Aktuelles

Hier finden Sie aktuelle Nachrichten zu stadtweiten Veranstaltungen, Initiativen und Aktionen der katholischen Kirche und ihrer Kooperationpartner in der Stadt Köln.

Überregionale Nachrichten der katholischen Kirche finden Sie auf den folgenden Webseiten:

www.erzbistum-koeln.de | www.koelner-dom.de | www.domradio.de | www.katholisch.de | www.kna.de | www.dbk.de | www.vaticannews.va/de.html

 

Bundesweite Eröffnung der Gebetswoche für die Einheit der Christen am 23.01.2022 im Kölner Dom

17. Januar 2022; ksd

Copyright: Will_Erzbistum_Köln

„Wir haben seinen Stern im Osten gesehen und sind gekommen, ihn anzubeten“ (Mt 2,2)

Unter diesem biblischen Leitwort wird der zentrale ökumenische Gottesdienst zur Gebetswoche für die Einheit der Christen am Sonntag, 23. Januar 2022, um 15.30 Uhr in der Hohen Domkirche zu Köln gefeiert. Die ACK in Deutschland, die ACK in Nordrhein-Westfalen und die ACK in Köln laden herzlich hierzu ein.

Der Gottesdienst wird in Gebärdensprache übersetzt.

Der Livestream wird unter www.domradio.de abrufbar sein.

Aufgrund der dynamischen Pandemie-Entwicklung ist die Teilnahme am Gottesdienst nur unter Einhaltung der tagesaktuellen Regelung des Doms möglich. Informationen dazu und weitere auf:

www.gebetswoche.de

 

Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus am 27.01.2022 in St. Peter

17. Januar 2022; ksd

Copyright: Katholisches Stadtdekanat Köln

„Erinnern – eine Brücke in die Zukunft“

Unter diesem Motto  wird am Donnerstag, 27. Januar 2022, am Tag der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz, der Millionen Opfer des Nationalsozialismus gedacht.

In diesem Jahr richtet sich der Blick in besonderer Weise auf die Kölner Gesundheitspolitik während der NS-Diktatur.

Oberbürgermeisterin Henriette Reker wird ein Grußwort sprechen.

Das Katholische Stadtdekanat, der Katholikenausschuss in der Stadt Köln, die Karl Rahner Akademie und die ACK Köln gehören zu den Unterstützern der Veranstaltung, die erstmals wegen Renovierungsarbeiten in der AntoniterCitykirche in St. Peter stattfindet (Eingang Leonhard-Tietz-Str. 6).

Es gilt 2G. Die Veranstaltung wird gestreamt. Aktuelle Infos dazu auf der Webseite

www.antonitercitykirche.de

 

Zeit für Freude: Ökumenischer Segen im Kölner Dom für die Kölner Dreigestirne und alle Karnevalistinnen und Karnevalisten

8. Januar 2022; ksd

 

Köln. Wenn im Kölner Dom das Dreigestirn und das Kinderdreigestirn im vollen Ornat vor den Dreikönigenschrein ziehen und für eine gute Session beten, zuvor neben „Großer Gott wir loben dich“ auf Kölsch auch noch der Willi-Ostermann-Klassiker „Och, wat wor dat fröher schön doch en Colonia“ erklingt und ein Fahnenmeer der Karnevalsgesellschaften das Ganze einrahmt, kann wohl von einem „Kölschen Hochamt“ gesprochen werden. Als dieses zeigte sich einmal mehr der Gottesdienst mit Karnevalisten, der am Samstagmittag gefeiert wurde – in diesem Jahr erstmals am Wochenende nach der Proklamation. Zu den Höhepunkten der Feier gehörte auch das Entzünden der Sessions-Kerze, die vom Kinderdreigestirn Prinz Felix I., Bauer Robin und Jungfrau Helena gestaltet worden war. Durch die Corona-Situation wurde der Gottesdienst nur mit einem begrenzten Personenkreis abgehalten – mit wenigen Gästen, Vertreterinnen und Vertretern aus dem Festkomitee Kölner Karneval und den Karnevalsgesellschaften. DOMRADIO.DE übertrug allerdings live.

„Kann man sich in einer solchen Situation überhaupt noch irgendwie freuen?“ – diese Frage stellte der Kölner Stadtdechant Msgr. Robert Kleine der den ökumenischen Gottesdienst mit seinem evangelischen Kollegen, Stadtsuperintendent Dr. Bernhard Seiger, leitete, in den Mittelpunkt seiner Predigt. Auch vor dem Karneval mache die Pandemie nicht halt. Dies hindere viele Menschen daran, ihrer unbekümmerten Seite Raum zu geben, denn „Unsicherheit, Angst, wirtschaftliche und gesundheitliche Sorgen, Einsamkeit und Isolation prägen weiterhin weltweit den Alltag der Menschen“ , sagte Kleine. Und das umso mehr, als die Angst in vielen Herzen und Seelen näherrückt. Und: „Die äußere Distanz, die uns nicht gegeben ist als Menschen, weil wir soziale Wesen sind, die äußere Distanz macht es uns nicht leicht.“

 

„Lassen wir uns unsere Hoffnung nicht nehmen“

 

Doch gerade darum und gerade jetzt ist Freude wichtig – und darf auch sein, machte der Stadtdechant deutlich: „Wir können uns freuen trotz Corona, ja wir können uns freuen gegen Corona. Lassen wir uns unsere Freude nicht nehmen, schon gar nicht von einem Virus. Lassen wir uns unsere Hoffnung nicht nehmen, schon gar nicht von einem Virus. Lassen wir uns unseren Karneval nicht nehmen, schon gar nicht von einem Virus!“

Um Hoffnung zu finden, warb der Stadtdechant dafür, kleinere Dinge wieder neu wertzuschätzen. „ Vielleicht ist die Pandemie besonders geeignet, wieder neu aufmerksam zu werden für die kleinen, unscheinbaren Dinge des Lebens. Indem ich sorgsam darauf achte, wie diese Dinge auf einmal anfangen, zu mir zu sprechen, kann etwas aufscheinen von der Ruhe, die Jesus gemeint hat, und zu der er seine Jünger einlädt“, erklärte Kleine. So gelte es etwa, anderen Menschen wieder mehr zuzuhören und für das eigene Leben Ruhe zu finden. Für diese Haltung könne auch das Kinderdreigestirn Botschafter sein: „Ihr werdet nicht in den großen Sälen unserer Stadt auftreten, aber ihr werdet Menschen begegnen, indem ihr zu den Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen geht und quasi von draußen die Lebensfreude zu den Menschen bringt.“

Kleine zitierte den Kölner Fotojournalisten und Autor Stefan Worring: „Es muss ein Dreigestirn geben in unserer Stadt. Wer einmal erlebt hat, wie ein Kind in der Onkologie die Jungfrau anhimmelt, eine demente Seniorin ,Ach wär ich nur….‘ mit dem Prinzen singt, ein Blinder den Bauern mit Händen sieht, der weiß, dass in Köln die Hoffnung erst ohne Dreigestirn stirbt.“ An beide Dreigestirne gewandt sagte der Stadtdechant: „Ihr als Dreigestirn und der Kölner Karneval stehen immer – und besonders in dieser Session – für Lebensmut, Zuversicht und Achtsamkeit!“

Der Stadtdechant, der auch Feldhillijer der Altstädter ist, sorgte für eine besondere Überraschung und Gänsehaut bei vielen, weil er „Et Klimpermännche“, Thomas Cüpper, eingeladen hatte, der mit seiner Quetsch (Akordeon) für stimmungsvolle und stimmige Musik im sakralen Raum und in dem bunten Rahmen des Karnevalisten-Gottesdienstes sorgte.

 

Anderen Freude bringen

 

„Unbeschwert fühlt sich anders an“, sagte Stadtsuperintendent Dr. Bernhard Seiger. „Wir suchen den längeren Bogen, den längeren Atem und haben die Hoffnung auf eine bessere Zeit. Diese Hoffnung trägt und verbindet uns!“ Es sei gut, dass vieles doch gehe, auch wenn der klassische Sitzungs- und Straßenkarneval zum zweiten Mal ausfällt: „Manche Besuche in sozialen Einrichtungen werdet ihr als Dreigestirn wahrnehmen. Das ist ein Zeichen des Zusammenhalts“, so Seiger. „Das können wir in der Krise tun: Die Augen auf die richten, die Freude und Aufmerksamkeit besonders brauchen. In Senioreneinrichtungen, in sozialen Projekten! Das ist alles auch Karneval: Empathie, wache Augen und Mitgefühl!“

In den kommenden Wochen werde aus Vernunft und Verantwortung auf vieles verzichtet. „Wir spüren, körperlich und seelisch, was uns fehlt!“ Doch nicht für immer: „Wenn es gut geht, dann wird die Freude über all das, was Fastelovend ausmacht, in den nächsten Jahren ausmacht, groß sein, größer vielleicht als zuvor. Weil wir es wieder neu zu schätzen wissen. Weil wir spüren, wie wertvoll das Geschenk der Gemeinschaft und der Nähe ist. Wir werden auf neue Weise singen, tanzen und schunkeln, weil wir erlebt haben und wissen: Nichts ist selbstverständlich!“

Das Dreigestirn gehe in Krankenhäuser und Hospize und verbreite Freude. „Was für ein Schatz! Was wärmt es einen, wenn man merkt, in einem Gesicht ist ein neuer Glanz. Da kann uns allen was einfallen, wie wir anderen Freude machen, mit einem Brief, von Hand geschrieben, einem Anruf, mit Karnevalsgebäck an der Tür“, schlug der Stadtsuperintendent vor.

Was in Köln zum zweiten Mal stattfindet, hat fast schon Tradition. Dazu gehört seit dem vergangenen Jahr, als es nur eine private, stille Gebetsstunde mit dem Stadtdechanten gab, dass das Dreigestirn am Dreikönigenschrein den Segen der Heiligen Drei Könige empfängt und mitnimmt in die so besondere Session. Wie die Wallfahrer und Pilgerinnen, die sonst einmal im Jahr zur Dreikönigswallfahrt kommen, durften sie anschließend unter dem Schrein hergehen. Über ihren Masken sah man strahlende Augen, Rührung, Andacht und Freude. Auf in eine gesegnete Session!

 

Henning Schoon / Hildegard Mathies

 

Die Predigt von Stadtdechant Msgr. Robert Kleine können Sie hier abrufen und nachlesen. Die Ansprache von Stadtsuperintendent Dr. Bernhard Seiger gibt es hier zum Abrufen und Nachlesen.

 

Nach dem Gottesdienst war das Dreigestirn zu Gast bei DOMRADIO.DE. Das Interview können Sie hier nachlesen.

 

DOMRADIO.DE übertrug den ökumenischen Gottesdienst für Karnevalisten im Kölner Dom. In der Mediathek finden sich die Predigten sowie der gesamte Gottesdienst im Video, das Sie auch direkt hier abrufen können.

 

 

 

Stadt- und Domdechant Robert Kleine im DOMRADIO.DE-Interview zur Protestaktion im Kölner Dom

7. Januar 2022; ksd

Köln. Am Abend des Dreikönigstages fand vor dem Gottesdienst mit dem Apostolischen Administrator, Weihbischof Rolf Steinhäuser, eine Protestaktion von Umweltaktivisten im Kölner Dom statt. Während einige Aktivisten sich in den Mittelgang legten, hielten andere ein Protest-Transparent hoch. Ziel war es, unter anderem gegen die Klimapolitik und Zerstörungen durch den Tagebau zu protestieren, aber auch die Kirche dafür zu kritisieren, dass sie sich zu wenig für den Klimaschutz mit all seinen Aspekten einsetze. DOMRADIO.DE hat darüber mit dem Kölner Dom- und Stadtdechanten Msgr. Robert Kleine gesprochen. Das Interview können Sie hier nachlesen.

Kleine hatte versucht, die Demonstranten dazu zu bewegen, die Feier des Gottesdienstes nicht zu behindern. Der Stadt- und Domdechant, der sich selbst immer wieder für den Klimaschutz und Klimagerechtigkeit einsetzt, betont in dem Gespräch mit DOMRADIO.DE, dass man über die Themen natürlich diskutieren und auch streiten oder dafür demonstrieren könne. Dafür sei aber das DOMFORUM ein geeigneterer Ort oder auch die Domumgebung selbst. Er bitte aber um Verständnis dafür, dass weder ein Gotteshaus noch ein Gottesdienst ein geeigneter Ort oder Zeitpunkt dafür seien, „denn die sind uns auch heilig“.

 

Das Stadtdekanat Köln ist seit einigen Jahren Mitglied bei Churches for Future, einem ökumenischen Netzwerk für Klimagerechtigkeit. Weltweit engagieren sich beide Kirchen bei den Themen Klimaschutz und Klimagerechtigkeit sowie gegen den Klimawandel.

  

Stadtdechant Kleine zur Jahreswende: Missbrauchs- und Vertrauenskrise, Pandemie und Spaltung – Nichts ist sicher, doch Gottes Zusage an die Menschen gilt

2. Januar 2022; ksd

Köln. Im vergangenen Jahr hat nicht nur Corona das Leben vieler Menschen und der ganzen Welt (weiterhin) auf den Kopf gestellt. In der katholischen Kirche – und darüber hinaus – haben die Missbrauchs- und Vertrauenskrise Haupt- und Ehrenamtliche wie Gläubige vor innerliche und äußerliche Zerreißproben gestellt. Dennoch darf mensch hoffen. Das macht – trotz realitätsbewusster Bilanz – Kölns Stadtdechant Msgr. Robert Kleine in seiner Predigt zur Jahreswende deutlich:

„Das Virus hat uns die Planbarkeit und Kontrolle für uns und unsere Lebensentwürfe an vielen Stellen entzogen. Wir sind mehr denn je auf uns zurückgeworfen“, so Stadtdechant Kleine mit Blick auf das zweite Corona-Jahr. „An die Stelle von Selbstbehauptung und Selbstermächtigung treten Unsicherheit und Verletzlichkeit.“ Diese Unsicherheit, Angst, wirtschaftliche und gesundheitliche Sorgen, Einsamkeit und Isolation prägten auch im vergangenen Jahr weltweit den Alltag der Menschen.

Statt der erhofften Normalität durch die Impfung sehe die Realität zum Jahreswechsel anders aus: „Booster-Impfung, Impfverweigerer, 3G, Omikron-Variante, 2Gplus, erneute Absage vom traditionellen Sternsinger-Besuch zu Hause, von Veranstaltungen und dem Rosenmontagszug“, nennt Kleine Beispiele und fährt fort: „Kontaktbeschränkungen, weiterhin Infizierte, Erkrankte und Verstorbene, wieder der Blick auf Intensivbetten – und die Befürchtung, dass es zumindest in den nächsten Wochen nicht besser wird. Und für danach hoffen wir natürlich alle, dass sich unser Leben wieder normalisiert – was immer das heißen mag.“

 

Gesellschaft in der Krise: Spaltung, Hass und Hetze

 

Polarisierungen, spalterische Tendenzen und Zerwürfnisse – nicht nur in der Parteienlandschaft – seien 2021 noch offener zutage getreten, so der Stadtdechant. „Querdenker und Reichsbürger, Beschimpfung unserer freiheitlichen Demokratie als ,Diktatur’, gewaltbereite Demonstranten am rechten und linken Rand, offener Antisemitismus und Rassismus, Hass und asoziale Hetze in den sogenannten Sozialen Medien“, konstatiert Kleine gesellschaftlich kritische Entwicklungen. 

Hinzu kommen weitere Katastrophen und Krisen wie die Flutkatastrophe im vergangenen Juli an Ahr, Rhein und Sieg mit vielen Toten und unzähligen zerstörten Existenzen oder die Machtübernahme der Taliban in Afghanistan, welche die Lage vor allem für Frauen und Mädchen sowie für Regimekritiker und Ortskräfte, die mit den Alliierten zusammengearbeitet hatten, verschlechterte und verschärfte. 

 

Kirche in der Krise: Glaubwürdigkeits- und Vertrauensverlust

 

Die katholische Kirche stand im vergangenen Jahr weiterhin in der Kritik so der Kölner Stadtdechant, international, national und vor allem lokal, im Erzbistum Köln. Auch wenn manches an der Kritik überzogen sei und sie Haupt- wie Ehrenamtliche bedrücke und zermürbe – die Kritik ist generell berechtigt, macht Kleine deutlich.

Sexueller Missbrauch und sexualisierte Gewalt in der Kirche, die vor rund zehn Jahren öffentlich bekannt wurden, seien erwiesen. Priester, Ordensleute und andere kirchliche Mitarbeiter wurden zu Tätern und Täterinnen an Kindern und Jugendlichen. „Das sind furchtbare Verbrechen, für die die Täter mit aller Härte des weltlichen und kirchlichen Rechts zur Verantwortung gezogen werden mussten beziehungsweise müssen“, fordert Kleine einmal mehr. „Dabei muss die Aufmerksamkeit der Kirche in erster Linie den von sexualisierter Gewalt Betroffenen gelten – wobei alles getan werden muss, um zu verhindern, dass sich diese instrumentalisiert fühlen.“

Dem Willen zur Aufklärung folgte im Erzbistum Köln eine bis heute anhaltende Missbrauchskrise mit zwei Gutachten, Kommunikations- und anderen Fehlern, einer Auszeit für den Kölner Erzbischof, Kardinal Rainer Maria Woelki, sowie zuletzt Veröffentlichungen über Kosten in Millionenhöhe, rekapituliert der Stadt- und Domdechant. „Alles zusammen führte zu einer Vertrauens- und Glaubwürdigkeitskrise der Kirche, die sich in extremen Austrittszahlen – gerade auch in Köln – ausdrückt.“

 

Die Zukunft der Kirche braucht Engagement und Offenheit

 

„Wild Cards“ nennen US-Forscher „jene überraschenden Querschläger, die unsere Welt abrupt auf den Kopf stellen und Entwicklungen in eine gänzlich unerwartete Richtung lenken“, erläutert Kleine mit Blick auf die Krisen. Sie könnten aber auch positive Wirkungen haben. „Das kann auch für unsere Kirche gelten“, so der Stadtdechant: „Indem wir sensibler werden für die Menschen mit ihren Freuden und Sorgen. Indem wir versuchen, wieder glaubwürdig den Weg der Nachfolge Jesu zu gehen, der ohne Machtgehabe und Amtsgewalt zu den Menschen gegangen ist. Indem wir in einen neuen Dialog mit den Menschen eintreten, indem wir zunächst einmal zuhören und versuchen, die Position des anderen zu verstehen.“

„Eine hilfreiche, solidarische Kirche an ihrer Seite zu erleben – wäre das nicht eine tolle Erfahrung für die Menschen?“ Die künftige Gestalt von Kirche hängt davon ab, ob sie ihre Tür einladend für die Menschen in ihren unterschiedlichen Lebenssituationen und Lebensformen öffnen wird, betont Kleine. „Oder ob sie weiter Türen zulässt oder zustößt, um sich in einer Art Wagenburgmentalität von der Realität der Menschen und damit auch von den Menschen selbst abzuschotten.“ 

 

Kirche ist mehr als eine Summe von Fehlleistungen

 

Es gebe viele Menschen, die schon heute konkret Türen in der Kirche öffnen: „Im Engagement in der Caritas, in der Liturgie und in der Sakramenten-Vorbereitung, in der Hilfe für Geflüchtete und Obdachlose, in der Bildungsarbeit für Familien und Erwachsene, in der Sorge um Kranke und Einsame, in den Gremien unserer Gemeinden und Pfarreien, als Hauptamtliche und Ehrenamtliche.“ Ihnen alle gelten sein besonderer und aufrichtiger Dank als Stadtdechant.

Zu oft werde das Gute in der Kirche durch die Missstände und Skandale überdeckt oder nicht wahrgenommen, bedauert Kleine. Doch „gerade in diesem vielfältigen Engagement für die Menschen und für unser Gesellschaft zeigt sich ja, dass Kirche noch einmal mehr ist und eben nicht bloß eine Summe von Fehlleistungen, an denen man sich extern abarbeiten kann und an denen man intern leidet bis zur Verzweiflung“. Und weiter: „In all den Menschen, die Gutes tun, in jedem Gläubigen, in all dieser Arbeit für Gott und den Nächsten verwirklicht sich Kirche.“

 

Schritt für Schritt lernen, Gott zu vertrauen

 

Zur Jahreswende erneuert Gott seine Zusage an die Menschen: „Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht über dich leuchten und sei dir gnädig. Der Herr wende sein Angesicht dir zu und schenke dir Frieden“, zitiert Kleine aus dem Alten Testament, dem ersten Teil der Bibel. „Ich denke, dass dies sicherlich ein sehr hoher Anspruch an unseren Glauben und an unser Gottvertrauen ist, dass wir uns nicht ängstigen und fürchten sollen, aber vielleicht können wir im neuen Jahr Schritt für Schritt lernen, Gott zu vertrauen.“

Sein Appell: „Lebt Gott in uns, dann können wir auch dunkle Stunden, schlechte Tage und so manche ,Wild Card’ in den großen und kleinen Katastrophen und Dingen des Alltags und des Lebens überstehen“, sagt der Seelsorger. „Denn Gott ist mit uns und Gott ist in uns. Wir können deshalb gewiss sein: Gott schenkt uns Kraft und Hilfe und er will unser Heil auch im vor uns liegenden neuen Jahr!“

Und er erinnert daran, dass es darum geht in diesen Weihnachtstagen: „Wir feiern das Leben. Wir feiern, dass uns das Leben geschenkt worden ist, in Jesus Christus sogar neu geschenkt wurde; ein Leben, das auch angesichts aller Bedrohung durch die Pandemie oder anderer Schatten voller Hoffnung sein darf“, so Stadtdechant Robert Kleine. „Wir feiern das Geschenk des Lebens, zu dem Gott gerade mit seiner Menschwerdung unwiderruflich Ja sagt, beginnend bei der Krippe und über das Kreuz als Brücke in den Himmel hinein.“

 

Die gesamte Predigt können Sie auf der Facebook-Seite des Stadtdechanten nachlesen oder hier herunterladen.

 

Via Radio NRW hat Stadtdechant Robert Kleine allen Menschen ein gesegnetes, frohes neues Jahr gewünscht – und erklärt, warum die Kirche den Weltfriedenstag feiert.

 

Stadtdechant Kleine gegen Verlegung des Kölner Rosenmontagszuges

30. Dezember 2021; ksd

UPDATE: Am Samstag, 8. Januar, findet um 12 Uhr der traditionelle Gottesdienst für Karnevalisten im Kölner Dom statt (aufgrund der Corona-Lage nur für geladene Gäste). DOMRADIO.DE überträgt im Livestream. Der Kölner Stadtdechant Msgr. Robert Kleine und Stadtsuperintendent Dr. Bernhard Seiger leiten die Wort-Gottes-Feier, an der auch das Kölner Dreigestirn, das Kölner Kinderdreigestirn sowie Vertreter des Festkomitees Kölner Karneval und der kölschen Vereine teilnehmen. Mehr unter domradio.de

 

Köln. Auch 2022 sorgt das Corona-Virus dafür, dass der Kölner Karneval nicht wie gewohnt stattfindet. Nach der Absage des Sitzungskarnevals wird auch der Rosenmontagszug in der Domstadt nicht in seiner gewohnten Form stattfinden. DOMRADIO.DE hat mit dem Kölner Stadtdechanten Msgr. Robert Kleine, der auch der Feldhillije („Feldheiliger“) der Altstädter ist, über die aktuelle Situation und das Thema Verlegung des Zochs gesprochen.

Für Kleine ist klar, dass Karneval und Fastenzeit zusammengehören: „Ich bin da ganz klar einer Meinung mit dem Festkomitee-Präsidenten Christoph Kuckelkorn: Alles hat seine Zeit. Das ist ja auch das Karnevalsmotto in diesem Jahr: ,Alles hät sing Zick' (Alles hat seine Zeit), wie es auch im Buch Kohelet schon heißt“ , so der Stadtdechant. „Es gibt eben eine Zeit für Karneval vom Begriff her: Fastnacht – Fastelovend, Carne vale: auf Wiedersehen, Fleisch. Insofern ist das an die Fastenzeit gebunden, das richtige Feiern vorher. Das kann ich dann schlecht in den Sommer verlegen.“ Eine Verlegung des Kölner Rosenmontagszuges wie in Düsseldorf ist in Köln nicht geplant. Stattdessen werden Alternativen überlegt.

 

Sicherheit geht vor

 

Natürlich blutet auch dem begeisterten Karnevalisten Kleine das Herz bei der erneuten Absage, vor allem mit Blick auf die vielen Engagierten und das Kölner Dreigestirn, das dies bereits zum zweiten Mal erlebt. Aber für den Stadtdechanten geht die Sicherheit der Menschen klar vor. Er hofft auf 2023: „Ganz klar ist, dass in allen Bereichen das hinten anstehen muss, was die Ausbreitung auch der Omikron-Variante beflügeln würde“, so der Kölner Stadtdechant. „Ich glaube, schweren Herzens ganz abzusagen und dann zu hoffen, dass der Ausfall eben kein Brauchtum wird, wo es jetzt schon zweimal ausgefallen ist, sondern dass wir im übernächsten Jahr 2023, wenn auch das Festkomitee Kölner Karneval Jubiläum feiert, 200 Jahre. Dann hoffen wir, einen wirklich wunderbaren Zug erleben zu können und dass wir dann Corona so im Griff haben, dass es wie eine Grippe oder vergleichbar gehandelt wird. Da hoffen wir doch, dass wir nicht nur Karneval, sondern auch viele andere Dinge dann wieder ganz normal gestalten und auch feiern können.“

 

Das ganze Interview können Sie hier nachlesen.  Und hier ein Video von DOMRDIO.DE:

 

„Flagge zeigen: Auf das Leben!“ Stadtdekanat Köln und DOMFORUM beteiligen sich an bundesweiter Aktion für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus

10. Dezember 2021; ksd

Köln. Am Samstag, 11. Dezember, setzen das Stadtdekanat Köln und das DOMFORUM, das Haus der katholischen Kirche in Köln, ein sichtbares Zeichen gegen Antisemitismus und Ausgrenzung – und für jüdisches Leben. Zum 1700. Mal jährt sich dann der Tag, an dem jüdische Bürgerinnen und Bürger im damaligen Reich offiziell als Teil der Gesellschaft anerkannt wurden. Ein Dekret Kaiser Konstantins, das in Köln erlassen wurde, ist das früheste schriftliche Zeugnis über jüdisches Leben in Mitteleuropa. In ganz Deutschland werden an diesem Samstag unter dem Motto #AufdasLeben 1700 Flaggen wehen, um daran zu erinnern und gleichzeitig ein starkes Zeichen für die Gegenwart zu setzen – auch am DOMFORUM. 

 

„Geschichte darf sich nicht wiederholen“

 

Kölns Stadtdechant Msgr. Robert Kleine setzt sich immer wieder deutlich für ein gutes Miteinander der Menschen verschiedener Religionen und Nationen ein – und bezieht klar Stellung gegen jede Form von Antisemitismus, Rassismus und Ausgrenzung. Darum unterstützt er die Initiative #AufdasLeben:

 

„Die Würde und der ,Wert’ eines jeden Menschen sind unantastbar und unmessbar! Wenn Menschen Menschen ausgrenzen, ausschließen und sogar bedrohen, muss in einer Demokratie die Mehrheit dafür aufstehen und einstehen, dass diese Kräfte nicht das gesellschaftliche Miteinander dominieren und Leben bedrohen oder zerstören können. Es ist an uns allen, besonders an uns Christinnen und Christen, dafür zu sorgen, dass in unserem Land und überall sonst Menschen in Sicherheit, Frieden und Freiheit leben können. Darum zeigen wir Flagge – gegen Antisemitismus und für das Leben! Wir werden nicht darin nachlassen, immer wieder an der Seite unserer jüdischen Glaubensgeschwister dafür einzutreten, dass sich die Geschichte in diesem Land nicht wiederholt!“ 

 

„Diskriminierung und Hass dürfen nicht toleriert werden“

 

Auch Rainer Tüschenbönner, Leiter des DOMFORUMs, unterstützt die Initiative des Festjahres „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland” – #2021JLID – aus voller Überzeugung:

 

„Die jüdischen Gemeinden und die Menschen jüdischen Glaubens müssen unsere unbedingte Unterstützung haben, denn wir sind Geschwister im Glauben! Jede Form von Diskriminierung oder gar Hass, jeder Antisemitismus kann und darf in unserer Gesellschaft nicht toleriert werden. Deshalb: Flagge zeigen! Auf das Leben!“

 

„Selbstverständlicher Teil der Gesellschaft“

 

Diakon Jens Freiwald, Vertreter des Stadtdekanats und Vorstandsmitglied in der Kölnischen Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, ruft zu Wachsamkeit und Zivilcourage auf:

 

„Jüdisches Leben ist ein selbstverständlicher Teil unserer Gesellschaft. Dennoch sind Menschen jüdischen Glaubens und ihre Gemeinden immer wieder Ziele von Angriffen, Verleumdungen und Verschwörungstheorien. Deshalb gilt es nicht nur heute Flagge zu zeigen gegen Antisemitismus und Diskriminierung jeder Art. Auf das Leben!“

 

An der Aktion beteiligen sich zahlreiche öffentliche Einrichtungen, Landtage, Parteien, Synagogen, Kirchen, Schulen, Universitäten, Sportvereine, Volkshochschulen sowie der Zentralrat der Juden, Museen und Privatpersonen. In Köln engagieren sich die evangelische und die katholische Kirche gegen Antisemitismus und unterstützen die Aktion #AufdasLeben.

 

Neben dem Katholischen Stadtdekanat Köln zeigen auch der Evangelische Kirchenverband Köln und Region, die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Köln (ACK) und der Katholikenausschuss in der Stadt Köln Flagge.

 

Das Festjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ – #2021JLID – wurde jüngst bis zum 31. Juli 2022 verlängert. 

 

Mehr unter www.2021jlid.de und www.321.koeln

 

Wir freuen uns, wenn sich möglichst viele Menschen – mit oder ohne Flagge – an der Aktion beteiligen und unter den Hashtags #AufdasLeben und #2021JLID Position beziehen für ein friedliches Miteinander, gegen Ausgrenzung, Rassismus und Antisemitismus.

 

„Der Weg zu Gott ist unversperrt“: Stadtdechant Robert Kleine fordert eine solidarische Kirche der offenen Türen

5. Dezember 2021; ksd

Köln. Eine hilfreiche und solidarische Kirche der offenen Türen forderte Kölns Stadtdechant Msgr. Robert Kleine jetzt in der Jahresabschlussmesse der kfd, der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands im Erzbistum Köln, deren Diözesanpräses Kleine ist. Gleichzeitig warnte er vor einer Wagenburgmentalität in der katholischen Kirche.

Viele Menschen finden sich in ihrer Lebenssituation vor oder hinter verschlossenen Türen wieder, so Kleine in seiner Predigt im Kölner Dom. Nicht nur Inhaftierte oder psychisch traumatisierte Menschen, erklärte der Stadtdechant ausgehend von Bezügen auf Dietrich Bonhoeffer und das Borchert-Drama „Draußen vor der Tür“. „Wer ist heute draußen vor der Tür, auch hier vor unserem Dom?“, fragte Kleine und nannte Beispiele: „Die wohnungslosen Menschen, die auf unseren Straßen und Plätzen frieren. Draußen vor der Tür sind die Menschen, die Hab und Gut, ihre Wohnung, ihr Haus verloren haben in den Flutgebieten. Draußen vor der Tür sind die Menschen, die in dieser Pandemie voller Angst und Sorgen sind um ihre Existenz, auch beruflich, und um ihre Gesundheit, die in Sorge sind um ihre Lieben oder Menschen verloren haben. Draußen vor der Tür sind auch die, die innerhalb der Kirche Opfer sexualisierter Gewalt wurden und denen offene Türen und offene Ohren viel zu lange vorenthalten wurden.“

 

Die Zukunft der Kirche hängt von Offenheit und Öffnung ab

 

Es sei die Aufgabe von Kirche, sich dieser Türen anzunehmen und zu helfen, Türen die verschlossen sind, von außen zu öffnen, so der Stadtdechant. „Die Menschen, die sich von innen an Türen stoßen, sind schon genug belastet. Eine hilfreiche, solidarische Kirche an ihrer Seite zu erleben – wäre das nicht eine tolle Erfahrung?“ Die Realität aber sehe oft anders aus: „Leider machen ja nicht wenige die Erfahrung, dass ihnen die Türen in der Kirche verschlossen bleiben oder Türen vor der Nase zugeschlagen werden.“ Kleine weiter: „Die zukünftige Gestalt von Kirche in unserem Land und weltweit hängt davon ab, ob die Kirche ihre Tür einladend für die Menschen in ihren unterschiedlichen Lebenssituationen und Lebensformen öffnen wird. Oder ob sie weiter Türen zu lässt oder zustößt, um sich in einer Art Wagenburgmentalität von der Realität der Menschen und damit auch von den Menschen selbst abzuschotten.“ Es wird deutlich, dass die Zukunft der Kirche insgesamt für den Kölner Stadtdechanten auch von dieser Offenheit und von der Öffnung der Kirche abhängt.

Jesus Christus habe die Tür zu Gott geöffnet und sie lasse sich nie wieder schließen, so Kleine mit Bezug auf die Offenbarung des Johannes, die in der Bibel überliefert ist: „Der Weg zu Gott ist unversperrt“, betont Kleine. Das Türenöffnen sei immer eine gemeinsame Aufgabe der Christinnen und Christen mit Jesus Christus. „Tragen wir Licht vor allem auch zu den Menschen, die meinen, Türen blieben verschlossen“, spricht der Stadtdechant und kfd-Diözesanpräses nicht nur die Frauen des größten katholischen Verbandes an, sondern alle Christinnen und Christen.

 

Balance zwischen Engagement und Selbstfürsorge

 

Mit Blick darauf, dass gerade Frauen oft dazu neigen, ihre eigenen Bedürfnisse zu vernachlässigen und allen anderen unterzuordnen, rief Kleine die kfd-Frauen auch dazu auf, die Balance zwischen Engagement und Eigenliebe nicht aus dem Blick zu verlieren. „Auch Jesus hat sich ja zurückgezogen in die Wüste, um Kraft zu tanken und zu beten, um dann wieder Türen für uns öffnen zu können“, so Kleine. „Nachfolge heißt auch, diese Balance zu kennen, sich nicht zu verausgaben, sondern auch auf sich zu achten und dennoch wachsam zu sein für diejenigen, die draußen vor der Tür sind.“ Das meine Jesus, wenn er das Gebot der Liebe bezeichne als Dreiergebot, als Dreiklang: „Du sollst Gott lieben und den Nächsten – wie dich selbst. Dass wir auch auf uns selber achten. Wer gibt, muss auch selber etwas bekommen. Und wenn wir selbst zu uns stehen, wenn wir uns selber lieben können mit unseren Charismen und Talenten, auch mit unseren Schwächen und Fehlern, weil wir wissen, dass Gott uns liebt, dann können wir diese Liebe weitergeben an andere Menschen.“

 

Msgr. Robert Kleine ist (mit einer kurzen Unterbrechung) seit 2004 Diözesanpräses der kfd im Erzbistum Köln. Darüber hinaus ist er bei den diesjährigen Wahlen erneut zum Berater der Kommission „Frauen in Kirche und Gesellschaft“ der Deutschen Bischofskonferenz, einer Unterkommission der Pastoralkommission, gewählt worden.

 

www.kfd-koeln.de

 

Weihnachtsgottesdienste und Impulse zum Advent von Stadtdechant Robert Kleine

3. Dezember 2021; ksd

Köln. Alle Jahre wieder?„Nicht schon wieder“ denken aktuell viele Menschen beim Blick auf Coronazahlen, Maßnahmen und mehr. Kölns Stadt- und Domdechant Msgr. Robert Kleine ermutigt in seinen Impulsen auf Radio Köln dazu, den Advent gerade auch im Jahr 2021 ganz bewusst zu begehen. Kleine lädt dazu ein, aus unserem Herzen heraus Licht in die Dunkelheit der Welt zu bringen und sie für andere Menschen ein Stück weit heller zu machen. Und er macht Mut, denn: „Nicht Corona hat das letzte Wort – Weihnachten kommt Gott in die Welt!“

Die Gedanken zum Advent mit Msgr. Robert Kleine laufen jeweils dienstags auf Radio Köln, gegen 20.30 Uhr.

 

Erster Advent: hier nachhören.

Zweiter Advent: hier nachhören.

Teil drei gibt es hier zum Nachhören.

 

Besinnung und Stille

 

Im Advent geht es nicht um Glühwein oder Nikolaus, Geschenkekauf-Wettlauf oder Backrekorde. Es geht um Besinnung, um Stille – und um die Vorbereitung auf Weihnachten. Dazu lädt Kölns Stadt- und Domdechant Msgr. Robert Kleine in einem weiteren Beitrag auf Radio Köln ein. Nicht nur, aber besonders in der Corona-Zeit.

 

Weihnachtsgottesdienste mit Stadt- und Domdechant Robert Kleine

 

Wer mit dem Kölner Stadt- und Domdechanten Msgr. Robert Kleine Gottesdienste zu Weihnachten und zum Jahresabschluss feiern will, hat dazu verschiedene Gelegenheiten:

 

Freitag, 24. Dezember (Heiligabend), 16.30 Uhr Christvesper im Dom, 18 Uhr Christmette in St. Ursula

Samstag, 25. Dezember (Erster Weihnachtstag), 8.30 Uhr Hirtenmesse

Sonntag, 26. Dezember (Zweiter Weihnachtstag), 10.15 Uhr in St. Ursula

Freitag, 31. Dezember (Silvester), 9 Uhr Heilige Messe, 12 Uhr Mittagsgebet (beides im Dom), 18 Uhr Jahresschlussmesse in St. Ursula

 

Über die Gottesdiensttermine von Stadtdechant Kleine informieren wir Sie regelmäßig hier.

 

Damit's heller wird – Erfolgreiche Impf-Aktionen im DOMFORUM / Weiterer Termin am 23. Dezember

2. Dezember 2021; ksd

Köln. Erfolgreich verlief die erste von zwei Impf-Aktionen am DOMFORUM. Rund 500 Menschen nutzten am 3. Dezember die Gelegenheit, sich von den Maltesern und der Feuerwehr Köln ohne Termin impfen zu lassen. Die Aktion wird fortgesetzt am Donnerstag, 23. Dezember, von 11 bis 17 Uhr.

 

Eine vorherige Terminvereinbarung ist nicht nötig. 

 

Mitzubringen sind ein Impfausweis (sofern vorhanden) und der Personalausweis oder ein vergleichbares offizielles Dokument. Dies dient zur Überprüfung der Impfberechtigung.

 

Die ärztliche Impfaufklärung findet entweder vor Ort statt oder kann im Vorfeld eigenständig ausgefüllt werden. Die erforderlichen Unterlagen können auf folgender Seite heruntergeladen werden:

 

https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Impfen/Materialien/COVID-19-Aufklaerungsbogen-Tab.html

 

Angeboten werden Erst-, Zweit- und Booster-Impfungen. Es besteht keine Altersbegrenzung für die Booster-Impfung. Die Ärzte entscheiden über den Abstand zur zweiten Impfung.

 

Impfberechtigt sind Menschen ab 12 Jahren. 12- bis 17-Jährige müssen vor der Impfung eine schriftliche Einwilligung und eine Unterschrift auf dem Aufklärungsmerkblatt durch ihre Erziehungsberechtigten auf den Vordrucken des Robert Koch-Instituts sowie eine Ausweiskopie eines/einer Erziehungsberechtigten vorlegen. Werden sie von einer erziehungsberechtigten Person zur Impfung begleitet, genügt die schriftliche Einwilligung und das unterschriebene Aufklärungsmerkblatt des/der Erziehungsberechtigten.

 

www.domforum.de

   

ARD-Morgenmagazin berichtet über die Wohnungslosenseelsorge im Gubbio und ein neues Buch über „Köln im sozialen Lockdown“

29. November 2021; ksd

Köln. Das ARD-Morgenmagazin MOMA berichtete jetzt über die Katholische Wohnungslosenseelsorge im Gubbio. Reporterin Christa Sauerland übernachtete in der Kirche, die regelmäßig zum Nachtcafé für wohnungslose Menschen gleich welcher Konfession wird. Zudem gibt es ein neues Buch von Christina Bacher, Chefredakteurin des Straßenmagazins „Draussenseiter“, hat im Interview mit DOMRADIO.DE ein neues Buch vorgestellt, das die Erfahrungen von Wohnungslosen während der Corona-Zeit und des Lockdowns thematisiert: „Die letzten hier. Köln im sozialen Lockdown“. Darin geht es auch um das Nachtcafé, ein Angebot für Wohnungslose, bei dem auch das Gubbio regelmäßig seine Türen öffnet.

 

Den ARD-Beitrag über das Gubbio können Sie bis zum 23. November 2022 hier abrufen.

 

Mehr über das Gubbio erfahren Sie auf der Seite des Erzbistums Köln im Interview mit Schwester Christina Klein und Stefan Burtscher sowie unter www.gubbio.de

 

Spenden untersützen das Gubbio bei seiner Arbeit

 

Die Katholische Wohnungslosenseelsorge Gubbio ist eine Einrichtung des Gesamtverbands der katholischen Kirchengemeinden der Stadt Köln dem Rechtsträger des Katholischen Stadtdekanats Köln.

 

Spenden, etwa für die Winterhilfe, gehen auf das Konto:

 

Kontoinhaber: Gesamtverband der kath. Kirchengemeinden Köln

IBAN: DE 293 706 019 300 102 531 79

BIC: GEN ODE D1 PAX

Verwendungszweck: Obdachlosenseelsorge

 

Bei vollständiger Adressangabe kann eine Spendenquittung ausgestellt werden.

 

Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!

 

Erfahrungen in der Corona-Zeit

 

Herausgeberin Christina Bacher berichtet im Interview mit DOMRADIO.DE unter anderem darüber, wie Wohnungslose in Köln die Corona-Zeit bislang erlebt haben. Zeitweise kamen viele Wohnungslose aus anderen Ländern und Städten in die Domstadt, weil sie ohne Kontrollen mit dem Zug reisen konnten. In dem Gespräch mit Hilde Regeniter ging es auch um die Frage nach dem Impfstatus der Wohnungslosen.

Zudem berichtet Bacher anrührend vom Schicksal des Wohnungslosen Egbert. Er hatte nicht nur Vereinsamung und Übergriffe erlebt und musste mehrfach ins Krankenhaus – und starb am Ende.

 

Das ganze Interview können Sie hier nachlesen.

 

www.draussenseiter-koeln.de

   

Stadtdekanat Köln hilft unbürokratisch: Neue Koordinierungsstelle Inklusive Flutopferhilfe für Menschen mit Behinderung

14. November 2021; ksd

Köln. Vier Monate nach der verheerenden Flutkatastrophe an Erft, Sieg und Ahr sind die Folgen noch immer sicht- und vor allem spürbar. Zehntausende Menschen sind betroffen; der Wiederaufbau wird Jahre dauern. Viele Menschen sind traumatisiert. Eine Personengruppe unter den Betroffenen, die bislang kaum im Fokus der Öffentlichkeit stand, sind Menschen mit Behinderung. Das Katholische Stadtdekanat Köln hat darum gemeinsam mit mehreren Partnern das „Koordinationsbüro Inklusive Flutopferhilfe“ geschaffen. Koordinator Michael Schmidt hat jetzt seine Arbeit aufgenommen. Träger der neuen Stelle ist der Gesamtverband der katholischen Kirchengemeinden der Stadt Köln, der Rechtsträger des Stadtdekanats. Kooperationspartner und Unterstützer sind die Kämpgen-Stiftung, die Marga und Walter Boll-Stiftung, die Kurt & Maria Dohle-Stiftung, die Kölsche Funken rut-wieß von 1823 e.V., die Behindertenseelsorge des Erzbistums Köln sowie die Integrative Kirchengemeinde St. Georg in der Kölner Südstadt. Dort hat die neue Koordinierungsstelle auch ihren Sitz. 

„Für viele Menschen mit Behinderung ist die Bewältigung der Flutkatastrophe und ihrer Folgen eine besonders schwere, fast unlösbare Aufgabe. Sie sind in vielen Fällen überfordert und hilflos“, sagt Michael Schmidt, der neue Koordinator der Inklusiven Flutopferhilfe. Entsprechende Anfragen und Bitten um Hilfe und Unterstützung haben sich in der Integrativen Gemeinde St. Georg, wo auch das Diözesanzen­­­­-trum für Hörbehinderte angesiedelt ist, in den vergangenen Monaten gehäuft. Um schnellstmöglich helfen und die Anfragen besser kanalisieren zu können, wurde darum in Kooperation von Kirchengemeinde, Behindertenseelsorge des Erzbistums Köln und dem Stadtdekanat Köln, das mit dem Gesamtverband der katholischen Kirchengemeinden der Stadt Köln die Trägerschaft übernommen hat, die neue Stelle geschaffen. Für eine gesicherte Finanzierung und die Ausstattung gab es großherzige Unterstützung durch die Kämpgen-Stiftung, die Marga und Walter Boll-Stiftung, die Kurt & Maria Dohle-Stiftung sowie die Roten Funken.

 

Erste Einsätze und Unterstützung in den Flutgebieten

 

Seine ersten Besuche und Gespräche in den betroffenen Gebieten hat Schmidt bereits hinter sich. Dabei geht es nicht nur darum, sich selbst ein Bild von der aktuellen Lage vor Ort zu machen, sondern auch darum, vorhandene Strukturen und Netzwerke kennen zu lernen und die Arbeit für Menschen mit Behinderung zu bündeln. Auch unmittelbar mit Betroffenen hat Michael Schmidt schon Kontakt gehabt und etwa einer Eifelerin beim Ausfüllen des Online-Antrags auf eine Förderung des Landes Nordrhein-Westfalen geholfen. „Ihr Haus ist zur Hälfte durch eine Flutwelle zerstört worden“ , berichtet Schmidt. Die gewaltige Welle hatte Autos ineinandergeschoben, die dann die Häuserfront wegrissen. Nun muss das alte Fachwerkhaus ganz abgetragen werden. Schmidt half der Frau Schritt für Schritt bei dem Online-Antrag. Anschließend fuhr er mit ihr gemeinsam zum vorher vereinbarten Beratungstermin ins Rathaus von Schleiden, um dort zusammen mit dem Verwaltungsbeamten den Antrag abzuschließen.

„Welche Hilfen kann ich erwarten? Was zahlt die Versicherung? Wann kann ich wieder nach Hause zurück und mein ,normales‘ Leben weiterleben? Wo bleibe ich in der Zwischenzeit? Und was soll ich machen, wenn mein Haus abgerissen wird und ich umziehen muss?“: Bei Fragen wie diesen will Schmidt helfen – direkt, aktiv oder vermittelnd, in jedem Fall aber unbürokratisch und niedrigschwellig. „ Es ist ja vor allem die große Ungewissheit, wie es weitergeht, die die Menschen belastet“, sagt der Koordinator. Existenzielle Sorgen und Ängste um die Zukunft treffen Menschen mit Behinderung, die im gesellschaftlichen Alltag ohnehin oft schon benachteiligt sind, besonders hart. 

 

Ein traumatherapeutisches Netzwerk aufbauen

 

Bislang war der Fluthilfe-Koordinator in Blessem, Gemünd, Bad Neuenahr-Ahrweiler und im Rhein-Sieg-Kreis. Auch wenn er die Bilder der Zerstörung aus den Medien kannte, hat den 60-Jährigen das persönliche Erleben tief bewegt. „Zu sehen, dass eine ganze Stadt betroffen ist, hat mich umgehauen“, sagt Schmidt. „Das konnte ich mir trotz der Fernsehbilder so nicht wirklich vorstellen.“ Katastrophal sei die Lage nach der Flut überall, sagt er, „aber an der Ahr war es noch katastrophaler, da ist fast jeder betroffen“. 

Vielerorts sind die sichtbarsten Folgen der Flutkatastrophe beseitigt, gehen die Aufräumarbeiten voran und wird mit dem Wiederaufbau begonnen. Mit den Folgen der Flut werden viele Menschen aber noch Jahre zu tun haben. Vor allem die psychischen und andere, persönliche Folgen der traumatischen Erfahrung werden sich erst im Laufe der Zeit bemerkbar machen. Die Hilfe für traumatisierte Menschen ist eines der Hauptanliegen der Inklusiven Flutopferhilfe. „Wir stehen jetzt noch ganz am Anfang, aber wir wollen so rasch wie möglich ein traumatherapeutisches Netzwerk aufbauen“, erklärt Michael Schmidt.

Dabei geht es nicht nur darum, qualifizierte Therapeutinnen und Therapeuten zu finden, die Gebärdensprache beherrschen, sondern auch darum, gebärdensprachkompetente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Seelsorge sowie in sozialen Einrichtungen für eine traumatherapeutische Zusatzqualifizierung zu gewinnen. Darüber hinaus werden für Betroffene Gebärdendolmetscher vermittelt, die Menschen mit Höreinschränkung etwa beim Gang zu Ämtern und Behörden begleiten können. Auch auf Beratungsangebote anderer Institutionen, beispielsweise der Katholischen Ehe-, Familien- und Lebensberatung oder der Caritas, wird verwiesen. 

 

„Wir müssen einfach helfen“

 

Kölns Stadtdechant Msgr. Robert Kleine und Rudger von Plettenberg, der Geschäftsführer des Gesamtverbandes der katholischen Kirchengemeinden der Stadt Köln, haben nicht zweimal überlegt, ob sie die Initiative des Diözesanzentrums St. Georg – namentlich von dessen Leiter, Pfarrer Dr. Hermann-Josef Reuther –  und von Dr. Juliane Mergenbaum, Diözesanreferentin für Menschen mit Hörbehinderung, unterstützen. „Die schrecklichen Bilder von der Flut wird niemand vergessen. 180 Menschen haben ihr Leben verloren, zehntausende sind betroffen – für uns als Christen ist es keine Frage, dass wir da einfach helfen müssen“, sagt Stadtdechant Kleine. „Es ist ein Akt der Solidarität und vor allem der Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe. Menschen mit Behinderung brauchen jetzt Hilfe und Unterstützung, die auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist. Ich freue mich, dass es mit Hilfe von Stiftungen und engagierten Karnevalisten unserer Stadt gelungen ist, diese neue Koordinationsstelle rasch einzurichten und auszustatten. Das ist ein Zeichen gelebter Solidarität.“

Rudger von Plettenberg hebt die gute Kooperation und schnelle Hilfsbereitschaft hervor: „Ich freue mich, dass es gelungen ist, unkonventionell, mit verschiedenen Partnern in dieser Katastrophe Menschen Hilfe anbieten zu können, die im normalen Alltag schon mit vielen Einschränkungen leben müssen“, sagt der Geschäftsführer des Gesamtverbandes.

 

Bewährte Zusammenarbeit und Netzwerke

 

„Es hat sich vieles ganz schnell und sehr gut zusammengefügt, um diese Stelle einrichten zu können. Die seit vielen Jahren bewährte Zusammenarbeit unserer Seelsorge für Menschen mit Hörbehinderung und der Kämpgen-Stiftung hat hier den Anfang gemacht“, betont der Initiator und Leiter des Diözesanzentrums St. Georg, Pfarrer Dr. Hermann-Josef Reuther. „Die jeweilige Vernetzung beider Einrichtungen hat dann dazu geführt, dass Trägerschaft und Finanzierung sowie Stellenbeschreibung und Personalfindung so schnell erfolgen konnten. Es ist schon toll zu erleben, dass so etwas so schnell und unkompliziert möglich ist.“

Auch Initiatorin Dr. Juliane Mergenbaum, Leiterin des Referats Behinderten- und Psychiatrieseelsorge im Erzbistum Köln, hebt die gute Zusammenarbeit auf allen Ebenen hervor: „Es hat sich in dieser aktuellen Situation wieder gezeigt, wie wichtig gut funktionierende Netzwerke sind – und ein solches haben wir in unserem Arbeitsfeld Gott sei Dank“, sagt die an St. Georg tätige Hörbehindertenpädagogin. „Als wir über die Herausforderung sprachen, Flutopfern mit Behinderung koordinierte Hilfen zukommen zu lassen, sagte eine Kollegin des Kölner Caritasverbandes zu mir, dass über diese Art des gemeinsamen Einstehens für ein gerade sehr notwendiges Projekt unsere ohnehin schon gute Zusammenarbeit noch einmal eine besondere Qualität bekommen würde.“ Und davon, sind sich Mergenbaum und Reuther einig, „profitieren alle, vor allem aber die Betroffenen“ .

 

Information

 

Zielgruppen des Koordinationsbüros Inklusive Flutopferhilfe sind Menschen mit Behinderungen, die von der Flutkatastrophe an Erft, Sieg und Ahr betroffen oder mitbetroffen sind: Menschen mit kognitiven und körperlichen Einschränkungen sowie Sinnesbehinderungen; Menschen mit einer psychischen Erkrankung und Behinderung; Familien mit behinderten Angehörigen: Menschen mit Behinderung, die durch die Erfahrung traumatisiert wurden; traumatisierte Kinder und Jugendliche aus den Familien; ältere und hochbetagte Menschen mit Behinderung, die nicht mehr über die Ressourcen verfügen, die Belastungen zu bewältigen.

 

Kontakt

 

Koordinationsbüro Inklusive Fluthilfe
Michael Schmidt
c/o Katholische Kirchengemeinde St. Georg
Georgstraße 6-8
50676 Köln
01522 2606051
michael.schmidt@erzbistum-koeln.de

 

Mehr unter https://flutopferhilfe.georg-koeln.de

 

Zur Person

 

Michael Schmidt, 60, stammt aus Köln. Er kommt aus den Bereichen Marketing und Kommunikation und war zuletzt Abteilungsleiter Marketing und Unternehmenskommunikation eines Gesundheitsdienstleiters, der mehrere Rehabilitationskliniken sowie eine Einrichtung für geistig und körperlich behinderte Menschen betreibt. Die Einrichtungen mit Verwaltungssitz in Gelsenkirchen hat er zur Holding zusammengeführt.

 

„Auch Gewalt ist pandemisch“: Veranstaltungen zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen (16. und 25. November)

13. November 2021; ksd/apk

Köln. Am Donnerstag, 25. November, wird der Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt an Frauen, auch Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen, begangen. Ein interreligiöser Kölner Aktionskreis lädt an diesem Tag zum Abendgebet in die Kirche St. Severin ein (Severinskirchplatz). Beginn ist um 18 Uhr. Weitere Informationen auf diesem Plakat.

 

Aufstandsgebete und Gottespoesie gegen sexuellen Missbrauch

 

Bereits am Dienstag, 16. November, findet in der Christuskirche eine Veranstaltung im gleichen Kontext statt. Die Autorin Carola Moosbach schreibt Aufstandsgebete und Gottespoesie gegen sexuellen Missbrauch. Dr. Aurica Jax, Leiterin der Arbeitsstelle für Frauenseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz und eine der Herausgeberinnen, stellt das neue Buch Moosbachs zur Theopoesie vor. Beginn ist um 19 Uhr.

„Die spirituellen Verwüstungen, die sexuelle Gewalt auch im kirchlichen Kontext verursachen, brauchen eine neue und inspirierende (Gebets-) Sprache und Worte, die heilen und stärken. Der Theopoesie von Carola Moosbach gelingt es, aus der Tiefe ins Leuchtende Du zu sprechen und somit Worte für heftige Auseinandersetzungen und verlorene und wiedergefundene Gottesbeziehung zu finden“ , so die Ausschreibung zur Veranstaltung. 

Die Veranstaltung findet mit Blick auf die „Orange Days“ statt, wie der 25. November auch genannt wird. An diesem Tag machen Organisationen und Frauenrechtsbewegungen weltweit darauf aufmerksam, dass täglich unzäjhlige Frauen und Mädchen weltweit Gewalt und Unterdrückung erleben. Als Zeichen des Protests leuchten zahlreiche Gebäude in Orange und setzen damit ein starkes Signal gegen Gewalt.

Die Teilnahme an der Veranstatung in der Christuskirche (Dorothee-Sölle-Platz) ist kostenlos. Eine Anmeldung ist erforderlich.


www.melanchthon-akademie.de

  

 

Muezzin-Ruf in Köln: Erste Anträge

12. November 2021; ksd

UPDATE: Im Interview mit DOMRADIO.DE erklärt Professor Dr. Thomas Lemmen vom Referat „Dialog und Verkündigung“ im Erzbistum Köln, warum er das Projekt sinnvoll findet. Hier zum Nachhören.

 

Mittlerweile liegen der Stadt Köln mehrere Anträge von Moschee-Gemeinden vor, darunter von der Zentralmoschee in Ehrenfeld.

 

Köln. Anfang Oktober verkündete die Stadt Köln für viele überraschend, dass der muslimische Ruf des Muezzins zum Freitagsgebet künftig möglich sein wird. Damit wurde ein zweijähriges Modellprojekt für Moscheegemeinden in Köln gestartet. Nun hat eine erste Gemeinde einen entsprechenden Antrag gestellt, weitere haben ihr Interesse bekundet. Zwei Podiumsdiskussionen greifen am 22. und 23. November das Thema auf.

 

1. Podiumsdiskussion an der Karl Rahner Akademie (Jabachstraße 4-8)

 

„frank und frei“ zur Debatte um das Modellprojekt der Stadt Köln und das Verhältnis Staat/Religionen

Montag, 22. November, 19 Uhr, online und als Präsenz-Veranstaltung (Zugang nach 2G)

 

Ausschreibung der Veranstaltung:

 

Künftig ist auch in Köln der Ruf zum islamischen Freitagsgebet im Grundsatz möglich. Obwohl nur als Modellprojekt gestartet, hat diese Entscheidung der Stadt weit über Köln hinaus heftige Diskussionen ausgelöst. Für Befürworter ist der Ruf des Muezzins – wie das Glockengeläut der christlichen Kirchen – Bestandteil der durch die Verfassung garantierten Religionsfreiheit und Ausdruck der gelebten Vielfalt in Köln. Kritiker bewerten diese Entscheidung hingegen als „falsches Zeichen der Toleranz und als ein Einknicken vor dem politischen Islam“.

DuMont-Chefkorrespondent Joachim Frank diskutiert mit seinen Gästen bei „frank & frei“, der Talk-Reihe des „Kölner Stadt-Anzeiger“, die unterschiedlichen Positionen und erörtert auch die grundsätzliche Frage, wieviel Öffentlichkeit der Religion in einer säkularen Gesellschaft eingeräumt werden soll.  

 

Auf dem Podium:

 

Professorin Dr. Katajun Amirpur, Professorin für Islamwissenschaft an der Universität zu Köln

Dr. Werner Höbsch, früherer Referatsleiter Interreligiöser Dialog unter anderem des Erzbistums Köln, Vorsitzender des Trägervereins der Karl-Rahner-Akademie

Lamya Kaddor MdB, Islamwissenschaftlerin

Ingrid Matthäus-Maier MdB a.D., Mitglied im Beirat der Giordano-Bruno-Stiftung und Mitbegründerin des Arbeitskreises „Säkulare Sozialdemokrat_innen“ in der SPD 

Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland

Vertreter*in der Stadt Köln (angefragt)


Teilnahmegebühr: 8 Euro, mit Abocard des Kölner Stadt-Anzeigers: 4 Euro

 

Weitere Infos und Anmeldung online.

 

2. Podiumsdiskussion im DOMFORUM (Domkloster 3)

 

Veranstaltung von: Katholisches Bildungswerk Köln, Melanchthon Akademie, Katholikenausschuss in der Stadt Köln

Dienstag, 23. November, 19.30 Uhr

 

Ausschreibung der Veranstaltung:

 

Am 7. Oktober überraschte die Stadt Köln mit der Pressemitteilung, dass der Ruf zum Freitagsgebet künftig möglich sein wird. Damit wurde ein zweijähriges Modellprojekt für Moscheegemeinden in Köln gestartet. Die Stadt argumentiert: „Während in christlichen Kirchen die Glocken geläutet werden, um die Gläubigen zum gemeinsamen Gottesdienst zu rufen, sind es in den Moscheen muslimischer Glaubensgemeinschaften die Rufe des Muezzins, die diesen Zweck erfüllen.“ Zum Ende der zweijährigen Projektlaufzeit werden die Stadt und die beteiligten Moscheegemeinden gemeinsam ihre Erfahrungen auswerten, um auf dieser Basis zu entscheiden, ob die neue Regelung beibehalten werden kann.

Diese Mitteilung hat über die Kölner Stadtgrenzen hinaus eine intensive und kontroverse Diskussion ausgelöst. Es wird auf der einen Seite auf die Religionsfreiheit und die Tatsache hingewiesen, dass der Islam mittlerweile ein fester Bestandteil der deutschen Gesellschaft ist. Dieses Projekt ist in einer weltoffenen Stadt ein Zeichen der gegenseitigen Akzeptanz der Religion und setzt ein Bekenntnis zur grundgesetzlich geschützten Religionsfreiheit. Auf der anderen Seite wird dieses Projekt als falsches Zeichen gesehen, das unpassend ist, Menschen verunsichert, Islamismus fördert und Integration verhindert. In einer teilweise überhitzten Debatte möchten wir mit dieser Podiumsdiskussion Informationen geben, Fakten sehen, Betroffene hören und vor allem sachlich und fair diskutieren.

 

Auf dem Podium:

 

Bettina Baum, Designierte Amtsleiterin des Amtes für Integration und Vielfalt, Stadt Köln
Professor  Dr. Stefan Muckel, Professor für Öffentliches Recht und Religionsrecht, Universität zu Köln
Professor Dr. Thomas Lemmen, Referat Dialog und Verkündigung, Erzbistums Köln; Honorarprofessor an der Katholischen Hochschule
Nordrhein-Westfalen, Köln
Abdassamad El Yazidi, derzeitiger Sprecher des Koordinierungsrates der Muslime in Deutschland (KRM)
Dr. Lale Akgün, von 2000-2009 Mitglied des Deutschen Bundestages. Mitbegründerin der Initiative Säkularer Islam
Pfarrerin Dorothee Schaper Melanchthon-Akademie Köln
Moderation: Marfa Heimbach

 

Teilnahme gebührenfrei. Diese Veranstaltung findet gemäß den am Veranstaltungstag geltenden Corona-Regeln statt.

 

Weitere Infos und Sitzplatzreservierung online.

 

Erster Antrag bei der Stadt eingegangen

 

Ein erster Antrag einer Moschee für den Muezzin-Ruf ist laut Medienberichten bei der Stadt Köln eingegangen. Laut BILD soll es sich um eine Gemeinde in Mülheim handeln. Laut Kölner-Stadt-Anzeiger handelt es sich dabei nicht um eine der Ditib angeschlossenen Gemeinde. Der deutsch-türkische Moscheeverband ist Träger der Ehrenfelder Zentralmoschee und weiterer Gemeinden. Der Verband ist umstritten, da er von Kritikern als „verlängerter Arm“ des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan betrachtet wird. Zehn weitere Kölner Moschee-Gemeinden hätten Interesse bekundet, berichteten die Medien.

  

Literatur aus den Gefängnissen Syriens – eine Lesung syrischer Autorinnen und Autoren (13. uns 14. November)

9. November 2021; ksd

Köln. Die zweitägige Veranstaltung „Literatur aus Syrien – Literatur aus den Gefängnissen Syriens“ soll den „Fokus auf die unmenschlichen Zustände in den Gefängnissen des Assad-Regimes am Ende des letzten und Anfang dieses Jahrhunderts werfen“. Viele Inhaftierte sind politische Gefangene, die regelmäßig gefoltert werden, um sie zum Schweigen zu bringen. Wer das diktatorische Regime auch nur ansatzweise kritisiert, landet in einem der mehr als 30 Gefängnisse in dem Land, das seit zehn Jahren im (Bürger-)Kriegszustand und seit Jahrzehnten eine Diktatur ist. Wie viele Menschen in den Gefängnissen sterben, lässt sich nur ahnen. Schriftsteller*innen und Dichter*innen, die die menschenverachtende Gefängniszeit überlebt haben und das Land verlassen konnten, haben ihre Erfahrungen dokumentiert.

Am Samstag, 13. November, von 16 bis 18 Uhr und Sonntag, 14. November, von 15 bis 17 Uhr lesen syrische Autor*innen im Filmforum im Museum Ludwig aus Dokumentationen, Romanen und Memoiren. Im offenen Gespräch geht es dann um die Frage, wie sich die traumatischen Erfahrungen literarisch verarbeiten lassen. Das Programm ist an beiden Tagen unterschiedlich.

 

Programm am Samstag, 13. November:

Mabad Al Hassun: Einbruch der Finsternis

Muhammad al- Maghut: Geht auf Zehenspitzen, denn die Heimat liegt im Sterben

Jaber Baker: Die göttlichen Prozesse 601

 

An der Diskussion nehmen teil: Jaber Baker, Schriftsteller, Journalist,Menschenrechtsaktivist und Leiter des Bereichs Syrien am Skeyes Center für Medien und kulturelle Freiheit; Dr. Stephan Milich, Orientalisches Seminar der Universität Köln; Manhal Alo, syrischer Aktivist, lebt und arbeitet in Deutschland; Mabad Al Hassun, syrischer Schriftsteller, lebt und arbeitet seit 2016 in Frankreich.

 

Programm am Sonntag, 14. November:

Muhammad al- Maghut: Geht auf Zehenspitzen, denn die Heimat liegt im Sterben

Diya Annan: Eine Syrische Nacht

Aeham Ahmad, Andreas Lukas: Taxi Damaskus

 

Diskussionsteilnehmer sind: Aeham Ahmad, der palästinensisch-syrische Musiker aus Yarmouk/Damaskus wurde als „Pianist aus den Trümmern“ über die Grenzen von Deutschland und Europa hinaus bekannt; Diya Annan, syrischer Schriftsteller, lebt und arbeitet in Deutschland; Dr. Andreas Lukas, Autor und Journalist, gemeinsam mit Aeham Ahmad hat er das Buch „Taxi Damaskus“ verfasst.

 

Das Literatur-Projekt wird veranstaltet vom Verein „17_3_17“, Verein der Förderer des Austauschs deutscher und syrischer Kultur, in Kooperation mit Amnesty International. Die Aktion Neue Nachbarn im Erzbistum Köln gehört zu den Unterstützern des Projekts.

 

Mehr zum Hintergrund und Informationen zur Veranstaltung im Info-Flyer.

 

Für die Teilnahme wird um Anmeldung gebeten (unter Angabe der Kontaktdaten): 17-3-17@email.de

 

Ökumenischer Gottesdienst für die Unbedachten mit Überführung durch die Innenstadt (16. November)

2. November 2021; ksd

Köln (ak/ksd). Ein Menschenleben soll nicht spurenlos verlöschen, wenn ein Mensch stirbt. Darum wird seit rund fünfzehn Jahren in Köln in ökumenischer Verbundenheit der sogenannten „ Unbedachten“ gedacht – Verstorbener, die ohne Trauerfeier bestattet wurden.

Am Dienstag, 16. November, wird das „Buch der Unbedachten“, das an sie erinnert, in einer feierlichen Prozession von der AntoniterCityKirche, Schildergasse 57, nach St. Aposteln, Neumarkt 30, überführt. Mit dabei sind der katholische Stadtdechant Msgr. Robert Kleine, Pfarrer Uwe Rescheleit, zweiter Stellvertretender Superintendent des Ev. Kirchenkreises Köln-Mitte, der evangelische Citypfarrer Markus Herzberg und Ratsmitglied Elfi Scho-Antwerpes. Beginn ist um 18 Uhr in der AntoniterCityKirche.

Im vergangenen Jahr konnte die Translatio aufgrund der Corona-Situation nicht als öffentliche Veranstaltung durchgeführt werden. Umso mehr freuen sich beide Konfessionen, dass dieses wichtige Anliegen der Erinnerung an verstorbene Bürgerinnen und Bürger der Stadt in diesem Jahr wieder in größerer ökumenischer Gemeinschaft stattfinden kann.

Das „Buch der Unbedachten“ wird jeweils zum Ende des Kirchenjahres von der einen Konfession an die andere übergeben. Im kommenden Jahr erinnern die beiden christlichen Kirchen an die Verstorbenen in einer würdigen Feier im gemeinsamen Gebet in der Kirche St. Aposteln. Seit 2006 wird dieser Gedenkgottesdienst für die Unbedachten regelmäßig gefeiert – an jedem dritten Dienstag eines Monats.

Die ökumenischen Feiern finden im jährlichen Wechsel in St. Aposteln und in der AntoniterCityKirche statt. Initiiert hat diese Gedenkfeiern ein Initiativkreis aus katholischen und protestantischen Christinnen und Christen. Gemeinsam mit dem Ordnungsamt der Stadt Köln und dem Bestatterverband Köln wurde dann dieser regelmäßige Gedenkgottesdienst ins Leben gerufen.

 

Für die Teilnahme gilt nach aktuellem Stand die 3G-Regel.

 

Der Gottesdienst für die Unbedachten findet regelmäßig an jedem dritten Dienstag eines Monats statt, im jährlichen Wechsel in St. Aposteln und in der Antoniterkirche.

 

9. November: Gedenkveranstaltung zum 83. Jahrestag Reichspogromnacht 1938 in der Kölner Synagoge

2. November 2021; ksd

Köln. Vor 83 Jahren, vonm 9. auf den 10. November 1938, brannten die Synagogen. Sie brannten im gesamten Deutschen Reich, in Österreich und in der Tschechoslowakei. Der 9. November ist der Tag, an dem organisierte Schlägertrupps der Nazis jüdische Geschäfte und Gotteshäuser in Brand setzten, Privatwohnungen plünderten und verwüsteten. Es ist der Tag, an dem tausende Jüdinnen und Juden misshandelt, verhaftet oder getötet wurden. Spätestens an diesem Tag konnte jeder in Deutschland sehen, dass Antisemitismus bis hin zum Mord staatsoffiziell geworden war.
Ein Anschlag in Paris diente als Vorwand für diese Taten. Er diente als Vorwand für das vehemente Aufflammen von Verschwörungstheorien, die in einem Völkermord enden sollten.

Die Synagogen-Gemeinde Köln und die Kölnische Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit laden am Dienstag, 9. November, zum Gedenken in der Synagoge, Roonstraße 50, ein. Beginn ist um 17.30 Uhr.

 

Eine schriftliche Anmeldung (bis zum 2. November) ist erforderlich: event@sgk.de

 

Für die Veranstaltung gilt die 3G-Regel, eine Teilnahme ist nur für Geimpfte, Genesene oder Getestete möglich (Nachweis und Personalausweis mitbringen).

 

Diakon Jens Freiwald hat als Vertreter des Katholischen Stadtdekanats Köln im Vorstand der Kölnischen Gesellschaft an der Vorbereitung der Veranstaltung mitgearbeitet.

 

Das Info-Plakat zur Gedenkveranstaltung finden Sie hier.

 

Ökumenische Andacht und Lichterfeier am Welttag verstorbener Kinder (12. Dezember)

2. November 2021; ksd

Köln. Am Sonntag, 12. Dezember, dem Weltgedenktag verstorbener Kinder, laden die katholische und die evangelische Kirche wieder zu Andacht und Lichterfeier ein.

Was es bedeutet, wenn Kinder früh versterben, erzählt Familie K. im unten stehenden Beitrag. 

 

Andacht, Lichtergang und Lichterfeier

  

Am Sonntag, 12. Dezember, wird um 19 Uhr eingeladen zur Lichterfeier in die Kirche Hl. Johannes XXIII., Pariser Platz, Köln-Chorweiler. Alle Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, um 19 Uhr ein Licht ins Fenster zu stellen zum Gedenken an verstorbene Kinder. Weltweit gedenken Angehörige an diesem Tag ihrer verstorbenen Kinder. Durch die Zeitverschiebung von jeweils einer Stunde erlöschen die Kerzen in einer Zeitzone und werden in der nächsten entzündet. Dadurch entsteht der Einddruck einer Lichterwelle, die in 24 Stunden einmal um die gesamte Erde wandert.

 

Eine Familie mit drei Sternenkindern

 

Im Mai 2020 bestattete die Familie Eva und Frank K. (Namen wurden geändert) ihr drittes Sternenkind auf dem Gräberfeld der katholischen Pfarrgemeinde St. Pankratius am Worringer Bruch. Sie haben dort einen Ort gefunden, an dem die junge Familie mit ihren drei Kindern im Alter von drei, fünf und sieben Jahren trauern können.

Sternenkinder sind Kinder, die nie das Licht der Welt erblicken. Sie versterben vor oder während der Geburt. Wenn Eltern mit dem Tod des ungeborenen Säuglings konfrontiert werden, bricht für sie eine Welt zusammen. Alle Freude und Hoffnung sterben, weil sie nach der Geburt ihr Baby nicht im Arm halten und nach Hause bringen können. Das Leben ändert sich schlagartig. 

Wenn das Unfassbare geschieht, kann die Umwelt mit dem Schmerz der Betroffenen oft nicht umgehen. Erst recht verstehen viele Menschen nicht, dass ein so kleines Baby, das für sie noch gar nicht sichtbar war, sogar beerdigt werden soll. Das kann Familie K. nur bestätigen: „Es gab Menschen, die unseren Schmerz nicht verstanden und akzeptiert haben. Sie reagierten verständnislos, unsensibel und respektlos auch auf unsere Entscheidung, unser 18 Wochen altes Sternenkind bestatten zu wollen. Wir konnten uns oft anhören ‚Ihr habt doch drei gesunde Kinder‘, ‚Man kann doch nochmal neu machen‘ oder ‚Es hat doch noch nicht gelebt, ihr übertreibt es‘. Aber es gab auch Menschen, die uns viel Zuspruch und Trost gegeben haben und auch die Bestattung eine schöne Idee fanden. Sie gehen auch regelmäßig mit auf den Friedhof. Von ihnen fühlt man sich verstanden und sie geben einem viel Kraft.“

 

„Ein schöner und fröhlicher Ort“

 

Das erste Sternenkind der Familie starb in der 12. Schwangerschaftswoche. Es wurde in einem Sammelgrab auf dem Melaten-Friedhof beigesetzt. Das zweite Sternenkind verlor Eva K., bevor die Schwangerschaft richtig festgestellt wurde. „Wir sind bis heute unglücklich darüber und konnten es nie verarbeiten, weil eine Sammelbestattung für uns nicht die richtige Entscheidung war, was wir im Nachhinein feststellten", erzählen Eva und Frank K. „Wir wurden auf den Sternenkinderfriedhof in Roggendorf-Thenhoven 2017 beim Taufgespräch für unsere drei lebenden Kinder aufmerksam gemacht. Bei dem Gespräch mit dem Diakon der Pfarrei St. Pankratius am Worringer Bruch hat unser ältester Sohn von unseren zwei Sternenkindern erzählt. Der Diakon sagte, dass auf dem Gräberfeld ein Stern für alle unvergessenen Sternenkinder aufgestellt wird – also auch für unsere beiden. Wir haben uns bei unserem dritten Sternenkind für die Beerdigung in Roggendorf-Thenhoven entschieden, weil es so ein schöner und fröhlicher Ort ist.“

 

Trost und Hoffnung


Wenn Eltern auf dem katholischen Friedhof in Roggendorf-Thenhoven ihr Sternenkind beerdigen möchten, müssen sie nicht katholisch sein. Auf Wunsch kann ein Seelsorger angesprochen werden. Der Diakon der Pfarrei St. Pankratius begleitete Familie K. in ihrer Trauer und bei der Beerdigung: „ Wir haben in der Zeit mit ihm viel Trost und Hoffnung erfahren“, erinnert sich die Familie. „Der Diakon steht uns allen auch heute noch mit Rat und nützlichen Tipps zur Seite und gibt uns viel Kraft. Wir empfehlen sehr gerne, sich einem Seelsorger oder einer Seelsorgerin anzuvertrauen, weil reden so gut tut. Der Gedanke, dass unsere Kinder bei Gott im Himmel nicht alleine sind, ist so tröstlich. Wir können damit das Geschehene besser akzeptieren.“

Die Geschwister von Nika – so heißt das dritte Sternenkind – waren über den Tod sehr niedergeschlagen und traurig, weil sie sich so auf die Geburt des Schwesterchens gefreut hatten. Natürlich waren sie auch dabei, als Nika in dem kleinen Sarg – einer kleinen runden Schachtel – bestattet wurde. Eva K: „Jedes Geschwisterchen hat ein Herz gebastelt und was drauf gemalt. Dieses Herz haben sie dann bei der Beerdigung ins Grab gelegt. Wir gehen mit den Kindern ein Mal in der Woche zum Grab, da reden sie mit Nika. Auf dem Grab ist ein Engel, dem sie immer ein Küsschen geben für ihre Schwester.“

Eva und Frank K. haben Frieden gefunden. Sie möchten anderen Betroffenen etwas mit auf den Weg geben: „Eltern sollten immer zusammenhalten und das Geschehene zusammen verarbeiten. Wir empfehlen ihnen die Bestattung auf einem Sternkinder-Friedhof, um einen Ort zu haben, an dem man sich dem Kind verbunden fühlen und trauern kann. Nie auf andere hören, negative Bemerkungen überhören und den Mut haben, mit der Trauer und Beerdigung den eigenen Weg zu gehen.“

 

Marita Heider

 

www.einsternenkind.wordpress.com

 

Gesprächskreis für Eltern

 

Über  das Angebot von Andachten hinaus besteht ein Gesprächsangebot für Eltern von Sternenkindern in den Räumen von Kindernöte e.V. in der Florenzer Straße 84 in Köln-Chorweiler. Alle Eltern sind willkommen, sich in regelmäßigen Abständen zu treffen und auszutauschen. Die Treffen sind kostenfrei und unverbindlich. Vor dem Gespräch sollte Kontakt aufgenommen werden mit:


– Sabine Lieder, Hebamme, Verein Kindernöte, Telefon 0221 16920095
– Birgitta Beusch, Gemeindereferentin der katholischen Kirchengemeinde Hl. Johannes XXIII., Telefon 0152 32093980

 

Die aktuellen Termine können unter den angegebenen Telefonnummern erfragt werden.

 

Das Info-Plakat zu den Andachten fnden Sie hier.

 

Neuen Halt finden – Gottesdienst für Menschen nach Trennung oder Scheidung (5. November)

2. November 2021; ksd

Köln (ka). Am Freitag, 5. November, sind in Trennung oder Scheidung befindliche oder bereits Lebende zum gemeinsamen Gottesdienst eingeladen in die Kapelle „Madonna in den Trümmern“ an St. Kolumba, Kolumbastraße/Ecke Brückenstraße. Beginn ist um 19.15 Uhr.

Mit diesem Gottesdienst, den Katholikenausschuss und katholische Ehepastoral gemeinsam verantworten, entsteht ein Ort, an dem Nöte und Sorgen, aber auch Hoffnungen und Sehnsüchte der Menschen zur Sprache kommen können. Auch und gerade im Blick auf die fortdauernde Pandemie ist dies ein wichtiges Zeichen.

Schmerzliche Erfahrungen bleiben Betroffenen nicht erspart, gleich ob die Trennung lange zurückliegt, ob sie gerade erst geschehen ist, oder ob es eine neue Partnerschaft gibt. Den Zuspruch Gottes zu erfahren – dazu lädt dieser Gottesdienst ein – die Betroffenen selbst, aber auch Freundinnen und Freunde oder Angehörige. Die Botschaft, dass Gott in Krisen und Mutlosigkeit an unserer Seite ist und uns zu neuen Aufbrüchen stärkt, wird in Lesung, Predigt und Gebeten aufgenommen.

Der Zugang zur Kapelle ist barrierefrei, eine medizinische Maske ist erforderlich.

 

Das Info-Plakat zum Gottesdienst finden Sie hier.

 

Via Reformata in ökumenischer Verbundenheit eröffnet

29. Oktober 2021; ksd

Köln (apk/ksd). Die „Via Reformata“ ist ein neuer Geschichtspfad zur Reformation in der Kölner Innenstadt und wird von der Evangelischen Kirche in Köln und Region präsentiert. Im Jahr 2017 jährte sich der Thesenanschlag zu Wittenberg zum 500. Mal, Protestantinnen und Protestanten feierten in der ganzen Welt in ökumenischer Verbundenheit Martin Luthers kritische Auseinandersetzung mit dem Ablasshandel und das Ringen um die Reform der damaligen Kirche. Die Via Reformata zeigt anhand von zwölf Stationen die Geschichte der Protestantinnen und Protestanten in der Domstadt von der Zeit der Reformation bis in die heutigen Tage. Eröffnet wurde der neue Geschichtspfad wenige Tage vor dem Reformationstag in ökumenischer Verbundenheit. Neben dem evangelischen Stadtsuperintendenten Dr. Bernhard Seiger sprach auch Kölns katholischer Stadtdechant Msgr. Robert Kleine zur Eröffnung.

 

Kaiserwetter herrschte an diesem lauen Herbsttag: das perfekte Wetter für einen Spaziergang. Und zwei Männer wussten, wo es lang gehen könnte. Einen Geschichtspfad zur Reformation und ihren Folgen in der Kölner Innenstadt stellten Stadtsuperintendent Dr. Bernhard Seiger und Stadtdechant Msgr. Robert Kleine im Schatten der Antoniterkirche vor. 

 

Evangelischer Stadtweg


Vier Jahre nachdem sich der Thesenanschlag von Martin Luther an der Wittenberger Schlosskirche zum 500. Mal gejährt hat, werden auf der „Via Reformata“ Orte und Persönlichkeiten der evangelischen Geschichte erlebbar. „Bei den Feiern zum Reformationsjubiläum entstand die Idee eines evangelischen Stadtweges mitten im über Jahrhunderte katholisch geprägten Köln, das durch manche Verwerfungen hindurch seinen Weg zu Toleranz und Vielfalt gefunden hat“, sagte Seiger bei der Eröffnung. 

Zwölf Stationen hat der Weg. Auf Stelen, Wand- und Bodenplatten können Passantinnen und Passanten lesen, welche Bedeutung die Orte für die Geschichte des Protestantismus in Köln hatten. Eine Broschüre, die in Gemeinden ausliegen wird, bietet erhellende Informationen zu den Stationen. Mit einem Smartphone lassen sich über einen QR-Code weitere Auskünfte zu den einzelnen Standorten im Internet aufrufen. „Das ist der Hauptgrund für die Via Reformata: Menschen sichtbar und dauerhaft vor Augen zu stellen, welchen Weg unsere Stadt  gegangen ist und wie es mit den religiösen Minderheiten vor 500 oder 250 Jahren war. Und wo wir heute stehen“, beschrieb Seiger die Idee, Vergangenheit zu verknüpfen. Neben den historischen Passagen in der Broschüre gibt es immer wieder aktuelle Querverweise.

 

Erinnerung an große historische Gestalten


Die endgültige Errichtung des Weges wird zwar noch noch ein bisschen dauern. Genehmigungen für die Nutzung des öffentlichen Raums können dauern. Seiger rechnet mit der Fertigstellung im kommenden Jahr. „Es stehen zwei Stelen an der Kartause in der Südstadt und einer hier an der Antoniterkirche. Es folgt die Stele an der Trinitatiskirche. Und bald folgen die Domplatte, der Rathausplatz, der Gürzenich und der Heumarkt“, so der Stadtsuperintendent. Am Ende steht ein 4,5 Kilometer langer Weg mit einer reinen Laufzeit von gut einer Stunde. Die verdoppelt sich, wenn man an jeder Station fünf Minuten verweilt. 

Stationen sind die Alte Universität, an der bedeutende evangelische Theologen wie Adolf Clarenbach und Theoder Fabricius studierten. Weiter geht es zum Roncalliplatz, wo 1520 die Schriften Luthers verbrannt wurden. Im Rathaus wurden zwischen 1523 und 1530 insgesamt 16 Beschlüsse gegen den Besitz und Verkauf lutherischer Schriften gefasst. In der Antoniterkirche feierten die Protestanten am 23. Mai 1802 ihren ersten erlaubten Gottesdienst auf Kölner Stadtgebiet. Martin Luther hat in Köln 1512 das Generalkapitel des Augustiner-Eremiten-Ordens besucht. Die Eremiten waren ein Hort der „Lutherei“, der erst 1533 „gezähmt“ wurde. Aus dem Gürzenich, der „guten Stube der Stadt“, wurde zum Beginn des 20. Jahrhunderts ein Ort öffentlicher protestantischer Streitkultur. Dort wird an den liberalen Theologen Carl Jatho erinnert, der dort mitreißende Reden gehalten hat.

Station ist auch die Trinitatiskirche, der „evangelische Dom“. Sie ist die erste eigens für die Evangelische Gemeinde Köln erbaute Kirche. Heute dient sie dem Evangelischen Kirchenverband Köln und Region als überregionale Kulturkirche. Sie ist Ort für besondere Gottesdienste, Konzerte, Inszenierungen, Bildungsangebote und viele Kulturveranstaltungen. Der Weg endet an der Kartäuserkirche und dem Haus der Evangelischen Kirche in Köln. Auf dem ehemaligen Gelände des Kartäuserordens sind seit den 60er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts Ämter und Einrichtungen des Evangelischen Kirchenverbands angesiedelt.

 

Heimliche Gottesdienste auf Schifferbooten


„Uns ist wichtig, dass dieser Weg zur Reformation aus ökumenischer Perspektive gestaltet wird. Die Kontroversen früherer Jahrhunderte sind an vielen Stellen überwunden, und es gibt inzwischen einen gemeinsamen wertschätzenden Blick auf den Beitrag der reformatorischen Gedanken und Initiativen in Mitteleuropa und der Protestanten zum Gedeihen unserer Stadt“, erklärte Stadtsuperintendent Seiger. „Alles andere entspricht uns als Kirche auch nicht.“

Fast 300 Jahre lang durften evangelische Christinnen und Christen keinen Gottesdienst auf Kölner Stadtgebiet feiern, erinnerte Seiger. „Das geschah dann heimlich oder auf kleinen Schifferbooten auf dem Rhein.“ 1802 durften erstmals evangelische Gottesdienste gefeiert werden, im Haus der Brauerzunft auf der Schildergasse. Die Antoniterkirche wurde evangelisch und ab 1805 wurden dort Gottesdienste nach evangelischer Art gehalten, so der Stadtsuperintendent weiter. „Köln hat durch manche Verwerfungen hindurch seinen Weg zu Toleranz und Vielfalt gefunden.“ Es bedeute ihm und der evangelischen Kirche sehr viel, dass die Via Reformata in ökumenischer Verbundenheit eröffnet wurde, betonte Seiger.

 

Ökumene – Auf unterschiedlichen Wegen zum selben Ziel

 

Stadtdechant Kleine griff das Bild des Weges auf, das uns im Christentum immer wieder begegne, von den Tagen der Verkündigung über den Kreuzweg Jesu bis zum Emmausgang und dem Aufbruch der Jünger nach dem Pfingstereignis. „Jeder Mensch geht seinen eigenen Lebensweg, jeder Mensch, der glaubt, seinen persönlichen Glaubensweg“,so Kleine. „Und die Kirche als Gemeinschaft der Glaubenden ist auf dem Weg, im Laufe der Jahrhunderte aufgespalten in verschiedene christliche Konfessionen.“ Die Wege seien nicht immer harmonisch nebeneinander gelaufen. „Da wurde sich lange Zeit –zu lange Zeit- bekämpft, da wurden Wege versperrt, Steine in den Weg gelegt. Davon erzählen viele Stationen der Via Reformata.“

Doch dann habe sich endlich – wenn auch langsam – die Erkenntnis durchgesetzt, dass man doch, wenn auch auf unterschiedlichen Wegen, ein gemeinsames Ziel habe, dass die Wege quasi parallel angelegt seien. „Der Grund, das Fundament der unterschiedlichen Wege ist derselbe: die Heilige Schrift und Jesus Christus, der über sich sagt: ,Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.‘ “ Auch davon erzähle die Via Reformata. „Der Weg geht ja weiter, bis in die Gegenwart. Und da sind wir auf einem sehr guten ökumenischen Weg“, so der Stadtdechant. Das gute Verhältnis von evangelischer und katholischer Kirche habe in Köln eine lange Tradition. „Ich bin zuversichtlich, dass die von Offenheit und gegenseitiger Wertschätzung geprägte Kultur des ökumenischen Dialogs einen positiven Impuls in unsere zunehmend polarisierte Gesellschaft geben kann.“

Kleine weiter: „Ecclesia semper reformanda – die Kirchen haben zu jeder Zeit auf dem Weg der Reform voranzuschreiten, um sich selbst und ihrem Auftrag treu zu bleiben. Ich freue mich und bin dankbar dafür, dass die Via Reformata zu einem gemeinsamen Weg geworden ist, der uns als evangelische und katholische Christinnen und Christen dieser Stadt einander ein weiteres Stück nähergebracht hat. Wir sollten als Christinnen und Christen nie die Hoffnung aufgeben, dass unsere beiden Wege – und die der anderen christlichen Konfessionen –  einmal zusammenkommen und gemeinsam als der eine Weg, die eine Kirche weiterführen.“ 

 

Die Stadt Köln ist dankbar


Brigitta von Bülow, Bürgermeisterin der Stadt, würdigte den ökumenischen Ansatz: „In diesem Geist, so verstehe ich das, ist die Idee zur Via Reformata entstanden. Nicht um zu spalten, sondern um zusammenzuführen. Daher blickt die Stadt Köln dankbar auf diesen neuen Geschichtspfad. Es ist gut, dass der Protestantismus über 200 Jahre nach seiner Anerkennung in Köln sichtbar und erkennbar wird als gestaltender Akteur in der Stadt.“ 

Die Bürgermeisterin kennt sich aus in der Geschichte der Stadt: „Auch Martin Luther kannte Köln. In einer Tischrede von 1538 kritisierte er den Dom aufgrund der Akustik als zum Predigen ungeeignet. Und auch der Dom stellt letztlich, was vielen Kölnerinnen und Kölnern nicht so klar ist, ein Symbol gelebter Ökumene dar. Wurde er doch nach vier Jahrhunderten des Stillstands durch das evangelische Preußen fertiggestellt. Vor allem Friedrich Wilhelm IV. unterstützte die Fertigstellung des Kölner Doms. Die große Begeisterung des Preußenkönigs ließ in katholischen Kreisen die Befürchtung entstehen, er könnte als Bauherr das Recht beanspruchen, den Dom zur Simultankirche umzuwandeln.“ Die Geschichte verlief anders.

 

Stefan Rahmann/ksd

 

via-reformata.de

  

Allerheiligen, Allerseelen und eine Ausstellung in St. Maria Magdalena auf Melaten

29. Oktober 2021; ksd

Köln. In der Kapelle St. Maria Magdalena und Lazarus auf dem Melaten-Friedhof finden rund um Allerheiligen und Allerseelen verschiedene Gottesdienste und kirchenmusikalische Angebote statt. Aktuell ist außerdem noch die Ausstellung „DOING MEMORY“ der Fotokünstlerin Anja Schlamann zu sehen.

 

Am Sonntag, 31. Oktober (Reformationstag), lädt der „St. Maria Magdalenen Verein Köln“ ein zu einem Konzert mit Werken von Johann Sebastian Bach. Aufführende sind das Ensemble Tria mit Marisa Aramayo (Violine), Polly Lohrer (Cello) sowie George Warren (Orgel) und Klaus Lohrer (Fagott). Beginn ist um 18 Uhr.

 

Für das Konzert ist aufgrund der begrenzten Platzzahl eine Anmeldung erforderlich unter info@magdalenen-kapelle.de Teilnahme nur mit Anmeldebestätigung, Maske und 3G-Nachweis.

 

Gottesdienste mit Islamwissenschaftler Hans Vöcking und Stadtdechant Robert Kleine

 

An Allerheiligen, 1. November, feiert der Islamwissenschaftler Pater Dr. Hans Vöcking von den Weißen Vätern eine Heilige Messe um 10 Uhr. An Allerseelen, 2. November, feiert Kölns Stadtdechant Msgr. Robert Kleine um 16 Uhr eine Heilige Messe. Sie wird musikalisch gestaltet vom Collegium Gregorianum unter der Leitung von Professor Dr. Albert Richenhagen.

Eine Anmeldung zu den Gottesdiensten ist nicht erforderlich.

 

Ausstellung „DOING MEMORY“

 

An diesem Wochenende, 30. und 31. Oktober, sowie an Allerheiligen ist die Kapelle von 12 bis 17 Uhr (Allerheiligen) beziehungsweise sowie am 14 bis 17 Uhr (30./31. Oktober) geöffnet. Hierbei besteht auch noch Gelegenheit, die Ausstellung „DOING MEMORY“ der Kölner Künstlerin Anja Schlamann zu besuchen. Sie schreibt über die Ausstellung:

„Unser Gedächtnis wird durch Erinnerungsakte hervorgebracht – das ,doing memory', es ist ein performativer Prozess. Dabei erscheint ein Bild im Hier und Jetzt, das uns erinnern lässt und uns selbst in unserer Vergänglichkeit zum Vorschein bringt. Die Fotografien der Arbeit ,DOING MEMORY' greifen dieses Thema auf, in einer Zeit, in der wir mit der Corona-Pandemie konfrontiert sind. Erstaunlich viele Menschen suchen derzeit Friedhöfe auf. Die Ruheplätze für die Toten spiegeln den Besuchern, dass der Tod nicht nur die Toten betrifft, sondern vor allem die Lebenden – es sind Kommunikationsorte. Schaffen wir unsere Identität erst im Vollzug des Erinnerns und was zeichnet sich als Bild
ab? Wie kann man es ablichten? Mithilfe einer Lochkamera und dem speziellen Abzugverfahren der Cyanotypie entstehen in analogen Langzeitbelichtungen bläuliche Bilder von Figuren auf Grabsteinen und Aufnahmen von Gärtnern und Totengräbern. Das ,doing memory' ereignet und materialisiert sich mittels dieser fotografischen Strategie. Was entsteht, sind bildgewordene Erinnerungsakte und eine neue Wirklichkeit, denn: ,The past is never dead, it's not even past.' (William Faulkner: ,Requiem for a nun').“

  

40 Jahre Förderverein Romanische Kirchen Köln: Einmaliger architektonischer Schatz / Vortragsreihe im DOMFORUM

27. Oktober 2021; ksd

Köln. Seit 40 Jahren engagiert sich der Förderverein Romanische Kirchen Köln für den Erhalt und die Pflege der berühmten romanischen Kirchen. Die zwölf Gotteshäuser, die einen sogenannten Kranz, einen Halbkreis, um die Innenstadt bilden, ziehen jedes Jahr zahllose Besucherinnen und Besucher an. In den einmaligen Kirchen wird nicht nur Gottesdienst gefeiert, der katholische Glaube gelebt oder Geschichte für die Gegenwart bewahrt. Mit moderner Gestaltung wie den Fenstern von Malerfürst Markus Lüpertz in St. Andreas – die um weitere ergänzt werden sollen – bleiben sie auch in der Moderne verhaftet. Im Beitrag für „Himmel & Erde“ auf Radio Köln erzählen die Geschäftsführerin des Fördervereins, Dr. Gabriele Oepen-Domschky, und Kölns Stadtdechant Msgr. Robert Kleine mehr über den einmaligen architektonischen Schatz, zu dem noch 20 kleinere romanische Gotteshäuser in und um Köln gehören.

 

Schwere Schäden haben die berühmten mittelalterlichen Kirchen Kölns im Zweiten Weltkrieg davongetragen. Weil viele Kölnerinnen und Kölner diesen Anblick nie vergessen haben, bekam der Förderverein Romanische Kirchen Köln schon seit seiner Gründung regen Zulauf, zeigt sich die Geschäftsführerin, Dr. Gabriele Oepen-Domschky, in einem weiteren Beitrag auf Radio Köln überzeugt. Seitdem konnten viele Kriegsschäden ausgebessert werden, aber viele Kirchen wurden auch mit Hilfe des Vereins um moderne künstlerisch-architektonische Ausstattung ergänzt. Die zwölf großen romanischen Kirchen sind aber nicht nur um ihrer Geschichte und Architektur willen etwas Besonderes. Für Kölns Stadtdechant Msgr. Robert Kleine ist es eine Herzenssache, dass er sich nicht nur als Vorstandsmitglied des Fördervereins für die Gotteshäuser engagiert. Gerne weist er bei Anfragen nach Unterstützungsmöglichkeiten auf die Gotteshäuser hin.

 

Aktuell findet im DOMFORUM aus Anlass des Jubiläums die Vortragsreihe Stadtpunkte statt (bis 14. Februar 2022). Nächster Termin ist Montag, 15. November, mit Erzdiözesankonservatorin Dr. Anna Pawlik. Beginn ist um 17.30 Uhr, eine Anmeldung erforderlich.

 

www.romanische-kirchen-koeln.de

 

Auf der Website des Fördervereins findet sich auch eine neue Videoreihe, die aus Anlass des Jubiläums in Kooperation mit DOMRADIO.DE produziert wird. Das erste Video finden Sie hier.

 

#Letsmeet – Ausstellung zu jüdischem Leben für Jugendliche künftig als digitales Angebot abrufbar

11. Oktober 2021; ksd

KSD

Die interaktive Mitmachausstellung "#Letsmeet – gemeinsam Leben in Köln" führt junge Menschen in die Welt der jüdischen (Jugend-) Kultur und Religion sowie in das jüdische Leben früher und heute ein.

Von Musik und Essen über Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Judentum, Christentum und Islam bis hin zu Zivilcourage werden viele Themen angeschnitten und zur weiteren Auseinandersetzung angeregt.

Schulklassen und Jugendgruppen ab der Jahrgangsstufe 8 durchlaufen in ca. zwei Stunden die Ausstellung und haben dabei vielfältige Möglichkeiten des Erlebens und Gestaltens.

Zwischen dem 20.09. und dem 07.10.2021 haben 23 Schulklassen/Kurse weiterführender Kölner Schulen mit insgesamt ca. 480 Schülerinnen und Schülern die Ausstellung im "Jachad", dem Jugendzentrum der Synagogen-Gemeinde in der Roonstraße, besucht. 

Die Resonanz der Schülerinnen und Schüler sowie vieler Lehrkräfte war durchweg sehr positiv.

Das motiviert die Veranstaltergemeinschaft mit dem Evangelischen Kirchenverband Köln und Region, dem Katholischen Stadtdekanat Köln, dem Erzbistum Köln und der Synagogen-Gemeinde Köln umso mehr, die Ausstellung in eine digitale Form zu bringen. Diese wird voraussichtlich zum zweiten Schulhalbjahr 2021/2022 fertiggestellt sein.

"Dann wird #Letsmeet nicht nur Schulen, sondern auch Firm-, Konfirmandenden- und anderen Jugendgruppen zur Verfügung stehen.", sagt Diakon Jens Freiwald vom Stadtdekanat Köln, der die Idee zu dieser Mitmachausstellung in ökumenischer Verbundenheit hatte.

Gefördert wurde das Ausstellungsprojekt durch den Verein "2021: jüdisches Leben in Deutschland"/Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat, dem Erzbistum Köln und der Pax-Bank.

www.321.koeln

 

Spektakulärer Abbau des Hängegerüsts am Nordturm des Kölner Domes

7. Oktober 2021; ksd

Köln (dbh/ksd). Es war ein spektakulärer Tag am Kölner Dom: das Hängegerüst am Nordturm, das schon fast ein eigenes Wahrzeichen am Kölner Wahrzeichen ist, wurde von Spezialisten der Dombauhütte und der Firma Wasel mit ihrem gigantischen Hydraulikkran abgenommen. Viele Kölnerinnen und Kölner ließen es sich nicht nehmen, die mehrere Stunden dauernden Arbeiten live vor Ort zu verfolgen. Für alle Daheimgebliebenen und Auswärtigen übertrug DOMRADIO.DE live. Eine Kurz-Reportage sehen Sie hier.

 

Bei bestem Wetter wurde das etwa 30 Meter hohe Gerüst, das in 105 Metern Höhe am Nordturms des Kölner Domes hing, mit einem Hydraulikkran der Firma Wasel GmbH (Schwerlastlogistik Turmdrehkrane / Hagedorn Unternehmensgruppe) abgenommen. Die vorbereitenden Arbeiten begannen um 7 Uhr morgens. Gegen 10.15 Uhr konnte der erste Gerüstpfeiler abgehoben werden. Gegen 15.30 Uhr war die Abnahme des Hängegerüstes ohne Komplikationen oder Schäden für den Bau abgeschlossen.

 

Wochenlange logistische Planung


Dombaumeister Peter Füssenich zeigt sich erleichtert über die gelungene Aktion: „Allen beteiligten Mitarbeitenden der Firma Wasel und der Kölner Dombauhütte sowie allen anderen Beteiligten, ganz besonders aber dem Kranführer und den Gerüstbauern, sei für ihren enormen Einsatz und ihre hochkonzentrierte, behutsame Arbeit gedankt! Danken möchte ich auch dem Dompatron Petrus, dass er uns heute einen windstillen Vormittag beschert hat.”

Dem Kraneinsatz sind in den vergangenen Wochen umfassende logistische Planungen vorausgegangen. Der Rückbau des Hängegerüsts erfolgte in den Sommermonaten durch die Gerüstbauer der Dombauhütte. Dabei wurden bereits mehr als 20 Tonnen Material aus dem Gerüst ausgebaut. Bis Ende September war das aus leichten Aluminium-Elementen zusammengesetzte Gerüst bis auf die beiden großen seitlichen Gerüstpfeiler und die obere Plattform vollständig entkernt. Diese hatten zusammen noch immer ein Gewicht von etwa zehn Tonnen.

Da deren Abbau vor Ort einen unverhältnismäßig hohen zeitlichen und finanziellen Aufwand bedeutet hätte, wurden diese Teile des Gerüsts in drei Stücken vom Turm abgenommen. Nach der Abnahme wurde das Gerüst auf den Roncalliplatz transportiert und wird dort im Laufe der kommenden Wochen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Dombauhütte in seine Einzelteile zerlegt. In ähnlicher Form ist dies bereits 2006 und 2013 bei den früheren Hängegerüsten vorgenommen worden.

Am Freitag, 8. Oktober, wird mithilfe des Krans und eines Fahrkorbs die Westfassade des Domes befahren, um nicht zugängliche Bereiche des Bauwerks im Rahmen des regelmäßigen Monitorings auf Schäden zu untersuchen und gegebenenfalls kleinere Sicherungsmaßnahmen vorzunehmen.

Bei dem eingesetzten Kran handelt es sich um einen Liebherr LTM 1650-8.1, einen mit 700 Tonnen Hubkraft ausgestatteten Hydraulikkran der Firma Wasel. Er ist mit einem 45 Meter langen Hydraulikausleger, einer 87,5 Meter langen Wippspitze und 155 Tonnen Ballast ausgestattet. In der für die Gerüstabnahme aufgebauten Form hatte der Kran mit Ausleger und Gegengewichten ein Gesamtgewicht von fast 290 Tonnen. Er erreicht eine maximale Höhe von etwa 124 Metern und eine Hakenhöhe von 117 Metern sowie eine maximale Ausladung von 66 Metern.

 

Hintergrund

 

Bei dem Gerüst, mit dessen Aufbau im März 2011 begonnen wurde, handelte es sich um das dritte Hängegerüst am Nordturm. Auslöser für den Beginn der Restaurierungsarbeiten war ein Steinschlag während eines schweren Sturmes am 24. November 1984. Damals war ein 3,25 Meter hohes Element einer Turmfiale aus etwa 100 Metern Höhe abgestürzt und hatte schwere Schäden an den Seitenschiffdächern verursacht. Anschließende Untersuchungen kamen zu dem Ergebnis, dass die Schadensursache in der Verwendung von Messing- und Eisenarmierungen während der Turmvollendung in den 1870er-Jahren liegt.

Während die Messingelemente oft gebrochen sind, führt die Oxidation des Eisens zu Rostsprengungen, die den ansonsten hervorragend erhaltenen Obernkirchener Sandstein zerstören. Die fraglichen Metallelemente finden sich an den vier gewaltigen, etwa 30 Meter hohen Fialaufbauten an den Ecken beider Türme und hier ausschließlich in einem Bereich zwischen 80 und 100 Metern Höhe. Teilweise wurden bereits tonnenschwere Aufbauten durch den Rost um mehre Millimeter angehoben. Die Versetzsteinmetzen der Dombauhütte müssen daher alle Anker und Dübel aus Messing und Eisen ausbauen und durch neue, nicht rostende Elemente aus Edelstahl ersetzen.

Die Restaurierungsarbeiten an den Türmen begannen 1996 mit dem Aufbau des ersten Hängegerüsts an der Südwestecke des Nordturms; es hing bis 2006. Das zweite Gerüst befand sich von Frühjahr 2002 bis 2013 an der Südostecke des Turms. In den kommenden Jahren soll die Restaurierung der Nordostecke des Turms erfolgen. Das hierfür benötigte Hängegerüst wird frühestens 2023 aufgebaut, um im Jubiläumsjahr 2022, in dem sich die Weihe des Domchores zum 700. Mal jährt, die Westfassade weitgehend gerüstfrei zu halten. Zuvor werden die kriegsbeschädigten Fialen auf der Westseite des Helmumgangs in 100 Metern Höhe restauriert und ergänzt. Hierfür sind kleinere Gerüste notwendig.

Neben der Erneuerung der Anker und Dübel wurden in den vergangenen Jahren am nordwestlichen Fialaufbau des Turms ausgewaschene Fugen geschlossen sowie zahlreiche Sturm- und Kriegsschäden beseitigt. Hierzu wurden knapp 50 neue, teils sehr aufwändige Werkstücke wie Kreuzblumen, Krabben (Blattornamentik), Elemente von Wimpergen (gotische Ziergiebel) und Fialen unterschiedlicher Größen durch die Steinmetzinnen und Steinmetzen der Dombauhütte neu gefertigt. Oberstes Ziel war es dabei, so viel Originalsubstanz zu erhalten wie möglich und nur zerstörte Elemente zu erneuern. Daneben bedurften auch die vier monumentalen Engelfiguren, welche auf einer Höhe von etwa 75 Metern stehen, einer Restaurierung. In den 1870er-Jahren aus Savonnières-Kalkstein gefertigt, zeigten sie teilweise bedenkliche Verwitterungsspuren. Zwei Engel wurden durch originalgetreue Kopien ersetzt, die beiden anderen nach eingehenden Untersuchungen vor Ort gefestigt und gegen weitere Verwitterung geschützt. Die Restaurierungsarbeiten waren im Sommer 2020 abgeschlossen worden.

 

Sowohl die Erneuerung der zerstörten Bauelemente als auch der Engel-Skulpturen wurde über ein Patenschaftsprogramm des Zentral-Dombau-Vereins finanziert. Allen Patinnen und Paten sei auch an dieser Stelle herzlich gedankt!

 

Ursula-Festwoche 2021– Stadtdechant Kleine: „Nur fromm sein reicht nicht“ / Grabmal der Kölner Stadtpatronin aufwendig restauriert

29. September 2021; ksd

Köln. Bis zum 24. Oktober feierte das katholische Köln die Stadtpatronin St. Ursula mit einer Festwoche. An ihrem Festtag, dem 21. Oktober, wurde die jüngst mit moderner Lasertechnik aufwendig restaurierte Grablege der Heiligen Presse und Öffentlichkeit präsentiert. Am Abend rief Kölns Stadtdechant Msgr. Robert Kleine im Festhochamt dazu auf, die Spaltung zwischen Liebe und Hass zu überwinden und sich auf die Seite der Bedürftigen und Abhängigen zu stellen.

 

Liebe und Hass stehen sich unversöhnlich gegenüber, sind nicht miteinander zu vereinbaren, so Kleine mit Bezug auf das Evangelium, in dem es um Hass und Verfolgung ging, welche Christinnen und Christen, die Freundinnen und Freunde Jesu und des Kreuzes, traf. „Jesus Christus und seine Botschaft rufen uns Christinnen und Christen heraus aus dieser Welt“, so der Stadtdechant. Damit rief er keineswegs zur Weltflucht auf – im Gegenteil: „Wir dürfen nicht unkritisch und distanzlos in dieser Welt aufgehen – weil diese Welt seufzt und schreit.“

Es gilt, sich Fragen zu stellen: „Was heißt das, sich herausrufen lassen aus dieser Welt? Wo lasse ich mich nicht herausrufen? Wo lassen Sie sich herausrufen? Wo sind wir – jeder Einzelne – so existenziell in unseren Grundfesten getroffen, dass wir freiwillig in eine Passion gehen würden? Wo sind wir so leidenschaftlich, dass wir auch das Leiden in Kauf nehmen? Passion – das griechische Wort bedeutet Leidenschaft und Leiden. Dieses beides passt zusammen“, so Kleine.

 

Missstände erkennen und anprangern

 

„Sich herausrufen zu lassen, würde heißen, Missstände zu erkennen, zu benennen und auch anzuprangern“, betonte der Stadtdechant. Es heißt, sich auf die Seite der Bedürftigen und Abhängigen zu stellen, sich für ihre Interessen und Bedürfnisse einzusetzen. „Nur fromm sein, reicht in der Nachfolge Jesu nicht“, machte Kleine klar. Man müsse auch bereit sein, Zorn, Missachtung, gar Hass auf sich zu nehmen, wo es darum geht, unbequeme und kritische Positionen einzunehmen, gerade wenn man sich auf die Seite der Schwachen stellt oder den Blick auf Schwachstellen in der Gesellschaft lenkt.

„Immer wieder, jeden Tag, fragt uns Jesus Christus – wo wir uns auch befinden, welchen Platz wir auch immer einnehmen. Und die leidende, geschundene Welt fragt uns auch: wo wir uns herausrufen lassen und uns in seiner Nachfolge einsetzen für eine andere Welt und für das Reich Gottes“, sagte der Stadtdechant.

 

Christen sollen „Luftwurzelmenschen“ sein

 

Der Theologe Friedrich-Wilhelm Marquardt habe für Christinnen und Christen das Wort „ Luftwurzelmenschen“ geprägt. „Damit meint er: Christsein heißt, sich in dieser Welt nicht so zu verwurzeln, dass wir nicht mehr in der Lage sind, eine kritische Position einzunehmen und uns herausrufen zu lassen“, so Kleine. Das heißt: Es geht vielmehr darum, sich immer wiederaus der eigenen Sicherheit und Gewohnheit zu lösen, die Nöte und Sorgen des Anderen zu sehen und zu handeln.

Auf der einen Seite ist der Hass in der Welt, auf der anderen die Liebe Gottes und Jesu Christi. „Wir können ganz gewiss voller Hoffnung und Vertrauen sein, dass sich immer wieder Menschen von Jesus Christus und seinem Wort herausrufen lassen“, so Kleine abschließend. Dass Menschen „ihr Kreuz auf sich nehmen“, ihrer Berufung und Verantwortung auch gegen Widerstände und Ungemacht nachkommen und tun, was ihnen notwendig erscheint. Und „dass es auch die andere Seite des Kreuzes gibt, die fruchtbringende. Und die Auferstehung“.

 

Grab mit eigens entwickelter Lasertechnik gereinigt

 

Die Grab der heiligen Ursula präsentiert sich nach umfassender Restaurierung befreit vom Schutz und Dreck vergangener Jahrzehnte. Kerzenruß und Staub hatten sich auf der Oberfläche abgelagert. Alabaster ist aufgrund seiner stark porösen, gipsartigen Struktur nur schwer zu reinigen, da bei manueller Reinigung die Gefahr besteht, dass die Oberfläche abgerieben wird. Pünktlich zur Ursulafestwoche verzückt die strahlende Liegefigur mit ihrem beinahe sprichwörtlich bekannten Ursulalächeln nun wieder die Besucherinnen und Besucher der Basilika.

Bei der aufwendigen Reinigung half die Spezialisierung der Kölner Restauratorinnen Susanne Brinkmann und Christina Verbeek aus dem Atelier für Restaurierung in Köln-Riehl: Sie haben in Zusammenarbeit mit dem Hersteller eine Methode zur Reinigung mit Hilfe eines Lasers entwickelt, die zuletzt auch bei der Reinigung der Alabaster-Altäre im Bonner Münster zum Einsatz kam. Die sensiblen Oberflächen können so berührungsfrei gereinigt werden. Nach der Reinigung wurden alte, verfärbte Kittungen ausgetauscht und der Unterbau aus Lahnmarmor manuell gereinigt und Verschmutzungen retuschiert. 

„Besonderer Dank gilt der Kastanienhof-Stiftung aus Köln, die die Maßnahme in Höhe von rund 15.000 Euro finanziert hat“, heißt es in einer Pressemitteilung des Sendungsraums Köln-Mitte, zu dem St. Ursula gehört. „Ohne diese finanzielle Unterstützung wäre eine Reinigung für die Kirchengemeinde finanziell nicht möglich gewesen.“

 

Der heilige Kunibert fand das Grab

 

Das Grabmal der Kölner Stadtpatronin steht spätestens seit dem 15. Jahrhundert an der heutigen Stelle. Hier ist der Ort ist, an dem der heilige Kunibert der Legende nach in der Mitte des 7. Jahrhunderts ihr Grab fand. Das kunstvolle Grabmal wurde 1659 von Johann von Crane gestiftet, der sich bereits einige Jahre zuvor (1643) um die Einrichtung der Goldenen Kammer bemüht hatte. Der Unterbau besteht aus schwarzem Lahnmarmor, die obere Platte ist aus Alabaster gefertigt und zeigt die liegende, bereits entschlafene Ursula. Als Zeichen ihres Märtyrertodes hält sie eine Palme in der Hand, zu ihren Füßen sitzt die Taube, die den heiligen Kunibert auf die Stelle des Grabes aufmerksam machte. Ursulas Haupt liegt auf einem reich verzierten Kissen, auf dem Kopf trägt sie die Krone, die sie als britannische Prinzessin auszeichnet, ebenso wie der Hermelinkragen ihres Gewandes. 

 

Einen weiteren Beitrag von Radio Köln über die heilige Ursula gibt es hier zum Nachhören.

 

Hospiz im Blick 2021: Abschied ohne Abschied nehmen – Hybridveranstaltung (DOMFORUM und online am 9. Oktober)

29. September 2021; ksd

Köln. „Wie ist er gestorben? Hat sie große Schmerzen gehabt? Was hat er oder sie noch gesagt? War sie/er allein im Sterben?“: All dies beschäftigt Hinterbliebene stark, wenn sie in den letzten Stunden nicht bei ihren Verstorbenen sein konnten. In der Corona-Pandemie war das Abschiednehmen oft nicht möglich. Aber dies erleben auch viele Zugehörige bei Unfalltod oder plötzlichem Herztod oder wie zuletzt bei der Flutkatastrophe im Juli. Beim Hospiz- und Palliativtag am Samstag, 9. Oktober, geht es im DOMFORUM um diese und andere Fragen und Themen. Die Veranstaltung findet statt als Präsenzveranstaltung (Anmeldung erforderlich) sowie im Live-Stream.

 

Programm

12 Uhr | Eröffnung und Grußworte 
Stellv. Stadtdechant Pfr. Karl-Josef Schurf; 
Stadtsuperintendent Dr. Bernhard Seiger; 
Bürgermeister Dr. Ralf Heinen 

 

12.30 Uhr | Podiumsgespräch: Abschied ohne Abschied nehmen 
Christoph Kuckelkorn, Bestatter; 
Manuela Pfeil, Pflegefachkraft; 
Peter Otten, Seelsorger; 
Petra Schlieber, Angehörige


Einführung: Prof. Dr. Steffen Simon, Palliativzentrum der Uniklinik Köln 
Moderation: Hilde Regeniter, DOMRADIO.DE

 

14 Uhr | Kultureller Ausklang: Gedichte vom Abschied 
Markus Juraschek-Eckstein, Rezitation; 
Lilian Mann, Cello

 

Veranstaltungsort: DOMFORUM, Domkloster 3, 50667 Köln

Auskunft: Dr. Angelika Fürst | 0221 92584768

Anmeldung für Online-Teilnahme: Katholisches Bildungswerk Köln 
Anmeldung für Präsenz-Teilnahme: Einlass-Ticket buchen (max. 50 Plätze)

 

Veranstalter

Katholisches Bildungswerk Köln

Hospiz + Palliativ Arbeitsgemeinschaft Köln (HAK) 

 

Katholisches Bildungswerk Köln mit neuem Halbjahresprogramm: „Bildung mit besonderer Qualität – fachlich und menschlich“

28. September 2021; ksd

Köln. „Bildung ist ein Menschenrecht“, sagt der Kölner Stadtdechant Msgr. Robert Kleine im Beitrag auf Radio Köln. Er ist auch Mitglied im Beirat des Katholischen Bildungswerks Köln, das jetzt sein neues Halbjahresprogramm vorgestellt hat. Nach den schwierigen anderthalb Jahren mit den Corona-Maßnahmen, die viele Veranstaltungen unmöglich gemacht haben, startet das Bildungswerk jetzt wieder mit voller Kraft durch – und feiert dabei gleichzeitig sein 45-jähriges Bestehen. Das Angebot unter der Devise „Bildung mit besonderer Qualität – fachlich und menschlich“ ist für alle offen, betont Leiter Rainer Tüschenbönner. Im Programm findet sich ein breites Themenspektrum für die berufliche und persönliche Bildung und Entwicklung. Viele Angebote sind kostenfrei nutzbar, an anderen kann man für eine geringe Gebühr teilnehmen.

 

Mehr unter bildungswerk-koeln.de

 

„Dompolizist“ Burkhard Jahn zum „Ritter des Silvesterordens“ ernannt

27. September 2021; ksd

Köln/Rom (pek/ksd). Papst Franziskus hat Polizeihauptkommissar a. D. Burkhard Jahn zum „Ritter des Silvesterordens“ ernannt. Damit wird Jahn für sein langjähriges Engagement für die Anliegen der Katholischen Kirche im Stadtdekanat Köln geehrt.

Weihbischof Rolf Steinhäuser überreichte ihm die Urkunde im Rahmen der Dreikönigswallfahrt am 25. September im Kölner DOMFORUM und würdigte Jahns Verdienste: „Burkhard Jahn war mehr als ein Jahrzehnt lang das Gesicht der Polizei am Kölner Dom. Auch bei Großveranstaltungen und unzähligen Demonstrationen, die im Umfeld des Domes stattfanden, sorgte er mit seinen hervorragenden Kontakten und Vernetzungen stets dafür, dass der Dom seine Würde als Gotteshaus behielt.“ 

Jahn ist im vergangenen Jahr in den Ruhestand getreten. In seiner Heimatpfarrei St. Johann-Baptist in Refrath ist er seit vielen Jahren ehrenamtlich als Katechet und Kommunionhelfer tätig. 

 

Stadtdechant Kleine würdigt den „echten kölschen Schutzmann“

 

Als Kölner Stadt- und Domdechant dankte auch Msgr. Robert Kleine dem Geehrten ganz besonders für dessen Engagement rund um den Kölner Dom: „In den vielfältigen Problemfeldern einer turbulenten Innenstadt mit einer komplizierten Domumgebung war Herr Jahn ein unverzichtbarer Ansprechpartner für den Dom.“ Jahn sei dabei in allen Sicherheitsfragen für besondere Gottesdienste, Prozessionen und Veranstaltungen in der Kölner Kathedrale ein zuverlässiger Ansprechpartner gewesen, würdigte Kleine den auch als „Dompolizisten“ bekannten Beamten. 

Besondere Anlässe in Jahns Dienstzeit waren etwa der Eucharistische Kongress 2013 mit fast 50.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, das Requiem und die Beisetzung des früheren Erzbischofs Joachim Kardinal Meisner im Jahre 2017 oder auch kulturelle Höhepunkte wie die große Licht-Installation „Dona nobis pacem“ am Kölner Dom, die 2018 an das Ende des Ersten Weltkrieges erinnerte und an mehreren Abenden rund 150.000 Menschen anzog.

„Ich schätze seine besonnene Art, und dass es ihm stets darum ging, zwischen den verschiedenen Interessen zu vermitteln und kritische Situationen möglichst frühzeitig zu entschärfen oder gar nicht erst entstehen zu lassen“, so Kleine. Burkhard Jahn sei ein ,kölscher Schutzmann‘, wie er im Buche stehe – immer nah bei den Menschen, mit einem offenen Ohr für Kölnerinnen und Kölner, für Touristen, Wohnungslose, Hilfesuchende. „Es war immer spürbar, dass Burkhard Jahn für seinen Dienst nicht nur Kraft im Glauben geschöpft hat, sondern dass sein christliches Grundverständnis vom Menschen und vom Dienen diese Arbeit geprägt hat“, sagte der Stadt- und Domdechant und dankte Jahn von Herzen.

 

Stichwort Silvesterorden

 

Mit dem Orden des Heiligen Papstes Silvester, kurz Silvesterorden, werden Laien für ihr besonderes Engagement rund um Kirche und Ehrenamt geehrt. Verbunden mit der Ordensverleihung ist die Ernennung zum „Ritter des Ordens vom Heiligen Papst Silvester“. Es handelt sich um den fünfthöchsten Orden für Verdienste von Laien in der römisch-katholischen Kirche. Der päpstliche Ritterorden besteht aus einem goldenen, weißemaillierten Malteserkreuz mit dem Bild Papst Silvesters. Auf der Rückseite ist das Papstwappen zu sehen. 

 

Stadtdechant Kleine zur Eröffnung der Dreikönigswallfahrt: „Der Stern begleitet uns“ – Hoffnungszeichen und Mutmacher

24. September 2021; ksd

Köln. Zum Auftakt und zur Eröffnung der Dreikönigswallfahrt lenkte Stadtdechant Msgr. Robert Kleine den Blick auf die Themen Macht und Hoffnung. Die Heiligen Drei Könige stellte er den Mitfeiernden in der Pilgermesse des Stadtdekanats als Vorbilder für den persönlichen Lebens- und Glaubensweg vor Augen.

 

„Mich faszniert der nächtliche Sternenhimmel“, sagt der Kölner Stadt- und Domdechant zu Beginn seiner Predigt, als er daran erinnert, wie die Heiligen Drei Könige, Sterndeuter oder auch Weisen voller Vertrauen einem ungewöhnlichen Himmelsphänomen gefolgt sind, weil sie spürten, dass dieser Stern sie zu etwas Besonderem zog und leitete. Kleine erzählt von Vincent van Goghs weltberühmten Gemäde „Die Sternennacht“. „So blütengelb habe ich die Sterne noch nie gesehen“, sagt der Stadtdechant. Das Bild, das 1889 entstand, sei für den depressionskranken niederländischen Maler sicherlich ein Hoffnungsbild gewesen.

 

Zuflucht und Hoffnungsschimmer

 

„Als ein Versuch wird es gesehen, seine Krankheit zu bändigen.“ Die Depression, in der es so viel Schatten gebe und Dunkelheit. „Eine Krankheit, bei der es darum geht, das Gefühl zu bekämpfen, nutzlos dahin zu leben und seine Bestimmung zu verfehlen.“ In dieser Grundstimmung malte van Gogh einen strahlenden Abendhimmel, eine Sternennacht. In einem Brief habe er mit Bezug auf dieses Bild und seine Krankheit geschrieben: „Dies alles hält mich nicht davon ab, ein unbändiges Verlangen nach – soll ich das Wort sagen? – nach Religion zu haben. Dann gehe ich in die Nacht hinaus, um die Sterne zu malen“, zitiert Kleine. „Er hat ganz viele hell leuchtende, wunderschöne Sterne gemalt. Für van Gogh sind die Sterne eine Zuflucht – und ein Hoffnungsschimmer.“

„Auch für mich ist der Stern ein Symbol der Hoffnung“, sagt der Stadtdechant weiter. „Er leuchtet, wenn rundum Finsternis herrscht. In Dimensionen, die wir uns gar nicht vorstellen können, in Entfernungen, die wir nicht ermessen können, strahlt er. Die Dunkelheit ist dann nicht zu fürchten, auch wenn der Weg nur schemenhaft oder gar nicht sichtbar ist. Im übertragenen Sinne: Wenn Unsicherheit und Angst mir zur Last werden. Denn wer die Dunkelheit nicht aushält, für den ist jede noch so kleine Lichtquelle ein Zeichen der Hoffnung und ein Mutmacher. Eine Lichtquelle, die Kraft schöpfen lässt.“

 

Machtmissbrauch und die Macht des Kleinen, Schwachen

 

Obwohl die Drei, die heute als heilige Könige im Kölner Dom verehrt werden, erfahrene Sterndeuter waren, sind sie zunächst vom richtigen Weg abgekommen, erinnert Kleine. Sie erwarteten und erhofften, den neugeborenen König, dessen Geburt ihnen der Stern verheißen hatte, in einem Palast zu finden. Wo auch sonst? Es falle ja ganz automatisch in den Blick: „Das Machtvolle, der König, der Hof, die Macht.“ Doch der (neue) große König ist ganz „macht-los“, quasi „ohn-mächtig“, so Kleine: „Ohne Macht liegt er im Stall von Bethlehem.“

Herodes sei ein König gewesen, der seine Macht immer wieder missbraucht habe. „Bei ihm ist nichts Gutes zu erwarten – wie immer, wenn Mächtige nur darauf aus sind, ihren eigenen Einfluss zu erhalten und zu sichern“, betont der Stadtdechant. „Die Macht-Inszenierung des Herodes steht im totalen Gegensatz zu dem, für das die Krippe zum Sinnbild geworden ist, für das Kleine, Schwache, Bedürftige, Ohnmächtige. In der Krippe entdecken die Weisen eine ,Macht-Inszenierung`eigener Art: Gott wie einer von uns.“

Macht an sich sei nicht schlecht, sondern könne auch Positives bedeuten. Mit Blick auf die wenige Tage später anstehenden Bundestagswahlen erläutert Kleine: „Eine starke Demokratie, ein funktionierendes Rechtssystem, freie Medien, das hat doch sein Gutes! In einer Studie las ich vor kurzem, dass weltweit nur zwei Prozent aller Menschen in einer nach unserem Verständnis freien Zivilgesellschaft leben, in der sie ihre Grundrechte auf Meinungsfreiheit, Meinungsäußerung, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit und Religionsfreiheit uneingeschränkt – uneingeschränkt! – ausüben können. Und wir, Deutschland, gehören dazu.“

 

Dem Stern folgen und Christus finden

 

Christinnen und Christen sind dazu eingeladen, dem Vorbild der heiligen Sterndeuter zu folgen, so Kleine weiter. „Folgen auch wir dem Stern, brechen auch wir immer wieder auf, um Christus, den König der Welt, in unserem Leben zu suchen und zu finden.“ Und eben nicht in dem Mächtigen, im Prachtvollen, sondern gerade im Nächsten: „Was ihr dem Geringsten meiner Schwestern und Brüder tut, das habt ihr mir getan“, zitiert der Stadtdechant aus dem Matthäus-Evangelium.

„Jede und jeder von uns hat schon so manche Wegstrecke hinter sich, auf unserem Lebens- und Glaubensweg“, sagt Kleine. „Das gehört für uns als Menschen, aber auch als Christinnen und Christen zum Leben dazu: Aufbrechen, losgehen, sich vergewissern, Unsicherheiten aushalten, Unbekanntes erkunden, stehenbleiben, umkehren, in Sackgassen laufen, auf einer Gratwanderung die Balance verlieren, straucheln, wieder aufstehen. Oder mit anderen Worten, was den Glauben betrifft: Fragen, suchen, glauben, zweifeln, vertrauen. Jeder Weg kann und möchte für uns ein Weg des Glaubens werden, auf den Nächsten hin und auf Gott hin. So wie die Heiligen Drei Könige, die Weisen, ihren Weg gegangen sind unter einem guten Stern.“

 

Immer wieder Stern-Stunden: Was machen wir daraus?

 

Die drei Magier haben ihr Ziel erst im zweiten Anlauf erreicht, erinnert Kleine. „Aber was, wenn wir in unserem Leben mehr als zwei Versuche haben? Oder wenn wir das Gefühl haben nie anzukommen, da, wo wir eigentlich hinwollen? Vertrauen wir darauf, dass uns immer wieder Kraft geschenkt wird, den nächsten Versuch zu wagen, dem Stern zu folgen. Ungeachtet aller Enttäuschungen, die sicherlich auch in unserem Lebensbuch schon reichlich Platz gefunden haben. Der Stern begleitet uns!“

Der Stern von Bethlehem ist ein Sinnbild geworden für Jesus Christus selbst, „den Morgenstern, der leuchtet und strahlt, der als Erster aufgeht“, sagt Kleine. „Und wer sich auf diesen Stern verlässt, auf ihn schaut und ihm folgt, der erlebt in seinem Leben immer wieder ,Stern-Stunden`des Glücks und der Begegnung mit anderen Menschen, Sternstunden in der Begegnung mit Gott.“

Der Seelsorger lenkt den Blick darauf, dass diese Begegnungen nicht folgenlos bleiben können: „ Zu gern wüsste ich, was die drei Weisen aus der Begegnung mit Jesus mitgenommen haben nach Hause. Es heißt nur, sie gingen auf einem anderen Weg in ihre Heimat zurück. Was haben sie künftig anders gemacht? Wie hat sich das in ihrem Alltag ausgewirkt, was sie da erlebt haben? Gott ist Mensch geworden – was haben sie daraus gemacht? Was machen wir daraus? Was bedeutet das für mein, für unser Leben?“ 

Der Evangelist Matthäus habe berichtet, wie die drei weisen Könige vor dem Kind im Stroh des Stalles niederfielen und den Neugeborenen anbeteten. „Sie fielen nieder“, betont Kleine, „dazu muss ich mich klein machen, hinunterschauen, niederknien. Mich selbst nicht so wichtig nehmen – egal, welches Amt, welche Position ich innehabe.“

 

Einmal ankommen wie die Heiligen Drei Könige

 

Im Inneren des Domes schmückt ein Sternenhimmel das Gewölbe, weil die Kathedrale ein Abbild des himmlischen Jerusalems sein sollte, des Ziels allen irdischen Seins. Draußen, auf dem Vierungsturm, begrüße seit Jahrhunderten der goldene, große „Stern von Bethlehem“ die Pilgerinnen und Pilger von weither. Er weist hin auf das Haus Gottes, in dem die Reliquien der Heiligen Drei Könige verehrt werden. Doch diese Gebeine im Dreikönigenschrein sind kein Selbstzweck, betont Kleine. „Die Heiligen Drei Könige stellen nicht sich selbst in den Mittelpunkt, sondern die Weisen verweisen auf das Kind, das sie beschenkt haben mit Gold, Weihrauch und Myrrhe. So sind auch wir immer wieder eingeladen, auf den Stern zu schauen und vor allem auf Jesus Christus, Gottes Sohn. Und so können wir bitten: Weise mir Gott, den Weg, den ich gehen soll. Schicke mir deutliche Hinweise an den Wegkreuzungen meines Lebens, zeig' mir Himmelsspuren, zeig' mir den Stern, dem ich auf Erden folgen soll. Und so erfüllt sich hoffentlich auch einmal mein Wunsch, unser Wunsch anzukommen wie die drei Weisen.“

 

Die Predigt von Stadtdechant Msgr. Kleine und den Gottesdienst zur Eröffnung der Dreikönigswallfahrt finden Sie auf DOMRADIO.DE im Video.

 

Interviews, Videos und Informationen zur Wallfahrt finden Sie in diesem Beitrag und auf dreikoenige-koeln.de

 

Die Kollekten während der Dreikönigswallfahrt, die bis zum 26. September dauert, sind für in Projekt der Malteser für Menschen ohne Krankenversicherung bestimmt sowie für die Fluthilfe nach der Flutkatastrophe vom Juli bestimmt. Die Gebete gelten besonders auch der Bitte um Frieden in Afghanistan.

   

Stellungnahme von Stadtdechant Msgr. Robert Kleine zur Entscheidung des Vatikan für das Erzbistum Köln

24. September 2021; ksd

Köln (ksd). Zur heutigen Verlautbarung der Apostolischen Nuntiatur in Berlin über die Entscheidung von Papst Franziskus zum Erzbistum Köln veröffentlicht das Katholische Stadtdekanat Köln eine Stellungnahme von Stadtdechant Msgr. Robert Kleine. Im Wortlaut:

 

Ich bin zunächst froh, dass mit der heutigen Mitteilung des Heiligen Stuhls eine Zeit des Wartens und der Ungewissheit beendet wurde, unter der viele Menschen in unserer Stadt und darüber hinaus gelitten haben.

Im Rahmen der Apostolischen Visitation wurde festgestellt, dass es in unserem Erzbistum „zu einer Vertrauenskrise gekommen ist, die viele Gläubige verstört“ (1) hat. Nicht wenige fragten und fragen sich traurig und enttäuscht, ob sie sich weiter in ihren Gemeinden und Verbänden engagieren sollen; auch die Kirchenaustritte der vergangenen Monate zeugen davon. 

Der Papst spricht heute von einer erforderlichen „Zeit des Innehaltens, der Erneuerung und der Versöhnung“. (2)

Erforderlich ist aber nicht nur ein „geistlicher Prozess der Versöhnung und Erneuerung“ (3), sondern auch ein inhaltlicher, kommunikativer und pastoraler Prozess der Erneuerung, der zugleich ein gemeinsamer geistlicher Weg sein sollte. 

All dies wird Zeit brauchen. Aber auch Haltungsänderungen sind nötig. Denn das verlorene Vertrauen zurückzugewinnen, ist sehr schwer. Wir als Verantwortliche in der Kirche können Vertrauen nicht wiederherstellen –  es kann uns nur neu geschenkt werden. 

Ich sehe die Chance, dass uns das als Kirche langfristig auch gelingen kann, aber Grundvoraussetzung dafür ist ein wirklich ehrlicher und offener Dialog: mit den Gremien, Gemeinden und Verbänden, mit den Haupt- und Ehrenamtlichen, mit Frauen, Männern und Jugendlichen innerhalb und außerhalb der Kirche sowie auf politischer und gesellschaftlicher Ebene.

 

Quelle/Zitate:

(1) Mitteilung des Heiligen Stuhls vom 24. September 2021

(2) Ebd.

(3) Ebd.

 

Im Interview mit DOMRADIO.DE erläutert Kölns Stadtdechant Msgr. Robert Kleine, wie es aus seiner Sicht im Erzbistum Köln weitergehen kann und worauf es wirklich ankommt.

   

Hier können Sie die Stellungnahme von Stadtdechant Msgr. Robert Kleine in seiner Originalstimme nachhören.

 

Festwoche St. Josef in Porz: „Mittendrin begegnen und feiern“ (21. bis 26. September)

20. September 2021; ksd

Köln (kip). Der heilige Josef ist laut den biblischen Berichten der Ziehvater Jesu und der Mann Marias. Vor 150 Jahren erklärte Papst Pius IX. ihn zum Schutzpatron der katholischen Kirche. Aus diesem Anlass rief Papst Franziskus 2021 zum Jahr des heiligen Josef aus. Mitten in Köln-Porz steht die Kirche St. Josef. Sie ist eine der zwölf katholischen Porzer Kirchen, die seit Mai 2019 in Porz von einem gemeinsamen Seelsorgeteam begleitet werden. Mit dem „kreativen Mut“ des heiigen Josef soll die „Festwoche St. Josef“ ein Beitrag der Katholischen Kirche in Porz dafür sein, dass die Neue Porzer Mitte um den Markt eine gemeinsame Mitte in Porz werden kann. Das Projektteam und der Festausschuss mit der Leitung von Kaplan Robert Knežević haben dazu ein reichhaltiges Programm für alle Porzer organisiert und veranstalten die Festwoche vom 21. bis 26. September.

Während der Monate der Pandemie entwickelte sich St. Josef mit seinem Samstagsangebot und der Offenen Kirche in der Woche zu einem Anlaufpunkt für viele Porzer. Hier finden sie Seelsorger und Ehrenamtliche als Ansprechpartner und erleben die Stille und Ruhe des Kirchenraumes als persönliche Zeit mit Gott. Dies geschieht an den Werktagen, im Alltag und mitten in Porz. Der heilige Josef erlebte die Nähe Gottes im täglichen Leben. Als Nährvater des Sohnes Gottes sorgte er für Sicherheit und Geborgenheit in der Familie. In der Festwoche rückt die Gemeinde ihn in den Fokus und hebt seine Bedeutung für uns und unsere Zeit hervor.

Papst Franziskus schreibt im apostolischen Schreiben „Patris Corde“ über Josef: „Auch unser Leben scheint manchmal starken Mächten ausgeliefert zu sein. Doch das Evangelium sagt uns, dass es Gott immer gelingt, das zu retten, worauf es ankommt, vorausgesetzt, dass wir den gleichen kreativen Mut aufbringen wie der Zimmermann von Nazareth. Er versteht es, ein Problem in eine Chance zu verwandeln, und zwar dadurch, dass er immer in erster Linie auf die Vorsehung vertraut. Wenn Gott uns manchmal nicht zu helfen scheint, bedeutet das nicht, dass er uns im Stich gelassen hat, sondern dass er auf uns vertraut und auf das, was wir planen, entwickeln und finden können.“

Zum Programm der Festwoche gehören Gottesdienste, eine Theologische Festakademie, besondere Angebote für Kinder und Familien, die PorzerOrgelParty und ein Fest rund um die Kirche.

 

Gebet der Religionen am 21. September: 15 Jahre „Kölner Friedensverpflichtung“

20. September 2021; ksd

Köln. Der Kölner Rat der Religionen lädt am Dienstag, 21. September, dem Weltfriedenstag der Vereinten Nationen zum Gebet der Religionen ein. In diesem Jahr liegt der Fokus auf der „Kölner Friedensverpflichtung“, die vor 15 Jahren verabschiedet wurde. Darin verpflichten sich die Religionen, sich gegen Hetze, Ausgrenzung und Gewalt zu engagieren. Sie versprechen zugleich, sich für ein friedliches Miteinander von Religionen, Kulturen und Ethnien einzusetzen.

 

Veranstaltungsort ist der Garten der Religionen, Stolzestraße 1A. Beginn ist um 18 Uhr.

 

Hier der Infoflyer zum Download.

Talk am Dom: „Bewusst wählen“ – Podium zur Bundestagswahl im DOMFORUM am 16. September

15. September 2021; ksd

Köln (df). Eine gute Woche vor der Bundestagswahl blickt die Veranstaltung „ Bewusst wählen“ im DOMFORUM am Donnerstag, 16. September, auf die Wählerinnen und Wähler. Beginn ist um 17.30 Uhr.
„Wie finde ich eigentlich Kriterien für meine Wahlentscheidung? Was ist mir wichtig? Wer oder was beeinflusst derzeit oder generell meine Entscheidung? Bin ich mir meiner Werte bewusst, die mir Orientierung geben, um eine Wahlentscheidung zu treffen? Welche Rolle spielt meine persönliche Geschichte, meine Biografie, Sozialisation oder berufliche Situation. Wie hat die Coronazeit meine persönlichen Bedürfnisse, meine politische Haltung und mein politisches Interesse verändert? Welche Rolle spielen gerade die zunehmenden Polarisierungseffekte in unserer Gesellschaft und die Tendenz, dass Menschen immer wieder und immer mehr in Blasen ,gefangen‘ zu sein scheinen.“
Um diese und anderer Fragen geht es im Gespräch mit dem Politikwissenschaftler und Publizisten Dr. Andreas Püttmann, dem Leiter der Landeszentrale für politische Bildung, Dr. Guido Hitze, und der Kölnerin Klimaaktivistin Leonie Bremer, einer der Pressesprecherinnen von „Fridays for Future Deutschland“.

 

Der Eintritt ist frei. Voranmeldung und Sitzplatzreservierung unter www.domforum.de/veranstaltungen/ticketseite


Eintritt nur nach „3G“ (Geimpft, Genesen, Getestet mit Nachweis eines tagesaktuellen Bürgertests) und mit Personalausweis.

 

Jubiläum mit Stadtdechant Kleine: 20 Jahre Waldmesse im Lindenthaler Tierpark – „Die Kirche muss eine Christians for Future-Bewegung sein“

13. September 2021; ksd

Köln. Die Idee ist zwei Jahrzehnte alt und mobilisiert mittlerweile Menschen aus dem gesamten Stadtgebiet. Denn die Lindenthaler Waldmesse ist ein attraktiver Treff für alle Generationen. Dabei steht im Zentrum immer der Dank für Gottes schöne Natur.

„Für uns ist das eines der Highlights des Jahres“, schwärmt Marianne Jung. „Hier werden Natur und Kirche zusammengeführt. Das müsste es viel öfter geben“, findet die Seniorin aus Junkersdorf, die sich mit ihrem Mann Helmut etwa eine gute halbe Stunde vor Beginn des Gottesdienstes einen Platz in der zweiten Reihe sichert. Mit direktem Blick auf den Altar. „Die Teilnahme ist für uns eine Selbstverständlichkeit; bestimmt 15 Mal waren wir schon mit dabei. Sogar mit Regenschirm haben wir hier schon gesessen.“ Auf der Wiese mit den vielen Tieren drum herum und dem Klang der Jagdhörner Eucharistie zu feiern – das habe was. Außerdem treffe man immer viele alte Bekannte. „ Auf die Messe im Tierpark freuen wir uns das ganze Jahr! Die steht fest in unserem Kalender.“

„Katholikentagsflair“ konstatiert Ralf König auf den ersten Blick. „Hier kann man ins Weite schauen und seine Nachbarn einfach mal ungezwungen ansprechen.“ Der 61-Jährige ist ehrenamtlicher Lektor der benachbarten Universitätskirche und singt im Erwachsenenchor von St. Stephan, der Gastgebergemeinde dieser traditionellen Waldmesse. „Die Sonntagsmesse mal außerhalb der sonst üblichen geschlossenen Mauern – das macht etwas mit den Menschen. Sie wirken gleich viel offener und freier“, beobachtet König, der mit Enkel Leon gekommen ist. Für den Kleinen ist natürlich im Anschluss an das lange Stillsitzen die Flugschau mit einem Weißkopfadler und Falken die besondere Attraktion, die ihn zu diesem Opa-Ausflug bewegt; Vögel, die der Fünfjährige sonst nur aus seinen Bilderbüchern kennt.

 

Anzahl der Messbesucher hat sich in 20 Jahren verzehnfacht

 

Es ist Idylle pur: Zwischen grasendem Damwild, Eseln, Hochlandrindern und Ziegen stolzieren Pfaue, Gänse, Enten und Hühner. Und es ist wie eine Art Familientreffen, weil man sich untereinander kennt und für jede Generation etwas mit dabei ist. In jedem Jahr wird der Lindenthaler Tierpark, dieses Fleckchen unberührter Natur und weitläufiges Areal am Kölner Stadtrand, zum Schauplatz für einen ungewöhnlichen Gottesdienst. Denn seit 20 Jahren lädt die Gemeinde am Ort immer im September zu dieser Open-air-Messe ein, so dass sich über die Zeit eine eigene Fan-Gemeinde gebildet hat, sich die Veranstaltung immer noch wachsender Beliebtheit erfreut und in Spitzenzeiten – wenn die Kapazitäten durch Corona nicht gerade begrenzt sind – knapp 1000 Teilnehmende verzeichnet werden. Initiator Heribert Resch, der die Idee damals aus dem Süddeutschen mitgebracht hat und nach zwei Jahrzehnten Leitung nun die Verantwortung abgeben und in die zweite Reihe treten will, bedauert: „Leider mussten wir diesmal so vielen absagen, die auch noch gerne gekommen wären, aber wegen der geltenden Pandemiebestimmungen durften es eben nur 500 Anmeldungen sein.“

Was an Motivation hinter einem solchen Engagement steckt? „Dank und Bitte“, bringt es der 82-Jährige auf die Kurzformel. „Es geht darum, für Gottes Schöpfung sehr bewusst zu danken. Und gleichzeitig darum zu bitten, dass sie dem Menschen in ihrer Schönheit erhalten bleibt. Und wo kann man das besser als ausgerechnet hier: mitten im Grünen unter freiem Himmel.“ Resch freut sich, dass sich die anfängliche Interessentenschar von etwa 60, 70 Waldmessebesuchern mittlerweile mehr als verzehnfacht hat und aus diesem „Heimspiel“ der Lindenthaler, wie Resch das nennt, längst ein Selbstläufer geworden ist, der mittlerweile Menschen aus dem gesamten Stadtgebiet und darüber hinaus anziehe.

 

Anerkennung von Oberbürgermeisterin Reker

 

Eine Institution geschaffen habe Resch, meint in einem herzlichen Grußwort Oberbürgermeisterin Henriette Reker und würdigt dessen Initiative als „vorbildlich“, weil sie dazu beitrüge, „dass unsere Gesellschaft zusammenhält“. Eine solche Messe diene „der Selbstvergewisserung unserer Beziehung zur Natur und dazu, ihren Wert wiederzuentdecken“. Sie hoffe für die nächsten Jahre und Jahrzehnte auf einen Fortbestand dieser wichtigen Tradition.

Im Einklang mit der Natur leben, sorgfältig und liebend mit den Ressourcen der Schöpfung umgehen und für sie an einem Tag wie diesem danken – das zu tun ist auch der wiederkehrende und eindringliche Appell, den Monsignore Robert Kleine an die versammelte Gemeinde richtet. „Die Verantwortung gegenüber der Schöpfung ist nicht nur ein Thema von gesamtgesellschaftlicher Relevanz, sondern stellt für Christinnen und Christen eine Verpflichtung dar, die sich aus unserem Glauben an Gott als den Schöpfer dieser Welt ergibt“, betont der Kölner Stadt- und Domdechant in seiner Predigt. So müsse auch das Konsumverhalten in der Kirche kritisch hinterfragt und verändert werden.

 

Kleine: „Der menschengemachte Klimawandel ist Realität“

 

„Die Dringlichkeit, in Fragen des Umweltschutzes und der Nachhaltigkeit aktiv zu werden, hat sich in den letzten Jahren verstärkt“, stellt er fest. Für die Kirche sei die Bewahrung des Lebens und der Schöpfung in ihrer Ganzheit auch eine Frage der Glaubwürdigkeit. „Es geht für uns als Kirche, als Gemeinden und als Einzelne darum, nachhaltig zu wirtschaften, Mobilität umweltfreundlich zu gestalten und gesellschaftspolitische Verantwortung für die Armen und für die bedrohte Schöpfung wahrzunehmen.“ Analog zu „Fridays for Future“ müsse die Kirche eigentlich eine Bewegung der „Christians for Future“ sein. „Das ist uns aufgetragen“, sagt Kleine wörtlich. Das Stadtdekanat Köln ist seit einigen Jahren Mitglied der ökumenischen Initiative „Churches for Future – Kirchen für Klimagerechtigkeit“ .

Eindringlich warnt der Stadtdechant vor den dramatischen Folgen des Klimawandels und einem schon jetzt vorausgesagten Artensterben – besonders im Mittelmeer, da die Welt aktuell auf mindestens drei Grad Erwärmung zusteuere, wie er ausführt. „Der menschengemachte Klimawandel ist Realität.“ Zunehmend seien seine ökologischen und sozialen Auswirkungen auch in Deutschland zu spüren. Die Lebensmöglichkeiten von Pflanzen, Tieren und den Menschen würden durch den derzeitigen Lebensstil des Menschen geschädigt. Konkret fordert Kleine: „Unsere Gesellschaft muss sich deshalb von Denk- und Handlungsweisen, die in der Vergangenheit auf der Ausbeutung von Menschen, Mitgeschöpfen und natürlichen Ressourcen beruhten, verabschieden.“

 

An die nachfolgenden Generationen denken

 

Denn jedes dritte Tier werde es absehbar nicht mehr geben, „wenn wir den Schalter nicht umlegen“ , gibt der Theologe zu bedenken. Um hier einen grundlegenden Wandel zu erreichen, bedürfe es der gemeinsamen Anstrengungen von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Als Europa, als Land, als Stadt Köln, als Einzelner könne jeder einen Beitrag leisten. „Nicht mehr lange haben wir die Möglichkeit, die natürlichen Grundlagen für uns und unsere Kinder zu bewahren“, erklärt er mit Nachdruck. Vieles lasse sich schon jetzt nicht mehr rückgängig machen. Leidenschaftlich wirbt Kleine: „Denken wir aber an die nachfolgenden Generationen!“

Allein der christliche Begriff „Schöpfung“ mache deutlich, dass es sich dabei um einen Plan der Liebe Gottes handele, wo jedes Geschöpf einen Wert und eine Bedeutung besitze. Zwar könne man forschen und studieren, um dieses „System“ mit dem Verstand zu durchdringen und nützliche Dinge wie segensreiche Arzneien und Impfstoffe zu entwickeln. Eine ganz andere Zugangsweise aber sei, sich einfach aufzumachen, um bei einem Spaziergang Wald und Flur zu genießen und das vielfältige Leben von Fauna und Flora zu beobachten. „In unserer Begeisterung und in unserer Freude über diese schöne Welt sind wir dem Geheimnis der Natur mitunter viel näher als in allen Labors dieser Welt“, so Stadtdechant Robert Kleine.

 

Beatrice Tomasetti

 

Stadtdechant Kleine zum 20. Jahrestag des 11. September: „Vielleicht sind die Hoffenden die Einzigen, die nicht hilflos sind“

11. September 2021; ksd

Köln. Der 11. September 2001 ist einer dieser Tage, von denen jede und jeder auch nach jetzt zwei Jahrzehnten noch sagen kann, wo sie oder er war. Wie man die Nachricht und die Bilder von den Terroranschlägen in New York und auf das Pentagon erlebt hat sowie von dem Flugzeug, das Passagiere bei Shanksville in Pennsylvania zum Absturz brachten, um einen Anschlag auf Washington zu verhindern. Es war ein Datum, das für die Welt eine Zäsur bedeutet hat, deren Folgen bis heute anhalten. Doch was blieb, waren nicht nur Trauer und Trauma – sondern auch Hoffnung. Und eine Aufforderung an uns Menschen, besonders an uns Christinnen und Christen. Darüber predigte Kölns Stadt- und Domdechant Msgr. Robert Kleine am Morgen des 20. Jahrestages im Kölner Dom.

 

„Es gibt Tage, Daten, da weiß man genau, wo man war. Und so geht es mir – und sicherlich auch Ihnen – mit dem 11. September 2001“, so Kleine. Er selbst kam nach einer Visitation mit Weihbischof Manfred Melzer in die Domsingschule zurück, wo er als Schulseelsorger tätig war. „Dann sah man, dass einige vor einem kleinen Fernseher saßen, als das erste Flugzeug in das World Trade Center geflogen war. Und zu Hause saß ich dann weiter vor dem Fernsehen und musste, wie so viele, den Einsturz dieser Türme mitansehen und erleben.“

Der Stadt- und Domdechant zitierte dann einen Schüler, der nach dem Amoklauf am Gutenberg-Gymnasium in Erfurt im April 2002 gesagt hatte: „Vielleicht sind wir Hoffenden die Einzigen, die nicht ganz hilflos sind.“ Vielleicht, so Kleine, könne das auch über dem 11. September stehen, über allen Katastrophen, vor allem über allen Anschlägen, bei denen Menschen andere Menschen töten und ihnen ganz bewusst Leid zufügen.

„Vielleicht sind die Hoffenden die Einzigen, die nicht ganz hilflos sind. Die Hoffenden, die Menschen, die tief in sich ein Bild des Lebens haben, des Lebens für sich und für andere. Die einen Blickwinkel haben, der wegführt von Terror und Tod. Und die daran glauben, dass diese Welt von Gott gut geschaffen ist. Dass sie eigentlich ein Raum des Lebens sein möchte, der die Unterschiedlichen miteinander leben lassen kann, ohne sie alle gleich zu machen. Der Platz hat für Glaubensüberzeugungen, ohne dass ich dem Anderen das Daseinsrecht absprechen ,muss‘. Dass die Welt eigentlich ein Raum ist, der der Liebe und der Versöhnung Raum und Zeit gewährt“, sagte der Stadtdechant.

 

Erinnerung an Hilfskräfte und Aufforderung zum Einsatz für den Frieden

 

Die Hoffenden seien Menschen, die nicht aufhören wollen, an das Gute im Menschen zu glauben, „ obwohl – wenn wir nach Afghanistan und in viele andere Länder schauen – das doch ganz anders aussieht und so vieles dagegenspricht“.

Die Hoffenden vor 20 Jahren seien vor allem auch die Hilfskräfte gewesen. „Zum Beispiel die elf Feuerwehrmänner, die als erstes Einsatzteam am Ort der Katastrophe waren, eingriffen, beistanden, sich durch die Staubwolke kämpften, Menschen herausbrachten – und am Ende alle umkamen“ , erinnerte Kleine. Ihr zerstörtes Feuerwehrauto ist im Gedenkmuseum am Ground Zero zu sehen. „Eine Erinnerung, dass Menschen Hoffnung haben und anderen Hoffnung schenken wollen.“

Kleine weiter: „Ich denke, dass nicht nur in meiner Erinnerung dieser Tag eingebrannt ist. Die Bilder der Menschen, die in ihrer Verzweiflung und Not aus den oberen Stockwerken der glühenden und schmelzenden Hochhäuser in den Tod sprangen. Menschen, auf deren Gesichtern der Staub und die Asche lagen und sie zu Masken werden ließen und von denen viele in den Folgejahren an Krebs gestorben sind.“

In der Folge des Dramas von New York und der anderen Orte des 11. Septembers sind Kriege geführt worden, erinnerte der Stadt- und Domdechant. „Jetzt, vor einigen Wochen in Afghanistan, sollte ein Schluss-Strich gezogen werden – aber es ist kein Schluss-Strich.“ Der 11. September sei ein Tag der Erinnerung und zugleich eine Aufforderung, im Kleinen für den Frieden zu kämpfen. „Im Kleinen als Christinnen und Christen dafür zu sorgen, dass der Brief des Apostels Paulus an die Epheser wenigstens in unserem Leben Gültigkeit hat“, zitiert Kleine aus dem Brief des Apostels Paulus an die Epheser. „Seid demütig, friedfertig, geduldig, ertragt einander in Liebe, bemüht euch die Einheit des Geistes zu wahren durch den Frieden, der euch zusammenhält.“ Und er betont: „Ich vertraue darauf: Wenn wir diese Hoffnung haben, wenn wir Hoffende sind, dass das auch der Welt helfen kann.“

 

Den Gottesdienst und die Predigt können Sie in der Mediathek von DOMRADIO.DE abrufen.

  

Dreikönigswallfahrt 2021: Besonderes Gebet für Afghanistan und Kollekte für Flutopfer (bis 26. September)

10. September 2021; ksd

Köln (mk/ksd). Auch in diesem Jahr lädt das Domkapitel aus Anlass des Weihetags der Kölner Kathedrale (27. September) zur Dreikönigswallfahrt ein. Traditionell führt an diesen Tagen ein besonderer Pilgerweg durch den Dom: Am heiligen Christophorus und an der Mailänder Madonna vorbei zum Dreikönigenschrein, dann zum Gerokreuz, zur Schmuckmadonna und zur Kapelle der Barmherzigkeit. Darüber hinaus wird die Wallfahrt vom 23. bis 26. September von zahlreichen Gottesdiensten, geistlichen Führungen und musikalischen Impulsen geprägt. Den feierlichen Auftakt bildet eine Festmesse mit Stadtdechant Msgr. Robert Kleine, die besonders als Pilgermesse des Stadtdekanats Köln gefeiert wird (Donnerstag, 23. September, 18.30 Uhr, live übertragen von DOMRADIO.DE). Unten im Beitrag sowie auf YouTube sehen Sie ein Video, mit dem Msgr. Kleine alle herzlich zur Teilnahme einlädt. In einem weiteren Video lädt er mit einem Augenzwinkern ein, die richtige Wahl zu treffen und sich den Pilgerstempel zur Domwallfahrt im DOMFORUM abzuholen. Mehr darüber und über die Wallfahrt insgesamt auch im DOMRADIO.DE-Interview. Hier können Sie es auch nachhören.

 

„Die Spuren Gottes im eigenen Leben entdecken“ 

 

„Herzlich laden wir Sie ein, in der Nachfolge der Heiligen Drei Könige die Spuren Gottes im eigenen Leben zu entdecken“, sagt Dom- und Stadtdechant Msgr. Robert Kleine. „In diesem Jahr eröffnen wir die Dreikönigswallfahrt und den Pilgerweg in unserem Dom am 23. September, um an vier Tagen Pilgerinnen und Pilger aus Köln, dem Erzbistum und darüber hinaus im Dom zu begrüßen.“ Selbstverständlich werden in allen Gottesdiensten und bei allen Veranstaltungen alle aktuell geltenden Corona-Bestimmungen und Hygienevorschriften beachtet.

Viele der bewährten Gottesdienste und Veranstaltungen können auch in diesem Jahr angeboten werden, etwa die Dreikönigsbegegnungen für Kita- und Grundschulkinder, die Wallfahrt für Menschen mit und ohne Demenz (Donnerstag, 23. September, 15 Uhr), die Andacht für alle Ehejubilare (Samstag, 25. September, 15 Uhr) sowie die Andacht mit und für Geflüchtete(n) – in diesem Jahr aus aktuellem Anlass mit besonderem Gebet für die Menschen in Afghanistan (Samstag, 25. September, 12 Uhr).

 

Kollekte für Menschen ohne Krankenversicherung und Fluthilfe

 

Auch in diesem Jahr im Programm: die von Domkapitularen und Kirchenmusikern gestalteten geistlich-musikalischen Abendführungen durch den Dom. „Diese Führungen nehmen den Dreikönigenschrein und die geistliche Bedeutung anderer wichtiger Ausstattungsstücke des Domes in den Blick“, erklärt der Domdechant. „Immer wieder begegnen uns dabei die Heiligen Drei Könige, deren Wanderschaft bis heute nachhallt.“ Die jeweiligen Betrachtungen zu Baugeschichte und Theologie der Kathedrale werden durch Orgelmusik bereichert.   

Zu den weiteren Höhepunkten innerhalb der Wallfahrt gehören die Jugendvigil „Sternenlicht“ mit Diözesanjugendseelsorger Dr. Tobias Schwaderlapp (Samstag, 25. September, 21 Uhr) sowie der Ökumenische Gottesdienst zum Gedenkjahr „1700 Jahre Judentum in Deutschland“, in dem der Dominikanerpater Elias H. Füllenbach predigen wird (Freitag, 24. August, 17 Uhr). Er ist Vorstandsmitglied des Deutschen Koordinierungsrats der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit. Zu diesem Gottesdienst lädt die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) Köln ein. Er steht unter dem Leitwort: „Verwurzelt im Judentum! Leben wir Christen das?“

Das Pontifikalamt zur Feier der Kirchweihe feiert am Sonntag, 26. September, der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki um 10 Uhr im Dom. Der Abschluss der Dreikönigswallfahrt erfolgt im Rahmen einer feierlichen Vesper am Sonntagabend mit Dompropst Msgr. Guido Assmann um 17 Uhr.

„Die Kollekte, die in den Tagen der Domwallfahrt gesammelt wird, kommt in diesem Jahr einerseits einem Projekt der Kölner Malteser zugute, das seit vielen Jahren die medizinische Versorgung von Menschen ohne Krankenversicherung ermöglicht“, so Domdechant Msgr. Robert Kleine. „Mit dem anderen Teil unterstützen wir die Opfer der verheerenden Flutnacht im Juli 2021, deren Sorgen, Hoffnungen und Wünsche wir in den Tagen der Wallfahrt ganz besonders mit in unsere Gebete nehmen.“

 

Aufgrund der Corona-Pandemie ist für die Teilnahme an vielen Gottesdiensten und Veranstaltungen eine Anmeldung ab dem 15. September erforderlich. Informationen und direkte Anmeldung unter www.dreikoenige-koeln.de

 

DOMRADIO.DE überträgt mehrere der Gottesdienste (Eröffnung, Pontifikalamt, Abschluss).

 

2022: 700 Jahre Chorweihe des Domes

 

Köln war im Mittelalter neben Rom und Santiago de Compostela zeitweise der bedeutendste Wallfahrtsort in Europa: Pil­ger­rei­sen­de aus al­len Stän­den und Schich­ten zo­gen zum kost­ba­ren Drei­kö­ni­gen­schrein und ver­brei­te­ten den Ruf der Hei­li­gen Drei Kö­ni­ge. Um die Wende des 18. zum 19. Jahrhundert war ein empfindlicher Einbruch und sogar ein vorläufiges Ende der Wallfahrt zum Kölner Dom zu verzeichnen, wofür unter anderem die geistigen Strömungen der Aufklärung verantwortlich waren. 

Das Domjubiläum 1998 zur 750-jährigen Wiederkehr der Grundsteinlegung des Doms sowie der Weltjugendtag 2005 brachten eine Wiederbelebung der Domwallfahrt mit sich – alljährlich zum Kirchweihtag des Domes am 27. September. 2019 wurde die Domwallfahrt in Dreikönigswallfahrt umbenannt, um die Heiligen Drei Könige wieder stärker in den Fokus zu rücken.

Im kommenden Jahr 2022 jährt sich die Chorweihe des Domes zum 700. Mal. Der Chorraum bildet mit dem Hauptaltar das liturgische Zentrum der Kathedrale. Mit der Fertigstellung des Chores wurde der Dreikönigenschrein aus dem Alten Dom in den gotischen Neubau überführt werden. Es begann im Anschluss die Arbeit am Querhaus des Domes. Nach einer wechselvollen Baugeschichte wurde die offizielle Vollendung des Dombaus am 15. Oktober 1880 gefeiert. Im kommenden Jahr wird die Chorweihe vor 700 Jahren als Meilenstein in der Geschichte des Domes gefeiert.

 

www.koelner-dom.de

www.dreikoenige-koeln.de

 

Im Beitrag für „Himmel & Erde“ auf Radio Köln erzählt Stadt- und Domdechant Msgr. Robert Kleine, was die Dreikönigswallfahrt so besonders macht. Auch „Augenblick mal“ hat einen Beitrag zur Dreikönigswallfahrt gesendet. Warum er sich besonders auf die Eröffnung freut, erzählt Kölns Stadt- und Domdechant in diesem Beitrag auf Radio Köln.

Tag des offenen Denkmals: Knapp 50 Kirchen und Einrichtungen des Erzbistums laden digital und vor Ort zu Besichtigungen ein

10. September 2021; ksd

Köln (pek). Knapp 50 kirchliche Gebäude im Erzbistum Köln beteiligen sich am Sonntag, 12. September, am Tag des offenen Denkmals. Bundesweit öffnen viele Baudenkmäler ihre Türen. Viele Kirchen und weitere kirchliche Gebäude bieten spezielle Führungen an und gewähren Einblicke in Gebäude, Gebäudeteile und Kirchtürme, die sonst für die Öffentlichkeit geschlossen sind. Das Motto ist in diesem Jahr „Sein & Schein – in Geschichte, Architektur und Denkmalpflege“.

Am Bonner Münster ist der neu gestaltete Kreuzgang für Besichtigungen geöffnet, in der Kölner Innenstadt öffnet die Kapelle St. Kolumba für Besucher und am Düsseldorfer Rheinufer kann die St. Josephs-Kapelle aus dem frühen 18. Jahrhundert besichtigt werden.

 

Alle teilnehmenden katholischen Kirchen und Einrichtungen

 

Stadtdekanat Köln
Kölner Dom (Altstadt-Nord)
Kirche St. Andreas (Altstadt-Nord)
Basilika St. Aposteln (Altstadt-Nord)
Basilika St. Gereon (Altstadt-Nord)
Basilika St. Kunibert (Altstadt-Nord)
Kirche Groß-St. Martin (Altstadt-Nord)
Kirche St. Cäcilien (Altstadt-Nord)
Kapelle St. Kolumba (Altstadt-Nord)
Basilika St. Ursula (Altstadt-Nord)
Kirche St. Maria im Kapitol (Altstadt-Süd)
Kirche St. Maria Lyskichen (Altstadt-Süd)
Kirche St. Georg (Altstadt-Süd)
Kirche St. Pantaleon (Altstadt-Süd)
Kirche St. Severin (Altstadt-Süd) 

Kirche St. Gertrud (Neustadt-Nord)
Kirche Neu St. Alban (Neustadt-Nord) 

Kirche St. Engelbert (Riehl)
Kirche Christi Auferstehung, Melaten (Lindenthal)
Kapelle St. Maria Magdalena und Lazarus auf Melaten (Lindenthal)
Kirche St. Nikolaus (Sülz)
Kirche St. Johannes XXIII. (Sülz)
Grabeskirche St. Bartholomäus (Ehrenfeld)
Kirche St. Peter (Ehrenfeld)
Rochuskapelle (Bickendorf) 


Historische Gewölbekeller unter der ehemaligen Abtei Deutz (Deutz)
Nikolauskapelle (Westhoven)
Alter katholischer Friedhof und Kapelle (Mülheim)
Kirche St. Antonius (Mülheim)

 

Düsseldorf und Kreis Mettmann
Maxhaus – Katholisches Stadthaus und Kirche St. Maximilian (D-Carlstadt)
Dominikanerkirche St. Andreas (D-Altstadt)
St. Josephs-Kapelle (D-Altstadt)
Basilika St. Lambertus (D-Altstadt)
Koptische Bunkerkirche St. Maria (D-Heerdt-Handweiser)


Bonn
Bonner Münster (Innenstadt)
Kirche St. Laurentius (Lessenich)
Stifts- und Pfarrkirche St. Peter (Vilich)


Wuppertal und Rheinisch-Bergischer-Kreis
Bergisch Gladbach: St. Nikolaus (Bensberg)
Bergisch Gladbach: Kirche St. Clemens (Paffrath)
Odenthal: Altenberger Dom
Wuppertal: Kirche St. Ludger (Vohwinkel)


Rhein-Kreis Neuss
Dormagen: Kloster Knechtsteden und Basilika
Dormagen: Pfarr- und Wallfahrtskirche St.-Odilia-Gohr
Dormagen: Rheintorkapelle Maria von den Engeln
Dormagen: Kirche St. Martinus
Dormagen: Neuromanische Kapelle, Broicher Kapelle
Neuss: Kirche St. Konrad (Gnadenthal)


Rhein-Sieg-Kreis und Kreis Altenkirchen
Alfter: St.-Jakobus-Kirche
Siegburg: Krankenhauskapelle Herz-Jesu

 

Bitte beachten Sie die jeweils geltenden Corona-Schutzmaßnahmen in den Städten und Landkreisen. Für einige Kirchen oder Veranstaltungen ist eine vorherige Anmeldung nötig. Entsprechende Informationen finden Sie auf der jeweils verlinkten Detailseite auf der Website des Tag des offenen Denkmals. Einige Veranstaltungen finden digital statt. Auch hier finden Sie die entsprechenden Informationen auf den verlinkten Detailseiten.

 

Das Gesamtprogramm für NRW finden Sie auf dieser Seite.

 

Ausstellung „Der Dom und ,die Juden' “ jetzt im Kölner Dom zu sehen / Führungen am 11. September

10. September 2021; ksd

Köln (mk). Die Ausstellung „Der Kölner Dom und ,die Juden'. Zur christlichen Sicht auf das Judentum“, deren Stelen in den Sommermonaten im Foyer des DOMFORUMs besichtigt werden konnten, ist jetzt bis zum Ende des Jahres außerhalb der liturgischen Zeiten im Dreikönigensaal des Kölner Domes zu sehen. Die Ausstellung beschäftigt sich mit den jüdischen Wurzeln des Christentums ebenso wie mit dem christlichen Antijudaismus, der über viele Jahrhunderte zu Ausgrenzung und Verfolgung von Jüdinnen und Juden geführt hat.

Eine der vier Stelen setzt sich im Besonderen mit der Geschichte des Verhältnisses von Christen und Juden in Köln auseinander. So spiegeln auch viele Kunstwerke im Kölner Dom den christlichen Blick auf das Judentum wider. Einige der Darstellungen sind erschreckende Zeugnisse einer durch Jahrhunderte tradierten Judenfeindschaft der Kirche. Auswirkungen des christlichen Antijudaismus wirken bis heute im Antisemitismus nach.

Einen epochalen Wandel in der Haltung der katholischen Kirche zum Judentum vollzog erst das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965). So ist die letzte Stele dem heutigen Verhältnis zwischen katholischer Kirche und Judentum gewidmet, das von Schritten der Aussöhnung und des respektvollen Miteinanders geprägt ist.

 

Führungen im Rahmen des Tags des offenen Denkmals

 

Am Samstag, 11. September, bietet das DOMFORUM in Kooperation mit der Kölner Dombauhütte im Rahmen des Tags des offenen Denkmals sechs kostenlose Führungen durch die Ausstellung an. Die Führungen beginnen um 10, 10.15, 10.30, 10.45, 12.15 und 12.30 Uhr. Kostenlose Tickets sind am Tag selbst im DOMFORUM erhältlich.

 

Mehr über die Ausstellung lesen Sie hier.