörige Urkunde sind Stolz des gesamten Teams.

Die Kölner Bahnhofsmission wird ökumenisch getragen vom Diakonischen Werk Köln und Region gGmbH und IN VIA, dem katholischen Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit Köln.

 

„Asche auf's Haupt“: Stadtdechant Robert Kleine über Aschermittwoch und Fastenzeit während der Pandemie

17. Februar 2021; ksd

 

Köln. In der Corona-Zeit ist auch der Aschermittwoch anders als gewohnt. Statt eines Aschekreuzes wird den Gottesdienstfeiernden in diesem Jahr etwas Asche auf den Kopf gestreut, damit es keinen Hautkontakt gibt zwischen den Beteiligten. Im Interview mit DOMRADIO.DE erklärt der Kölner Stadt- und Domdechant Robert Kleine, wie die Fastenzeit in der Corona-Zeit aussehen könnte.

Der Seelsorger nimmt wahr, dass viele Menschen nach einem Jahr Pandemie „gar nicht hören“ mögen, „dass wir jetzt 40 Tage auf etwas verzichten müssen“. Sehr viele verzichteten schon seit einem Jahr auf alles Mögliche, so Msgr. Kleine: „Auf Kontakte, auf persönliche Beziehungen, auf Umarmungen. Es sind berufliche Existenzen gefährdet.“ Dennoch sagt der Stadtdechant auch: „Ich glaube, dass wir die Fastenzeit nochmal nutzen sollten, um auch das Positive im Leben wahrzunehmen. Auf was kann ich mich verlassen? Natürlich auf Gott. Aber auch auf Menschen, die mir beistehen. Wir können schauen, wie wir einander unterstützen und Mut machen können. Das würde ich als ein Ziel der Fastenzeit ansehen. Man kann auch auf Dinge verzichten, damit man merkt, dass es Dinge gibt, ohne die man leben kann – ob das jetzt die Zigarette ist oder das Handy, das man immer in der Hand hat.“ Und er ergänzt: „Ich glaube, die Fastenzeit sollte jetzt positiver gesehen werden. Es ist eine Zeit, die man für sich und für andere sinnvoll nutzen kann.“

 

Hier gibt es das ganze Interview zum Nachhören.

 

Ein Beitrag auf Radio Köln mit Stadtdechant Robert Kleine erklärt ebenfalls mehr zum Aschermittwoch.

 

Kölle Alaaf! Auch in Corona-Zeiten: Karnevalsgruß von Stadtdechant Kleine, jecke Angebote und Karnevalsmessen vor Ort

11. Februar 2021; ksd

Normalerweise feiert ganz Köln in diesen Tagen seinen Karneval auf den Straßen, in den Kneipen und in den Sälen der Stadt. Immer mittendrin: Kölns Stadtdechant Robert Kleine, der Feldhillije (Feldheilige/Feldpastor) der Altstädter, die in diesem Jahr das Kölner Dreigestirn stellen. Doch Corona hat den kölschen Jecken den Karneval in seiner gewohnten Form genommen. Warum Lappenclown und Funkenmariechen den Kopf nicht hängen lassen sollten und Karneval nicht ausfällt, erzählt der Stadtdechant in seiner Videobotschaft.

 

Kölner Valentinstag mit Dreigestirn und (digitalem) Valentinssegen aus dem Kölner Dom

 

Erstmals treffen sich in diesem Jahr am 14. Februar der Kölner Valentinstag, der kölsche Karneval und die katholische Kirche in Köln. Am Karnevalssonntag sind alle Liebenden eingeladen, coronabedingt digital gemeinsam mit dem Kölner Dreigestirn und seinen Ehefrauen, Stadtdechant Robert Kleine sowie dem Ehepaar Stefanie und Martin Bartsch die Liebe zu feiern und zu teilen. In drei Videos und auf der Website www.koelnervalentinstag.de finden sich Impulse, Anregungen und vieles mehr. Stadtdechant Kleine lädt ein zum spirituellen Rundgang zu Orten der Liebe im Kölner Dom und spendet virtuell den Kölner Valentinssegen am Dreikönigenschrein. Die Kölner Valentinskerze bringt er dann in die Hofburg, wo das Dreigestirn gemeinsam mit seinen Ehefrauen zu Botschafterinnen und Botschaftern der Liebe wird. Prinz Sven I., Bauer Gereon und Jungfrau Gerdemie erzählen, was es für sie bedeutet, in Liebe verbunden zu sein und was ihre Ehen trägt. Der Kölner Valentinstag unterstützt außerdem das Spendenprojekt des Dreigestirns, das unter anderem mit einer Online-Auktion auf Ebay Spenden für den Verein TrauBe sammelt, der sich für die Trauerbegleitung von Kölner Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen engagiert.

 

Karnevalssonntag: Gottesdienst mit Porzer Dreigestirn und dem Weltenbummler aus St. Josef (Stream)

 

Da der Porzer Karnevalszug am Karnevalssonntag ausfallen muss und die Kölsche Messe mit dem Porzer Dreigestirn (dieses Jahr in Plüsch) eine Tradition ist verbindet die Katholische Kirche in Porz beides miteinander. Der Festausschuss Porzer Karneval und die Katholische Kirche in Porz feiern mit Vertretern des Porzer Karnevals sowie der Vereine am Karnbevalssonntag, 14. Februar, einen Gottesdienst mit karnevalistischem Frohsinn. 

Aufgrund des beschränkten Platzangebotes und der vorgeschriebenen Hygiene- und Abstandsmaßnahmen besteht keine Möglichkeit der öffentlichen Teilnahme in der Kirche. Damit aber möglichst viele Jecken an der Messe teilnehmen können, wird dieser Gottesdienst als Online-Gottesdienst über YouTube und die Website katholisch-in-porz.de live gestreamt.

Mitwirkende:

Der Leitende Pfarrer der katholischen Kirche in Porz, Berthold Wolff wird die Messe zelebrieren.

Es wirken mit:

Gert Rück, Der Weltenbummler

Peter Ohren

Norbert Conrads, Tenor, Kölsche Leeder im klassischen Gewand

Michael Hesseler, musikalische Leitung und Orgel

Begleitend werden Bilder mit kölschen Motiven von der Porzer Künstlerin Ursula Aits in der Kirche S.t Josef ausgestellt. Die Bilderausstellung kann bis zum 16. Februar besucht werden. Die Bilder werden auch zum Kauf angeboten. 50 Prozent der Erlöse gehen an die Caritas Köln.

 

Rosenmontag: Einmaliger Gottesdienst in St. Agnes mit kölscher Karnevalsprominenz (Stream)

 

Mit bekannten Größen der kölschen Musik und Kultur startet am Rosenmontag, 15. Februar, um 11.11 Uhr in St. Agnes ein ganz besonderer Gottesdienst. Karnevalsklassiker, ein Totengedenken für alle verstorbenen Jecken und Gedanken und Bitten der Mitfeiernden per WhatsApp oder SMS vermischen sich zu einer heiter-melancholischen Veranstaltung, die in ihrer Art einmalig ist. Dank des Engagements zweier Kölner Medienunternehmen wird der Gottesdienst auch per Livestream übertragen. Mit den Spendenerlösen wird die Initiative nitallein.de unterstützt.

Stephan Brings und Stefan Knittler singen eine Auswahl kölscher Perlen: Vom „Stammbaum“ bis „Liebe gewinnt“. Georg Hinz, der Gründer von „Loss mer singe“ wird mit den beiden über die Bedeutung der Lieder für sie persönlich und die kölsche Seele nachdenken. Der Kabarettist und Mitbegründer der Stunksitzung Jürgen Becker wird über das „Magnifikat“ predigen.

Objekte aus den Kölner Karnevalsmuseum werden den Straßenkarneval in die Kirche bringen. Mit einem Totengedenken wird auch an die gedacht, die nie mehr Fastelovend fiere können. Stellvertretend für sie wird das altehrwürdige „Goldene Buch“ der „Großen von 1823“ anwesend sein – im Gästebuch von Kölns ältester Karnevalsgesellschaft sind alle großen Namen des Karnevals verzeichnet. Mitfeiernde
können Gedanken und Bitten per whatsapp oder SMS schicken.

Gestreamt wird über www.katholisch-in-koeln.de und www.ksta.de

 

Auf der Website des Sendungsraums Kölln-Mitte gibt es auch Informationen zu weiteren Karnevalsgottesdiensten sowie zur diesjährigen Aktion zur Fastenzeit: „Licht am Ende“

 

Radio Köln: Stadtdechant Kleine zu Corona und Karneval

 

Auch in Beitägen auf Radio Köln macht der Kölner Stadtdechant Robert Kleine deutlich, dass Karneval in diesem Jahr nicht ausfällt und wie man zu Hause feiern kann. Und vor allem: dass der Karneval auch in Corona-Zeiten solidarisch, kreativ und karitativ ist.

 

Zum Nachhören:

Karneval findet statt

Karneval bleibt kreativ und solidarisch

 

„Die Namen kennt jeder“: Stadtdechant Robert Kleine appelliert an die Bistumsleitung, ihre Verantwortung wahrzunehmen

1. Februar 2021; ksd

 

Köln. Seit Monaten beschäftigt die Menschen im Erzbistum Köln die Frage, wie es mit „ihrer“ Kirche weitergeht. Das zurückgestellte Gutachten zum Thema Missbrauch frustriert, verunsichert und verärgert viele Haupt- und Ehrenamtliche. Den Kölner Stadtdechanten Msgr. Robert Kleine erreichen viele solcher enttäuschter oder auch wütender Anfragen und Kommentare. Und auch ihn selbst trifft das Leid tief, das durch das Zerren um Aufklärung und Gerechtigkeit auf der einen sowie Verzögerung und Schweigen auf der anderen Seite vor allem bei den Betroffenen entsteht, aber auch bei vielen Gläubigen und Engagierten. Deutliche Worte fand er deshalb jetzt auch in einigen Interviews zum Thema Missbrauchsuntersuchung und Verantwortung. Im Interview mit DOMRADIO.DE appelliert Kleine erneut an die Bistumsleitung, ihre Verantwortung wahrzunehmen. Und das vor dem 18. März, wenn das zweite, das neue Gutachten veröffentlicht werden soll. Darüber hinaus macht er deutlich, dass der Missbrauch in der katholischen Kirche auch mit dem Missbrauch von Macht zu tun hat.

 

„Es muss Konsequenzen geben“

 

„Mir tun die Betroffenen furchtbar leid und, dass sie jetzt auch durch diese ganzen Aktionen mit den Gutachtern, mit dem Verschieben, mit Gesprächen, mit dem Betroffenenbeirat auch das Ganze nochmal durchleben. Das tut mir  sehr leid“, betont Kleine im Interview mit Johannes Schröer von DOMRADIO.DE. Daneben täten ihm die Menschen leid, die sagen: „Eigentlich möchte ich doch meinen Glauben leben.“ Kleine: „Das Evangelium sagt: ,Strahlt etwas aus! Ihr seid Salz der Erde, ihr seid Licht der Welt! Im Augenblick ist alles fad und es ist verdunkelt.‘ Da muss es auch einen Abschluss geben und es muss Konsequenzen, wie auch immer, geben.“

Er hätte sich gefreut, wenn der ein oder andere Verantwortliche im Verlauf des Prozesses gesagt hätte: „Ich habe nicht bewusst etwas falsch gemacht. Ich habe nicht Täter geschützt. Aber im Nachhinein muss ich erkennen, dass ich das ein oder andere Mal so entschieden habe, wie ich es heute nicht mehr tun würde. Ich habe erkannt, dass ich damals vielleicht falsch gehandelt habe. Oberflächlich. Das tut mir leid.“ Dann gelte es auch, in Kontakt zu treten mit den Betroffenen.

 

„Es muss ein Tag der Entscheidung werden"

 

Seit dem Amtsantritt von Kardinal Rainer Maria Woelki sei viel im Bereich Aufklärung und Aufarbeitung geschehen, so Kleine. „Da waren wir führend in Deutschland“, sagt der Kölner Stadtdechant. Er wünscht sich, dass das, was man schon erreicht hatte, nicht dauerhaft verspielt wird und konstatiert gleichzeitig, dass der Vertrauensverlust unter den Menschen im Erzbistum bereits sehr groß ist. „Und Vertrauen kann man sich nur verdienen.“

Die Menschen würden im Moment der Übergabe des zweiten Gutachtens eine Reaktion und Konsequenzen erwarten, betont Msgr. Kleine und verweist auf die Glaubwürdigkeits- und Vertrauenskrise, in der das Erzbistum Köln bereits steckt. Er gehe nicht, wie mancherorts berichtet, auf Distanz zu Kardinal Rainer Maria Woelki: „Der Erzbischof ist mein Erzbischof. Aber ich möchte einladen: die Bistumsleitung, den Erzbischof und auch den Generalvikar, ganz genau hinzuschauen. Wie kann dieser 18. März so gelingen, dass er nicht zu einem Desaster führt, nicht zu noch mehr Enttäuschung, sondern wirklich ein Tag wird, wo man sagen kann: ,Es ist ein Tag der Entscheidung, ein Tag der Bekanntmachung.‘ Und dann können wir miteinander gut auf dem Weg weitergehen, auch auf dem Weg des Pastoralen Zukunftsweges, um zu sagen: ,Wie können wir als Bistum ausstrahlen, wie können wir mit weniger Personal, mit weniger Finanzen, Kirche von Köln positiv leben und dann auch ansteckend und ausstrahlend sein und vielleicht auch wieder Menschen neu gewinnen?“

 

„Noch immer fassungslos"

 

Kleine zeigt sich in dem sehr persönlichen Gespräch auch weiterhin tief betroffen vom Missbrauch durch Priester und andere Kirchenangehörige: „Wenn ich daran denke, wie damals die ersten Missbrauchsfälle bekannt wurden: da war ich fassungslos und bin weiter noch fassungslos. Kann ich verstehen, wie Priester, die denselben Weg gegangen sind, wie ich, jemanden missbrauchen und dann auch noch in Ruhe weiter Priester sind? Diese Verbrechen kann ich nicht verstehen."

 

Das ganze Interview können Sie hier nachlesen.

  

Holocaust-Gedenktag 2021: Gegen das Vergessen – Demo „Einfach nur Mensch sein“, Erinnerung an Edith Stein und Video-Gedenkstunde

27. Januar 2021; ksd

Köln. Am 27. Januar gedenkt die Welt jährlich der Befreiung des nationalsozialistischen KZ Auschwitz-Birkenau im Jahr 1945. Seit 2005 wird an diesem Tag offiziell der Internationale Tag des Gedenkens an die mehr als sechs Millionen Opfer des Holocaust begangen. In diesem Jahr finden in Köln aus diesem Anlass verschiedene Aktionen statt. Die traditionelle Gedenkstunde mit Schülerinnen und Schülern an der Gedenkstätte Löwenbrunnen wird coronabedingt in diesem Jahr online stattfinden. Das Video ist ab 12.30 Uhr auf dieser Website und auf dem YouTube-Kanal des Evangelischen Kirchenverbands Köln und Region abrufbar. Stadtdechant Msgr. Robert Kleine spricht das traditionelle Gebet am Schluss am Brunnen, der auf dem Gelände der früheren jüdischen Schule Jawne an die Deportation von mehr als 1100 jüdischen Kindern und Jugendlichen aus Köln erinnert.

Der Kölner Stadt- und Domdechant erinnert an diesem Tag zudem an Edith Stein und legte Blumen an ihrem Denkmal am Börsenplatz nieder. Um fünf vor Zwölf versammeln sich darübner hinaus heute prominente Kölnerinnen und Kölner gemeinsam mit Samuel Koch zu einer Demonstration und Gedenkaktion auf der Hohenzollernbrücke. #EINFACHnurMENSCHsein ist die Aktion überschrieben, bei der die Versammelten für 60 Sekunden innehielten, um an die Ermordnung von mehr als sechs Millionen Menschen durch die Nazis zu erinnern. Auch hier war Msgr. Kleine vertreten, außerdem Diakon Jens Freiwald, Vorstand der Kölnischen Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit.

 

Video-Gedenkstunde am Löwenbrunnen

 

Seit vielen Jahren findet am Holocaust-Gedenktag am Löwenbrunnen eine Gedenkstunde mit Vertreterinnen und Vertretern von Evangelischer und Katholischer Kirche, Synagogen-Gemeinde Köln, Stadt Köln, Lern- und Gedenkort Jawne sowie mit Schülerinnen und Schülern statt. Mit dabei: Rabbiner Yechiel Brukner und Stadtsuperintendent Bernhard Seiger. Alle Beteiligten haben Audio- und Videobeiträge erstellt, die als Video-Gedenkstunde veröffentlicht werden. „Besonders für die beteiligten Schulen war es in der Situation des Distanzlernens nicht einfach, die Beiträge zu koordinieren und zu erstellen“, sagt Rainer Lemaire vom Schulreferat der Evangelischen Kirche. „ Daher gilt unser besonderer Dank den Lehrerinnen und Lehrern, Schülerinnen und Schülern des Schiller Gymnasiums, des Gymnasiums Thusnelda-Straße und es Collegium Josephinum Bonn für ihr Engagement.“ Der Faden des Erinnern und Gedenkens an diesem Ort solle und dürfe auch in der aktuellen Situation nicht abreißen, „denn das gemeinsame Erinnern ist ein wichtiges und notwendiges Zeichen gegen Antisemitismus und andere Formen von Diskriminierung und Rassismus“, so Lemaire.

 

Gedenken an Edith Stein und die Opfer der Nazis: „Wir dürfen nicht schweigen“

 

Der Kölner Stadt- und Domdechant Robert Kleine hat zudem Blumen am Denkmal von Edith Stein (Börsenplatz/Kardinal-Frings-Straße) niedergelegt. Die vom Judentum zum katholischen Glauben konvertierte Philosophin und Frauenrechtlerin wurde 1942 gemeinsam mit ihrer Schwester Rosa im KZ Auschwitz-Birkenau ermordet. Msgr. Kleine sagte in seiner sehr persönlichen Botschaft:

„Der heutige Gedenktag ist ein Tag der Erinnerung und zugleich ein Tag der Mahnung. Ich selber war vor einigen Jahren im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau und das, was ich dort gesehen habe, die Atmosphäre, die von diesem Ort ausgeht, lässt mich nicht mehr los. Das Edith-Stein-Denkmal von Bert Gerresheim fängt einerseits die Lebensstationen von Edith Stein ein, zum anderen beschreibt es ihren Weg im Konzentrationslager Auschwitz und nimmt mit hinein die unzähligen Opfer, die für die Nationalsozialisten nur eine Nummer waren.

Deshalb sind auch die Häftlingsnummern wirklich realer Menschen im Denkmal verewigt. Die Nationalsozialisten haben versucht, ihnen alle Würde zu nehmen. Dafür steht der große Haufen von Schuhen. Die letzten Meter ihres Lebensweges mussten die Insassen des KZ barfuß gehen. Da sind diese ganzen Fußstapfen, die in die eine Richtung gehen – nämlich zu den Gaskammern. Dazwischen dann zwei Fußspuren, die sich dem entgegenstellen – die Fußspuren des Auferstandenen. Gerade auch für uns als Kirche und für mich als Priester ist der heutige Tag eine Aufforderung nicht wegzusehen.

Wenn heute das Gift des Antisemitismus in unserer Gesellschaft wirkt, wenn gerade in der Corona-Pandemie Verschwörungstheorien verbreitet werden, die in ihrem Grund antisemitisch sind, wenn sich heute Impfgegner gelbe Sterne anheften, wenn auch heute Menschen das Recht auf Leben abgesprochen wird, wenn die Menschenwürde heute in unserem Land oder anderswo in der Welt mit Füßen getreten wird, wenn an den Stammtischen und in den Sozialen Medien Hass und Hetze verbreitet werden, dann darf ich, dann dürfen wir, dann darf die Kirche, dann darf unsere Gesellschaft nicht schweigen. All das geht mir am heutigen Gedenktag durch den Kopf – Trauer, Erinnerung, Gebet für die Opfer des Nationalsozialismus und des Holocaust und zugleich diese Mahnung!

Die Namen begegnen mir auch immer wieder am Löwenbrunnen, wo die Jawne war und mehr als 1100 Kinder und Jugendliche aus Köln deportiert und der größte Teil von ihnen ermordet wurden. Kinder und Jugendliche, die ihr Leben vor sich hatten, das ihnen von einer menschenverachtenden Diktatur geraubt, ja, vernichtet wurde. Alljährlich werden von Schülerinnen und Schülern einzelne Biografien erforscht und uns vor Augen gestellt. Was sind das für Kinder gewesen? Kinder, wie du und ich, Kinder, wie die Kinder und Jugendlichen heute, die gerne leben, die ihren Weg, ihre Zukunft vor sich haben und sie sich in guten und schönen Bildern ausmalen. All diese Namen dürfen nicht vergessen werden. Ihre Geschichten und Schicksale nicht – denn sie mahnen uns auch heute. Wir müssen uns dafür einsetzen, dass jeder Mensch sein Leben leben kann und darf – überall auf der Welt.“

 

#EINFACHnurMENSCHsein – 60 Sekunden innehalten

 

Das ist der Kerngedanke der Rede, die Marina Weisband am 27. Januar im Deutschen Bundestag zum Holocaust-Gedenktag hält. Diesen Gedanken nimmt die Aktion auf der Kölner Hohenzollernbrücke auf. Von „fünf vor Zwölf“ bis 11.56 Uhr halten 20 Kölnerinnen und Kölner inne und gedenken in 60 Sekunden der mehr als sechs Millionen ermordeten jüdischen Frauen, Männer und Kinder.

„Einfach nur Mensch sein“ – diese Botschaft vermitteln Kölnerinnen und Kölner aus allen Bereichen – Schülerinnen und Schüler, Vertreter der Kirchen und der Medien, aber auch „Promis“ wie Samuel Koch, der auch der Initiator ist, Wilfried Schmickler oder Andrei Kovacs, Geschäftsführer des Vereins „1700 Jahre jüdischen Lebens in Deutschland“.

Am Morgen des Aktionstages hat Samuel Koch dem ZDF-Morgenmagazin per Liveschalte ein Interview gegeben und die Hintergründe erklärt, warum er sich gegen Antisemitsmus und für das Gedenken einsetzt.

 

Was bedeutet den Teilnehmern das – einfach nur Mensch sein?

 

Stadtdechant Msgr. Robert Kleine: „Gott hat uns Menschen die Würde gegeben und dafür müssen wir eintreten.“

Erzpriester Radu Constantin Miron: „Wir müssen an uns selbst im Spiegel sehen, wie man sich als Mensch verhält.“

Arthur Diglov: „Seine Religion zu feiern, ohne Angst zu haben.“

Samuel Koch: „Wenn wir für jeden der sechs Millionen ermordeten Juden eine Gedenkminute einlegten, wäre es in Deutschland elf Jahre lang still.“

Pfarrer Franz Meurer: „Jesus war Jude – das sagt doch alles.“

 

Das Video von der Aktion und mehr finden Sie auf diesen Kanälen:

https://www.facebook.com/derechtesamuelkoch

https://www.instagram.com/einsamuelkoch/

https://www.youtube.com/channel/UCgsYY8mggsOESazmqi0BF_w/featured

https://youtu.be/7M-FwlNgyIM 

 

„Wehren wir den Anfängen“ – Stadtdechant Kleine auf Radio Köln und DOMRADIO.DE

 

Auf Radio Köln wendet sich Msgr. Kleine mit einer klaren Botschaft zum Holocaust-Gedenktag an die Kölnerinnen und Kölner: „Antisemitismus, Rassismus und Ausgrenzung dürfen bei uns in der Gesellschaft keinen Platz haben, damit sich so etwas wie der Holocaust niemals wiederholen kann. Wehren wir den Anfängen!“

 

Ein Interview von Msgr. Kleine mit DOMRADIO.DE können Sie hier nachlesen und hier nachhören. Darin geht es um Antisemitismus heute und anhaltende Verschwörungstheorien, auch in der aktuellen Corona-Zeit.

 

75 Jahre Robert-Grosche-Kreis: Ein Ökumeniker der ersten Stunde

26. Januar 2021; ksd

I. Robert Grosche, Studentenseelsorger, Land- und Stadtpfarrer, Kölner Stadtdechant und Domkapitular (1888-1967), war ein dialogfreudiger Mensch und „Ökumeniker der ersten  Stunde“. (1) Bereits in den 1920er-Jahren arbeitete er an der Vierteljahreszeitschrift „Una Sancta. Ein Ruf der Christenheit“ mit (2) und veröffentlichte 1926 seinen ersten Kommentar zum Kolosserbrief, den er als ersten Versuch eines Brückenschlags zu anderen Kirchen verstand. (3)

Als er Anfang der dreißiger Jahre Pfarrer in der Landgemeinde Brühl-Vochem wurde, begann er, sich mit der Dialektischen Theologie des 1930 nach Bonn berufenen evangelischen Theologen Karl Barth zu befassen. Grosche nahm am dogmatischen Seminar Barths an der Bonner Universität  teil und Barth besuchte mit seinen Studierenden seinen katholischen Gasthörer im Vochemer Pfarrhaus. Grosche soll sich während seiner Zeit in Vochem jeden Morgen eine Stunde mit dem Römerbrief befasst haben. (4)

 

Zeitschrift für Kontroverstheologie

 

Eine Frucht seiner Nähe zur Wort-Gottes-Theologie Barths bestand dann darin, dass Grosche Anfang der vierziger Jahre einen Kommentar zum Römerbrief verfasste, der allerdings erst 1975 post mortem veröffentlicht wurde. Schon Anfang der dreißiger Jahre gründete Grosche die Zeitschrift für Kontroverstheologie „Catholica“, die er mit einem Aufsatz über „Die dialektische Theologie und der Katholizismus“ eröffnete: „Kein geistiges Ereignis dieser Zeit kann sich an Bedeutung mit dieser theologischen Selbstbesinnung messen.“ (5)

Sogar am Ende des Zweiten Weltkriegs, als der Zusammenbruch allerorten das tägliche Leben in Atem hielt, verlor Grosche die ökumenische Perspektive nicht aus den Augen. So schrieb er am ersten Tag der Gebetswoche für die Einheit der Christen, am 18. Januar 1945, in sein Tagebuch: „Die Wiedervereinigungsfrage darf auch jetzt im Krieg nicht außer acht gelassen werden. Der Krieg hat neue Begegnungen herbeigeführt. Jetzt ist es eine persönliche Begegnung vor allem der Geistlichen beider Konfessionen… Dann aber auch eine Begegnung des Kirchenvolkes.“ (6) Und am vorletzten Tag dieser Gebetswoche, am 24. Januar 1945, notiert Grosche: „Nach der Vesper spreche ich kurz über die psychologischen Voraussetzungen der Wiedervereinigung: Abbau der Missverständnisse, Überwindung des Hochmuts, ehrliche Anerkennung der bei den anderen vorhandenen Werte, Eingeständnis des durch die Kirchenspaltung bei uns selbst eingetretenen Verlustes an natürlicher Substanz.“ (6)

 

Der Apostelkonvent

 

II. Das ist der persönliche, gemeindliche und theologische Hintergrund, auf dem Robert Grosche in den ersten  Monaten nach Kriegsende zusammen mit dem evangelischen Superintendenten Hans Encke, dem Kölner Vertrauensmann der Bekennenden Kirche, den Entschluss zur Bildung eines „ Ökumenisch-theologischen Arbeitskreises“ fasste, der erst nach Grosches Tod 1967 seinen Namen erhielt. Dieser Arbeitskreis traf sich erstmals während der Gebetswoche für die Einheit der Christen am 22.Januar 1946 und ist damit der älteste ökumenische Gesprächskreis in Köln nach dem Zweiten Weltkrieg. Er bestand aus je sechs evangelischen und katholischen Pfarrern beziehungsweise Priestern, also einer Art Zwölferkreis beziehungsweise„Apostelkonvent“.

Man kam am ersten  Montag im Monat von 10 bis 12 Uhr im Pfarrhaus an der Kirche Mariä Himmelfahrt neben dem Hauptbahnhof, Marzellenstraße 26, zusammen und exegesierte neutestamentliche Schriften im griechischen Urtext. Begonnen wurde mit der Auslegung von 1. Korinther 1,1-9. Im Anschluss an den 1. Korintherbrief wurden u. a. folgende Schriften vollständig durchgearbeitet: Apostelgeschichte, Offenbarung des Johannes, Epheserbrief, Hebräerbrief, 1. Petrusbrief, Markus- und Johannes-Evangelium. (7) Nach über 40 Jahren kam im Jahr 1988 die erste  Phase des  Grosche-Kreises wegen des hohen und gebrechlichen Alters der letzten Mitglieder an ihr Ende. (8)

 

Neubeginn und Aufnahme von Frauen

 

Wenige Jahre später gelang auf Initiative des Horremer Pfarrers Wilfried Paschen im Herbst 1991 die Wiederbelebung des Robert-Grosche-Kreises. Damit begann seine zweite Phase, die bis zum heutigen Tag reicht und hoffentlich auch darüber hinaus Bestand haben wird. Gleich zu Beginn dieser neuen Phase haben Pfarrer Paschen und ich einige Änderungen vorgenommen. Als Erstes haben wir den Kreis der Teilnehmenden geöffnet: das Konzept des Zwölferkreises aus ordinierten beziehungsweise geweihten Theologen wurde fallen gelassen und sofort Frauen in die Runde eingeladen. Heutzutage überwiegen sie in der Teilnehmerzahl.

Priesterweihe beziehungsweise Ordination sind ebenfalls keine Teilnahmebedingungen mehr, stattdessen Interesse an biblischen Themen und Bereitschaft zur aktiven Mitarbeit. Aktuell haben wir den neutestamentlichen Kanon überschritten und das Alte beziehungsweise Erste Testament gleichberechtigt einbezogen, sodass es zu einer gesamtbiblischen Erweiterung und Bereicherung gekommen ist. Die Ursprachen Griechisch und Hebräisch sind nicht mehr konstitutiv, sondern fakultativ. Wir haben auch das Programm geändert, ganze biblische Schriften über Jahre hin zu besprechen, und wählen stattdessen ökumenisch relevante Themen, die möglichst innerhalb eines Zeitraumes von ein bis zwei Jahren zu bewältigen sind.

 

Vielfältige Themen

 

III. Folgende Themen haben wir seit dem Neubeginn des Robert-Grosche-Kreises besprochen: die Bergpredigt (1991/92), Mirjam/Maria und die Mariendogmen (1992-1994), Petrus und der Petrusdienst (1995-1997), Abraham in Judentum, Christentum und Islam (1997-2000), Bund in Israel, Qumran und mit Völkern (2000-2002), Gott und sein Volk – das Volk und sein Gott (2003-2005) (9); das Vaterunser (2005/06), das Credo (2007/08), Gleichnisse Jesu (2009), Wundergeschichten (2010), Jesus im Gespräch mit… (2011), Psalmen und Hymnen (2012/13), die dunklen Seiten Gottes (2014/15), Schöpfung und Neuschöpfung (2016), der Galaterbrief und das Reformationsjubiläum (2017), Bundesschlüsse von Noah bis Jesus (2018), Passion und Auferweckung Jesu nach Markus (2019/20). Gegenwärtig besprechen wir die Zehn Gebote und als Nächstes werden Frauengestalten in der Bibel zur Sprache kommen.

Was macht den Reiz unserer Zusammenkünfte aus? Je nach Interesse gibt ein Mitglied des Grosche-Kreises eine Einführung in den jeweiligen Text: jeder und jeder ist dazu eingeladen; niemand wird genötigt. Nach einer kleinen Pause treten wir dann in das theologische Gespräch ein. Dabei ergeben sich oft überraschende Querverbindungen und Einsichten. Meistens haben wir Mühe, nach zwei Stunden unser Beisammensein abzuschließen. Denn wir erfahren dabei etwas von der Tiefe und und Unausschöpflichkeit der Heiligen Schrift. Häufig danken wir einander für den gelungenen Vormittag und freuen uns auf das nächste Mal.

Zurzeit wechseln Thirza Zierau und ich uns in der Leitung unserer Zusammenkünfte ab. Einmal jährlich erfreut uns unser Gastgeber, der Leiter der erzbischöflichen Bibel- und Liturgieschule, Dr. Gunter Fleischer, mit einer sehr profunden Bibelauslegung. Der letztjährige stellvertretende evangelische  Propst von Jerusalem, Dr. Rainer Stuhlmann, ist seit seiner Rückkehr ebenfalls zu unserer Runde  gestoßen.

 

Jubiläumsfeier im Mai geplant

 

Nach verschiedenen Tagungsorten im Kölner Haus der Evangelischen Kirche, bei den Franziskanerrinnen und dem interreligiösen Forum in der Domstraße 18 sind wir seit einigen Jahren wieder an den Ursprungsort des Robert-Grosche-Kreises in die Marzellenstraße 26 zurückgekehrt. Dort treffen wir uns an jedem zweiten Mittwoch im Monat von 10 bis 12 Uhr. Wir freuen uns über neue Interessentinnen und Interessenten. Da wir unser 75-jähriges Jubiläum am 22. Januar 2021 wegen der Corona-Pandemie nicht begehen konnten, hoffen wir Anfang Mai auf eine Feier im wieder eröffneten DOMFORUM.

 

Hans-Georg Link

 

Anmerkungen

1. So Harald Wagner, in: Artikel Grosche, LThK 4,1995, Sp. 1063.

2. Dazu: F.-J. Hungs (Hg.), in: Robert Grosche, Kommentar zum Römerbrief, Werl 1975, S. 11.

3. Dazu H. Hofmann, Robert Grosche. Wegbereiter des katholisch-evangelischen Dialogs, in: H.-G. Link (Hg.), Kölner Ökumenisches Bibelgespräch. 60 Jahre Robert-Krusche-Kreis 1946-2006 (RGK 60), Kölner ökumenische Beiträge Nr. 52, Köln 2006, S. 10.

4. Vgl. H.-J. Hungs, a. A. O. S. 13,27 A7.

5. zitiert bei H. Hofmann, a. a. O. S. 10.

6. Robert Grosche, Kölner Tagebuch 1944-1946, Hg. M. Steinhoff, Bachem-Köln 1992, 2. Aufl., S. 93, 96 f.

7. Dazu: Hans Encke, Robert-Grosche-Kreis, in: RGK 60 (Anm. 3), S. 14 f.

8. Dazu W. Paschen, in: RGK 60, S. 17.

9. Zu allen diesen Themen liegen Zusammenfassungen vor in: RGK 60, S. 21-82.

 

Aktion #lichtfenster: Gedenken an Verstorbene der Corona-Pandemie und ihre Angehörigen

22. Januar 2021; ksd

 

Bonn (dbk). Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat heute (22. Januar) die Aktion #lichtfenster ins Leben gerufen. Er lädt die Bürgerinnen und Bürger ein, ab diesem Freitagabend eine Kerze ins Fenster zu stellen, um der Verstorbenen der Corona-Pandemie und ihrer Angehörigen zu gedenken.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing, würdigt das Anliegen des Bundespräsidenten und hofft auf die aktive Beteiligung vieler Menschen in Deutschland. Für die Aktion hat Bätzing ein Gebet verfasst. Er lädt dazu ein, dieses Gebet beim Entzünden der Kerze zu sprechen. Die Aktion #lichtfenster sei ein starkes Zeichen der Anteilnahme und des Mitgefühls. „Ich bin dankbar für die Initiative, die ich gerne unterstütze. Wir Christen gedenken jeden Freitag des Todestages Jesu. In dieses Gedenken schließen wir die Opfer der Pandemie ein. Mit der Kerze in meinem Fenster sage ich: Die Angehörigen der Toten sind nicht allein. Für die Verstorbenen brennt ein Licht. In meinem Fenster. An meinem Ort, wo ich für sie bete“, so Bätzing. Er fügt hinzu: „ Seien wir achtsam miteinander und vergessen wir die nicht, die von uns gehen mussten.“

 

Gebet von Bischof Dr. Georg Bätzing

 

Gott, guter Vater,

du bist den Menschen nahe, in guten und in schweren Tagen.

Dein Licht leuchte auch jetzt, in diesen schweren Tagen und Wochen der Pandemie.

Lass dieses Licht Zeichen der Hoffnung für uns alle sein.

 

Wir beten für die Verstorbenen, die der Pandemie zum Opfer gefallen sind und für deren Angehörige.

 

Wir beten für die Ärztinnen und Ärzte, Pflegerinnen und Pfleger, Seelsorgerinnen und Seelsorger in den Krankenhäusern und Heimen.

Wir beten für die Kranken und Einsamen.

 

Sei du ihnen Licht.

 

Sei du uns Licht.

 

Herr gib unseren Verstorbenen die ewige Ruhe.

Und das ewige Licht leuchte ihnen.

Lass sie ruhen in Frieden.

 

Amen.

 

Das Kölner Dreigestirn 2021: Talk im DOMFORUM (Stream) und Segensfeier im Kölner Dom

14. Januar 2021; ksd

 

Köln. Der Karneval 2021 wird anders, ganz anders. Keine Partys, keine Sitzungen, kein Rosenmontagszug. Und dennoch haben sich drei Menschen bereit erklärt, die Rolle des Kölner Dreigestirns zu übernehmen: als Zeichen der Hoffnung auf Normalität, als Ausdruck von Freude und Lebensmut für alle, für die der Karneval ein Lebenselixier ist. Den traditionellen Besuch im DOMFORUM können Sie in diesem Jahr coronabedingt als Stream erleben (Freitag, 15. Januar, ab 11.11 Uhr). Damit die außergewöhnliche Session für das große und für das kleine Trifolium unter einem guten Stern steht, waren das erwachsene und das Kinderdreigestirn nach ihrer Proklamation bereits zu einer Segensfeier mit dem Kölner Stadt- und Domdechanten Robert Kleine im Kölner Dom.

Das Kölner Dreigestirn der Session 2021 kommt aus dem Traditionskorps „Altstädter Köln 1922“. Als Prinz Sven I., Bauer Gereon und Jungfrau Gerdemie wollen Sven Oleff, Gereon Glasemacher und Dr. Björn Braun – trotz der momentan herausfordernden Zeit – das neue Motto „Nur zesamme sin mer Fastelovend“ in dieser besonderen Session mit Leben füllen.

Der Besuch im Kölner DOMFORUM gehört seit mehr als 20 Jahren zu den festen Terminen des Dreigestirns. Und auch in diesem Jahr waren sie zu Gast und stellten sich – zusammen mit dem Chef der Prinzen-Equipe, Gary Bingener, – den Fragen von Moderatorin Uta Vorbrodt über diese ungewöhnliche Zeit in ihrem Leben und die närrische Regentschaft in den Krisenzeiten. Publikum war wegen des Lockdowns dieses Mal nicht möglich. Darum wurde der Talk in Zusammenarbeit mit DOMRADIO.DE in Bild und Ton aufgezeichnet.
Den Talk am Dom zu Hause genießen kann man im Netz ab Freitag, 15. Januar, um 11.11 Uhr auf www.domforum.de sowie in der Mediathek von www.domradio.de
DOMRADIO.DE sendet den Talk am Dom im Radio (in Köln über 101,7) zudem am Samstag, 16. Januar, um 16 Uhr.

 

Licht und Freude zu den Menschen bringen

 

Am vergangenen Freitag (8. Januar) wurden Prinz Sven I., Bauer Gereon und Jungfrau Gerdemie sowie das Kinderdreigestirn mit Prinz Hanno I., Bauer Leopold und Jungfrau Catharina von Oberbürgermeisterin Henriette Reker statt im Gürzenich im kleinen Kreis (und nach einem Corona-Schnelltest) proklamiert. Anschließend kamen beide Dreigestirne in den Kölner Dom zu einer Segensfeier mit Stadt- und Domdechant Msgr. Robert Kleine, der die beiden Dreigestirne segnete und ihnen für die kommende Session alles Gute wünschte.
In den Fürbitten kamen die Sorgen der Zeit zum Ausdruck:

„Guter Gott, du hast ein offenes Ohr für uns Menschen. An diesem Abend der Proklamation bitten wir dich:

Wir bitten für das große Dreigestirn und für uns als Kinderdreigestirn: Lass uns in den kommenden Wochen ein wenig Licht und Freude zu den Menschen bringen. Denn ein Lächeln oder Lachen ist gerade in diesem Jahr so wichtig.

Wir beten für alle Menschen, die zurzeit nicht fröhlich sein können, weil sie im Lockdown finanzielle und berufliche Sorgen haben, Angst um ihre Gesundheit oder einen erkrankten Menschen haben oder einen lieben Menschen verloren haben. Wir wünschen ihnen Menschen, die ihnen beistehen, Hilfe und Trost schenken.

Wir bitten dich für alle, die in den Krankenhäusern, Pflegeheimen, Hospizen und Impfzentren ihren Dienst tun. Gib ihnen Kraft und stärke sie in ihrer tagtäglichen Arbeit für andere.

Wir beten für alle Kinder auf der Welt. Lass sie Schutz, Respekt und Liebe erfahren. Ermutige die vor Ort Verantwortlichen, dafür zu sorgen, dass Kinder nicht ausgebeutet werden, sondern Bildung und gute Entwicklungsmöglichkeiten erhalten, denn in ihren Händen liegt die Zukunft unserer Erde.

Wir beten für die Regierenden in aller Welt. Schenke ihnen Verantwortung in ihrem Tun, damit sie die Welt friedlicher machen.

Wir bitten dich für alle in unserer Domstadt und für alle Menschen: Lass uns das Lachen nie verlernen und uns immer wieder spüren, dass du bei uns bist und uns begleitest.

Guter Gott, du begleitest uns, wenn wir lustig sind und wenn wir traurig sind. Wir freuen uns, weil wir dich kennen, heute und alle Tage unseres Lebens. Amen.“

 

#beziehungsweise. Eine jüdisch-christliche Soiree mit Rabbiner Brukner und Weihbischof Steinhäuser (Video)

11. Januar 2021; ksd

Stadtdekanat Köln

Update (1. Februar):

Yechiel Brukner, Rabbiner der Synagogengemeinde Köln, und Weihbischof Rolf Steinhäuser, Bischofsvikar für Ökumene und interreligiösen Dialog im Erzbistum Köln, kennen und schätzen sich als Gesprächspartner seit Brukner Ende 2018 nach Köln kam. Nun tauschten sie sich im Rahmen einer christlich-jüdischen Soiree auf Einladung der Arbeitsgemeiunschaft Christlicher Kirchen im Köln (ACK) im Kapitelsaal der Kölner Kartäuserkirche unter anderem über das Projekt „#beziehungsweise: jüdisch und christlich – näher als du denkst“ aus. Auf YouTube können Sie die Soiree anschauen.

 

Beziehungen zwischen Juden und Christen im Mittelpunkt


Normalerweise lädt der ACK im Januar zu einem Neujahrsgottesdienst ein. Doch, so erläutert Susanne Beuth, Superintendentin des evangelischen Kirchenkreises Köln-Mitte, sei 2021 ein besonderes Jahr. „Wir erinnern in den kommenden Monaten an 1700 Jahre jüdisches Leben in Köln. Darum möchten wir in ganz unterschiedlichen Aktionen die Beziehungen zwischen Juden und Christen in den Mittelpunkt stellen und laden nun zu dieser Soiree ein.“

 

Plakataktion #beziehungsweise

 

Ein besseres Kennenlernen der jüdischen Kultur und des jüdischen Glaubens hat sich auch die bundesweite Plakataktion der Evangelischen Kirche in Deutschland und der katholischen Deutschen Bischofskonferenz zum Ziel gesetzt. Unter der Überschrift „#beziehungsweise: jüdisch und christlich – näher als du denkst“ wird in zwölf Plakaten Verbindendes in Christen- und Judentum aufgezeigt, aber eben auch die Unterschiede sollen Thema sein. In Nordrhein-Westfalen werden auf den Monatsplakaten jüdische und christliche Gedenk- und Feiertage in Verbindung zueinander gesetzt.

 

Lebendiger Austausch

 

Im Januar geht es um „B’reschit – Im Anfang war das Wort“ und besser könnte das Gespräch zwischen Rabbiner und Weihbischof nicht überschrieben werden. Der lebendige Austausch zwischen Rolf Steinhäuser und Yechiel Brukner sei inzwischen eine gute Gewohnheit und gehe mit jedem Gespräch tiefer, so die Dialogpartner.

Und so wurde das Gespräch, moderiert von Thomas Frings, Referent für interreligiösen Dialog im Erzbistum Köln, philosophisch-theologisch, ging aber zwangsläufig zunächst auch auf die deutsche Geschichte ein. „Die Vitalität des jüdischen Lebens ist Wunder und ein Paradoxon“ bezeichneten Rabbiner und Weihbischof die Tatsache, dass sie auf 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland zurückblicken können. Denn natürlich könne man die Gräuel der Zeit des Nationalsozialismus nicht übergehen, die das jüdische Leben fast ausgelöscht haben, doch das Judentum sei eben auch fester Teil der Geschichte Deutschlands – nachgewiesenermaßen in einem Dokument belegt seit dem Jahr 321.

 

„Alle ein Teil der deutschen Geschichte“

 

So sagt Yechiel Brukner: „Deutschland hat einen Prozess durchgemacht. Es wird, trotz des wieder aufkeimenden Antisemitismus, durchaus auch Annäherung sichtbar.“ Und der Weihbischof ergänzt: „Wir sind alle in die deutsche Geschichte hineinverwickelt, selbst wenn wir nach Kriegsende geboren wurden. Dem müssen wir uns stellen. Wir müssen wach bleiben und der jüngeren Generation einen Zugang zu diesem Teil der Geschichte schaffen.“

Einer Historie, die es, wie der Rabbiner ausführt, im Grunde undenkbar machte, je wieder in einen Dialog miteinander zu treffen, doch gleichzeitig die Verpflichtung schuf, neu und offen ins Gespräch zu kommen, Solidarität zu schaffen. Diese Art der Solidarität zeigte der Weihbischof nach dem Anschlag auf die Haller Synagoge im Oktober 2019, als er die Kölner Synagoge besuchte, um ein Zeichen der Solidarität zu zeigen, denn: „Zusammenhalt darf nicht verbal bleiben.“

Um diesen Funken an junge Menschen weiterzugeben, soll es ein Projekt geben, in dem Jugendliche gecoacht werden. „Das ist gerade schwierig, aufgrund der Pandemie, doch langfristig wollen wir das gemeinsam starten. Das Phänomen Ohnmacht ist nur mit Zivilcourage zu bekämpfen, Ignoranz nur durch Dialog“, erläutert Yechiel Brukner die gemeinsamen Pläne.

 

Gemeinsamkeiten und Unterschiede

 

Natürlich bleiben in einem solchen Gespräch Unterschiede nicht unerwähnt. Und so zeigte sich anhand des Monatsplakates „B’reschit – Im Anfang war das Wort“, dass hier durchaus andere Herangehensweisen in Bezug auf das Verhältnis Mensch zu Gott das Denken prägen. Steinhäuser: „In meinem Verständnis ist Gott unser Anfang ist. Er lässt sich auf uns ein. Wir sollen Wege finden, das Spirituelle in das Irdische einzubringen.“ Brukner entgegnet: „Jeder Mensch kann, in unserem Verständnis, die göttlichen Ideale in sich eindringen lassen und widerspiegelt die göttlichen Ideen.“ Gemeinsam sei den Religionen, die Herausforderung, auch heute noch das Wort Gottes zu vermitteln, waren sich Rabbiner und Weihbischof am Ende des Gesprächs einig.

 

Köln. Im Jahr 2021 findet an vielen Orten in Deutschland das Festjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ statt. Geschichte und Gegenwart jüdischen Lebens in Deutschland werden vielfältig und lebendig sichtbar – auch als deutliches Zeichen gegen einen wachsenden Antisemitismus.

Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Köln (ACK) lädt am 31. Januar um 18 Uhr ein zu einer jüdisch-christlichen Soiree mit dem Rabbiner der Synagogen-Gemeinde Köln, Yechiel Brukner, und seinem christlichen Gesprächspartner, Weihbischof Rolf Steinhäuser. Beide werden in ihrem Gespräch die Tiefe und Weite der jüdisch-christlichen Beziehung auf der Grundlage der Heiligen Schriften Israels und der Kirche zu ermessen versuchen.

Aufgrund der Corona-Pandemie wird die Soiree aufgezeichnet und über YouTube am 31. Januar um 18 Uhr veröffentlicht. Den Link zum Video finden Sie dann auf www.321.koeln .

Moderation: Thomas Frings (Referat Dialog und Verkündigung im Erzbistum Köln)

Musikalische Gestaltung: Samuel Meller; Thomas Frerichs

Leitung: Superintendentin Susanne Beuth, Vorsitzende der ACK Köln

 

„Gerade als Kölner Kirchen wollen wir dabei sein und unseren Beitrag leisten, dass Begegnungen gelingen und unsere Kenntnis jüdischen Lebens und Glaubens wächst“, erklärt Superintendentin Susanne Beuth, Vorsitzende der ACK Köln im Vorfeld der Veranstaltung. Die ACK Köln wolle zum Anfang des Jahres ein Zeichen setzen, dass die Beziehung zwischen Juden und Christen dieses Jahr auch und gerade in den christlichen Kirchen und Gemeinden ein zentrales Thema sein sollen, so Beuth. „Daher veranstalten wir nicht wie üblich einen ökumenischen Neujahrsgottesdienst, sondern stellen eine ganz andere Veranstaltung an den Anfang: eine jüdisch-christliche Soiree, in der ein prominenter Vertreter der christlichen Kirchen, der für Ökumene verantwortliche Weihbischof des Erzbistums Köln, Rolf Steinhäuser, und der Rabbiner der Kölner Synagogengemeinde, Yechiel Brukner, miteinander sprechen werden. Es ist ein großes Geschenk, dass diese zwei Repräsentanten sich bei ihren Begegnungen so kennen und schätzen gelernt haben, dass sie in einem sehr lebendigen Austausch sind, an dem sie uns teilhaben lassen wollen. Dabei wird neben Persönlichem die Auslegung des Anfangs der Bibel Thema sein, die uns ja verbindet zu einem Glauben an Gott, der Himmel und Erde geschaffen hat. Und es geht darum, wie wir miteinander leben können.“

 

Miteinander auf dem Weg – Stadtdechant Msgr. Robert Kleine zum Gedenkjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ und den Beiträgen der Kirchen in Köln:

 

Für das Jahr 321 nach Christus bezeugt ein Dekret des römischen Kaisers Konstantin, dass es eine jüdische Gemeinde in Köln gab. Darin heißt es, dass auch Juden in den Rat der Stadt berufen werden können. Hintergrund war eine Anfrage des Rates der Stadt, ob Juden in diesen Rat berufen werden dürften. Das Dekret war die Antwort Konstantins, die sich dann aber nicht nur an Colonia Agrippina, sondern an alle Provinzen des Römischen Reiches richtete. 

Das Dekret Kaiser Konstantins ist der älteste schriftliche Beleg für jüdisches Leben in unserer Stadt. In Köln und seiner Umgebung leben also seit mindestens 1.700 Jahren Menschen jüdischen Glaubens. 

Leider wurde diese Zeit immer wieder durch Verfolgungen und Vertreibungen unterbrochen, die auch im Antijudaismus begründet waren, der zum Teil seine Wurzeln auch im Christlichen hatte. Juden wurden als „Christusmörder“ tituliert und verfolgt.

Auch in Köln fanden besonders im Mittelalter Pogrome (zur Zeit des ersten Kreuzzuges 1096) und im Zusammenhang mit der Ausbreitung der Pest (besonders 1349) statt. Bereits damals waren Juden Ziel und Opfer von Verschwörungstheorien – was auch eine Brücke in die heutige Zeit schlägt.

1424 schließlich mussten alle Juden Köln nach und nach verlassen, weil ihre Aufenthaltsgenehmigungen nicht mehr verlängert wurden. Wir wissen das so genau, weil der Stadtrat als treibende Kraft gegen den Erzbischof Dietrich von Moers bei der päpstlichen Kurie klagte, weil der Erzbischof den Stadtrat an der Ausweisung zu hindern versuchte. Auf dem Judenviertel wurde das Rathaus und die Ratskapelle gebaut. Durch den Neubau des Jüdischen Museums und die Ausgrabungen wird dieser Ort wieder ganz besonders in den Mittelpunkt gestellt.

Erst mit der Besetzung Kölns durch Napoleon 1798 durften sich Juden wieder in Köln niederlassen. Dann wuchs auch das jüdische Leben wieder in der Stadt.

In der Zeit des nationalsozialistischen Regimes wurden auch in unserer Stadt jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger gedemütigt, verfolgt, deportiert und ermordet. In der Reichspogromnacht 1938 wurden alle sechs Kölner Synagogen geschändet. Es gab nicht nur den Einsatz von Christinnen und Christen in unserer Stadt, sondern man muss auch sagen, dass manche geschwiegen oder sich an der Verfolgung von jüdischen Mitbürgern beteiligt haben.

Der Völkermord an den Juden in Deutschland und in ganz Europa während der Herrschaft der Nationalsozialisten zwischen 1933 und 1945, dem mehr als sechs Millionen Männer, Frauen und Kinder zum Opfer fielen, war ein tiefer Einschnitt in der Geschichte des Judentums weltweit. 

Vielleicht bedurfte es tragischerweise dieser furchtbaren historischen Erfahrung, um auch das Verhältnis der christlichen Kirchen zum Judentum neu zu bestimmen. Es wurde katholischerseits in der Erklärung „Nostra aetate“ (1965) und evangelischerseits zum Beispiel im Rheinischen Synodalbeschluss von 1981 anerkannt, dass der Bund Gottes mit seinem Volk Israel niemals gekündigt wurde und der Heilsweg Israels auch heute noch in Gottes Ratschluss begründet ist. Ein Miteinander auf dem Weg der Religionen – und kein Gegeneinander. In der Folge wurde auch jegliche Judenmission seitens der großen Kirchen beendet. 

Trotz der einmaligen, unfassbaren Verbrechen des Holocaust und des nationalsozialistischen Terrors haben sich nach 1945 Jüdinnen und Juden in Deutschland und in unserer Stadt ein neues Leben aufgebaut und Gemeinden gebildet: es waren Überlebende und Nachfahren der Shoah, genauso wie Zugewanderte aus aller Welt, besonders aus Osteuropa.

Wir müssten doch eigentlich etwas gelernt haben aus der Zeit des Nationalsozialismus mit seinen Schrecken und aus dem neuen Miteinander, aber leider müssen auch heute noch Synagogen und jüdische Einrichtungen von der Polizei geschützt werden. Jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger sind immer noch das Ziel von Verschwörungstheorien – jetzt gerade wieder aktuell in der Corona-Pandemie – und Ziel tätlicher Angriffe und des rechten Terrorismus.

Leider ist auch der jahrhundertealte Antijudaismus der Kirchen weiter eine Quelle rassistisch begründeter antisemitischer Ressentiments. Diese traurige Realität ist für uns als christliche Kirchen in Köln ein weiterer Anlass – neben dem grundsätzlichen Anlass – das Gedenkjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ aktiv mitzugestalten, um auch ein deutliches Zeichen der Solidarität zu setzen und ein deutliches Zeichen gegen Antisemitismus und Ausgrenzung, auch und gerade in unserer Stadt.

Vor fünf Jahren besuchte Papst Franziskus die Synagoge in Rom und sagte damals:

„Johannes Paul II. prägte den schönen Ausdruck ,ältere Brüder‘, und in der Tat seid ihr unsere älteren Brüder und unsere älteren Schwestern im Glauben. Wir gehören alle zu einer einzigen Familie, zur Familie Gottes, der uns als sein Volk begleitet und schützt. Ich wünsche, dass die Nähe, die gegenseitige Kenntnis und Wertschätzung zwischen unseren beiden Glaubensgemeinschaften immer mehr wachsen mögen.“

Damit ist sehr schön formuliert, was uns als christliche Konfessionen eint und was wir uns zusammen mit unseren jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern von den Synagogengemeinden wünschen: gegenseitige Kenntnis und Wertschätzung und dass das weiterwächst und dass wir gut in unserer Stadt und darüber hinaus miteinander auf dem Weg sind und bleiben, vor allem auch im Klaren, was wir nicht wollen und wogegen wir uns einsetzen (Antijudaismus und Antisemitismus – sic.).

 

Lernkoffer für Schulen und andere Angebote

 

„Die Kirchen sind da, wo es um den Dialog mit dem Volk Israel geht, in einer seltenen Einmütigkeit unterwegs“, so Dr. Martin Bock vom Evangelischen Kirchenverband Köln und Region. „Das ist einerseits unserer gemeinsamen Schuldgeschichte, aber auch unserer Umkehr und der jetzigen Situation – einem entschlossenen Willen zur jüdisch-christlichen Nachbarschaft – geschuldet. Deshalb war es für uns in Köln klar, dass wir die Zusammenarbeit, die wir auch sonst in der Kölnischen Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit pflegen, in diesem Gedenk- und Jubiläumsjahr praktizieren wollen.“ Gleichzeitig wolle die Kirchen den Gemeinden und der Öffentlichkeit viele Angebote machen, sich mit der Geschichte jüdischen Lebens und den Beziehungen zwischen Judentum und Christentum zu beschäftigen.

Für Schulen gibt es auf der Website 321.koeln zahlreiche didaktische Materialien und Angebote zum Mitmachen, darunter Lernkoffer und eine Mitmach-Ausstellung. Die Kirchenmusiker beider Kirchen bereiten Programme für die zweite Jahreshälfte vor, die Akzente aufgreifen. Auch das große ökumenische Kirchenfestival im Herbst soll das Thema aufgreifen. In der AntoniterCityKirche sollen zwei Stummfilme gezeigt werden: „Der Golem“ und „Das Gesetz“.

Im Herbst wird zwischen dem 20. September und dem 6. Oktober eine Mitmach-Ausstellung zum Thema Judentum angeboten. „Das Schöne ist, dass dabei nicht nur die beiden Schulreferate der katholischen und der evangelischen Kirche sowie die jugendpastoralen Stellen beteiligt sind, sondern auch drei Junge Leute aus dem Jugendzentrum der Synagogengemeinde, die viele Ideen und Formate beisteuern“, erklärt Diakon Jens Freiwald, Vorstand der Kölnischen Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit.

 

In der Arbeitsgemeinschaft, welche die Beiträge der Kirchen in Köln zum Gedenkjahr vorbereitet haben, sind vertreten: die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Köln, das Katholische Stadtdekanat Köln, der Evangelische Kirchenverband Köln und Region, die Synodalbeauftragten der vier evangelischen Kirchenkreise, die Schulreferate (evangelisch und katholisch), die Karl Rahner Akademie, die Melanchthon-Akademie, das Katholische Bildungswerk Köln.

 

Neujahrsgruß von Stadtdechant Robert Kleine auf Radio Köln

30. Dezember 2020; ksd

 

Solidarisch bleiben auch im neuen Jahr. Das ist der Appell von Stadtdechant Robert Kleine zu Beginn von 2021. Denn auch dieses Jahr wird weiterhin von der Überwindung der Corona-Pandemie geprägt sein. Deshalb gilt auch der besondere Dank des Stadtdechanten allen, die an vorderster Front in Krankenhäusern und Pflegeheimen ihren Beitrag dazu leisten.

 

Was uns die Heiligen Drei Könige für das neue Jahr sagen können, erklärt Stadtdechant Robert Kleine

21. Dezember 2020; ksd

ksd

Was uns die Heiligen Drei Könige für das neue Jahr sagen können, erklärt Stadtdechant Robert Kleine in den Lokalradios NRW und im Video.

   

"Stille Nacht, heilige Nacht" Köln singt aus Fenstern und von Balkonen an den Weihnachtstagen um 21 Uhr

21. Dezember 2020; ksd

evrbit GmbH

Für alle, die gerne singen, die Heiligabend nicht bei der großen Familienfeier sein können oder im Gottesdíenst sind, und vor allem für die, die einen schönen Weihnachtsmoment für Herz und Seele erleben wollen, unterstützen das Katholische Stadtdekanat Köln und der Evangelische Kirchenverband Köln und Region eine tolle Aktion der jungen Teams evrbit und BIRCH COVE Digital:

Alle sind herzlich einladen, am Heiligen Abend (und an den Folgetagen) gemeinsam den Weihnachtsmoment 2020 zu genießen: Um 21 Uhr draußen auf dem Balkon, im Garten oder am Fenster „ Stille Nacht, heilige Nacht“ zu singen. Die kreativen Macher haben dies bereits mit dem Veedelslied der Föös als Zeichen der Verbundenheit in der Coronazeit erfolgreich umgesetzt in diesem Jahr. Damals sangen rund 20.000 Kölnerinnen und Kölner mit. Hier finden Sie alle Infos, wie es geht und warum es so viel Spaß macht, synchron zu singen.

 

https://balkonsync.com/

 

Kölner Ökumene-Aktion „Füreinander da sein“ ruft zur Solidarität auf: Ein Besuch im Altenzentrum und ein Weihnachtsgruß für die Stadt

18. Dezember 2020; ksd

 

Köln. Weihnachten ist nicht allen nach feiern zumute. Es gibt die Einsamen, Obdachlosen oder Geflüchteten, die sich danach sehnen, nicht übersehen zu werden. Mit einem Altenheim-Besuch setzten der Kölner Stadtdechant Msgr. Robert Kleine, Stadtsuperintendent Bernhard Seiger und der Vorsitzende des Katholikenausschusses in der Stadt Köln, Gregor Stiels, jetzt ein Zeichen der Verbundenheit.

Gertrud Teubner laufen unaufhörlich Tränen über die Wangen. Dann vergräbt sie ihr Gesicht in den Händen und erzählt von ihren zwei an Krebs verstorbenen Kindern. Und davon, dass sie schon mit Mitte 30 Witwe geworden ist und seitdem alleinerziehend war. Mit einem Mal ist die Vergangenheit wieder ganz präsent, und alle Traurigkeit über die schmerzlichen Verlusterfahrungen bricht förmlich aus der zierlichen Frau heraus. Dann betrachtet sie fast zärtlich die Nuss-Schale mit der winzigen Krippendarstellung in ihrer Hand. „Die bekommt einen Ehrenplatz bei mir“, versichert die 84-Jährige. Und mit dem Anflug eines Lächelns fügt sie hinzu: „Sie wird mir Mut und Kraft geben.“

Erst wenige Monate lebt die Seniorin, die sich in ihrer Wohnung alleine nicht mehr versorgen konnte, im Marie-Juchacz-Zentrum, einer Altenpflege-Einrichtung der AWO in Köln-Chorweiler. „Zu Hause war ich in den letzten Jahren sehr einsam, hier habe ich wenigstens Gesellschaft“, macht sie sich selbst Mut. Und trotzdem legen die nahende Weihnachtszeit und die gemütliche Kaffeerunde im Wohnbereich „Oase“ des Hauses „Meine Welt“, wo auf mehreren Etagen in den Aufenthaltsräumen mit üppigem Weihnachtsschmuck eine heimelige Atmosphäre geschaffen wurde, wieder alle seelischen Wunden offen, die ihr das Leben in den letzten 50 Jahren geschlagen hat. Zuletzt auch noch das mühsame Eingeständnis, ohne Hilfe den Alltag alleine nicht mehr bewältigen zu können und unter diesem Druck in eine Senioreneinrichtung umziehen zu müssen.

 

Seiger: „Wir wollen aneinander denken. Besonders jetzt.“

 

Wie wichtig es ist, dass sich jemand für ihre Geschichte interessiert, ihr aufmerksam zuhört und einen Moment der Zuwendung schenkt, ist der Heimbewohnerin deutlich anzusehen. Lange bleibt Gregor Stiels, der Vorsitzende des Katholikenausschusses in der Stadt Köln, daher auch an ihrem Tisch. Er hat Zeit, ihr ein wenig Trost zu spenden. Genauso machen es Stadtsuperintendent Bernhard Seiger und Stadtdechant Robert Kleine auch. Beide Seelsorger nehmen sich an diesem Nachmittag bewusst mehr als nur einen flüchtigen Moment für ein ermunterndes Wort oder einen kurzweiligen Plausch bei ihrem Rundgang durch das AWO-Heim. Dafür ist eigens dieser Besuch gedacht. Und als Vertreter der evangelischen und der katholischen Kirche in Köln bringen sie jeweils mit dem Krippchen einen kleinen Gruß der Verbundenheit mit.

„Wir wollen solidarisch füreinander da sein, aneinander denken. Besonders jetzt. Und Ihnen die frohe Botschaft von Weihnachten bringen“, wendet sich Seiger den alten Menschen zu. „Wir wollen Ihnen sagen, dass Sie in dieser schweren Zeit, in der wir alle unsere Kontakte einschränken müssen, dennoch nicht alleine sind, wir in unseren Weihnachtsgottesdiensten an Sie denken und Sie in unsere Gebete einschließen“, versichert Kleine.

 

Stiels: „Wir wollen ein bisschen Wärme bringen.“

 

Im Wohnbereich „Chlodwigsplatz“ – bekannte Kölner Straßennamen sollen den Heimbewohnern die Orientierung innerhalb des weitläufigen Hauses erleichtern – geht es aufgekratzter zu. Iris Asholt von der Sozialen Betreuung übt gerade mit einer Tischrunde Senioren zur großen Belustigung aller Beteiligten eine Weihnachtsgeschichte zum Mitspielen ein. Auf das Stichwort „Maria“ soll Rosemarie Kuske, 83 Jahre, mit einem „Oh Jott, oh Jott, et kütt, et kütt“ reagieren und Rudolf Blonsker – in der Rolle des Josef – an der ihn bestreffenden Stelle ein besänftigendes „Et hätt noch immer jot jejange“ beitragen. Wenn in der Geschichte von den Engeln die Rede ist, muss jemand schnell mit „ blink, blink“ einspringen, und ist der Heilige Geist an der Reihe, ruft es aus den hinteren Reihen mit nicht nachlassender Begeisterung: „Hauptsache, es hätt Spaß gemacht.“ Asholt und ihre Kollegin aus der Pflege geben sich alle Mühe, die Gruppe aus der Reserve zu locken und zu aktivieren. Nicht ganz einfach, aber irgendwie macht dann doch allen das pointensichere Verwirrspiel um den pünktlichen Einsatz dieser Zwischenrufe erkennbar Freude.

Auch in diesem Kreis stellen die drei Vertreter der christlichen Kirchen in Köln ihr Anliegen vor, das auf Solidarität mit- und untereinander abzielt. Einfühlsam beteuern sie, dass angesichts der besonderen Herausforderungen dieses zu Ende gehenden Corona-Jahres niemand vergessen wird. Auch das Pflegepersonal bedenken sie gezielt mit Anerkennung für ihren Dienst und vorbereiteten Weihnachtsgrüßen.

„Die Pflegenden ersetzen in Pandemie-Zeiten oft die Angehörigen und sind die echten Helden des Alltags“, unterstreicht Gregor Stiels. „Unsere Aktion wollen wir als symbolische Geste verstanden wissen und damit konkret zeigen, dass wir Kontakt zu den Menschen in den Heimen, die unter Corona besonders zu leiden haben, aber eben auch zu denen, die sich dort tagtäglich um sie kümmern, herstellen und gleichzeitig ein bisschen Wärme in ihr Leben bringen wollen.“

 

Kleine: „Menschliche Nähe ist gerade zu Weihnachten wichtig.“

 

„Weihnachten ist das Fest der Gemeinschaft – in Familie und mit Freunden. Aber es gibt immer auch Menschen, für die das eine schwere Zeit ist und die dann umso schmerzhafter erfahren, dass sie niemanden haben, und für die sich ihre Einsamkeit durch Corona und die geltenden Kontaktbeschränkungen noch potenziert hat. Sie dürfen in dieser Zeit nicht aus dem Blick geraten und gesellschaflich hinten überfallen“, erklärt Robert Kleine zu dieser ökumenischen Initiative. „ Im Gegenteil. Sie sollen spüren, dass sie dazugehören und wahrgenommen werden. Dieser Besuch soll auf andere ausstrahlen und möglichst viele dazu animieren, ebenfalls für kleine Gesten der menschlichen Nähe, die gerade zu Weihnachten so wichtig ist, zu sorgen.“

Es gehe um Menschlichkeit, betont der Kölner Stadt- und Domdechant weiter, „und darum, dass wir unseren Blick, der sich durch die Pandemie gerade verengt, auch für diejenigen weiten, die wir gar nicht kennen, aber die in unserer unmittelbaren Nachbarschaft leben oder die – wie die Obdachlosen – am Heiligen Abend nicht in einem beheizten Wohnzimmer behütet unter einem Weihnachtsbaum sitzen.“ Jesus Christus sei vor 2000 Jahren in einem Stall zur Welt gekommen, erinnern Seiger und Kleine. „ Underdogs“ und Menschen fremder Kulturen hätten ihn damals gefunden. „Das soll uns Beispiel sein und ist auch für uns heute noch als Christen eine Herausforderung, die Freude über die Geburt Christi mit Menschen zu teilen, die für uns manchmal eher unsichtbar sind oder am Rande unserer Gesellschaft stehen.“

 

Beide Kirchen senden eine Botschaft der Verbundenheit

 

„Vereinsamung ist die große Not unserer Zeit, die nicht klein zu reden ist“, betont Stadtsuperintendent Seiger. „Wir dürfen sie nicht übersehen.“ Daher wollen in diesen Tagen beide Kirchen in Köln eine Botschaft der Verbundenheit senden. An Weihnachten zeige Gott, dass ihm nichts Menschliches fremd sei, dass er sich einlasse auf diese Not, so Seiger. „Gott ist an unserer Seite“ , unterstreicht er. „In diesen besonderen Zeiten geht es darum, das Bewusstsein dafür zu schärfen, dass es so viele Menschen gibt, die in den Blick genommen werden sollten.“

 

Beatrice Tomasetti

 

(Hinweis: Bevor Stadtdechant Kleine, Stadtsuperintendent Seiger und Katholikenausschussvorsitzender Stiels sowie die begleitende Journalistin Tomasetti das Altenheim betreten haben, wurden alle auf Corona getestet, um ein Risiko für die Bewohnerinnen und Bewohner soweit wie möglich auszuschließen.)

 

Gemeinsame Anzeigeanaktion der Kirchen

 

Neben dem Besuch im Marie-Juchacz-Zentrum haben die christlichen Kirchen ihre Botschaft auch per Anzeige in die Stadt getragen: Sie wünschen allen Menschen in Köln und darüber hinaus gesegnete und frohe Weihnachten. Hinter einer gemeinsamen Anzeige im Kölner Wochenspiegel an diesem Wochenende stehen der Evangelische Kirchenverband Köln und Region, das Katholische Stadtdekanat Köln, der Katholikenausschuss in der Stadt Köln und die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Köln. 

Unter dem Motto „füreinander da sein, aneinander denken, besonders jetzt“ laden die christlichen Kirchen in Köln ein, an diesem Weihnachtsfest inmitten der Corona-Pandemie auch auf Distanz für andere Menschen da zu sein. Ob durch einen Telefonanruf, eine E-Mail, einen Brief oder eine Weihnachtskarte – auch so können Begegnungen zwischen Menschen möglich werden. Und man kann dem anderen zeigen, dass man an ihn denkt.

 

Dabei verweisen die Kirchen auch auf die Angebote der Telefonseelsorge. Die evangelische und die katholische Telefonseelsorge sind an Heiligabend, an den Weihnachtsfeiertagen und danach rund um die Uhr erreichbar. Hier finden Anruferinnen und Anrufer auch in einsamen Zeiten Menschen, die ihnen zuhören und beistehen. Erreichbar ist die Telefonseelsorge unter 0800 1110111 und 0800 1110222 (kostenfrei und anonym).

  

Adveniat-Weihnachtsaktion 2020: „ÜberLeben auf dem Land“ – Spenden in der Coronazeit besonders wichtig

15. Dezember 2020; ksd

 

Essen. Jeder Fünfte in Lateinamerika und der Karibik lebt auf dem Land. Das bedeutet häufig auch, abgehängt und ausgeschlossen zu sein. Und jetzt auch noch Corona. Mit der diesjährigen bundesweiten Weihnachtsaktion der katholischen Kirche „ÜberLeben auf dem Land“ macht das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat auf die Situation der Armen auf dem Land aufmerksam. Weil durch die Corona-Beschränkungen die Zahl der Gottesdienstbesucherinnen und -besucher massiv abnimmt und sich andererseits durch die Pandemie die Situation für die Menschen in den Partnerländern weiter verschlechtert und verschärft, ist der diesjährige Spenden-Appell besonders wichtig. Der Aktionsfilm erzählt mehr.

Wer in Lateinamerika auf dem Land geboren ist, ist dreimal häufiger von Armut betroffen als ein Mensch, der in der Stadt geboren wird. Und dann kam im Mai 2020 auch noch die Corona-Pandemie. Das Virus trifft mit der Landbevölkerung auf eine besonders verletzliche Gruppe von Menschen, deren Immunabwehr aufgrund ihrer Armut, den chronischen Leiden an Infektionskrankheiten sowie ihrer schlechten Ernährungssituation bei einer Infektion schnell überfordert ist. Deshalb rückt Adveniat mit seiner diesjährigen Weihnachtsaktion die Sorgen und Nöte der armen Landbevölkerung in den Blickpunkt. Schwerpunktländer sind Argentinien, Brasilien und Honduras.

 

Kollekte an Heiligabend und Weihnachten

 

Traditionell wird am Heiligen Abend und am ersten Weihnachtsfeiertag in allen Gottesdiensten für das katholische Hilfswerk Adveniat und für das evangelische Hilfswerk „Brot für die Welt“ gesammelt. Wo sonst die Menschen in die Gotteshäuser strömen, bleiben coronabedingt in diesem Jahr die meisten Plätze leer. Hinzu kommt der erneute Lockdown. Die Hilfswerke appellieren deshalb besonders an die Menschen, sich mit ihren Spenden solidarisch zu zeigen mit der Einen Welt. Gemeinsam haben die beiden Werke die ökumenische Website www.weihnachtskollekten.de eingerichtet. 

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, betont: „Die Kollekten brauchen wir, um die Ärmsten der Armen in Lateinamerika und der Karibik zu unterstützen, die ja ganz besonders hart von der Corona-Krise betroffen sind. Und weil die Kollekten nicht wie üblich stattfinden können, bitten wir Sie in ökumenischer Verbundenheit, unter www.weihnachtskollekten.de Ihre großzügige Spende zu geben.“

Ein Großteil der Menschen im Globalen Süden leidet unter den wirtschaftlichen Folgen des Lockdowns, denn viele Einkommensmöglichkeiten für Tagelöhner oder Straßenverkäuferinnen sind weggebrochen. Eine soziale Absicherung gibt es nicht. Spenden und Kollekten sind daher in diesem Jahr besonders wichtig, um die dramatischen Folgen der Corona-Pandemie aufzufangen.

 

Aufruf der deutschen Bischöfe

 

Liebe Schwestern und Brüder,

seit 1961 schlägt die Weihnachtskollekte eine Brücke der Geschwisterlichkeit und Ermutigung nach Lateinamerika und in die Karibik. Sie hilft dort, wo die Not am größten ist und Menschen dringend auf Unterstützung angewiesen sind.

Die Corona-Pandemie trifft die Armen in Lateinamerika mit großer Härte. Durch das Zusammenleben in engen Hütten sind Abstandsregeln nicht einzuhalten. Hygienemaßnahmen sind kaum umsetzbar. Viele Menschen haben ihren Broterwerb verloren. Hunderttausende leiden Hunger. Selten war die Weihnachtskollekte von Adveniat so wichtig wie in diesem Jahr!

Unter dem Motto „ÜberLeben“ stellt die Adveniat-Aktion Menschen in den Mittelpunkt, die in ländlichen Gebieten besonders von der Pandemie betroffen sind. Die kirchlichen Partner vor Ort sind oft die einzigen, die an ihrer Seite bleiben und die Bedürftigen unterstützen. Sie helfen in akuter Not, schenken Kranken und Trauernden Beistand, schaffen Existenzgrundlagen und eröffnen Bildungsmöglichkeiten. Die Kirche lebt die frohe Botschaft Jesu mit den Armen und für sie.

Mit der Kollekte am Weihnachtsfest können wir ein Zeichen der Verbundenheit setzen. Wir bitten Sie: Bleiben Sie den Menschen in Lateinamerika und der Karibik verbunden, nicht zuletzt im Gebet.

 

Spenden unter IBAN: DE03 3606 0295 0000 0173 45, Bank im Bistum Essen, oder direkt online

 

Mehr unter www.adveniat.de

 

Lockdown: Das DOMFORUM ist für Besucherinnen und Besucher geschlossen

15. Dezember 2020; ksd

Köln. Aufgrund des am 16. Dezember beginnenden und aktuell bis 10. Januar 2021 geplanten Lockdowns, muss auch das gerade erst wieder eröffnete DOMFORUM gemäß der geltenden Corona-Schutzverordnung das Foyer komplett für den Publikumsverkehr schließen.

Informationen über alle aktuellen Entwicklungen und zu den Veranstaltungen im Januar erhalten Sie über die Homepage und über Facebook

 

Telefon-Gesprächsangebot an den Feiertagen

 

Das „Zeit für Sie-Telefon“, ein Telefon-Gesprächsangebot von DOMFORUM und Stadtdekanat, das seit Beginn der Corona-Krise besteht, ist auch auch an den Feiertagen für Sie da:


Heiligabend, 24. Dezember, 10 bis 24 Uhr
1. Weihnachtsfeiertag, 25. Dezember, und zweiter Weihnachtsfeiertag, 26. Dezember, Silvester, 31. Dezember, Neujahr, 1. Januar:
jeweils 10 bis 12 Uhr und 14 bis 16 Uhr.

Dies sind auch die üblichen Zeiten, an denen das „Zeit für Sie-Telefon“ sonst von Montag bis Freitag erreichbar ist.
Sie erreichen die Mitarbeiterinnen unter Mitarbeiter unter 0221 9258471164.

 

www.domforum.de

 

„Weihnachten vs. Corona – 5. Rundschau PODIUM“ mit Stadtdechant Kleine, Psychologe Grünewald und Klinikdirektor Kierdorf

15. Dezember 2020; ksd

Köln (krs/ksd). Stille Nacht, heilige Nacht… Seit Sonntag ist es beschlossene Sache: um und an Weihnachten wird es still. Vom 16. Dezember bis vorerst 10. Januar wird das Land heruntergefahren. Um einen nationalen Gesundheitsnotstand zu verhindern, „braucht (es) nicht nur Ruhe, sondern Stillstand" erläuterte Ministerpräsident Armin Laschet die von Bund und Ländern verabredeten Maßnahmen.

Das bedeutet nicht nur eine Vorweihnachtszeit ohne die gewohnten Betriebs-Weihnachtsfeiern, verkaufsoffenen Adventssonntage oder Weihnachtsmarktbesuche, sondern auch besondere Regeln an den Weihnachtstagen selbst. So werden Weihnachtsgottesdienste, sofern sie nicht sowieso virtuell abgehalten werden, mit Mindestabstand von 1,5 Metern, Maskenpflicht am Platz und ohne Gemeindegesang stattfinden. Private Weihnachtsfeierlichkeiten sollen auf den engsten Familienkreis beschränkt werden. Da die Regeln hierzu rein rechnerisch durchaus das Zusammentreffen einer gefährlich hohen Anzahl von Personen erlauben, gilt zugleich der dringende Appell, sich auf die Selbstverantwortlichkeit zu besinnen.

Weihnachten unter Corona-Bedingungen – ein hochkomplexes Thema, über das beim „Rundschau PODIUM“ am Donnerstag, 17. Dezember, online diskutieren: Msgr. Robert Kleine, Stadtdechant von Köln und Domdechant des Kölner Doms, Stephan Grünewald, Psychologe und Gründer des rheingold-Instituts, sowie Professor Dr. Horst Kierdorf, Klinischer Direktor der Kliniken der Stadt Köln. Die Moderation liegt bei Nathalie Bergdoll.

„Die Corona-Pandemie verändert die Gesellschaft und ebenso die Kirchen“, so der Kölner Stadtdechant im Vorfeld. „Wir müssen neue Formen und Wege finden, um bei den Menschen zu sein und um Gemeinschaft jenseits von Gottesdiensten und Gemeindeleben zu schaffen. Das Wichtigste ist, dass wir weiter an der Seite der Menschen sind – mit offenen Kirchen, Gottesdiensten und Seelsorge vor Ort und auch virtuell, aber vor allem mit den vielen karitativen Diensten. Die Kranken, Sterbenden und Trauernden sowie die, deren Existenz bedroht ist, brauchen vor allem jetzt Menschen an ihrer Seite, die für sie da sind.“

Beginn ist um 18 Uhr (bis 19.30 Uhr). Sie können live dabei sein im Videostream auf www.rundschaupodium.de sowie hier über unsere Homepage.

 

Erfolgreiche Online-Charity-Auktion der KJA für Kölner Pänz: Angebote vom Dalai Lama bis zu Stadtdechant Robert Kleine versteigert

7. Dezember 2020; ksd

Update: Die erste „Stille Auktion online“ der KJA Köln erbrachte einen Erlös von 12.000 Euro. „Dies ist ein wunderbarer Erfolg für unser neues Sozialprojekt Frühstücksmobil“, sagt der Geschäftsführer der Katholischen Jugendagentur, Georg Spitzley. Rund 40 Artikel warteten in den vergangenen Tagen auf hohe Gebote. Mit dabei auch eine exklusive Führung durch den Kölner Dom mit Stadtdechant Msgr. Robert Kleine.

Besonders begehrt war eine original Sandsteinplatte aus dem Kölner Dom, die zuvor vom Künstler Mika Springwald veredelt wurde. Sie hat nun bei der Metallbaufirma Ferdinand Zimmermann GmbH aus Zülpich ein neues zu Hause gefunden. Auch die getragenen und signierten Chucks der Kölner Kultband Kasalla erfreuten sich hoher Beliebtheit.

„Mit dem Gewinn aus dieser Auktion, werden wir zum nächsten Schuljahr Kindern in der Schulpause einen Snack anbieten, die ohne Frühstück in die Schule kommen“, so Spitzley. Mit einem Frühstücksmobil wollen der Verein Goldene Jungs e.V. und die KJA Köln dem Thema Mangelernährung den Kampf ansagen. „Es kann nicht sein, dass junge Menschen hungern müssen. Das schwächt das Lernverhalten und zudem die Chancengleichheit der Kinder und Jugendlichen, von den Gesundheitsschäden ganz abgesehen“, so der KJA-Geschäftsführer.

 

Spenden weiter willkommen

 

Damit dieses soziale Projekt erfolgreich und auch nachhaltig im nächsten Schuljahr umgesetzt werden kann, bittet die KJA Köln weiterhin um Spenden für das „Frühstücksmobil“ unter:


IBAN DE81 3705 0198 1931 1134 66

Sparkasse KölnBonn

Stichwort: Frühstücksmobil
oder online unter www.kja-koeln.de

  

Köln (kjs/ksd). Kurz vor dem Weihnachtsfest startet die KJA (Katholische Jugendagentur) Köln ihre erste Online-Charity-Auktion mit über 40 besonderen und einmaligen Angeboten und Gegenständen. Dabei steht der kölsche Gedanke im Mittelpunkt, denn wann kommen schonmal die drei wichtigsten kölschen Attribute „Dom, Karneval und FC“ unter den Hammer? Bläck Fööss, Kasalla, Räuber, Cat Ballou, Jonas Hector, Toni Schumacher, Wolfgang Weber, die Kölner Dombauhütte und der Kölner Stadt- und Domdechant Robert Kleine – alle tragen ihren Teil dazu bei, damit diese Online-Auktion ein toller Erfolg für Kinder und Jugendliche in Köln werden kann. Der Erlös dieser „Stillen Auktion online“ kommt dem neuen Sozialprojekt „Frühstücksmobil“ zugute. Ab dem kommenden Schuljahr wollen der Verein „Goldene Jungs“ und die KJA Köln Schulkinder, die ohne ein Frühstück in die Schule kommen, mit einem Pausensnack unterstützen. Gebote können bis zum 13. Dezember, 22 Uhr, abgegeben werden.

„Wir sind überwältigt und dankbar, dass über 33 bekannte Größen und Unternehmen bereit waren, ihren Beitrag zu leisten“, sagt der Geschäftsführer der KJA Köln, Georg Spitzley. Über 40 Angebote versprechen besondere Momente, Unikate und persönliche Begegnungen. „Wir haben uns für eine Stille Auktion entschieden. Der Bieter kann dabei nicht sehen, wo das aktuelle Gebot liegt. Das macht diese Art der Auktion besonders spannend – für alle“, ergänzt er.

 

Exklusive Domführung mit Stadt- und Domdechant Kleine ersteigern

 

Für den Kölner Stadt- und Domdechanten Msgr. Robert Kleine war es keine Frage, dass er die Auktion und Initiative für die Schulkinder unterstützt. „Ich hoffe, dass die Auktion ein guter Startschuss für das Frühstücksmobil ist und dass es viele Gebote und einen tollen Erlös gibt“, so Kleine. Der Stadt- und Domdechant beteiligt sich mit einem Angebot, das es so nicht zu buchen gibt: bei einer rund anderthalbstündigen exklusiven Führung für bis zu fünf Personen öffnet Msgr. Kleine persönlich sonst verschlossene Türen des Kölner Doms und gibt spannende Einblicke in das Wahrzeichen der Stadt.

Zu den vielen Angeboten der Auktion zählen auch einige Memorabilia, wie ein signiertes Bild des Dalai Lama oder ein von Nelson Mandela entworfenes und signiertes Bild mit dem Titel „Strength“ (Kraft).

 

Zur Auktion: www.kja-koeln.de/auktion

  

Schlüsselübergabe: DOMFORUM nach Sanierung wieder geöffnet – „Fit für die Zukunft“

4. Dezember 2020; ksd

 

Köln (pek). Zur symbolischen Schlüsselübergabe haben sich jetz Generalvikar Dr. Markus Hofmann, Stadt- und Domdechant Monsignore Robert Kleine und Leiter Rainer Tüschenbönner vor dem Kölner DOMFORUM getroffen. Nach gut einjähriger Sanierung ist das Gebäude am Domkloster 3 ab Sonntag, 6. Dezember, wieder für die Öffentlichkeit geöffnet. Zudem konnten alle Nutzer des Stadthauses der katholischen Kirche in Köln in ihre angestammten Räumlichkeiten zurückziehen, darunter das Stadtdekanat selbst.

Coronabedingt musste die geplante Eröffnungsfeier ausfallen. Stattdessen überreichte Hofmann dem Dom- und Stadtdechanten einen symbolischen Schlüssel zum Zeichen des gelungenen Abschlusses der Sanierungsmaßnahmen. „Das Gebäude Domkloster 3 mit seinen Institutionen, so zentral gelegen direkt gegenüber unserem Kölner Dom, ist ein weit über die Stadtgrenzen bekannter Anlaufpunkt für die Menschen, die unser Erzbistum besuchen“, so Hofmann. „Ich bin sehr froh, dass wir nahezu im vorgegebenen Zeitplan alle notwendigen Maßnahmen erfolgreich abschließen konnten und hier im DOMFORUM nun wieder – soweit es die Corona-Pandemie zulässt – Gäste aus aller Welt willkommen heißen und attraktive Veranstaltungen genießen können.“

 

Sanierung und Modernisierung

 

Nach über 65-jähriger Nutzung war die Sanierung des viel genutzten fünfstöckigen Gebäudes m Sommer 2019 unausweichlich geworden. Innerhalb eines Jahres wurden Fenster ausgetauscht sowie die Fassade gereinigt und aufgearbeitet. Insbesondere der Brandschutz sowie einige technische Anlagen mussten gerade im Hinblick auf den energetischen Zustand auf einen aktuellen Standard gebracht werden. Das Erzbistum Köln hat rund neun Millionen Euro in die Sanierungsmaßnahme investiert und ist damit im geplanten Kostenrahmen geblieben.

„Wir sind froh und dankbar, dass alle Maßnahmen so reibungslos durchgeführt werden konnten. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hier im Haus haben an einem Strang gezogen, sodass auch die Umzüge glatt gelaufen sind“, freut sich Kleine, der mit dem Stadtdekanat Köln in der dritten Etage des Gebäudes sitzt. „Alle Nutzer unseres DOMFORUMS, konnten in den Interimslösungen ihre Arbeit fortsetzen. Wir sind aber alle auch sehr glücklich, diese nun wieder hier, in unserem gewohnten, neu sanierten Umfeld nahtlos fortführen zu können.“

Das Gebäude wird vom DOMFORUM, der Domseelsorge, dem Katholischen Bildungswerk Köln, dem Stadtdekanat Köln, dem Katholikenausschuss Köln, der FIDES Stelle, der Schulpastoral und vom – über die Bistumsgrenzen bekannten – multimedialen katholischen Sender DOMRADIO.DE genutzt. Die Mitarbeitenden waren während der Zeit der Sanierung in anderen Räumlichkeiten im Umfeld untergebracht, beispielsweise im ehemaligen Kurienhaus am Roncalliplatz.

 

Begegnungszentrum seit 25 Jahren

 

Die wohl bekannteste Einrichtung im Gebäude Domkloster 3 ist das gläserne DOMFORUM, das seit dem 1. Oktober 1995 als Informations-, Begegnungs- und Veranstaltungszentrum der Katholischen Kirche Kölns und Besucherzentrum des Kölner Doms genutzt wird. Rainer Tüschenbönner, Leiter des Katholischen Bildungswerks Köln und des DOMFORUMS, freut sich über die Wiedereröffnung: „ Normalerweise finden hier im DOMFORUM im Rahmen unserer citypastoralen Arbeit jährlich etwa 450 Veranstaltungen statt, beispielsweise zu Themen wie Theologie und christlicher Glaube, Leben und Spiritualität, Politik und Gesellschaft oder Kultur. Hier starten auch die Domführungen, hier finden Menschen Gesprächspartner für ihre Anliegen. Leider mussten und müssen wir coronabedingt unser Programm einschränken. Aber mit unseren räumlichen Möglichkeiten hier im Domkloster 3 können wir trotzdem einiges anbieten und sind wieder mitten unter den Menschen.“

Das Gebäude Domkloster 3 wurde Anfang der 1950er-Jahre vom Kölner Architekten Fritz Schaller geplant und 1953 von ihm fertiggestellt. Seit 1990 steht das Gebäude unter Denkmalschutz. 

 

Adventsaktion: „Herzenssachen machen“

 

Passend zur Wiedereröffnung am St.-Nikolaus-Tag startet auch die diesjährige Adventsaktion des DOMFORUMs: „Herzenssachen machen“. In Anlehnung an das Jahresthema „Hauptsachen machen“ geht es darum, wie Weihnachten auch in diesem Corona-Jahr mit seinen Einschränkungen eine Herzenssache werden kann. Dazu werden 24 Ideen und Anregungen präsentiert und alle sind eingeladen, ihre eigenen Ideen und Anregungen für Advent und Weihnachten einzusenden an: damitshellerwird@domforum.de

Zudem gibt es jeden Tag auf der Facebook-Seite des DOMFORUMs einen Beitrag dazu

 

Die Adventsaktion findet im Rahmen der Aktion „damit's heller wird“ von Citypastoral und DOMFORUM statt.

 

#kölngegengewaltanfrauen – Online-Aktion zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen (25. November)

24. November 2020; ksd

 

Köln. Der Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen wird seit 1960 jedes Jahr begangen. Die Vereinten Nationen riefen den Jahrestag nach der Ermordung von drei Frauen in der Dominikanischen Republik aus, um insbesondere staatliche Akteure an ihre Verantwortung für den Schutz von Mädchen und Frauen zu erinnern. Da wegen Corona öffentliche Aktionen aktuell verboten sind, lädt der Arbeitskreis (AK) „Gewalt gegen Frauen“ der Stadt Köln ein, am Mittwoch, 25. November, mit einem Bild unter dem Hashtag #kölngegengewaltanfrauen über die Sozialen Medien ein Zeichen zu setzen.

Weil die Frauenorganisation der Vereinten Nationen, UN Women, den Tag seit einigen Jahren auch mit dem Slogan „Orange the World“ verbindet und dazu aufruft, öffentliche Gebäude orangefarben zu beleuchten, ruft der AK dazu auf, sich mit einer orangefarbenen Corona-Maske oder einem orangefarbenen Gegenstand zu fotografieren und das Foto auf Instagram, Facebook oder anderen Sozialen Medien hochzuladen:

#kölngegengewaltanfrauen mit der Verlinkung @gegengewaltanfrauen

 

Hier gibt es einen Fürbitttext, um das Anliegen auch im Gebet zu unterstützen.

 

Stadtdechant Kleine: „Der Dom darf nicht zum Hotspot werden“ / Vier Christmetten im Dom am Heiligen Abend (Livestream via DOMRADIO.DE)

17. November 2020; ksd

 

Update (13. Dezember 2020): Im aktuellen Interview mit DOMRADIO.DE äußert sich Stadt- und Domdechant Msgr. Robert Kleine zu seinen Erwartungen für den neuen Lockdown und zu den Planungen am Kölner Dom für die Weihnachtsfeiertage. Für Kleine ist klar, dass Gesundheit und Sicherheit der Menschen die oberste Priorität sind. Deshalb ist es für ihn vorstellbar, dass die Kirchen wie im ersten „harten“ Lockdown auf öffentliche Gottesdienste wieder verzichten könnten und stattdessen stärker auf Streams und andere Übertragungen setzen. Nach der Entscheidung von Bundes- und Landesregierung sind die Kirchen und Gottesdienste zunächst vom Lockdown ausgenommen, weitere Gespräche zwischen Politik und Kirche sind angekündigt. Für den Kölner Stadt- und Domdechanten ist klar: „Es gibt nichts Schlimmeres, als wäre ein Gottesdienst im Dom oder anderswo ein Hotspot und es würden sich dort Leute infizieren.“ Deshalb wurde die Höchstzahl an zulässigen Besuchern pro Gottesdienst im Dom auf 250 begrenzt (Anmeldung ab Montag, 14. Dezember, auf dieser Website oder per Telefon bei der Domseelsorge unter 0221 17940200.

 

„Weihnachten findet statt“

 

Egal, in welcher Form die Gottesdienste auch stattfinden – live vor Ort oder per Stream und Übertragung –, eines steht fest: „Natürlich findet Weihnachten statt“, betont Kleine im DOMRADIO.DE-Interview. Die Frohe Botschaft werde in jedem Fall verbreitet und die Menschen in den Kirchen, am Radio, im TV oder über das Internet erreichen. „Ich wünsche mir, dass sie dann eben zu Hause oder wo immer sie dann sind oder feiern, ein wenig von diesem Licht und der Wärme und der Freude der Weihnacht auch an diesem Corona-Weihnachten 2020 spüren, andere nicht vergessen und dass wir in der bewährten Weise miteinander in Kontakt bleiben und wir uns bei denen melden, die keinen haben, damit keiner oder möglichst wenig alleine Weihnachten feiern“, sagt der Stadt- und Domdechant.

„Wir werden sicherlich die Anzahl der gestreamten Gottesdienste erhöhen und vor allem vor Ort Lösungen suchen, auch in den Pfarreien, dass Menschen spüren, Kirche ist für sie da“, so Kleine weiter. „Es gibt Seelsorge und man ist mit seiner Sorge und seinen Ängsten gerade an diesem besonderen Fest Weihnachten nicht allein. Wir werden tagesaktuell entscheiden und werden dafür sorgen, dass Gottesdienste und Veranstaltungen seitens der Kirchen keine Virenschleudern sind, sondern dass wir uns einsetzen für den Schutz der Bevölkerung.“

 

DOMRADIO.DE überträgt am Heiligen Abend die Christvesper um 16 Uhr und die Christmette um 18 Uhr mit Stadt- und Domdechant Msgr. Robert Kleine aus dem Kölner Dom.

 

Darüber hinaus wird das Pontifikalamt mit Kardinal Rainer Maria Woelki um Mitternacht übertragen.

 

Das Bundesinnenministerium und die Kirchen haben sich darauf verständigt, dass Gottesdienste unter Auflagen trotz des Lockdowns weiterhin stattfinden können. Mehr dazu auf DOMRADIO.DE. Bitte informieren Sie sich jeweils aktuell vor Ort noch einmal über den Stand.

  

Köln (mk). Damit in diesem Jahr trotz der strengen Hygieneauflagen möglichst viele Menschen im Kölner Dom den Heiligen Abend feiern können, lädt das Domkapitel zu vier Christmetten ein. Die Domkrippe wird in diesem Jahr nicht in der Kathedrale, sondern in den Schaufenstern der ehemaligen Buchhandlung Kösel im Kurienhaus aufgestellt. Im Interview mit DOMRADIO.DE berichtet der Kölner Dom- und Stadtdechant Msgr. Robert Kleine, wie man sich in der Kathedrale auf Weihnachten unter Corona-Bedingungen vorbereitet.

 

Erhöhte Zahl der Weihnachtsgottesdienste

 

Wie viele Kirchen in der Kölner Innenstadt erhöht auch der Kölner Dom die Anzahl der Gottesdienste am Heiligen Abend, um möglichst vielen Menschen die Teilnahme zu ermöglichen. „Neben der klassischen Christmette um 24 Uhr mit Kardinal Woelki laden wir zu drei weiteren Christmetten um 18 Uhr, 20 Uhr und 22 Uhr ein“, sagt Dompropst Msgr. Guido Assmann. „In jeder Liturgie können gemäß unseres aktuellen Sicherheits- und Hygienekonzepts bis zu 250 Gläubige ‚auf Abstand‘ mitfeiern.“

Großen Wert lege er auf den Hinweis, dass sich die Planungen für den Dom mit Blick auf die Corona-Lage und die Vorgaben des Erzbistums auch kurzfristig noch verändern könnten, so der Dompropst weiter. „Wir möchten im Kölner Dom festlich, aber verantwortungsvoll Weihnachten feiern“, so Assmann. „Der Schutz der Gottesdienstbesucherinnen und -besucher und ihrer Gesundheit ist uns ein großes Anliegen, sodass wir unser bewährtes Hygienekonzept der jeweils aktuellen Lage anpassen.“

 

Anmeldung für Weihnachten, Silvester und Dreikönigsfest

 

Die stets aktualisierten Gottesdienstzeiten für die Weihnachtstage, Silvester und den Dreikönigstag sind auf www.koelner-dom.de zu finden. 

 

Unter koelner-dom.de/zugangskarten können sich all jene, die für die Weihnachtsgottesdienste im Dom online eine Zugangskarte reservieren möchten, ab dem 14. Dezember, 9 Uhr, anmelden. Zugleich besteht in der Woche vom 14. bis zum 18. Dezember die Möglichkeit einer telefonischen Anmeldung zwischen 11 und 13 Uhr unter 0221 17940222.

Eine Online-Anmeldung für die Gottesdienste rund um den Jahreswechsel (31.12.,1.1., 3.1.) ist auf der oben genannten Webseite ab Mittwoch, dem 23.12., möglich, telefonisch am 23. und 28.12. zwischen 11 und 13 Uhr.

Auch für den Dreikönigstag empfiehlt es sich, vorab ein Ticket zu reservieren. Die Anmeldung ist ab dem 30. Dezember möglich, telefonisch kann man sich am 30.12., 4.1. und 5.1. jeweils zwischen 11 Uhr und 13 Uhr anmelden.

 

Aufstellungsort der Domkrippe

 

„Da unsere Domkrippe in der Advents- und Weihnachtszeit ein sehr beliebtes Ziel für Klein und Groß ist und wir die Einhaltung der Abstandsregeln am üblichen Standort in der nördlichen Turmhalle nicht garantieren können, verzichten wir schweren Herzens in diesem Jahr auf ihre Aufstellung im Dom“, erklärt Domdechant Msgr. Robert Kleine. Stattdessen werde die vom Künstlerehepaar Theo und Barbara Heiermann gestaltete Krippe, die in verschiedenen Bildern die Weihnachtsgeschichte mit dem Kölner Alltagsleben verbindet, vom ersten Adventssonntag bis zum Fest der „Darstellung des Herrn“ am 2. Februar 2021 in einigen Schaufenstern der ehemaligen Buchhandlung Kösel im Kurienhaus (Roncalliplatz 2) zu sehen sein. 

Im Dom selbst wird unter der Orgelempore wie bereits in den letzten Jahren die ältere, dreifigurige Krippe aufgebaut. Außerdem wird eine weitere Krippe mit Hirten und den Heiligen Drei Königen auf den Stufen der Vierung zu sehen sein.

Auf der Außentreppe vor dem Südportal des Domes werden ab dem 1. Advent zudem die Bronzefiguren der Kölner Stadtkrippe aufgestellt, die üblicherweise auf dem Weihnachtsmarkt auf dem Roncalliplatz zu sehen sind.

 

Das DOMRADIO.DE-Interview mit Stadt- und Domdechant Robert Kleine können Sie auch hier nachlesen.

 

Auch für die Deutsche Welle war Msgr. Kleine ein Interviewpartner für den Ausblick auf Weihnachten.

 

Auf Radio Köln erklärt Msgr. Kleine, wie möglichst vielen Menschen im Kölner Dom ein Weihnachtsgottesdienst ermöglicht werden soll.

 

„Neuen Halt finden“: Gottesdienst für Menschen in Trennung oder Scheidung (27. November)

17. November 2020; ksd

 

Köln. Zu einem Gottesdienst für in Trennung lebende oder geschiedene Menschen laden die Katholische Ehepastoral im Erzbistum Kölln und der Katholikenausschuss in der Stadt Köln ein für Freitag, 27. November, in der Kapelle „Madonna in den Trümmern“ an Kolumba (Ecke Brückenstraße). Beginn ist um 19.15 Uhr. Eingeladen sind auch Menschen, deren Trennung oder Scheidung schon länger zurückliegt.

 

Hier gib es das Plakat- und Postkartenmotiv mit allen Infos zum Download.

 

Mehr unter www.geschiedene-in-kirche.de

  

Stiftung 1. FC Köln und Kirchen eröffnen an St. Karl in Sülz eine neue Lebensmittelausgabe für Bedürftige

11. November 2020; ksd

 

Köln. In Sülz und Klettenberg besteht eine Versorgungslücke für sozial benachteiligte Menschen: Mit einer neuen Lebensmittelausgabestelle an der Kirche St. Karl Borromäus wird diese Lücke nun geschlossen. Bei der Eröffnung hat Stadtdechant Robert Kleine, der für die katholische Kirche Mitglied im Kuratorium der FC-Stiftung ist, mit angepackt – gemeinsam mit FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle, der auch Vorsitzender des Stiftungsrates ist.

Durch die Kooperation des 1. FC Köln, der Tafel Köln und den Sülz-Klettenberger Kirchen konnte jetzt eine neue Lebensmittelausgabestelle eröffnen. In der mobilen Ausgabestelle werden nicht nur die gespendeten Lebensmittel, sondern auch von der FC-Stiftung zugekaufte Hygieneartikel sowie Tierfutter kostenlos verteilt. Das Angebot soll durch Einzelaktionen für bedürftige Familien, wie zum Beispiel Erstausstattungen für Schulanfänger, ergänzt werden. „Es geht uns um gesellschaftliche Verantwortung, die wir vorleben und nach außen tragen wollen“, so FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle.

 

Keine Almosen, sondern Auswege

 

„Für unsere Gemeinden ist das neue Angebot eine sinnvolle Ergänzung der bestehenden, caritativen Einrichtungen“, betont Pfarrer Karl Josef Schurf. Die katholische und die evangelische Kirche sind bereits mit Angeboten wie der Kleiderkammer St. Bruno oder dem Sölzer Körvche –  einer Lebensmittelausgabe für Senioren – in den Stadtteilen sozial engagiert. Der katholische Caritasverband hat außerdem mit dem Internationalen Zentrum eine gute Möglichkeit, zielgerichtete Hilfen für die Nutzer der benachbarten Lebensmittelausgabe anzubieten. Denn das herausragende Ziel aller Beteiligten ist, die Armut nicht durch Almosen zu verfestigen, sondern Auswege daraus aufzuzeigen.

Ehrenamtliche FC-Mitarbeiter betreiben die Ausgabestelle und werden von Engagierten aus den Stadtteilen unterstützt. In der Corona-Pandemie hat die Stiftung 1. FC Köln mit ehrenamtlichen FC-Mitarbeitern und der Bereitstellung des benötigten Materials für Lebensmittelausgabestellen geholfen, die Kölner Tafel und die angeschlossenen Ausgabestellen vor der Schließung zu bewahren. Die Tafel liefert vom Einzelhandel gespendete, nicht verkaufte, aber noch kurze Zeit haltbare Lebensmittel an Ausgabestellen im Kölner Stadtgebiet. Diese noch brauchbaren Lebensmittel würden normalerweise aussortiert und entsorgt. So erhalten Bedürftige kostenfrei oder für einen geringen Betrag eine Hilfe zum Lebensunterhalt.

Im hier nachzuhörenden Beitrag für „Radio Köln“ erzählt der Kölner Stadt- und Domdechant Robert Kleine mehr zum Projekt und zur Arbeit der Stiftung, die zum Beispiel auch Kinder unterstützt und fördert.

 

Als Nutzer anmelden oder mitmachen

 

In Köln gibt es rund 160000 Menschen, die einen Köln-Pass besitzen, etwa 2500 davon leben in Sülz und Klettenberg. Dieser Ausweis wird Menschen ausgestellt, die staatliche Transferleistungen erhalten. Der Pass wird als Berechtigungsnachweis vorausgesetzt. Wer die Ausgabestelle nutzen möchte, sende bitte Kopien beziehungsweise Fotos von Ausweis und Köln-Pass aller Haushaltsmitglieder mit Angabe einer Telefonnummer an Diiakon Hanno Sprissler, hanno.sprissler@kirche-sk.de

Rentner und Pensionäre wenden sich bitte an Elfi Heilinger, heilingerelfi@aol.com

An Mitarbeit Interessierte können sich ebenfalls bei der Kirchengemeinde melden. 

 

Weitere Infos unter www.kirche-sk.de sowie www.fc.de

 

Auch ohne Martinszug ist Sankt Martin: Videobotschaft von Stadtdechant Robert Kleine

10. November 2020; ksd

Köln. Corona macht einer beliebten Tradition in diesem Jahr einen gewaltigen Strich durch die Rechnung: Martinszüge mit Pferd und Laternen-Umzug sind 2020 wegen der Pandemie im Land NRW verboten. Im Video macht der Kölner Stadtdechant Msgr. Robert Kleine Mut für das kommende Jahr. Und er erinnert daran, was wir an St. Martin wirklich feiern – und was auch in der Corona-Zeit gültig bleibt.

„Da drückt der Schuh“: Aktionen zum Welttag der Armen – Schuhe für Wohnungslose und Postkarten an Minister Heil

10. November 2020; ksd

 

Update (13. November): Zum Auftakt der Aktionstage rund um den Welttag der Armen (15. November) haben am Freitagvormittag vor dem Kölner Dom Weihbischof Ansgar Puff, das Gubbio-Team mit Schwester Christina Klein und Stefan Burtscher sowie Vertreter von Caritas und Wohnungslosenarbeit auf die Notlage von wohnungslosen Frauen und Männern aufmerksam gemacht. „Jeder Mensch braucht ein Zuhause" und „Diözesan-Protestaktion zum Welttag für die Armen" war auf Transparenten zu sehen. Ein riesiger roter Schuh auf einem weißen Podest, das auch als Briefkasten fungierte, diente als Hingucker und nahm einige Postkarten auf. Die werden im Rahmen der Aktion #dadrücktderschuh mit Forderungen an die Politik an Bundesminister Hubertus Heil gesandt. Schwester Christina Klein nahm einen ersten Scheck über 1000 Euro entgegen, der vor allem für den Kauf winterfester Schuhe für Wohnungslose genutzt werden soll. Die Spendenaktion geht weiter (siehe unten).

 

Köln. Armut grenzt Menschen aus, macht krank und stürzt viele Menschen in Perspektiv- und Hoffnungslosigkeit. Die Hartz-IV-Regelsätze reichen nicht zum Leben. Soziale Teilhabe ist nicht (mehr) möglich. Vielen Wohnungslosen und Armen fehlt es am Nötigsten. Darauf wollen rund um den Welttag der Armen (15. November) viele Aktionen aufmerksam machen. Mit dabei: Gubbio, die Katholische Wohnungslosenseelsorge im Stadtdekanat Köln, der Diözesancaritasverband für das Erzbistum Köln und Weibischof Ansgar Puff. Das Motto der Aktion: #dadrücktderschuh

 

Spendenaktion: Schuhe für Kölner Wohnungslose

 

Viele wohnungslose Menschen haben keine heilen, der Jahreszeit oder ihren Füßen angemessene Schuhe. In den Hartz-IV-Regelsätzen sind gerade einmal rund 30 Euro im Monat für Schuhe und Kleidung vorgesehen. „Zu wenig!“, lautet das Urteil der Initiatoren. Über die Plattform betterplace.org sammeln die Akteure daher Spenden für neue Schuhe. 100 Paar sollen es mindestens werden. Noch fehlt jedoch einiges zum Spendenziel (Stand am 13. November).

 

Postkarten-Aktion: Forderungen an die Politik

 

Mit einer Postkarten-Aktion soll der Bundesminister für Arbeit und Soziales, Hubertus Heil, stellvertretend für die Politik aufgefordert werden, sich für Regelsätze von Hartz IV und Co. einzusetzen, die sich an der Lebensrealität orientieren. Zudem sollen finanzielle Soforthilfen, wenn zum Beispiel die Wasch- oder Spülmaschine streikt, vergeben werden. Die Postkarten können auch per APP verschickt werden.

 

Aktionstermine

 

Rund um den Welttag der Armen sind (unter Corona-Auflagen) einige Veranstaltungen geplant:

 

Freitag, 13. November, 11 Uhr, Aktionen auf der Kölner Domplatte

Samstag, 14. November, 17 Uhr, Gottesdienst im Gubbio (Ulrichgasse 27-29)

Sonntag, 15. November, 10 Uhr, Heilige Messe im Kölner Dom, anschließend ist bislang noch ein Treffen mit Imbiss vor dem DOMFORUM geplant (Domkloster 3)

 

Bitte informieren Sie sich aktuell noch auf den Seiten der Veranstalter, ob die Aktionen wie geplant stattfinden:

www.gubbio.de

Hier direkt zur Aktionsseite der Caritas.

 

Den Info-Flyer zur Aktion gibt es hier.

 

Die Motive der Postkarten-Aktion können Sie hier ansehen.

 

„Das Veedel zum Strahlen bringen“: Aktion und digitaler Martinszug an Herz Jesu und im Kölner Norden

6. November 2020; ksd

 

Köln. Aus dem Rathenauplatz wird an diesem Wochenende, 7. und 8. November, ein „ Martinsplatz“. Weil coronabedingt die traditionellen Martinszüge und -feiern in Nordrhein-Westfalen verboten sind, laden die Innenstadtgemeinde, die Stephan-Lochner-Schule und die Kita Herz Jesu Kinder ein, den Platz rund um Herz Jesu mit Laternen zu schmücken. Schnüre zur Aufhängung und LED-Birnen werden bereitgestellt.

Am Freitag, 13. November, gibt es dann im Rahmen der Aktion „Veedelslichter“ einen digitalen Martinszug (ab 18 Uhr) an St. Katharina von Siena. An dem Zug nehmen außer dem Darsteller des heiligen Martin nur einige Fackelträger teil. Am Wegrand werden große Laternen aufgestellt, die unter anderem von der Kolpingjugend bemalt wurden. Der Abend soll mittels einer Drohne gefilmt werden. An die Wand von St. Katharina wird ein von Kindern erzählter Film über das Leben des heiligen Martin sowie das Martinsfeuer projiziert. Das Jugendzentrum Blu4Ju überträgt live via Instagram.

Mehr über die Aktion Veedelslichter gibt es hier.

 

Online-Gedenken zum Novemberpogrom (9. November) und Podium zum Christlich-Jüdischen Dialog (18. November)

6. November 2020; ksd

 

Köln. Am kommenden Montag gedenkt Deutschland des Novemberprogroms vom 9. November 1938. Dabei wurden 800 Menschen ermordet, tausende jüdischer Stätten, Wohnungen und Geschäfte zerstört und in der Folge zehntausende Menschen in KZs deportiert.

Das Gedenken findet wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr als rein digitale Veranstaltung und Livestream aus der Synagoge Ronnstraße statt. Es sprechen die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker sowie Vorstandsmitglieder der Synagogen-Gemeinde Köln und der Kölnischen Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit. Da geplante Gedenkgänge Kölner Schulen nicht stattfinden können, werden Beiträge von Schülerinnen und Schülern eingespielt. Beginn ist um 17.30 Uhr, den Stream erreichen Sie über die Webseite der Synagogen-Gemeinde Köln: www.sgk.de

 

„Niemals wieder“: Vortrag und Diskussion im Livestream

 

Um den christlich-jüdischen Dialog und Antisemitismus 75 Jahre nach Auschwitz geht es bei einem Vortragsabend mit Podiumsdiskussion, der am Mittwoch, 18. November, live aus der Karl Rahner Akademie gestreamt wird. Wegen der Corona-Bestimmungen sind keine Gäste zugelassen. Unter dem Titel „Niemals wieder“ gibt es zunächst zwei Impulsvorträge von Jehoschua Ahrens, Rabbiner der Jüdischen Gemeinde Darmstadt und Mitglied der Orthodoxen Rabbinerkonferenz, und Professor Dr. Andreas Pangritz, em. Professor für Systemische Theologie an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Bonn.

Im Anschluss findet eine Podiumsdiskussion statt mit den beiden Vortragenden sowie Thomas Frings, Referent für den Interreligiösen Dialog im Erzbistum Köln, und Dr. Marcus Meier, Geschäftsführer der Kölnischen Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit.

Beginn ist um 18 Uhr. Den Livestream erreichen Sie über Youtube. Per Kommentarfunktion sollen Publikumsfragen ermöglicht werden.

 

Hintergrund der Veranstaltung ist der in Teilen der Bevölkerung und der Kirchen wachsende offen rassistische Antisemitismus sowie antijüdische Tendenzen. An dem Abend soll es auch um ein Nachdenken gehen, welche theologischen Klärungen des Verhältnisses von Christentum und Judentum für den Kampf gegen Antiisemitismus notwendig sind, und welchen Beitrag der christlich-jüdische Dialog leisten kann.

 

Die Veranstaltung findet statt in Kooperation von Kölnische Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, Karl Rahner Akademie, Melanchthon Akademie und Katholisches Bildungswerk Köln.

 

„Ohne Liebe wird Religion schnell fanatisch“: Stadtdechant Robert Kleine zu Terror und zum Dialog der Religionen

5. November 2020; ksd

 

Köln. Während der Kölner Dom weiterhin für Beter und Trostsuchende geöffnet ist und auch Gottesdienste stattfnden, sind die Kathedralen und Kirchen in Frankreich vom strikten Corona-Lockdown betroffen. Nach den jüngsten Anschlägen werden viele Gotteshäuser außerdem vom Militär bewacht. Im Interview mit DOMRADIO.DE drückt der Kölner Stadt- und Domdechant Robert Kleine seine Solidarität mit der Partnerstadt und der Kirche in Lille aus. Gleichzeitig erinnert er an die Opfer der Anschläge in Frankreich und Österreich. Sie hätten „uns hier in Köln und mich persönlich sehr betroffen gemacht“, sagt Kleine. „ Wir sind natürlich in Gedanken bei den Menschen, auch bei unseren Schwestern und Brüdern in Frankreich. Jetzt kam Österreich dazu – es ist eine sehr unruhige und traurige Zeit.“

Angesichts der islamistisch motivierten Taten fordert Kleine ein hartes Vorgehen von Politik und Verantwortlichen, mahnt aber auch dazu. den Dialog der Religionen gerade jetzt nicht aufzugeben. Islamismus sei – wie alles, was einen „-ismus“ habe, wie der Fanatismus – etwas Furchtbares. „Das zeigt in meinen Augen noch einmal, dass Glaube und Religion ohne Liebe schnell fanatisch wird“, so der Stadtdechant. „Wenn ich also eine Liebe habe und den anderen auch wertschätze und ihn annehme, trotz meines eigenen Glaubens und meiner Überzeugung, kann ich mit ihm in einen guten Dialog treten. Das schließen diese Leute ganz aus. Und deshalb ist es klar, dass die Politik und die Verantwortlichen da die rote Karte zeigen und hart vorgehen müssen, weil das terroristisch ist.“

Auf der anderen Seite brauche die Gesellschaft den Dialog zwischen den Religionen. „Das gelingt gerade hier in Köln sehr gut“, betont Kleine. „Wir haben den Rat der Religionen, es gibt gute Kontakte zur Synagogen-Gemeinde, aber auch zu den muslimischen Religionen und Moscheegemeinden.“ Und er ergänzt: „Man muss immer wieder auf den hohen Wert der Religionsfreiheit hinweisen, auf die Meinungsfreiheit.  Und das nicht nur in unserem Land, sondern auch in Frankreich, das sich noch mal als säkularer und laizistischer betrachtet. Aber trotzdem finde ich es sehr gut, dass jetzt der Schutz von den Bürgerinnen und Bürgern, auch gerade von unseren Schwestern und Brüdern, den Christinnen und Christen, gewährleistet wird.“

 

„Aktion Laternen Fenster“ für ein Licht in dunkler Zeit: Stadtdekanat und DOMFORUM teilen Initiative der St. Leon-Roter Lichtschneiderei

3. November 2020; ksd

 

Köln. Weil coronabedingt in diesem Jahr keine Martinszüge stattfinden, teilen das Stadtdekanat Köln und das DOMFORUM die „Aktion Laternen Fenster“ der Lichtschneiderei Brenzinger aus St. Leon-Rot (Baden-Württemberg). Die Aktion ruft dazu auf, bis zum 11. November abends eine oder mehrere Laternen ins Fenster zu stellen oder zu hängen (aus Sicherheitsgründen am besten mit Lichterketten oder LED-Kerzen beleuchtet). Sie sollen ein Zeichen der Hoffnung schenken und die Dunkelheit erhellen. Auch im DOMFORUM werden in diesem Jahr wieder Laternen hängen und ihr warmes Licht verbreiten. Auich wenn die Aktion offiiziell am 11. November endet, kann man die Laternen natürlich weiternutzen, denn nur knapp drei Wochen später feiern wir den ersten Advent (29. November). Von da an bereiten wir uns vier Wochen lang auf Weihnachten vor. Dann feiern wir, dass mit der Geburt des göttlichen Kindes Jesus in Bethlehem das „Licht der Welt“ erschien.

 

Informationen zur Aktion gibt es hier.

 

Eine Bastelanleitung für eine Laterne gibt es hier.

 

Botschaft von Stadtdechant Kleine zum Reformationstag (31. Oktober) / Gottesdienst aus dem Altenberger Dom im Livestream

30. Oktober 2020; ksd

Odenthal (ksd/apk). Am 31. Oktober feiert die evangelische Kirche Reformationstag und erinnert an die Reformation durch Martin Luther im 16. Jahrhundert. In diesem Jahr lädt der Evangelische Kirchenverband Köln und Region zur zentralen Feier in den Altenberger Dom ein (alle aufgrund der Corona-Regeln zur Verfügung stehenden Plätze sind bereits vergeben, der Gottesdienst kann aber im Livestream sowie auf Bibel TV verfolgt werden). Für die katholische Kirche nimmt der Kölner Stadtdechant Robert Kleine an der Feier teil. In seiner Videobotschaft aus dem Altenberger Dom erinnert er daran, dass die beiden Kirchen Einheit haben und aufgefordert sind, aufeinander zuzugehen und miteiander die Botschaft Jesu Christi in die Welt zu tragen. „Dass alle eins sind – das ist der Wunsch Jesu“, so Msgr. Kleine.

Beginn der Reformationsfeier ist am Samstag, 31. Oktober, um 14 Uhr. Holger Pyka, Theologe und Karnevalist aus Wuppertal, predigt über die Reformation unter den Bedingungen der Postmoderne. Man sagt, die Postmoderne sei „das Ende der großen Erzählungen“. In einer immer weiter atomisierten und digitalisierten Gesellschaft hat niemand mehr die Deutungshoheit über irgendein Thema. Alte Autoritäten bröckeln, Traditionen reißen ab, überlieferte Sicherheiten kommen abhanden. Was das für die Zukunft der Kirche bedeutet, wird bei der zentralen Feier erörtert.

 

Simultankirche für beide Konfessionen

 

Die Liturgie wird von Stadtsuperintendent Dr. Bernhard Seiger sowie Andrea Vogel, Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises Köln-Rechtsrheinisch, gestaltet. Für die musikalische Gestaltung sorgen das Blechbläserquintett „Harmonic Brass München“ sowie Domorganist und Kirchenmusikdirektor Andreas Meisner an der Orgel.

Der Gottesdienst wird live auf YouTube und dem Fernsehsender Bibel TV übertragen.

Der Altenberger Dom ist eine von 64 Simultankirchen in Deutschland. Evangelische und katholische Kirche nutzen das Gotteshaus gemeinsam für ihre jeweiligen Gottesdienste. Hier begegnen sich auch Martin Luther und Bernhard von Clairveaux, der mit dem Orden der Zisterzienser die ebenfalls eine Reformation der katholischen Kirche wollte. Mehr unter www.altenberger-dom.de

  

Corona: Kölner Dom nur noch zum Gottesdienst und Gebet geöffnet / Radio-Köln-Beitrag mit Stadtdechant Kleine zu Kirche im Lockdown

29. Oktober 2020; ksd

 

Köln. Auch der Kölner Dom trägt den Auflagen im neuen Corona-Shutdown Rechnung und öffnet seit dem 2. November nur noch für Gottesdienste und für Menschen, die ihn zum Gebet aufsuchen möchten. 

Zugleich bleiben die Turmbesteigung und die Domschatzkammer bis auf Weiteres geschlossen. Auch Führungen finden ab dem kommenden Montag nicht mehr statt. Lediglich der Domshop hat weiter geöffnet.

„Die rasant steigenden Infektionszahlen alarmieren uns alle“, sagt Dompropst Msgr. Guido Assmann. „Um die Gesundheit unserer Besucherinnen und Besucher zu schützen und unseren Teil zum Rückgang der Fallzahlen beizutragen, verzichten wir ab dem 2. November am Dom auf alle touristischen und außergottesdienstlichen Angebote. Zugleich bleibt der Dom als Ort der Zuflucht und Zuversicht zum Gottesdienst und für alle Menschen, die ein geistliches Anliegen haben, geöffnet. Wer ihn zum Gebet und zur Teilnahme an den Heiligen Messen besucht, kann versichert sein, dass wir alle Auflagen zur Hygiene und zum Schutz der Besucherinnen und Besucher erfüllen.“

 

Über den Dom und die Kölner Kirchen im Lockdown spricht Stadt- und Domdechant Msgr. Robert Kleine im Beitrag für „Himmel & Erde“ bei Radio Köln.

 

Aktuelle Hinweise zur Öffnung des Kölner Domes und zu den Gottesdienstzeiten finden Sie auf www.koelner-dom.de

 

#diesmalnicht: Stadtdekanat solidarisiert sich mit Stadt Köln und Festkomitee bei Kampagne zum 11.11.: „Wir feiern nicht, wir öffnen nicht“

28. Oktober 2020; ksd

  Köln (sk). Ausgelassenes Feiern, enges Beieinanderstehen, Bützchen hier, Schunkeln und Singen da – all das ist Karneval, aber in Zeiten von Corona nicht möglich. Der „Elfte im Elften“ steht vor der Tür, und da gilt es, die Kölnerinnen und Kölner, aber auch viele Menschen aus dem Kölner Umland, für die Probleme und Gefahren in der fünften Jahreszeit zu sensibilisieren. Darüber hinaus wird die Kampagne im Rheinland und im Ruhrgebiet sowie in Koblenz und Mainz verbreitet. In einer Pressekonferenz richteten Oberbürgermeisterin Henriette Reker und der Präsident des Festkomitee Kölner Karneval (FK), Christoph Kuckelkorn, einen dringenden Appell an die Jecken im ganzen Land: „Bleibt zu Hause, feiert nicht!“ Sie stellten dabei gemeinsam mit Wolfgang Büscher, Leiter des Ordnungsamtes der Stadt Köln, und Schauspielerin Janine Kunze Maßnahmen und eine Plakatkampagne vor. Das Katholische Stadtdekanat Köln schließt sich dem Appell an. Im Beitrag für Radio Köln erklärt Stadtdechant Robert Kleine warum – und was Kirche und Karneval miteinander zu tun haben.

Oberbürgermeisterin Henriette Reker erklärte: „Unsere Stadt steht als Karnevalshochburg im Fokus. An Karneval besingen wir normalerweise das Kölner Lebensgefühl, unsere Solidarität und unser ‚Wir‘-Gefühl. Auf dieses ‚Wir‘-Gefühl, auf diesen Zusammenhalt aller Kölnerinnen und Kölner setze ich jetzt. Einer und eine für alle – und alle füreinander: Dieser Zusammenhalt kann leider in dieser für uns alle schwierigen Situation nur darin bestehen, die Kontakte auf das absolut geringste mögliche Maß zu reduzieren. Wir alle müssen auf das Feiern am 11.11. verzichten. Es gilt das Motto: ‚#diesmalnicht‘. Wir wollen weiter als Hochburg der Jecken gelten – und nicht als Hochburg der Infektionen.“

 

Appell: Keine öffentlichen oder privaten Feiern

 

FK-Präsident Christoph Kuckelkorn erläuterte: „Auch wenn uns das alle sehr schmerzt, der Karneval muss bei der Sessionseröffnung in diesem Jahr stillstehen. Das aktuelle Infektionsgeschehen lässt absolut keine Feiern zu, weder im privaten, noch im öffentlichen Raum. Deshalb appellieren wir dringend an alle Jecken, zu Hause bei der Familie zu bleiben. Die WDR-Übertragung sorgt da hoffentlich für ein bisschen Trost und Fastelovendsgefühl im heimischen Wohnzimmer.“

Wolfgang Büscher, Leiter des Ordnungsamtes, betont, dass viele Gastronomen von sich aus angekündigt haben, dass sie am 11.11. nicht öffnen werden. „Neben den 30 Prozent Schließungen arbeiten nahezu alle angesprochenen Betriebe entweder mit Reservierungen oder verzichten zumindest auf jegliche karnevalistischen Aktivitäten“, so Büscher. „Somit ist klar, dass es in der Kölner Gastronomie am 11.11. keine Party geben wird. Bei den 30 Prozent Schließungen sind auch überproportional viele Bars und Gaststätten beteiligt, die bisher den 11.11. ausgiebig gefeiert haben.“ Gleichwohl werde das Ordnungsamt kontrollieren und Verstöße gegen die bereits bestehenden Regeln, wie auch gegen die Regeln, die speziell am 11.11. gelten, konsequent ahnden.

 

„Drink doch KEINE met“

 

Wolfgang Büscher stellte im Rahmen der Pressekonferenz die Kampagne vor, die auch über die städtischen Social-Media-Kanäle verbreitet wird. Prominente, Kioskbetreiber, Tanzmariechen und Gastronomen erklären: „Wir feiern nicht“ oder „Wir öffnen nicht“ und richten sich dabei an alle, die aufs Jecksein am 11.11. verzichten müssen: „Weil es dein Leben schützt“. Mit den Plakatmotiven der Kampagne werden in Köln 260 Citylights und 100 digitale, großflächige Werbetafeln bestückt. Außerdem hängen 1000 Plakate im A4-Format in Bussen und Bahnen der KVB. Stefanie Haaks, Vorstandsvorsitzende der KVB, erklärt dazu: „In der aktuellen Situation müssen wir alle zusammenstehen und unser Bestmögliches tun, um uns selbst und andere zu schützen. Die KVB beteiligt sich daher selbstverständlich auf allen ihr zur Verfügung stehenden Kanälen an der Kampagne und hofft, dass sich möglichst viele Menschen anschließen und ‚diesmal nicht‘ sagen.“

Das betont auch Schauspielerin Janine Kunze: „Als kölsches Mädchen, Mensch und Mutter weiß ich: Das ist eine schwere Zeit. Aber ich unterstütze diese Kampagne sehr gern, weil ich der Überzeugung bin, dass dieser Verzicht sein muss. Wir müssen jetzt in diesen sauren Apfel beißen – auch wenn es weh tut.“

Die Oberbürgermeisterin wies darauf hin, dass am 11.11. – neben den bereits bestehenden Kontaktbeschränkungen und Sperrzeiten – im kompletten Stadtgebiet ein ganztägiges Alkoholkonsumverbot und Alkoholverkaufsverbot außerhalb von Gaststätten gelten werden. Reker schloss: „Es werden auch wieder bessere Zeiten kommen, ein Impfstoff, wirksame Medikamente – auf diese Zeiten können wir uns jetzt schon freuen. Aber bis dahin bitte ich Sie, bitte ich euch alle – und Ja, ich erwarte es auch –, in Abwandlung eines der schönsten kölschen Lieder zu sagen: ‚Drink doch KEINE met‘…!“

 

Kirche ruft am Weltmissionssonntag (25. Oktober) zu Spenden auf / Solidarität wegen Corona besonders wichtig

20. Oktober 2020; ksd

 

Köln/Aachen (pek). Das Erzbistum Köln ruft gemeinsam mit dem Internationalen Katholischen Hilfswerk missio zur Teilnahme am Sonntag der Weltmission auf. In den Gottesdiensten am Sonntag, 25. Oktober 2020, wird die Kollekte zum Weltmissionssonntag gehalten, die für die Seelsorge und Sozialarbeit der Kirche in den ärmsten Regionen der Welt bestimmt ist. Die Kollekte wird weltweit in über 100 Ländern gesammelt. Die Schwerpunktregion ist in diesem Jahr Westafrika.

 

Überlebenswichtige Solidarität


Besonders in ärmeren Ländern verfügen die Menschen nicht über die Mittel, um wirksam auf die Corona-Pandemie zu reagieren. Auch in Westafrika stehen die kirchlichen Partnerinnen und Partner von missio vor der Herausforderung, diese schwere Krise zu meistern. Dort ist es meist die Kirche, die – so gut sie kann – auf die medizinischen und pastoralen Bedürfnisse der Menschen eingeht. Schon vor der Pandemie wurde das Miteinander von Gewalt und terroristischen Anschlägen erschüttert. Die Auswirkungen von Covid-19 verstärken Spannungen und Gewalt; der soziale Friede ist gefährdet. Deshalb steht der Weltmissionssonntag 2020 unter dem Leitwort „Solidarisch für Frieden und Zusammenhalt“.


Wegen Corona-Pandemie droht gravierender Spendenrückgang


Die Solidaritätskollekte am Weltmissionssonntag ist für die Kirche in den ärmsten Regionen der Welt überlebenswichtig. Ohne sie wäre die diakonische und pastorale Arbeit vielerorts nicht möglich. Aufgrund der Corona-Pandemie werden aber viele Gemeinden weltweit keine Kollekte halten können. Der Solidaritätsfonds, der die ärmsten Diözesen im nächsten Jahr unterstützen soll, droht deshalb leer zu bleiben. Daher ruft das Erzbistum Köln gemeinsam mit dem Hilfswerk missio in besonderer Weise zu der Kollekte auf.

 

Ergebnis der Kollekte 2019


2019 wurden im Erzbistum Köln 277.348 Euro (2018: 363.034 Euro) für die Kollekte zum Weltmissionssonntag gesammelt. Bundesweit sammelte missio Aachen 2019 mit der Kollekte am Sonntag der Weltmission insgesamt rund 3,54 Millionen Euro (2018: 3,86 Millionen Euro).

 

Der Weltmissionssonntag

 

Der Weltmissionssonntag ist die größte Solidaritätsaktion der Katholiken weltweit. Rund 120 päpstliche Missionswerke auf allen Kontinenten sammeln an diesem Sonntag für die pastorale und soziale Arbeit der Kirche in den 1100 ärmsten Diözesen. Jährlich sammeln die rund 120 missio-Werke normalerweise weltweit zwischen 80 und 90 Millionen Euro bei dieser Aktion. Gläubige weltweit setzen damit ein Zeichen der Hoffnung für die Ärmsten und Bedürftigsten in Afrika und Asien.

 

Spendenkonto:

missio Aachen

IBAN: DE23 3706 0193 0000 1221 22

BIC: GENODED1PAX

Verwendungszweck: Weltmissionssonntag

 

Weitere Informationen, Videos und Materialien unter www.missio-hilft.de

 

„Kölner Kirchen im Blick“ im neuen Format / Coronabedingt keine Domführungen / Auch Ausfälle im Bildungswerk

19. Oktober 2020; ksd

Update (1. November): Aufgrund der aktuellen Corona-Schutzverordnung des Landes NRW fallen bis zum 10. Januar 2021 alle Veranstaltungen des DOMFORUMs und des Katholischen Bildungswerks Köln aus. Auch die Domführungen und die Führungen durch die romanischen Kirchen können leider nicht stattfinden.

Das Foyer des DOMFORUMs am Roncalliplatz 2 ist ab dem 2. November zu diesen Zeiten geöffnet:
Montag bis Samstag: 11 bis 16 Uhr
Sonntag: 13 bis 16 Uhr

Die „Provianttüten in Krisenzeiten“ – mit Impulsen für Kopf und Herz – hängen auch jetzt vor dem DOMFORUM am Roncalliplatz (neben dem Römisch-Germanischen Museum) an der Leine.

Darüber hinaus sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des DOMFORUMs weiterhin telefonisch erreichbar mit dem Angebot „Zeit für Sie-Telefon. Einfach so: Zuhören, Beistehen, Dasein – Ein Telefon-Gesprächsangebot von DOMFORUM und Stadtdekanat“. Es ist erreichbar: montags bis freitags: 10 bis 12 Uhr sowie 14 bis 16 Uhr unter 0221 9258471164.

Informationen auch unter:
www.domforum.de

https://bildung.erzbistum-koeln.de/bw-koeln

 

Köln. Am 1. November startet das aktuelle Programm von „Kölner Kirchen im Blick“ im neuen Format – ein sechsseitiger Folder des DOMFORUMs, der ab dieser Woche in zahlreichen Exemplaren im DOMFORUM am Roncalliplatz, in den romanischen Kirchen, Kirchen in der Kölner Umgebung und vielen Hotels ausliegt.

Das Kirchenführungsprogramm erscheint ab sofort viermal im Jahr. In diesem Jahr beginnt es mit den Monaten November und Dezember. Ab Januar 2021 erscheint der Folder dann quartalsweise. Ein Schwerpunkt des Programms sind die Führungen durch die romanischen Kirchen sowie einige interessante thematische Angebote. Alle Kirchenführungen finden unter der aktuellen Corona-Schutzverordnung statt. Eine Anmeldung ist erforderlichunter fuehrung@domforum.de , per Telefon unter 0221 92584730 oder direkt im Foyer des DOMFORUMs.

Weitere Informationen und aktualisierte Termine stehen in den entsprechenden Onlinekalendern auf der DOMFORUM-Homepage www.domforum.de

Dort finden Sie sind auch weitere Angebote, wie die täglichen öffentlichen Domführungen oder dieKinderführungen mit zwei Terminen:
Dom für Spürnasen Weihnachten im Dom (Kinder von 6 bis 12 Jahren mit Eltern)
Montag, 28. Dezember, 14.30 Uhr, und Mittwoch, 30. Dezember, 14.30 Uhr (Kinder 4 Euro / Erwachsene 6 Euro)
Begrenzte Teilnehmerzahl, jeweils nur ein Erwachsener pro Familie, Anmeldung
erforderlich.

Termine sowie die Anzahl der freien Plätze finden Sie unter https://www.domforum.de/domfuehrungen/

Eine besondere Domführung ist „Mein Dom. Abendliche Glaubenswege“
Mittwoch, 4. November. 20 Uhr mit Dr. Anna Pawlik, Kunsthistorikerin
Mittwoch, 2. Dezember, 20 Uhr mit Domkapitular Hans-Josef Rademacher
Dieses Angebot ist kostenfrei, eine Anmeldung erforderlich.
Nächtliche Domführung in Kooperation mit der Dombauhütte – Nacht Raum Dom
Dienstag, 3. November, 20.30 Uhr
Mittwoch, 25. November, 20.30. Uhr
Donnerstag, 10. Dezember, 20.30 Uhr
Begrenzte Teilnehmerzahl, maximal zwei Personen pro Reservierung, eine Anmeldung erforderlich unter: Telefon 0221 92584730 sowie über die Internetseite www.domfuehrungen-koeln.de (Dombauhütte). Eintritt: Erwachsene: 15 Euro, Mindestalter 16 Jahre.

 

Ursula-Festwoche 2020 vom 18. bis 25. Oktober: 100 Jahre „Basilica minor“ und 575 Jahre Ursulabruderschaft

13. Oktober 2020; ksd

 

Köln. Vom 18. bis 25. Oktober wird die Kölner Stadtpatronin, die heilige Ursula, gemeinsam mit ihren Gefährtinnen gefeiert – in diesem Jahr unter Corona-Bedingungen. Zugleich wird das 575-jährige Bestehen der Ursulabruderschaft begangen. Die Termine im Überblick:

Sonntag, 18. Oktober, 10.15 Uhr: Heilige Messe mit Stadtdechant Msgr. Robert Kleine.

17 Uhr: Konzert in St. Ursula mit Kerstin-Christiane Olfe, Gambe, und Tatjana Vorobjova, Cembalo. Es erklingen Werke von Johann Sebastian Bach, Antoine Forqueray und anderen. Der Eintritt ist freii, Spenden erbeten.

Dienstag, 20. Oktober, 19.30 Uhr: Konzert in St. Ursula mit dem Kammerchor „cantus suavis“ und Juliane Bogner, Alt. Aufgeführt werden Werke von Bach, Brahms und Schütz. Leitung: Anna Goeke. Der Eintritt ist frei, Spenden erbeten.

Mittwoch, 21. Oktober, 18 Uhr: Festmesse zu Ehren der Hl. Ursula mit Feier des Jubiläums 575 Jahre Ursula-Bruderschaft. Zelebrant ist Stadtdechant Msgr. Robert Kleine.

Samstag, 24. Oktober, 19 Uhr: Konzert in St. Ursula mit Ursula Groten, Flöte, und Margret Hoppe, Orgel. Es erklingt Musik aus dem London des 18. Jahrhunderts, Werke von Händel, Sammartini, Stanley und anderen. Der Eintritt ist frei, Spenden erbeten.

Sonntag, 25. Oktober, 10.15 Uhr Festgottesdienst zu Ehren der Hl. Ursula mit Stadtdechant Msgr. Robert Kleine.

17.30 Uhr Ursulavesper, in diesem Jahr ohne feierliche Lichter- und Reliquienprozession. Es wird aber eine Plakette enthüllt aus Anlass der Erhebung von St. Ursula zur „Basilica minor“ (kleinere Basilika), ein Ehrentitel, den Papst Benedikt XV. der Kirche vor 100 Jahren verlieh.

Anmeldung zu allen Konzerten und Gottesdiensten über das Pfarrbüro von St. Agnes unter Telefon 0221 7880750 oder online unter www.katholisch-in-koeln.de

 

Interview mit Stadtdechant Robert Kleine für Radio Köln

Traumberuf in der Gemeindepastoral: Josef Schäfers geht in den Ruhestand – seine zahlreichen Projekte bleiben

12. Oktober 2020; ksd

 

Köln. Auf die Menschen hören. Ihre Bedürfnisse wahrnehmen, manchmal auch erspüren oder vorausahnen. Und diese dann in ein Projekt, ein Angebot übersetzen, das nah an der Lebenswirklichkeit der Menschen orientiert ist. – Das ist es, was den Pastoralreferenten Josef Schäfers, im Stadtdekanat Köln verantwortlich für die Gemeindepastoral, auszeichnet. Und das ist es auch, was er von „seiner“ Kirche erwartet und gefordert hat. Durch seine rund drei Jahrzehnte umfassende Arbeit wollte Schäfers dies in seinem Traumberuf verwirklichen. Jetzt ist er mit einem herzlichen Dank von Stadtdechant Msgr. Robert Kleine in den Ruhestand verabschiedet worden. Was bleibt, sind die zahlreichen Projekte, die Josef Schäfers angestoßen oder begleitet hat.

Weit über Köln hinaus wirken etwa das Portal „Meine Traukirche“ und das Konzept der Sozialraumpastoral , mit dem Schäfers und seine Caritas-Kollegen in verschiedenen deutschen Bistümern zu Gast waren, um es vorzustellen.

Eine Herzensangelegenheit war für Schäfers das Projekt „ Demenzsensible Kirchengemeinde“. Hier zeichnet er für das Konzept und die Umsetzung mit den Alexianern und der Hauptabteilung Seelsorge im Erzbischöflichen Generalvikariat verantwortlich. Menschen mit Demenz sollen auch weiterhin Teil ihrer Kirchengemeinde sein können, die Gemeinden für ihre Bedürfnisse, aber auch dafür zu sensibilisieren, dass sie wichtige Mitglieder der Gemeinden bleiben. Wie viele Projekte hat dieses eine ökumenische Dimension bekommen.

Weitere herausragende Projekte sind das Machmit-TV829, wo Josef Schäfers die Projektberatung und Prozessbegleitung übernommen hat, die Organisation mit den katholischen Familienzentren und Jugendverbänden zum jährlichen Weltkindertag und die jahrelange Mitarbeit im Unterstützerkreis des sogenannten „Community Organizing“ für ein breit aufgestelltes, starkes Netzwerk für Bürgerbeteiligung. Im Fokus stehen dabei besonders die Bereiche Verkehr, Bildung und Wohnen.

Zu den Höhepunkten der Dreikönigswallfahrt gehört die   „Nacht der Mystik“ im Kölner Dom, die ein ebenso intensiv spirituelles wie kulturell herausragendes Angebot ist. Das Konzept stammt von Josef Schäfers, der damit zunächst in der Gemeinde St. Johannes XXIII. in Köln-Chorweiler gestartet ist. Im Jahr 2016 war die „Nacht der Mystik“ Bestandteil des 100. Deutschen Katholikentages in Leipzig. Im Laufe der Jahre hat Schäfers zudem in den Gemeinden des Stadtdekanats zahlreiche Projekte und Veranstaltungen begleitet und beraten.

Josef Schäfers hatte sich zunächst für Soziologie, Politik und Publizistik eingeschrieben. Nach seinem Zivildienst in einem katholischen Jugendhaus und einigen existenziellen Erfahrungen durch Todesfälle in der Familie entschied er sich dann für die Theologie. Gemeinsam mit der Publizistik führte sie ihn zu seinem Traumberuf Pastoralreferent. Nach verschiedenen Stationen kam Schäfers 2006 ins Katholische Stadtdekanat Köln und arbeitete seitdem in der Gemeindepastoral. So ganz ruhig wird es für ihn und um ihn im Ruhestand nicht werden: Schäfers bleibt engagiert im Ernährungsrat Köln, mit dem er im Regionalprojekt „StErn-Kita“ zur Steigerung und Einführung von Ernährungsbildung und regional-nachhaltig produzierten Lebensmitteln in Kölner Kitas und Familienzentren engagiert war. Schäfers fungiert im Ernährungsrat künftig als Sprecher des Ausschusses „Ernährungsbildung und Gemeinschaftsverpflegung“. „Dessen Anliegen ist es, Kinder, Jugendliche und Erwachsene für die Vorteile einer regionalen und nachhaltigen Ernährung zu sensibilisieren“, erklärt er. Dies soll in der Bildungsarbeit und Ernährungsversorgung in verschiedenen Institutionen umgesetzt werden. Auf diese Weise will Schäfers auch daran mitarbeiten, die von Papst Franziskus in seiner Umwelt-Enzyklika „Laudato si“ formulierten Forderungen in Köln konkret umzusetzen.

Zum Abschied hat Josef Schäfers im Interview mit DOMRADIO.DE seinen Wunsch formuliert, wie die Kirche mit der Corona-Krise umgehen sollte: „Sie sollte zuhören. Und vielleicht sollte sie ein bisschen schweigen. Die Menschen sind jetzt sich selbst ausgesetzt, ihrem Gott oder auch Nicht-Gott. Wir sollten das respektieren und versuchen, sie Schritt für Schritt aufzusuchen, nachzufragen, aber ruhig. Ich glaube, es nützt jetzt nicht, sich mit Aktivismus zu überschlagen, weil die Ratlosigkeit umfassend ist. Man muss realisieren, dass sich etwas verändert. Gott ist nicht weg, das ist klar, aber unsere Methoden sind am Ende. Was nicht heißt Niederlage oder Zerstörung, sondern es ist ein anderer Blickwinkel: Abstand ist die neue Nächstenliebe, früher war es Nähe.“

    

Kölner Stadt-Kirchen-Gespräch: Versäumnisse in der Corona-Zeit, erste Lehren und ein Plädoyer für mehr Mut zum Experiment

1. Oktober 2020; ksd

Köln. „Wenn alles vorbei ist, alle Masken weg sind und wenn alle geimpft wären, sind wir nicht da, wo wir Anfang März waren. Es wird eine andere Kirche sein, ein anderes Erleben von Kirche.“ So wie sich auch die Gesellschaft verändert haben wird. Das machte der Kölner Stadtdechant Msgr. Robert Kleine beim ersten ökumenischen „Kölner Stadt-Kirchen-Gespräch“ im Kölner Museum für Angewandte Kunst Köln (MAKK) deutlich. Kleine diskutierte gemeinsam mit Stadtsuperintendent Dr. Bernhard Seiger und den beiden Journalisten Professorin Dr. Claudia Nothelle (Hochschule Magdeburg-Stendal) und Arnd Henze (WDR) über das Thema „Kirche und Gesellschaft in der Corona-Krise: Eine Frage der Relevanz?!“ Dabei räumten die Kölner Spitzenvertreter der beiden großen Konfessionen auch Versäumnisse der Kirchen aus der Anfangszeit der Pandemie ein und lenkten den Blick auf zukünftiges Handeln. Kritisch nahmen sie jedoch Stellung zu Vorwürfen an die Kirchen, Menschen alleingelassen zu haben oder „zu staatshörig“ gewesen zu sein.

In den vergangenen Monaten war den Kirchen von verschiedener Seite vorgeworfen worden, Menschen in der Corona-Krise alleingelassen zu haben – vor allem im Sterben. Es seien sicher in manchen Bereichen Fehler gemacht worden, so der Stadtdechant. Aber: „Wir haben versucht, den Kontakt zu den Menschen in den Pflegeheimen und Krankenhäusern zu halten“, erklärte Kleine. So seien etwa auch Seelsorger und Seelsorgerinnen, die selbst zur Risikogruppe gehören, bereit gewesen, in die Pflege-Einrichtungen zu gehen. Vielerorts jedoch seien die Heime abgeschottet gewesen aus Angst vor Ansteckung. „Aber wie soll ich einen Sterbenden noch anstecken? Warum soll ich nicht zu ihm gehen, solange ich dabei niemand anderen gefährde?“, fragte Kleine, auch mit Blick auf das Verbot für Familien, ihre Angehörigen zu besuchen. Er selbst hatte etwa eine alte Dame zu Hause besucht, auf ihren Wunsch hin dann ohne Maske an ihrem Krankenbett gesessen, ihr die Hand gehalten, die Krankensalbung gespendet und mit ihr gebetet.

„Vielleicht haben wir nicht vehement genug darauf gepocht, in die Häuser hineingelassen zu werden“, räumte der Stadtdechant mit Blick auf die Pflegeheime ein. Doch wo es möglich gewesen sei, seien Seelsorgerinnen und Seelsorger auch weiterhin an der Seite von Schwerkranken und Sterbenden gewesen. Künftig gelte es, hier in Abstimmung von Trägern, Wohlfahrtsverbänden, Politik und Kirchen differenzierter zu agieren und den Einzelfall zu betrachten. „Wir müssen gemeinsam zu verhindern versuchen, dass Menschen alleine sterben“, betonte Kleine. Es sei für ihn die schlimmste Vorstellung, „dass man alleine auf einer Intensivstation oder in einem Zimmer liegt und die Liebsten können nicht dazukommen“. Und wenn jemand keine Familie oder Freunde habe, gelte es dafür zu sorgen, dass etwa die Ehrenamtlichen aus den Hospizdiensten diesen begleiten könnten. „Es ist ja die Frage, worum es geht“, so der Stadtdechant, „das Leben als Leben oder die Menschenwürde, zu der auch ein Abschiednehmen und ein begleitetes Hinübergehen gehören.“

 

Beziehungskiller Corona

 

Für mehr Differenzierung und Entscheidungen im Einzelfall sprach sich auch Stadtsuperintendent Seiger aus. Zu Beginn der Pandemie habe es keine Erfahrungen gegeben und man habe die Gefahren und Mechanismen des Virus‘ kaum einschätzen können. Die erste Sorge aller sei erst einmal gewesen, die Infektionszahlen zu begrenzen und zu senken, so Seiger. Heute seien die Einrichtungen und die Träger besser vorbereitet, zumal wenn sich die Situation erneut verschärfe.

Der Stadtsuperintendent fordert aber eine Digitalisierungsoffensive auch in den Pflegeeinrichtungen, damit Menschen mit ihren Angehörigen in Kontakt bleiben können. „Corona ist ein großer Beziehungskiller“, sagte er. „Hier brauchen wir die technische Ausstattung und digitale Endgeräte für sozial Bedürftige. Aber auch Coaches für die Pflegekräfte, damit wir die Hochbetagten fit dafür machen können, auf anderen Kanälen mit ihren Angehörigen in Kontakt zu bleiben.“

Der Digitalisierungsschub für Schulen sei wichtig, „aber vergesst bitte die Altgewordenen nicht“ . Seiger verwies auch darauf, dass oft der Eindruck erweckt würde, als wäre „vor Corona alles gut“ gewesen mit den Besuchen für Menschen in den Pflegeeinrichtungen. „Aber wenn man sonntags an beliebigen Alten- und Pflegeheimen vorbeigeht, sind die Parkplätze oft leer“, gab er zu bedenken. Jede und jeder trage Verantwortung dafür, dass es weniger Einsamkeit, weniger Alleingelassensein in der Gesellschaft gebe.

 

Keine Untergrundkirche

 

Einig waren sich Kleine und Seiger auch in ihrer Zurückweisung der Kritik, dass die Kirchen „zu staatshörig“ gewesen seien und sich zu wenig gegen das Aussetzen von Gottesdiensten mit Gemeindepräsenz gewehrt hätten, gerade zu Ostern. In der Sorge darum, Zustände wie in anderen Ländern – etwa in Italien – zu verhindern, habe man die Entscheidungen der Politik mitgetragen. „ Dann ist es nicht an uns, uns dagegen zu erheben und zu sagen: dann machen wir als Untergrundkirche weiter“, sagte der Stadtdechant. Er betonte aber auch, dass die Kirchen nie geschlossen gewesen seien. „Das war ein ganz wichtiges Zeichen. Shutdown bedeutet nicht: Kirche macht die Schotten dicht.“

Auf vielerlei Weise habe die Kirche versucht, Menschen auch in dieser Situation zu helfen und ihnen Hoffnung zu schenken, sagte Kleine. Es ging darum, den Menschen Vertrauen zu geben und sie zu stärken, „dass wir gemeinsam diese Zeit meistern werden“, so Kleine weiter. „Wir haben uns redlich bemüht da zu sein, offene Ohren und offene Hände zu haben, ob das im caritativen Bereich war oder im persönlichen Gespräch. Denn ohne die Menschen gäbe es die Kirche nicht, wir sind nur für die Menschen bestellt.“ Er hoffe, dass man im Nachhinein besser erkenne, dass die Kirchen die Relevanz der Situation und der Menschen in ihren persönlichen wie wirtschaftlichen Nöten wahrgenommen hätten. „Wenn wir das nicht getan hätten, wäre das ein schwerwiegender Vorwurf.“

Er sei „nicht sicher“, ob sich die Kirchen zu Beginn der Corona-Maßnahmen „vollmundig hätten äußern müssen“, erklärte Seiger. „Mit welcher Legitimation und gegen wen gerichtet?“ Die Kirchen hätten eine Verpflichtung, ein Wächteramt wahrzunehmen und sich auch kritisch zu äußern. Dazu gehöre es einzugreifen, wenn staatliche Maßnahmen dem Evangelium und damit dem christlichen Menschenbild widersprechen würden. Er habe aber den Eindruck gehabt, dass die politisch Handelnden sehr verantwortungsvoll gehandelt hätten, „abgesehen von Einzelpunkten, wo die Freiheitsbegrenzungen überzogen worden sind“, so der Stadtsuperintendent. Die Entscheidungen seien getragen worden vom Verantwortungsgefühl für die Gesundheit der Menschen, „in einer Balance zwischen Freiheit und Verantwortung“.

Die Freiheit des Einzelnen sei ein extrem hohes Gut, „aber die Freiheit des Einzelnen ist nicht der Maßstab für alles, sondern sie findet ihre Grenze im Lebensrecht des anderen“. Die Freiheitsrechte der Menschen seien durch die Corona-Gesetze nicht auf Dauer außer Kraft gesetzt worden, betonte Seiger. Gleichwohl gelte es, wachsam zu sein, wo falsche Maßnahmen angeordnet würden. Diese Wachsamkeit, auch von Journalistinnen und Journalisten, führe dazu, dass man maßvolle politische Schritte gehe, meinte Seiger. „Dann funktioniert Demokratie.“

 

Kirche als Anwältin der „Corona-Verlierer“

 

In den kommenden Monaten gelte es, noch stärker als sonst an der Seite der sozial Schwachen und Anwalt derer zu sein, die keine Lobby haben, betonten Kleine und Seiger. Nicht nur als kirchlicher Arbeit- und Auftraggeber gelte es, die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie zu begrenzen oder, wo möglich, auszugleichen. Hinter den großen Milliardenbeträgen, die als Hilfen staatlicherseits aufgerufen würden, stünden oft Interessengruppen wie die Automobilindustrie, machte der Stadtsuperintendent klar. Viele Branchen und Selbstständige würden davon aber nicht erreicht und auch sonst nicht gehört. Hier gelte es für die Kirchen auch zu lernen, diese stärker in den Blick zu nehmen, beispielsweise die Gastronomie, Künstler oder die Eventbranche.

Der Stadtdechant erinnerte an das abendliche Klatschen auf den Balkonen für Pflegekräfte und andere Helfer. „Jetzt gibt es Tarifvereinbarungen für Mitarbeitende im Gesundheitswesen – und schon ist das Klatschen vorbei.“ Solidaritätsbekundungen müsste man als Gesellschaft aber auch etwas folgen lassen. Die Corona-Krise rufe auch dazu auf, Fragen von Wertigkeit und Lohngerechtigkeit, Solidarität und Subsidiarität neu zu denken, sagte er. Die Gesellschaft müsse Wege finden, mit den unverschuldet ausgelösten Existenznöten und den ab Herbst drohenden Insolvenzen umzugehen und diese sozial abzufedern. „Als Kirchen sind wir bereit, in einem breiten gesellschaftlichen Konsens daran mitzuwirken, dass unser Gemeinwesen, das seit dem Zweiten Weltkrieg so aufgebaut ist und funktioniert, dafür sorgt, dass keiner in ein Loch hineinfällt, aus dem er nicht mehr herauskommt. Und dass man das Soziale weiterentwickelt“, erklärte Kleine.

 

Kirche braucht mehr Mut zum Experimentieren

 

Den Kirchen wünschte der Stadtsuperintendent mehr Mut, um neue Gottesdienstformen und anderes auszuprobieren. „Wir können sehr viel kreativer sein und wir können von den Formen, die bislang etabliert waren, in manchen Punkten abrücken“, so Seiger. Was angesagt sei, sei „Experimentieren, Experimentieren, Experimentieren“. „Wir wissen keine Formate, die automatisch funktionieren, sondern wir müssen versuchen, coronataugliche Wege zu finden. Und Menschen bestimmen, welche sie mitgehen wollen und welche nicht.“

Es gelte vor allem im Blick darauf, dass die Menschen in der Kirche Gemeinschaft suchen, Dinge und Formate auszuprobieren und vor allem auch die Menschen zu fragen, was sie brauchen und wollen, betonte Seiger. Vielleicht gelte es künftig, mehr für kleinere Gruppen anzubieten, in denen Menschen sich sicher fühlen – und ihnen auch zuzutrauen, eigene Formate und Formen zu entwickeln, um ihr religiöses Leben zu gestalten.

Mut zum Experiment gelte auch für Weihnachten, so Seiger. So sei etwa ein Gottesdienst im Südstadion denkbar, aber auch Feiern mit Weihnachtsbaum und Singen unter freiem Himmel. In Einrichtungen wie der Bahnhofsmission könne es vielleicht statt einer großen Feier für 100 Leute drei für 30 geben. Corona biete auch eine Chance, Weihnachten neu zu entdecken. Wenn an vielen Orten Weihnachten teilweise draußen gefeiert würde, „ist das vielleicht nicht so behaust, aber dann kann man zurückfragen: War denn der Stall von Bethlehem ein behauster Ort? Ist nicht das Unbehauste auch ein Stück der Kern von Weihnachten?“, fragte der Stadtsuperintendent.

Auch Kleine betonte, dass Weihnachten nicht ausfalle und alle Verantwortlichen bereit seien, soviel wie möglich zu machen, damit alle Menschen, die in christlicher Gemeinschaft Weihnachten feien wollen, dies tun können – „gerade in diesem Jahr der Pandemie“. Das eine seien die Christmetten und Eucharistiefeiern. Es gebe aber viele Möglichkeiten, etwa Christvespern und Kindergottesdienste draußen zu feiern, so der Stadtdechant. „Dann macht man sie etwas kürzer, etwas knackiger. Die Familie feiert dann zusammen Weihnachten, man hört die Frohe Botschaft und die Engel singen. Die Hirten kommen. Und mit diesem Gefühl geht man nach Hause.“ Wichtig sei auch, dass die Menschen dann singen können. „Das gehört doch für uns als Menschen dazu“, sagte Kleine, „wir leben doch mit allen Sinnen. Wir brauchen Weihnachten Kerzen und Tannenduft und da müssen und wollen wir vor allem singen.“

Auch er sieht in der Corona-Zeit eine Gelegenheit, den Sinn von Advent und Weihnachten wieder stärker in den Fokus zu rücken, wenn etwa statt des wochenlangen Weihnachtsmarkttrubels im Advent der Roncalliplatz leer bleibe. „Natürlich ist das für uns auch eine Chance zu fragen: Was ist überhaupt der Advent? Was bedeutet eigentlich die Vorbereitungszeit, die Adventszeit, Vorfreude? Und dann kommt Weihnachten selbst.“ Es sei eine Möglichkeit, „die Adventszeit auf leere Plätze zu tragen“.

Manche Menschen fragten, wo denn Gott sei in der Pandemie. „Er ist nicht weg, er hat diese Welt nicht verlassen“, betonte der Stadtdechant, „und diese Pandemie ist keine Strafe Gottes“. Diese Frohe Botschaft könne vielleicht gerade dieses Weihnachten neu vermittelt werden, „dass Gott einer von uns ist, kein ferner Gott“, so Kleine. „Dieser große Gott hat sich so klein gemacht, im Kind von Bethlehem, ist einer von uns gewesen und hat eben auch die Widrigkeiten mit erfahren. Der ist uns ganz nah, auch wenn Menschen es im Moment vielleicht nicht spüren.

Insgesamt werde die Kirche nach der Pandemie eine andere sein. Nicht alle, die noch Anfang März da waren und regelmäßig kamen, kommen wieder. Manche würden die neu entdeckten Formen der Streaming-Gottesdienste und der eigenen Hausandachten fortführen wollen, erzählte Kleine. Andere hätten gemerkt, dass ihnen nichts fehle. Gerade mit ihnen würde er gerne ins Gespräch kommen, so der Stadtdechant, „um noch einmal zu fragen: Was fehlt euch denn nicht?“ Die Frage sei, wie die Kirche mit denen, die sich stillschweigend verabschieden, ins Gespräch kommen könne, „damit sie spüren, dass der Glaube etwas ist, das erfüllen kann, auch in dieser Situation. Und das Kirche nicht ein Verein ist mit einer Mitgliedschaft, die ich dann mal ruhen lasse, sondern eigentlich etwas mit dem persönlichen Leben zu tun hat.“ Er wünsche sich, bei ihnen „wieder etwas Geschmack zu wecken, damit sie spüren, da ist Gott ganz nah bei mir“, sagte Kleine.

 

Nähe und Sehnsucht nach Normalität

 

Die Kirchen wollten – gerade durch die Sakramente – auch „Zeugin der Nähe Gottes“ zu den Menschen sein, griff Claudia Nothelle das Thema auf. Wie könne das in der Corona-Zeit ohne menschliche Nähe gelingen? „Es gibt Dinge im geistlichen wie im menschlichen Leben – die gehen nicht digital“, betonte Seiger, dem das Thema „Bauchgrummeln“ verursachte. „Wir brauchen das Umarmen, die Nähe. Und bei der Eucharistie, beim Abendmahl brauchen wir das Schmecken. Wir brauchen das Haptische. Wir brauchen das Gefühl: Gott ist da in dem Moment, wo ich die heilige Handlung an mir erlebe. Wo ich etwas empfange, was ich mir nicht selber geben kann.“ Er empfinde es als „einen riesigen Schmerz“, dass das in der Pandemie nicht gehe, in der Distanz als „neue Form von Liebe“ gelte. „Da geht auch etwas kaputt und ich habe große Sehnsucht danach, dass wir Wege finden, damit sich alles stimmig anfühlt und trotzdem sicher ist. Wir dürfen es nicht aufgeben, diese leibliche Dimension unseres Glaubens zu leben“, betonte Stadtsuperintendent Bernhard Seiger. 

Es gebe die Sehnsucht – aber auch die Möglichkeit, die Nähe im Sakrament zu versuchen, solange die Menschen einverstanden seien, für Hygiene gesorgt sei und man niemanden gefährde, betonte Kleine. Das gelte für Taufen wie für Trauungen, für Firmungen wie für die Krankensalbung oder die Beerdigung. „Wenn Leute in einem Restaurant zusammen zu zehnt essen dürfen, erschließt sich mir nicht, warum ich nicht ein Kind bei der Taufe segnen kann.“

Niemand sei fahrlässig, aber „wir können uns auch nicht so verstecken und verbiegen, das ist in unserem Beruf und unserer Berufung mit hineingegeben, dass wir den Menschen nah sein wollen“, sagte Kleine. Und viele Menschen litten darunter, dass Nähe und Begegnung nicht wie gewohnt möglich seien. „Alle haben doch das Bestreben, noch ein bisschen normal leben zu dürfen“. Vor allem das, „ was mich doch persönlich ausmacht – Liebe, Beziehung, Geborgenheit, das Du –„ können wir als Menschen nicht beiseitelegen, sagte Stadtdechant Robert Kleine. „Darüber bin ich auch froh – denn sonst wären wir keine Menschen mehr, wenn uns da in der jetzigen Zeit nicht etwas fehlen würde.“

 

Hildegard Mathies

 

Kooperationspartner und Veranstalter: Evangelischer Kirchenverband Köln und Region (Evangelisch leben in Köln), Katholisches Stadtdekanat Köln, Melanchthon-Akademie Köln, Katholisches Bildungswerk Köln