Traditionelles Treffen im Maternushaus: Dreikönigsempfang mit Grünkohl und Politik
13. Januar 2026; ksd
Köln. Am gestrigen Montagabend luden der Katholikenausschuss und das Katholische Stadtdekanat Köln zum traditionellen Dreikönigsempfang ins Maternushaus ein. Neben Gästen aus der Politik wie Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) kamen auch viele Vertreter katholischer Verbände zum traditionellen Grünkohl- und Reibekuchenessen.
Stadtdechant Msgr. Kleine begrüßte zu Beginn der Veranstaltung die Gäste und ließ die ersten Tage des Jahres Revue passieren. Zunächst gab es den 150. Geburtstag von Konrad Adenauer, gefolgt von den Heiligen Drei Königen und zuletzt die Prinzenproklamation. Da diese Session unter dem Motto "Mer dun et för Kölle" steht, nahm er es zum Anlass, eine Danksagung an das Ehrenamt auszusprechen. Auf die Frage, wer im Saal ein Ehrenamt ausführen würde, sah man keine Hand, die nicht gehoben wurde. Kein Wunder, schließlich engagieren sich über 320.000 Kölnerinnen und Kölner ehrenamtlich. "Dies stützt im Alltag unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt und stärkt somit auch die Demokratie", so der Stadtdechant, und führte weiter aus: "Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, haben sich für Miteinander und Füreinander entschieden" und nicht für Gegeneinander oder Nebeneinander.
Zwar ging Msgr. Kleine in der Folge auch auf den Umbruch innerhalb des Erzbistums und des
Stadtdekanats ein und ermunterte die Gäste, ihre Erfahrungen und Erwartungen mit der katholischen
Kirche zu teilen, doch hob seine Rede vor allem die Wichtigkeit der Demokratie und den Zusammenhalt
innerhalb der Gesellschaft hervor. "Es gibt keine Alternative zur Demokratie", sagte der
Stadtdechant und erntete dafür Applaus. In der darauffolgenden Rede von Oberbürgermeister Torsten
Burmester wurde ebenfalls an die Resilienz gegenüber populistischen und antidemokratischen Stimmen
appelliert. Die Rede des OB, der seit September 2025 im Amt ist, ließ die Köpfe der Gäste
anerkennend nicken und schuf ein Gefühl von Zusammenhalt bei den Anwesenden.
Zuletzt hatte Gregor Stiels das Wort, der scheidende Vorsitzende des
Katholikenausschusses der Stadt Köln. Seit acht Jahren ist er ehrenamtlich in dieser Position aktiv
und blickte in seiner Rede auf die vergangene Zeit zurück. Seine Amtszeit war durch Strukturwandel
geprägt, die Kirche wäre kleiner, aber nicht bedeutungsloser geworden. Denn gerade bei
gesellschaftlichen Herausforderungen in der Stadt wie wachsende Armut, Wohnungsnot, Einsamkeit
sowie dem Erstarken demokratiefeindlicher Kräfte, dürfte und täte die Kirche nicht schweigen.
Stiels endete mit dem Zitat von Augustinus von Hippo: "Hoffnung hat zwei schöne Töchter: Zorn
und Mut. Zorn über die Dinge, wie sie sind. Mut, sie zu verändern." Unter langen Applaus
verabschiedete sich Vorsitzende des Katholikenausschusses und lud zum gemeinsamen Essen
ein.
