Stadtdechant Kleine: In Gedanken und Gebeten bei Opfern der Flut / Aufruf zu unbürokratischer Hilfe / Einladung zu Gebet und Geläut (23. Juli)

15. Juli 2021; ksd

Köln. Die Nachricht der Flutkatastrophe in Deutschland erreichte den Kölner Stadtdechanten Msgr. Robert Kleine während einer Italienreise. In den Sozialen Medien drückt Kleine sein Mitgefühl und seine Solidarität aus. Zugleich appelliert er an die Behörden, dass den Betroffenen und Opfern der Flut schnell und unbürokratisch geholfen werden muss. Sein Statement vom Tag nach der Katastrophe im Wortlaut:

 

„Die Nachrichten über die Flutkatastrophe erreichen mich in Italien. Im Gebet bin ich bei allen von der Katastrophe Betroffenen. Bei den Todesopfern und ihren Familien, bei den Verletzten und ihren Angehörigen, besonders auch bei denen, die voller Bangen einen Menschen vermissen.

So viele Menschen in verschiedenen Regionen unseres Landes haben ihre Wohnung, ihre berufliche Existenz, ihr persönliches Hab und Gut verloren. Es gibt dankenswerterweise schon viel private Solidarität; jetzt muss es auch schnelle unbürokratische Unterstützung geben.

Ein wirklich von Herzen kommendes Dankeschön an die Einsatzkräfte, die sich bis zur Erschöpfung für andere einsetzen und dabei selber ihr Leben riskieren. Gottes Segen und Schutz!!!“

 

Dank an Strömungsretter und Feuerwehr Köln

 

Am Freitag dankte Kleine in den Sozialen Medien noch einmal besonders den Einsatzkräften: „Ich kann nur vage erahnen, wie die Einsätze physisch und auch psychisch an und über die Belastungsgrenze gehen“, schrieb er auf Twitter und Facebook. „Danke allen Einsatzkräften und besonders auch den Strömungsrettern. Und allen in der Notfallseelsorge!” Strömungsretter der Kölner Feuerwehr unterstützen die Einsatzkräfte im etwas mehr als 20 Kilometer entfernten Erftstadt. In Köln selbst haben freiwillige und Berufs-Feuerwehrleute rund 4000 Einsätze verzeichnet.

 

„Aktion Deutschland Hilft" ruft zu Spenden auf

 

Stichwort „Hochwasser Deutschland”

IBAN: DE62 3702 0500 0000 1020 30 (Bank für Sozialwirtschaft)

Spendenhotline: 0900 55 102030 (kostenfrei aus dem dt. Festnetz, Mobilfunk höher)

Charity SMS: SMS mit ADH10 an die 8 11 90 senden (10EUR zzgl. üblicher SMS-Gebühr, davon gehen direkt an Aktion Deutschland Hilft 9,83 EUR)

Online spenden unter: www.Aktion-Deutschland-Hilft.de

 

„Aktion Deutschland Hilft“ ist ein 2001 gegründetes Bündnis von deutschen Hilfsorganisationen, die im Falle großer Katastrophen ihre Kräfte bündeln, um schnelle und effektive Hilfe zu leisten. Die beteiligten Organisationen führen ihre langjährige Erfahrung in der humanitären Hilfe zusammen, „um so die bisherige erfolgreiche Arbeit weiter zu optimieren”. Unter einem gemeinsamen Spendenkonto bei der Bank für Sozialwirtschaft Köln ruft das vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) geprüfte und vom Deutschen Spendenrat zertifizierte Bündnis zu solidarischem Handeln und Helfen im Katastrophenfall auf. Zu dem Bündnis von Hilfsorganisationen gehören auch Caritas und Diakonie.

 

Weitere Spendenmöglichkeiten:

 

Caritas international

IBAN DE88 6602 0500 0202 0202 02 (Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe)

Stichwort „Fluthilfe Deutschland”

Online-Spende

 

Mehr unter: www.caritas-international.de

 

Diakonisches Werk Rheinland-Westfalen-Lippe

IBAN DE79 3506 0190 1014 1550 20 (KD Bank)

Stichwort „Hochwasser-Hilfe”

Online-Spende

 

Mehr unter: www.diakonie-rwl.de

 

Papst Franziskus betet für die Flutopfer in Deutschland

 

Papst Franziskus hat durch Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin in einem Telegramm an Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier seine Anteilnahme und Betroffenheit angesichts der Flut-Katastrophe in Deutschland ausgedrückt. Der Vatikan veröffentlichte das Telegramm im Wortlaut:

 

„Mit großer Betroffenheit hat Papst Franziskus von den schweren Unwettern und Überschwemmungen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz Kenntnis erhalten. Seine Heiligkeit gedenkt der ums Leben gekommenen Menschen im Gebet und bekundet den Angehörigen seine tief empfundene Anteilnahme. Er betet besonders für die zahlreichen Vermissten, für die Verletzten und für alle, die zu Schaden gekommen sind oder durch die Naturgewalten ihre Lebensgrundlage verloren haben. Ihnen sowie den Einsatzkräften und Helfern versichert Papst Franziskus seine geistliche Nähe und erbittet allen Gottes Schutz und Beistand.“

 

Info: Der Kardinalstaatssekretär ist nach dem Papst die Nummer Zwei, der ranghöchste Amtsinhaber im Vatikan.

 

Zuhören in der Not: Katholische und Evangelische Telefonseelsorge

 

Für die Betroffenen der Flut-Katastrophe, Angehörige und alle anderen sind die Katholische und die Evangelische Telefonseelsorge besonders auch in diesen Zeiten da:

 

0800 1110222 (kath.) und 0800 1110111 (ev.)

 

Die Anrufe sind kostenfrei. Die Katholische Telefonseelsorge Köln gehört zum Stadtdekanat Köln, die Evangelische zum Evangelischen Kirchenverband Köln und Region.

 

Aufruf zu Gebet und Glockengeläut am 23. Juli

 

Das Erzbistum Köln lädt am Freitag, 23. Juli, Gemeinden, kirchliche Einrichtungen und alle Gläubigen auf, sich um 18 Uhr im Gedenken an die Opfer und Betroffenen der Flut-Katastrophe zum Gebet zu versammeln oder sich auch allein, im privaten oder persönlichen Gebet, mit anderen im Gebet zu verbinden. Zudem sind Kirchen und Klöster aufgerufen, die Glocken als Zeichen der Solidarität zu läuten.

 

„Angesichts des Leids durch die Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Belgien und Bayern stehen wir unter Schock“, schreibt Generalvikar Markus Hofmann an die Pastoralen Dienste, Pastoralbüros und Verwaltungen. „Wie unvorstellbar schlimmer muss dieser Schlag für die betroffenen Menschen sein.“

 

Die Betroffenen bräuchten natürlich ganz konkrete, tatkräftige und sofortige Hilfe, so Hofmann. „ Wir versuchen als Kirche von Köln, dazu unseren Beitrag zu leisten.  Wir erleben zugleich, welche Strahlkraft die gelebte Solidarität schon jetzt entfaltet. Wir können nicht alle vor Ort mit anpacken, aber möglichst viele sollen in die Hilfsmöglichkeiten einbezogen werden. Daher möchten wir ein öffentliches Zeichen des Zusammenhalts setzen, indem wir der Verstorbenen und in Not Geratenen gedenken und gemeinsam um Gottes Beistand bitten.“

 

Hier gibt es eine Vorlage für eine Andacht zum Download. Quelle: Erzbistum Köln

Das Erzbistum Köln schließt sich mit dem Aufruf einer Initiative der Evangelischen Kirche im Rheinland an.

 

Interviews und Infos

 

Ein Interview mit Diakon Gregor Hergarten, der die Notfallseelsorge im stark betroffenen Erftstadt koordiniert, ist hier nachzulesen.

 

Das Portal katholisch.de hat ein Interview mit dem Pfarrer des stark betroffenen Bad Neuenahr-Ahrweiler (Rheinland-Pfalz) veröffentlicht, Jörg Meyrer. Hier können Sie es nachlesen.

 

DOMRADIO.DE hat ein Interview mit der Geschäftsführerin des Pfarreiverbandes Erftstadt-Ville, Hedi Schlösser, geführt. Sie können es hier nachlesen.

 

Evangelische und katholische Kirche stellen Soforthilfe bereit und rufen zu Spenden auf. Im Erzbistum Köln wurde ein Krisenstab eingerichtet. Mehr auf domradio.de

 

Hier finden Sie ein Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur mit dem Leiter von Caritas International, Dr. Oliver Müller.

 

Ev. Kirche in Köln: Zentraler Gedenk- und Gebetsort in der Antoniter-City-Kirche

 

Einen zentralen Ort der Trauer und des Gedenkens für die Opfer der Hochwasserkatastrophe haben der Evangelische Kirchenverband Köln und Region sowie die Antoniterkirche in der Schildergasse in der Kölner Innenstadt eingerichtet. Vor dem „Lehrenden Christus“ von Ernst Barlach an der Rückseite der Kirche können Menschen an einer großen Gedenkkerze Kerzen anzünden und so ihrer Trauer und ihren Gefühlen Ausdruck verleihen. Besucherinnen und Besucher habe auch die Möglichkeit, ihre Gedanken in einem Fürbittenbuch einzutragen und für die Opfer zu beten.

Susanne Beuth, stellvertretende Stadtsuperintendentin des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region besuchte die Antoniterkirche und zündete selbst eine Kerze an. „Es gibt viele Menschen, die betroffen sind und ihrer Betroffenheit Ausdruck geben möchten“, sagte sie. „Viele haben aber nicht die Kraft, irgendwo hin zu fahren um konkret zu helfen. Dann ist das hier ein guter Ort, um ein Zeichen zu setzen.“

Die Bronzeplastik der „Lehrende Christus“ von Ernst Barlach in der Antoniterkirche in Köln lädt durch ihre Schlichtheit die Betrachterinnen und Betrachter zur religiösen und meditativen Andacht ein. Die offenen Hände des „Lehrenden Christus“ laden zur menschlichen Nähe und Zuwendung ein, die vielen Menschen in dieser Notsituation helfen kann. „Ich wünsche allen, die selber persönlich betroffen sind, dass sie einen Weg finden mit dieser schrecklichen Lag fertig zu werden“, sagte Superintendentin Susanne Beuth weiter. „Ich wünsche ihnen, dass sie Menschen finden, die an ihrer Seite sind und ihnen helfen.“

Die Antoniterkirche liegt an der Schildergasse in der Kölner Innenstadt und ist montags bis freitags von 11 bis 18 Uhr, samstags von 11 bis 17 Uhr und sonntags von 11 bis 17.30 Uhr geöffnet. (apk)

 

Auch im Kölner Dom und den vielen anderen katholischen Kirchen in Köln entzünden Menschen Kerzen und bringen ihre Gedanken und Gebete vor Gott.

 

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