Ausstellung und Gespräch in St. Nikolaus: „Zuflucht. Auf dem Weg der Hoffnung“

11. März 2020; ksd

Köln. Fast 71 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht und die Zahlen steigen weiter. Am Samstag, 14. März, finden in St. Nikolaus, Berrenrather Straße /Nikolausplatz in Köln-Sülz, ab 18 Uhr eine Vernissage mit Fotos von Martin Gerner, ein Gedenkgottesdienst und ein Gesprächsabend statt, an dem auch Helfer und Betroffene teilenehmen.

„ZuFlucht. Auf dem Weg der Hoffnung“ ist der Abend überschrieben. „Keine Flucht ist ohne Hoffnung. Fluchtwege sind Wege des Leids, manche enden mit dem Tod“, schreiben die Veranstalter. „ Versammelt um das Lampedusa-Kreuz wollen wir Totengedenken halten, aber auch Zuflucht im Glauben finden und Solidarität praktizieren.“

Mit einem ökumenischen Gottesdienst wollen sich christliche Gemeinden aus Sülz und Klettenberg „ gegen schleichende Gleichgültigkeit und Gewöhnung stellen“. Dazu schreiben sie: „Versammelt um das Lampedusakreuz, hergestellt aus angeschwemmten Schiffsplanken von Fluchtbooten, werden Scham und Trauer zugelassen, aber auch Verantwortung und Solidarität widergespiegelt. Im Zentrum steht ein Totengedenken für die Menschen, die auf dem Weg der Hoffnung gestorben sind. Sie nicht zu vergessen, Ihnen einen Namen und ein Gesicht zu geben, ist ein besonderes Anliegen. Dabei kann der Glaube Zuflucht sein, der Quelle der Hoffnung auch im Totengedenken ist.“

Der Fotojournalist und Filmemacher Martin Gerner wird bis zum 01. Mai Fotos seiner Reisen und Arbeiten zu den Flüchtlingslagern auf Lesbos ausstellen. „Emergency Room Lesbos“ ist die Schau überschrieben. Gerner ist ein international renommierter und preisgekrönter Fotojournalist, Autor und freier Dozent für Friedens- und Konfliktforschung (Peacebuilding Studies). Er lebt in Köln.

Lesbos ist der „Hotspot“ der EU zur Flüchtlingsverwaltung in der Ägäis und sorgt seit Jahren für Negativ-Schlagzeilen: „Unzählige Flüchtlinge suchen von hier aus ihren Weg nach Europa, andere kommen im Meer ums Leben“, heißt es in den Informationen zur Ausstellung. „Lesbos ist der Anfang der Balkan-Route. Allein in Moria, dem größten Lager, leben 8000 Menschen. Zusammengepfercht. Vergessen. Vergessen sind auch die Einheimischen auf Lesbos. Alleingelassen von Europa und der EU, dem Festland und Athen. Viele Flüchtlinge, die heute Deutschland leben, sind über Lesbos zu uns gelangt, oft mit weiteren traumatisierenden Erfahrungen.“ Gerner hat auf Lesbos auf beiden Seiten recherchiert und dokumentiert Menschen, Orte und Geschichten, „die unser bisheriges Bild vom Nord-Süd-Konflikt hinterfragen, mitten in Europa“. Martin Gerner ist bei der Vernissage anwesend.

An dem Gespräch nehmen außer Geflüchteten teil: Christel Neudeck (Cap Anamur), Johannes Gaevert (Seebrücke), Maria Drenk (Seawatch), Claus Ulrich Prölß (Kölner Flüchtlingsrat), Stephan Grünewald (rheingold-Institut), Hannelore Bartscherer (ehemals Katholikenausschuss der Stadt Köln), Verena Tröster (Domradio.de) sowie Vertreter verschiedener Flüchtlingsinitiativen. Musikalisch gestaltet wird der Abend vom Chor „Colors of Cologne“.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation von katholischer und evangelischer Kirche in Sülz-Klettenberg.

Weitere Informationen finden Sie hier.

 

Die Öffnungszeiten der Ausstellung:

Mittwoch, 10-18 Uhr, und zur Abendmesse (18.30 Uhr)
Freitag, 10-18 Uhr, und zur Kreuzwegandacht sowie Abendmesse (18.30 Uhr)
Sonntag, zur Messe (10 Uhr) und geöffnet bis zur Abendmesse (19.30 Uhr)

 

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