AKTUELLES

Hier finden Sie aktuelle Nachrichten zu stadtweiten Veranstaltungen, Initiativen und Aktionen der katholischen Kirche und ihrer Kooperationpartner in der Stadt Köln.

 

Überregionale Nachrichten der katholischen Kirche finden Sie auf den folgenden Webseiten:

www.erzbistum-koeln.de | www.koelner-dom.de | www.domradio.de | www.katholisch.de | www.kna.de | www.dbk.de | www.vaticannews.va/de.html

 

Ansprache von Stadtdechant Msgr. Robert Kleine zur Verabschiedung von Annelie Bracke

24. Juni 2026; ksd

Köln. Nach 34 Jahren an der Spitze der Katholischen Telefonseelsorge Köln wurde Annelie Bracke am 22. Juni 2026 in St. Maria im Kapitol feierlich verabschiedet. Umrahmt von Chormusik sowie einem Duo aus Klavier und Violoncello dankte Stadtdechant Msgr. Robert Kleine ihr für mehr als drei Jahrzehnte engagierten Dienstes am Nächsten. Seine Ansprache dokumentieren wir im Folgenden im Wortlaut.

 

Sehr geehrte Damen und Herren, heute verabschieden wir eine Frau, die über viele Jahrzehnte hinweg die Telefonseelsorge in der Stadt Köln im Erzbistum Köln geprägt hat – mit großem Engagement, mit Weitblick und vor allem mit einem tiefen menschlichen und christlichen Verständnis für die Menschen, die sich in Not einer fremden Person anvertrauen.

 

Liebe Frau Bracke,

Ihr Studium der Psychologie in Münster und Zürich schlossen Sie 1989 mit dem Diplom und – ich hoffe, es fällt nicht unter Datenschutz – mit der Note „sehr gut“ ab.

 

Ab dem 1. Juli 1992 arbeiteten Sie dann bei uns, in der Katholischen Telefonseelsorge in der Stadt Köln, also seit 34 Jahren. Und seit dem 1. Juli 2000, über ein Vierteljahrhundert, waren sie Leiterin unserer katholischen Telefonseelsorge Köln.

Zugleich waren Sie Diözesanbeauftragte für Telefonseelsorge im Erzbistum Köln.

 

Mit „Telefonseelsorge“ verbinden viele eine Telefonnummer und ein Telefon, das irgendwo in Deutschland klingelt. Doch hinter diesem Klingeln verbirgt sich oft ein ganzes Leben: Menschen, die nicht mehr weiterwissen, die nachts wachliegen, die sich einsam fühlen, die einen Verlust erlitten haben oder die innerlich so belastet sind, dass sie keinen anderen Gesprächsweg mehr sehen.

 

Da ist die junge Frau, die nach einer Trennung nicht schlafen kann und zum ersten Mal sagt: „Ich halte das allein nicht mehr aus.“
Da ist der ältere Mann, dessen Partnerin gestorben ist und der abends am Tisch sitzt, wo früher noch jemand saß.
Da ist die Mutter, die sich schuldig fühlt, weil sie glaubt, ihrem Kind nicht gerecht zu werden.
Da ist der Jugendliche, der sich niemandem in seinem Umfeld anvertrauen kann und den Mut nur noch über den anonymen Anruf findet.

 

Und genau dort beginnt der Dienst der Telefonseelsorge: nicht mit schnellen Lösungen, sondern mit einem Satz, der manchmal schon alles verändert: „Ich höre Ihnen zu.“ Die Telefonseelsorge ist daher ein ganz besonderer Ort in unserer Kirche, ein spezieller Kirch-Ort.

 

Sie ist kein sichtbarer Raum mit Türen und Bänken, sondern ein Raum am Telefon und inzwischen auch am Computer– der sich den Anrufenden öffnet: oft mitten in der Nacht, in Momenten von Einsamkeit, Angst oder Verzweiflung.

 

Im Psalm 34 heißt es: „Der HERR ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind.“ Diese Nähe Gottes wird in der Telefonseelsorge oft ganz konkret erfahrbar – durch Menschen wie Sie, die Haupt- und Ehrenamtlichen, die am anderen Ende der Leitung sitzen.

Genau dort, im Raum der Telefonseelsorge, war Ihre Arbeit, liebe Frau Bracke, über Jahrzehnte wirksam und fruchtbar:

 

Im Zuhören, im Dasein, im Aushalten und im Mittragen.

Sie, liebe Frau Bracke, haben diesen Dienst viele Jahre verantwortet und gestaltet im Geist der Kirche. Sie haben Strukturen aufgebaut, die es ermöglichen, dass Menschen Tag und Nacht erreicht werden können.

Sie haben die katholische Telefonseelsorge in Köln nicht nur geleitet, sondern geprägt.

 

Und Sie haben vor allem Menschen dafür gewonnen und begleitet, die genau dieses Zuhören möglich machen: die Ehrenamtlichen.

Ja, Sie haben den Kreis der Ehrenamtlichen kontinuierlich erweitert und damit gezeigt, dass Kirche dort lebendig ist, wo Menschen bereit sind, sich Zeit zu nehmen – Zeit für die, die oft keinen anderen Gesprächspartner mehr haben.

 

Immer wieder erzählen Mitarbeitende der Telefonseelsorge, wie sehr sie selbst durch diese Aufgabe gewachsen sind. Nicht selten sagen sie nach einem Gespräch: „Ich habe nicht viel gesagt – aber ich war einfach da.“ Und manchmal ist genau das entscheidend.

Ein Anruf, der damit beginnt: „Ich weiß nicht, ob ich noch leben will“, wird dann zu einem Gespräch, in dem jemand zum ersten Mal wieder spricht, statt zu schweigen. Oder ein Anrufer sagt am Ende: „Danke, dass Sie nicht aufgelegt haben.“

Das sind keine großen Schlagzeilen. Es sind leise Momente. Aber genau aus solchen Momenten besteht die Arbeit, die Sie über Jahre hinweg mitgetragen und geprägt haben.

Und dafür wurde Ihnen bereits 2009 der Verdienstorden des Bundes verliehen.

 

Viele, die mit Ihnen zusammengearbeitet haben, beschreiben Sie als jemanden, der nicht nur organisiert, sondern auch verbindet. Sie haben, wie schon erwähnt, die heute über 70 Ehrenamtlichen begleitet und gestärkt – und damit einen Kreis geschaffen, der immer größer geworden ist. Ein Kreis von Menschen, die bereit sind, sich fremden Geschichten auszusetzen, ohne sie sofort lösen zu müssen.

 

Und vielleicht ist genau das eine der wichtigsten Fähigkeiten in der Telefonseelsorge: nicht vorschnell zu antworten, sondern auszuhalten. Schweigen auszuhalten. Tränen auszuhalten. Fragen auszuhalten, auf die es keine schnellen Antworten gibt.

 

Diese Nähe wird in der Telefonseelsorge oft auf besondere Weise erfahrbar – nicht laut, nicht spektakulär, sondern leise, durch ein Gespräch, das trägt. Auch ein bekanntes Wort Jesu passt sehr gut zu diesem Dienst: „Was ihr einem dieser meiner geringsten Schwestern und Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“ (Mt 25,40). In der Telefonseelsorge wird dieser Satz konkret: im Hören, im Dasein, im Ernstnehmen eines Menschen, der vielleicht sonst niemanden mehr hat, der wirklich zuhört.

 

Liebe Frau Bracke, wenn wir heute auf Ihre Arbeit zurückblicken, dann sehen wir nicht nur eine Leitungstätigkeit. Wir sehen eine Haltung. Eine Haltung, die sagt: Jeder Mensch zählt. Jeder Mensch verdient Aufmerksamkeit. Kein Leben ist zu unbedeutend, um gehört zu werden.

Vielleicht würden Sie selbst rückblickend sagen – so, wie viele Menschen es in solchen Diensten tun –, dass nicht jede Situation „gelöst“ werden konnte. Dass es Gespräche gab, die schwer geblieben sind. Dass man manchmal nach einem Dienst gespannt auflegt und denkt: „Ich hoffe, es geht diesem Menschen irgendwie gut.“

 

Und gleichzeitig würden Sie vermutlich auch sagen, dass genau darin die Stärke dieser Arbeit liegt: nicht alles kontrollieren zu können, aber trotzdem da zu sein. Nicht alle Wege zu kennen, aber niemanden allein zu lassen, solange das Gespräch dauert.

Vielleicht würden Sie auch sagen, dass Sie selbst durch diese Arbeit verändert wurden. Dass Sie gelernt haben, wie zerbrechlich Leben sein kann – und gleichzeitig, wie viel Kraft in einem ehrlichen Gespräch steckt. Und dass Sie immer wieder erlebt haben, dass Menschen überraschend viel Hoffnung entwickeln können, wenn jemand ihnen wirklich zuhört.

 

Heute danken wir Ihnen für diesen Weg. Für Ihre Leitung, Ihre Klarheit, Ihre Beharrlichkeit – und vor allem für Ihr Herz für diese Arbeit. Sie haben dazu beigetragen, dass die Telefonseelsorge ein Ort geblieben ist, an dem Kirche nicht zuerst spricht, sondern zuhört.

Nun gehen Sie einen neuen Abschnitt Ihres Lebens. Und wir hoffen, dass Sie mit einem guten Gefühl zurückblicken können: auf all die Gespräche, auf all die Menschen, die Sie begleitet haben, und auf die vielen Ehrenamtlichen, die durch Sie ihren Platz gefunden haben.

Und wir wünschen Ihnen, dass Sie spüren dürfen: Dieser Dienst ist nicht einfach „vorbei“. Er hat Spuren hinterlassen – in anderen Menschen und auch in Ihnen selbst. Und diese Spuren sind etwas Bleibendes.

 

Für all das sagen wir Ihnen heute von Herzen: Danke.

 

Und wir bitten Gott, dass er Sie begleitet auf Ihrem weiteren Weg – mit Frieden im Herzen, mit Dankbarkeit im Rückblick und mit Vertrauen in das, was kommt.

 

Hier ist die Ansprache als Download.

  

 

Grußwort von Stadtdechant Msgr. Kleine beim Jahresempfang der Caritas

19. April 2026; ksd

Köln. Beim Jahresempfang des Caritasverbandes für die Stadt Köln e.V. am 19. Juni 2026 im „Garten der Religion“ würdigte Stadtdechant Msgr. Robert Kleine das Engagement der Caritas für die Menschen in Köln. In seinem Grußwort dankte er den haupt- und ehrenamtlich Tätigen für ihren Einsatz im Dienst am Nächsten. Sein Grußwort dokumentieren wir im Folgenden im Wortlaut.

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich freue mich sehr, mit Ihnen zusammen auf Einladung von Caritas, IN VIA, KJA, Malteser, SkF und SKM hier im Garten der Religionen zu Gast zu sein.

Dieser Jahresempfang ist mehr als ein gesellschaftlicher Termin. Er ist Ausdruck einer Verantwortungsgemeinschaft. Einer Gemeinschaft von Menschen, die jeden Tag dort wirken, wo gesellschaftliche Herausforderungen konkret werden.

 

Einer, der genau dies tat, soziale und gesellschaftliche Herausforderungen anzunehmen und zu lösen, war Pfarrer Franz Decker.

Am vergangenen Montag ist der ehemalige Kölner Caritasdirektor im Alter von 83 Jahren verstorben. 

Von 2000 bis zu seinem Ruhestand im Jahr 2011 prägte er den Caritasverband für die Stadt Köln in außergewöhnlicher Weise. 

Sein Ziel war eine Caritas, die wirtschaftlich verantwortungsvoll arbeitet, um ihren eigentlichen Auftrag erfüllen zu können: Menschen in Not beizustehen und gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Die Caritas war für ihn lebendiger Ausdruck gelebter Nächstenliebe, und er war überzeugt, dass die Caritas ihre Stimme dort erheben muss, wo Menschen keine Fürsprecher haben.

Ob sein Engagement für die interkulturelle Öffnung des Caritasverbandes und für Menschen mit Migrationsbiografie und Geflüchtete, ob die Unterstützung von Kölsch Hätz und die Förderung neuer Formen der Nachbarschaftshilfe, die Weiterentwicklung der Beschäftigungshilfen für Menschen mit Behinderung oder sein Engagement für Jugendliche in Köln: Er war bereit, neue Wege zu gehen, wenn sie den Menschen dienten.

Als Caritasdirektor scheute Franz Decker keine Debatten und vertrat seine Überzeugungen mit Mut und Leidenschaft. Gleichzeitig blieb er immer offen für andere Sichtweisen und den gemeinsamen Dialog.

Ich darf aus dem Nachruf von Markus Peters und Markus Nikolaus zitieren:

 

„Wir sind dankbar für alles, was Pfarrer Franz Decker für die Caritas Köln, für die Stadt Köln und für die Menschen, die hier leben und arbeiten, geleistet hat, und für die Spuren, die er in unserem Verband hinterlassen hat. Sein Wirken wird bestehen: in den Strukturen, die er aufgebaut hat, in den Projekten, die er angestoßen hat, und vor allem in den Erinnerungen der Menschen, die ihm begegnen durften.“

In unserem Glauben vertrauen wir darauf, dass Franz Decker nun den sehen wird, den er als Caritasdirektor, Priester, Seelsorger und Mensch in Wort und vor allem in Handeln bezeugt hat.

 

Liebe Damen und Herren,

Köln ist eine starke Stadt. Eine weltoffene Stadt. Eine Stadt mit wirtschaftlicher Kraft, kultureller Vielfalt und einem ausgeprägten Bürgersinn.

Doch zugleich wissen wir: Nicht alle Menschen profitieren gleichermaßen von dieser Stärke.

Die soziale Lage in Köln ist von erheblichen Spannungen geprägt. Viele Menschen erleben steigende Lebenshaltungskosten, hohe Energiekosten und vor allem die dramatische Entwicklung auf dem Wohnungsmarkt:

Die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum übersteigt das Angebot seit Jahren deutlich. Die Zahl der Sozialwohnungen sinkt, während gleichzeitig immer mehr Menschen auf Unterstützung beim Wohnen angewiesen sind.

Für Familien, Alleinerziehende, Auszubildende, Seniorinnen und Senioren oder Menschen mit geringem Einkommen wird die Suche nach einer Wohnung immer häufiger zu einer existenziellen Belastung.

Hinzu kommen wachsende Armutsrisiken. Viele Menschen arbeiten, sorgen für ihre Familien und leisten ihren Beitrag für unsere Gesellschaft – und dennoch reicht das Einkommen oft kaum aus, um die steigenden Kosten des Alltags zu bewältigen.

Besonders besorgniserregend ist, dass Kinderarmut weiterhin eine Realität auch in unserer Stadt bleibt. Hinter jeder Zahl steht ein Kind, dessen Chancen auf Bildung, Teilhabe und gesellschaftliche Entwicklung eingeschränkt sind. Dies darf uns nicht gleichgültig lassen.

Gleichzeitig erleben wir große Herausforderungen in der Pflege. Der Fachkräftemangel, steigende Bedarfe einer älter werdenden Gesellschaft und die Finanzierung sozialer Dienstleistungen setzen Einrichtungen und Mitarbeitende zunehmend unter Druck.

Ähnliche Entwicklungen sehen wir in der Jugendhilfe, in der Integrationsarbeit und bei Angeboten für Menschen in schwierigen Lebenslagen.  

 

Auch die Zahl wohnungsloser und von Wohnungslosigkeit bedrohter Menschen macht deutlich, wie wichtig eine starke soziale Infrastruktur ist. Wohnen bedeutet Sicherheit, Würde und gesellschaftliche Teilhabe.  

Gerade deshalb kommt den katholischen Sozialverbänden eine unverzichtbare Rolle zu.

Sie sind nicht nur Dienstleister sozialer Hilfen. Sie sind Anwälte der Menschen, die oft keine starke Stimme haben. Sie machen auf Missstände aufmerksam. Sie schaffen Begegnung. Sie stärken den Zusammenhalt.

Und sie erinnern Politik und Gesellschaft daran, dass der Wert einer Gemeinschaft sich daran bemisst, wie sie mit den Schwächsten umgeht.

 

Dabei stehen auch die Caritas und die Fachverbände selbst unter erheblichem Druck. Steigende Personal- und Sachkosten, Fachkräftemangel und angespannte öffentliche Haushalte stellen viele Träger vor schwierige Entscheidungen. Umso wichtiger ist es, die soziale Infrastruktur unserer Stadt nachhaltig zu sichern und verlässlich zu finanzieren.

Denn soziale Arbeit ist keine freiwillige Zugabe in guten Zeiten. Sie ist eine Grundvoraussetzung für gesellschaftlichen Frieden und Zusammenhalt.  

 

Bei allen Herausforderungen dürfen wir jedoch auch die Stärken unserer Stadt nicht übersehen:

Köln zeichnet sich durch eine außergewöhnliche Kultur des Engagements aus. Tausende Haupt- und ehrenamtlich Engagierte setzen sich täglich für andere Menschen ein. Sie schenken Zeit, Aufmerksamkeit und Hoffnung. Sie bauen Brücken zwischen Generationen, Religionen und sozialen Milieus. Sie zeigen, dass Solidarität kein abstrakter Begriff ist, sondern gelebte Wirklichkeit.

 

Diese Haltung brauchen wir heute mehr denn je.

 

Denn gesellschaftlicher Zusammenhalt entsteht nicht von selbst. Er wächst dort, wo Menschen Verantwortung füreinander übernehmen. Wo Unterschiede nicht trennen, sondern als Bereicherung verstanden werden. Wo niemand zurückgelassen wird.

Die katholischen Wohlfahrtsverbände leisten hierzu einen unschätzbaren Beitrag. Sie verkörpern christliche Nächstenliebe in praktischer Form. Sie verbinden Professionalität mit Menschlichkeit und Hilfe mit Respekt vor der Würde jedes Einzelnen.

Dafür danke ich Ihnen von Herzen.

 

Sehr geehrte Damen und Herren aus Politik und Verwaltung, Liga und Kirche, Gruppen und Verbänden, Wirtschaft und Kirche.

Lassen Sie uns gemeinsam und als Stadtgesellschaft daran arbeiten, dass Köln eine lebenswerte, solidarische und gerechte Stadt bleibt. Eine Stadt, in der wirtschaftliche Stärke und soziale Verantwortung zusammengehören. Eine Stadt, in der jeder Mensch die Chance auf Teilhabe und ein selbstbestimmtes Leben hat. 

 

Ich wünsche Ihnen und uns allen Kraft, Zuversicht und Gottes Segen für Ihre wichtige Arbeit, damit eins nie infrage gestellt wird und steht:

„Köln bleibt sozial.“

 

Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit.

  

Hier die Begrüßung als Download.

   

Fronleichnamsfest 2026

29. Mai 2026; ksd

Köln. Am Donnerstag, dem 04. Juni 2026, findet zum Fronleichnamsfest auf dem Roncalliplatz um 10 Uhr ein Pontifikalamt mit Kardinal Rainer Maria Woelki statt. Anschließend zieht die Prozession durch die Straßen der Altstadt zum Kölner Dom, wo der feierliche Schlusssegen ausgeteilt wird. 

Auch in diesem Jahr gibt es daneben wieder eine Familienmesse für Kinder (besonders im Grundschulalter). Diese startet um 11.15 Uhr in der Minoritenkirche (Kolpingplatz 1, 50667 Köln). Nach der Messe schließen sich die Familien der Prozession zum Dom an. Dort sind für die Familien Bänke reserviert. 

Und ganz zum Schluss gibt es noch die Möglichkeit zu einem Imbiss „An der Burgmauer“, gegenüber vom Dom.

 

Sie sind ganz herzlich eingeladen!

      

        

All för dat Laache d'r Pänz: Benefizkonzert bringt 1.387 Euro für Kölner Klinik-Clowns

28. Mai 2026; ksd

Heike Keilhofer (l.) und Msgr. Robert Kleine (r.) übergeben den Scheck an Tante Ente (M.l.), Gensi (M.) und Koko (M.r.)
Heike Keilhofer (l.) und Msgr. Robert Kleine (r.) übergeben den Scheck an Tante Ente (M.l.), Gensi (M.) und Koko (M.r.)

Köln. Was als musikalischer Abend voller Magie begann, hat nun eine besondere Fortsetzung gefunden: Die bei dem Benefizkonzert „El vol del rossinyol” in der Kölner Domsingschule gesammelten Spenden wurden an den Verein Kölner Klinik-Clowns e. V. übergeben. Heike Keilhofer, die Vorsitzende des Vereins zur Förderung der Städtepartnerschaft Köln-Barcelona e. V., und Stadt- und Domdechant Msgr. Robert Kleine überreichten dem Roncalli-Weißclown Gensi und seinen beiden rotnasigen Kollegen Tante Ente und Koko einen Scheck über 1.387 Euro.

 

Ein Konzert, das mehr bewegt als Herzen

 

Ende April hatten Gensi und der katalanische Pianist Lluís R. Salvà in der Domsingschule einen außergewöhnlichen Abend gestaltet. Sie spielten Musik aus dem Kloster Montserrat, Klänge des katalanischen Jugendstils, Zirkusmelodien und kölsche Lieder zum Mitsingen für alle. Das Konzert ist Teil der lebendigen Städtepartnerschaft zwischen Köln und Barcelona. Der Eintritt war frei, das Publikum spendete.

 

Ehrenamt unterstützt Ehrenamt

 

Dass die gesammelten Mittel den Kölner Klinik-Clowns zugutekommen, freut alle Beteiligten. Heike Keilhofer, die Vorsitzende des Vereins zur Förderung der Städtepartnerschaft Köln-Barcelona e. V., bringt es auf den Punkt: „Dass hier das Ehrenamt ein anderes Ehrenamt unterstützt, finde ich großartig.“ Auch Stadt- und Domdechant Msgr. Robert Kleine ist von der Aktion bewegt: „Dass ein Abend voller wunderbarer Musik dazu führt, dass Kindern ein Lachen geschenkt wird, ist eine wunderschöne Sache.“

 

Über die Kölner Klinik-Clowns e. V.

 

Die Kölner Klinik-Clowns e. V. sind seit Jahren fester Bestandteil der Kölner Krankenhauslandschaft. Ausgebildete Clowns besuchen regelmäßig Kinderstationen, um den kleinen Patientinnen und Patienten mit Humor und Kreativität Mut zu machen. Der Verein finanziert sich überwiegend durch Spenden und ehrenamtliches Engagement.

 

Mehr Informationen unter:
www.koelnbarcelona.de und www.koelner-klinikclowns.de

   

Auf den Sattel, fertig, los! „Kirche radelt“ nimmt an STADTRADELN teil

7. Mai 2026;

Köln. Es ist Zeit, die Reifen aufzupumpen und den Helm zu richten: Ab dem 10. Juni startet das diesjährige STADTRADELN, und wir laden alle herzlich ein, Teil unseres Teams „Kirche radelt“ zu werden. „Drei Wochen lang wollen wir gemeinsam Kilometer sammeln“, freut sich Stadtdechant Msgr. Robert Kleine auf das Ereignis, „für ein besseres Klima und die Bewahrung der Schöpfung, für mehr Lebensqualität in unserer Stadt und natürlich für die Freude an der Bewegung.“

 

Ziel der Initiative STADTRADELN ist es, die Umwelt zu schützen und den Radverkehr zu fördern. Denn je mehr Kölnerinnen und Kölner auf das Fahrrad steigen, desto eher wird die Radinfrastruktur verbessert. 

 

Doch wie kann aufgezeigt werden, wie viele Kilometer zurückgelegt wurden? Das geht über die App STADTRADELN. Gemeinsam mit der evangelischen Kirche haben wir eine Gruppe namens „Kirche radelt“ ins Leben gerufen. Wir hoffen auf Ihre Unterstützung, denn das Ziel der Ökumene ist ambitioniert: 100 Kölnerinnen und Kölner sollen in der Gruppe in die Pedale treten.

 

Ganz gleich, ob Sie auf dem Weg zur Arbeit auf dem Drahtesel den Stau umkurven, Einkäufe erledigen oder am Wochenende eine Tour durchs Grüne machen – jeder Kilometer zählt!

 

Hier können Sie sich direkt unserem Team anschließen: Anmeldung „ Kirche radelt“

 
So sind Sie dabei:

  • Kilometer erfassen: Tragen Sie Ihre geradelten Strecken einfach online im Kilometer-Buch ein oder nutzen Sie die praktische STADTRADELN-App.
  • Ohne Internet mitmachen: Wer keinen digitalen Zugang hat, kann die Kilometer wöchentlich per Erfassungsbogen an die lokale Koordination melden.
  • Überall radeln: Da Klimaschutz keine Grenzen kennt, ist es egal, wo Sie unterwegs sind – jeder Ort zählt.
  • Fairplay: Ausgenommen sind lediglich Radwettkämpfe sowie das Training auf stationären Fahrrädern (Heimtrainer).
  • Flexibilität: Ob Sie Ihre Kilometer täglich oder gesammelt am Wochenende eintragen, bleibt Ihnen überlassen.
  • Nachtragsfrist: Sollten Sie einmal vergessen haben, eine Fahrt einzutragen, haben Sie bis zu sieben Tage nach Ende des 21-tägigen Aktionszeitraums Zeit für Korrekturen.


Lassen Sie uns gemeinsam zeigen, dass die Kirche in Köln beweglich ist und Verantwortung für unsere Umwelt übernimmt. Wir freuen uns auf jeden gefahrenen Kilometer im Team „Kirche radelt“ !

 

Manege frei für das Benefizkonzert: Roncalli-Clown Gensi und Pianist Lluís R. Salvà verbinden Köln und Barcelona

23. April 2026; ksd

Köln. Ein besonderes Highlight der Städtepartnerschaft der katalanischen Metropole und der Domstadt ist im Anflug: Der berühmte Weißclown des Circus Roncalli, Gensi, und der renommierte Pianist Lluís R. Salvà laden zu einem exklusiven Benefizkonzert ein. 

 

Unter dem Titel „El vol del rossinyol“ (zu Deutsch: der Flug der Nachtigall) erwartet die Besucher ein Abend voller Magie, der die Zirkuswelt mit der Musiktradition Kataloniens und des Rheinlands verbindet. Im Mittelpunkt steht Fulgenci Mestres Bertran, genannt Gensi, der seit 2005 als Weißclown bei Roncalli im Rampenlicht steht und Weltruhm erlangt hat. Der ausgebildete Musiker und Schüler der berühmten „Escolania de Montserrat“ bringt gemeinsam mit dem international tätigen Pianisten Lluís R. Salvà ein Stück katalanische Seele direkt in die Kölner Domsingschule.

 

Passend zum Gaudí-Jahr 2026 schlägt das Programm eine Brücke von den mittelalterlichen Klängen des Klosters Montserrat über den katalanischen Jugendstil bis hin zur Welt des Zirkus von Charlie Chaplin und Grock. Den krönenden Abschluss bilden „Kölsche Tön“, die zum gemeinsamen Mitsingen einladen und die tiefe Verbundenheit zwischen den Partnerstädten hörbar machen.

 

Stadt- und Domdechant Msgr. Robert Kleine freut sich sehr auf diese musikalische Begegnung: „ Nachdem ich kürzlich über Gensi als Clown in der Manege lachen durfte, bin ich gespannt, ihn nun als Musiker auf der Bühne der Domsingschule zu erleben.“

 

Das Benefizkonzert findet am Montag, den 27. April, von 19:30 bis 21:00 Uhr in der Kölner Domsingschule (Clarenbachstraße 5–15, 50931 Köln) statt.

 

Der Eintritt ist frei, um Spenden für die Förderung der Städtepartnerschaft wird gebeten. Eine Anmeldung via E-Mail an info@koelnbarcelona.de ist erforderlich.

  

Kontakt für Rückfragen:

Verein zur Förderung der Städtepartnerschaft Köln-Barcelona e. V. 
E-Mail: info@koelnbarcelona.de  
Web: www.koelnbarcelona.de 

  

Carolin Hostert-Hack übernimmt die Leitung des Katholischen Bildungswerks Köln und des DOMFORUMs

20. April 2026; ksd

Frau Hostert-Hack (2. v. l.) wird herzlich begrüßt
Frau Hostert-Hack (2. v. l.) wird herzlich begrüßt

Köln. Mit Carolin Hostert-Hack übernimmt eine junge Theologin die Leitung des Katholischen Bildungswerks Köln und des DOMFORUMs. Die 30-jährige ist bereits seit dem 01.01.2026 als stellvertretende Leiterin des Bildungswerks tätig und wird beide Einrichtungen leiten. Sie folgt auf Rainer Tüschenbönner, der die Arbeit über viele Jahre hinweg maßgeblich geprägt hat.

„Ich freue mich, dass mit Frau Hostert-Hack die nächste Generation Verantwortung für die katholische Bildungsarbeit in der Stadt Köln übernimmt. Sie bringt nicht nur fachliche Kompetenz und organisatorische Klarheit mit, sondern auch Offenheit, Engagement und Freude an der Bildungsarbeit“, so Stefan von der Bank, Vorstand des Bildungswerks der Erzdiözese Köln e.V.

 

Seit 30 Jahren steht das DOMFORUM als Ort für Begegnung, Glaube und Kultur in der Stadt Köln. Als Ort der Citypastoral schafft es Räume für Austausch, Orientierung und Diskussion zwischen Kirche und Stadtgesellschaft. „Mit dieser neuen Leitung werden bewährte Formate fortgeführt und zugleich neue Wege zur Stärkung kirchlichen Lebens in der Stadt gegangen werden“, so Stadtdechant Msgr. Robert Kleine.

 

Carolin Hostert-Hack selbst sagt zu ihrer neuen Aufgabe: „Ich trete diese Aufgabe mit großem Respekt und zugleich mit großer Freude an. Als junge Frau in der katholischen Kirche mitgestalten zu können, ist für mich eine besondere Chance und Motivation. Bildung und Citypastoral leben davon, dass Menschen sich mit ihren Fragen, Überzeugungen und Zweifeln einbringen können. Diese Räume möchte ich gemeinsam mit den Teams weiter stärken und profilieren.“

    

80 Jahre Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln

14. April 2026; ksd

Köln. Am 31. März 1946 erschien die „Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln“ zum ersten Mal.

 

Die Kölner Kirchenzeitung (Kiz) spielt eine  besondere Rolle im kirchlichen und gesellschaftlichen Leben unserer Erzdiözese: Sie ist ein wichtiges Bindeglied zwischen dem Erzbistum und den Gläubigen, denn sie vermittelt kirchliche Positionen, informiert über Entscheidungen im Erzbistum und macht pastorale Entwicklungen verständlich.

Ein zentrales Merkmal ist die Berichterstattung aus den Gemeinden. Jubiläen, Initiativen oder soziale Projekte bekommen Raum – dadurch entsteht ein Gefühl von Gemeinschaft und Zugehörigkeit im Erzbistum. Viele Leserinnen und Leser schätzen die Regionalseiten und vor allem auch die jeweilige Gottesdienstordnung für ihre Stadt bzw. ihr Dekanat.

Die Zeitung bietet spirituelle Impulse, Kommentare zu ethischen Themen und Einordnungen aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen aus christlicher Perspektive. Außerdem gibt es Reportagen, Kultur und Unterhaltung. Neben Verkündigung fördert die Kiz auch Diskussion und Meinungsvielfalt innerhalb der Kirche und darüber hinaus.

Herzlichen Glückwunsch an das gesamte Redaktionsteam unter Leitung von Chefredakteur Robert Boecker!

Danke und: Ad multos annos!

    

Ein Ostergruß von Stadtdechant Msgr. Robert Kleine

5. April 2026; ksd

Köln. „Dies ist der Tag, den der Herr gemacht“ – Schon die ersten Worte des bekannten Osterliedes laden uns ein, den Blick zu heben: Weg von den Sorgen des Alltags, hin zu Gottes Wirken in unserer Welt. Es ist nicht irgendein Tag, von dem hier die Rede ist, sondern der Tag der Auferstehung, der Ostermorgen – der Wendepunkt der Geschichte, an dem Gott endgültig zeigt, dass das Leben stärker ist als der Tod.

 

Das Lied greift Worte des Psalms 118 auf: „Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat; wir wollen jubeln und uns über ihn freuen.“ In diesem Psalm klingt die tiefe Gewissheit mit, dass Gott handelt – nicht fern und unbeteiligt, sondern mitten in unserer Wirklichkeit. Gerade in einer Welt, die aktuell von Kriegen, Konflikten, Unsicherheiten und Leid geprägt ist, erinnert uns diese Botschaft daran, dass Gott der Schöpfer und Vollender unseres Lebens ist.

 

Wenn wir singen „der Freud in alle Welt gebracht“, dann ist das keine oberflächliche Fröhlichkeit. Es ist eine Freude, die aus der Tiefe kommt – eine österliche Freude, die auch das Kreuz kennt. Denn Ostern ist ohne Karfreitag nicht zu verstehen. Die christliche Botschaft verschweigt das Leid nicht, sondern stellt ihm die Hoffnung entgegen: Gott lässt den Menschen nicht im Dunkeln. Er führt durch das Leiden hindurch in neues Leben.

 

Für uns heute kann dieser Zuspruch zu einer Einladung werden: jeden Tag als Geschenk Gottes zu begreifen. Auch die scheinbar gewöhnlichen Tage tragen das Potenzial in sich, von Gott erfüllt zu sein. In jedem Moment kann etwas von dieser österlichen Wirklichkeit aufleuchten:

  • In einem guten Wort,
  • In einer helfenden Hand,
  • In einem Zeichen der Versöhnung.


Gerade im Dienst am Menschen, in der Sorge füreinander und im Einsatz für Würde und Gerechtigkeit wird diese Botschaft konkret. Wo Menschen einander beistehen, wird sichtbar, dass Gott wirkt. Wo Hoffnung weitergegeben wird, lebt Ostern weiter.

Der „Tag, den Gott gemacht“ hat, ist nicht nur ein Ereignis der Vergangenheit. Er reicht hinein in unsere Gegenwart. Jeder neue Tag kann ein Ostertag sein, wenn wir uns von Gottes Licht berühren lassen und es weitertragen.

 

Möge uns die Botschaft der Auferstehung begleiten – in der Osterzeit und darüber hinaus. Als Ermutigung, als Trost und als Ausdruck unserer Hoffnung: Gott hat diesen Tag gemacht. Und er macht auch unser Leben neu.

 

Das Stadtdekanat Köln wünscht Ihnen, Ihren Familien und allen, mit denen Sie die Feiertage verbringen, ein gesegnetes, friedvolles und glaubensfrohes Osterfest!

  

Predigt von Stadtdechant Msgr. Robert Kleine in der Abschlussmesse der Männerwallfahrt

24. März 2026; ksd

Köln. 

„Miteinander beginnt mit mir“ – dieser Satz klingt einfach. Und doch steckt in ihm eine große Herausforderung. Denn oft denken wir beim Wort Miteinander zuerst an die anderen:

Die anderen sollen freundlicher sein.

Die anderen sollen rücksichtsvoller sein.

Die anderen sollen sich ändern.

 

Aber dieses Leitwort dreht die Perspektive um. Es sagt nicht: Miteinander beginnt mit den anderen.

Es sagt: Miteinander beginnt mit mir.

 

In unserem Alltag erleben wir viele Situationen, in denen das Miteinander auf die Probe gestellt wird: in der Schule, am Arbeitsplatz, in der Familie, im Verein oder auch online. 

Missverständnisse, Stress, unterschiedliche Meinungen – all das gehört zum Leben. 

Die Frage ist nicht, ob Konflikte entstehen, sondern wie wir mit ihnen umgehen.

 

Und genau hier beginnt das „mit mir“.

 

Es beginnt mit meiner Haltung.

Wie gehe ich auf andere zu?

Höre ich wirklich zu – oder warte ich nur darauf, selbst zu sprechen?

Bin ich bereit, andere Meinungen auszuhalten, auch wenn sie nicht meiner entsprechen?

Miteinander beginnt mit kleinen Dingen:

mit einem freundlichen Wort,

mit Respekt,

mit der Bereitschaft, einen Schritt auf andere zuzugehen.

Oft unterschätzen wir, wie sehr unser eigenes Verhalten andere beeinflusst. Ein Lächeln kann den Ton eines ganzen Gesprächs verändern. Ein ehrliches „Es tut mir leid“ kann eine festgefahrene Situation lösen. Und manchmal reicht es schon, jemanden nicht sofort zu verurteilen, sondern nachzufragen.

Natürlich heißt das nicht, dass ich alles hinnehmen muss oder immer einer Meinung sein soll. Ein gutes Miteinander bedeutet nicht Gleichheit, sondern Respekt trotz Unterschiedlichkeit. Ich darf meine Meinung vertreten – aber ohne andere kleinzumachen.

 

Wenn jeder von uns bei sich selbst anfängt, entsteht etwas Größeres: Vertrauen. Gemeinschaft. Zusammenhalt. Kein perfektes Miteinander, aber ein echtes.

 

„Miteinander beginnt mit mir“, bedeutet, dass ich mir immer wieder die Frage stelle

Was kann ich heute tun, damit das Miteinander ein kleines Stück besser wird?

Liebe Schwestern und Brüder,

mit einem einzigen Satz gibt Jesus auf diese Frage eine Antwort: 

„Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen.“ 

Ein Satz – klar, einfach, verständlich. Und doch so herausfordernd.

 

Diese sogenannte „Goldene Regel“ zwingt uns zu einem Perspektivwechsel.

Sie fragt nicht zuerst: Was steht mir zu?

Sie fragt: Was wünsche ich mir – und bin ich bereit, genau das auch anderen zu geben?

Ich wünsche mir von anderen: Respekt Geduld Verständnis. Ehrlichkeit. Vergebung.

 

Und nun kommt die unbequeme Frage:

Bin ich bereit, genauso respektvoll, geduldig, verständnisvoll, ehrlich und vergebungsbereit zu sein?

 

Die Goldene Regel ist dabei viel mehr als ein „Du sollst nicht“

Viele ethische Regeln lauten ja negativ:

„Du sollst nicht stehlen.“

„Du sollst nicht lügen.“

Die Goldene Regel geht weiter. Sie ist positiv formuliert:

Nicht nur nichts Böses tun, sondern aktiv das Gute tun.

Nicht: „Ich habe niemandem geschadet.“

Sondern: „Habe ich jemandem geholfen?“

Das erinnert uns an die Rede vom Weltgericht: Das Gute, das ihr dem geringsten meiner Brüder getan oder nicht getan habt, das habt ihr mir getan bzw. nicht getan.“

 

Liebe Männer,

„Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen.“  Das ist anspruchsvoll.

Denn es bedeutet, Initiative zu ergreifen.

 

Und es ist nicht so einfach. Denn die Goldene Regel gilt nicht nur für Menschen, die ich mag.

Sie gilt auch für

den schwierigen Kollegen
den Nachbarn, der mich nervt
den Menschen, der mich verletzt hat
Gerade hier zeigt sich ihre Kraft.

 

Jesus selbst hat diese Regel gelebt – selbst am Kreuz. Er antwortete auf Hass mit Vergebung, auf Gewalt mit Liebe.

Die Goldene Regel ist deshalb keine Höflichkeitsregel.

Sie ist Ausdruck der Liebe Gottes.

 

Stellen wir uns vor:

Politiker würden sich fragen: Wie möchte ich regiert werden?
Arbeitgeber würden sich fragen: Wie möchte ich behandelt werden?
Familienmitglieder würden sich fragen: Wie wünsche ich mir den Ton zu Hause?
Unsere Welt sähe anders aus.

 

Frieden beginnt nicht in großen Konferenzen.

Er beginnt im Herzen. Und im ganz konkreten Verhalten.

Doch seien wir ehrlich:

Aus eigener Kraft schaffen wir das nicht immer. Die Goldene Regel will keinen moralischen Leistungsdruck erzeugen.

Sie ist vielmehr die deutliche Einladung, sich von Gottes Liebe prägen zu lassen.

Wer sich von Gott angenommen weiß, kann großzügiger sein.

Wer Vergebung erfahren hat, kann leichter vergeben.

Die Goldene Regel ist kein kompliziertes Programm.

Sie passt in einen einzigen Satz.

Aber sie kann die Welt verändern. Und mein Leben, meinen Alltag. Immer dann, wenn ich mir die Doppelfrage stelle:

Was wünsche ich mir von anderen?

Und wem kann ich genau das heute schenken?

Als Mann. Als Christ. Amen.

 

„Miteinander beginnt mit mir“: Kölner Männerwallfahrt setzt Zeichen des Glaubens und der Tradition

24. März 2026; ksd

Köln. Unter der Wallfahrtslosung „Miteinander beginnt mit mir“ zogen am Samstag hunderte Männer schweigend zur Kalker Madonna und zum Kölner Dom. Stadtdechant Msgr. Robert Kleine ermutigte die Teilnehmer, den ersten Schritt zu wagen und anderen ein Stück Leben zu ermöglichen.

Als sich am Samstag die Dämmerung über St. Maria am Kapitol legte, war das Mittelschiff der größten und ältesten romanischen Kirche Kölns bereits bis auf den letzten Platz belegt. Dr. Dominik Meiering, der leitende Pfarrer der Kölner Innenstadtpfarreien, begrüßte die vielen Besucher, die teilweise im Eingangsbereich stehen mussten. Neben den zahlreichen Männern aus Köln und Umgebung war auch die IKS mit einer großen Pilgergruppe der kroatischen Mission Wuppertal vertreten. Nachdem die Wallfahrtskerze entzündet worden war, setzte sich die Männerwallfahrt, deren Wurzeln bis ins Jahr 1931 zurückreichen, Richtung Kalk in Bewegung und überquerte zunächst die Deutzer Brücke.

 

Unterwegs schlossen sich dem Pilgerzug in Deutz weitere Gläubige aus St. Heribert sowie jene aus St. Petrus Canisius in Buchforst kommend an. Gemeinsam ging es schweigend durch die teils belebten Straßen der Domstadt. Die in sich gekehrten Pilger wurden von vielen Passanten neugierig beobachtet. Manch einem Interessierten händigten die Männer Postkarten mit Informationen aus, die das Stadtdekanat vorab hatte drucken lassen.

 

In Kalk angekommen, empfing das hell erleuchtete Gnadenbild der Schmerzhaften Mutter Gottes die Pilger an der Kalker Kapelle. Stadtdechant Msgr. Robert Kleine und Pfr. Dr. Meiering leiteten gemeinsam die Andacht. Anschließend machte die Männerwallfahrt kehrt und pilgerte weitere vier Kilometer zurück zum Kölner Dom, wo die Abschlussmesse stattfand. Msgr. Kleine griff in seiner Predigt die Wallfahrtslosung „Miteinander beginnt mit mir“ auf und verabschiedete die Besucher zu später Stunde mit den Worten: „Miteinander beginnt nicht mit großen Programmen. Nicht mit perfekten Lösungen. Es beginnt, wenn ich den ersten Schritt wage. Wenn ich zuhöre. Wenn ich vergebe.“