Aktuelles

Hier finden Sie aktuelle Nachrichten zu stadtweiten Veranstaltungen, Initiativen und Aktionen der katholischen Kirche und ihrer Kooperationpartner in der Stadt Köln.

Überregionale Nachrichten der katholischen Kirche finden Sie auf den folgenden Webseiten:

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„Wir können dafür sorgen, dass es gut weitergeht“: Stadtdechant Kleine ruft zur Eröffnung der Dreikönigswallfahrt zu Solidarität auf

25. September 2020; Hildegard Mathies

 

Köln. Es ist ein Gottesdienst, auf den sich der Kölner Stadtdechant Robert Kleine jedes Jahr besonders freut: die Pilgermesse des Stadtdekanats zur Eröffnung der Dreikönigswallfahrt. In diesem Jahr findet die gesamte Wallfahrt unter Corona-Bedingungen statt – die Heiligen Drei Könige jedoch könnten auch Vorbilder sein für das Miteinander in der Krise. Und für die Zeit danach, so der Stadtdechant in seiner Predigt.

Die anfänglichen Zeichen der Solidarität, wie das abendliche Klatschen für die Angehörigen medizinischer Berufe und andere Helfer in der Corona-Krise, scheinen zu schwinden, konstatiert der Stadtdechant. Stattdessen nehme der Verdruss zu und die Frage, wann Corona und die Folgen denn vorbei seien. Doch die Welt werde nach der Pandemie nicht mehr die sein, die sie Anfang März – vor Beginn der Corona-Maßnahmen – noch gewesen sei, sagt Kleine. Nicht nur das Reiseverhalten und anderes, sondern auch die Wirtschaft, die Gesellschaft und die Kirche werden anders sein. Oder die Bindung der Menschen an die Kirche. „Einige haben sich vielleicht in der Zeit entfremdet“, so Kleine, „Oder gesagt: Es geht auch ohne.“

 

„Eine Hoffnung, eine Vision, ein Ziel“

 

So wie die drei Weisen, die als Heilige Könige verehrt werden, zu einer Mission ins Unbekannte aufbrachen, weil sie einem neuen Stern folgten, den sie für ein bedeutsames Zeichen hielten, so könnten sich die Menschen in dieser Zeit gemeinsam auf den Weg machen. Mit einer Hoffnung, einer Vision, einem Ziel. „Die Heiligen Drei Könige können uns auch noch einmal Beispiel sein, wie wir diese Krise bewältigen können“, erläutert der Stadtdechant, „nämlich indem wir nach vorne schauen.“ Die drei Weisen, Sterndeuter oder Könige, als die sie in der Überlieferung gesehen werden, haben sich auf den Weg gemacht. In manchen Überlieferungen stammen sie von den im Mittelalter bekannten drei Kontinenten – Afrika, Asien und Europa – und haben sich dann, dem Stern folgend, zusammengefunden, um am Ende eines langen Weges gemeinsam dem neugeborenen König, Mensch und Gott, Jesus Christus, zu huldigen. Sie können Vorbild sein dafür, „dass auch wir versuchen, miteinander durch diese Krise zu kommen, nicht nur in Köln, nicht nur in Deutschland, sondern mit allen vereint“ , betont Kleine.

Dass die Drei von den unterschiedlichsten Kontinenten kommen, „zeigt das nicht, was eine Globalisierung auch bedeuten kann?“, fragt der Stadtdechant. Nicht ein Miteinander der reichen gegen die armen Länder, „sondern ein gemeinsames Den-Weg-gehen. Eine Solidarität über Grenzen hinweg, bis nach Griechenland, bis nach Moria und darüber hinaus.“ Es geht – nicht nur in der Pandemie – um die Frage: „Wie gehen wir miteinander um? Wie nehmen wir den anderen wahr? Wie sorgen wir dafür, dass die Würde eines jeden Menschen geachtet wird?“

 

Solidarität in einer globalisierten Welt

 

In der Gemeinschaft der Heiligen Drei Könige habe einer den anderen mitgetragen auf ihrem Weg. „ Dafür steht ja auch Kirche. Dafür steht ein Gemeinwesen. Dafür gibt es Solidarität, auch in einer Gesellschaft“, sagt Kleine. Auch sollte es sie geben in einer globalisierten Welt. Am Ende haben die Drei die Erfahrung gemacht: „Wenn sie etwas schenken, gehen sie selber reich beschenkt zurück. Sie waren in ihren Herzen erfüllt. Ist das nicht auch eine Erfahrung, die wir in dieser Zeit machen können? Wenn man anderen etwas gibt, wenn man für andere sorgt, wenn man andere im Blick hat, das einen das selber auch reicht macht?“

Der Mensch sei nicht als Einzelkämpfer unterwegs. Die Heiligen Drei Könige zeigten auch, dass wir als Menschen soziale Wesen sind, dass wir ein Du brauchen, macht Kleine deutlich. „Ein Du ist Gott für uns – aber das andere Du ist der Mensch, die Beziehung, in der ich lebe.“ Und er fragt: „ Was ist ein Mensch ohne Beziehung zu anderen Menschen?“ Selbst wenn kein – anderer – Mensch da sei, könne der Mensch darauf vertrauen, dass Gott da ist, auch und gerade in dieser Zeit, so der Stadtdechant. Doch klar ist für ihn auch, ganz im Sinne von Martin Bubers „Jedes Leben ist Begegnung“: „Ich muss einem anderen begegnen, ich muss mich mitteilen, aussprechen, getröstet werden, Trost hören. Oder mich mit anderen freuen.“

 

Mit anderen teilen

 

Es sei gut, mit anderen etwas zu teilen – „vor allem mit denen, die keinen haben, die Angst haben, die Sorge haben“, sagt Msgr. Kleine. Gut ist es auch, finanzielle Mittel zu teilen, „damit Menschen in Ländern, in denen das Gesundheitssystem desaströs ist, auch Hilfe bekommen“, gerade in dieser Zeit der Pandemie. Und der Stadtdechant macht noch einmal Mut: „Auch wenn nicht alles wieder so sein wird wie Anfang März – wir können dafür sorgen, dass es gut weitergeht.“ In der Kirche. In der Gesellschaft. Und im persönlichen Miteinander.

 

Die Dreikönigswallfahrt 2020 unter dem Leitwort „Wir haben seinen Stern gesehen“ geht bis Sonntag, 27. September. Informationen und Anmeldung unter www.dreikoenige-koeln.de

 

DOMRADIO.DE überträgt ausgewählte Gottesdienste

 

Die Pilgermesse des Katholischen Stadtdekanats Köln mit Stadtdechant Msgr. Robert Kleine zur Eröffnung der Dreikönigswallfahrt sehen Sie hier im Video von DOMRADIO.DE Die Predigt gibt es hier im Video.

 

Ein Interview mit Stadt- und Domdechant Msgr. Robert Kleine können Sie hier nachlesen und nachhören

 

Mehr zum Thema Corona, die Kirchen und die Gesellschaft gibt es am kommenden Montag, 28. September, beim Kölner Stadt-Kirchen-Gespräch im Museum MAKK (An der Rechtschule). Ob die Kirchen systemrelevant sind oder systemsprengend sein müssten, ist eine der Fragen, die der katholische Stadtdechant Msgr. Robert Kleine und der evangelische Stadtsuperintendent Dr. Bernhard Seiger mit den beiden profilierten Journalisten Professorin Dr. Claudia Nothelle (Hochschule Magdeburg-Stendal) und Arnd Henze (WDR) diskutieren. Ihr Thema: „Kirche und Gesellschaft in der Corona-Krise: Eine Frage der Relevanz?!“ Beginn ist um 19.30 Uhr, Einlass ab 18.45 Uhr, Teilnahme nur mit Registrierung (auch noch für Kurzentschlossene) und bei Einhaltung der Corona-Hygiene-Regeln. Der Eintritt ist frei.

 

„Endlich Verantwortung übernehmen und Menschen retten“: Gemeinsame Erklärung zu Flüchtlingen aus Moria

21. September 2020; ksd

 

Köln. Vor rund zehn Tagen brannte das Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos. In dem für 2800 Menschen konzipierten Lager lebten zeitweilig 20000 Menschen, es ist Europas größtes Flüchtlingslager. Seit dem Brand ist die ohnehin katastrophale Lage der Geflüchteten weiter dramatisch. In Deutschland und der EU wird einmal mehr darüber debattiert, ob andere Länder der Europäischen Union, darunter Deutschland, Geflüchtete aus Moria aufnehmen soll – und wenn ja, wie viele. Der Katholikenausschuss in der Stadt Köln, das Katholische Stadtdekanat Köln und die Aktion Neue Nachbarn haben dazu gemeinsam mit weiteren Instutionen und Verbänden am Montag, 21. September, unter dem Titel „Endlich Verantwortung übernehmen und Menschen retten“ eine Erklärung herausgegeben. Der Wortlaut:

 

Köln, Bonn, Düsseldorf und andere Kommunen haben schon vor mehr als einem Jahr ihre Bereitschaft erklärt, mehr Flüchtlinge aus den Lagern an den europäischen Grenzen aufnehmen zu wollen. Auch die nordrhein-westfälische Landesregierung unterstützt dieses Ansinnen.
Warum um alles in der Welt gelingt es dann nicht, tatsächlich Menschen aus Moria nach Deutschland zu holen?

Die Bereitschaft von Bundesminister Seehofer und der deutschen Bundesregierung, zumindest 1500 Menschen die Einreise zu bewilligen, ist irreführend, da die Zusage der Bundesregierung explizit nicht für Frauen, Kinder und Familien aus Moria gilt, sondern nur für Menschen aus anderen Lagern, deren Asylanträge bereits bewilligt wurden und die damit schon jetzt in der Verteilung sein müssten.

Seit Jahren schaut Europa dem Elend in den Lagern zu, nimmt hin, dass Menschen weiterhin im Meer ertrinken, wendet sich ab vor Übergriffen durch die örtliche Bevölkerung und die Sicherheitskräfte, die Geflüchtete ohne Versorgung und Schutz in Lagern eingepfercht halten.

Vor einer Woche brannte das Lager in Moria ab und immer noch wird Hilfe verweigert mit dem Hinweis darauf, dann würden noch mehr Lager brennen – eine Argumentation, die an Zynismus kaum zu überbieten ist.

Mitten in Europa, im Herzen der Demokratie, spielt sich damit eine unmenschliche und unchristliche Tragödie ab, die wir schon seit Jahren hinnehmen und die immer schlimmer wird. Es gibt Menschen, die zur Abschreckung genau das wollen, und wir lassen es tatenlos zu.
Die Unantastbarkeit der Würde jedes Menschen hat im Herzen von Europa keinen Platz, das ist beschämend!

Wir haben Platz und wir haben Erfahrung darin, Menschen in Deutschland und in Köln eine neue Heimat und eine Perspektive zu bieten. Was wir aber kaum noch haben, ist die Hoffnung auf eine europäische Zuwanderungspolitik und darauf, dass sich alle europäischen Staaten auf die Grundprinzipien eines humanitären Handelns besinnen.

Wir fordern die Bundesregierung auf, endlich mehr Menschen in Not den Zugang nach Deutschland zu ermöglichen und ihnen die Chance auf ein faires Verfahren zu geben!

Wir fordern die Stadt Köln auf, sich aktiv für eine Aufnahme von Menschen in Not zu bemühen und damit die vielen freien Kapazitäten in unserer Stadt zu nutzen und die zahlreichen bereitwillig Helfenden einzusetzen! Köln muss ein „sicherer Hafen“ sein, nicht nur auf dem Papier!

 

Die Unterzeichner: Aktion Neue Nachbarn; BDKJ (Bund der Deutschen Katholischen Jugend), Diözesanverband Köln; DJK Sportverband, Diözesanverband Köln; Familien-Forum Köln; In Via, Katholischer Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit Köln; Karl Rahner Akademie, Köln; Katholikenausschuss in der Stadt Köln; Katholische Arbeitnehmer-Bewegung, Diözesanverband Köln; Katholische Jugendagentur Köln; Katholisches Stadtdekanat Köln; Pax Christi, Gruppe Köln; SKM Köln (Sozialdienst Katholischer Männer)

 

Die Erklärung gibt es hier zum Download.

 

Time for Sympathy and Love:

Spendensong der diözesanen Kölner Caritas mit Höhnern, Chris de Burgh und vielen anderen Musikerinnen und Musikern

 

Die Flüchtlingskatastrophe auf der griechischen Insel Lesbos schweißt die Musikwelt zusammen: Mit dem Spendensong „Time for Sympathy and Love“ haben die Kölner Höhner internationale und deutsche Stars – wie zum Beispiel Chris de Burgh, die Galleons oder Peter Freudenthaler (Fools Garden) – ans Mikrofon und die Instrumente gebracht, um Geld für Geflüchtete in Griechenland zu sammeln.

 

Hier können Sie das Video zum Song ansehen.

 

„Der Song ist ein Aufruf zur Menschlichkeit. Er soll aber auch konkrete Hilfe für die Menschen sein, die auf der Flucht ihr Hab und Gut verloren haben und unter schlimmsten Bedingungen um ein neues Leben kämpfen“, sagt Höhner-Frontmann Henning Krautmacher.

Das Video zum Song zeigt die furchtbare Realität der Menschen: Die Flucht, die Zustände in den Camps, aber auch den schwierigen Neuanfang in einem fremden Land.  Dazwischen immer wieder die Musiker, die mit ihrem Song eine Botschaft senden: „Helft, wir dürfen nicht einfach zusehen – wir müssen uns gegenseitig unter die Arme greifen“, erklärt Krautmacher das Engagement.

Unterstützung bekommt das musikalische Hilfsprojekt von Caritas international und der Diakonie Katastrophenhilfe. „Das sind Experten. Sie sorgen dafür, dass Nothilfe dort ankommt, wo sie benötigt wird“, sagt Bruno Schrage, Referent für Caritaspastoral beim Kölner Diözesan-Caritasverband. Aus seiner Feder stammt auch der Text für „Time for Sympathy and Love“, gemeinsam mit den Höhnern Jens Streifling, Hannes Schöner und Henning Krautmacher. (pek)

 

Spendenmöglichkeit:

Caritas international

IBAN: DE88 6602 0500 0202 0202 02

BIC: BFSWDE33KRL

Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe

 

Weitere Informationen auf www.vergessene-katastrophen.de

 

Auch der Kölner Rat der Religionen hat eine Erklärung zu Moria verabschiedet. Sie können Sie hier nachlesen.

 

„Freude am Sieg und Gelassenheit in der Niederlage“: FC-Andacht im Kölner Dom unter Corona-Bedingungen

21. September 2020; ksd

 

Köln. Nur jede zweite Reihe ist besetzt, für die Öffentlichkeit ist die Veranstaltung gesperrt und statt Tausende sind nur 300 FC-Fans anwesend: Die traditionelle ökumenische Andacht vor dem ersten Spiel des 1. FC Köln sah völlig anders aus als im vergangenen Jahr. Da war der Dom bis auf den letzten Platz gefüllt, es wurden laute Gesänge angestimmt und Fahnen geschwenkt. In diesem Jahr war die Andacht „pandemiegerecht“, und, wie Stadtsuperintendent Bernhard Seiger feststellte, es war „fast alles anders“.

„Der Start einer neuen Saison ist für den Verein und für die ganze Stadt etwas Besonderes“, sagt Stadtdechant Robert Kleine. Doch es ist in diesem Jahr ein schwieriger Start, ein schwieriges Jahr für alle Kölner. Erst am Tag zuvor war der Karneval für die kommende Session abgesagt worden und dann kam am späten Nachmittag auch noch die Nachricht, dass nicht – wie geplant – 9000 Fans beim Saisonstart des FC dabei sein dürfen. Es sei wichtig, sehr wichtig, betont der Kölner Stadtdechant, dass wir diese Entscheidung gemeinsam mittragen. Er ruft zu verantwortlichem Handeln auf. „Wir – auch die Fans“, sagt Kleine, „müssen jetzt zusammenstehen, um diese schwierige Situation gemeinsam zu tragen.“

 

„Solidarität muss durchhalten“

 

Kleine erinnert an die Schwierigkeiten und das Leid der Corona-Pandemie, aber lenkt den Blick auch auf die anfangs große Solidarität. Es werde schon lange nicht mehr abends für die Pflegekräfte geklatscht, „aber die Solidarität – die muss durchhalten“, so der Stadtdechant. Ein gutes Beispiel dafür sei die FC-Stiftung, „die auch in dieser Zeit soviel Gutes geleistet hat für Menschen in Not und Sorge“. Viele von denen, die im Dom versammelt seien, habe die Corona-Zeit genutzt, um für andere da zu sein.

Kleines Predigt legt den Fokus auf Jesu Forderung „Du sollst Gott lieben und den Nächsten“. „ Wenn in aller Welt die Verantwortlichen in der Politik sich daran orientieren würden, nicht ,Mein Land first', sondern ,Liebe deinen Nächsten' “ zur Grundlage ihres Handelns zu machen, „dann sähe es sicherlich in unserer Welt ein wenig besser aus“, betont der Stadtdechant.

Die Menschen hätten aus Jesu Worten die „Goldene Regel“ gemacht: „Was ihr von anderen erwartet, das tut ebenso auch ihnen.“ Jesus aber gehe noch einen Schritt weiter, indem er fordert: „Nicht nur das Schlechte nicht tun, sondern das Gute tun“, so Kleine. Nächstenliebe und Solidarität wünscht sich Kleine dann mit Blick auf den Sport, aber auch auf das Alltagsleben der Menschen, auf die Wirtschaft, die Kirchen und die Gesellschaft.

 

Ein Wunsch für die Kirchen

 

Und dann nennt er noch einen anderen Wunsch: „Manchmal wünschte ich der Kirche, dass wir auch so eine Ausstrahlung haben, dass nicht das Stadion, dass die Kirchen voll sind. Dass die Menschen kommen und sagen: ,Da ist eine Botschaft' – auch wenn da kein Spiel ist. Aber es ist eine Begegnung, nämlich die Begegnung mit dem lebendigen Gott.“ In der Pandemie hätten manche diese Begegnung „auch bewusst gesucht in der Stille der Kirchen, die nie geschlossen waren.“

Nach seiner Predigt spielt der Organist das Lied „Du bess die Stadt, op die mer all he stonn“. Jeder Kölner kennt den Bläck-Fööss-Song. „Frech wie Dreck, doch et Hätz ess jot“ heißt es in dem Lied. Das passt, schließlich hat Msgr. Kleine kurz vorher vom „jode Hätze“ der Kölner erzählt, vom solidarischen Jeföhl, das ein kölsches Jeföhl ist.

 

Verzicht und Dankbarkeit


Stadtsuperintendent Seiger bat in seinem Eingangsgebet darum, dass „wir als Christen das Leben fair und gerecht gestalten“ und so die Corona-Maßnahmen nicht nur dem eigenen Schutz, sondern auch dem der Anderen dienen. „Alles ist anders in diesem Jahr. Die Absage für die Fans im Stadion hat gewiss ihre Wirkung.“ Diese konnte man in den Gesichtern der Fans und FC-Verantwortlichen trotz Maske deutlich ablesen. Bernhard Sieger zeigte den Besuchern allerdings, dass man der ganzen Sache auch Positives abgewinnen könne: „Ich nenne zwei Stichworte – Verzicht und Dankbarkeit.“

Alle hätten jetzt ganz neu das Verzichten gelernt. Im vergangenen Jahr sei es rappelvoll gewesen im Dom, mit Fahnen und Gesängen. In diesem Jahr gibt es nur eine Handvoll Fans und sonst nichts. „ Wir haben gelernt zu verzichten. Wir konnten jahrelang tun und frei entscheiden, was wir wollten. Jetzt verzichten wir auf so vieles, etwa die Stimmung rund um das Spiel.“ Später werde man von dem erzählen, worauf man jetzt verzichtet hat, „Das ist nicht nur der Fußball, das ist der Besuch der alten Mutter, die Familienfeier oder gar der verlorene Job.“

 

Verzicht als die neue Form der Nächstenliebe


Das sei eine gute Gelegenheit, auf den Mann aus Nazareth zu sehen. „Er hat verzichtet auf Ehe, ein Zuhause, sogar darauf, sein Leben festzuhalten. Wie ging das? Er hat sich frei dazu entschieden.“ Die Schlussfolgerung: „Verzicht geht leichter, wenn ich mich freiwillig dazu entscheide.“ Verzicht sei die neue Form der Nächstenliebe.

Daneben sprach Seiger das Thema Dankbarkeit an. „Wir können dafür dankbar sein, hier zu sein, dankbar, dass es überhaupt Spiele gibt, dankbar für die Menschen, die jeden Tag folgenschwere Entscheidungen treffen müssen und für die Menschen, die das Leben aufrecht erhalten.“ Vor einem Jahr hätte man  bei solchen Aussage gefragt „Tickt der noch richtig?“. Jetzt seien unsere Ansprüche komplett durcheinander gewirbelt, alle würden bescheidener. „Dankbarkeit ist leichter bei freier Entscheidung, Dankbarkeit ist eine Haltung. Danke dass wir uns haben, danke für dieses Leben.“

 

Fairness und Freude

 

Es ist bewegend mitzuerleben, wie dann alle Fans aufstehen und gemeinsam das Vaterunser beten, alle können das Gebet auswendig, das Vaterunser gehört zur DNA der Heiligen Stadt. In den Fürbitten betet der Geschäftsführer des 1. FC Köln Alexander Wehrle für die Spieler aller Mannschaften. Ausgewählte Fans dürfen weitere Fürbitten verlesen - für die Klugheit der Schiedsrichter, für die Fairness, für alle an Corona Erkrankten und von Corona betroffenen Menschen.

„Ich bitte den Herrn um den Segen für eine faire Saison, für Freude an Sport und Spiel und für alle Fans“, so Stadtsuperintendent Seiger. „Für die Freude am Sieg und die Gelassenheit in der Niederlage“, betet Stadtdechant Kleine im gemeinsamen Schluss-Segen. Und dann erlaubt er den Gottesdienstbesuchern, die in gebotenem Abstand in den Kirchbänken sitzen für das Schlusslied die Masken abzunehmen – übrigens fast ausschließlich FC-Masken mit dem Geißbock darauf. „Mir stonn zo dir, FC Kölle“, das ist die FC-Hymne. Kaum hat der Organist das Intro gespielt, stimmen alle Fans ein, sie halten ihre Schals in die Luft und singen ihr Lied. Stadtdechant Kleine und Stadtsuperintendent Seiger haben den Altarraum verlassen und stehen jetzt zwischen den Fans im Mittelgang, auch sie haben ihre Fan-Schals in die Höhe gestreckt und singen textsicher mit. Auf dem FC-Schal von Msgr. Kleine steht „Europapokal“. Zur Frohen Botschaft eines Christen gehört es, Optimist zu sein.

 

Autoren: Klemens Surmann / Johannes Schröer / ksd

 

Auf DOMRADIO.DE können Sie die FC-Andacht noch einmal anschauen. Dort können Sie auch die Reportage von Johannes Schröer nachlesen, von der wir hier Auszüge verwendet haben.

 

Dom- und Stadtdechant Robert Kleine hat den neuen Kölner Dompropst Guido Assmann in sein Amt eingeführt

20. September 2020; ksd

 

Köln (mk). Zu Beginn des Hochamts im Kölner Dom am 20. September ist Msgr. Guido Assmann von Dom- und Stadtdechant Msgr. Robert Kleine in sein neues Amt als Propst der Kölner Kathedrale eingeführt worden. Damit übernimmt er den Vorsitz des Kölner Metropolitankapitels, das er künftig nach außen vertritt. 

Am Hochamt im Kölner Dom nahmen neben Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker und Kölns Polizeipräsident Uwe Jacob und weiteren Vertretern der Kölner Stadtgesellschaft der Neusser Landrat Hans-Jürgen Petrauschke und der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Neuss Sven Schürmann teil. Monsignore Guido Assmann hatte zuletzt als Oberpfarrer der Neusser Basilika St. Quirin und Kreisdechant des Kreisdekanates Rhein-Kreis Neuss gewirkt.

 

„Mit beiden Beinen auf dem Boden bleiben“

 

Nachdem sich der Domklerus zu Beginn des Hochamts im Halbkreis um den Vierungsaltar versammelt hatte, begrüßte Domdechant Robert Kleine die Gemeinde und den neuen Dompropst und las die Ernennungsurkunde des Erzbischofs vor. Anschließend legte der neue Dompropst, auf der untersten Altarstufe kniend, das Versprechen der gewissenhaften Erfüllung seiner Amtspflichten ab. „Hiermit führe ich dch in das Amt des Dompropstes an der Hohen Domkirche zu Köln ein“, schloss der Domdechant am Ende die Einführung. „Stets möge es deine Sorge sein, dass hier im Dom Gott, dem Herrn, Lob und Verherrlichung erwiesen, die Frohbotschaft Jesu Christi unverkürzt und unverfälscht verkündet und die Heilige Eucharistie würdig gefeiert wird.“

In seiner Predigt hob der neue Dompropst, der mit dem Tag der Einführung zum Dienstvorgesetzten aller haupt- und nebenamtlichen Mitarbeiter am Dom wird, das Engagement aller Menschen hervor, die dazu beitragen, „dass das Lob Gottes in unserer Kirche würdig, schön und gut gefeiert wird.“ Gottes Wort könne nur ankommen, wenn es glaubwürdige Menschen gebe, die es verkünden – oder durch ihren Dienst dazu beitragen. Abschließend bat Assmann die Gemeinde um ihr Gebet, „dass ich mich nicht zu wichtig nehme und beiden Beinen auf dem Boden bleibe“. Er wolle sich nach Kräften dafür engagieren, „dass der Dom so einladend bleibe, wie er ist. Und wie Gott ist.“

 

„Geben Sie gut acht auf unseren Dom“

 

Beim anschließenden Umtrunk hob Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker die Rolle des Doms als „Schutzpatron“ der Stadt hervor, der die Menschen über alle Grenzen hinweg verbinde. „Geben Sie gut acht auf unseren Dom“, wünschte sie dem neuen Dompropst. „Viel Kraft und Mut für ihre neue Aufgabe und viel Geduld und Gelassenheit mit den Kölnerinnen und Kölnern.“ 

Der neue Dompropst Msgr. Guido Assmann wurde 1964 in Radevormwald geboren und 1990 zum Priester geweiht. Anschließend war er Kaplan in Eitorf und in Köln-Klettenberg. Von 1998 bis 2007 war er im Pfarrverband Dormagen-Süd als leitender Pfarrer tätig; 2000 wurde er zum Dechanten des Dekanates Dormagen ernannt. 2007 wurde er Pfarrer am Quirinusmünster in Neuss und Kreisdechant des Kreisdekanates Rhein-Kreis Neuss, zwei Jahre später zudem Leiter des Pfarrverbandes Neuss-Mitte mit den Pfarreien St. Marien, Hl. Dreikönige und St. Pius X. 2005 ernannte ihn Papst Benedikt XVI. zum „ Kaplan Seiner Heiligkeit“ mit dem Titel Monsignore.

 

DOMRADIO.DE hat die Heilige Messe mit der Einführung übertragen. Hier können Sie das Video ansehen.

 

Letzter Gottesdienst in St. Hildegard am 20. September: „Es ist fast ein Zeichen von Kapitulation“ / Bau von Sozialwohnungen geplant

18. September 2020; ksd

 

Köln. Bereits vor 14 Jahren haben die Gemeindegremien entschieden, dass die stark sanierungsbedürftige Kirche St. Hildegard in Nippes aufgegeben werden muss. Doch die Vernunft ist das eine, die Trauer über den konkreten Verlust das andere. Am Sonntag, 20. September, findet der letzte Gottesdienst statt.

„Diese Kirche war Heimat für mich“, stellt Diakon Wilfried Koch mit Tränen in den Augen fest. „ Man eignet sich einen Sakralraum an, wenn man in ihm gestalten darf.“ Und obwohl der 72-Jährige, der 38 Jahre lang der „Seelsorger vor Ort“ war und bis letztes Jahr gleich nebenan gewohnt hat, schon seit beinahe anderthalb Jahrzehnten weiß, dass die Tage seiner ehemaligen Wirkungsstätte St. Hildegard in der Au gezählt sind, übermannt ihn immer noch große Trauer, sobald er davon spricht. „ Unglaubliche spirituelle Erfahrungen“ verbinde er mit dieser Kirche, darunter die eigene Weihe zum Diakon. „Das vergisst man nicht.“ Ganz zu schweigen von den vielen Taufen, Hochzeiten oder Abschieden, die er in diesem Gotteshaus mit Familien der Gemeinde gefeiert habe. „Ich bin mit dieser Kirche verwachsen, habe eine Geschichte mit ihr und kenne alle ihre Ecken und Kanten“, sagt er.

 

Eine schwere Entscheidung

 

Selbst Menschen, die sonst nicht religiös wären oder kaum einen Bezug zu Kirche hätten, würden sich jetzt, da die Würfel längst gefallen seien, mit einem Mal verprellt fühlen und sich für den Erhalt dieses Stücks Stadtarchitektur stark machen. Nicht wenige klagten: „Ihr wollt uns unsere Kirche wegnehmen.“ Dabei sei ja weiß Gott keinem der Verantwortlichen in Gemeindeleitung, Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat die Entscheidung leicht gefallen, sich von St. Hildegard zu trennen und einer „vernünftigen Lösung“ zuzustimmen, erklärt der Seelsorger. Ganz im Gegenteil. Die Menschen im Sprengel hingen an ihrer Kirche. „Denen geht es wie mir“, meint Koch. „Rational habe ich alles verstanden. Dass eine Wiederinstandsetzung einen Betrag in Millionenhöhe erforderlich macht und das in keinem Verhältnis zum Ertrag steht – erst recht nicht in Zeiten, in denen die Menschen der Kirche zunehmend den Rücken zukehren und St. Hildegard nicht mehr wirklich voll genutzt wird.“ Nur die Stimmigkeit der zwingenden Argumente erleichtere ein wenig den Abschied.

Und trotzdem schmerze ihn allein schon der Gedanke daran, dass nun die Reliquien aus dem Altar genommen werden sollen und die Kirche für immer zugesperrt wird. Ihr bevorstehendes Schicksal – im Gespräch ist ein vollständiger Abriss zugunsten von sozialem Wohnraum – berühre ihn schon sehr. „Es ist fast ein Zeichen von Kapitulation“, so der Kirchenmann, zumal sich in diesem Vorgang das ganze Ausmaß des gegenwärtigen Trends zeige. „Wir stecken mitten in einer Situation der Ausdünnung unseres Glaubens. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass eines Tages Gottes Sehnsüchte wieder an die Kirche klopfen.“

 

Sakrales Kleinod

 

An diesem Sonntag soll es soweit sein und der erste Schritt Richtung Abriss vollzogen werden. Im Rahmen seiner Visitation übernimmt Weihbischof Rolf Steinhäuser die zunächst letzte offizielle Amtshandlung an diesem Gebäude und wird das erst 60 Jahre alte Kirchlein außer Dienst stellen, wie es in der kirchlichen Amtssprache heißt. Über eine Profanierung wird dann der Priesterrat bei seiner Tagung im Mai befinden. Solange wird St. Hildegard als „stilles Baudenkmal“ an der Florastraße stehen, erläutert Pfarrer Stefan Klinkenberg.

Der Geistliche hat ebenfalls eine gewachsene emotionale Beziehung zu der „Kirche am Weg“ – so ihr Beiname – und kann die nun noch einmal sehr akut gewordene Trauerarbeit angesichts der endgültigen Aufgabe dieses sakralen Kleinods gut nachempfinden. Aber die kontinuierlich rückläufigen Besucherzahlen in den bislang noch zweimal pro Woche stattfindenden Gottesdiensten in Kombination mit den mittlerweile unübersehbaren Bauschäden – ein maroder Turm, Risse in den Wänden, ein bereits mehrfach notdürftig geflicktes Dach, morsche Wasserleitungen, eine defekte Heizungsanlage und starke Verschmutzungen innen und außen – machten eine Investition im großen Stil nicht verantwortbar, betont Klinkenberg. Trotzdem habe er gerne in dieser Kirche, die Anfang der 1960er-Jahre von dem Kölner Architekten Stefan Leuer in Form eines Rombus konzipiert wurde und mit den vielen kleinen Fenstern in der Fassade und den ungewöhnlich gebogenen Wänden etwas von einer mittelalterlichen Burg oder eines bergenden Schiffrumpfs hat, gerne Messe gefeiert. „Je nach Lichteinfall hat diese Kirche immer wieder eine andere Atmosphäre und bietet aufgrund ihrer Architektur eine Menge theologischer Impulse.“

 

Mitnutzung durch orthodoxe Gemeinde

 

Aber Klinkenberg kennt auch die Geschichte, die zu diesem Gotteshaus gehört. „Das war damals die Zeit, in der die Anzahl der Katholiken beständig wuchs, zusätzliche Pfarrstellen geschaffen wurden und es noch genügend Priester für die vielen kleinen neu entstehenden Gemeinden gab“, erzählt der 60-Jährige, der selbst seit acht Jahren leitender Pfarrer am Ort ist. Zuständig für die 8000 Katholiken in Riehl und Nippes mit den weitaus größeren Kirchen St. Engelbert und St. Bonifatius, hat er St. Hildegard immer als eine Art Bindeglied zwischen diesen beiden Sakralbauten betrachtet. „ Als kleine Schwester in ruhiger Lage mitten im Grünen ist sie schon etwas Besonderes. Umso erfreulicher, dass zumindest in den letzten sechs Jahren die rum-orthodoxe Gemeinde das Gebäude mit regelmäßigen Sonntagsgottesdiensten belebt hat.“

Auch Klinkenberg selbst blickt auf viele positive Erinnerungen mit der Gemeinde zurück, die in ihren Anfängen einmal selbstständig war und bei sich zunächst viele Menschen versammeln konnte, zumal St. Hildegard für nicht wenige auch zur geistlichen Wahlheimat wurde. „Wir haben wirklich alles versucht“, beteuert der Seelsorger, „aber, so hart es klingt, der Nutzungsbedarf für St. Hildegard tendiert heute gegen Null. Es besteht keine Verhältnismäßigkeit mehr zwischen dem, was die Gemeinde an Gewinn aus einer erneuten Instandsetzung auf der einen und den aufwendigen Kosten auf der anderen Seite ziehen würde“, beschreibt er den jahrzehntelangen, emotional aufreibenden Abwägungsprozess.

 

Vision einer Hildegard-Siedlung

 

Bereits in den letzten Jahren ist daher viel Mühe in die Erstellung eines Konzeptes geflossen, das in Zusammenarbeit mit der Aachener Wohnungsbaugesellschaft auf der 5000 Quadratmeter großen Grundstücksfläche in bester Lage die Errichtung von Sozialwohnungen vorsieht. Auch der Verbleib aller Kunstgegenstände, die bereits auf 90 Seiten aufgelistet sind, muss zufriedenstellend geklärt werden. Das ist die Auflage der zuständigen Kommission im Generalvikariat. Die Orgel zum Beispiel soll an die evangelische Stefansgemeinde in Riehl gehen und auch Altar, Tabernakel, Taufstein sowie einige Fenster könnten sinnvollerweise einen neuen Besitzer finden. Das letzte Wort hat hier aber das Erzbistum, das die Gemeinde um überzeugende Vorschläge bittet.

Pfarrer Klinkenberg kann sich gut vorstellen, dass auch die zukünftig geplante Bebauung im Grundriss wieder die Form des Rombus aufgreift oder der ganze Komplex gar den Namen der ehemaligen Pfarrkirche im Namen trägt, also vielleicht eine „Hildegard-Siedlung“ entsteht. Am liebsten wäre ihm sogar eine winzige gleichnamige in den Neubau integrierte Kapelle. „In jedem Fall soll man sich auch in vielen Jahren noch daran erinnern können“, argumentiert er, „dass hier einmal eine Kirche stand, in der Menschen ihren Glauben gefeiert haben und ein Zuhause hatten.“

 

Autorin: Beatrice Tomasetti

 

Der Besuch des letzten Gottesdienstes in St. Hildegard ist nur nach Anmeldung möglich. Weitere Informationen auf der Internetseite von St. Engelbert und St. Bonifatius.

 

Kölner Stadt-Kirchen-Gespräch im MAKK: „Kirche und Gesellschaft in der Corona-Krise: Eine Frage der Relevanz?“ (28. September)

18. September 2020; ksd

 

Köln. Corona dominiert das Jahr 2020 – aber verändert die Pandemie auch die Gesellschaft? Haben wir uns eingerichtet in der „neuen Normalität“? In den vergangenen Monaten sind viele Themen und Wertefragen neu oder verstärkt in den Fokus von Kirche und Gesellschaft gerückt. Für die Kirchen, aber auch für viele Berufe wurde die Frage der Systemrelevanz – oder eben Nicht-Relevanz – aufgeworfen. Vielen Menschen stellen sich durch die Pandemie zudem ganz existenzielle Herausforderungen – sowohl in gesundheitlicher wie in wirtschaftlicher Hinsicht.

Am Montag, 28. September, treffen sich der katholische Kölner Stadtdechant Msgr. Robert Kleine und der evangelische Stadtsuperintendent Dr. Bernhard Seiger mit den beiden profilierten Journalisten Professorin Dr. Claudia Nothelle (Hochschule Magdeburg-Stendal) und Arnd Henze (WDR) zum ökumenischen Kölner Stadt-Kirchen-Gespräch. Ihr Thema: „Kirche und Gesellschaft in der Corona-Krise: Eine Frage der Relevanz?!“

 

Systemrelevant oder systemsprengend?

 

Dabei geht es um Fragen nach der möglichen System- und Lebensrelevanz der Kirchen. Auch die Frage „Wie systemsprengend müssten sie sein?“ wird diskutiert. Des Weiteren geht es um Lehren aus der Corona-Zeit und die Frage: Was bedeutet das für die Weiterentwicklung der Kirchen? 

Die Corona-Pandemie wirkt in vielen Themen- und Lebensbereichen wie ein Brennglas für die Gesellschaft. Und so geht es auch um Fragen der gesellschaftlichen Folgen, um Themen wie Freiheit und Verantwortung, Einsamkeit und Kommunikation. Um Solidarität und das künftige Miteinander in einer Gesellschaft, die sich in diesem Jahr nachhaltig verändert hat. Und nicht zuletzt geht es um die Frage nach dem „Wert des Lebens“ beziehungsweise der Gesundheit.

 

Für Kurzentschlossene offen

 

Veranstaltungsort ist das Museum für Angewandte Kunst Köln (MAKK, An der Rechtschule), Beginn ist um 19:30 Uhr (Einlass ab 18:45 Uhr). Die Veranstaltung findet unter den geltenden Corona-Hygienestandards und -Schutzbestimmungen statt.

Die Plätze sind wegen der Corona-Auflagen begrenzt, daher wurden sie der Reihe nach gemäß Eingang der Anmeldungen vergeben. Für Kurzentschlossene gibt es aber noch die Möglichkeit, nach Registrierung vor Ort teilzunehmen. Die Einhaltung der Corona-Hygiene-Maßnahmen ist erforderlich.

 

Die Veranstaltung wird außerdem live gestreamt über den YouTube-Kanal des Evangelischen Kirchenverbands Köln und Region: youtube.com/kirchekoeln

 

Veranstalter und Kooperationspartner sind: Evangelisch leben in Köln und Region (Ev. Kirchenverband) und die Melanchthon-Akademie, das Katholische Stadtdekanat Köln und das Katholische Bildungswerk Köln

 

Ökumenisches Gebet für Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit in Weißrussland am 19. September in Deutz

18. September 2020; ksd

 

Köln. „Rette, oh Herr, dein Volk und segne dein Erbe“ steht über der Einladung zum ökumenischen Gebet für Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit in Weißrussland (Belarus). Am Samstag, 19. September, findet es um 12 Uhr in der Kirche „Entschlafen der Gottesgebärerin“ in Köln-Deutz statt (Urbanstraße 1).

Dazu schreibt die orthodoxe Gemeinde: „Die Präsidentschaftswahlen am 9. August in Belarus ereigneten sich in einer Atmosphäre der Täuschung und Repressionen. Trotzdem trugen sie zum zivilen Aufwachen der belarussischen Gesellschaft und zur Erkenntnis der Wichtigkeit der Rechtsstaatlichkeit, der Sicherstellung der Verfassungsrechte und Grundfreiheiten sowie der Umsetzung demokratischer Verfahren bei. Nach den Wahlen protestierten die Bürger friedlich gegen die Wahlfälschung, dennoch traf sie eine Welle brutaler barbarischer Gewalt von Seiten der Strafverfolgungsbehörden. Viele Bürger haben unter dieser Gewalt und Gesetzlosigkeit gelitten und leiden weiterhin darunter. Wir laden alle zum Gebet der Solidarität mit den Belarussen ein, die für Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit kämpfen und leiden.“

Die Teilnehmer werden gebeten, belarussische Ikonen und andere christliche, religiöse Symbole mitzubringen. Das Gebet findet unter Beachtung der Hygiene-Vorschriften der Corona-Pandemie statt (Mund-Nase-Bedeckung, Abstand und Registrierung beim Betreten der Kirche).

 

Sternenkinder: Ökumenische Andachten zum Weltgedenktag verstorbener Kinder

15. September 2020; ksd

 

Köln. Zum ökumenischen Gedenken an verstorbene Kinder und besonders an Sternenkinder, die vor der Geburt im Leib der Mutter gestorben sind, laden St. Pankratius am Worringer Bruch, Hl. Johannes XXIII Köln, der Katholische Kirchengemeindeverband Kreuz-Köln-Nord und die Ev. Hoffnungsgemeinde im Kölner Norden ein. Wegen der Corona-Schutzverordnung ist eine Anmeldung notwendig.

Die erste Andacht findet statt am Sonntag, 27. September, um 17 Uhr in St. Johann Baptist (Baptiststraße 35, Köln-Roggendorf-Thenhoven). Im Anschluss führt ein Lichtergang zum Gräberfeld für Sternenkinder auf dem katholischen Friedhof Roggendorf-Thenhoven (Heinrich-Latz-Straße). Anmeldung unter pastoralbuero@pankratius.info oder Telefon 0221 12614000.

Der eigentliche Weltgedenktag für verstorbene Kinder ist der 13. Dezember. Hier wird für den Abend (19 Uhr) eingeladen zu einer Lichterfeier in der Kirche Hl. Johannes XXIII. (Pariser Platz, Köln-Chorweiler). Die Bevölkerung wird gebeten, an diesem Abend ein Licht ins Fenster zu stellen.

 

Friedhof für Sternenkinder

 

Durch den großen Zuspruch, den das Projekt „Sternenkinder am Worringer Bruch“ von Beginn an erfahren hat, konnte mit Hilfe von Spenden eine Stahl-Skulptur realisiert werden, die den Trauerort einrahmt. Zwei abgeschrägte Stahlwände umschließen das Gräberfeld ellipsenförmig. Die farbigen Kunstglas-Elemente in den sternenförmigen Durchbrüchen der Wände machen diesen Ort spürbar zu einem Symbol von Trauer und Hoffnung.


Gräbergarten und Trauerort

 

Die Möglichkeit der Bestattung ihres Sternenkindes  steht allen betroffenen Eltern ohne Ansehen ihrer Konfession, Nationalität oder ihres Wohnortes offen. Wenn Sie für Ihr Sternenkind eine Bestattung auf unserem Sternenkinder-Friedhof wünschen, wenden Sie sich zur Absprache von Einzelheiten an das Pastoralbüro St. Pankratius am Worringer Bruch, Telefon 0221 1261400.

 

Gesprächsangebot zur Trauerbewältigung

 

Über das Angebot von Andachten hinaus besteht ein Gesprächsangebot für Eltern von Sternenkindern in den Räumen von Kindernöte e.V. in der Florenzer Straße 84 in Köln-Chorweiler. Alle Eltern sind willkommen, sich in regelmäßigen Abständen zu treffen und auszutauschen. Die  Treffen sind kostenfrei und unverbindlich. Vor dem Gespräch sollte Kontakt aufgenommen werden mit Sabine Lieder von Kindernöte e.V., Telefon 0221 16920095 oder Birgitta Beusch von der Kirchengemeinde Hl. Johannes XXIII, Telefon 015232093980.

 

Weitere Informationen gibt es auf der Sternenkinder-Website.

  

„Eiler Dom“ im neuen Glanz: Wiedereröffnung von St. Michael wird mit einer Festwoche gefeiert (19. bis 27. September)

15. September 2020; ksd

 

Köln. Nach zweijähriger Bauzeit wird die Kirche St. Michel in Eil feierlich wiedereröffnet. Der „Eiler Dom“, wie St. Michael von Eiler Bürgern genannt wird, hat eine bewegte Geschichte und soll nun mit einem neuen Konzept ein prägnanter Ort sein, „der Menschen berührt und für den Alltag stärkt“. Gefeiert wird mit einer Festwoche vom 19. bis 27. September.
Die Sanierung war nötig, da sonst in absehbarer Zeit die Kirche zusammengebrochen wäre. Das Fundament der 1902 erbauten Kirche musste aufwändig durch ein Hochdruck-Injektionsverfahren stabilisiert werden. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund eine Millionen Euro. Das Erzbistum Köln trägt nahezu die gesamten Kosten. Die Kirchengemeinde überbrückte die Bauzeit mit Gottesdiensten in einer improvisierten Zeltkirche und im benachbarten Pfarrheim.


Neues Konzept


„Wir wollen Menschen, die in die Kirche kommen, stärken und in Beziehung zum Göttlichen bringen.“ Der Pfarrgemeinderat nahm dies zum Anlass für die Kirche ein neues Konzept zu entwickeln, wie auch das Fundament des christlichen Glaubens gestärkt werden kann. Gemeinsam mit dem Kirchenvorstand entstand im Innenraum der Kirche eine variable, vielfältige, zeitgemäße und liturgische Gestaltungslösung, die es langfristig ermöglicht den Kirchenraum als spirituellen, stärkenden Ort zu erfahren. Die Architekten Jens Kratzheller zuständig für die Sanierungsarbeiten und Manfred Stommel-Prinz, für den Prozess der Innenraumgestaltung, begleiteten die Gemeinde bei dem großen Projekt.

Ziel des neuen Konzeptes ist es, die Kirche St. Michael für vorübergehende Passanten als „ Haltestelle“ anzubieten. Der Name „Haltestelle Michael – Woher kommst du? Wohin gehst du?“ (Gen 16,8), ist deshalb auch der Titel des vorgestellten Konzepts. An dieser „Haltestelle“  können Menschen auftanken, zur Ruhe kommen, und sich die Zeit nehmen, die sie brauchen. Dazu wurde ein neues Lichtkonzept installiert, der Innenraum erhielt einen neuen hellen Anstrich und die Bestuhlung wurde reduziert. So bildet der ruhige, helle und weite Kirchenraum einen Kontrast zum lauten und hektischen Straßenlärm vor der Kirche an der B9.


Festwoche


Die vielfältigen Veranstaltungen – die unter Corona Bedingungen stattfinden können – laden ein, den Kirchenraum neu zu entdecken. Das kann bereits zu Beginn der Festwoche erlebt werden, wenn sich der Kirchenraum ohne Bänke präsentiert. Klanginstallationen, spirituelle Jazzmusik, Lichtinstallationen, Sinneserfahrungen mit einem gemeinsamen Mahl, Begegnung mit dem Heiligen, spannende Geschichten über Gott und die Welt sind eine Auswahl der Veranstaltungen, zu denen die Kirchengemeinde alle Interessierten einlädt. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei, um Spenden wird gebeten. Bitte beachten sie, dass einige Veranstaltungen auf Grund der Coronaverordnungen nur mit Anmeldungen besucht werden können.

 

Das gesamte Programm finden Sie hier. Weitere Informationen gibt es auf der Homepage der Gemeinde.

 

Dreikönigswallfahrt: „Nacht der Mystik“ am 24. September – „Ein anderer Weg“

15. September 2020; ksd

 

Köln. „Ein anderer Weg führt dich zu dir zurück, nachdem du mich gefunden hast“ ist die diesjährige „Nacht der Mystik“ im Kölner Dom überschrieben. Sie findet im Rahmen der Dreikönigswallfahrt am Donnerstag, 24. September, ab 21 Uhr statt. Wegen der Corona-Schutzverordnung ist eine vorherige Anmeldung notwendig (ab Mittwoch, 16. September, über die Website der Dreikönigswallfahrt).

Der Abend wird geprägt von Musik, Text-Impulsen und dem stimmungsvollen abendlichen Dom. Die Aufführenden Künstler sind: Daniel Agi, Flöte, Matthias Bartsch, Orgel, Elisabeth Coudoux, Cello, Sabine Lindner, Harfe und Gesang, und Hildegard Meier, Sprecherin.

 

Was trägt die Welt im Innersten?

 

Seit es Menschen gibt, die sich und ihr Dasein reflektieren können, suchen sie nach einer Wirklichkeit hinter der sichtbaren Realität. Auch heute fragen sich viele: „Was trägt die Welt im Innersten?“ und „Wie kann ich – jenseits unseres zweckrational organisierten Alltags – zu tieferer Erkenntnis kommen?“

Um Antworten auf diese Fragen nach dem Grund des Lebens zu finden, gehen Menschen in unterschiedlichen Kulturen und Religionen ganz verschiedene Wege: Meditation, Kontemplation und Askese gehören zum festen Bestand bei der Sinnsuche. Innenschau und die Reduzierung auf das Wesentliche sollen dabei helfen, zum Eigentlichen zu kommen.

 

Gott begegnen

 

So unterschiedlich die Wege sind, so sehr ähneln sich die Aussagen von Menschen, die „Gott geschaut“ oder „Erleuchtung“ erlangt haben. Ob es Heilige waren, die die unmittelbare Begegnung mit Gott suchten, oder Weise und Meister, die das „Große Eine“ erfuhren, so beschreiben sie doch alle, dass ihre mystische Erfahrung etwas „Unsagbares“ hatte. Und so legen sie in oft poetischer Sprache und anhand von Bildern, in denen sich Gegensätze zu einem Einssein auflösen, Zeugnis davon ab, dass sie einem Geheimnis begegneten, das sich mit Worten letztlich nicht beschreiben lässt.

Die Annäherung an dieses Geheimnis steht im Mittelpunkt der „Nacht der Mystik“. Über Musik aus unterschiedlichen Jahrhunderten, über Performance, Texte und in Stille werden die Besucherinnen und Besucher in eine meditative Atmosphäre eintauchen. Literarische Texte und heilige Schriften aus unterschiedlichen Religionen wie Christentum, Judentum, Islam, Hinduismus und Zen-Buddhismus leiten als roter Faden durch das zweistündige Programm. Immer geht es um Erfahrung – im Sinne des berühmten Satzes von Karl Rahner „Der Fromme von Morgen wird ein Mystiker sein, einer, der etwas erfahren hat, oder er wird nicht mehr sein.“ 

 

Die Künstler

 

Daniel Agi: Die Faszination für die schier unerschöpfliche Fülle an Spielformen und Ästhetiken sowie die immer neuen Herausforderungen begründen Daniel Agis Leidenschaft für Neue Musik. So ist er, unter anderem mit dem von ihm gegründeten Ensemble hand werk und dem
Hannoveraner Das Neue Ensemble, regelmäßig bei international renommierten Musikfestivals wie den Wittener Tagen für Neue Kammermusik, der Zagreb Biennale und dem Kölner Festival Acht Brücken zu hören. Weitere Informationen auf seiner Website.

Matthias Bartsch: Nach kirchenmusikalischen Stationen in Krefeld, Solingen, Essen und Mainz ist er seit November 2018 Seelsorgebereichsmusiker in St. Agnes in Köln. 2006 gründete und leitete er mit Aki Schmitt das Kammerorchester „acroama animata“. Matthias Bartsch arbeitete mit der Neuköllner Oper Berlin und der Jungen Oper Rhein-Main zusammen und war mehrfach Gastdirigent des Kammerchor Rheinland-Pfalz. Im Mai 2016 gründete er den Kammerchor „Amici Canendi“ Mainz, dessen musikalischer Leiter er bis November 2018 war. Daneben war er als Lehrer für die Kirchenmusikschule des Bistums Essen mit Dozenturen für Chorleitung und Orgel, als Lehrer für Orgel für das Institut für Kirchenmusik Mainz und bereits mehrfach mit verschiedenen Kursen als Dozent für die Deutsche SchülerAkademie tätig.

 

Elisabeth Coudoux ist Cellistin an der Schnittstelle unterschiedlicher musikalischer Genres: freie Improvisation, experimentelle Musik, Neue komponierte Musik und Jazz. Einem klassischen Studium als Basis folgte aufbauend ein Jazzstudium in Köln. Neben ihren eigenen Projekten (zum BeispielEmißatett), ist sie Cellistin in vielen Ensembles und arbeitet in interdisziplinären Projekten mit Tänzern, visuellen Künstlern und Schriftstellern zusammen. Sie ist Mitglied von IMPAKT, ein Kollektiv für freie Improvisation in Köln. Weitere Informationen auf ihrer Website.

 

Sabine Lindner beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Aufführungspraxis der frühen Musik (Schwerpunkt Gregorianik, Lieder der Hildegard von Bingen, Musik aus Notre Dame, Italien und Spanien des 12. bis 15. Jahrhunderts) komponiert und textet selbst und bezieht in ihre Konzerte immer das freie Improvisieren auf ihren verschiedenen Harfen ein. Sie studierte Gesang und Historische Harfe an der Folkwang- Universität der Künste in Essen. Zahlreiche Konzerte führten sie quer durch Deutschland und Europa. Sie tritt unter dem Namen Klara vom Querenberg auf. Weitere Informationen auf ihrer Website.

 

Hildegard Meier absolvierte eine Schauspiel- und Gesangsausbildung und stand einige Jahrn auf der Theaterbühne. Seit 1990 ist sie als Sprecherin tätig. Weitere Informationen auf ihrer Website.

 

DOMRADIO.DE interviewte dazu Wolfgang Dichans, Leiter der Arbeitsgruppe und Moderator der „Nacht der Mystik“.

 

Dreikönigswallfahrt 2020: Pilgern mit Abstand / Besondere Einladung für Ehejubilare / Anmeldung erforderlich

14. September 2020; ksd

 

Köln (mk). Auch in diesem Jahr lädt das Domkapitel im Vorfeld des Weihetags der Kölner Kathedrale (27. September) zur Dreikönigswallfahrt ein. Vom 24. bis 27. September finden viele der gewohnten Gottesdienste und Angebote statt – unter Berücksichtigung der aktuell gültigen Corona-Bestimmungen und -Hygienevorschriften. DOMRADIO.DE überträgt viele der Gottesdienste im Internet-TV, darunter die Pilgermesse des Stadtdekanats Köln am ersten Abend (Donnerstag, 24. Serptember, um 18.30 Uhr) mit Stadtdechant Robert Kleine.

„Herzlich laden wir Sie wieder ein, in der Nachfolge der Heiligen Drei Könige die Spuren Gottes im eigenen Leben zu entdecken“, sagt Dom- und Stadtdechant Robert Kleine – und verweist auf das das vorläufige Programm zur Wallfahrt auf www.dreikoenige-koeln.de. Viele der bewährten Gottesdienste und Veranstaltungen können auch in diesem Jahr angeboten werden, etwa die Dreikönigsbegegnungen für Grundschulkinder und Menschen aus Altenzentren, die Andacht für Ehejubilare, die Vigil der Jugend mit dem Diözesanjugendseelsorger Dr. Tobias Schwaderlapp und die besinnliche „Nacht der Mystik“. Ebenso das Pontifikalamt zur Feier der Kirchweihe am 27. September mit Kardinal Rainer Maria Woelki.

 

Anmeldung erforderlich

 

Und doch ist in diesem Jahr auch manches anderes. So ist für die meisten Gottesdienste und Angebote ab dem 16. September eine Anmeldung auf www.dreikoenige-koeln.de erforderlich, denn für alle Veranstaltungen gilt eine Besucherobergrenze. Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ist zudem verpflichtend. In den Bänken des Domes wird dieser Schutz ebenfalls empfohlen. Das Singen ist während der Gottesdienste im Sitzen oder Stehen mit einem Abstand von zwei Metern erlaubt, nicht jedoch bei Prozessionen oder im Gehen.

Auch der Pilgerweg, der an den Tagen der Dreikönigswallfahrt nachmittags durch den Dom führt, nimmt in diesem Jahr einen anderen Verlauf. Ein Unterschreiten des Schreins ist leider nicht möglich, deshalb werden alle Besucherinnen und Besucher in diesem Jahr durch den Chorumgang am Schrein vorbeigeleitet. Auch hier gelten die gängigen Abstandsregelungen.

„Dieser Einschränkungen zum Trotz sind wir froh und dankbar, in diesem Jahr überhaupt wieder zur Dreikönigswallfahrt einladen zu können“, sagt Kleine. „Noch vor einigen Monaten konnten wir im Dom überhaupt keine öffentlichen Gottesdienste anbieten – wie wohltuend ist es da, dass wir inzwischen wieder in Gemeinschaft unseren Glauben feiern und uns auf den Weg zu den Heiligen Drei Königen machen können. Natürlich ist und bleibt dafür Grundvoraussetzung, dass dies in verantworteter Weise geschieht. Deshalb haben wir die gültigen Corona-Bestimmungen genau im Blick und behalten uns kurzfristige Programmänderungen vor.“

Der Pilgerweg ist geöffnet: am Donnerstag und Freitag von 13 bis 18 Uhr, am Samstag und Sonntag von 13 bis 16.30 Uhr.

 

Einladung an Ehejubilare

 

Ob Silber-, Gold- oder Diamanthochzeit: während der diesjährigen Dreikönigswallfahrt sind alle Ehepaare am Samstag, 26. September, um 12 Uhr herzlich eingeladen zu einer Dankandacht mit Musik und Gebet. Nach dem Ehesegen begeben sich alle auf den Pilgerweg zu den Heiligen Drei Königen. Die Andacht findet unter den aktuellen Corona-Bestimmungen statt.

Eine Anmeldung ist erforderlich. Telefonisch donnerstags zwischen 14 und 16 Uhr unter 0221 17940222 oder über die Internetseite.

   

Gebet der Religionen am Welttag für den Frieden (21. September)

14. September 2020; ksd

 

Köln. Der Kölner Rat der Religionen lädt auch in diesem Jahr am „Internationalen Tag für den Frieden“ der Vereinten Nationen (Montag, 21. September) zum „Gebet der Religionen“ ein. Das Leitwort in diesem Jahr: „… in Krisenzeiten der Welt“. Die Corona-Pandemie, der Klimawandel und die Fluchttragödien mitten in Europa sind einige der aktuellen Themen und Problemfelder, die mit in das gemeinsame Gebet einfließen.

Die Corona-Pandemie hat zur Folge, dass das „Gebet der Religionen“ erstmals unter freiem Himmel stattfinden wird und das „an einem sehr passenden Ort“, so die Veranstalter. Als ausrichtende Religionsgemeinschaft lädt die Bahá‘í-Gemeinde Köln in den „Garten der Religionen“ in der Stolzestraße 1A ein, der von „IN VIA - Katholischer Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit Köln e.V.“ angelegt wurde und betreut wird. Beginn ist um 18 Uhr. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer müssen die Hygiene- und Abstandsregeln einhalten.

Hier finden Sie das Plakat.

Weitere Informationen zur Veranstaltung

 

Diakon Jens Freiwald wurde für das Katholische Stadtdekanat Köln dazu von DOMRADIO.DE interviewt. Das Interview können Sie hier nachlesen.

  

„überLEBENswert“: Stadtdechant Kleine und Stadtsuperintendent Seiger unterstützen Kölner Netzwerk für Suizidprävention

9. September 2020; ksd

 

Köln. Aus Anlass des „Welttags der Suizidprävention“ (10. September) hat sich das noch junge Kölner Netzwerk für Suizidprävention „überLEBENswert“ jetzt der Öffentlichkeit vorgestellt. Zu den Mitgliedern des Netzwerks gehören auch die Evangelische und die Katholische Telefonseelsorge Köln . Der katholische Stadtdechant Robert Kleine und der evangelische Stadtsuperintendent Bernhard Seiger unterstützen das Netzwerk als Botschafter mit einem gemeinsamen Statement:

„Wenn ein Mensch für sich und sein Leben keine Perspektive mehr sieht, dann braucht er niemanden, der ihm zuruft: „Das wird schon wieder!“ Er braucht dann vielmehr Menschen, die seinen Schmerz sehen, sich Zeit zum Zuhören nehmen, die ihn auffangen und halten können. Und die mit ihm oder ihr gemeinsam versuchen, zurückzufinden ins Leben, Hoffnung und neue Perspektiven zu entwickeln. Wir sind froh und dankbar, dass im Kölner Netzwerk für Suizidprävention zahlreiche Menschen und Institutionen zusammengeschlossen sind, die Menschen Schritt für Schritt dabei begleiten, dass sie ihr Leben wieder lebenswert finden können.“

 

Hilfe in suizidalen Krisen

 

Das Netzwerk wurde 2019 gegründet und ist ein Zusammenschluss von derzeit acht Kölner Organisationen sowie Expertinnen und Experten aus den Bereichen seelische Gesundheit, Psychiatrie, Krisenhilfe sowie psychologische und psychiatrische Versorgung und Betreuung. Ziel des Netzwerks ist es, Menschen in psychischen Krisen, mit psychischen Erkrankungen und insbesondere in suizidalen Krisen zu unterstützen. Es sollen Hilfsangebote und Kontakte aufgezeigt werden, um Betroffene, Angehörige, die Öffentlichkeit sowie Berufsgruppen, die mit Suizidalität konfrontiert werden, darauf aufmerksam zu machen, wohin man sich wenden kann und wie man mit Suizidalität angemessen umgeht. So soll gleichzeitig zur Entstigmatisierung und damit zu einem offenen Umgang mit dem Thema beigetragen werden. Dazu dient auch die neue Website, die nun der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Weitere Informationen unter www.ueberlebenswert.de

 

Wenn Ihre Gedanken darum kreisen, sich das Leben zu nehmen, sprechen Sie mit Freunden, Familie oder Seelsorgerinnen und Seelsorgern darüber. Hilfe bietet auch die Telefonseelsorge. Sie ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr erreichbar – unter 0800 1110111 und 0800 1110222. Auch eine Beratung über E-Mail ist möglich. Eine Liste mit bundesweiten Hilfsstellen findet sich auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.

 

In einem Flyer des Kölner Netzwerks „überLEBENswert“ sind die Informationen zusammengefasst.

 

„Von der Freiheit“: Ökumenischer Gottesdienst der ACK im Rahmen der Dreikönigswallfahrt (25. September)

7. September 2020; ksd

 

Köln. Im Rahmen der Dreikönigswallfahrt (24. bis 27. September) lädt die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Köln (ACK) auch in diesem Jahr zum ökumenischen Gottesdienst ein. Überschrieben ist der Gottesdienst am Freitag, 25. September, mit dem Thema „Von der Freiheit“. Die Predigt hält in diesem Jahr der evangelische Pastor und Journalist Wolfgang Thielmann.

Es geht um den Segen und die Herausforderung christlicher Freiheit. Die ACK Köln möchte an die christliche Freiheitstradition, die unter anderem mit Martin Luthers Schrift „Von der Freiheit eines Christenmenschen“ verbunden ist, erinnern und sie „mit den drängenden Freiheitsfragen unserer Zeit verbinden“. Durch die Corona-Pandemie und die mit ihr verbundenen Einschränkungen des öffentlichen Lebens habe die Frage nach dem Verhältnis von Freiheit und Sicherheit „eine unfreiwillige Aktualität“ erhalten. Mit diesem Spannungsfeld befasse sich Thielmann schon seit Jahren.

 

Freiheit vor Sicherheit?

 

Der Journalist und evangelische Theologe (Jg. 1954) war von 1999 bis 2010 Leiter des Ressorts „ Christ und Welt“ des Rheinischen Merkurs
und von 2010 bis 2016 Redakteur im gleichnamigen Ressort bei der Wochenzeitung „Die Zeit“. Von 2004 bis 2014 war er zudem Juror beim ökumenischen Predigtpreis, davon zwei Jahre als Vorsitzender. Im Jahr 2013 vertrat Thielmann im Interview mit DOMRADIO.DE die These, dass für Christen die Freiheit immer wichtiger sein müsse als die Sicherheit. Damals ging es um die Abhörpraktiken der amerikanischen Geheimdienste zur Terrorabwehr. Wie er sich heute angesichts einer ganz anders gelagerten Bedrohung zu diesem Spannungsfeld verhält, wird sich voraussichtlich in seiner Auslegung von Galater 5,13ff, der dem Gottesdienst als Predigttext zugrunde liegt, zeigen.

 

Die liturgische Leitung liegt bei Superintendentin Susanne Beuth, Vorsitzende der ACK Köln. Weitere Mitwirkende: Stadtsuperintendent Dr. Bernhard Seiger, Stadtdechant Msgr. Robert Kleine, Erzpriester Radu Constantin Miron, Vorsitzender der ACK Deutschland, Laienpredigerin Ingrid Heintz, Pfarrer Jürgen Wenge sowie weitere Mitglieder der ACK Köln.

 

Der ACK-Gottesdienst zur Dreikönigswallfahrt beginnt um 17 Uhr. Für die Teilnahme ist eine Anmeldung erforderlich.  Die Anmeldung ist ab Mittwoch, 16. September, möglich.

 

Weitere Informationen zur Dreikönigswallfahrt gibt es hier.

 

Das DOMRADIO.DE-Interview mit Wolfgang Thielmann zum Thema Freiheit und Sicherheit kann man hier nachhören.

 

Das Plakat zum Gottesdienst können Sie hier herunterladen.

 

„Gemeinsam für Beirut“: Spendenaktion und Gebete für den Libanon

4. September 2020; ksd

 

Update (25. September 2020):

Köln (pek). Das Erzbistum Köln hat heute seine Spenden- und Gebetsaktion „ Gemeinsam für Beirut“ opffiziell vorgestellt. Die Hilfsaktion wird bis Weihnachten über ein Sonderkonto (siehe unten) Spenden sammeln, die über direkte Kontakte vor Ort für den Wiederaufbau von Beirut verwendet werden. Bis jetzt sind für diesen Zweck schon 20.000 Euro zusammengekommen.

Weihbischof Ansgar Puff erklärte seine Initiative zu der Aktion: „Die Berichte und Bilder, die mir eine befreundete Familie direkt geschickt hat, haben mich erschüttert und mir immer dringlicher deutlich gemacht, dass wir hier ganz konkret Solidarität zeigen müssen.“ Puff betonte, dass die Situation zwar schon aus dem Fokus des medialen Interesses verschwunden sei, aber der Aufbau der Stadt jetzt erst beginne. Es gehe daher bei der Aktion auch darum, hier Aufmerksamkeit zu schaffen dafür, dass die Menschen um eine Rückkehr in ein menschenwürdiges Leben kämpfen. 

 

Keine Hilfe vom Staat

 

Nadim K. Ammann, der Leiter der Diözesanstelle Weltkirche-Weltmission und Koordinator der Aktion, berichtete über drei konkrete Projekte, die jetzt schon durch die Spendenaktion gefördert werden. Ammann betonte, dass der Wiederaufbau der kirchlichen Strukturen nicht einfach die Errichtung der Kirchengebäude beinhalte, sondern damit eine ganze soziale Infrastruktur verbunden sei, die sich um die Unterstützung der Menschen im Libanon kümmert.

Nathalie Welzel, Koordinatorin für Engagementförderung beim Erzbistum Köln und selbst gebürtige Libanesin gab einen detaillierten persönlichen Einblick in die Situation in Beirut. „Die Menschen, die die Explosion selbst überlebt haben, sind traumatisiert und leiden zusätzlich sehr unter der Situation, dass sie jetzt völlig auf die Hilfe anderer angewiesen sind. Die Kirche und der Glaube helfen nicht nur finanziell, sondern auch dadurch, dass die traumatisierten Menschen hier Ansprechpartner finden.“ Sie betonte dabei die Bedeutung der Bistümer bei der Hilfe vor Ort: „Wir bekommen keine Hilfe vom Staat – alles was wir an Unterstützung bekommen, kommt über die NGOs und die Bistümer.“ 

 

Bei der diesjährigen Dreikönigswallfahrt sind alle Kollekten ebenfalls für die Hilfsaktion „ Gemeinsam für Beirut“ bestimmt. Im Gottesdienst am Freitag wurde eine aus dem Libanon stammende Marien-Ikone im Dom ausgestellt. In den Wochen bis Weihnachten wird sie in der Tradition einer „ Gebetskette“ durch die Abteilungen des Generalvikariats und einige Klöster des Erzbistums gehen. 

 

Mehr unter www.erzbistum-koeln.de/beirut sowie im Flyer zur Aktion

  

Köln (pek). Das Erzbistum Köln hat anlässlich der Explosionskatastrophe in Beirut vom 4. August eine Spendenaktion angestoßen. Unter dem Namen „Gemeinsam für Beirut“ ruft die Diözesanstelle Weltkirche-Weltmission des Erzbistums dazu auf, die Menschen in Beirut mit Spenden und Gebeten zu unterstützen. Papst Franziskus hatte zudem den 4. September zum Gebets- und Fasttag für den Libanon ausgerufen.

„Die Soforthilfe, die nach der Explosion aus der ganzen Welt für den Libanon geleistet wurde, zeugt von einer weltweiten Solidarität und Verbundenheit. Aber die Stadt liegt noch in Trümmern, die Menschen sind verzweifelt und der Wiederaufbau beginnt jetzt erst“, betont Nadim Ammann, der die Spendenaktion von Seiten des Erzbistums koordiniert. Direkt nach der Explosion im Hafen von Beirut, die einen großen Teil der Stadt zerstörte, hatte Kardinal Rainer Maria Woelki 100.000 Euro als Soforthilfe an das Krankenhaus der Rosenkranzschwestern gespendet. Die Spendenaktion „Gemeinsam für Beirut“ wird besonders Spenden für den Wiederaufbau der zerstörten Kirchen und Konvente der Stadt sammeln.

„Die Menschen von Beirut, die ihre Schwestern, Brüder, ihre Eltern, Kinder und Gemeindemitglieder verloren haben, brauchen unsere Hilfe, um ihre Heimat wieder zu errichten. Sie brauchen gerade jetzt ihre Kirchen, sie brauchen Orte der Trauer, des Trostes und der Hoffnung“, so das Erzbistum in seinem Aufruf zur Spendenaktion. „Wir können ganz konkret helfen, ihnen diese Orte wiederzugeben.“

 

Berichte aus Beirut

 

Im Rahmen der Spendenaktion wird das Erzbistum Köln in den kommenden Wochen Menschen aus Beirut über die Situation vor Ort berichten lassen. „Wir bitten um eure Unterstützung beim Wiederaufbau unserer Kirchen, damit wir unsere Mission der Hoffnung inmitten der Verzweiflung erfüllen können“, so Jean-Marie Chedid, Seminarist in Beirut in einer ersten Videootschaft aus der Stadt, in der er von der Situation der Menschen und der Kirche vor Ort berichtet.

Auch Nathalie Welzel ist gebürtig aus Beirut und arbeitet als Koordinatorin für Engagementförderung beim Erzbistum Köln. Über ihre Familie im Libanon ist sie direkt mit dem Geschehen vor Ort in Verbindung. „Uns Libanesen tut es gut, zu wissen, dass wir nicht allein gelassen werden“, so Welzel. „Wir hoffen, dass unser Land ein weiteres Mal wie der Phoenix aus der Asche steigen wird. Aber aus eigener Kraft werden wir das nicht mehr schaffen. Bitte beten Sie für den Libanon, den Aufbau und den Frieden in unserem Land!“

 

Gebetsaktion ergänzt Spendenaufruf

 

Neben den dringend benötigten Spenden bitten die Menschen vor allem um Gebet für ihr Land, das durch dieses Ereignis über Beirut hinaus stark erschüttert wurde. Papst Franziskus ernannte bei der Generalaudienz am 2. September den 4. September zum Gebets- und Fasttag für den Libanon und rief zu Zusammenarbeit und Unterstützung auf: „Ich erneuere zudem meinen Aufruf an die Internationale Gemeinschaft, den Libanon zu unterstützen, damit das Land diese schwere Krise hinter sich lassen kann, ohne in die örtlichen Spannungen verstrickt zu werden.“ 

Begleitend zur Spendenaktion beginnt das Erzbistum Köln eine Gebetsaktion für den Libanon. Als Bild für die Verbundenheit und die Unterstützung, die mit „Gemeinsam für Beirut“ aus Köln kommt, dient eine Marienikone aus dem Libanon. Die Gottesmutter wird dort über Religionsgrenzen hinweg als Patronin und Schutzfrau des Libanon verehrt. Gerade in dieser Notsituation gibt sie den Menschen Halt und Hoffnung.

 

Spenden können überwiesen werden auf das Spendenkonto
IBAN: DE 34 370 501 98 0019 6222 24

Kontoinhaber: Erzbistum Köln

Sparkasse Köln/Bonn

Verwendungszweck: „Gemeinsam für Beirut“

 

Weitere Informationen und einen Gebetsimpuls finden Sie auf der Internetseite des Erzbistums Köln.

 

„Corona-Kollekte“: Erzbistum Köln unterstützt Pflegekräfte auf den Philippinen

3. September 2020; ksd

 

Köln (pek/ksd). Die deutschen katholischen Bischöfe und die katholischen Hilfswerke haben den kommenden Sonntag, 6. September, zum „Sonntag des Gebets und der Solidarität“ mit den Leidtragenden der Corona-Pandemie erklärt. Mit einer „Corona-Kollekte“ rufen sie in allen Gottesdiensten und darüber hinaus zu Spenden für Betroffene in aller Welt auf. Das Erzbistum Köln unterstützt dabei ein Projekt der Salesianer Don Boscos auf den Philippinen.

Cebu City ist der philippinische Corona-Hotspot. Das örtliche Gesundheitssystem würde ohne Krankenpflegekräfte aus anderen Landesteilen zusammenbrechen. Das medizinische Personal in Cebu City ist in dieser Situation maßlos überlastet. Die Krankenhäuser sind überfüllt, viele Patienten müssen auf den Fluren untergebracht werden. Um das lokale Personal zu unterstützen und das Gesundheitssystem aufrecht zu erhalten, wurde Pflegepersonal aus anderen Regionen der Philippinen nach Cebu geholt. So sind Ärzte und Pfleger weniger Gefahren ausgesetzt, haben auch Momente der Erholung – und das örtliche Gesundheitssystem bricht nicht zusammen.

 

Salesianer stellen Unterkünfte zur Verfügung

 

In der Regel werden Gruppen von Ärzten und Pflegern für 14 Tage eingeflogen. Danach begeben sie sich für 14 Tage in Quarantäne, während eine neue Gruppe die Arbeit übernimmt. Für die eingeflogenen Teams wird Wohnraum benötigt. Der Orden der Salesianer Don Boscos stellt seit April ein Gästehaus mit 50 Einzelzimmern und drei Schlafsälen kostenlos für medizinisches Personal zur Verfügung.

In einer Absichtserklärung mit der lokalen Gesundheitsbehörde „Department of Health“ (DOH) wurde vereinbart, dass dieser hierfür keinerlei Kosten entstehen, sie aber die Reinigung übernimmt. Daher bitten die Salesianer um finanzielle Unterstützung für das Begleichen der Wasser- und Stromrechnungen von April bis Dezember in Höhe von umgerechnet circa 25.000 Euro. Die Gesamtkosten inklusive der Unterkunftskosten und dem Gehalt für die Kontaktperson, die für die Kooperation mit der Behörde verantwortlich ist, belaufen sich auf circa 175.000 Euro. Damit wäre die Versorgung bis zum Jahresende gesichert.

 

Aufruf der deutschen Bischöfe

 

In ihrem gemeinsamen Aufruf zur Solidarität schreiben die deutschen Bischöfe, „dass es uns in Deutschland weitaus besser geht als den allermeisten Menschen in anderen Ländern und Weltgegenden. Wir verfügen über einen funktionierenden Staat, über eine stabile Gesundheitsversorgung und auch über die materiellen Möglichkeiten, die Notlagen zu lindern sowie die Wirtschaft einigermaßen in Schwung zu halten. All das ist für den größten Teil der Menschheitsfamilie nicht möglich. Die Armen in Afrika, Asien, Lateinamerika und Osteuropa sind von der Corona-Krise ungleich schwerer betroffen als wir. Die Wohnverhältnisse und die Armut verhindern Hygiene und Distanz, allzu oft fehlt der Zugang zu Gesundheitsdiensten. Unzählige verlieren ihre materielle Lebensgrundlage, weil sie keine Arbeit mehr finden. Aktuellen Studien zufolge wird die Zahl der Hungernden infolge der Pandemie um viele Millionen anwachsen.

In dieser dramatischen Lage sind auch wir in Deutschland gefordert. Als Deutsche Bischofskonferenz rufen wir deshalb gemeinsam mit unseren Bistümern, den kirchlichen Werken und den Orden zu einem ,Weltkirchlichen Sonntag des Gebets und der Solidarität' auf. Die Gläubigen sind eingeladen, sich an diesem Tag über die Konsequenzen der Pandemie weltweit zu informieren und für die Leidtragenden in aller Welt zu beten. Wir bitten auch um eine großzügige Spende für die Corona-Hilfe in der Weltkirche – mit der Kollekte oder auf anderen Wegen“.

 

Spenden für die Corona-Sonderkollekte sind auch möglich über das Spendenkonto:

IBAN: DE53 4006 0265 0003 8383 03

Darlehnskasse Münster

Stichwort: Corona-Kollekte 2020

Wenn Sie das Projekt der Salesianer Don Boscos unterstützen wollen, geben Sie den Verwendungszweck „Philippinen – Wohnraum für Krankenpflegende“ an.

 

Sie können auch direkt online spenden.

 

Weitere Informationen zur Aktion finden Sie hier auf dem Portal weltkirche.de

 

Einen Gebetszettel können Sie hier abrufen.

  

„Es ist 5 vor 12“: Stadtdekanat Köln unterstützt „Churches for Future“-Aktion zum Globalen Klimastreik am 25. September

31. August 2020; ksd

 

Köln. „Churches for Future“ solidarisiert sich mit dem Aufruf zum Globalen Klimastreik im September und möchte ein deutliches Zeichen setzen für Klimagerechtigkeit unter dem Motto „Es ist 5 vor 12!“. Seit Dienstag, 1. September, dem ökumenischen Tag der Schöpfung, bis zum Klimastreik am 25. September veröffentlicht das Ökumenische Netzwerk Klimagerechtigkeit täglich ein Foto von „5 vor 12“-Kirchturmuhren beziehungsweise -Kirchtürmen weltweit zusammen mit einem Statement zur Klimagerechtigkeit. „Wir möchten als Kirchen die globalen Beziehungen und Zusammenhänge aufzeigen und damit auch die Stimme der Partnerkirchen hör- und sichtbar machen“, erklärt die Organisation. Das Katholische Stadtdekanat Köln ist seit dem vergangenen Jahr Mitglied bei „Churches for Future“ und unterstützt die Aktion mit einem Foto der Uhr im Langhaus des Kölner Domes. Stadtdechant Robert Kleine sagt dazu:

„Als katholische Kirche in Köln unterstützen wir den Globalen Klimastreik am 25. September und die Anliegen von ,Churches for Future`. Die Bewahrung der Schöpfung ist ein Grundauftrag des Christentums. Was das bedeutet, hat Papst Franziskus in seiner Enzyklika ,Laudato si – Über die Sorge für das gemeinsame Haus` klar beschrieben: Für-Sorge besteht nie aus bloßen Worten, sondern aus aktivem Handeln und gelebter Solidarität, so wie wir das positiv zu Beginn der Corona-Pandemie erlebt haben. Jede und jeder von uns hat es persönlich in der Hand, durch sein Verhalten die Schöpfung für diese und folgende Generationen zu zerstören – oder zu bewahren.“

 

Banner am DOMFORUM

 

Um auch außerhalb des Internets auf die Aktion und die Dringlichkeit der Anliegen hinzuweisen, hängt derzeit ein großes Banner am DOMFORUM (Domkloster 3). Es wirbt um Aufmerksamkeit für den Tag des Globalen Klimastreiks und greift das „5 vor 12“-Motto auf. Das Aktions-Banner ist eine Kooperation des Katholischen Stadtdekanats Köln mit dem DOMFORUM und dem Katholischen Bildungswerk Köln, mit dem Katholikenausschuss in der Stadt Köln und der Katholischen Jugendagentur Köln.

 

Informationen über das Netzwerk und die Aktion finden Sie hier.

  

Weihnachtsmarktabsage besser als ein Corona-Hotspot: Stadt- und Domdechant Kleine hofft auf Hilfen für die Händler und auf das nächste Jahr

28. August 2020; ksd

 

Köln. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde der große Weihnachtsmarkt am Kölner Dom, der jedes Jahr rund fünf Millionen Menschen aus dem In- und Ausland anzieht, von den Betreibern abgesagt. DOMRADIO.DE hat dazu mit dem Kölner Stadt- und Domdechanten Robert Kleine ein Interview geführt. Darin äußert Kleine Verständnis für die Absage und lenkt den Blick auf das kommende Jahr.

Er verstehe, dass viele Menschen über die Absage traurig seien, so Msgr. Kleine. Er denke besonders an die Händler und Organisatoren, die in der Corona-Zeit keine Einnahmen hätten. „Wir kennen das schon von ganz vielen Kirmes- und Schützenfesten, die abgesagt wurden“, sagt der Stadt- und Domdechant. Die Pandemie treffe die Schausteller und alle, die normalerweise mit Märkten unterwegs seien, ganz besonders. „Da muss man schauen, wie diesen Menschen Hilfe zu Gute kommt und wie sie auch Unterstützungsgelder seitens des Staates bekommen. Aber das wird sicherlich in den Blick genommen“, hofft Kleine.

Bei der Fronleichnamsprozession habe das Erzbistum selbst erlebt, dass man nicht garantieren könne, dass die Menschen den Abstand einhalten. „Dann ist es besser, dass es keine Hotspots gibt und dass ein Weihnachtsmarkt dann mal ausfällt. Wir haben ja die Zuversicht, dass spätestens im Laufe des nächsten Jahres alle Feste – von Schützenfest bis zum Weihnachtsmarkt – hoffentlich wieder möglich sind.“ Dass der Dom oder das Stadtdekanat selbst als Veranstalter für einen „ Ersatz-Weihnachtsmarkt“ auftreten würden, schloss Kleine entsprechend aus.

Das ganze Interview zum Nachlesen.

   

„Keine Religion für Einzelkämpfer“: Domchöre feiern erstmals wieder gemeinsam Gottesdienste im Dom

26. August 2020; ksd

 

Köln. Nur in kleinen Gruppen von bis zu zwölf Sängern dürfen zurzeit die Domchöre proben. „Wie das ist, wenn sich alle Sänger nach fünf Monaten zum ersten Mal im Dom zum gemeinschaftlichen Singen wiedersehen, war sehr berührend an diesem Sonntag erlebbar“, schreibt Beatrice Tomasetti in einem Beitrag für DOMRADIO.DE. Gemeinsam mit rund 100 Familien und ihren Chorknabeni m Alter von neun bis etwa 20 Jahren sowie Domkapellmeister Eberhard Metternich feierte Kölns Dom- und Stadtdechant Robert Kleine den gemeinsamen Gottesdienst.

„Als Chor brauchen wir dringend eine Perspektive“, sagte Metternich zur Begrüßung. „Und wir brauchen das Gemeinschaftserlebnis, denn wir müssen spüren, dass wir noch eine große Chorgemeinschaft sind – natürlich bei möglichst geringem Ansteckungsrisiko.“ Gemeinsam mit seinem Kollegen Oliver Sperling, der bereits in der Vorwoche mit Mitgliedern des Mädchenchores und deren Familien so einen Gottesdienst gefeiert hatte, wollte Metternich für die Chöre ein Stück Normalität wiederherstellen. Gleichzeitig sollten die Gottesdienste als Startschuss für das neue Schul- und Chorjahr dienen. Metternich bekannte mit zitternder Stimme: „Nun bin ich nach 30 Dienstjahren als Domkapellmeister vor einem Gottesdienst im Kölner Dom doch wirklich noch einmal aufgeregt. Ich kann es kaum glauben, dass ich euch nach diesen langen Monaten nun alle hier wiedersehe.“

Aufmunternde Worte und eine Perspektive der Hoffnung gab es auch von Kleine, der als junger Priester Schulseelsorger an der Kölner Domsingschule war. Mit einem Schlüsselbund in der Hand erinnerte er daran, dass es für viele Türen zwar eines entsprechenden Schlüssels bedürfe, sich dann aber Verschlossenes öffnen lasse. Anschaulich erläuterte er laut Tomasetti mit diesem Bild, dass es manchmal nur darauf ankomme, einen Schlüssel umzudrehen, um ans gewünschte Ziel zu gelangen. Das gelte genauso fürs Singen wie auch für den Glauben.

Die Zeit der Pandemie habe noch einmal deutlich gemacht, dass es bei einem Leben in Gemeinschaft auf Solidarität ankomme. „Das Christentum ist keine Religion für Einzelkämpfer“, so Kleine. „Und Jesus Christus selbst lässt uns nicht vor verschlossener Tür stehen.“ Vielmehr komme es darauf an, sich in der Kirche als große Familie zu verstehen und für den anderen da zu sei, einander die Hand zu reichen, ihn im Blick zu haben. „Wir alle sind aufgerufen, den Schlüssel ins Schloss zu stecken und Türen zu öffnen. Denn niemand soll vor verschlossener Tür bleiben. „Wer den passenden Schlüssel besitzt, entscheidet, wer wann und wo hereinkommen kann oder wem die Tür verschlossen bleibt.“ Im Glauben habe jeder diese Art von Schlüsselgewalt. „Ihr alle seid Schlüsselfiguren“, rief Kleine im Dom den Chorsängern entgegen. „Vergesst nie: Den Schlüssel füreinander und für Gott habt Ihr selber in der Hand.“

Den Beitrag von Beatrice Tomasetti können Sie hier nachlesen.

Informationen zur Kölner Dommusik gibt es hier.

  

Stefan Burtscher als neuer Mitarbeiter in der Wohnungslosenseelsorge eingeführt

21. August 2020; ksd

 

Köln. Im Rahmen einer Heiligen Messe unter Leitung von Weihbischof Ansgar Puff wurde jetzt der österreichische Theologe Stefan Burtscher als Seelsorger in der Katholischen Wohnungslosenseelsorge des Stadtdekanats Köln eingeführt. Auch seine Eltern waren aus Vorarlberg angereist, um diesen besonderen Anlass mit ihrem Sohn zu feiern, stand doch bereits am nächsten Tag die Einführung von Burtscher in der Pfarrgemeinde St. Severin an, wo er ab dem 1. September zusätzlich seine Ausbildung zum Pastoralreferenten beginnt.

Im Gubbio, dem franziskanischen Zentrum der Wohnungslosenseelsorge, ist Burtscher bereits seit Mitte Juli an der Seite von Schwester Christina Klein engagiert. Als Vertreter des Stadtdekanats sprach Diakon Jens Freiwald im Rahmen des Gottesdienstes einige Willkommensworte. „Wir freuen uns sehr, dass es – auch dank des Engagements von Weihbischof Puff – gelungen ist, die Ausbildung zum Pastoralreferenten mit dem Dienst in der Wohnungslosen-Gemeinde Gubbio zu verbinden“, sagte Freiwald.

Auch Schwester Christina Klein, die zu den Olper Franziskanerinnen gehört, und eine ehrenamtliche Mitarbeiterin des Gubbio hießen Stefan Burtscher herzlich willkommen – unterbrochen von Zwischenrufen aus der Gemeinde, dass man ihn schon ins Herz geschlossen habe. „Alles in allem ein fröhlicher und beschwingter Start trotz der notwendigen Abstandsregeln wegen der Corona-Pandemie“, lautet die Bilanz.

Burtscher kennt das Gubbio bereits aus einem Praktikum. Seine Erfahrungen hat er in seiner Bachelorarbeit im Fach Katholische Religionspädagogik verarbeitet unter dem Titel „Gubbio: Wohnungslosen- und Obdachlosenseelsorge in Köln. Kirche im Vollsinn und Ort der Christusnachfolge“ .

 

Mehr zum Gubbio unter www.gubbio.de

„Soziales Engagement als neues Lieblingsfach“: Ehrenamtspreis „Köln engagiert 2020“ für Ricarda-Huch-Schule und In-Via-Projekt

20. August 2020; ksd

 

Köln. Zu den drei diesjährigen Preisträgern des Ehrenamtspreises gehört die Städtische Gemeinschaftsgrundschule (GGS) Ricarda Huch in Köln-Stammheim mit dem Projekt „Lernen durch Engagement“ (LdE). Die Preise überreichen unter anderem Oberbürgermeisterin Henriette Reker und die diesjährige Ehrenamtspatin Maite Kelly am Sonntag, 23. August, im Historischen Rathaus.

„Anderen zu helfen und sich für sie zu engagieren, macht glücklich und zufrieden“: Diese schöne Erfahrung steht bei den Schülerinnen und Schülern der GGS Ricarda Huch seit Frühjahr 2019 unter dem Titel „Lernen durch Engagement“ einmal pro Woche im Rahmen des Sachunterrichtes für zwei Stunden auf dem Plan. Mittlerweile wurden drei soziale Projekte erfolgreich umgesetzt, in denen sich rund 36 Grundschulkinder im direkten Umfeld der Schule mit Unterstützung von lokalen Kooperationspartnern sozial engagierten: ein Spiel- und Bastelangebot für Kleinkinder der Flüchtlingsunterkunft Haferkamp, das Anlegen eines Barfuß-Pfads in der Naturstation im Schlosspark Stammheim sowie das Kochen für Senioren aus der Nachbarschaft in der Immanuel-Kirche. Bei zehn Treffen zur Mittagszeit haben die Grundschulkinder ihre bis zu 20 Gäste mit viel Engagement bekocht und bewirtet – ein generationsübergreifendes Projekt.

Seit 2009 ist IN VIA Kompetenzzentrum im bundesweiten Netzwerk „Lernen durch Engagement – Service-Learning“ in Deutschland und bietet das Projekt an zehn Kölner Schulen an. Es verbindet gesellschaftliches Engagement mit fachlichem Lernen. Die Erfahrungen, die die Kinder beim Einsatz für andere machen, werden im Unterricht aufgegriffen, reflektiert und mit Unterrichtsinhalten verknüpft. Ehren- und hauptamtliche Mitarbeiterinnen bilden das Kompetenzzentrum. Sie unterstützen und begleiten Schulen im Kölner Raum bei der Initiierung, Planung und Durchführung der Projekte. Das Netzwerk verbindet Schulen, Kompetenzzentren und Kooperationspartner und bietet somit die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch und zur Information über bundesweite LdE-Projekte.

Die Idee, LdE fest im Stundenplan der GGS Ricarda Huch zu verankern, stammt von Monika Wieder, Schulsozialarbeiterin in Trägerschaft von IN VIA Köln e.V. „Unsere Schülerinnen und Schüler lernen, dass es sich lohnt, sich für andere einzusetzen. Sie trainieren soziale und demokratische Fähigkeiten“, freut sich Wieder über das Engagement. Die nächsten Projekte in Absprache mit Kooperationspartnern für die neuen Grundschulklassen sind schon in Planung.


Der Ehrenamtspreis


Bereits zum 20. Mal werden in diesem Jahr die Ehrenamtspreise der Stadt Köln vergeben. Aus 130 Vorschlägen hat eine unabhängige Jury die Preisträgerinnen und Preisträger von „KölnEngagiert 2020“ ausgewählt. Neben drei Einzelpersonen hat sie drei Vereine, eine Schule und ein Unternehmen ausgezeichnet. Anlässlich des runden Geburtstages wurde in diesem Jahr erstmals auch der „ Miteinander-Preis Köln für Demokratie und Vielfalt“ vergeben, der nun dauerhaft etabliert wird. Dieser Preis würdigt das ehrenamtliche Engagement von Kölnerinnen und Kölnern mit Migrationshintergrund. Hier werden nochmal ein Verein und eine Einzelperson ausgezeichnet. 

 

Mehr Informationen unter www.invia-koeln.de und www.koeln.de

 

Noch Tickets an der Abendkasse erhältlich: 12. Ambientfestival „Zivilisation der Liebe“ (10. bis 12. September)

19. August 2020; ksd

 

Köln. Das 12. Ambientfestival „Zivilisation der Liebe“ hätte bereits im März nach längerer Pause sein Comeback feiern sollen unter dem Motto: „RE SUR REC TIO“ (lat. Auferstehung). Nach der coronabedingten Absage findet es nun mit coronakonformem Konzept vom 10. bis 12. September mit modifiziertem Programm, einigen neuen Klang-Künstlerinnen und -Künstlern sowie ausgedehnt auf zwei Kirchen – St. Aposteln und Herz Jesu – Corona-konform statt als: „RE SUR REC TIO 2.0“.

Projekte von Elektronik über Klassik bis hin zu Chormusik erweitern das Spektrum der rein elektronischen Ambientmusik. Der Programmablauf wurde stark entzerrt und so bleibt „mehr Luft“ – in den Kirchen und open air. Jeder Auftritt findet zweimal statt, sodass die Festivalbesucher pro Abend zwei Auftritte an zwei verschiedenen Standorten erleben können. Ein „Ambient Walk“, der besonders gestaltet wird, verbindet die beiden Konzertteile.

 

Soziale Aktion: Gratis-Konzert für besondere Gäste

 

Die „Ambient Garden Concerts“ richten sich an geladene Gäste, denen ein besonderes Konzerterlebnis bei freiem Eintritt ermöglicht werden soll – als soziale Komponente des Ambientfestivals. Drei Künstler des Festivals (Kai Schumacher, Lubomyr Melnyk und Martin Kohlstedt) geben ein kurzes Piano-Konzert mit rund 40 Zuhörern. Die Konzerte finden im begrünten Innenhof von St. Aposteln statt. Moderiert wird die Veranstaltungsreihe gemeinsam mit den beymeistern der Evangelischen Kirche Köln-Mülheim als ökumenisches Gemeinschaftsprojekt. Die Plätze für die Veranstaltung werden über Kölner Organisationen vergeben, die mit sozial bedürftigen Menschen und Geflüchteten zusammenarbeiten.

„Corona hat alles verändert – auch das 12. Ambient Festival“, sagt Dietmar Saxler, der künstlerische Leiter des Festivals. „Es wurde inhaltlich verfeinert und räumlich auf die befreundete Nachbarkirche Herz-Jesu am Zülpicher Platz ausgeweitet. Damit hat das Virus nicht nur die
Digitalisierung, sondern auch die Progression der „Zivilisation der Liebe“ beschleunigt und sie dadurch zukunftsfähig gemacht.“

Teilnehmende Künstlerinnen und Künstler: Jessica Ekomane / John Kameel Farah / Kai Schumacher / Phillip Schulze / Lubomyr Melnyk / Klaus Fiehe / Wolfgang Voigt / Tobias Thomas / Angelica Summer / Martin Kohlstedt / Francesco Cavaliere / Sven Helbig / Kammerchor fiat ars

Informationen und Programm sowie Tickets gibt es online über die Website www.ambientfestival.com
Alle bereits für März gekauften Karten behalten ihre Gültigkeit.

 

Für Kurzentschlossenen gibt es an beiden Kirchen (Herz Jesu und St. Aposteln) eine Abendkasse für die letzten verfügbaren Tickets. Wegen der aufgrund von Corona notwendigen Registrierung bitte etwas früher dort erscheinen.

Buchung weiterhin auch im Ticketshop.

 

„Den Spirit werde ich nie vergessen“: Stadtdechant Kleine erinnert an den Weltjugendtag 2005 und ermutigt zu neuen Aufbrüchen

18. August 2020; ksd

Köln. Fünf Tage im August, die die Stadt so noch nicht erlebt hatte: Vor 15 Jahren fand in Köln der 20. Weltjugendtag statt und die Stadt vibrierte. 800000 angemeldete Teilnehmer aus aller Welt und eine Million beim großen Abschlussgottesdienst auf dem Marienfeld bei Kerpen sorgten dafür, dass der erste Weltjugendtag (WJT) mit dem deutschen Papst Benedikt XVI. ein unvergessliches Erlebnis war. Überall wurde gesungen, feierten Jugendliche in den Straßen der Domstadt. In unserem Video und in der Sendung „Augenblick mal“ auf Radio NRW erinnert sich auch Kölns Stadt- und Domdechant Robert Kleine an das große Fest – und richtet eine Botschaft an die Jugend und die Kirche von heute.

„Bunt, international, jung und frisch“ – so erinnert sich Kleine an den WJT 2005. „Ich werde nie vergessen, wie der Papst mit dem Schiff in Köln ankommt und alle stehen mit den Füßen im Wasser und freuen sich und jubeln ihm zu“, sagt Kleine. „Und dann die Fahnen, die Internationalität, das Singen von Jugendlichen in der ganzen Stadt – das war ein Spirit, den werde ich nie vergessen.“

 

„Wir müssen Aufbrüche versuchen“

 

Auch im und am Kölner Dom sie die Erinnerung bis heute lebendig, so der Dom- und Stadtdechant, „ aber natürlich stehen wir im Heute und im Jetzt und wir sind aufgefordert heute lebendig, jung, international als Kirche zu sein“. Er freue sich, dass dies immer wieder gelinge, macht aber auch deutlich: „Wir müssen Aufbrüche versuchen! Wir müssen miteinander unseren Glauben feiern, nicht althergebracht, sondern jung und dynamisch. Also: Leben wir unseren Glauben voll Freude!“

Der Jugend und den jungen Erwachsenen komme dabei eine besondere Rolle zu – denn ohne sie hat die Kirche keine Zukunft. „Mit euch ist Kirche jung, ist Kirche aktuell, bleibt Kirche lebendig“, so Kleine.

  

Turmbesteigung des Kölner Domes wieder geöffnet / Vorverkauf und Reservierung von Tickets für öffentliche Domführungen

17. August 2020; ksd

 

Köln (mk). Nach einer fünfmonatigen Schließzeit ist es ab sofort wieder möglich, den Südturm des Kölner Domes zu besteigen. Allerdings müssen sich Besucherinnen und Besucher auf längere Wartezeiten einstellen. Das Treppenhaus im Südturm wird bis auf Weiteres alle 20 Minuten im Wechsel für den Auf- und für den Abstieg geöffnet. Dadurch wird gewährleistet, dass sich auf der schmalen Wendeltreppe auf- und absteigende Besucher nicht begegnen und die aktuell erforderlichen Abstandsregelungen eingehalten werden.

Die Besucherinnen und Besucher der Turmbesteigung dürfen die Treppe in Gruppen von jeweils maximal 20 Personen hinauf- bzw. hinabsteigen und müssen einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Eine Voranmeldung oder Reservierung ist nicht möglich. Die Glockenstube bleibt bis auf Weiteres geschlossen.

Von der Plattform des Südturms aus in rund 100 Metern Höhe können Besucherinnen und Besucher einen Rundblick auf die Innenstadt, den Rhein und die Kölner Umgebung genießen. Dazu müssen 533 Treppenstufen überwunden werden: Zunächst führt eine Wendeltreppe bis auf knapp 75 Meter hinauf, die letzten Höhenmeter bis zur Aussichtsplattform bewältigt man über eine Metalltreppe.

Während der coronabedingten Schließung ist der Bereich der Turmbesteigung aufwändig gereinigt worden: Auf rund 1400 Quadratmetern Sandstein-Mauerwerk hat eine Spezialfirma sämtliche Graffiti entfernt und die Wände mit einem Schutzüberzug gegen neue Schmierereien versehen. Zudem wurden Unmengen alter Kaugummis beseitigt und die Böden auf der 75- und 100-Meter-Ebene versiegelt.

 

Geöffnet ist die Turmbesteigung wieder zu den üblichen Zeiten: Aktuell von 9 Uhr bis 18 Uhr, im Oktober von 9 Uhr bis 17 Uhr und von November bis Februar von 9 Uhr bis 16 Uhr.

 

Vorverkauf und Reservierung von Tickets für öffentliche Domführungen

 

Anders als für die Turmbesteigung können für die öffentlichen Domführungen Tickets vorbestellt oder im Vorverkauf erworben werden. Dies gilt für jeweils sieben Tage im Voraus und maximal zwei Tickets. sie können telefionisch bestellt werden unter 0221 92584730 oder sind für diesen Zeitraum direkt im DOMFORUM am Roncalliplatz erhältlich. Reservierte Tickets müssen spätestens 15 Minuten vor Beginn der Führung abgeholt werden, ansonsten gehen sie wieder in den Verkauf. Die öffentlichen Führungen starten vor dem Foyer des DOMFORUMs am Roncalliplatz und dauern 60 Minuten. Kurzfristige Änderungen sind bei besonderen Anlässen möglich.


Wichtige Hinweise für die öffentlichen Domführungen:
Unter coronabedingten Auflagen sind Führungen durch den Innenraum möglich. Auch Gruppenführungen durch den Innenraum des Kölner Domes können gebucht werden. 

Führungen sind nur bis zu einer Gruppengröße von maximal 12 Personen erlaubt.

Führende und Teilnehmende sind verpflichtet einen Mund-Nasenschutz zu tragen. 

Die Gruppe muss sich an die geltenden Abstandsregeln von 1,50 Meter halten. Das Einhalten der Abstandsregeln wird durch den seit vielen Jahren bewährten Einsatz der Gruppenführungssysteme unterstützt. Den Gästen wird empfohlen, eigene Kopfhörer mitzubringen (Standardklinkenstecker). 

Um eventuelle Infektionsketten nachverfolgen zu können, müssen Kontaktdaten aufgenommen werden.

Weitere Informationen und Termine finden Sie hier.

 

Musik-Impuls aus dem Kölner Dom: Domorganist Bönig spielt einen Bach-Choral für jeden Tag des Jahres ein

17. August 2020; ksd

Köln (mk). Es ist kein runder Geburtstag, aber zu seinem 698. Bestehen hat der Kölner Dom sich und seinen Besuchern ein musikalisches Geburtstagsgeschenk gemacht: Seit dem Fest Mariä Himmelfahrt (15. August) sind auf der Startseite von www.koelner-dom.de täglich wechselnde Choräle zu finden, die Domorganist Professor Winfried Bönig eingespielt hat: kurze, passende Musikimpulse für 365 Tage im Jahr.

„Ein musikalisches wie digitales Angebot unserer Kölner Dommusik, das in seiner geistlichen Dimension gerade in Coronazeiten Halt, Mut und Zuversicht vermitteln soll“, sagt Dom- und Stadtdechant Robert Kleine. „Wer morgens kurz auf der Webseite vorbeischaut, kann sich dort gleich die passende Leitmelodie für den Tag ins Ohr holen. Mit den richtigen Klängen findet man Orientierung auch in schwierigen Zeiten. Zugleich ermöglichen es diese musikalischen Kurzimpulse, manches Kirchenlied neu zu entdecken.“

Bönig hat die Choräle, die dem katholischen Gebet- und Gesangbuch „Gotteslob“ entnommen sind, auf den Kölner Domorgeln eingespielt. „Die Lieder aus unserem Gesangbuch sind ein unermesslicher Schatz, der über die Jahrhunderte gewachsen ist“, so der Domorganist. „In den Gottesdiensten kann nur ein kleiner Teil dieser riesigen Sammlung ausgeschöpft werden. So kam ich auf die Idee, für jeden Tag des Jahres ein passendes Lied aufzunehmen, das dann an dem jeweiligen Tag zu hören ist. Warum nicht den Tag mit einer solchen kurzen Melodie beginnen? Auch wenn kein Text dabei zu hören ist, schwingt dieser doch als kleine Meditation mit."

Finanziell ermöglicht hat die Aufnahmen die Kulturstiftung Kölner Dom, die sich für die Förderung der Kunst, Kultur und Musik am Kölner Dom einsetzt.

Einen Vorgeschmack auf die Orgel-Impulse bietet dieses kurze Video.

 

„Wer ausgrenzt, muss selbst mit Ausgrenzung rechnen“: Stadtdechant Kleine unterstützt FC-Reaktion auf Kritik an Trikot mit Moschee

13. August 2020; ksd

 

Köln. Der 1. FC Köln hat mit der Abbildung der Zentralmoschee als Teil der Kölner Sykline auf dem neuen Trikot teilweise Kritik geerntet. So trat ein Mitglied deshalb aus der „ Glaubensgemeinschaft“ FC aus. Der Verein machte die Kündigung öffentlich und verwies auf die „ Effzeh-Charta“, die „Toleranz, Fairness, Offenheit und Respekt – immer und überall“ einfordert. DOMRADIO.DE hat mit Stadtdechant Robert Kleine, der als Domdechant auch die jährliche FC-Andacht im Kölner Dom verantwortet, ein Interview zum Thema geführt. Darin äußert Kleine Verständnis für die Reaktion des Fußballclubs und macht deutlich, dass die Moschee zu Köln gehört.

„Die Reaktion des Vereins kann ich verstehen“, so Kleine. Der FC stehe als Verein allen offen. „ Natürlich gibt es auch viele muslimische Fans – und die freuen sich sicherlich, dass die Moschee abgebildet ist.“ Diese stehe für den Islam und „für die Offenheit in unserer Stadt und nicht nur für Ditib“, so Kleine (die Ditib als Betreiber der Moschee gilt Kritikern als „Organ der türkischen Regierung“). In Köln lebten zudem viele Muslime, die nicht türkischer Herkunft sind. „In unserer Stadt haben wir ein gutes Miteinander aller Religionsgemeinschaften“, so der Stadtdechant weiter.

In Köln leben „Menschen unterschiedlichen Glaubens, unterschiedlicher Lebensentwürfe, unterschiedlicher Orientierungen und Ideen“, bekräftigt Kleine. „Die haben alle ihren Platz in einem Verein, in dem es um Fußball geht.“ Der FC habe ein Zeichen gesetzt, „so wie er das auch immer wieder gegen Diskriminierung und Rassismus tut und sagt: Wenn wir Fans haben, die so ein enges Bild haben, dann müssen wir sie auch ziehen lassen. In den sozialen Netzwerken hat das auch dafür gesorgt, dass der FC dafür positive Kritik bekommt und sagt: Wer ausgrenzt, muss selbst mit Ausgrenzung rechnen.“

Das ganze Interview können Sie hier nachlesen.

 

„So etwas wie Hiroshima und Nagasaki darf sich nie wiederholen“: Stadtdechant Kleine erinnert an Abwurf der Atombomben vor 75 Jahren

6. August 2020; ksd

 

Köln. Es war und ist eines der furchtbarsten Ereignisse und einschneidensten Geschehnisse der Menschheitsgeschichte: der Abwurf der ersten und bis heute Gott sei Dank einzigen Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki vor 75 Jahren. Am 6. August 1945 tötete die erste Atombombe der US-Amerikaner rund 100.000 Menschen sofort und zerstörte die japanische Stadt fast vollständig. Am 9. August folgte der Angriff auf Nagasaki, bei dem unmittelbar mehrere zehntausend Menschen starben. In den Folgejahren starben unzählige weitere Menschen – und die Folgen dauern bis heute an. Im Gottesdienst am 6. August im Kölner Dom erinnerte Kölns Stadt- und Domdechant Robert Kleine an die Gräuel und zitierte dabei aus den Erinnerungen des deutschen Jesuiten Helmut Erlinghagen, der die Atombombe auf Hiroshima als Augenzeuge miterlebte und 1987 an den Spätfolgen starb. Kleines Appell ist eindeutig: „So etwas wie Hiroshima und Nagasaki darf es nie wieder geben!“

 

„Wir gedenken heute des Abwurfs der ersten Atombombe, die um 8.16 Ortszeit Hiroshima traf, vielen Tausenden den direkten Tod brachte und unzähliges Leid über die nächsten Jahrzehnte durch die Folgen der atomaren Verstrahlung. Als in unseren Breiten, in Europa, der Zweite Weltkrieg bereits sein Ende gefunden hatte, tobte er noch in anderen Regionen. Und erst nach diesem Abwurf und einem weiteren endete der Zweite Weltkrieg. Es ist sicherlich eine Herausforderung, dass wir immer wieder, ganz besonders um den Frieden in der Welt beten, wo es auch heutzutage, in dieser Stunde so viele kriegerische Auseinandersetzungen gibt, Terror und Flucht“, so Kleine zu Beginn des Gottesdienstes.

 

Nach dem Schluss-Segen schilderte der Stadtdechant dann die Erinnerungen des Ordensmannes: „Der Jesuitenpater Helmut Erlinghagen ist einer der wenigen deutschen Augenzeugen der Explosion. Als die Bombe fällt, hält er sich 4,2 Kilometer vom Explosionszentrum entfernt auf. Der Jesuitenpater ist damals 30 und wegen der Bombardements auf Tokyo ist er evakuiert nach Hiroshima. Im August 1985, zwei Jahre, bevor er an den Spätfolgen der Katastrophe starb, traf der Kölner Stadt-Anzeiger Pater Erlinghagen, der damals Professor an der Uni Mainz war. Er erinnerte sich an jenen 6. August, als er die Tragödie aus nächster Nähe miterlebte.“

 

Stärker als die Sonne

 

„Über dem Stadtzentrum blitzte ein riesiges Licht auf. Im gleichen Moment meinte ich, das Licht, hundertmal stärker als die Sonne, sei über mir und um mich herum. Plötzlich spürte ich starke Hitze und warf mich erschrocken auf meine Strohmatte, wie wir es oft in Gedanken geübt hatten. Nach vielleicht zwei oder drei Sekunden gab es einen fürchterlichen Knall. Ich war am ganzen Körper mit Glassplittern, Holzstücken und aus den Wänden gerissenen Lehmbrocken bedeckt. Ich kroch unter den Schreibtisch und betete. ,Das ist das Ende‘, dachte ich und wartete auf den Gnadentod – doch nichts geschah.“

 

Und dann dieser Augenblick, als er von Flugzeug-Motorenlärm aufgeschreckt wird. „Das muss eine B29 sein“, ruft er seinem Mitbruder Laurenz im Garten noch zu. Dann werden beide Zeugen des atomaren Infernos.

 

„Feuer, überall Feuer – die Stadt war ein einziges Flammenmeer. Das Jesuitenkolleg wird notdürftig zu einem Lazarett umgewandelt. Die Menschen lagen dicht nebeneinander, Körper an Körper. Es waren vorwiegend Frauen, am Kopf und im Gesicht so verbrannt, dass die Brandblasen sie ganz entstellt hatten. So lagen sie vor mir. Die oberste Hautschicht war abgerissen, das Gesicht aufgedunsen, der Mund geschwollen.“ Szenen, die Erlinghagen nie vergessen konnte. Auch nicht das Stöhnen der Verschütteten, die verzweifelten Rufe der Verbrannten nach Wasser. „Mit ihren ausgetrockneten Kehlen schnappten sie gierig nach dem schwarzen Regen, der auch am Tag 2 noch über Hiroshima niederging. Eine heimtückische Erfrischung, denn der Niederschlag ist radioaktiv verseucht.“ Nach dem Angriff um 8.16 wirkt die Stadt apokalyptisch auf ihn. Damals ahnte Erlinghagen nicht, dass er monatelang den Todeskampf tausender fremder Menschen begleiten würde. „ Diese Agonie mitzuerleben, war das Schlimmste. Man kann es sich nicht schrecklich genug vorstellen.“

 

Gebet der Vereinten Nationen

 

„Jeder Krieg bringt Schrecken hervor – es war sicherlich dann noch einmal eine neue Dimension mit der Atombombe“, so Msgr. Kleine. „Wir haben das ja glücklicherweise seit dem zweiten Abwurf nicht mehr erleben müssen. Aber nichts ist selbstverständlich, schon gar nicht in unserer Zeit. Deshalb lade ich ein, zum Abschluss das Gebet der Vereinten Nationen zu beten.“

 

Herr, unsere Erde ist nur ein kleines Gestirn im großen Weltall.
An uns liegt es, daraus einen Planeten zu machen,
dessen Geschöpfe nicht von Kriegen gepeinigt werden,
nicht von Hunger und Furcht gequält,
nicht zerrissen in sinnlose Trennung nach Rasse, Hautfarbe oder Weltanschauung.
Gib uns Mut und die Voraussicht,
schon heute mit diesem Werk zu beginnen,
damit unsere Kinder und Kindeskinder einst mit Stolz den Namen Mensch tragen.

 

„Lenke die Herzen der Verantwortlichen in der Politik zum Frieden, damit sich so etwas wie Hiroshima und Nagasaki nie mehr wiederholen kann“, betete Kleine.

 

Gebet für die Menschen von Beirut

 

Über dem Gedenken an die Opfer von Hiroshima und Nagasaki vergaß der Stadt- und Domdechant nicht die Opfer der Katastrophe von Beirut: „Am heutigen Tag gehen unsere Gedanken auch in den Libanon, der so oft in der Heiligen Schrift besungen wird, nach Beirut. Nach der furchtbaren Explosionskatastrophe sind unsere Gedanken und Gebete bei den Verletzten, bei den Toten, bei den Angehörigen. Und bei denen, die jetzt mit der Hilfe starten in dieser zerstörten Stadt.“

 

Der Gottesdienst ist hier als Video in der Mediathek von DOMRADIO.DE abrufbar.

 

Pater Erlinghagen setzte sich sein Leben lang dafür ein, dass der Einsatz der Atombomben von Hiroshima und Nagasaki als Verbrechen  verurteilt würde. Darüber hinaus wollte er den Menschen vermitteln, den Sinn des Lebens im Atomzeitalter darin zu sehen, sich für alle Lebewesen verantwortlich zu fühlen und sich für sie zu engagieren.

 

Hintergrund Hiroshima und Nagasaki

 

Am Morgen des 6. August 1945, um 8.15 Uhr und 17 Sekunden Ortszeit klinkte die Besatzung des US-Bombers „Enola Gay“ die Bombe in fast zehn Kilometern Höhe aus. Um 8.16 und zwei Sekunden explodierte die Atombombe in etwa 600 Metern Höhe über der Innenstadt. Innerhalb einer Sekunde hatte die Detonationswelle 80 Prozent der Innenstadt komplett zerstört und ihre thermische Strahlung bis in zehn Kilometern Entfernung Feuer entzündet.  Insgesamt starben bei dem Abwurf samt den Folgen bis 1946 unterschiedlichen Schätzungen zufolge 90.000 bis 166.000 Menschen.

 

Die Bombe auf Nagasaki wurde am 9. August um 11.02 Uhr Ortszeit über dicht bewohntem Gebiet abgeworfen. Sie sollte eigentlich den Mitsubishi-Konzern treffen, verfehlte ihr Ziel aber um mehr als zwei Kilometer. Sie zerstörte fast das halbe Stadtgebiet. Insgesamt starben nach unterschiedlichen Schätzungen am Tag des Abwurfs und in den folgenden Monaten 64.000 bis 80.000 Menschen. Die Spätfolgen wirken sich in beiden Städten bis heute aus.

  

„Unsere Gedanken und Gebete sind bei den Menschen in Beirut“

5. August 2020; ksd

Köln. Nach den verheerenden Explosionen in Beirut sind unsere Gedanken und Gebete bei den Menschen im Libanon und allen, die betroffen sind. Wir sind schwer erschüttert vom Ausmaß dieser Katastrophe. Wir fühlen uns den vielen Trauernden, die liebe Menschen verloren haben, verbunden. Wir beten darum, dass ihr Leid und ihr Schmerz aufgefangen werden mit der Zeit und dass sie Trost und Unterstützung erfahren. Im Stadtdekanat Köln denken wir auch an die vielen Verletzten und wünschen ihnen Genesung und eine Rückkehr ins Leben. Auch den vielen, nach jetzigem Stand mehreren hundertaussend Menschen, die bei der Katastrophe am 4. August ihre Existenz oder ihr Zuhause verloren haben, gelten unsere Gedanken und Gebete. Mögen der Libanon und seine Hauptstadt mit all ihren Menschen, die in der Vergangenheit schon so viel durchstehen mussten, eines Tages wieder im Frieden sein.

Stadtdechant Robert Kleine hat am Morgen nach der Explosions-Katastrophe im Gottesdienst im Kölner Dom für die Opfer und ihre Angehörigen gebetet.

 

Hilfe und Spenden

 

Viele kirchliche (und andere) Hilfswerke und Hilfsorganisationen sammeln jetzt Spenden für die Menschen in Beirut. Mehrere hunderttausend Menschen haben nach den bisherigen Angaben ihr Zuhause verloren, die halbe Stadt sei betroffen, vermelden Medien. Zu den Organisationen, die Hilfe organisieren wollen, zählt zum Beispiel Caritas International. Das Hilfswerk hat 100.000 Euro Soforthilfe zur Verfügung gestellt und bittet um weitere Spenden, vor allem für die medizinische Versorgung. Zum Teil wurden die Krankenhöuser in der libanesischen Hauptstadt ebenfalls schwer getroffen und mussten evakuiert werden. Informationen und Spendenmöglichkeit finden Sie direkt hier.  

 

Aufruf zu Solidarität und Gebet

 

Das Erzbistum Köln unterhält eine Schulpartnerschaft zwischen der libanesischen St.-Rita-Schule und der Domsingschule. Kardinal Rainer Maria Woelki rief nach den Ereignissen über die Sozialen Medien zum Gebet auf: „Die Bilder, die uns von der Explosion erreichen, sind schockierend. Beten wir für die Toten, die Verletzen, ihre Familien und Freunde!“, schrieb er bei Facebook und Twitter. In einer Video-Botschaft und im Interview mit DOMRADIO.DE verspricht Woelki 100.000 Euro Soforthilfe und spricht über das zerstörte Krankenhaus der Rosennkranz-Ordensfrauen.

 

Papst Franziskus sagte bei seiner Generalaudienz in Rom: „Beten wir für die Opfer und ihre Familien und beten wir für den Libanon, damit er mit dem Einsatz aller seiner sozialen, politischen und religiösen Kräfte diesen tragischen und schmerzlichen Moment bewältigen und mit Hilfe der internationalen Gemeinschaft die schwere Krise überwinden kann, die das Land durchlebt.“

 

Der Apostolische Vikar für den Libanon, Bischof César Essayan, berichtet im Interview mit DOMRADIO.DE , wie die Kirchen und Klöster versuchen, schnellstmöglich Hilfen für die Opfer der Katastrophe zu organisieren. Auch viele Kirchen sind schwer getroffen worden. Christen helfen in den Krankenhäusern, bei Aufräumarbeiten, stellen Essen oder Unterkunft zur Verfügung. Wichtig ist für Essayan, dass die sozialen und ethnischen Gräben, die das Land sonst spalten, jetzt überwunden werden: „Es geht nicht darum, ob jemand Christ oder Muslim ist, Libanese oder nicht. Die Gräben, die uns bis jetzt getrennt haben, müssen wir überwinden. Dabei hilft uns hoffentlich das Gebet.“

 

Die englische Originalfassung des Interviews können Sie hier nachlesen.

 

Köln feiert die Heiligen Drei Könige auch im Sommer: Gottesdienst und Video erinnern an Ankunft der biblischen Gestalten am Rhein

23. Juli 2020; ksd

Köln. Wie die Heiligen Drei Könige oder besser ihre Reliquien an den Rhein kamen, ist eine fast abenteuerliche Geschichte. Der Kölner Erzbischof Rainald van Dassel brachte sie 1164 von Mailand nach Köln, wo sie seitdem verehrt werden und jedes Jahr unzählige Besucherinnen und Besucher aus der ganzen Welt in den Kölner Dom „locken“. Kölns Stadt- und Domdechant Robert Kleine hat im vergangenen Jahr die Kirche Sant Eustorgio in Mailand besucht, wo die Reliquien der drei biblischen Sterndeuter zuvor in einem Sarkophag lagen. Der ist nun leer – doch einige Reliquien sind nach Mailand zurückgekehrt und können wieder in der Kirche Sant Eustagio verehrt werden. Zwischen beiden Städten, die die Heiligen Drei Könige verehren, besteht ein starkes Band und die Partnerschaft wächst weiter. Während der Corona-Krise haben die Kirchenzeitung und das Stadtdekanat Köln mit einer großen Spendenaktion die Caritas Mailand mit mehr als 80.000 Euro unterstützt.

Am Donnerstag, 23. Juli, feiert Msgr. Robert Kleine um 18 Uhr eine Andacht und um 18.30 einen feierlichen Gottesdienst im Kölner Dom.

Mehr Informationen, auch über etwaige noch vorhandene Kartenkontingente zum Besuch der Heiligen Messe, finden Sie unter www.koelner-dom.de und hier.

 

Weitere Videos finden Sie auf dem Youtube-Kanal des Stadtdekanats sowie auf der Seite des Stadtdechanten.

 

Corona-Nachbarschaftshilfe mit bislang mehr als 100.000 Euro gefördert

15. Juli 2020; ksd

Köln (pek). Mit mehr als 109 000 Euro sind im Erzbistum Köln bislang 68 Nachbarschaftshilfe-Projekte gefördert worden. Seit Beginn der Corona-Krise stellt der Soforthilfefonds der Aktion Neue Nachbarn (ANN) im Erzbistum Köln Gelder für die Nachbarschaftshilfe zur Verfügung. 

Die Projekte reichen von Computerlernkursen in Flüchtlingsunterkünften bis hin zu Online- und Telefonberatungen. In den Sommerferien gibt es einige Initiativen, die Kindern und Jugendlichen trotz Corona ein alternatives Ferienprogramm bieten.

 

Wochenendausflug für alleinerziehende Mütter


So hat beispielsweise Diakon Hanno Sprissler aus dem Kirchengemeindeverband Sülz-Klettenberg während des Shutdowns Kontakt gehalten mit alleinerziehenden Frauen und deren Kindern. Jetzt hat er mit und für diese Gruppe ein Ferienwochenende im August 2020 arrangiert. Bei dem Wochenendausflug müssen sich die 16 Alleinerziehenden um nichts kümmern. Sie erhalten je ein Familienzimmer mit Bad und Vollpension im Don-Bosco-Haus in Jünkerath mit erholsamer Umgebung mitten im Wald. 

 

Weitere Informationen gibt es bei der Aktion Neue Nachbarn.

 

Rondorfer Gemeinde sammelt Spenden für krebskrankes Mädchen / Krankenkasse zahlt Therapie nicht

10. Juli 2020; ksd

 

Köln (kiz/ksd). Zu Spenden für ein fünfjähriges Mädchen, bei dem ein mutierter diffuser Hirntumor festgestellt wurde, ruft die Rondorfer Gemeinde Heilige Drei Könige auf. Der Tumor kann nicht operiert werden. Die einzige Hoffnung der Familie ist eine Behandlung mit einem Medikament, das in Deutschland noch nicht zugelassen ist. Deshalb übernimmt die Krankenkasse die Kosten nicht. Das Medikament soll die Tumorzellen zerstören, ohne gesunde Zellen anzugreifen. Der leitende Pfarrer Jasson Ramirez-Cubillo und die Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, Monika Dittrich, bitten um Spenden.

Die Gemeinde schreibt dazu auf ihrer Internetseite: „Diese Art von Tumor ist sehr selten, wächst aber schnell. Die durchschnittliche Überlebenszeit mit Standarttherapien beträgt nach der Diagnose 12 bis 15 Monate.“ Es bleibe also wenig Zeit für Talia. Der einzige Lichtblick sei die Behandlung über die sogenannte Medikamentenstudie ONC201, die bisher nur in den USA und in der Schweiz praktiziert werde. Dabei seien bei einigen Patienten schon gute Erfolge erzielt worden. „Die Kosten für das Medikament, sowie für therapieunterstützende Mittel werden eine sechsstellige Summe erreichen, die keine Familie alleine stemmen kann“, schreibt die Gemeinde. „Jeder gespendete Euro hilft der Familie in der ohnehin schweren Situation – zumindest in finanzieller Hinsicht. Bitte geben Sie den Spendenaufruf an Ihre Familie, Freunde, Bekannten und Kollegen weiter. Wir danken für Ihre Unterstützung, damit wir Talia ein sorgenfreies, glücklicheres und gesünderes Leben schenken können.“

 

Spenden gehen auf das Caritaskonto der Kirchengemeinde Heilige Drei Könige

IBAN: DE68 3706 0193 0015 0490 30 bei der Pax-Bank Köln; 

BIC:  GENODED1PAX

Verwendungszweck: „Talia“

Bei einer Spende die geringer als 200 Euro ist, genügt ein Kontoauszug als Beleg beim Finanzamt. Bei Beträgen über 200 Euro wird eine erwünschte Spendenbescheinigung ausgestellt. Bitte geben Sie dann bei der Überweisung Ihre vollständige Adresse an.

 

Weitere Informationen unter www.heilige-drei-koenige.de

 

Öffentliche englischsprachige Domführungen starten wieder

9. Juli 2020; ksd

 

Köln (df). Am kommenden Wochenende startet das DOMFORUM nach der Corona-Pause wieder mit den ersten öffentlichen englischsprachigen Domführungen: Samstag, 11. Juli, um 14.30 Uhr und Sonntag, 12. Juli, 14.30 Uhr. Ab dann finden die Führungen wieder regelmäßig samstags und sonntags jeweils um 14.30 Uhr statt.

Treffpunkt ist das DOMFORUM am Roncalliplatz 2. Hier erhalten Sie auch die Tickets zu den Domführungen. Für die Führungen gelten die Auflagen der Corona-Verordnungen. So können maximal 12 Personen teilnehmen, alle Teilnehmenden müssen einen MundNasenschutz tragen, die Abstandsregel von 1,5 Meter ist einzuhalten und Kontaktdaten müssen aufgenommen werden, um eventuelle Infektionsketten
nachverfolgen zu können.

Weitere Informationen erhalten Sie hier.

Weitere Informationen über Führungen und den Zugang zum Kölner Dom finden Sie hier.

 

„11 000 Fahnen für Köln“: Katholikenausschuss unterstützt die Aktion der Initiative „Kein Veedel für Rassismus“

7. Juli 2020; ksd

 

Köln (ka). „Der Katholikenausschuss in der Stadt Köln begreift Rassismus als der christlichen Botschaft diametral entgegengesetzte Ideologie, der es konsequent und kompromisslos entgegenzutreten gilt“, erklärt das Gremium in einer Pressemitteilung. Deshalb habe der Vorstand beschlossen, sich an der Aktion „11 000 Fahnen für Köln“ der Initiative „Kein Veedel für Rassismus“ zu beteiligen. Zum einen hängt aus dem Bürofenster des Katholikenausschusses am Roncalliplatz eine der Aktionsfahnen, „um augenfällig zu unterstreichen, dass die katholische Kirche hier Stellung bezieht“. Zum anderen hat der Katholikenausschuss für die 34 Kirchengemeinden des Kölner Stadtdekanats jeweils eine Aktionsfahne erworben und versendet diese an die Gemeinden. Sie sollen nicht nur dort aufgezogen werden, sondern auch die Menschen vor Ort sowie die Gremien der Gemeinden zum Gespräch einladen, „um einen Startschuss zu geben, sich mit der Thematik und eigenen Aktionen auseinanderzusetzen“. Der stellvertretende Vorsitzende des Katholikenausschusses, Maximilian Rudloff, erklärt dazu: „So können auch die katholischen Kirchengemeinden ein starkes Zeichen gegen Rassismus in der Stadt Köln setzen.“

Mehr unter www.katholikenausschuss.de

 

Kölner Dom: Ein neues künstlerisches Gitter schützt künftig die Fassade des Nordquerhauses

29. Juni 2020; ksd

Köln (mk). Seit Mitte Juni 2020 werden die Portale des Kölner Doms am Nordquerhaus und der Eingangsbereich zur Domschatzkammer durch ein künstlerisch gestaltetes Gitter geschützt. Das über drei Meter hohe und etwa 47 Meter lange schmiedeeiserne Gitter wurde nach Entwürfen des Architekten und Künstlers Johannes Nagel gestaltet und jetzt offiziell eingeweiht.
Erste Überlegungen zu dem Gitter stammten noch von Nagels 2016 verstorbenem Vater, dem Bildhauer Paul Nagel, der in Zusammenarbeit mit seinem Sohn bereits das 1996 vollendete Gitter vor der Südquerhausfassade des Domes gestaltet hatte. Gefertigt wurde das neue Gitter in der Kunstschmiede von Johannes Nagel in Wesseling (Metallwerkstätten Nagel Herdt). Die Steinarbeiten führte die Kölner Steinmanufaktur Schwieren durch.

 

Betont reduzierte Formensprache


In seiner Gestaltung zeigt das neue Gitter Reminiszenzen an das ältere Gitter, variiert dessen Formen aber und nimmt unmittelbaren Bezug zur Nordquerhausfassade. Da die Hauptansichtsseite des Domes bereits im Mittelalter die Südseite war, wurde die Nordseite im 19. Jahrhundert in einer betont reduzierteren Formensprache errichtet. Diese Vereinfachung der Detailformen greift auch das neue Gitter auf. Anders als das ältere Gitter auf der Südseite wird es durch vier Pfosten aus Basalt gegliedert, die exakt in der Achse der Strebepfeiler der Fassade stehen. Basalt ist auch der prägende Stein der Querhausfassade seit ihrer Wiederherstellung in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Pfosten werden durch feine Lisenen – Mauerblenden – und eine steinmetzmäßige Reliefierung der Oberflächen strukturiert und auf diese Weise in ihrer Massivität reduziert.

 

Totentanz und ein schützender Schleier


„Meine Aufgabe habe ich darin gesehen, einerseits einen schützenden ,Schleier‘ vor den Dom zu stellen, den man im besten Fall ,nicht sieht‘ und den mit dem Bau der Domgarage verlorenen Zwischenbereich, beim Übergang vom öffentlichen zum liturgischem Raum, wiederherzustellen“, erläutert Johannes Nagel die Herausforderung bei seinem Entwurf. 
Wie das Gitter auf der Südseite sind auch beim Gitter vor Nordquerhausfassade zahlreiche florale Ornamente sowie die eine oder andere bildliche Darstellung zu finden, die zu einer näheren Betrachtung einladen. Eine Reminiszenz an den verstorbenen Vater des Künstlers ist etwa ein noch auf einen Entwurf von Paul Nagel zurückgehender Rabe. Der tanzende Tod ist gleichermaßen Symbol für menschliche Sterblichkeit aber auch für die christliche Hoffnung auf die Auferstehung und das Ewige Leben. 

 

Ein Denkmal für den emeritierten Dompropst Bachner


Dem im April 2020 emeritierten Dompropst Gerd Bachner, in dessen Amtszeit die Planungen und die Ausführung des Gitters fielen, ist ebenfalls ein kleines Denkmal im Gitter gewidmet. Hier wird seiner Besteigung der Kreuzblume des Nordturmes gedacht. Er hatte sie – wohl als erster Dompropst in der Geschichte der Kölner Kathedrale – im Sommer 2015 bestiegen. Eine Replik der Darstellung war ihm bereits am 23. April zum Geburtstag geschenkt worden. „Es rührt mich, dass mit dieser kleinen Skulptur meine Kreuzblumen-Besteigung in Erinnerung gehalten wird“, so Bachner. „Insgesamt finde ich, dass sich das neue Gitter in seiner Schlichtheit im Zusammenspiel mit den vier Basaltpfosten perfekt an unseren Dom anschmiegt. Es wirkt nicht wie ein Fremdkörper, sondern als habe es schon immer an diese Stelle gehört.“

 

Schutz vor Vandalismus und Verunreinigung


Zweck des Gitters ist es die Portale des Querhauses, den davorliegenden Sternenteppich der Kulturstiftung Kölner Dom und den Zugang zur Domschatzkammer vor Vandalismus und Verunreinigung zu schützen. „Die Erfahrungen der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass dies leider allzu notwendig ist“, so das Domkapitel in seiner Presse-Erklärung zur Einweihung des Gitters. Zugleich wurde der Eingang zur Domschatzkammer barrierefrei gestaltet. Ein wichtiges Anliegen war es, keine schlichte Absperrung des Bereiches zu errichten, sondern vielmehr die Nordseite des Domes durch ein künstlerisch gestaltetes Gitter zu zieren und aufzuwerten. „Dies ist Johannes Nagel und allen an der Ausführung beteiligten Metallbauern und Steinmetzen hervorragend gelungen“, so das Domkapitel weiter.
Finanziert wurde das Gitter durch die Kulturstiftung Kölner Dom. „Der Kulturstiftung Kölner Dom ist es ein großes Anliegen, die wertvollen Portale des Domes künftig vor Vandalismus schützen zu können“, bekräftigte auch Helmut Heinen, Vorsitzender der Kulturstiftung. „Daher hat die Stiftung das Projekt mit 250 000 Euro maßgeblich unterstützt und so dazu beigetragen, nicht nur für die Portale, sondern auch für die Sterne des Generationenprojekts ,11 000 Sterne für den Kölner Dom‘ eine würdige Umgebung zu schaffen.“

 

Ökumenischer Gedenkgang am 4. Juli zur Erinnerung an den schwersten Luftangriff auf Köln im Zweiten Weltkrieg

29. Juni 2020; ksd

Köln. Am 29. Juni 1943 wurde Köln vom folgenschwersten Luftangriff getroffen, dem sogenannten Peter-und-Paul-Angriff. Tausende Menschen verloren ihr Leben, Zehntausende ihr Hab und Gut – die Innenstadt war fast vollständig zerstört. Der Katholikenausschuss in der Stadt Köln lädt am Samstag, 4. Juli, zu einem Ökumenischen Gedenkgang zu verschiedenen Erinnerungsorten ein. In diesem Jahr führt die Veranstaltung zu verschiedenen Orten in Köln-Ehrenfeld. Begleitet werden die Teilnehmer von Stadtführer Günter Leitner und Pfarrer Armin Beuscher vom Evangelischen Kirchenverband Köln und Region. Spirituelle Impulse gibt Rainer Thelen, Vorstand des Katholikenausschusses. Treffpunkt ist um 17 Uhr im Bunker (Körner Straße 101). Weitere Stationen sind: Edelweißpiraten (Ausgang Bahnhof Ehrenfeld) – Friedenskirche.
Der Gedenkgang endet gegen 19 Uhr in der Mechternkirche (Mechternstraße 4). Der Katholikenausschuss lädt ein, sich an vier Stationen „auf die Erinnerungsspuren an bittere Kriegsjahre und die Sehnsucht nach Frieden zu begeben“.

Anmeldung per E-Mail an koeln@katholikenausschuss.de

 

Videoreise von Taufort zu Taufort – ACK Köln lädt zur Tauferinnerung ein

27. Juni 2020; ksd

Köln. Zu einer virtuellen Reise von Taufort zu Taufort lädt die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) Köln ab Samstag, 27. Juni, ein. In einem Video wird eine Schale mit Wasser von Hand zu Hand gereicht. Dafür haben zahlreiche Mitwirkende aus den Mitgliedskirchen der ACK jeweils eine kurze Videosequenz gedreht, darunter Diakon Matthias Gill aus Porz für die katholische Kirche. Symbolisiert wird damit, dass die Taufe das verbindende Element zwischen den christlichen Kirchen ist. Sie verbindet damit auch die Menschen durch alle Zeiten und über alle Konfessionen hinweg miteinander.

Der virtuelle Taufweg beginnt am Rhein und endet im Baptisterium am Dom, dem ältesten Taufort Kölns. Dort lädt Superintendentin Susanne Beuth, Vorsitzende der ACK Köln, dazu ein, das Vaterunser zu beten. Ursprünglich war geplant, den jährlichen ökumenischen Tauferinnerungsgottesdienst im frühchristlichen Baptisterium am Kölner Dom am Sonntag, 28. Juni, zu feiern. Coronabedingt lädt die ACK Köln nun mit dem virtuellen Taufweg dazu ein, sich an den Bund zu erinnern, der mit der Taufe zwischen dem Einzelnen, Gott und der Gemeinschaft aller Gläubigen besiegelt wird.

Die ACK Köln ist eine Gemeinschaft von Kirchen und Gemeinden. Sie sucht nach Wegen, wie in den verschiedenen Kirchen und Gemeinden, die in Jesus Christus geschenkte Einheit heute in Gottesdienst, Zeugnis und Dienst sichtbar werden kann. Die ACK Köln setzt sich ein für das Ziel einer ökumenischen Kirchengemeinschaft in versöhnter Verschiedenheit. Sie will mit ihrer Arbeit zu besserem gegenseitigem Verstehen, zu vertiefter Erkenntnis und intensiverem Leben der Gemeinschaft ihrer Mitglieder beitragen. Zur ACK gehören unter anderem die Römisch-Katholische Kirche, die Evangelische Kirche, Orthodoxe Kirchen und verschiedene Freikirchen.

Mehr unter www.oekumene-koeln.de

 

Ein echtes Schwergewicht: der heilige Christophorus – Feriengruß von Stadtdechant Robert Kleine

26. Juni 2020; ksd

 

Pünktlich zu Ferienbeginn erzählt der Kölner Stadt- und Domdechant Msgr. Robert Kleine etwas über den heiligen Christophorus, den Schutzpatron aller Reisenden. Dafür war Kleine in den Werkstätten des bekannten Kölner Künstlers Egino Weinert zu Gast. Weinert (1920-2012) hatte im Zweiten Weltkrieg einen Arm verloren, schuf aber als Goldschmied, Bildhauer und Maler sein Leben lang zeitgenössische sakralen Kunst mit einer herausragenden eigenen Prägung.

Mehr unter www.eginoweinert.de

 

Gemeinden in Sülz-Klettenberg setzen Gottesdienstreihe im Rahmen der „Kinokirche“ mit Berg-Athos-Film fort (1. Juli)

25. Juni 2020; ksd

 

Köln (k-sk). Der Seelsorgebereich Sülz-Klettenberg setzt seine Gottesdienstreihe im Rahmen der „Kinokirche“ am Mittwoch, 1. Juli um 19 Uhr mit einem Dokumentarfilm über die griechische Mönchsrepublik Athos fort:

Die Halbinsel Athos in Griechenland ist eines der letzten Geheimnisse Europas: Dort leben über 2000 Mönche abgeschieden von der Außenwelt. Der Zugang ist Frauen untersagt, Touristen sind nicht erwünscht. Nur Arbeiter und Pilger erhalten ein Visum. Die Mönchsrepublik lockt Menschen an, denen im modernen Leben etwas fehlt.

Mit Hilfe dreier Athos-Mönche entstand ein noch nie erzähltes Filmtagebuch. Leitmotiv ist der Weg, den wir Menschen finden und gehen müssen – jeder für sich. „Erst müssen wir unsere eigenen Seelen heilen, dann können wir anderen helfen“, ist eine der Kernbotschaften von Vater Galaktion, einem Einsiedler am Heiligen Berg. Doch nicht alle Mönche leben wie Vater Galaktion, zurückgezogen und demütig. So öffnet unter anderem auch Vater Epiphanios dem Filmteam seine Türen, der als begnadeter und poetischer Koch den Genüssen des Lebens keinesfalls abgeneigt ist.

Der Film wird nach einer Einführung mit einer kurzen biblischen Lesung gezwigt. Im Anschluss werden Bitten für Menschen in unterschiedlichsten Lebenssituationen formuliert.

(Quelle: NFP)

Weitere Filmveranstaltungen in den Gemeinden des Seelsorgebereichs:

Am 12. und 19. September werden um jeweils 20 Uhr auf dem Platz vor der Kirche St. Karl Borromäus (Zülpicher Str. 273) open-air die beiden Teile von „Monsieur Claude und seine Töchter“ gezeigt. Die Teilnahme an allen drei Veranstaltungen ist kostenfrei. Beim open-Air-Kino werden außerdem kostengünstig Getränke angeboten.

www.kirche-sk.de

 

Mehr zum Film gibt es unter http://athos-derfilm.de/

 

„Lass die Nacht vorübergehen. Gebete in der Trauer“: Neue Broschüre soll Halt und Trost in schwerer Zeit geben

22. Juni 2020; ksd

Köln (pek). In Zeiten der Corona-Pandemie erfahren viele Menschen Schmerz, Leid und Verlust und sehnen sich nach Trost. Die Hauptabteilung Seelsorge im Erzbistum Köln hat daher ein 92-seitiges Heft mit dem Titel: „Lass die Nacht vorübergehen. Gebete in der Trauer“ herausgegeben.

Für viele Menschen sei es schwer, die Unbegreiflichkeit Gottes auszuhalten, wenn sie Schmerz und Leid erfahren. Doch sei es gerade der christliche Glaube, der Menschen Halt und Trost in schwerer Zeit geben kann: „Es ist der Blick auf Jesus, der durch die Nacht des Leidens und Sterbens hindurchgegangen und von Gott in das ewige Licht gerufen worden ist“, sagt Petra Dierkes, Leiterin der Hauptabteilung Seelsorge im Erzbistum Köln.

Auf ihre Initiative hin ist das Heft mit unterschiedlichen Impulsen und Gebeten entstanden. Es treffen Bibelworte und Gebete aus der kirchlichen Tradition auf Texte moderner und zeitgenössischer Beter, um miteinander in einen Dialog zu treten. Schmerz, Verlust und Tod sind universelle Erfahrungen, auf die jeder individuell reagiert. 

„Die Texte wollen zur Auseinandersetzung anregen und zum persönlichen Betrachten und Beten führen“, so Eva-Maria Will, Referentin in der Trauerpastoral. Sie hat die Gebete, Impulse und meditativen Bilder für dieses Heft ausgewählt. Neben persönlichen Gebeten gibt es auch eine Textauswahl für das Beten in Gemeinschaft. 

Das 92-seitige Heft wird in die Pfarreien, Kranken- und Pflegeeinrichtungen im Erzbistum Köln geschickt, um es gezielt an trauernde Menschen weitergeben zu können. „Wir wünschen uns, dass das Gebetsheft mit seinem Schatz an vielfältigen Impulsen und Gebeten für die Menschen zu einem Begleiter in Zeiten der Trauer wird“, sagt Dierkes.

Das Heft kann kostenfrei angefordert werden unter bestellung@erzbistum-koeln.de

Außerdem kann es hier heruntergeladen werden.