Aktuelles

Hier finden Sie aktuelle Nachrichten zu stadtweiten Veranstaltungen, Initiativen und Aktionen der katholischen Kirche und ihrer Kooperationpartner in der Stadt Köln.

Überregionale Nachrichten der katholischen Kirche finden Sie auf den folgenden Webseiten:

www.erzbistum-koeln.de | www.koelner-dom.de | www.domradio.de | www.katholisch.de | www.kna.de | www.dbk.de | www.vaticannews.va/de.html

 

„Vielfalt bedeutet Reichtum für eine Gesellschaft“: Podiumsveranstaltung der Aktion Neue Nachbarn Köln

18. Januar 2020; Hildegard Mathies

Köln. Es gibt keine Pflicht zur Integration – aber ein Recht auf Migration. So lassen sich zentrale Standpunkte und das Fazit der Podiumsveranstaltung „Su simmer all he hinjekumme“ („So sind wir alle hierhergekommen“) der „Aktion Neue Nachbarn Köln“ am Freitag im Klarissenkloster Kalk zusammenfassen. Bei der Veranstaltung mit 110 Gästen ging es um die Frage „ Gesellschaftlicher Zusammenhalt und radikale Vielfalt: Wie geht das?“. Hauptreferenten waren der Berliner Politologe, Antisemitismusforscher und Autor Max Czollek („Desintegriert Euch!“) sowie der Theologe und Sozialwissenschaftler Josef Becker vom Institut für Christliche Sozialwissenschaften an der Universität Münster.

Zu Beginn machte Stadtdechant Msgr. Robert Kleine deutlich, dass es immer hinzuschauen gelte, wenn unterschiedliche Kulturen zusammenkommen: „Was bedeutet das Verhältnis von Kirche und Staat? Was bedeutet das Verhältnis von Mann und Frau? Was bedeuten Demokratie und Freiheit?“ für den Einzelnen, nannte Kleine Kernfragen für das soziale Miteinander. Die Frage sei auch, ob Menschen das Multi-Kulturelle einer Gesellschaft als Bereicherung oder Gefährdung sähen.

Im Rahmen der „Aktion Neue Nachbarn“, die im Erzbistum Köln vor fünf Jahren als Flüchtlingshilfe gestartet ist, habe er in der Regel erlebt, dass Menschen gut miteinander zusammenleben wollten – ohne die eigene Identität aufzugeben, berichtete der Stadtdechant. Auch wenn die Menschen unterschiedliche Sprachen sprächen: „Es kommt darauf an, dass wir im Herzen und im Denken dieselbe Sprache sprechen“, so Kleine, „dass wir nämlich zusammengehören und dass Vielfalt ein Reichtum ist für eine Stadt.“

„Wir könnten es besser wissen“

Die Gesellschaft in Deutschland habe längst keine Wahl mehr, ob sie vielfältig werden wolle oder nicht, machte Max Czollek deutlich: „Sie ist es schon heute.“ Bereits ein Viertel der Deutschen habe einen Migrationshintergrund, noch mehr Menschen würden sich eher als post-migrantisch bezeichnen, als Teil einer Gesellschaft, die wesentlich durch die Erfahrung der Migration geprägt sei. Dies habe in Deutschland immer gegolten, mindestens „die letzten 1500 Jahre“ – jedoch sei die Gesellschaft nicht in der Lage gewesen, sich selbst so zu denken, erläuterte der Politologe.

Czollek machte darüber hinaus deutlich, dass es beim Thema Vielfalt nicht um eine Engführung auf das Thema Migration gehe. Die Sichtbarkeit von sexuellen Minderheiten, von weltanschaulichen Positionen, von ökonomischen Unterschieden sei in den vergangenen Jahren größer geworden. Die Konzepte von Integration und Leitkultur seien jedoch nicht in der Lage, dieser Vielfalt gerecht zu werden, kritisierte Czollek. „Die Konzepte verfehlen die politische und gesellschaftliche Realität.“

Problematisch am Konzept der Integration sei, dass immer die Dominanz einer Bevölkerungsgruppe darüber entscheide, ob eine andere „gut integriert“ sei. Hinzu komme die Erwartung, dass am Ende der Integration eine „harmonische Gesellschaft“ stehe, so Czollek. Diese Idee sei jedoch mit der pluralistischen Gesellschaft, in der wir heute bereits leben, nicht kompatibel, betonte der Autor.

Bis in die 1990er-Jahre hätten Muslime als Bevölkerungsgruppe keine Rolle in der Öffentlichkeit gespielt, erinnerte Czollek, obwohl sie auch damals schon hier lebten. Das änderte sich mit den Anschlägen in den USA vom 11. September 2001. Seitdem wurden Musliminnen und Muslime – unabhängig davon, wo und wie sie sich selbst verorten, zur „größten Bedrohung Deutschlands“ erklärt, so Czollek. Dabei gebe es „schlichtweg größere Bedrohungen in Deutschland“ als Musliminnen und Muslime, betonte der Autor mit Blick auf rechte Gewalt, die von brennenden Flüchtlingsheimen über Hetzjagden bis zur Ermordung von Politikern reiche. „Wir könnten es also besser wissen“, betonte Czollek.

„Die Gesellschaft muss sich besser auf Pluralität verstehen“

Dass Integration ein wechselseitiger dynamischer Prozess ist beziehungsweise sein müsste, erläuterte der Theologe und Sozialwissenschaftler Josef Becker in seinem Vortrag. „Von der Aufnahmegesellschaft wird eine Akzeptanzbereitschaft gefordert, die der Integrationsbereitschaft des Zuwandernden entsprechen muss.“ Integration werde in der aktuellen Integrationspolitik im Wesentlichen als Integration in eine Rechtsgemeinschaft verstanden. Daneben liege der Fokus auf der gesellschaftlichen Teilhabe. Wichtige Integrationsfaktoren wären etwa Erwerbsarbeit, Bildung, die jeweilige Lebenswelt und insbesondere Religion.

Daran schließe sich die Frage nach den kirchlichen Integrationsleistungen an, so Becker. Diese seien auf verschiedenen Ebenen anzusiedeln: da sei zum einen die religiöse Praxis und die Wahrnehmung von Migrantinnen und Migranten als religiöse Subjekte. Zum anderen setzen sich die Kirchen für religiöse Freiheit ein. Zudem gebe es interreligiöse Dialog-Initiativen. Nicht zuletzt fänden Gläubige in Gemeinden oder bei den Angeboten der Internationalen Seelsorge Aufnahme. Zahlreiche caritative und diakonische Einrichtungen und Angebote – von der Bildungsarbeit über Migrationsberatung bis zur Flüchtlingshilfe – unterstützten Menschen bei der Integration in die Gesellschaft.

Integration erfolge in eine bestehende Gesellschaft, die sich fragen müsse, ob nach einer gelungenen Integration „alles so weitergeht wie bisher“ oder ob die Integration von Geflüchteten oder Migranten „möglicherweise weltverändernd“ wirke, warf der Wissenschaftler Fragen auf. „ Verändern sich gewohnten Sichtweisen auf gesellschaftliche Verhältnisse und Normen und die Welt, vielleicht sogar die Sichtweise auf Gott?“

Die wachsende Vielfalt in der deutschen Gesellschaft werde oft als Belastung, Herausforderung und Verunsicherung betrachtet. Es sei jedoch unerlässlich für die Gesellschaft, sich besser auf Pluralität zu verstehen, betonte Becker. Pluralität sei nicht nur eine Lebensform, sondern Ausdruck des Menschseins an sich und Teil des menschlichen Bedingtseins („human condition“). Der Mensch müsse sich Pluralität dennoch aktiv aneignen, sagte der Sozialwissenschaftler.

Das menschlich Verbindende in der Vielfalt werde nur erfahrbar, wenn Menschen sich begegnen können. Die aktuelle Migrationspolitik ziele jedoch darauf, dies zu verhindern, indem bereits die Einreise von Menschen verhindert oder Migrationskanäle massiv verengt und die Unterbringung der Menschen zentralisiert würden, kritisierte Becker.

„Migration sollte Normalität sein“

Dass die Politik Migration verhindern wolle und das Asylrecht in Deutschland ausgehöhlt sei, wurde auch in der an die beiden Vorträge anschließenden Podiumsdiskussion kritisiert. Einig war man sich auch, dass „Abschiebung kein Weg“ sei. „Menschen migrieren um die ganze Welt – und das sollte Normalität sein“, forderte etwa Dorsa Moinipour, Interkulturelle Promotorin vom Verein Migrafrica. Menschen haben ein Recht auf Teilhabe, doch die Realität sieht anders aus und reicht von Problemen bei der Wohnungssuche über Alltags-Rassismus bis zu Diskriminierung im Berufsleben. „Die Gesellschaft muss sich für Vielfalt öffnen“, forderte Moinipour.

Damit Menschen sich integrieren wollten, müssten Räume geschaffen werden, in denen sie sich entwickeln könnten, sagte der Geschäftsführer von Migrafrica, Amanuel Amare. „Sie müssen erkennen können, warum es sich lohnt, etwa die Sprache zu sprechen“, sagte er. „Doch daran fehlt es meist.“

Grenzen seien oft nur vermeintliche Grenzen, betonte Ottmar Bongers von der „ Willkommensinitiative Caritaskreis St. Gereon Köln“. „Wenn wir hinschauen, sehen wir, wie viel Reichtum es auch in anderen Kulturen gibt und wie viel uns tatsächlich miteinander verbindet.“ Wenn Muslime wie Christen etwas für die Menschen tun wollten, „dann lasst es uns doch gemeinsam tun“, schlug Bongers vor.

Europa habe – anders als Südamerika, die USA oder Australien – in seiner Integrationsleistung versagt, meinte Elizaveta Khan, Geschäftsführerin des Integrationshauses Köln. Die Gesellschaft habe bereitwillig akzeptiert, dass es Grenzen gebe und dass das Asylrecht de facto aufgehoben sei durch die politischen Entscheidungen der vergangenen Jahre. „Wenn wir akzeptieren würden, dass jeder Mensch das Recht hat, sich zu bewegen, würden wir ganz anders mit den Menschen umgehen.“ Ihre Ausführungen beendete sie mit einer klaren Meinung: „Heimat ist die Abwesenheit von Heimweh.“

 

Veranstalter des Fachtages der Aktion Neue Nachbarn Köln waren:

Aktion Neue Nachbarn Köln

Caritasverband für die Stadt Köln

Katholisches Stadtdekanat Köln

Migrafrica e.V.

 

Weitere Informationen gibt es hier.

 

Pastoraler Zukunftsweg im Erzbistum Köln, Synodaler Weg auf Bundesebene: Interview mit Stadtdechant Robert Kleine im Domradio

14. Januar 2020;

Pastoraler Zukunftsweg im Erzbistum Köln, Synodaler Weg auf Bundesebene: Bischöfe und Laien sind in diesen Tagen ordentlich unterwegs. Der Kölner Stadtdechant Robert Kleine über Kreuzungen und Weggabelungen.

 

Lesen Sie das gesamte Interwiew mit Stadtdechant Robert Kleine zu den Themen, die auch die Reden auf dem Dreikönigsempfang des Katholikenausschusses in der Stadt Köln und des Stadtdekanats Köln prägten, auf der Webseite des DOMRADIO  

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Pressemitteleilung des Katholikenausschusses in der Stadt Köln und des Stadtdekanats Köln zum Dreikönigsempfang am 13.01.2020:

 

Köln. Deutliche Forderungen an Kirche, Politik und Gesellschaft erhoben der Kölner Stadtdechant Msgr. Robert Kleine und der Vorsitzende des Katholikenausschusses in der Stadt Köln, Gregor Stiels, beim traditionellen gemeinsamen Dreikönigsempfang am Montagabend (13. Januar) im Maternushaus. Die Themen reichten vom zunehmenden Antisemitismus und Verrohung in der Gesellschaft über Veränderungen bei den Themen Integration und Klimawandel bis hin zu einer Absage an Machtmissbrauch innerhalb der katholischen Kirche. Beide Redner entwarfen ihre Visionen vom notwendigen Wandel in Kirche und Gesellschaft und erhoben Forderungen an die Politik, vor allem mit Blick auf den Kommunal-Wahlkampf des Jahres 2020. Des Weiteren sprach die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker zu den rund 200 Gästen aus Kirche, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

 

Eine Kultur der Gastfreundschaft und des Willkommens forderte Stadtdechant Msgr. Robert Kleine in seiner Ansprache. „Das beginnt mit der Bereitstellung von finanzierbarem Wohnraum für die Studierenden und endet bei der Begleitung und Integration unserer neuen Nachbarn, denen Köln neue Heimat werden soll“, betonte er. „Wir alle müssen weiter gemeinsam denen entgegentreten, die in unserer Stadt populistisch und verleumderisch gegen Flüchtlinge und Migranten agieren.“

Kleine warnte zudem vor zunehmendem Antisemitismus, der „nun vermehrt keine Scheu hat, sich öffentlich zu zeigen“. Der Stadtdechant sprach von Gewalt gegen jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger sowie persönlichen Beleidigungen etwa des Kölner Rabbiners Yechiel Brukner. „Zu diesen zutiefst beschämenden Aktionen gehört natürlich auch, wenn an einer erzbischöflichen Schule mit nationalsozialistischen Symbolen Witze in WhatsApp-Gruppen gemacht werden. Denn das ist nicht naiv und dumm, dass ist geschichtsvergessen und gefährlich!“ An die Synagogengemeinde und die jüdischen Mitbürger gewandt erklärte Kleine: „Sie dürfen der hundertprozentigen Solidarität des Katholischen Stadtdekanats sicher sein und wir werden auch dagegen aufstehen, wenn Antisemitismus im Gewand einer wohlfeilen Israelkritik daherkommt.“

Am 13. September 2020 ist Kommunalwahl in Nordrhein-Westfalen. Kleine sagte dazu: „Am Anfang dieses Wahljahres kann ich für die katholische Kirche in unserer Stadt nur klarstellen: Wir plädieren für Respekt und Mitmenschlichkeit und lehnen Hass, Polarisierung und gegenseitige Abwertung als Mittel von gesellschaftlichem Diskurs klar ab!“ Auf der Grundlage des christlichen Glaubens „werden wir im Stadtdekanat mit all seinen Einrichtungen weiterhin für Nächstenliebe, Toleranz und ein solidarisches Miteinander in unserer Kölner Stadtgesellschaft eintreten“, so der Stadtdechant.

Auch der Vorsitzende des Katholikenausschusses in der Stadt Köln, Gregor Stiels, erteilte Hass und Hetze eine klare Absage. Ebenfalls mit Blick auf den kommenden Wahlkampf erklärte er: „Wir werden sofort einschreiten, wenn der Wahlkampf auf Kosten anderer Menschen geführt wird, insbesondere auf Kosten von unter uns lebenden Menschen mit Migrationshintergrund! Wir werden sofort einschreiten, wenn Vorurteile gegen die hier lebenden Migrantinnen, Migranten und Geflüchteten geschürt werden! Und wir werden sofort einschreiten, wenn antisemitische oder fremdenfeindliche Aussagen getroffen werden!“

Sowohl Kleine als auch Stiels nahmen in ihren Reden den Synodalen Weg der katholischen Kirche in Deutschland sowie den Pastoralen Zukunftsweg des Erzbistums Köln in den Blick. Die Kirche sei kein Selbstzweck, waren sich die beiden Redner einig. Kleine schrieb den deutschen Bischöfen, dem Erzbistum Köln und auch „mir selbst ganz persönlich ins Stammbuch“, dass es gelte, den Aufbruch zu wagen, „der eben kein Abbruch ist, wenn die Kirche eine Vision hat“. Es gehe um ein gemeinsames und solidarisches Nach-vorne-Schauen der Gläubigen sowie um die Entwicklung einer gemeinsamen Perspektive für die Kirche im Jahr 2030 und darüber hinaus. „Es geht um eine Vision von Kirche, Glaubensleben und Gemeinde vor Ort“, so Kleine. Dabei sei es wichtig, „dass wir in unserer Kirche miteinander reden und nicht übereinander“ und dass gemeinsam nach Lösungen gesucht werde, „ angefangen bei den zwei Päpsten, über Kardinäle der Weltkirche bis zur Deutschen Bischofskonferenz und den Gremien auf lokaler Ebene“, so der Stadtdechant.

Stiels forderte mit Blick auf den Pastoralen Zukunftsweg und den Synodalen Weg einen „Dialog auf Augenhöhe, eine demokratische Entscheidungskultur und eine Thematisierung der Machtfrage“. Er wünsche sich, dass es einen konstruktiven Beitrag des Erzbistums Köln zum Synodalen Weg gebe. „Die Einheit der Bischöfe ist wichtig! Wir brauchen einen gemeinsamen deutschen Weg, kein Verharren und Verfestigen von extremen Positionen“, so der Vorsitzende des Katholikenausschusses.

Die Kirche habe nach dem Missbrauchsskandal und aufgrund ihrer Strukturen, die als rückschrittlich und intransparent angesehen würden, ein massives Imageproblem, so Stiels. „ Absolutistische monarchische Strukturen wirken in unserer Gesellschaft weltfremd und abstoßend. Eine Sexualmoral, die auf einem antiquierten Menschenbild beruht, die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse ignoriert, die Homosexualität als krankhaft und heilbar darstellt, wirkt in unserer Gesellschaft weltfremd und abstoßend. Und eine Institution, die wichtige Aufgaben, Tätigkeiten und Ämter Frauen vorenthält, weil sie Frauen sind, wirkt in unserer Gesellschaft weltfremd und abstoßend“, kritisierte der Laienvertreter. Es sei „längst überfällig, dass sich auch die Kirche mit diesen Themen beschäftigt und einen Reformprozess einleitet, an dessen Ende deutlich wahrnehmbare Veränderungen stehen“. Für den Vorsitzenden des Katholikenausschusses sind diese Themen wichtige Errungenschaften unserer Gesellschaft und kein vorübergehender Zeitgeist, dem man hinterherjagt. Viele Anwesenden zeigten sich begeistert und waren dankbar für die klare und deutliche Positionierung.

Mit Blick auf die drängenden Themen und Probleme in der Stadt forderten sowohl Kleine als auch Stiels bezahlbaren Wohnraum, mehr Einsatz für die Bildung – auch in Form von mehr Kindergärten und Schulen – sowie mehr Aufmerksamkeit und Bewusstsein für die Menschen in prekären Lebenssituationen und diejenigen, die sich von der Gesellschaft „abgehängt“ und von demokratischen Parteien immer weniger vertreten fühlten.

Gregor Stiels nahm darüber hinaus die besondere Situation von Geflüchteten in Griechenland in den Blick. Er forderte eine deutliche Initiative der Stadt Köln, die Situation für Kinder und Familien in den griechischen Flüchtlingslagern zu verbessern. Stiels verwies dabei auf den Ratsbeschluss, Köln als „Sicherer Hafen“ für geflüchtete Menschen auszuweisen.

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker machte deutlich, dass 2020 international, aber auch in Köln ein Jahr des Wandels werden würde. Diesen gelte es aktiv zu gestalten. Dabei setze sie weiterhin auf die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Stadtdekanat und Katholikenausschuss sowie den beiden Kirchen in Köln insgesamt. 

 

Die Rede von Stadtdechant Msgr. Robert Kleine finden Sie hier.

Die Rede des Vorsitzendes des Katholikenausschusses, Gregor Stiels, finden Sie hier.

  

„Vergesst die Gastfreundschaft nicht...!": Ökumenischer Gottesdienst der ACK am 26. Januar

16. Januar 2020; ksd

Köln. Der Ökumenische Neujahrsgottesdienst der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Köln (ACK) findet am Sonntag, 26. Januar, um 18 Uhr in der Antoniter-Citykirche, Schildergasse 57, Köln statt.

Das Thema „Gastfreundschaft“ steht im Mittelpunkt und verbindet den Gottesdienst in diesem Jahr mit der weltweiten Gebetswoche für die Einheit der Christen. Darin wird die Freundlichkeit der maltesischen Bevölkerung gegenüber dem schiffbrüchigen Paulus auf dem Weg nach Rom bedacht. Das Engagement für die Rettung von Flüchtlingen, die in unserer Zeit zu Tausenden im Mittelmeer ertrinken, obwohl sie gerettet werden könnten, verbindet in Köln Christinnen und Christen aller Konfessionen. Die Veröffentlichung des Dokumentes „Gemeinsam am Tisch des Herrn“ des ökumenischen Arbeitskreises evangelischer und katholischer Theologen im Jahr 2019 bietet zudem einen aktuellen Anlass, auch die Frage der eucharistischen Gastfreundschaft zur Sprache zu bringen.

Die Predigt hält Professor Dr. Andreas Krebs, Professor für Alt-Katholische und Ökumenische Theologie sowie Direktor des Alt-Katholischen Seminars der Universität Bonn. Die musikalische Gestaltung übernimmt der Jugendchor der Neuapostolischen Kirche.

Weitere Informationen gibt es hier.

 

DOMFORUM: Talk mit dem Kölner Dreigestirn findet erstmals in einer Kirche statt (16. Januar)

15. Januar 2020; ksd

Köln. Aufgrund der Sanierung des Gebäudes am Domkloster 3 bietet sich für die DOMFORUM-Reihe „Talk am Dom“ die Gelegenheit, dass der seit Jahrzehnten stattfindende Talk mit mit dem Kölner Dreigestirn erstmalig in einer Kirche stattfindet: am Donnerstag, 16. Januar, in St. Gereon, Gereonshof 2. Das Kölner Dreigestirn wird in der Session 2020 vom Reiter-Korps „Jan von Werth“ von 1925 e.V. gestellt. Das Gespräch mit Prinz Christian II., Bauer Frank, Jungfrau Griet und – in seinem ersten Amtsjahr – mit Prinzenführer Marcus Heller beginnt um 17 Uhr. Einlass ist ab 15.30 Uhr. Das Vorprogramm mit JP Weber – kölsche Klassiker zum Mitsingen – beginnt um 16.15 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen unter www.domforum.de und auf Facebook.

 

Kunst-Station St. Peter zeigt bis zum 16. Februar Gunther Keusens Antiphonar „Hälfte des Lebens – Ein Wechselgesang“

13. Januar 2020; ksd

Köln. Holunderbilder nennt der in Köln und im Burgund lebende Künstler Gunther Keusen seine Werke, die eine Brücke schlagen zwischen der literarischen Kunst Friedrich Hölderlins und seiner bildenden Kunst. Vor drei Jahrzehnten präsentierte Keusen in der Kunst-Station St. Peter erstmals sein Antiphonar „Hälfte des Lebens – Ein Wechselgesang“. Vier Wochen lang wurde das Buch damals in der Gitterkapelle gezeigt und jeden Tag eine neue Seite aufgeschlagen. In den folgenden Jahren war das Werk in zahlreichen Ausstellungen zu sehen. Jetzt kehrt es noch einmal in die Kunst-Station Sankt Peter zurück und wird bis zum 16. Februar im Rahmen von „TURM RAUM KUNST“ gezeigt (Jabachstraße 1).

Keusen realisiert seine Bilder aus gekochtem Saft von Holunderbeeren (Hölderlin = kleiner Holunderstrauch). Die Bilder „sind Teil eines Gesamtwerks, das durch Gedichtvorträge des Künstlers Vervollständigung findet“, heißt es in einem Zitat von Max J. Kobbert auf der Homepage von St. Peter. „In der Ganzheit des Zusammentretens von Sprache, Schrift und Bild, pointiert in lettristischen Bildgedichten, wird ein Neues in Erfahrung gebracht, das seinerseits weder in Wort noch Bild zu transportieren ist. Die Form der intermediären Präsentation lässt zugleich die Vielfalt der Künste als neuerliche Einheit erkennen, verbunden durch Poesie als Verdichtung und Eröffnung des im Erlebnisganzen Wirklichen und Möglichen.“

An mehreren Tagen wird das gesamte Mappenwerk unter Rezitation des Hölderlingedichts „Hälfte des Lebens“ vollständig durchgeblättert: Samstag, 18. Januar, 14 Uhr (Werkgespräch mit H. P. Schwarz); Samstag, 25. Januar, 14 Uhr (Gespräch mit J. Mautsch); Mittwoch, 29. Januar, 17 Uhr (Werkgespräch mit T. Schuld); Sonntag, 16. Februar, 13.15 Uhr (Werkgespräch mit S. Kessler). Außerhalb dieser Termine ist die kleine Ausstellung auf der Empore nicht regelmäßig, aber nach Terminvereinbarung mit der Gemeinde oder Rücksprache mit der Kirchenaufsicht zu sehen.

Weitere Informationen finden Sie hier.

 

Gelungener Brückenschlag zwischen orthodoxer und katholischer Kirche: Stadtdechant Kleine zu Gast bei orthodoxer Wasserweihe

6. Januar 2020; ksd

Köln. Den Segen für die Menschen der Stadt und darüber hinaus haben am Dreikönigstag, 6. Januar, die Griechisch-orthodoxe Kirche und die katholische Kirche in Köln erbeten. Stadtdechant Robert Kleine hat dabei auf Einladung von Erzpriester Constantin Miron an der Großen Wasserweihe der Orthodoxen Kirche am Rhein teilgenommen und neben einem Gruß in der Kirche "Entschlafen der Gottesmutter“ (Alt-St. Heribert) auch das Pilgergebet zu den Heiligen Drei Königen aus dem Kölner Dom gesprochen.

„Als Stadtdechant habe ich ein gutes ökumenisches Verhältnis zu den anderen Kirchen in der Stadt. Auch mit der Griechisch-orthodoxen Kirche und ihrem Erzpriester Constantin Miron verbindet uns eine gute Partnerschaft“, erklärte Monsignore Kleine im Anschluss. Jesus Christus und die gemeinsame Taufe verbinde die beiden Kirchen, so der Stadtdechant über die gegenseitige Anerkennung der Taufe. „Dieser Tag ist ein ganz besonderer: Wir feiern in Köln, und natürlich vor allem im Dom, die Heiligen Drei Könige, Epiphanie – Erscheinung des Herrn. Dasselbe tut auch die Griechisch-orthodoxe Kirche, aber sie nimmt schon die Taufe Jesu in den Blick. Und auch wir feiern am nächsten Sonntag Taufe des Herrn.“ Damit schließe der Weihnachtsfestkreis ab.

„Ich finde es sehr beeindruckend, wenn wir in der Osternacht das Taufwasser segnen und auch sonst das Weihwasser – und hier wird ein ganzer Fluss gesegnet als Zeichen dafür, dass Gott Leben schenkt“, sagte Kleine. Auch das Licht spiele eine Rolle als Zeichen dafür, dass an Weihnachten das Licht in Jesus Christus in die Welt gekommen sei. „Das alles verbindet sich wunderbar in dem heutigen Fest der Theophanie bei den Orthodoxen“, betonte der Stadtdechant. „Der Brückenschlag zwischen Alt-St. Heribert und dem Kölner Dom ist gelungen. Beide haben wir den Segen für die Menschen dieser Stadt und darüber hinaus erbeten.“

Es sei ihm eine große Freude und Ehre gewesen, wieder zu Gast bei der Großen Wasserweihe zu sein, so Kleine. Erstmals war dies im Jahr 2019 der Fall. Erzpriester Constantin Miron hat bereits die Einladung für das kommende Jahr ausgesprochen. „Wir sind gemeinsam auf dem Weg auf Christus hin – und das hier in Köln in einem guten ökumenischen Miteinander“, freut sich Stadtdechant Msgr. Robert Kleine.

Die Große Wasserweihe der orthodoxen Kirchen hat ihren Ursprung bereits in frühchristlicher Zeit. Sie findet in der Griechisch-orthodoxen Kirche am 6. Januar statt, wenn die christlichen Kirchen der „Erscheinung des Herrn“ (Epiphanie) unter den Menschen, der Menschwerdung Gottes, gedenken. Die orthodoxe Kirche erinnert mit der Wasserweihe an die Taufe Jesu im Jordan durch Johannes den Täufer und nennt das Fest auch „Theophanie“ (Gotteserscheinung).

Der Ritus gehört zu den eindrucksvollsten Zeremonien der Orthodoxie. Die Gläubigen ziehen nach einem feierlichen Gottesdienst – der sogenannten Göttlichen Liturgie – in einer Prozession zum Fluss. Dort taucht der Priester das Kruzifix dreimal rituell ins Wasser. Durch die Taufe Jesu im Jordan wurde gemäß der orthodoxen Theologie das Wasser dieses Flusses und aller Flüsse der Welt gesegnet. Deshalb gilt die Große Wasserweihe auch als Segen für die ganze Schöpfung. Anschließend werden die Gläubigen gesegnet und können das Kruzifix küssen. In anderen Ländern tauchen auch die Gläubigen selbst teilweise oder ganz ins Wasser.

 

„Ohne die Heiligen Drei Könige gäbe es den Kölner Dom nicht“ – Stadtdechant Robert Kleine über den Dreikönigstag

6. Januar 2020; ksd

Köln. Am 6. Januar feiert die Kirche das Fest „Erscheinung des Herrn“. Für die Gläubigen stehen an diesem Tag besonders die Heiligen Drei Könige im Mittelpunkt, deren Gebeine im Kölner Dom verehrt werden. Warum es den Dom ohne die „Drei Weisen aus dem Morgenland“, die das Jesuskind ud seine Eltern einst retteten, gar nicht geben würde und was es mit dem Dreikönigstag auf sich hat, erklärt der Kölner Stadt- und Domdechant Robert Kleine bei Radio Köln. Dabei erzählt der Monsignore auch etwas über Sternstunden in unserem Leben.

 

An historischer Stelle in Mailand, von wo aus die Reliquien der Heiligen Drei Könige einst nach Köln kamen, hat Stadtdechant Kleine der Geschichte dieser besonderen Männer nachgespürt. In diesem kurzen Video erzählt er mehr über den spannenden Weg der Drei als Caspar, Melchior und Balthasar bekannten Weisen, die einst einem Stern folgten, um das neugeborene Jesuskind zu begrüßen.

  

Neu ab diesem Jahr: Schädelreliquien der Heiligen Drei Könige über den 6. Januar hinaus zu sehen

3. Januar 2020; ksd

Köln (pkd). Bislang blieb es den Dombesuchern am 6. Januar vorbehalten, einen Blick auf die berühmtesten Reliquien der Kölner Kathedrale zu werfen. Ab diesem Jahr bleibt die Trapezplatte am Dreikönigenschrein vom Dreikönigstag bis zum darauffolgenden Sonntag geöffnet.

Er ist das größte, künstlerisch bedeutendste und inhaltlich anspruchsvollste Reliquiar des Mittelalters: Der Dreikönigenschrein im Kölner Dom. Jedes Jahr am 6. Januar wird die trapezförmige Platte auf seiner Vorderseite geöffnet – und hinter einem Gitter werden die Schädel der Heiligen Drei Könige sichtbar. Ab dem 6. Januar dieses Jahres wird die Dauer der Öffnung ausgeweitet: Künftig ist es bis zum Fest der Taufe des Herrn – dem Sonntag nach dem Dreikönigsfest – möglich, den geöffneten Schrein zu besuchen. Hinter einem Gitter werden die Schädel der Könige sichtbar.

„Die verlängerte Öffnung des Schreins fördert unser Anliegen, den Dom stärker als Ort zu prägen, an dem wir die Heiligen Drei Könige in besonderer Weise verehren“, sagt Dom- und Stadtdechant Robert Kleine. „Sie sind das eigentliche Herzstück unserer Kathedrale: Die der Überlieferung nach einzigen erhaltenen Gebeine von Menschen, die den neugeborenen Messias gesehen haben. Um ihre Bedeutung für den Dom zu betonen, haben wir im vergangenen Jahr die ‚Domwallfahrt‘ in ‚ Dreikönigswallfahrt‘ umbenannt. Nun möchten wir es künftig noch besser ermöglichen, dass man ihnen nah sein kann.“

Im Anschluss an alle Gottesdienste am Dreikönigstag sei es zudem wieder möglich, den Dreikönigenschrein in einer Prozession zu unterschreiten. „Besonders festlich gestaltet werden die beiden Pontifikalämter am Dreikönigstag“, so Kleine. „Dem Gottesdienst um 10 Uhr wird Rainer Maria Kardinal Woelki vorstehen. Die Heilige Messe um 18.30 Uhr feiern wir mit Jean-Claude Kardinal Hollerich SJ, dem Erzbischof von Luxemburg.

Website des Kölner Doms neu gestaltet

Auch auf der neugestalteten Webseite des Kölner Domes rücken die Heiligen Drei Könige stärker in den Fokus. So kann man ab dem 6. Januar auf koelner-dom.de multimedial dem Stern der Magier folgen – und in Kurztexten, Bildern und Videos mehr über die kurze Erzählung im Matthias-Evangelium erfahren, in denen zuerst von ihnen die Rede war, über die Dreikönigslegenden Johannes von Hildesheims und Jacobus de Voragines sowie über den Weg der Reliquien nach Köln. „Diese virtuelle Storytelling soll allen Interessierten dabei helfen, ihr Wissen über die Heiligen Drei Könige zu vertiefen“, so Kleine. „Es ist uns ein Anliegen, die traditionellen Angebote zum Dreikönigstag mit multimedialen Möglichkeiten zu erweitern. Ein Angebot nicht nur, aber auch für jüngere Menschen.“

Die inhaltliche Neuausrichtung des Kölner Domes, an der das Domkapitel derzeit arbeitet, soll den Dom deutlicher als Ort des Glaubens, als Ort der Kunst und Kultur, als Ort des Willkommens und als Ort der Heiligen Drei Könige prägen. Im Jahr 2019 hat dieser Prozess neben einer stärkeren Fokussierung auf die Heiligen Drei Könige schon viele weitere Früchte getragen. Seit April laden etwa internationale Lautsprecheransagen zu den Liturgien ein, seit Mai verstärken die ersten Domschweizerinnen die Aufsichtskräfte am Dom. Aktuell läuft ein Agenturwettbewerb zur Erarbeitung eines neuen Corporate-Designs für den Kölner Dom und seine Institutionen.

 

Karnevalisten feiern am 8. Januar den traditionellen ökumenischen Gottesdienst im Kölner Dom

3. Januar 2020; ksd

Köln (pek). Karnevalisten aus Köln und Umgebung feiern am Mittwoch, 8. Januar, gemeinsam mit dem Kölner Erzbischof, Kardinal Rainer Maria Woelki, dem Kölner Stadtdechanten Monsignore Robert Kleine sowie Dr. Bernhard Seiger, Stadtsuperintendent des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region, einen Wortgottesdienst. Beginn ist um 18.30 Uhr im Kölner Dom. Das Kölner Domradio überträgt den Gottesdienst live im Internet.

Die Kollekte kommt in diesem Jahr dem Sozialdienst Katholischer Männer (SKM) und dem Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) in der Siedlung „Im Mönchsfeld“ im Kölner Norden zugute. Hier bieten die katholische Kirchengemeinde, der SkF und der SKM gemeinsam wichtige Hilfen für Familien, Jugendliche und Kinder an. 

  

Stadtdechant Robert Kleine nimmt am 6. Januar an der Großen Wasserweihe der Griechisch-orthodoxen Kirche in Köln teil

2. Januar 2020; ksd

Köln. Stadtdechant Msgr. Robert Kleine nimmt am Dreikönigstag, 6. Januar, an der traditionellen Fluss-Segnung der orthodoxen Kirche in Köln teil. Die Zeremonie findet etwa auf Höhe der Griechisch-orthodoxen Kirche „Entschlafen der Gottesgebärerin“ (Alt-St. Heribert, Urbanstraße 1) am Deutzer Rheinufer (Rheinboulevard) statt.

Die Große Wasserweihe der orthodoxen Kirchen hat ihren Ursprung bereits in frühchristlicher Zeit. Sie findet in der Griechisch-orthodoxen Kirche am 6. Januar statt, wenn die christlichen Kirchen der „Erscheinung des Herrn“ (Epiphanie) unter den Menschen, der Menschwerdung Gottes, gedenken. Die orthodoxe Kirche erinnert mit der Wasserweihe an die Taufe Jesu im Jordan durch Johannes den Täufer und nennt das Fest auch „Theophanie“ (Gotteserscheinung).

Der Ritus gehört zu den eindrucksvollsten Zeremonien der Orthodoxie. Die Gläubigen ziehen nach einem feierlichen Gottesdienst (Beginn der sogenannten Göttlichen Liturgie ist um 9 Uhr in der Kirche „Entschlafen der Gottesgebärerin“, Urbanstraße 1) in einer Prozession mit Kerzen, Ikonen und vielem mehr zum Fluss. Dort taucht der Priester das Kruzifix dreimal rituell ins Wasser. Durch die Taufe Jesu im Jordan wurde gemäß der orthodoxen Theologie das Wasser dieses Flusses und aller Flüsse der Welt gesegnet. Deshalb gilt die Große Wasserweihe auch als Segen für die ganze Schöpfung.

Stadtdechant Msgr. Robert Kleine hat im vergangenen Jahr erstmals an der Großen Wasserweihe teilgenommen. Vorausgegangen war eine Einladung von Erzpriester Constantin Miron, mit dem das Stadtdekanat auf ökumenischer Ebene intensiv zusammenarbeitet. Monsignore Kleine freut sich bereits auf die erneute Teilnahme und sagt dazu: „Das gemeinsame Zeugnis für die frohe Botschaft, dass Gott in Jesus Christus Mensch geworden ist, verbindet besonders an diesem Festtag die Kirchen in Ost und West und unterstreicht das gemeinsame Fundament unseres Glaubens. Ich danke Erzpriester Constantin Miron und seiner Gemeinde sehr für die Einladung zur Mitfeier.“

Constantin Miron ist Erzpriester des Ökumenischen Patriarchats und Pfarrer der Kirche "Entschlafen der Gottesgebärerin“.

  

Früherer Dombaumeister Arnold Wolff starb an Heiligabend – Maßstäbe im Amt gesetzt

28. Dezember 2019; ksd

Köln. Mit seiner charakteristischen Fliege um den Hals ist Arnold Wolff eine der zeitgenössischen Persönlichkeiten, die von den Steinmetzen der Kölner Dombauhütte an der Kathedrale skulptural in Stein verewigt wurden – in Gestalt eines Wolfswasserspeiers. 27 Jahre lang, von 1972 bis 1999, stand Wolff als Dombaumeister an der Spitze der Dombauhütte am Weltkulturerbe Kölner Dom und hat in dieser Position Maßstäbe gesetzt. Am Heiligen Abend ist Professor Dr. Arnold Wolff verstorben. Er wurde 87 Jahre alt.

Seine Amtsnachfolgerin Professorin Dr. Barbara Schock-Werner (1999-2012) sagte dem domradio.de im Interview: „Er hat die Dombauhütte ganz entschieden geprägt, indem er die heute noch benutzten Werkstätten eingerichtet hat, die als vorbildlich galten und gelten. Ihm verdankt die Glasrestaurierungswerkstatt, die weltweit einen Ruf hat, ihre Existenz. Er sorgte auch dafür, dass die Ausgrabungen für die Besucher zugänglich gemacht wurden. Ihm lag neben der Erforschung auch die Öffentlichkeitsarbeit sehr am Herzen.“ Legendär seien Arnold Wolffs 15 öffentliche Vorträge, die er im Sommer 1998 vom Balkon des DOMFORUMs gehalten habe. Dabei hätten oft mehr als 1000 Leute  fasziniert zugehört. „Ich kenne heute noch Leute, die von diesen Vorträgen schwärmen", so Schock-Werner.

Wolff stammte aus Wevelinghoven im Kreis Grevenbroich und hattte schon als Junge vom Kölner Dom geträumt, wie er einmal erzählte. An der RWTH in Aachen wurde der damalige Kölner Dombaumeister Willy Weyres, der einen Lehrauftrag an der Hochschule hatte, auf den Studenten aufmerksam. So konnte Wolff berets in den 1950er- und frühen 1960er-Jahren am Kölner Dom tätig werden und wurde etwa mit der Vorbereitung der Restaurierung des Dreikönigenschreins betraut. Weyres holte ihn schließlich 1962 als Architekt in die Dombauverwaltung.1968 promovierte Wolff an der RWTH mit einer Dissertation über die erste Bauzeit des gotischen Domes. Mit dieser Arbeit setzte er neue Maßstäbe im Bereich mittelalterlicher Bauarchäologie. Sie gilt bis heute als Grundlage jeder baugeschichtlichen Beschäftigung mit dem Kölner Dom.

1972 übernahm Wolff das Amt des Kölner Dombaumeisters. Unter seiner Leitung wurde das Dombauarchiv neu organisiert, die Dombauhütte neu gebaut und der hauseigene „Verlag Kölner Dom“ gegründet. Darüber hinaus kam es zu einer neuen Würdigung der künstlerischen Leistung des 19. Jahrhunderts. Dies zeigte sich etwa in der Wiedereinsetzung des großen Westfensters von Carl Julius Milde, das in den Jahren von 1865 bis 1870 geschaffen und im Zweiten Weltkrieg ausgebaut, aber dennoch beschädigt worden war.

Eine ausführliche Würdigung von Professor Arnold Wolff durch die Dombauhütte Köln finden Sie hier.

Einen Bericht von domradio.de über das Requiem finden Sie hier.

 

„Segen bringen, Segen sein": Sternsinger-Aussendung im Kölner Dom am 27. Dezember

20. Dezember 2019; ksd

Köln (pek). Königlichen Besuch bekommt der Kölner Dom am Freitag, 27. Dezember. An diesem Tag sendet Kardinal Rainer Maria Woelki tausende Kinder als Könige verkleidet für das Erzbistum Köln aus. Der Gottesdienst beginnt um 11 Uhr. Die Aktion Dreikönigssingen steht 2020 unter dem Motto „Segen bringen, Segen sein. Frieden! Im Libanon und weltweit“.

Die Sternsinger setzen sich für den Frieden in aller Welt ein. In den Tagen um den 6. Januar ziehen Kinder als Heilige Drei Könige gekleidet von Haus zu Haus. Dabei schreiben sie auf Wunsch den Segensspruch 20*C+M+B+20 über die Haustür oder bringen einen entsprechenden Aufkleber an. Die drei Buchstaben stehen für den lateinischen Satz „Christus Mansionem Benedicat“ – „Christus segne dieses Haus“.

Träger der Aktion Dreikönigssingen sind das Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Insgesamt haben die Sternsinger seit dem Start der Aktion im Jahr 1959 über eine Milliarde Euro gesammelt. Weltweit konnten dadurch mehr als 74 400 Projekte und Hilfsprogramme für Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa gefördert werden.

 

„Seenotrettung nicht kriminalisieren": Katholische und evangelische Kirche von Köln unterstützen die Aktion Seebrücke

18. Dezember 2019; Hildegard Mathies

Köln. Aus Anlass des Internationalen Tags der Migranten haben das Katholische Stadtdekanat Köln und der Evangelische Kirchenverband Köln und Region erstmals eine sozialpolitische Gemeinsame Erklärung herausgegeben. Gemeinsam mit Aktivisten der Aktion Seebrücke forderten Stadtdechant Msgr. Robert Kleine und Stadtsuperintendent Dr. Bernhard Seiger im Rahmen einer Pressekonferenz eine humane und humanitäre Flüchtlingspolitik von der EU. Umrahmt wurde die Pressekonferenz von der Präsentation großer Banner zur Seebrücken-Aktion „Jeder Mensch hat einen Namen" an der katholischen Agnes- und der evangelischen Lutherkirche (an der Lutherkirche bis zum 4. Januar).

 

Dreihundert Kilometer – das ist doch gar nicht so viel. So weit ist es etwa von Libyens Küste bis Lampedusa. 17 Grad Wassertemperatur am Tag – das ist doch gar nicht so wenig. Und auch wenn das Thermometer nachts fällt – es wird doch schon noch gehen, irgendwie. Doch es sind nicht diese Maßstäbe, nicht unsere westlich-sicheren Maßstäbe, die wir anlegen dürfen, wenn es um Menschen geht, die auf der Flucht sind. Die übers Mittelmeer zu uns kommen wollen, dorthin, wo vermeintlich Sicherheit herrscht und Frieden, wo Hoffnung ein Ziel hat und sie eine Zukunft. Und wo sie Wärme erwarten, menschliche Wärme.
Die Realität sieht anders aus. Tag für Tag, wann immer Wetter und Wellen es auch nur ansatzweise zulassen, machen sich Menschen auf den Weg nach Europa. Sie fliehen vor Krieg und Gewalt, vor Hass und Hunger, vor Perspektivlosigkeit und Hoffnungslosigkeit, Verfolgung und Ausgrenzung. Und vor dem Tod, der sie bisweilen sogar in der eigenen Familie erwartet, etwa wenn sie sich als Muslime entschieden haben, Christ zu werden.
Oft lassen sie alles zurück, ihre Familie, ihr Leben, ihre Identität. Manchmal haben sie oder die ganze Familie all ihr Geld gegeben für einen Platz auf engstem Raum in einer Nuss-Schale oder einem Seelenfänger-Bötchen. Das kaum Wind und Wetter und der Masse von Menschen, die auf ihm zusammengepfercht werden, Stand halten kann. Wenn sie aufs Boot gehen, haben viele zudem schon einen langen Weg hinter sich und sind am Ende ihrer Kraft. Viele Flüchtlinge berichten von Hunger und Durst auf dem Weg durch die libysche Wüste, aber auch von Misshandlung, Gewalt, Folter und Vergewaltigung, bis sie einen Platz auf einem Boot ergattern können.
Fast jeden Tag sterben Menschen im Mittelmeer, Männer, Frauen, Kinder. Wie viele, weiß niemand. 15 000 allein in den vergangenen fünf Jahren schätzt die UNO. Wie viele Menschen wirklich qualvoll in den Fluten untergehen und erst panisch, dann wie gelähmt langsam ihrem Tod entgegensinken – niemand weiß es. Denn niemand weiß, wie viele Menschen wirklich auf so einem Boot sind.
Der Umgang mit diesen Menschen, die Frage ihrer Rettung – oder brutal nüchtern ihrer Nicht-Rettung – ist in den vergangenen Jahren zum Politikum geworden. Die Staaten der Europäischen Union (EU) und auch die anderen Anrainer des Mittelmeeres schieben sich die Verantwortlichkeiten zu. Konsequente Seenotrettung wird fast nur noch von zivilgesellschaftlichen Initiativen und Bündnissen betrieben, wie der Aktion Seebrücke. Das Katholische Stadtdekanat Köln und der Evangelische Kirchenverband Köln und Region haben aus Anlass des Internationalen Tages der Migranten in einer Gemeinsamen Erklärung mit dem Titel „Jedes Leben zählt“ ihre Solidarität mit Initiativen wie der Aktion Seebrücke erklärt. Zugleich fordern sie von der EU eine humane und humanitäre Flüchtlingspolitik. Die erste gemeinsame sozialpolitische Erklärung von Stadtdechant Msgr. Robert Kleine und Stadtsuperintendent Dr. Bernhard Seiger wurde gemeinsam mit den beiden Seebrücke-Aktivisten Laura Gey und Johannes Gaevert, der gerade von einer Mission auf dem Rettungsschiff „Alan Kurdi“ zurückgekehrt ist, sowie Pfarrer Hans Mörtter in der evangelischen Lutherkirche der Presse vorgestellt. An der Lutherkirche in der Südstadt weisen zwei orangefarbene, fünf mal zehn Meter große Banner unübersehbar auf die Arbeit der Seebrücke hin – und auf ihre Aktion „Jeder Mensch hat einen Namen“. Die Banner nennen Namen und Zahlen von Menschen, die auf der Flucht über das Mittelmeer ertrunken sind. Zuvor hingen die Transparente an der katholischen St,-Agnes-Kirche in Nippes.

„Ertrinkende muss man retten“

„Das, was im Mittelmeer geschieht, ist eine menschliche Katastrophe, ein unhaltbarer Zustand“, betonte Seiger. Es sei eine staatliche Aufgabe, dafür zu sorgen, dass Menschen aus Seenot gerettet werden können. „Und wenn das nicht der Fall ist, dann sind zivilgesellschaftliche Organisationen und eben auch wir Kirchen gefragt, unseren Beitrag dafür zu leisten, dass erkannt wird, dass Handlungsbedarf besteht.“ Die EU habe hier in den vergangenen Jahren versagt.
Außer Frage stehe, dass die Seenotrettung im Mittelmeer ein Muss ist. „Ertrinkende muss man retten, ohne jedes Wenn und Aber“, bekräftigte Seiger. „Das gehört sich aus dem Gebot der Nächstenliebe heraus und das gebietet das Grundgesetz mit dem einfachen und klaren Satz ‚Die Würde des Menschen ist unantastbar‘. Und das gebietet das Internationale Seerecht.“ Seenotrettung dürfe nicht kriminalisiert werden, wie es im vergangenen Sommer „an vielen Stellen passiert ist und wie es einige EU-Staaten getan haben“, sagte Seiger. „Das geht nicht. Das ist ein Tabubruch und dem müssen wir uns entgegenstellen.“
Weltweit sind mehr als 70 Millionen Menschen auf der Flucht. „Wenn man Migranten dazurechnet, ist die Zahl noch viel größer“, so der Stadtsuperintendent. Von 272 Millionen Menschen sprechen die Vereinten Nationen. „Da begreifen wir, wie groß die Dimensionen sind, über die wir reden.“ Es gehe gerade deshalb um die Würde, um die Namen, um die Identität jedes Einzelnen.

„Europa darf keine Festung sein“

Stadtdechant Kleine warnte davor, dass die Gesellschaft abstumpfe gegenüber der menschlichen Katastrophe im Mittelmeer. Nur äußerst dramatische Bilder wie die des an den Strand gespülten toten kleinen Jungen Aylan Kurdi vor einigen Jahren schaffen es noch in die Nachrichten und ins Bewusstsein der Menschen. Doch auch sie verschwinden in der Regel schnell wieder aus dem Fokus.
In Hass-Kommentaren sei oft die Rede davon, dass das „alles Wirtschaftsflüchtlinge“ oder „ Kriminelle“ seien. „Dann denke ich: Ihr, die ihr solche Kommentare schreibt, überlegt doch einmal: Was wäre, wenn du mit deiner Familie in einem Kriegsland leben müsstest? Was wäre, wenn du versuchst, etwas für deine Familie zu tun? Das ist ja unser Bestreben, sich einzusetzen für Menschen, die man liebt, die man im Herzen trägt“, so Kleine. Viele sähen ihre einzige Chance darin, zu fliehen und ihre Heimat zu verlassen. „Keiner tut das leichtfertig, eine Hoffnung treibt die Menschen auf dieses Meer hinaus.“
Europa dürfe für sie nicht zur Festung werden, betonte der Stadtdechant. „Wir müssen schauen, wie alle europäischen Staaten – selbst die, die keine Küste haben, an denen Flüchtlinge ankommen, wie die osteuropäischen Mitgliedsländer wie Polen oder Ungarn – eine gerechte Verteilung schaffen und wie man dafür sorgen kann, dass diese Menschen, die zu uns kommen, eine Zukunft erhalten.“ Die Flüchtlingslager an den Küsten seien überfüllt. „Es ist beschämend, wenn wir als Industrienationen, die wir alle Möglichkeiten haben, auch finanziell, sagen: Das können wir uns nicht leisten, da bricht unsere Struktur zusammen, wenn wir diese Menschen aufnehmen“, kritisierte Kleine.

„Der braunen Saat den Nährboden entziehen“

Mit der Gemeinsamen Erklärung fordern die beiden Kirchen auch einen gesellschaftlichen Klimawandel, machte der Stadtdechant deutlich. „Wir setzen uns dafür ein, dass das Klima in unserer Gesellschaft nicht von Hetze und Hass gegenüber Geflüchteten bestimmt wird.“ Wenn eine Gewalttat verübt werde, werde zuerst nach der Nationalität des Täters gefragt: „Und wenn er schon länger hier lebt, wird gefragt. Ist er ein .Bio-Deutscher’? Diese Begrifflichkeiten zeigen, dass sich etwas verschoben hat in unserer Gesellschaft“, sagte Kleine. „Natürlich ist jedes Verbrechen furchtbar und muss bestraft werden. Aber diese Denke in leider immer mehr Köpfen: Wir sind die Guten und die anderen sind die Bösen und das Böse kommt quasi über das Mittelmeer – das ist unerträglich. Da müssen wir dagegenhalten, gegen alle rassistischen und nationalistischen Tendenzen – und das tun wir auch als Kirchen und fordern damit auch die Politik auf, eine humane und humanitäre Flüchtlingspolitik anzuwenden, damit diesem Sumpf der Nährboden entzogen wird und damit die braune Saat in unserem Land nicht aufgeht.“
„Es ist eindeutig, dass das zivilgesellschaftliche Engagement dringender ist denn je“, sagte Johannes Gaevert, der fast einen Monat lang mit dem Rettungsschiff „Alan Kurdi“ im Mittelmeer unterwegs war. 84 Menschen wurden auf der Mission aus Seenot gerettet, darunter viele junge entkräftete Frauen, viele Minderjährige und zwei Neugeborene, berichtet der 21-Jährige.
„Die Situation ist weiterhin sehr dramatisch“, so der Seebrücke-Aktivist. „Wir hatten Menschen an Bord, die seit drei oder vier Jahren in Libyen sind und es teilweise drei- oder viermal versucht haben. Die sagen uns: Ich springe lieber über Bord, wenn die libysche Küstenwache kommt, und sterbe im Meer, als wieder zurück nach Libyen zu kommen. Die Menschen sterben lieber auf dem Mittelmeer, als länger in der ,Hölle in Libyen’ zu bleiben.“

„Das Mittelmeer darf kein Massengrab mehr sein“

Seine Kollegin Laura Gey engagiert sich seit dem vergangenen Jahr in der Kölner Gruppe der Aktion Seebrücke. Den Ausschlag gab die zunehmende Kriminalisierung der Seenotrettung, aber auch immer mehr Hass gegen Geflüchtete und rassisitsche Tendenzen. „Es gibt in den politischen Strukturen ein Interesse daran, Seenotrettung in Europa zu kriminalisieren“, ist sie überzeugt. „ Das hat für mich einen ganz krassen Tabubruch dargestellt und ging einher mit einer moralischen Verlagerung in unseren Vorstellungen von Gut und Böse und von dem, was richtig und was falsch ist.“ Vorstellungen, die eigentlich in einer zivilisierten Gesellschaft „extrem wichtig“ seien. „Dass sich da etwas verschiebt wurde auch politisch – mindestens auf deutscher Seite – zugelassen und auch toleriert. Das ist etwas, wo die Zivilgesellschaft eine große Rolle spielen muss, damit meine ich auch die Kirchen, aber auch politische Aktionsbündnisse wie die Seebrücke, denen die Aufgabe zukommt zu sagen: Es gibt auch eine andere Gesellschaft, ein anderes Europa, wo die Leute Interesse daran haben, dass eben weiterhin gerettet wird und wo die Leute Interesse an diesen Menschenleben haben! Das ist die Aufgabe, die da vor uns liegt.“
Für Pfarrer Mörtter stand außer Frage, dass er die Lutherkirche zur Verfügung stellt, um auf das Thema und die Aktion aufmerksam zu machen. Die Gemeinde engagiert sich bereits seit mehr als einem Jahrzehnt für Flüchtlinge. Der Südstadt-Pfarrer findet deutliche Worte: „Ich bin der Ansicht, dass das Sterben im Mittelmeer bewusster Totschlag Europas ist. Das muss man sagen! Unsere Regierung, unsere Politik begeht bewussten Totschlag, indem sie das zulässt und nicht dagegen kämpft.“ Denn Deutschland sei ein wesentlicher Bestandteil europäischer Politik. „Sich rauszuhalten geht gar nicht – vor allem nicht mit unserer Geschichte“, betonte Mörtter. „Massengräber dürfen nicht mehr sein. Für die war Deutschland zweimal verantwortlich – und jetzt muss es dafür verantwortlich sein, dass es kein Massengrab Mittelmeer mehr gibt.“

Die Gemeinsame Erklärung von Stadtdekanat und Evangelischem Kirchenverband finden Sie hier.

Den Kölner Aufruf der Aktion Seebrücke finden Sie hier. Weitere Informationen über die Kölner Aktivisten der Seenotrettung gibt eshier.

Pfarrer Mörtter ruft dazu auf, sich zu Weihnachten ein Flüchtlingsschiff aus Papier in den Christbaum zu hängen, als Erinnerung, Mahnung und Zeichen der Solidarität. Die Vorlage zum Ausdrucken und Basteln gibt es unter www.sosprojekt.de

  

Hinweisen möchten wir auch noch einmal auf den Fachtag der Aktion Neue Nachbarn am Freitag, 17. Januar, zu dem Sie sich noch anmelden können. Informationen dazu finden Sie hier.

 

„Jedes Leben zählt“: Gemeinsame Erklärung von ev. und kath. Kirche in Köln zur Seenotrettung von Flüchtlingen

17. Dezember 2019; ksd

Köln. Rund 15.000 Menschen sind in den vergangenen fünf Jahren nach Schätzungen der UNO-Flüchtlingshilfe bei der Überfahrt mit Flüchtlingsbooten über das Mittelmeer gestorben oder verschollen. Genaue Zahlen kennt niemand, denn niemand weiß, wie viele meist übervoll besetzte Boote oder kleine Schiffe sich Tag für Tag auf den Weg von den Küsten Afrikas oder von anderen Ländern aus nach Europa aufmachen, um hier Sicherheit, Frieden und ein neues Leben zu finden.

Zivilgesellschaftliche Initiativen und Bündnisse wie die „Aktion Seebrücke“ setzen sich für sichere Fluchtrouten und eine Entkriminalisierung der Seenotrettung ein. Im Dezember machen zwei große Banner an der evangelischen Lutherkirche in der Südstadt und an der Kirche St. Agnes auf die Aktion aufmerksam. Die Aktion schafft einen Ort zum Erinnern und gibt den Ertrunkenen damit ein Stück Würde. In einer Gemeinsamen Erklärung bekräftigen der katholische Stadtdechant Msgr. Robert Kleine und der evangelische Stadtsuperintendent Dr. Bernhard Seiger ihre Solidarität mit der Aktion und fordern eine humane EU-Flüchtlingspolitik:

 

„Kein Mensch setzt sich und seine Familie leichtfertig der vor allem jetzt im Winter lebensgefährlichen Flucht über das Mittelmeer aus. Wer seine Heimat verlässt und sein ganzes bisheriges Leben aufgibt, hat dafür immer einen triftigen Grund. Menschen, die auf der Suche nach Sicherheit und Schutz vor Verfolgung, nach Frieden und Perspektiven für ein neues Leben in Freiheit und Selbstbestimmung zu uns kommen, verdienen zuallererst unsere Aufnahme, Hilfe und Unterstützung. Die humanitär gebotene Seenotrettung im Mittelmeer sollte seitens der EU wiederaufgenommen werden. Erst in weiteren Schritten geht es um die Prüfung der Fluchtursachen und eine Entscheidung über die Zukunft der geflüchteten Menschen.

Wir, die evangelische und die katholische Kirche in der Stadt Köln, unterstützen die zivilgesellschaftlichen und kirchlichen Organisationen, die sich für die Seenotrettung und den Schutz von Geflüchteten einsetzen. Wir fordern die Politiker auf europäischer und bundesdeutscher Ebene auf, sich für sichere Fluchtrouten und eine humane Flüchtlingspolitik einzusetzen. Angesichts der Notlage im Mittelmeer müssen Menschlichkeit und Nächstenliebe Vorrang haben. Die Bekämpfung von Fluchtursachen ist eine gewaltige und globale Aufgabe. Der Verweis auf diese Zusammenhänge darf aber nicht dazu führen, dass grundlegende Menschenrechte an den Grenzen der EU nicht mehr gelten und Menschen nicht aus Seenot gerettet werden.

Wir müssen uns zudem gemeinsam und mit aller Kraft dafür einsetzen, dass das Klima in unserer Gesellschaft nicht von Hetze und Hass gegenüber Geflüchteten bestimmt wird. Es gilt, herrschenden Ängsten, Vorurteilen, aber vor allem rassistischen und nationalistischen Tendenzen und Gefahren entschieden zu begegnen. 

Als Christen erheben wir unsere Stimme immer dann, wenn Menschen in ihrer Würde und Freiheit verletzt werden. Für uns in der Stadt Köln bedeutet das, aufmerksam und sensibel zu sein für die Bedürfnisse der Menschen, die zu uns kommen. Gemeinsam müssen wir in der Politik, in den Kirchen, in der Wirtschaft und vielen gesellschaftlichen Gruppen dafür arbeiten, dass Menschen, die auf Zeit oder dauerhaft mit uns leben, hier eine neue Perspektive, Schutz und Sicherheit finden. Denn jedes Leben zählt.“ 

 

Weitere Informationen zur Aktion Seebrücke finden Sie hier.

 

Foto (v.li. nach re.): Stadtdechant Msgr. Robert Kleine, Johannes Gaevert und Laura Gey, beide Seebrücke Köln, Stadtsuperintendent Dr. Bernhard Seiger und Pfarrer Hans Mörtter vor der Lutherkirche. © APK

 

Ökumenische Gottesdienstimpulse von kath. und ev. Kirche in Köln setzen Zeichen gegen Antisemitismus und Hass

17. Dezember 2019; ksd

Köln. Angesichts des zunehmenden und immer aggressiver werdenden Antisemitismus in Deutschland haben Stadtdechant Msgr. Robert Kleine und Stadtsuperintendent Dr. Bernhard Seiger entschieden, den katholischen und den evangelischen Kirchengemeinden in der Stadt Gottesdienstimpulse für den vierten Advent und die Weihnachtsfeiertrage zur Verfügung zu stellen. Die Texte sollen an die jüdischen Wurzeln des Christentums und den bleibenden Bund Gottes mit seinem ersterwählten Volk Israel erinnern.

Mit dieser Initiative wollen die beiden Kirchen auch ein Zeichen der Verbundenheit und Solidarität mit den jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern und deren Gemeinden setzen.

Die Texte gibt es hier zum Nachlesen.

 

„Das Paradies ist anderswo“: Multimediale Lichtinstallation zu Weihnachten in Herz-Jesu-Kirche

16. Dezember 2019; ksd

Köln. Kann man sich eine Welt denken, in der es keine Vorstellung von anderen, von besseren Welten gibt? Um diese Frage kreist das Projekt „Das Paradies ist anderswo“ der Kölner Künstlerin Kane Kampmann. Die vierte Ausgabe der multimedialen Lichtinstallation wird an Heiligabend, 24. Dezember, und am ersten Weihnachtsfeiertag, 25. Dezember, jeweils von 21 bis 24 Uhr in der Kirche Herz Jesu am Zülpicher Platz gezeigt. Sie soll die neugotische Kirche für zwei Nächte in einen Raum für Imagination und Begegnung verwandeln.

„Die Sehnsucht nach der vollkommenen Glückseligkeit fern von Raum oder Zeit ist ein universelles Phänomen. Zu allen Zeiten haben sich die Menschen nach einem zeitlosen ,Anderswo' gesehnt, erklärt die Künstlerin. „Wo suchen wir dieses Paradies? Wo finden wir es? Auf Landkarten, in denen das Paradies noch eingezeichnet war? In vergangenen oder zukünftigen Zeiten, auf einer Südseeinsel, in astronomischen Systemen, der Quantenphysik oder in unserem Innersten?“

Der Untertitel „Le Coeur“ (Das Herz) nimmt Bezug auf das Patrozinium der Kirche. „So wie das Herz das Zentrum unseres Körpers ist, in das Leben ein- und ausströmt, will die Lichtinstallation einen offenen, fließenden Raum schaffen, in dem Weltliches und Spirituelles zusammenfinden. An diesem Ort kann sich jeder auf eine zeitlose Reise begeben.“

Die Installation umfasst analoge und digitale Projektionen, die manuell gesteuert werden. Akustische und elektronische Musik, eigens komponiert und live gespielt sowie Texte und Poesien, gesprochen und projiziert, sollen einen sich permanent ändernden Kosmos erschaffen, in den die Besucher eintauchen und in dem sie verweilen können.

Mehr Informationen über die Künstlerin finden Sie hier.



Bahnhofsmission Köln zeigt eine besondere Krippe und lädt zur Besichtigung ein

16. Dezember 2019; ksd

Köln. Die Bahnhofsmission Köln macht zum zweiten Mal beim Kölner Krippenweg mit. Ganz im Stil des beginnenden 21. Jahrhunderts wurde eine Miniaturausgabe der Bahnhofsmission mit Bahnhofsuhr, Sitzbänken, Anzeigetafeln sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Uniform gestaltet. Sie kann bis zum Dreikönigstag, 6. Januar, rund um die Uhr im Fenster der Bahnhofsmission besichtigt werden (Gleis 1)

Die Krippe zeigt typische Bahnhofszenen, die sich so täglich in einem der größten Bahnhöfe in Deutschland abspielen. So kümmern sich in einer Szene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bahnhofsmission, der Deutschen Bahn und der Polizei um Reisende und hilfsbedürftige Menschen. Die „ Heilige Familie“ in ihrer Not wird symbolisch als Flüchtlingsfamilie dargestellt. Die Figuren, hergestellt aus Künstler-Modelliermasse, sowie die Kulisse entwarf Günter Winckler, ein ehrenamtlicher Mitarbeiter der Bahnhofsmission und ehemals Entwicklungshelfer in Afrika.

Wie in der Weihnachtsgeschichte auch bietet die Bahnhofsmission Köln Schutz, Unterstützung und Weitervermittlung für Menschen, die Hilfe benötigen – unabhängig von Geschlecht, religiösem Hintergrund, sexueller Orientierung, Herkunft, Alter und Hautfarbe. In der Einrichtung öffnet sich seit 120 Jahren eine Tür für Menschen, deren Leben „entgleist“ ist, die eine Reisepause einlegen möchten, die ein offenes Ohr suchen oder tatkräftige Unterstützung im Reisekontext benötigen. Zu den wichtigen Aufgaben gehört auch die Begleitung alleinreisender Kinder.

Die Krippe kann täglich von 7 bis 19 Uhr besucht werden und ist darüber hinaus rund um die Uhr von außen im Fenster der Bahnhofsmission zu sehen. Besucht wird die Bahnhofsmission auch im Rahmen der Krippenwegsführungen, die über den Veranstalter gebucht werden können. Weitere Informationen gibt es unter www.bahnhofsmission-koeln.de

 

„Mut zum Frieden“: Am 15. Dezember wird das Friedenslicht von Bethlehem im Kölner Dom ausgesandt

12. Dezember 2019; ksd

Köln (pek). Wie jedes Jahr zum dritten Advent bringen Pfadfinder das Friedenslicht aus Bethlehem nach Köln. Das in der Geburtsgrotte Jesu entzündete Licht findet über Wien den Weg in die Domstadt. In einem von der PSG (Pfadfinderinnenschaft St. Georg) und der DPSG (Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg) veranstalteten Aussendungsgottesdienst am Sonntag, 15. Dezember, um 15 Uhr im Kölner Dom wird das Licht an Kinder, Jugendliche und Erwachsene verteilt. Unter dem Motto: „Mut zum Frieden“ ruft die Initiative in diesem Jahr dazu auf, sich für ein friedlicheres Miteinander in der Gesellschaft einzusetzen. 

Nach dem Gottesdienst bringen die Pfadfinder das Friedenslicht in staatliche, kirchliche und soziale Einrichtungen. „An vielen Orten brennt über die Weihnachtstage das Friedenslicht als Zeichen der Hoffnung und der Solidarität“, erläutert Pfarrer Dr. Dominik Schultheis, Diözesankurat der DPSG im Erzbistum Köln. „Wo immer wir uns für eine lebenswerte (Um-)Welt einsetzen und mutig dazwischen gehen, wo Unrecht geschieht, werden wir zu Lichtgestalten für jene, die im Dunkeln sind.“

Die Aktion Friedenslicht gibt es seit 1986. Sie wurde vom Österreichischen Rundfunk (ORF) ins Leben gerufen. Seit 26 Jahren verteilen Pfadfinder das Friedenslicht in ganz Deutschland.

Mehr unter www.friedenslicht.de

  

Kölner Straßennetz fordert von der Politik mehr Einsatz für Wohnraum und Wohnungslose

7. Dezember 2019; Hildegard Mathies

Köln. „Wir sitzen alle an einem Tisch…, alle gleich gut?“ – Es ist eine rhetorische Frage, die das „Kölner Straßennetz“ stellt, die Antwort ist eindeutig: „Nein“. Das Bündnis gegen Wohnungslosigkeit, zu dem auch die Katholische Wohnungslosenseelsorge GUBBIO gehört, forderte zum Nikolaustag einen klaren Wandel von der Stadtpolitik – und wollte gleichzeitig den Blick der Bürger für die geschätzt rund 8000 wohnungslosen Menschen in der Domstadt schärfen.
Dazu diente auch eine gemeinsame Nikolausfeier „für Berber und Bürger“ unter der Deutzer Brücke, mit heißen Getränken, einer ebenso heißen Suppe und vor allem mit den herzlichen Worten von Weihbischof Ansgar Puff in der Rolle des heiligen Nikolaus. Der verteilte an alle Gäste einen fair produzierten, dem Heiligen nachempfundenen Schokoladen-Nikolaus, der vor allem für die Wohnungslosen und Bedürftigen einen Hauch adventlicher Heimeligkeit verbreiten sollte.
„Den heiligen Nikolaus zeichnete aus, dass er nicht weggeguckt hat“, sagte Puff. Er ist derzeit übergangsweise im GUBBIO tätig, seit nach dem Weggang des Franziskaners Bruder Markus Fuhrmann im September dort die zweite halbe Stelle neben der Olper Franziskanerschwester Christina Klein unbesetzt ist. Gott sei Dank, so der Weihbischof, gebe es auch in der Stadt Köln viele Menschen, die nicht wegsähen, sondern die Frauen und Männer, Jugendlichen und Kinder, die auf der Straße leben beziehungsweise kein eigenes Zuhause haben, wahrnehmen. Und die diese Menschen unterstützen und sich dafür engagieren, dass ihnen geholfen wird. 

Der Traum vom eigenen Zuhause

Bereits am Vormittag hatten Vertreter des Kölner Straßennetzes auf einer gemeinsamen Pressekonferenz Politik und Stadtgesellschaft in die Pflicht genommen. Es diskutierten Christina Bacher, Chefredakteurin des Straßenmagazins „Draussenseiter“, Willi Does von der Emmaus-Gemeinschaft Köln, Jutta Eggeling vom Vringstreff, Karl-Heinz Iffland vom Kölner Arbeitslosenzentrum KALZ und Schwester Christina Klein vom GUBBIO.
Eine zwischen 2017 und 2018 erstellte Studie habe belegt, dass alle Wohnungslosen von einem eigenen Zuhause träumen, traten die Vertreter des Kölner Straßennetzes dem Mythos der freiheitsliebenden Berber entgegen, die freiwillig und gern auf der Straße leben. Nur, weil es oft keine für ihn stimmige Alternative gebe für einen Menschen, der seine Wohnung, seine Familie, seine Perspektive und sein geregeltes Leben verloren habe, landen viele Menschen auf der Straße – manchmal jahrzehntelang, manchmal bis zum Tod.
Der Aufenthalt oder die Übernachtung in einer Gemeinschaftsunterkunft oder Notschlafstelle sei für viele Wohnungslose nicht (er)tragbar, erklärten die Experten. „Da sollen plötzlich auf engem Raum beispielsweise ein psychisch Kranker, ein Alkoholiker und ein trockener Alkoholiker, ein Drogenkranker und andere Menschen zusammenleben“, sagte Eggeling. „Stellen Sie sich das einmal in Ihrer Familie vor! Das kann nicht funktionieren.“ Umso weniger, als das Leben auf der Straße immer eine akute Notsituation sei, die den Menschen unter immensen psychischen Druck setze und eine extreme physische Herausforderung sei. Hinzu kämen – bisweilen berechtigte – Ängste vor Gewalt und Diebstahl der wenigen verbliebenen Habseligkeiten. „Da nehmen viele lieber bewusst in Kauf, dass die Nacht auf der Straße ihre letzte sein könnte, gerade im Winter“, betonte Iffland.

„Housing first“ – als Erstes ein Zuhause schaffen

In Köln fehle es nicht nur allgemein an bezahlbarem Wohnraum, sondern vor allem auch an Wohnraum, bei dem ehemalige oder aktuell noch wohnungslose Menschen überhaupt eine Chance haben. „ Sie müssen mit jungen Familien, Studenten und vielen anderen konkurrieren, meist mit mehreren Dutzend Bewerbern auf eine Wohnung. Wenn da einer mit seinen paar Tüten, in denen seine gesamte Habe ist, zur Wohnungsbesichtigung kommt, weil er sie nirgendwo lassen kann, hat er keine Chance“, so Bacher.
Die Stadt Köln habe bereits vor einigen Jahren klar definiert, dass ein Zuhause ein fest ummauerter Raum sei – und nicht etwa Container, Bauwagen oder andere Alternativen beziehungsweise Übergangslösungen, wie sie bisweilen vorgeschlagen oder auch in manchen Städten und Ländern erprobt würden. In der Praxis sei der Grundsatz aber noch lange nicht verwirklicht, kritisierte das Bündnis.
Jutta Eggeling verwies auf das in Finnland erfolgreich angewandte Prinzip „Housing first“. Dort bekommen Wohnungslose als Erstes eine neue Wohnung beziehungsweise ein Appartement – ohne Bedingungen. Erst dann läuft der Apparat von Hilfe, Beratung und Begleitung an. Vier von fünf Wohnungslosen schaffen so den Weg zurück in ein geregeltes Leben. Der Vringstreff plane nun, selbst mit Mitteln aus dem „Housing first“-Fonds Wohnraum zu erwerben und so das Prinzip in Köln anzuwenden.

Köln braucht ein Hospiz für wohnungslose Menschen
Von der Politik fordert das Bündnis vor allem mehr Einsatz und konkrete Maßnahmen für die Schaffung von mehr bezahlbarem Wohnraum. Die Anzahl der Sozialwohnungen hat sich in Deutschland in den vergangenen 13 Jahren halbiert. „Wir brauchen tatsächlich einen Klimawandel“, so Bacher. „Wir brauchen ein neues gesellschaftliches Klima, in dem Menschen in Not schnell, unbürokratisch und auch unkonventionell geholfen wird.“ Und Does ergänzte: „Eine Gesellschaft, die sich nicht an ihrem schwächsten Glied orientiert, hat keine Zukunft.“
Schwester Christina Klein treibt noch ein weiteres Anliegen um: „Wir brauchen ein Hospiz beziehungsweise Hospizplätze für schwerstkranke, sterbende Wohnungslose“, sagt die Franziskanerin. Auf ihren Rundgängen durch die Stadt als aufsuchende Seelsorge begegnet sie immer wieder Menschen, deren Leben auf der Straße zu Ende zu gehen droht. „Doch auch sie haben einen Tod in Würde verdient“ , betont die Ordensfrau. Auch das ist ein Thema, über das in Köln auf breiter Basis gesprochen werden und für das dringend eine Lösung gefunden werden müsse.

Mehr Informationen zum Köner Straßennetz gibt es hier.

 

Premiere im Dom: Besinnliche Abende im Advent mit der neuen Reihe „Musik – Gedanken – Kerzenlicht“

3. Dezember 2019; ksd

Köln. Erstmals lädt der Kölner Dom in der Adventszeit zur Impulsveranstaltung „ Musik – Gedanken – Kerzenlicht“ ein. Die drei Abende (5., 12., 19. Dezember, jeweils um 21 Uhr) sollen den Weg zum Weihnachtsfest weisen – stimmungsvoll, leise, sinnlich.

Die Reihe soll ein bewusster Gegenpol sein zum Einkaufs- und Weihnachtsmarkttrubel in der direkten Nachbarschaft der Kathedrale. „Wir möchten alle, die im vorweihnachtlichen Trubel eine Pause gebrauchen können, zu einer Auszeit in den Dom einladen“, so Stadt- und Domdechant Msgr. Robert Kleine. „Wir möchten sie ermutigen, sich eine halbe Stunde Zeit zu nehmen, mit uns gemeinsam zu warten und nichts zu tun, zu hören und zu schweigen, zu singen und zu beten.“

„Getragen werden die Abende von der ganz besonderen Atmosphäre der abendlichen, nur vom Kerzenschein erleuchteten Kathedrale“, erläutert Domkapitular und Innenstadtpfarrer Dominik Meiering. „Es sollen sinnliche Abende werden, mit stimmiger Musik, Weihrauch und inspirierenden Texten. Die Menschen sind voller Sehnsucht nach Licht. Wir wollen dieser Sehnsucht Raum geben. Und miteinander feiern, was in der Adventszeit im Mittelpunkt steht: das hoffnungsvolle Warten auf das Erscheinen Gottes, der uns sein Licht schenken will.“

Die Veranstaltungsreihe ist aus dem Projekt „Perspektive Kölner Dom 2020“ hervorgegangen, mit dem das Domkapitel die Kathedrale stärker als lebendiges Gotteshaus, als Ort der Einkehr, der Inspiration und des Willkommens prägen möchte. „Wir haben es uns dabei auch zur Aufgabe gemacht, besondere Zeiten im Kirchenjahr noch eindrücklicher zu gestalten“, sagt Domdechant Kleine. „Mit ihrer konzentrierten Form bereichert die neue Veranstaltungsreihe unsere adventlichen Angebote im Dom, zu denen darüber hinaus unter anderem das Adventsmitspielkonzert, die Aussendung des Friedenslichts von Betlehem und viele besondere Gottesdienste und Konzerte gehören.“ 
 
„Musik – Gedanken – Kerzenlicht“ Am 5., 12. und 19. Dezember jeweils ab 21 Uhr im Kölner Dom.

 

Ökumenische Adventsandacht im Lindenthaler Tierpark am 8. Dezember

3. Dezember 2019; ksd

Köln. Für viele gehört sie zu den Höhepunkten der Adventszeit: die ökumenische Adventsandacht im Lindenthaler Tierpark. Sie findet am zweiten Adventssonntag, 8. Dezember, um 15 Uhr statt. Einladende sind die Evangelische Kirchengemeinde Köln-Lindenthal, die katholische Pfarrei St. Stephan sowie der Verein der Freunde und Förderer des Lindenthaler Tierparks. Zur Andacht erklingt festliche Musik. Im Anschluss ist zu einem gemütlichen Beisammensein an der lebendigen Tierkrippe eingeladen.

Weitere Informationen finden Sie hier.

 

Amazonas-Synode: „Was haben wir damit zu tun?“ – Kardinal Barreto am 6. Dezember in St. Ursula

2. Dezember 2019; ksd

Köln (pek). „Amazonas-Synode: Was haben wir damit zu tun?" Am Freitag, 6. Dezember, ist zu diesem Thema der Vorsitzende der Amazonas-Synode, Kardinal Pedro Ricardo Barreto, in der Kölner Kirche St. Ursula zu Gast. Beginn ist um 17 Uhr.

Vier Wochen lang trafen sich im Oktober Bischöfe, Ordensleute und Experten im Vatikan zur Amazonas-Synode: Es ging dabei um die Ausbeutung von Mensch und Natur, Unfrieden zwischen Arm und Reich sowie die Herausforderungen für eine menschennahe Seelsorge. 

Kardinal Pedro Barreto und der Geschäftsführer des katholischen Lateinamerika-Hilfswerkes Adveniat, Stephan Jentgens, stellen sich den Fragen des Publikums und berichten von der Realität in Amazonien. Zur Eröffnung der diesjährigen Weihnachtsaktion von Adveniat hatte Barreto in Freiburg betont: „Der globalisierten Wirtschaft, deren Ausbeutung in jeder Hinsicht keine Grenzen kennt, müssen wir eine weltweite Solidarität entgegenstellen.“

 

Weihnachtsgottesdienste in Köln und Impulse von Stadtdechant Robert Kleine zum Advent

2. Dezember 2019; ksd

Köln. Auf unserer Webseite adventskalender.koeln finden Sie jetzt wieder nach Stadtbezirken geordnete Übersichten über die katholischen Weihnachtsgottesdienste in der Stadt Köln. Hinzu kommen in Kürze Informationen über die evangelischen Gottesdienste zu den Feiertagen im Bereich des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region sowie eine Übersicht über die Weihnachtsgottesdienste der weiteren Mitglieds- und Gastkirchen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Köln. Auch die Krippenbesuchszeiten sind gelistet.

Auf der Webseite gibt außerdem Stadtdechant Msgr. Robert Kleine rund um die Adventssonntage Impulse für den Advent.

 

„Weihnachtsmannfreie Zone“: Bonifatiuswerk eröffnet bundesweite Aktion in JVA Köln

27. November 2019; ksd

Köln (tm). Dass es auch „Orte guter Taten“ im Gefängnis gibt, zeigte das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken jetzt in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Köln. Zur Eröffnung der „Weihnachtsmannfreien Zone“ präsentierte das Hilfswerk seine neue Aktion „ Tat.Ort.Nikolaus: Gutes tun – kann jeder“.

Die Aktion soll das Anliegen des heiligen Nikolaus „ganz konkret in der heutigen Zeit umsetzen und Orte aufspüren, an denen Gutes passiert“. Die „Weihnachtsmannfreie Zone“ wurde im Jahr 2002 vom Bonifatiuswerk ins Leben gerufen und ist dessen Markenzeichen. Sie setzt sich dafür ein, den heiligen Nikolaus als Freund der Kinder und Helfer von Menschen in Not wieder ins Bewusstsein zu bringen.

„Gutes zu tun bedarf keiner großen Worte. Wenn wir mit einem aufmerksamen Auge über den eigenen Tellerrand schauen und dort aktiv werden, wo wir anderen Menschen selbstlos und wertschätzend helfen können, entstehen Orte guter Taten. Sich für andere einzusetzen kann aber auch manchmal unbequem sein und erfordert Mut, denn es bedeutet, sich mit Widrigkeiten und Widerständen konfrontiert zu sehen“, sagte der Generalsekretär des Bonifatiuswerkes, Monsignore Georg Austen. Die JVA wurde für diese Eröffnung bewusst gewählt, um dem Vorbild des heiligen Nikolaus zu folgen, der allen Menschen unvoreingenommen und respektvoll begegnete. Er sei an die sozialen und gesellschaftlichen Ränder gegangen und habe sich an die Seite derer gestellt, die ausgegrenzt wurden, erklärte Austen.

Rund 300 Frauen und 700 Männer befinden sich aktuell in der JVA Köln, die in Untersuchungs- und Strafhaft unterteilt ist. Drei von den Inhaftierten verdeutlichten, dass an einem Ort, wo Menschen wegen schlechter Taten eine gewisse Zeit leben, auch Gutes passieren kann. Alexa, die sich im Kultur- und Freizeitteam im Gefängnis engagiert, kümmert sich zum Beispiel um andere Insassen, die der deutschen Sprache nicht so mächtig sind, und hilft ihnen, wenn es darum geht, Anträge auszufüllen. Ihr Engagement im Kultur- und Freizeitteam, das Konzerte und Comedy-Abende organisiert, ist eine willkommene Abwechslung. „Es ist schön zu sehen, dass man in dieser Zeit die Gitter vergessen kann, vergessen kann, wo man hier ist und einfach nur Mensch ist“, erzählt Alexa.

Daniel und Dominik sind beide in der Kirchengruppe aktiv, heißt, sie bereiten für die anderen Inhaftierten die Gottesdienste vor und feiern dann gemeinsam mit ihnen die Messe. Anderen in diesem besonderen Umfeld auf Augenhöhe zu begegnen ist ihnen wichtig. „Füreinander einzustehen und Verantwortung zu übernehmen ist eine gute Tat, auch sich zu fragen: Was kann ich Gutes tun, um es jemand anderem hier leichter zu machen“, sagte Daniel. Die ersten Tage nach der Inhaftierung seien die schwersten, da helfe jedes warme Wort, jede Tasse Kaffee ungemein. „Durch ihre Taten zeigen Sie, was christliche Nächstenliebe heißt. Sie geben Menschen etwas, aber haben auch selbst etwas davon“, bekräftigte die Kölner Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes in Richtung der Inhaftierten. Voraussetzungen seien gegenseitiges Vertrauen und Ehrlichkeit.

Dem „Täterprofil“ des heiligen Nikolaus sind schon engagierte Ehrenamtliche aus ganz Deutschland gefolgt. Sie präsentierten, wie auf vielfältige Weise Gutes getan werden kann. Die katholische Pfarreiengemeinschaft Roncalli „Am Heumarer Dreieck“ in Köln sammelt beispielsweise Kleidung für Wohnungslose. Prominente Unterstützung erfährt die „Tat.Ort.Nikolaus“-Aktion unter anderem von der WDR-Moderatorin und Buchautorin Yvonne Willicks. „Es ist kein alter Hut, sich für andere zu engagieren und etwas ehrenamtlich zu machen. Die Ehrenamtlichen müssten das eigentlich viel lauter tun und zeigen, dass das Engagement auch etwas mit unserer christlichen Grundhaltung zu tun hat“, stellte Willicks in einem schriftlichen Gruß heraus.

Das Bonifatiuswerk gibt zahlreiche Impulse und Materialien zur Aktion heraus, die wie die Schokonikoläuse über seinen Shop bestellt werden können. Durch das Hilfswerk werden mit der Kampagne die katholischen ambulanten Kinderhospizdienste in Berlin und in Halle an der Saale unterstützt. Langjährige Patin der „Weihnachtsmannfreien Zone“ ist die bekannte Sängerin Maite Kelly, die ebenfalls die „Tat.Ort.Nikolaus“-Aktion unterstützt.

Mehr unter www.bonifatiuswerk.de

 

Ökumenische Vesper zum Advent am 30. November in St. Aposteln

27. November 2019; ksd

Köln (pek). Zu Beginn des neuen Kirchenjahres laden der Kölner Erzbischof, Kardinal Rainer Maria Woelki, und der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski, zu einer ökumenischen Vesper am Vorabend des 1. Advent ein. Sie findet statt am Samstag, 30. November, um 19.30 Uhr in der Kölner Basilika St. Aposteln am Neumarkt. Die musikalische Gestaltung übernimmt die Domkantorei Köln unter der Leitung von Winfried Krane; die Orgel spielt Patrick Cellnik. Im Anschluss sind alle Mitfeiernden eingeladen, sich bei kleinen Speisen und Getränken in der an die Kirche angrenzenden Dr.-Josef-Könn-Aula zu begegnen und auszutauschen.

Die Vesper mit Kardinal Woelki und Präses Rekowski zu Beginn eines Kirchenjahres, das jeweils am 1. Advent beginnt, folgt einer langjährigen Tradition. Während die Adventsvesper traditionell in Köln in der katholischen Kirche St. Aposteln stattfindet, laden Erzbischof und Präses jedes Jahr zu Beginn der Passionszeit zu einer ökumenischen Feier in die evangelische Johanneskirche in Düsseldorf ein. Es predigt jeweils der Gast.

 

„Wir brauchen definitiv einen Klimawandel“: Stadtdekanat unterstützt Global Climate Strike

26. November 2019; ksd

Köln. Am Freitag, 29. November, rufen zahlreiche Akteure dazu auf, sich auch in Köln am weltweiten Klimastreik, dem „Global Climate Strike“, zu beteiligen. Auch das überregionale ökumenische Bündnis „Churches for Future“ unterstützt den Aufruf zum globalen Klimastreik. Vor allem im Hinblick auf den Weltklimagipfel der Vereinten Nationen (UN), der vom 2. bis 13. Dezember 2019 in Madrid stattfindet, wollen die Klima-Aktivisten und ihre Unterstützer ihren Forderungen nach wegweisenden, verbindlichen Entscheidungen und einem generellen Wandel der Klimapolitik Nachdruck verleihen. In diesem Kontext erneuert die katholische Kirche in der Stadt Köln ihre Forderungen für eine klimagerechte Politik und die Achtung der damit unmittelbar zusammenhängenden Menschenrechte. Des Weiteren geht es um die nachhaltige Bewusstseinsbildung für die Problematik auf breiter sozialer Basis und die Förderung der gesellschaftlichen Diskussion. Der Kölner Stadtdechant Msgr. (Monsignore) Robert Kleine erklärt dazu in einer Stellungnahme:

 

„Zum Selbstverständnis eines Christen gehört es ganz klar, sich für die Bewahrung der Schöpfung einzusetzen, denn dadurch erfüllen wir einen Auftrag Gottes an die Menschen. Wir sind uns darüber bewusst, dass Gottes Schöpfung stark gefährdet ist. Unsere Erde ist an vielen Orten, auf allen Kontinenten und auf vielerlei Weise in ihrer Existenz bedroht – und mit ihr die Menschen, die Tiere, die gesamte Flora und Fauna.

 

Der Klimawandel ist eine Realität. Wir sind uns auch bewusst, dass die Konsequenzen des Klimawandels schwerwiegend sein werden, vor allem werden sie die Armen am härtesten treffen. Es besteht auch deshalb dringender Handlungsbedarf.

 

Die Erde darf nicht politischen oder hochkommerziellen Zielen geopfert werden, wie wir es aktuell viel zu oft und an zu vielen Orten erleben, etwa am Amazonas, aber auch in den Wäldern des eurasisch-russischen Raumes oder in Indonesien. Oder in den Minen Lateinamerikas und Afrikas, in denen Bodenschätze, die wir für unseren modernen Lebenswandel verbrauchen, unter meist menschenunwürdigen Bedingungen abgebaut werden.

 

Wir brauchen definitiv einen Klimawandel – einen global-politischen Klimawandel, einen Klimawandel im gesellschaftlichen Bewusstsein und in unserem Miteinander. Denn nur wenn wir miteinander und füreinander Verantwortung empfinden und übernehmen, kann es uns gelingen, eine Kehrtwende in der globalen Klimapolitik zu schaffen. Nur dann wird es auch neue Perspektiven für unsere Erde und die nachfolgenden Generationen geben. Wir sind hier solidarisch mit den Forderungen nach einer öffentlichen Debatte auf breiter Basis sowie nach konkreten und nachhaltigen Entscheidungen auf dem UN-Klimagipfel in Madrid.

 

Wir wünschen allen, die sich beim Global Climate Strike, bei Churches und bei Fridays for Future sowie so vielen anderen Gruppierungen und Vereinen für die Bewahrung der Schöpfung einsetzen, friedliche und nachhaltige Aktionen sowie bei den Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft offene Ohren und Herzen für ihre wichtigen und notwendigen Anliegen.“

 

Das Katholische Stadtdekanat Köln unterstützt den Aufruf der „Churches for Future“. Kirchen, kirchliche Arbeitsbereiche und Organisationen im Ökumenischen Netzwerk Klimagerechtigkeit rufen damit dazu auf, sich mit der Bewegung „Fridays for Future“ und ihren Anliegen zu solidarisieren. Mehr dazu unter www.kirchen-fuer-klimagerechtigkeit.de

 

Malwettbewerb des DOMFORUMs: „Kinder malen den Kölner Dom“

18. November 2019; ksd

Köln. Unter dem Motto „Kinder malen den Kölner Dom“ veranstaltet das DOMFORUM einen Kinder-Malwettbewerb. Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren können ihre Ideen aufmalen oder zeichnen und dabei ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Die Gewinnerin oder der Gewinner erhält eine kostenlose Domführung für Kinder- und Familien. Zudem wird das Gewinnerbild auf einer Publikation des DOMFORUMs als Titel erscheinen.

Einsendeschluss ist Freitag, 10. Januar 2020. Das Bild sollte im Format DIN A4 sein. Auf der Rückseite des Bildes sollten der Vor- und Nachname, die Anschrift und das Alter des Kindes notiert sein.

Die Einsende-Adresse: DOMFORUM, Domkloster 3, 50667 Köln.
Das Bild kann auch im Foyer des DOMFORUMs am Roncalliplatz 2 abgegeben werden.
Eine Rücksendung kann nur bei einem beiliegenden frankierten Rückumschlag erfolgen.

www.domforum.de

  

Gedenken an Verstorbene: Das „Buch der Unbedachten“ wird am 19. November von der Antoniter-City-Kirche nach St. Aposteln überführt

13. November 2019; ksd

Köln. Ein Menschenleben soll nicht spurenlos verlöschen, wenn ein Mensch stirbt. Darum wird seit mehr als zwölf Jahren in Köln in ökumenischer Verbundenheit der sogenannten „ Unbedachten“ gedacht –  Verstorbener, die ohne Trauerfeier bestattet wurden. Am Dienstag, 19. November, wird das „Buch der Unbedachten“, das an sie erinnert, in einer feierlichen Prozession von der AntoniterCityKirche, Schildergasse 57, nach St. Aposteln, Neumarkt 30, überführt. Mit dabei sind der evangelische Stadtsuperintendent Dr. Bernhard Seiger, der katholische Stadtdechant Msgr. Robert Kleine und die Kölner Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes. Beginn ist um 18 Uhr in der AntoniterCityKirche.

Das „Buch der Unbedachten“ wird jeweils zum Ende des Kirchenjahres von der einen Konfession an die andere übergeben. Im kommenden Jahr erinnern die beiden christlichen Kirchen an die Verstorbenen in einer würdigen Feier im gemeinsamen Gebet in der Kirche St. Aposteln.

Seit 2006 wird dieser Gedenkgottesdienst für die Unbedachten regelmäßig gefeiert – an jedem dritten Dienstag eines Monats. Die ökumenischen Feiern finden im jährlichen Wechsel in St. Aposteln und in der AntoniterCityKirche statt. Initiiert hat diese Gedenkfeiern ein Initiativkreis aus Katholiken und Protestanten. Gemeinsam mit dem Ordnungsamt der Stadt Köln und dem Bestatterverband Köln wurde dieser regelmäßige Gedenkgottesdienst ins Leben gerufen.

Mehr Informationen finden Sie hier.


 
 

„Frauen – Göttinnen – Gottesmutter“: Ausstellung im FamilienForum Köln

13. November 2019; ksd

Köln. Eine Ausstellung mit Arbeiten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Mal- und Keramikkursen im „FamilienForum Köln Südstadt“ wird am Donnerstag, 14. November, um 18.30 Uhr eröffnet (Arnold-von-Siegen-Straße 7). Die Schau widmet sich dem Thema: „Frauen – Göttinnen – Gottesmutter. Auf den Spuren der Gottesmutter Maria“. Die Kurse wurden von der Künstlerin Helga Junggeburth geleitet. Die Ausstellung wird bis Ende Januar 2020 zu sehen sein.

  

Segensdusche am DOMFORUM

12. November 2019; ksd

Köln. Die Jahresaktion des DOMFORUMs, „Hauptsachen machen“ bekommt jetzt ein weiteres Highlight: Ab Donnerstag, 14. November, können sich Passanten mit der Segensdusche unter den Segen Gottes stellen. Eröffnet wird die Aktion am Übergangsquartier des DOMFORUMs, Roncalliplatz 2, um 17 Uhr. Durch eine Lichtinstallation können sich Kölner und Touristen den Segen Gottes bildlich vergegenwärtigen. Mehr Informationen finden Sie hier.

 

Widerstand gegen Kölner Auftritt von Kollegah – Stadtdechant Kleine unterstützt Boykottaufruf

11. November 2019; ksd

Köln. Gegen den Auftritt des umstrittenen Rappers Kollegah in Köln am Dienstag, 12. November, formiert sich auf breiter Basis Widerstand. Die Kölnische Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit fordert einen Boykott. Stadtdechant Robert Kleine unterstützt den Aufruf.

Dem Kölner Domradio.de sagte Kleine: „Gerade wenn antisemitische Schmähungen und Übergriffe leider wieder an der Tagesordnung sind, dürfen wir keine Rücksicht auf vermeintlich künstlerische Freiheiten nehmen, zumal Rapper wie Kollegah großen Einfluss auf unsere Jugend haben.“ Er halte es für falsch, dem Musiker in Köln eine Bühne zu bieten. Er hoffe, dass viele dem Konzert mit seinen „ sexistischen, homophoben und antisemitischen Songs die Rote Karte zeigen“ werden.

Kollegah ist unter anderem aufgrund von Textzeilen in der Kritik, die Nazi-Opfer verhöhnen, die in KZs inhaftiert waren. Ein Skandal um ihn und seinen Musikerkollegen Farid Bang hatte 2018 zur Abschaffung des Musikpreises „ECHO“ geführt. Beide hatten später das frühere KZ Auschwitz besucht und sich von den Textzeilen distanziert.

Jürgen Wilhelm, Vorsitzender der Kölnischen Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, sagte dem Domradio: „Kollegah propagiert in seinen Texten Antisemitismus, Homophobie, Gewalt gegen Frauen und ruft zum Hass gegen sozial Marginalisierte auf.“ Antisemitische Argumentationsweisen seien bei ihm keine unbedachten Äußerungen, sondern „als kohärentes Weltbild“ zu verstehen. „Dies können und wollen wir nicht tolerieren und daher rufe ich dazu auf, sich klar und deutlich gegen diesen Auftritt auszusprechen und sich dem Boykott des anstehenden Konzertes in Köln anzuschließen. Denn: Antisemitismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen.“

  

„Ich bin ein doppelter Apostel“: Vortrag und Gespräch mit dem Kölner Rabbiner Yechiel Brukner am 20. November

8. November 2019; ksd

Köln. Seit Yechiel Brukner, Rabbiner der Synagogengemeinde Köln, im Amt ist, hat er nach eigenen Angaben viel Positives erlebt – doch immer wieder auch Antisemitismus im Alltag. So wurde er etwa bei Fahrten mit Bus oder Bahn antisemitisch beschimpft. Über seine Erfahrungen, aber auch über sein Leben zwischen Israel und Deutschland spricht Brukner bei der diesjährigen Tagung des Theologischen Ausschusses der Kölnischen Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, der Karl-Rahner-Akademie und des Katholischen Bildungswerkes Köln sowie der Melanchthon-Akademie am Mittwoch, 20. November, in der Melanchthon-Akademie, Kartäuserwall 24B. Beginn ist um 18 Uhr.

Für den Rabbiner ist Israel weiterhin sein Zuhause. Deswegen ist es ihm wichtig, eine Woche im Monat in Israel zu leben. Sein Pendeln erlebt der gebürtige Schweizer als „doppelter Apostel“, wie er sagt. Wenn er nach Israel reist, hinterlässt er der Kölner Gemeinde die Botschaft: „Unser Zuhause ist Israel!“ Wenn er von Israel nach Köln reist, lautet die Botschaft dort: „Vergesst das Volk außerhalb Israels nicht.“ Brukner wehrt sich des Weiteren gegen eine von außen aufgezwungene Aufspaltung zwischen „jüdisch“ und „israelisch“. Er sagt: „Wenn Israel kritisiert wird, bin ich als Jude immer betroffen.“

Diese These wird der Pädagoge an dem Abend in der Melanchthon-Akademie auch anhand biografischer Notizen erläutern. Seine Erfahrungen als Rabbiner in Köln ein Jahr nach der Amtsübernahme werden ein weiterer Schwerpunkt der Veranstaltung sein.

Der Eintritt zu der Veranstaltung beträgt 11 Euro (ermäßigt 5 Euro), bei Voranmeldung 9 Euro (ermäßigt 4 Euro). Anmeldung unter Telefon 0221 9318030, E-Mail: anmeldung@melanchthon-akademie.de

Info: www.koelnische-gesellschaft.de und www.sgk.de

 

Gedenken an Sternenkinder: Andacht und Lichterfeiern für verstorbene Kinder

5. November 2019; ksd

Köln. Erstmals gedenken die Gemeinden St. Pankratius am Worringer Bruch und Hl. Johannes XXIII. in Chorweiler sowie der Katholische Kirchengemeindeverband Kreuz-Köln-Nord gemeinsam der Sternenkinder, wie verstorbene Kinder genannt werden, insbesondere wenn sie vor, während oder kurz nach der Geburt gestorben sind.

Am Sonntag, 17. November, wird um 17 Uhr zur Andacht in der Kirche St. Johann-Baptist, Baptiststraße 35 in Köln-Roggendorf-Thenhoven, eingeladen. Um 17.30 Uhr findet dann eine Lichter-Prozession zum Gräberfeld für Sternenkinder auf dem katholischen Friedhof in der Heinrich-Latz-Straße statt.

Am Weltgedenktag für verstorbene Kinder, am Sonntag, 8. Dezember, findet um 19 Uhr eine Lichterfeier in der Kirche Hl. Johannes XXIII., Pariser Platz in Köln-Chorweiler, statt. Besonders eingeladen sind verwaiste Eltern, trauernde Geschwister und Freunde der Verstorbenen sowie alle Menschen, die an dieser Gedenkfeier teilnehmen möchten. Weltweit werden zu dieser Stunde Lichter in die Fenster gestellt, um an Sternenkinder zu erinnern. Durch die Zeitverschiebung entsteht so eine Lichterwelle, die in 24 Stunden einmal um die Welt wandert. Die Gemeinden bitten alle darum, an jenem Tag ebenfalls um 19 Uhr ein Licht ins Fenster zu stellen.

Über das Angebot von Andachten hinaus besteht ein Gesprächsangebot für Eltern von Sternenkindern in den Räumen des Vereins Kindernöte e.V. in der Florenzer Straße 84 in Köln-Chorweiler. Alle Eltern sind willkommen, sich in regelmäßigen Abständen zu treffen und auszutauschen. Die Treffen sind kostenfrei und unverbindlich. Vor dem Gespräch sollte Kontakt aufgenommen werden mit: Hebamme Sabine Lieder bei Kindernöte e.V. unter Telefon 0221 16920095 oder Gemeindeferentin Birgitta Beusch von der Gemeinde Hl. Johannes XXIII., Telefon 0152 32093980.

Mehr Informationen über das Projekt gibt es hier.

 

Kirchenbauskulpturen: Eine Vortragsreihe zum 100. Geburtstag von Gottfried Böhm

30. Oktober 2019; ksd

Köln. Noch immer geht er in sein Architekturbüro, das seine Söhne Paul, Peter und Stephan weiterführen, und zeichnet: Gottfried Böhm. Die Liste der von ihm geschaffenen Kirchenbauten umfasst etwa 55 Kirchen, davon stehen rund 30 in Köln und im Rheinland. Am 23. Januar 2020 wird Gottfried Böhm 100 Jahre alt. Aus Anlass seines Geburtstages findet im Museum MAKK (An der Rechtschule, 50668 Köln) eine Vortragsreihe statt, die am Montag, 4. November, beginnt (alle Veranstaltungen beginnen um 17 Uhr). Veranstalter sind das DOMFORUM, der Förderverein Romanische Kirchen Köln und das Katholische Bildungswerk Köln.

Zum Auftakt sprechen Professorin Dr. Stefanie Lieb und der Fotograf Hartmut Junker über „ Gottfried Böhms Kirchenbauten heute – Eine Werkschau". Die weiteren Termine und Themen: „Die Architektenfamilie. Ein Gespräch mit Paul und Peter Böhm" (Montag, 18. November). Am 2. Dezember geht es um „Die Kunst, unverwechselbar zu sein. Gottfried Böhms Kirchenbau in seiner und unserer Zeit"; Referent ist Professor Dr. Wolfgang Pehnt. Am 16. Dezember geht es um „Der junge Gottfried Böhm – Frühe Kirchenbauten und -projekte angesichts der Trümmerlandschaft" mit dem früheren Kölner Stadtkonservator Dr. Ulrich Krings. Die Reihe wird 2020 fortgesetzt.

In der Nachfolge von Gottfred Böhms Vater, Dominikus Böhm – selbst einer der Pioniere des modernen Kirchenbaus – gilt die Kapelle „Madonna in den Trümmern", die in der Ruine der Kölner Pfarrkirche St. Kolumba errichtet worden ist, als Gottfried Böhms erster eigenständiger Bau. Eines seiner bedeutendsten Werke ist die Wallfahrtskirche St. Maria Königin in Velbert-Neviges. Deren auf unregelmäßigem Grundriss errichteter Baukörper geht nahtlos in die kristallinen Formen der Faltdächer über: eine Bauskulptur. Entsprechend ist die Reihe betitelt mit dem Leitwort „ Kirchenbauskulpturen".
Neben den Kirchen entwarf Gottfried Böhm auch viele Wohn-, Geschäfts- und Bürobauten, darunter die WDR-Arkaden in Köln. Für sein Lebenswerk wurde ihm 1986 der weltweit renommierte Pritzker-Architekturpreis verliehen.

Der Eintritt zu den Vorträgen ist frei.

Das Programm finden Sie hier.

 

Christian Wirmer bringt am 8. November Jon Fosses „Morgen und Abend“ im Baptisterium am Kölner Dom auf die Bühne

29. Oktober 2019; ksd

Köln. Ein ganzes Leben spannt sich zwischen „Morgen und Abend“ – im gleichnamigen Roman des norwegischen Autors Jon Fosse und in der Aufführung von Christian Wirmer als Schauspielmonolog. Am Freitag, 8. November, zeigt der Darmstädter Schauspieler das Werk im Rahmen der Reihe „KultURQuelle Baptisterium“ “ am frühchristlichen Taufbecken am Kölner Dom (Am Domhof/Trankgasse). Beginn ist um 19 Uhr, der Eintritt ist frei, eine Spende erbeten.

„Morgen und Abend“ erzählt vom Leben eines Fischers an der norwegischen Westküste „auf eine sehr eigene Art“, so Wirmer, denn nur der Anfangs- und Endpunkt dieses Lebens werden beschrieben, die Stunde der Geburt und die des Sterbens. „Von diesen beiden Ereignissen aus fallen Lichtstrahlen in die Zukunft oder Vergangenheit und lassen die Spuren eines Lebenslaufs aufleuchten“, erzählt der Künstler, der Fosses Roman für seine Aufführung adaptiert hat. Eher beiläufig erfährt der Zuschauer mehr über den Fischer, seine Eltern, seine Frau, seinen besten Freund, seine erste Liebe, seine Tochter, sein Leben. Letztendlich aber geht es darum, dass der Zuschauer im Spiegel von Fosses Fischer und Wirmers Darbietung sein eigenes Leben in den Blick nehmen und reflektieren kann.

Wirmer ist Spezialist für solche Ein-Personen-Aufführungen und seine Darbietung von Fosses Werk wird seit ihrer Premiere vor rund vier Jahren hoch gelobt. So schrieb etwa der „Mannheimer Morgen“ im vergangenen Jahr: „Ein Mann erzählt eine Geschichte. Er erzählt sie so gut, dass die Menschen um ihn herum in den Sog des Geschehens geraten, dass die Worte zu lebendigen Bildern werden.“ Wirmer selbst spricht dann auch von „literarischem Erzähltheater“. Nachdem er den „Lenz“ von Georg Büchner erfolgreich auf die Bühne gebracht hatte, hatte er nach einem weiteren Stück, nach zeitgenössischer Prosa gesucht – und es in Fosses im Jahr 2000 erschienenem Roman gefunden.

Für Wirmer ist der „Spielort Baptisterium“, der unterhalb des Domes liegt, etwas Besonderes. „Es kann eine sehr konzentrierte Aufführung werden“, sagt er, „denn der Raum spiegelt geradezu das im Roman beschriebene Spannungsfeld zwischen Spiritualität und Alltagsgeschehen: Auf der einen Seite schauen wir auf das frühchristliche Taufbecken und assoziieren religiöse Kontemplation und Ewigkeit. Auf der anderen Seite sehen wir durch die großen Glasfronten unsere Mitmenschen in ihrem hektischen Unterwegssein der gerade vergehenden Jetztzeit.“

Einen Respons gibt im Anschluss Markus Roentgen, Akademikerseelsorger im Erzbistum Köln. Er leitet dann über zum Gespräch.

Veranstalter sind das Katholische Bildungswerk Köln, die Melanchthon-Akademie Köln, die Dombauhütte Kölner Dom und die ArgeBap, die Arbeitsgemeinschaft Baptisterium.

 

Zur Person

Christian Wirmer spielte 20 Jahre in festen Ensembles, am Theater Basel und am Staatstheater Hannover, zuletzt am Staatstheater Darmstadt. Gastrollen führten ihn unter anderem an die Staatsoper Hannover, die Staatsoper Stuttgart und das Schauspielhaus Bochum.

Zurzeit spielt er vor allem Soloprogramme auf kleinen Bühnen und an besonderen Orten außerhalb der Theater. Wirmers Schauspielfassung von „Morgen und Abend“ wurde unter anderem zum Lyrikertreffen (Preisverleihung an Jon Fosse) und zum Katholikentag nach Münster (2018) eingeladen.

Mehr unter www.christianwirmer.de

 

Ausstellung im Maternushaus: „Zusammenspiel: Kunst im sakralen Raum“ – 30. Otkober bis 21. November

24. Oktober 2019; ksd

Köln. Die Wanderausstellung „Zusammenspiel: Kunst im sakralen Raum“ richtet den Blick auf die Kirche als Förderin und Bewahrerin des kulturellen und künstlerischen Erbes. Sie zeigt einen Überblick über Neubauten, Umbauten, raumprägende Neugestaltungen sowie liturgische Geräte, die in den vergangenen zwei Jahrzehnten deutschlandweit in katholischen Bistümern und evangelischen Landeskirchen entstanden sind. Vom 30. Oktober bis 21. November wird sie im Maternushaus gezeigt (Kardinal-Frings-Straße 1-3, 50668 Köln). Begleitet wird die Schau von drei Abendveranstaltungen mit Vortrag und Gespräch.

„Kirchen zu bauen und sie liturgisch auszustatten gehört noch immer zur Königsdisziplin für Architekten und Künstler“, heißt es in der Ausstellung, die von der Deutschen Gesellschaft für christliche Kunst und dem Verein „Ausstellungshaus für christliche Kunst“ (beide mit Sitz in München) getragen wird. Vorgestellt werden in der Schau beispielsweise die Leipziger Propsteikirche, der größte Kirchenneubau in Mitteldeutschland seit der Wende, die neu gestaltete Kirche St. Moritz in Augsburg sowie der puristisch von der Kölner Architektengemeinschaft „ Schilling Architekten“ restaurierte Hildesheimer Dom, der zum Unesco-Weltkulturerbe gehört. Auch das ökumenische Kirchenzentren Maria Magdalena in Freiburg, das 2004 eingeweiht wurde, und die Christuskirche in Köln mit ihren 2016 eingeweihten Neubauten werden gezeigt.

Drei Vorträge bilden das Rahmenprogramm: „Warum Zusammenspielen begeistert: Zeitgenössische Kunst in der Kirche?“ mit dem Kunsthistoriker Professor Dr. Peter B. Steiner, München, und dem Architekten Professor Ulrich Königs, Köln/Wuppertal am Mittwoch, 30. Oktober. Beginn ist um 19 Uhr, Veranstaltungsort das Maternushaus. „Wie kommt Kunst ins Spiel? Aufforderungen, Ausschreibungen, Wettbewerbe“ ist das Thema am Dienstag, 5. November, ebenfalls um 19 Uhr im Maternushaus. Miteinander im Gespräch sind der Duisburger Prämonstratenser und Kunsthistoriker Pater Philipp Reichling und der bildende Künstler Klaus Simon aus Bielefeld. Zum Abschluss der Reihe geht es am Donnerstag, 21. November, in den Piussaal des Priesterseminars (Kardinal-Frings-Straße 12, 50668 Köln). Das Thema von Architekt Tobias Klodwig, Münster, und der bildenden Künstlerin Angelika Weingardt aus Bühlerzell lautet: „Was wird denn da gespielt? Neubauten, Umgestaltungen und neue Fenster“. Der Eintritt ist jeweils frei.

Die Ausstellung, zu der auch ein Katalog erscheint (25 Euro) wird in Kooperation des Katholischen Bildungswerkes Köln mit Diözesanbaumeister Martin Struck beziehungsweise dem Erzbistum Köln gezeigt. 

Mehr Informationen gibt es hier.

  

„Gesellschaftlicher Zusammenhalt und radikale Vielfalt: Wie geht das?“ – Jetzt anmelden zum Fachtag der „Aktion Neue Nachbarn“

23. Oktober 2019; ksd

Köln. Hochkarätig besetzt ist ein Fachnachmittag zu Integration und Willkommenskultur, zu dem das Katholische Stadtdekanat Köln im Rahmen der „Aktion Neue Nachbarn“ einlädt. Termin ist Freitag, 17. Januar 2020, Tagungsort das Klarissenkloster Kalk (Kapellenstraße 53, Köln). Bereits jetzt sind Anmeldungen möglich (bis 10. Januar). Das Thema lautet: „Su simmer all he hinjekumme: Gesellschaftlicher Zusammenhalt und radikale Vielfalt: Wie geht das?“ Beginn ist um 14 Uhr.

Die Referenten sind: Dr. Marianne Heimbach-Steins, Professorin für Christliche Sozialwissenschaften und Sozialethische Genderforschung an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster. Sie setzt sich mit Themen wie Integrations- und Migrationsethik, Zugehörigkeit und Beteiligung sowie ethische Konturen einer anerkennungsbasierten Integrationspolitik auseinander.

Das zweite Impulsreferat kommt von Dr. Max Czollek. Er ist Antisemitismusforscher, Politologe und Lyriker und vertritt mit seinem 2018 erschienenen Buch „Desintegriert euch!“ die These einer „ radikalen Vielfalt statt Integration“ für ein gelingendes Gesellschaftsmodell. 

Anmeldungen sind ab sofort (bis zum 10. Januar 2020) möglich unter: anmeldung@katholisches.koeln

 

Ursulafestwoche mit musikalischen Highlights vom 21. bis 27. Oktober

17. Oktober 2019; ksd

Köln. Die heilige Ursula steht für Standhaftigkeit, Glaubensfestigkeit und für einen freien Willen. An die Kölner Stadtpatronin erinnert jährlich die Ursulafestwoche. Vom 21. bis 27. Oktober finden rund um die Basilika St. Ursula besondere Gottesdienste, Konzerte und eine Prozession statt.
Zum Auftakt feiert Stadtdechant Robert Kleine, Vorsitzender der Ursulabruderschaft, am Montag, 21. Oktober, eine Festmesse um 18.30 Uhr in St. Ursula (Ursulaplatz). Der Kunibertchor, Orchester und Solisten bringen dabei die Krönungsmesse von Wolfgang Amadeus Mozart zu Gehör.
Am Mittwoch, 23. Oktober, erklingt „Europäische Cembalomusik des Barock“. Kantor Gerhard Blum spielt unter anderem Werke von Scarlatti, Couperin, Bach und Händel. Beginn ist um 19.30 Uhr.
„Beseelte Zeiten zwischen Himmel und Erde“ ist ein Konzert überschrieben, das am Samstag, 26. Oktober, um 19.30 Uhr stattfindet. Aufführende sind das Frauenensemble „Voce di Donne“ und Instrumentalisten.
Den Abschluss der Ursulafestwoche bilden am Sonntag, 27. Oktober, ein feierlicher Gottesdienst und die Vesper mit Lichter- und Reliquienprozession. In der Heiligen Messe um 10.15 Uhr wird die „Messe Es-Dur“ von Anton Diabelli aufgeführt; zudem erklingt Musik von Gabriel Fauré. Es singen und spielen die „Accademia Andreae“, der Chor St. Andreas / St. Ursula und Solisten.
Die Vesper mit anschließender Prozession beginnt um 17.30 Uhr. Sie wird von Gerhard Blum an der Orgel und Vokalsolisten gestaltet. Begleitet wird die Prozession von Mitgliedern des Traditionskorps der „Treuen Husaren“. Im Anschluss findet ein Empfang im Brauhaus „Schreckenskammer“ statt. 

 

500 Kinder machten mit beim Kinderlauf rund um den Dom

16. Oktober 2019; ksd

Köln. Zum zweiten Mal fand im Vorfeld des Köln-Marathon der „RheinEnergie Kinderlauf" rund um den Kölner Dom statt. 500 Jungen und Mädchen machten mit am vergangenen Wochenende. Die Distanz betrug je nach Anmeldung 500, 1000 oder 2000 Meter; teilnehmen konnten Kinder der Jahrgänge 2009 bis 2015. Stadtdechant Monsignore Robert Kleine gab nicht nur den ersten Startschuss, sondern eröffnete den Tag auch mit einem gut besuchten Familiengottesdienst im Dom. Im Mittelpunkt stand nicht der Gedanke von Siegen und Gewinnen – sondern von Fairness und Dabeisein, von Freude an der Bewegung und an der Gemeinschaft.

 

Einen Bericht finden Sie hier.

 

Die Impressionen stammen vom Fotografen Norbert Wilhelmi. Fotos © Wilhelmi / Köln Marathon.