Gedenkstunde am Löwenbrunnen mit Msgr. Kleine
Zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust besucht Msgr. Kleine den Erich-Klibansky-Platz
27. Januar 2026; ksd
Köln. Am Dienstag, dem 27. Januar, war der Internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust. In ganz Deutschland, so auch in Nordrhein-Westfalen, gab es dazu Veranstaltungen. In Essen wurde in der Zeche Zollverein eine Ausstellung eröffnet, die mithilfe von KI Zeitzeugen zum Leben erweckt. Aber auch in Aachen, Dortmund, Gelsenkirchen und Wuppertal standen Lesungen, Vorträge und Filmvorführungen auf dem Programm.
So nahm auch Stadtdechant Msgr. Kleine an einer Gedenkveranstaltung auf dem Kölner Erich-Klibansky-Platz teil – einem Ort, der früher der Schulhof der jüdischen Schule Jawne war. Erich Klibansky, der Direktor dieses jüdischen Gymnasiums, der mit Weitsicht und Tatendrang 130 Schülerinnen und Schüler seiner Schule nach England und somit in Sicherheit brachte, wurde 1942 deportiert und ermordet. Ein Schicksal, das auch über 1.100 jüdische Kinder und Jugendliche aus der Domstadt ereilte. Eine Inschrift am Löwenbrunnen erinnert an sie.
Zur Gedenkstunde am Löwenbrunnen ergriffen mehrere Geistliche das Wort: Pfarrerin Dr. Dorit Felsch begrüßte die Teilnehmenden, der stellvertretende Stadtsuperintendent Markus Zimmermann eröffnete die Veranstaltung. Zudem gab es ein Grußwort von Juri Bergrin, Mitglied der Gemeindevertretung der Synagogengemeinde Köln, sowie ein jüdisches Gedenkgebet von Dr. Annette Böckler. Auch Bürgermeisterin Teresa De Bellis-Olinger richtete einige emotionale Worte an die Versammelten, bevor Schülerinnen und Schüler aus Köln und dem Umland Beiträge über die Kinder der Jawne-Schule vortrugen.
Für das Schlussgebet ergriff der Stadtdechant Msgr. Kleine das Wort. Er dankte den Schülerinnen und Schülern für ihre Vorträge, erinnerte seinerseits an die Opfer des Nationalsozialismus und mahnte, dass die Erinnerung die Motivation zum Handeln sein sollte. „Wir müssen uns an die Täter, die Mitläufer und die Zuschauer erinnern und schuldhaftes Verhalten benennen, sodass wir uns heute Antisemitismus, Rassismus und Nationalismus entgegenstellen können. Damit wir heute nicht schweigen, sondern unsere Stimme erheben.“
Im Anschluss erfolgte ein Besuch der Dauerausstellung des Lern- und Gedenkorts Jawne für Gespräche.
